Weiße Weihnachten 2018? So sieht die Wetterprognose aus

- Bettina Marx
Weiße Weihnachten 2018? So sieht die Wetterprognose aus
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In einigen Regionen Deutschlands stehen die Chancen für weiße Weihnachten 2018 gar nicht so schlecht.

Wie wird der diesjährige Winter? Gibt es in ganz Deutschland weiße Weihnachten 2018? Das sagen die aktuellen Wettertrends.

Wenig Zeit? Die wichtigsten Fakten im Überblick

Mehr Zeit? Hier geht es zur ausführlichen Analyse:

Ob ganz Deutschland weiße Weihnachten 2018 erleben darf, kann zum heutigen Zeitpunkt bereits ausgeschlossen werden.

Für eine Einschätzung des Weihnachtswetters 2018 analysieren wir sowohl die wahrscheinlichsten Großwetterlagen als auch die NOAA-Prognose. Die Statistik ziehen wir ebenfalls zu Rate.

Weiße Weihnachten? So wird das Wetter im Dezember 2018

Derzeit berechnen die meisten Modellläufe einen recht milden Trend über die Weihnachtsfeiertage. Weiße Weihnachten 2018 sind laut aktuellem Stand also wohl eher unwahrscheinlich. Denn ein kleines Tief lenkt ausgerechnet an Heiligabend milde Luft nach Deutschland.

Und auch im weiteren Verlauf ist derzeit noch keine Kälte mit Niederschlag in Sicht. 

NOAA prophezeit überdurchschnittlichen Dezember

Das Modell des amerikanischen Wetterdienstes (NOAA) sieht den Dezember 2018 in Deutschland zum heutigen Zeitpunkt überdurchschnittlich temperiert. In den meisten Regionen Deutschlands liegen die Temperaturabweichungen vom langjährigen Mittel bei rund 2 bis 3 Grad.

Eine gute Grundlage für weiße Weihnachten 2018 sieht definitiv anders aus. 

Hier gibt es weiße Weihnachten 2018

Macht die Statistik mehr Hoffnung auf Schnee an Weihnachten 2018? Ja, zumindest regional! Demnach besteht nämlich ab einer Höhe von rund 800 Metern eine sehr gute Möglichkeit, dass wir in den Mittelgebirgen und in den Alpen das gesamte Weihnachtsfest (24.12.-26.12.2018) bei einer geschlossenen Schneedecke feiern dürfen. In tieferen Lagen der Mittelgebirge und der Alpen liegt die Wahrscheinlichkeit für weihnachtlichen Schnee nur noch bei rund 30 bis 50%.

Der Wunsch nach einem verschneiten Weihnachtsfest geht im Nordosten Deutschlands immerhin zu 15 bis 25% in Erfüllung. Die ungünstigsten Voraussetzungen in Bezug auf weiße Weihnachten 2018 gibt es entlang des Rheins sowie an der Nordsee. Dort darf man statistisch gesehen nur alle 10 Jahre auf Schnee hoffen. 

Klimawandel scheint weiße Weihnachten zu verhindern

Die Statistik des DWDs bezieht sich hierbei auf die Jahre 1951 bis 2008. Dabei ist natürlich zu berücksichtigen, dass der Klimawandel vor 50, 40, 30 oder 20 Jahren noch nicht so ausgeprägt spürbar war wie aktuell. Mittlerweile ist es in Deutschland über ein Grad wärmer geworden im Jahresmittel, wodurch die Wahrscheinlichkeit von weißen Weihnachten generell weiter sinkt.

Wie sich die Temperaturentwicklung an Weihnachten in Zeiten des Klimawandels verändert, zeigt folgende Grafik. In der Grafik ist das fünfjährige gleitende Temperaturmittel im Zeitraum zwischen 1953 und 2016 aufgetragen. Das heißt, die Tagesmitteltemperaturen vom 24., 25. und 26. Dezember wurden über 5 Jahre gemittelt - von 1953-1957 bis 2012-2016. Analysiert werden die Daten der Stationen Berlin-Dahlem, Hamburg-Fuhlsbüttel, Köln-Stammheim, List auf Sylt, München-Stadt und Zugspitze.

Flächendeckend weiße Weinachten gab es zuletzt im Jahr 2010. Seitdem ist eine kontinuierlich steigende Temperaturentwicklung um die Weihnachtszeit erkennbar. Der Temperaturverlauf von München beispielsweise steigt binnen weniger Jahre um mehr als 7 Grad. So liegt die fünfjährige Mitteltemperatur an Weihnachten zwischen 2006 und 2010 noch bei knapp -1 Grad. Die weihnachtliche Durchschnittstemperatur in den Jahren 2012-2016 beträgt in München dagegen mehr als 7 Grad. Dieser enorme Temperaturanstieg an den Weihnachtsfeiertagen der letzten Jahre ist auch an den anderen Stationen Berlin, Hamburg, Köln, Sylt sowie auf der Zugspitze deutlich zu erkennen. 

In der gesamten Zeitreihe von 1953 bis 2016 gab es noch nie so hohe weihnachtliche Temperaturen wie im letzten Mittel 2012-2016. Diese kontinuierliche Erwärmung ist auf den Klimawandel zurückzuführen. Aufgrund dieser Tatsache werden weiße Weihnachten wohl immer seltener. 

Weihnachtstauwetter: Warmluft lässt Schnee dahinschmelzen

Nicht nur der Klimawandel, auch das berühmt-berüchtigte Weihnachtstauwetter ist schuld an der Misere. Dabei handelt es sich um einen sogenannten Witterungsregelfall, der in Mitteleuropa in knapp 70 Prozent aller Fälle eintritt. Das heißt: Zur Weihnachtszeit stellt sich häufig eine westliche Strömung ein, wodurch milde und feuchte Luft nach Deutschland transportiert wird. Dass das Weihnachtstauwetter auch in den vergangenen Jahren zu beobachten war, wollen wir nun klären.

Die nachfolgende Grafik zeigt den Temperaturverlauf der oben genannten Stationen im Dezember. Dabei ist die Tagesmitteltemperatur eines Dezembertages (beispielsweise der 24. Dezember) über die Jahre 1990 bis 2017 gemittelt.  

Der insgesamt leicht sinkende Temperaturtrend im Dezember unterliegt einigen Schwankungen, die abhängig von der Großwetterlage hervorgerufen werden. Auffällig ist, dass an nahezu allen Stationen die durchschnittliche Temperatur kurz vor Weihnachten steigt. 

In Köln beispielsweise steigt die Mitteltemperatur vom 20. bis 24. Dezember um 2 Grad an. Auch wenn die vorweihnachtliche Erwärmung an der Station München nicht ganz so groß ist wie im Rheinland, eine steigende Temperaturtendenz ist in der Landeshauptstadt Bayerns dennoch erkennbar. 

Legt man die Statistik von 1990 bis 2017 weiter zugrunde, steigt die Temperatur auf der Zugspitze ebenfalls kurz vor Weihnachten beachtlich an. Erst an den Weihnachtsfeiertagen und danach sinkt die Mitteltemperatur wieder merklich ab. 

Da die Temperaturen kurz vor Weihnachten bzw. an Weihnachten aufgrund des Weihnachtstauwetters oft überdurchschnittlich hoch sind, könnte es mit weißen Weihnachten schwierig werden.

Nach Hitzesommern: Winter mit Kälteperioden und Schnee

Welche Großwetterlage sich an Weihnachten einstellen wird, ist noch völlig offen. Langzeitwetterexperte Ivo Brück, der statistische Zusammenhänge verschiedener Witterungsperioden über viele Jahre hinweg untersucht, geht zum Beispiel davon aus, dass jeder Wintermonat seine Kälteperioden haben wird und im Dezember 2018 in Sachen Winter mehr passieren könnte als im letzten Jahr. Längere winterlichere Witterungsphasen samt Schnee um die Weihnachtszeit sind also auch aus statistischer Sicht nicht gänzlich ausgeschlossen. 

In eine ähnliche Kerbe wie Ivo Brück schlägt übrigens auch unser Meteorologe und Kolumnist Kai Zorn. Extrem heiße Sommer - also wie der Sommer 2018 - haben nämlich eine kalte Frühwinter- und/oder eine kalte Spätwinterphase gebracht. Und sollte es wirklich zu Winterbeginn kalt werden, würde sich das natürlich positiv auf die Chancen für weiße Weihnachten auswirken. Hier ist Kai Zorns erste Einschätzung des Wetters im Winter 2018/19 nachzulesen.

Hat El Niño Einfluss auf unser Weihnachtswetter?

Blicken wir zu guter Letzt noch auf ein bekanntes Wetterphänomen: El Niño. Derzeit gibt es nämlich viele Anzeichen, dass das nächste El-Niño-Ereignis kurz bevorstehen könnte. El Niño heißt übringens übersetzt "Christkind", denn das El-Niño-Phänomen tritt in der Regel um die Weihnachtszeit auf.

Was El Niño ist und wie sich dieser auf unser Weihnachtswetter auswirkt, siehst Du hier: 

Weihnachtsmann oder das Christkind? Die skurrilsten Geschenkebringer 

Ob der Weihnachtsmann oder das Christkind Schnee bringen, bleibt also abzuwarten. Wusstest Du eigentlich, dass es auf der ganzen Welt verschiedene Geschenkebringer gibt?

In diesem Video stellen wir die skurrilsten vor:

Die wichtigsten Infos zu weiße Weihnachten 2018 zusammengefasst:

  • Statistisch gute Chancen für weiße Weihnachten ab 800 bis 1000 Metern.
  • NOAA prophezeit überdurchschnittlichen Dezember 2018.
  • Grüne Weihnachten am ehesten im Westen und an der Nordsee.
  • Klimawandel scheint weiße Weihnachten immer öfter zu verhindern.
  • Weihnachtstauwetter lässt Schnee oft kurz vor Weihnachten dahinschmelzen.
  • Wahrscheinlichkeit für weiße Weihnachten liegt derzeit nur bei 10 %.

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