Wetter 2026: "Geschlechterwechsel" der Hoch- und Tiefdruckgebiete
Hast du schon einmal daran gedacht, Wetterpate zu werden? Wie du deinen Namen auf einer Wetterkarte finden kannst und warum Hochs und Tiefs mal männlich, mal weiblich sind, zeigen wir dir hier.
Bereits im Zweiten Weltkrieg kam die US-Wetterbehörde erstmals auf die Idee, Unwettern Namen zu geben. Seit dem Jahr 1954 vergibt auch das Institut für Meteorologie der Freien Universität Berlin Namen für Druckgebilde, die das Wetter in Mitteleuropa beeinflussen: männliche für Hochs, weibliche für Tiefs, in der Reihenfolge des Alphabets.
Die Meteorolog:innen fertigten damals Listen mit je zehn Namen pro Buchstabe und Geschlecht an. Diese Namen erscheinen auf zahlreichen Wetterkarten und werden von Wetterdiensten und Medien veröffentlicht.
Männliche Hochs und weibliche Tiefs: Darum wechselt das "Geschlecht"
So blieb es fast ein halbes Jahrhundert, bis 1998 feministische Kritik laut wurde. Tiefdruckgebiete mit meist schlechtem Wetter weiblich und oft sonnige Hochs männlich zu benennen, ist eine "unsachliche Zweckentfremdung menschlicher Vornamen".
Als Reaktion schufen die Meteorolog:innen einen jährlichen Wechsel. Nun erhalten nur in ungeraden Jahren Tiefs männliche und Hochs weibliche Namen - in geraden Jahren wie 2026 ist es umgekehrt.
Im Jahr 2026 tragen Tiefs nun weibliche Vornamen, Hochs männliche. Schon seit September 2025 läuft die Vergabe der Namen von Hoch- und Tiefdruckgebieten für 2026. Und so stehen schon viele Namen für das Jahr 2026 fest: Schönes Wetter wird 2026 mit männlichen Vornamen wie MAX oder JANNIS verbunden sein. Tiefdruckgebiete sollen weibliche Namen wie LEONIE oder ALINA tragen.
Jedes Jahr wird das Alphabet übrigens etwa fünfmal für Tiefs und rund zweimal für Hochs durchlaufen.
Wetterpatenschaften: Tiefs günstiger als Hochs
Seit 2002 kann man Hochs und Tiefs gegen einen gewissen Betrag taufen lassen. Die Namen können durchaus ausgefallen sein. Menschen mit exotischen Namen müssen aber nachweisen, dass sie wirklich so heißen oder es den Namen zumindest gibt.
Bei der Wetter-Patenschaft des Instituts für Meteorologie der Freien Universität Berlin kostet ein Tief übrigens 260 Euro, ein Hoch 390 Euro. Mit dem Erlös aus dem Verkauf der Wetterpatenschaften wird unter anderem die studentische Wetterbeobachtung am Institut für Meteorologie der Freien Universität Berlin finanziell unterstützt.
Die Wetterpatenschaft für Hoch- und Tiefdruckgebiete ist zwar nicht ganz günstig. Doch ihre Namensgeber können sie europaweit bekannt machen - im Guten wie im Schlechten.
Der Name KYRILL soll nicht mehr vergeben werden
Ein Beispiel ist das Orkantief KYRILL im 2007. Es war als Geburtstagsgeschenk für einen gebürtigen Bulgaren gedacht. Nach dem verheerenden Unwetter zeigte sich dieser sehr bedrückt. Der Name soll seither nicht mehr für Unwetter-Tiefs verwendet werden.
Das Hitzerekord-Hoch ANNELIE von 2015 verdankt seinen Namen einer damals 90-jährigen Konstanzerin. Sie genoss laut Medienberichten die Hitze von bis zu 40,3 Grad badend im Bodensee.
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