Eisheilige, Siebenschläfer, Schafskälte: Überblick der Singularitäten im Wetterjahr 2023

- Bettina Marx
Eisheilige - Bedeutung und typische Wetterlage
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Kommen die Eisheiligen und die Schafskälte in diesem Jahr pünktlich und was prophezeit der Siebenschläger für das Sommerwetter? Wir geben einen Überblick der meteorologischen Singularitäten 2023.

Hast du schon mal von sogenannten meteorologischen Singularitäten gehört? 

Meteorologische Singularitäten sind Witterungsregelfälle, die mit großer Wahrscheinlichkeit jedes Jahr zu einem bestimmten Zeitraum auftreten. Zu den bekanntesten zählen unter anderem die Eisheiligen, der Siebenschläfer, die Schafskälte und die Hundstage. Es gibt aber noch viel mehr. Nachfolgend geben wir einen Überblick der herausragendsten Wetterereignisse im Jahr 2023.

Märzwinter: Später Wintereinbruch im Frühling

Bei der meteorologischen Singularität Märzwinter handelt es sich um einen späten Wintereinbruch. Dieser tritt - wie der Name bereits vermuten lässt - in der Regel im März auf, genauer gesagt um die Monatsmitte. Frostige Temperaturen und sogar Schnee bis in tiefe Lagen sind dann nochmal möglich. 

Ist dieser Witterungsregelfall besonders stark ausgeprägt, kann das winterliche Wetter auch bis Anfang April andauern. Dabei strömt kalte Kontinentalluft aus Nord- bzw. Osteuropa bis nach Deutschland und sorgt für den späten Kaltlufteinbruch.  

Eisheilige bringen frostiges Wetter im Mai 

Von einem noch späteren Kaltlufteinbruch ist in Zusammenhang mit den Eisheiligen die Rede. So besagt eine alte Bauernregel: Vor Nachtfrost du nicht sicher bist, bis Sophie vorüber ist!

Bei den Eisheiligen handelt es sich um Gedenktage zu Ehren von Heiliggesprochenen Mitte Mai: 

  • Dienstag, 11. Mai 2023: Mamertus
  • Mittwoch, 12. Mai 2023: Pankratius
  • Donnerstag, 13. Mai 2023: Servatius
  • Freitag, 14. Mai 2023: Bonifatius
  • Samstag, 15. Mai 2023: Kalte Sophie

Im Norden Deutschlands beginnen die Eisheiligen schon am 11. Mai, in Süddeutschland dauern sie bis zum 15. Mai. Diese zeitlichen Unterschiede ergeben sich aus dem Zeitraum, den die Polarluft benötigt, um von Norden nach Süden vorzudringen. 

Vor allem bei Gärtnern und Winzern sind die Eisheiligen sehr gefürchtet. Für junge Pflanzen ist der Frost im Mai eine große Gefahr.

Warum es im Mai nochmal so kalt werden kann und welche Wetterlage dafür verantwortlich ist, zeigen wir dir im Video am Anfang des Artikels. 

Schafskälte: Kälterückfall mitten im Sommer 

Selbst im Juni gibt es noch Kälterückfälle. In diesem Fall sprechen wir Meteorologen von der sogenannten Schafskälte. Sie tritt mit einer Wahrscheinlichkeit von 80 Prozent zwischen dem 4. und 20. Juni auf. Häufig geht der Temperaturrückgang auch mit einer unbeständigen Witterungsphase einher. 

Verantwortlich für die Schafskälte im Frühsommer, bei der die Temperaturen in kurzer Zeit um 10 Grad abfallen können, ist ein Kaltluftvorstoß aus nördlichen Richtungen. 

Viele Schäfer warten daher mit dem Scheren der Schafe jedes Jahr oft bis Ende Juni. Für bereits geschorene Schafe kann das kalte Wetter im Juni lebensbedrohlich sein.

Denn die Schafskälte kann im Hochgebirge sogar nochmal für Schnee sorgen, wie nachfolgend gezeigt wird: 

Siebenschläfer entscheidet über Wetter im Sommer 

Nur sieben Tage später bekommen wir es mit dem Lostag Siebenschläfer zu tun. Die Bauernregel dazu lautet: Das Wetter am Siebenschläfertag noch sieben Wochen bleiben mag. 

Grund dafür ist die Großwetterlage, die sich um Ende Juni bzw. Anfang Juli stabilisiert. Diese hat oft bis August Bestand. 

Erst Ende August kommen kühlere Luftmassen aus Norden ins Spiel, wodurch sich die Großwetterlage wieder umstellen kann.

Woher der Name Siebenschläfer kommt und warum die Trefferquote der Bauernregel so hoch ist, siehst du hier: 

Hundstage - die heißesten Tage des ganzen Jahres

Die Hundstage zwischen dem 23. Juli und dem 23. August 2023 sind statistisch gesehen die heißesten Tage des ganzen Jahres. Der Name stammt vom Sternenbild Großer Hund mit dem hellsten Stern Sirius. 

Bereits die Römer bezeichneten den Zeitraum, in dem Sirius am Morgenhimmel zu sehen war, als Tage des Hundes. Da dieser Zeitraum mit den heißesten Tagen des Jahres zusammenfiel, ist die Hitzeperiode heute unter dem Namen Hundstage bekannt. 

Mit einer Südwestströmung gelangt während der Hundstage häufig heiße Mittelmeerluft zu uns nach Deutschland.

Doch warum treten die heißesten Tage eigentlich nach der Sommersonnenwende auf? Die Antwort gibt es hier: 

Altweibersommer: Sommernachschlag im Herbstmonat September

Die nächste Singularität ist der sogenannte Altweibersommer. Dabei handelt es sich um eine hochdruckgeprägte Schönwetterperiode im September, die oft mit sommerlichen Temperaturen einhergeht.       

Woher der Name Altweibersommer stammt, erklären wir dir in diesem Video: 

Übrigens: Tritt das warme und sonnige Wetter erst im Oktober auf, ist von goldenem Oktober die Rede. 

Martini-Sommer bringt Wärmenachschlag im November

T-Shirt-Wetter mitten im November? Das kommt gar nicht so selten vor. In diesem Fall spricht man in der Meteorologie vom Martini-Sommer. Dabei lenkt ein Hoch über Mittel- bzw. Osteuropa warme Mittelmeerluft nach Deutschland. 

Laut einer Legende ereignete sich dieses Wetterereignis erstmals beim Tod des heiligen Martin. Daher übrigens auch der Name Martini-Sommer.  

Weihnachtstauwetter verhindert winterliches Wetter

Die letzte meteorologische Singularität des Jahres ist das Weihnachtstauwetter. Diese besagt, dass ausgerechnet um Weihnachten milde Luftmassen dominieren. 

Da der bereits gefallene Schnee taut, verhindert das Weihnachtstauwetter weiße Weihnachten. 

In der Regel sind Atlantiktiefs für die milden Temperaturen verantwortlich. Die Milderung ist also häufig auch mit unbeständigem Wetter verbunden. 

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