Schnee und Glatteis: Weiße Weihnachten kommt - aber es wird gefährlich

- Redaktion
Bis 30 Zentimeter Schnee an Weihnachten! Chaos vorprogrammiert >
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Weiße Weihnachten bleiben in Deutschland oft ein unerfüllter Wunsch. In diesem Jahr 2021 könnte es mit Schnee an Weihnachten an mehreren Orten klappen. Doch gefährlich wird es auch.

Jedes Jahr das gleiche Spiel, viele Deutsche wünschen sich weiße Weihnachten und Postkartenidylle - oft jedoch vergeblich. Traditionell ist der Weihnachtsabend in Deutschland eher grün. In diesem Jahr wird es aber wohl wirklich Schnee zum Weihnachtsfest geben!

Tatsächlich ist das Bild der weißen Weihnachten wohl aus den USA zu uns gekommen. Verschneite Postkarten aus Neuengland fachten im 19. Jahrhundert die Sehnsucht nach dem Schnee an Heiligabend an. Doch Westwinde bringen genau zur Weihnachtszeit häufig Tauwetter. Wird das auch in diesem Jahr so sein oder bekommen wir den seltenen Schnee zu sehen? Es bliebt spannend!

Weiße Weihnachten 2021? So stehen die Chancen

Der Countdown läuft und Weihnachten steht fast vor der Tür. Die Neugierde steigt, ob das Wetter auch die richtige Weihnachtsstimmung bringt. Langsam werden sich die Wettermodelle einig, ob wir uns auf weiße Weihnachten freuen können oder nicht. Aufgrund einer Luftmassengrenze, die sich über Deutschland bewegt, wird das Wetter an Weihnachten zwischen Norden und Süden sehr unterschiedlich sein. In der Mitte hingegen wird es gefährlich.

Anhand dieser Grafik kannst du in deinem Ort die Wahrscheinlicheit für weiße Weihnachten sehen. Jedoch ist die Karte mit Vorsicht zu genießen und bietet einen groben Überblick.

Sicher ist: Es wird irgendwo Schnee, Regen und gefährliches Glatteis geben. An Heiligabend direkt breitet sich zunächst die milde Luft aus. Weiße Weihnachten an einem der Festtage ist im Nordosten, wo sich die Polarluft noch halten kann, am wahrscheinlichsten. Im Südwesten ist der Wunsch nach Schnee an Weihnachten geplatzt.

Wie geht es nach Heiligabend weiter? Die Luftmassengrenze bewegt sich über der nördlichen Mitte des Landes, weswegen hier teils kräftige Schneefälle zu erwarten sind, wie es die Modelle aktuell vorhersagen. 

Im Nordosten wird es winterlich, wo ein bis fünf Zentimeter Schnee fallen können. Von der Oder bis Niedersachsen sind sogar fünf bis zehn Zentimeter Schnee möglich. Einige Modelle sprechen sogar von bis zu 30 Zentimetern Schnee. Wenn hierbei 24 Stunden lang Schnee fällt, kann das zu Chaos auf den Straßen und im Zugverkehr führen.

3-Tage-Wetter: Mit Schnee, Glatteis und Wind durch die Feiertage

Besonders im Übergangsbereich der Luftmassengrenze Richtung milde Luft wird es gefährlich. Denn hier entsteht durch Eisregen Glatteis. Somit ist Vorsicht an den Weihnachtsfeiertagen geboten, wo viele Autofahrer:innen auf dem Weg zu ihren Familien sind.

Weitere Details zum Weihnachtswetter erfährst du von unserer Meteorologin Anna Gröbel im Video oben.

Auch in unserem wetter.com Podcast haben wir über die Wahrscheinlichkeit von weißen Weihnachten 2021 gesprochen:

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Übrigens: Ob es früher tatsächlich öfter weiße Weihnachten gab, zeigen wir dir im Artikel "Gab es früher öfter weiße Weihnachten?".

Statistische Wahrscheinlichkeit für weiße Weihnachten

Das letzte weiße Weihnachten in ganz Deutschland gab es im Jahr 2010. Davor laut Daten des DWD nur in den Jahren 1906, 1917, 1962, 1969 und 1981. Doch regional gibt es einige Unterschiede. 

München ist die Großstadt mit der größten Wahrscheinlichkeit für weiße Weihnachten. Dort darf man sich alle 2,5 Jahre an der weißen Pracht erfreuen. 

Der Wunsch nach einem verschneiten Weihnachtsfest geht im Nordosten Deutschlands immerhin zu 15 bis 25% in Erfüllung. Berlin darf sich nur alle fünf Jahre auf Schnee an den Weihnachtsfeiertagen freuen. Noch ungünstiger sind die Voraussetzungen in Bezug auf weiße Weihnachten entlang des Rheins (u.a. in Köln und Düsseldorf) sowie an der Nordsee. Dort darf man statistisch gesehen nur alle 10 Jahre auf Schnee hoffen. Die geringsten Chancen auf Schnee zu Weihnachten gibt es mit rund 2% - also alle 50 Jahre - auf Helgoland. Hierbei bezieht sich die Statistik des DWDs auf die Jahre 1951 bis 2008.

Doch auch an die Statistik hält sich das Wetter nicht immer. So mussten die Berliner beispielsweise nach einem verschneiten Weihnachtsfest 1986 ganze 14 Jahre warten, bis erneut an allen Weihnachtstagen Schnee lag. Für die Prognose in Bezug auf weiße Weihnachten 2021 ist die Statistik also nicht hundertprozentig zuverlässig.

Welche Winterwetterlagen übrigens ein Garant für Schnee und Frost sind, zeigt unsere Meteorologin Anna Gröbel in diesem Video: 

Weihnachtstauwetter: Warmluft lässt Schnee dahinschmelzen

Nicht nur der Klimawandel (siehe Artikel "Verhindert der Klimawandel weiße Weihnachten?"), auch das berühmt-berüchtigte Weihnachtstauwetter ist schuld daran, dass wir nur selten weiße Weihnachten bekommen. Dabei handelt es sich um einen sogenannten Witterungsregelfall, der in Mitteleuropa in knapp 70 Prozent aller Fälle eintritt.

Das heißt: Zur Weihnachtszeit stellt sich häufig eine westliche Strömung ein, die durch ein Islandtief ausgelöst wird. Dadurch wird milde und feuchte Luft nach Deutschland transportiert, die möglichen Schnee dahinschmelzen lässt.

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