Weiße Weihnachten 2019? So sieht die Wetterprognose aus

- Bettina Marx
Wetter 16 Tage: So schaut's (im Moment) für Weihnachten aus
Initialisierung des Players
fehlgeschlagen!
Bitte aktivieren Sie Flash!
Kontakt & Support
 

Weiße Weihnachten bleiben in Deutschland oft ein unerfüllter Wunsch. Auch im diesjährigen Winter? Die Prognosen deuten regional große Unterschiede an.

Für viele von uns gehört Schnee zu einem perfekten Weihnachtsfest einfach dazu. Laut einer Umfrage von Statista finden es rund 70% der Deutschen schön, wenn an Weihnachten Schnee liegt. Damit kann Petrus in den meisten Regionen Deutschland aber nur selten dienen.

Ob ganz Deutschland weiße Weihnachten 2019 erleben darf, kann einen Monat vorher noch nicht sicher beantwortet werden. Aber so viel steht fest: Es gibt große regionale Unterschiede.

Für eine Einschätzung des Weihnachtswetters 2019 analysieren wir verschiedene Langfristmodelle. Die Statistik ziehen wir ebenfalls zu Rate. Außerdem gehen wir der Frage nach, ob es früher öfter weiße Weihnachten gab und wie sich der Klimawandel auf die künftigen Weihnachtsfeste auswirken könnte.  

NOAA prophezeit überdurchschnittlichen Dezember 2019

Das Modell des amerikanischen Wetterdienstes (NOAA) sieht den Dezember 2019 in Deutschland zum heutigen Zeitpunkt überdurchschnittlich temperiert. In den meisten Regionen Deutschlands gibt es eine Temperaturabweichung von rund 1 bis 2 Grad bezogen auf das langjährige Mittel. Einzig an der Ostsee liegt die prognostizierte Mitteltemperatur im Dezember nahe am langjährigen Mittel.  

Zudem könnte es laut NOAA-Langfristmodell insbesondere im Westen und im Norden Deutschlands sowie an den Alpen etwas nasser verlaufen, als es dem einen oder anderen lieb sein dürfte. In den östlichen Landesteilen wird dagegen nicht mehr Niederschlag erwartet als üblich, wie folgende Grafik zeigt.

Zwar sieht eine gute Grundlage für weiße Weihnachten 2019 definitiv anders aus. Zudem muss berücksichtigt werden, dass sich der NOAA-Trend auf das Monatsmittel des gesamten Dezembers bezieht. Kalte Witterungsphasen sind im Dezember - vielleicht sogar zu Weihnachten - also nicht komplett ausgeschlossen. Wir dürfen also weiterhin hoffen, dass uns pünktlich zu Weihnachten ein kalter Wintergruß erreicht.

Weiße Weihnachten 2019? So sieht die Langfristprognose aus

Für eine bessere Einschätzung des Weihnachtstrends 2019 analysieren wir zusätzlich das Climate Forecast System (CFS). Dieses Langfristmodell rechnet nämlich auf den Tag genau. Anhand der Großwetterlage, die das CFS-Modell für den 24. Dezember 2019 vorhersagt, kann eine grobe Tendenz für das Weihnachtswetter gegeben werden. 

Das CFS-Modell tendiert ebenfalls zu einer milden Strömung. Grund dafür ist eine südwestliche Strömung, die im Dezember um Weihnachten dominiert. Damit scheinen weiße Weihnachten 2019 laut aktuellem Stand wohl eher unwahrscheinlich. Die verschiedenen Läufe des CFS-Modells zeigen allerdings eine große Varianz. Ebenso ist ein Tief über dem Mittelmeer denkbar, das Schneefälle zu uns nach Deutschland schicken könnte. Eine sichere Aussage über das Weihnachtswetter ist somit auch mit Hilfe dieses Modells noch nicht eindeutig möglich. Dafür ist es noch zu früh.

Aber immerhin berechnet das NOAA-Langfristmodell den Dezember nicht mehr ganz so warm wie noch vor einigen Tagen. Die Chancen auf Schnee zu Weihnachten steigen also etwas. Wie groß die Chance auf Schnee ist, zeigen wir dir in unserer Weihnachtsprognose. 

Weihnachtstrend: Chancen auf weiße Weihnachten gestiegen
Initialisierung des Players
fehlgeschlagen!
Bitte aktivieren Sie Flash!
Kontakt & Support
 

Statistische Wahrscheinlichkeit für weiße Weihnachten

Die Statistik macht regional mehr Hoffnung auf Schnee an Weihnachten 2019. Demnach besteht nämlich ab einer Höhe von rund 800 Metern eine sehr gute Möglichkeit, dass wir in den Mittelgebirgen und in den Alpen das gesamte Weihnachtsfest (24.12.-26.12.2019) bei einer geschlossenen Schneedecke feiern dürfen. In tieferen Lagen der Mittelgebirge und der Alpen liegt die Wahrscheinlichkeit für weihnachtlichen Schnee nur noch bei rund 30 bis 50%.

München ist die Großstadt mit der größten Wahrscheinlichkeit für weiße Weihnachten. Dort darf man sich alle 2,5 Jahre an der weißen Pracht erfreuen. Die statistische Wahrscheinlichkeit für weiße Weihnachten ist nachfolgend für einige Städte Deutschlands aufgezeigt:

 

Der Wunsch nach einem verschneiten Weihnachtsfest geht im Nordosten Deutschlands immerhin zu 15 bis 25% in Erfüllung. Berlin darf sich nur alle fünf Jahre auf Schnee an den Weihnachtsfeiertagen freuen. Noch ungünstigster sind die Voraussetzungen in Bezug auf weiße Weihnachten entlang des Rheins (u.a. in Köln und Düsseldorf) sowie an der Nordsee. Dort darf man statistisch gesehen nur alle 10 Jahre auf Schnee hoffen. Die geringsten Chancen auf Schnee zu Weihnachten gibt es mit rund 2% - also alle 50 Jahre - auf Helgoland. Hierbei bezieht sich die Statistik des DWDs auf die Jahre 1951 bis 2008.

Doch auch an die Statistik hält sich das Wetter nicht immer. So mussten die Berliner beispielsweise nach einem verschneiten Weihnachtsfest 1986 ganze 14 Jahre warten, bis erneut an allen Weihnachtstagen Schnee lag. Für die Prognose von weißen Weihnachten 2019 ist die Statistik also nicht hundertprozentig zuverlässig.

Gab es früher öfter weiße Weihnachten?

Viele sind der Meinung, dass es früher an Weihnachten öfter geschneit hat als heute. Dieser Eindruck täuscht allerdings - zumindest regional. Um das zu beweisen, vergleichen wir die Wetterdaten an Weihnachten des Zeitraums 1951-1980 mit denen des Zeitraums 1981-2010. 

In folgender Tabelle ist die Anzahl der Jahre, in denen es weiße Weihnachten gab, für den jeweiligen Zeitraum aufgelistet. Betrachtet werden die fünf Großstädte München, Berlin, Hamburg, Köln und Frankfurt.

Anzahl der Jahre mit weißen Weihnachten 1951-1980 1981-2010 Abweichung
München  16 12 -4
Berlin  13 10 -3
Hamburg  10 8 -2
Köln   2 4 +2
Frankfurt am Main 6 9 +3

Während des 30-jährigen Zeitraums 1951-1980 gab es beispielsweise in München 16 Mal weihnachtlichen Schnee, in Berlin 13 Mal und in Hamburg 10 Mal. Köln bzw. Frankfurt kommen nur auf 2 bzw. 6 Jahre, in denen zwischen 1951 und 1980 an Weihnachten eine Schneedecke lag. 

Für den jüngeren Zeitraum 1981-2010 ergeben sich in München nur 12 Weihnachten mit Schnee. Nicht nur in München, auch in Berlin und Hamburg sank die Anzahl der Jahre mit weißen Weihnachten 1981-2010 verglichen mit dem früheren 30-jährigen Zeitraum. 

Es gibt aber auch Regionen, in denen die Anzahl gleich geblieben ist oder es sogar umgekehrt war. So verzeichnete Frankfurt am Main im Zeitraum 1981-2010 9 Jahre mit weißen Weihnachten, zwischen 1951 und 1980 waren es aber nur 6 Jahre. In Köln hat es im jüngeren Zeitraum 2 Mal häufiger geschneit.

Zwar gibt es bezüglich weißer Weihnachten große regionale Unterschiede. Insgesamt lässt sich jedoch festhalten: Weiße Weihnachten waren laut des Vergleichs 1951-1980 und 1981-2010 früher auch nicht öfter.

Allerdings müssen wir auch berücksichtigen, dass bei diesem Vergleich nur die Wetterdaten bis einschließlich 2010 hinzugezogen wurden und der Klimawandel damals noch nicht so ausgeprägt spürbar war wie aktuell.

Klimawandel: Steigender Temperaturtrend in Deutschland 

Heutzutage ist das anders! Mittlerweile ist es in Deutschland seit 1881 im Jahresmittel über ein Grad wärmer geworden, wie der untenstehenden Grafik zu entnehmen ist.

 

Ebenfalls ist erkennbar, dass die Klimamodelle in den kommenden Jahrzehnten einen weiteren Temperaturanstieg simulieren, wodurch die Wahrscheinlichkeit von weißen Weihnachten generell sinkt.

Wie sich die Temperaturentwicklung bzw. die Schneewahrscheinlichkeit an Weihnachten in Zeiten des Klimawandels verändert, zeigen folgende Grafiken. Dargestellt ist die Häufigkeit dafür, dass an den drei Weihnachtsfeiertagen Schnee lag. Die linke Grafik beinhaltet den Zeitraum des 30-jährigen Mittels 1961-1990, die rechte den aktuellen Zeitraum 1991-2018. 

Schnell wird klar, dass die Wahrscheinlichkeit, Weihnachten in Deutschland im Schnee verbringen zu dürfen, allgemein recht gering ist. Insbesondere im Westen und Norden überwiegen in der linken Grafik die grünen Farben. Zwischen 1961-19990 gab es also nur an maximal 30% der Weihnachtstage Schnee. 

Im Südosten Deutschlands durfte man im Zeitraum des 30-jährigen Mittels etwas häufiger weiße Weihnachten erleben - in dieser Region ist die Deutschlandkarte häufig grau und blau eingefärbt. Vor allem in den östlichen Mittelgebirgen und an den Alpen waren zwischen 1961 und 1991 die meisten Schneetage an Weihnachten zu verzeichnen. So gab es auf der Zugspitze seit Beginn der Wetteraufzeichnungen jedes Jahr weiße Weihnachten.  

Klimawandel scheint weiße Weihnachten zu verhindern

Abgesehen von den Mittelgebirgen und den Alpen waren die Weihnachtstage also schon immer häufiger grün als weiß - erkennbar an den dominierenden Farben Grün, Grau und Hellblau in der linken Grafik oben. Weiße Weihnachten könnten also auch in diesem Jahr wieder nur eine Illusion bleiben. Die Chancen auf Schnee an Weihnachten schmelzen wegen des Klimawandels nämlich immer mehr dahin.

Vor allem in Bayern wird das sofort ersichtlich, indem man die beiden Grafiken oben vergleicht. Aus der Farbe Grau (1961-1990) wird zunehmend die Farbe Hellgrün (1991-2018). Daraus kann man schließen, dass die Wahrscheinlichkeit für weiße Weihnachten im Laufe der Zeit deutlich zurückging. Das betrifft nicht nur die Niederungen, sondern auch Gebirgslagen. Im Bayerischen Wald beispielsweise sank die Chance für weihnachtlichen Schnee von rund 30%-50% auf rund 10%-30%. Ein ähnlicher Trend hin zu einer sinkenden Wahrscheinlichkeit für Schnee an Weihnachten ist auch im Nordosten Deutschlands festzustellen.

Schreitet der Klimawandel weiter voran, geht die Wahrscheinlichkeit für weihnachtlichen Schnee wohl noch weiter zurück. Folglich könnte es künftig auch in höheren Lagen immer mehr grüne als weiße Weihnachten geben.

Trend zu wärmeren Wintern durch Klimawandel

Wir dürfen nicht vergessen, dass das Klima natürlichen Schwankungen unterliegt und so wird es auch in Zukunft sowohl warme als auch kalte Witterungsphasen an Weihnachten geben. Um das zu verdeutlichen, ist in untenstehender Abbildung jeweils das Temperaturmittel für den 24., 25. und 26. Dezember jeden Jahres im Zeitraum zwischen 1961 bis 2018 nacheinander aufgetragen. Jeder Balken entspricht der mittleren Temperatur eines Tages. Analysiert werden zunächst die Daten der Station München-Stadt.

Von Jahr zu Jahr sind große Temperaturunterschiede festzustellen - mal gab es milde Weihnachten (grüne Farben), mal kalte (blaue Farben). Längere winterlichere Witterungsphasen samt Schnee um die Weihnachtszeit gab bzw. gibt es also immer mal wieder.

Abgesehen von diesen Schwankungen fällt jedoch auf, dass die mittlere Temperatur der Weihnachtstage nach 2010 überdurchschnittlich hoch war. Bevor wir die Temperaturentwicklung der Zeitspanne 2011-2018 näher analysieren, werfen wir zuerst einen Blick auf Weihnachten 2010. 

Damals gab es nämlich das letzte Mal in ganz Deutschland weiße Weihnachten. In München lag die Mitteltemperatur an allen drei Weihnachtsfeiertagen 2010 unter dem Gefrierpunkt (-0,2 Grad am 24.12.2010; -4,5 Grad am 25.12.2010 und -6,5 Grad am 26.12.2010), wie folgende Grafik verdeutlicht:

 

Auffallend ist ebenfalls die Kälteperiode zu Beginn der Zeitreihe. An mehreren aufeinanderfolgenden Weihnachten Anfang der 60er Jahre war es außergewöhnlich kalt. An Weihnachten 1962 gab es sogar deutschlandweit Dauerfrost. Selbst auf Helgoland wurde nur ein Höchstwert von -0,5 Grad verzeichnet.

Weiter lässt sich aus dieser Grafik ableiten, dass die Weihnachtswetter nach 2010 überdurchschnittlich mild waren. Häufig lag die mittlere Temperatur über 5 Grad. Besonders herausragend war dabei Heiligabend 2012. Damals wurde in München eine Durchschnittstemperatur von mehr als 12 Grad registriert. Auch in den fünf Folgejahren gab es in München an mindestens einem der drei Weihnachtstage über 10 Grad im Durchschnitt.

Der weihnachtliche Temperaturverlauf von München stieg innerhalb der letzten Jahre um mehrere Grad an. So lag die fünfjährige Mitteltemperatur an Weihnachten zwischen 2006 und 2010 noch bei knapp -1 Grad. Die weihnachtliche Durchschnittstemperatur in den Jahren 2012-2016 betrug in München dagegen mehr als 7 Grad. Dieser enorme Temperaturanstieg an den Weihnachtsfeiertagen der letzten Jahre ist auch in Hamburg sowie an anderen Stationen wie Berlin, Köln, Frankfurt am Main und Zugspitze deutlich erkennbar. 

In der gesamten Zeitreihe von 1961 bis 2018 gab es noch nie so hohe weihnachtliche Temperaturen wie im Mittel 2012-2016. Dieser Trend hin zu milderen Wintern ist unter anderem auf den Klimawandel zurückzuführen.

Zwar gab es früher schon selten weiße Weihnachten, aber heute scheint der Klimawandel weiße Weihnachten zu einem noch selteneren Ereignis zu machen. Grüne Weihnachten sind für die meisten mittlerweile fast schon Normalität. 

Weihnachtstauwetter: Warmluft lässt Schnee dahinschmelzen

Aber nicht nur der Klimawandel, auch das berühmt-berüchtigte Weihnachtstauwetter ist schuld an der Misere. Dabei handelt es sich um einen sogenannten Witterungsregelfall, der in Mitteleuropa in knapp 70 Prozent aller Fälle eintritt.

Das heißt: Zur Weihnachtszeit stellt sich häufig eine westliche Strömung ein, die durch ein Islandtief ausgelöst wird. Dadurch wird milde und feuchte Luft nach Deutschland transportiert, die möglichen Schnee dahinschmelzen lässt.

Winter mit Kälteperioden und Schnee

Auch wenn aktuell viele Indizien für einen milden Winter sprechen, heißt das noch lange nicht, dass wir den Winter 2019/2020 komplett abschreiben dürfen. Es gibt nämlich noch einen Hoffnungsschimmer: Da es in den letzten Jahren keine weißen Weihnachten gab, wäre es trotz des Klimawandels mal wieder an der Zeit. Noch dürfen wir also weiter hoffen, dass die Wettermodelle doch noch die kalte und schneereiche Richtung einschlagen

Außerdem kommt der Winter im Januar ja erst richtig in Fahrt. In diesem Monat werden nämlich die kältesten und schneereichsten Tage in Deutschland erwartet. Auch das Langfristmodell der NOAA bestätigt diesen schneereichen Trend zum Start in das neue Jahr. Der Januar 2020 könnte nämlich den aktuellen Prognosen zufolge deutlich zu nass ausfallen. Folglich würde es in den Alpen und möglicherweise auch in den Mittelgebirgen viel Schnee geben, wie wir in der Winterprognose 2019/2020 näher erläutern: 

Passende Artikel zu diesem Thema:

Wetterprognose und Vorhersage Dezember 2019

Wetterprognose und Vorhersage Winter 2018/20

Wetterprognose und Vorhersage November 2019

Wetterprognose und Vorhersage Herbst 2019

P.S. Bist du auf Facebook? Dann werde jetzt Fan von wetter.com!

Zur Artikelübersicht

Nach oben scrollen