Hamsterkäufe wegen des Coronavirus: Alles andere als sinnvoll

- Marvin Klecker
Hamsterkäufe wegen des Coronavirus: Alles andere als sinnvoll
© dpa
Immer häufiger lassen sich in Supermärkte leere Regale vorfinden.

Das Coronavirus breitet sich weiter aus und bereitet Teilen der Bevölkerung Sorgen. Aus Angst vor einer längeren Quarantäne werden oft Hamsterkäufe getätigt. Doch sinnvoll sind diese nicht.

Beim Blick in die Regale deutscher Supermärkte offenbart sich mancherorts eine gähnende Leere. Vor allem länger haltbare Produkte wie Konservendosen, Nudeln, Reis oder Fertiggerichte sind mancherorts komplett vergriffen. Noch schlimmer steht es um Hygieneartikel wie Toilettenpapier oder Desinfektionsmittel, die teilweise in ganzen Ortschaften ausverkauft sind.

Steigende Sorge führt zu Hamsterkäufen

Daran merkt man, dass die Angst vor dem Coronavirus mehr und mehr um sich greift und die Menschen Hamsterkäufe tätigen, um im Fall einer Quarantäne versorgt zu sein.

Zwar wird mittlerweile von mehreren Seiten empfohlen, sich einen Vorrat für den Ernstfall, der nicht nur auf das Coronavirus beschränkt ist, zuzulegen. Doch das, was sich derzeit in den Supermärkten abspielt, ist alles andere als sinnvoll.

Welche Dinge man sich wirklich für den Ernstfall zulegen sollte, zeigt die Liste des Bundesamts für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe.

Besonnenheit ist gefragt

Nils Hübner, leitender Krankenhaushygieniker der Universitätsmedizin Greifswald, ruft daher gegenüber der dpa zu Besonnenheit auf. So seien aus betroffenen Regionen wie China oder Norditalien keine Meldungen über hungernde Menschen bekannt. Er erwarte auch nicht, dass hierzulande eine Mangelsituation auftauchen werde.

Hamsterkäufe bringen Teufelskreis in Schwung

Bei Hamsterkäufen spielt die psychische Komponente eine entscheidende Rolle. So tätigen einige wenige Menschen einen Hamsterkauf, sodass sich leere Regale bilden, da die Supermärkte die immens gestiegene Nachfrage nach einem Produkt nicht kurzfristig decken können.

Kurze Zeit später kommt ein Kunde in den Supermarkt, der die leeren Regale vorfindet. Das führt ebenfalls zu einem Hamsterkauf, weil der Konsument Angst bekommt, dass die Produkte bald völlig ausverkauft sind und er im Ernstfall leer ausgehen könnte. Ein Teufelskreis entsteht.

Viele gekaufte Produkte werden wohl im Müll landen

Der Teufelskreis sorgt dafür, dass die Menschen teilweise Unmengen an Nudeln, Konserven und Co. kaufen, die sie meist gar nicht verzehren können. Vieles davon wird letztendlich im Müll landen. Es ist also nicht nur eine Geld-, sondern auch eine Lebensmittelverschwendung.

Übrigens: Es gibt einige Lebensmittel, die fast unbegrenzt haltbar sind und daher erst nach vielen Jahren weggeworfen werden müssen. Welche das sind, erfährst du in diesem Video:

Mindesthaltbarkeitsdatum, aber nicht wegschmeißen
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Bislang keine Warenknappheit

Trotz der leeren Regale sieht der Handelsverband Deutschland bislang keine Einschränkungen bei der Warenverfügbarkeit. Dessen Sprecher Kai Falk äußerte gegenüber der dpa, dass die Lieferstrukturen im Handel effizient und gut vorbereitet seien und die Versorgung der Bevölkerung gewährleistet sei.

Manche sind auf Produkte dringend angewiesen

Die Hamsterkäufe führen zudem zu einem weiteren Problem, das besonders die enorm gestiegene Nachfrage nach Hygieneartikeln betrifft. Manche Menschen sind aus gesundheitlichen Gründen auf Artikel wie Schutzmasken und Desinfektionsmittel angewiesen und können diese nun nicht mehr erwerben, da manche Menschen schier unglaubliche Mengen davon aufgekauft haben.

Wenn Hamsterkäufe, dann mit Bedacht

Im Großen und Ganzen ist es immer gut, einen gewissen Vorrat an Grundnahrungsmitteln und Hygieneartikeln auf Vorrat zuhause zu haben. Doch ob am Ende 20 Kilogramm Nudeln und 17 Gläser Tomatensoße in einem Ernstfall wirklich helfen, ist mehr als fraglich.

Alle Infos rund um das Coronavirus findest du in unserem Ticker.

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