Coronavirus im Ticker: Bund und Länder wollen Verzicht auf Silvesterböller empfehlen

- Quelle: dpa/wetter.com
BioNTech-Impfstoff vielleicht schon vor Weihnachten
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Deutschlandweit kommt es weiterhin zu neuen Corona-Infektionen. An eine Rückkehr zur Normalität wie vor der Corona-Pandemie ist daher noch lange nicht zu denken - auch weltweit noch nicht.

Über 290.000 aktive Corona-Fälle in Deutschland +++ 14.771 Todesfälle in Deutschland +++ 7-Tage-R-Wert bei 0,97 +++ Insgesamt 961.320 Corona-Fälle in Deutschland +++ Über 59,7 Millionen bestätigte Coronavirus-Fälle weltweit +++ Über 1.409.000 Todesfälle weltweit +++ 



25.11.2020: Kreise: Bund und Länder wollen Verzicht auf Silvesterböller empfehlen

 Bund und Länder wollen den Bürgern empfehlen, zum Jahreswechsel auf ein Silvesterfeuerwerk zu verzichten. Auf belebten Plätzen und Straßen soll die Verwendung von Pyrotechnik untersagt werden, um größere Gruppenbildungen zu vermeiden - darauf verständigten sich die Ministerpräsidenten am Mittwoch mit Kanzlerin Angela Merkel (CDU), wie die Deutsche Presse-Agentur von Teilnehmern aus verschiedenen Bundesländern sowie vonseiten des Bundes erfuhr.

Ein endgültiger Beschluss des Gesamtpapiers stand noch aus. Zuvor hatte auch die «Bild»-Zeitung darüber berichtet. Die örtlich zuständigen Behörden sollen demnach die betroffenen Plätze und Straßen bestimmen. Öffentlich veranstaltete Feuerwerke sollen untersagt werden. Im Vorfeld der Beratungen hatten sich die unionsgeführten Bundesländer anders als SPD-Länder gegen ein Verkaufsverbot für Silvesterböller ausgesprochen.


25.11.2020: Anträge auf Novemberhilfen ab sofort möglich

Firmen im Teil-Lockdown und Selbstständige wie Künstler können ab sofort Anträge auf die Novemberhilfen stellen. Das teilte das Bundeswirtschaftsministerium am Mittwoch auf Anfrage mit. Erste Gelder sollen ab Ende November gewährt werden, und zwar in Form von Abschlagszahlungen - das ist ein Vorschuss auf spätere Zahlungen ohne eine tiefergehende Prüfung.

Konkret sollen Unternehmen einen Abschlag in Höhe von bis zu 50 Prozent ihrer beantragten Summe erhalten, maximal 10 000 Euro. Betroffene können in ihrem Antrag auf die Novemberhilfe angeben, ob sie eine Abschlagszahlung wollen.

Die Anträge können über eine bundeseinheitliche IT-Plattform gestellt werden. Der Antrag muss elektronisch durch einen Steuerberater, Wirtschaftsprüfer oder Rechtsanwalt gestellt werden - damit soll Missbrauch vorgebeugt werden. Soloselbstständige sind bis zu einem Förderhöchstsatz von 5000 Euro unter besonderen Identifizierungspflichten direkt antragsberechtigt.

Die Bundesregierung hatte die Zuschüsse etwa für Gastronomiebetriebe sowie Solo-Selbstständige zugesagt, die seit Anfang November von den behördlich angeordneten Schließungen im Kampf gegen eine Ausbreitung des Coronavirus betroffen sind. Für die weitaus meiste Zahl der Firmen sollen Zuschüsse in Höhe von 75 Prozent des durchschnittlichen Umsatzes im November 2019 gewährt werden.


25.11.2020: RKI veröffentlicht neue Version der Corona-Warn-App

Die offizielle Corona-Warn-App des Bundes steht in einer verbesserten Variante zum Herunterladen bereit. Am Mittwochnachmittag ist die aktuelle Version 1.7 im Google Play Store und dem App Store von Apple erschienen. Mit dem Update kann die Risikoüberprüfung nun mehrmals täglich erfolgen. Bislang erfolgte die Aktualisierung nur einmal am Tag. Außerdem erhalten positiv getestete Nutzer mit der aktuellen Version eine Erinnerung, wenn sie ihr Testergebnis noch nicht geteilt haben sollten.

Die im Juni gestartete Warn-App des Robert Koch-Instituts (RKI) kann messen, ob sich Handynutzer über eine längere Zeit näher als etwa zwei Meter gekommen sind. Ist ein Nutzer positiv getestet worden und hat dies in der App geteilt, meldet sie anderen Anwendern, dass sie sich in der Nähe eines Infizierten aufgehalten haben.

Die Anwendung, die von den beiden deutschen Tech-Konzernen SAP und Deutsche Telekom im Auftrag des RKI entwickelt wurde und betrieben wird, ist inzwischen mehr als 22 Millionen Mal auf geeigneten Smartphones heruntergeladen worden. Die Zahl der aktiven Nutzer liegt etwas unter diesem Wert, da manche Anwender die App wieder deinstalliert oder den Bluetooth-Funk dauerhaft deaktiviert haben. In Deutschland werden insgesamt schätzungsweise 53 Millionen Smartphones aktiv genutzt, auf denen die App laufen könnte.  

Mit der aktuellen Version 1.7 können nun Nutzer schneller über mögliche Risikobegegnungen informiert werden. Die mehrmals tägliche Überprüfung erfolgt nach Angaben des RKI automatisch. Voraussetzung dafür ist allerdings, dass das Smartphone mit dem WLAN verbunden ist. Die standardmäßige, tägliche Risikoüberprüfung wird weiterhin unabhängig vom WLAN einmal am Tag durchgeführt, bei Bedarf also über das Mobilfunknetz.


25.11.2020: Bund und Länder wollen strengere Auflagen für größere Geschäfte

Bund und Länder wollen in der Corona-Krise den Groß- und Einzelhandel weiter geöffnet lassen - aber strengere Auflagen für größere Geschäfte machen. Wie die Deutsche Presse-Agentur von verschiedenen Teilnehmern der Beratungen von Bund und Ländern am Mittwoch erfuhr, gibt es zum Punkt Einzelhandel eine Einigung. Ein Gesamtpapier war aber noch nicht beschlossen. Zuvor hatten unter anderem die "Bild"-Zeitung und der "Tagesspiegel" darüber berichtet.

Zum Einzelhandel ist demnach ein abgestuftes Verfahren geplant. So soll künftig gelten, dass sich in kleineren und mittleren Geschäften mit einer Verkaufsfläche von bis zu 800 Quadratmetern höchstens eine Person pro 10 Quadratmetern Verkaufsfläche befinden soll.

In größeren Geschäften mit einer Verkaufsfläche ab 801 Quadratmetern insgesamt wie Kaufhäusern ist folgendes geplant: Bis zu einer Fläche von 800 Quadratmetern soll sich höchstens eine Person pro 10 Quadratmetern befinden - auf der 800 Quadratmeter übersteigenden Fläche höchstens eine Person pro 20 Quadratmetern. 

Vor den Beratungen hatten Vorschläge des Bundes für massive Kritik etwa beim Handelsverband Deutschland gesorgt. Der Bund wollte einem am Dienstag verbreiteten Papier zufolge eine Regelung, nur noch einen Kunden pro 25 Quadratmeter statt wie bisher pro zehn Quadratmetern Verkaufsfläche zuzulassen. 

Außerdem soll im Groß- und Einzelhandel die Maskenpflicht erweitert werden. Sie soll künftig auch vor Einzelhandelsgeschäften und auf Parkplätzen gelten. Die Bevölkerung wird außerdem aufgerufen, die Weihnachtseinkäufe möglichst auch unter der Woche zu tätigen.


25.11.2020: Österreich startet mit Corona-Massentests Anfang Dezember

Österreichs freiwillige Corona-Massentests in der Bevölkerung starten am ersten Dezemberwochenende. Tirol und Vorarlberg mit zusammen rund 1,1 Millionen Einwohnern führen vom 4. bis 6. Dezember als erste Bundesländer die großflächige Testaktion nach dem Vorbild der Slowakei und Südtirol durch, wie Bundeskanzler Sebastian Kurz am Mittwoch in Wien ankündigte. Termine für die anderen Bundesländer sollen folgen. Das Land Salzburg kündigte am Mittwoch Massentests für den 12. und 13. Dezember an.

Außerdem sollen in Österreich am ersten Dezember-Wochenende Tests für bestimmte Berufsgruppen wie Lehrer und Polizisten stattfinden. Geplant ist, möglichst viele Einwohner mit Antigen-Schnelltests auf den Erreger Sars-CoV-2 zu testen. Um das Risiko falsch positiver Tests zu minimieren, soll es Nachtestungen geben.

Es sei wichtig festzuhalten, dass Massentests kein Allheilmittel seien, sondern eine Momentaufnahme lieferten, sagte Kurz. "Sie sind nicht die einzige Lösung, die gibt es nicht, aber eine gute Chance, Infektionen in der Bevölkerung zu lokalisieren und weitere Ansteckungen zu verhindern." Ziel sei es, rechtzeitig vor Familientreffen am Weihnachtsfest möglichst viele unentdeckte Infizierte unter den 8,9 Millionen Einwohnern Österreichs zu finden.

In Österreich sind seit Anfang November wegen der drohenden Überfüllung der Intensivstationen in der Corona-Pandemie Kultur, Gastronomie und Freizeiteinrichtungen geschlossen, seit Mitte November auch Schulen und die meisten Geschäfte. Auch Ausgangsbeschränkungen gelten in dem vorläufig bis zum 7. Dezember herrschenden sogenannten Lockdown. Der Anstieg der Neuinfektionen hat sich seitdem etwas verlangsamt, bewegt sich aber weiter auf hohem Niveau. Stand Mittwoch zählte die Gesundheitsbehörde Ages 414,9 Neuansteckungen pro 100 000 Einwohner binnen sieben Tagen im Land.


25.11.2020: Tschechien überschreitet Schwelle von 500 000 Corona-Infektionen

Tschechien hat die Schwelle von einer halben Million nachgewiesenen Corona-Infektionen seit Beginn der Pandemie überschritten. Die Gesundheitsbehörden meldeten am Mittwoch einen Anstieg um 5854 Fälle innerhalb von 24 Stunden auf insgesamt 502.534.

Die Gesamtzahl der Corona-Toten in dem Land mit rund 10,7 Millionen Einwohnern stieg auf knapp 7500. Die Zahl der Neuinfektionen würde nicht so schnell sinken wie erhofft, sagte Innenminister Jan Hamacek nach einer Krisensitzung in Prag.

Unterdessen sprach sich Ministerpräsident Andrej Babis dafür aus, allen Bürgern in den letzten beiden Wochen vor Weihnachten einen kostenlosen Antigen-Test zu ermöglichen. Das Angebot soll nach seinem Dafürhalten freiwillig sein. Nach den Plänen würde in jedem Landkreis ein Corona-Test-Zentrum eingerichtet. Dabei würden Armee und Feuerwehr Hilfestellung leisten.

Antigen-Tests gelten als nicht so zuverlässig wie die aufwendigeren PCR-Labortests, sind aber dafür günstiger und schneller. In Nachbarländern wie Österreich und der Slowakei sind Corona-Massentests geplant oder haben bereits stattgefunden.


25.11.2020: FFP2-Masken wohl für 27 Millionen Menschen mit hohem Corona-Risiko

Die geplante Abgabe günstiger FFP-2-Schutzmasken an Menschen aus Corona-Risikogruppen in diesem Winter wird konkreter. Der Gemeinsame Bundesausschuss des Gesundheitswesens mit Vertretern von Ärzten, Kliniken und Krankenkassen hat eine erbetene Eingrenzung der Gruppen mit Risiken für schwere und tödliche Verläufe erstellt.

Insgesamt dürften es 27,35 Millionen Menschen sein, wie es in der Stellungnahme heißt, die der Deutschen Presse-Agentur vorliegt. Dazu zählen 23,7 Millionen Menschen ab 60 Jahre, außerdem weitere Menschen mit Vorerkrankungen, Risikoschwangerschaften oder Übergewicht. 

Die Stellungnahme soll nun Grundlage für eine Verordnung sein, mit der das Bundesgesundheitsministerium die konkrete Umsetzung regeln will. Ziel bleibe, mit der Ausgabe von Masken im Lauf des Dezembers zu beginnen, wie es hieß. Nach einem Beschluss von Bund und Ländern sollen pro Person insgesamt 15 FFP2-Masken - rechnerisch eine pro Winterwoche - gegen "eine geringe Eigenbeteiligung" zu bekommen sein.

Um Infektionsrisiken zu vermeiden und Arztkapazitäten nicht unnötig zu binden, sollten Risikopatienten unter 60 mit möglichst einfachen Regeln ermittelt werden, erläutert der Gemeinsame Bundesausschuss. Individuelle ärztliche Überprüfungen oder Atteste seien nicht praktikabel. Genutzt werden sollten vorrangig Verwaltungsdaten.


25.11.2020: Bund plant Dezemberhilfen für Firmen von 17 Milliarden Euro

Der Bund plant bei einer Verlängerung des Teil-Lockdowns im Dezember Finanzhilfen für betroffene Unternehmen im Umfang von voraussichtlich 17 Milliarden Euro. Das erfuhr die Deutsche Presse-Agentur am Dienstag aus Regierungskreisen. Details dazu sind bisher unklar. Die Verhandlungen liefen auf Hochtouren, hieß es vor Beratungen von Bund und Ländern am Mittwoch zum weiteren Vorgehen angesichts anhaltend hoher Corona-Infektionszahlen. Zuerst hatten die Zeitungen der Funke Mediengruppe berichtet, Firmen könnten mit Hilfen in einem Umfang von 15 bis 20 Milliarden Euro rechnen. 

Die Verlängerung des Teil-Lockdowns in Deutschland bis kurz vor Weihnachten ist so gut wie sicher. Die Ministerpräsidenten der Länder einigten sich am Montagabend darauf, dass die bis Ende November befristen Maßnahmen bundesweit zunächst bis zum 20. Dezember fortgeführt werden sollen, wie die Deutsche Presse-Agentur von Teilnehmern erfuhr. Eine endgültige Entscheidung soll es bei den Beratungen von Kanzlerin Angela Merkel (CDU) mit den Ländern am Mittwoch geben.

Bei einer Verlängerung des Teil-Lockdowns blieben Gastronomiebetriebe sowie Freizeit- und Kultureinrichtungen, die seit Anfang November dicht sind, weiter geschlossen. Die Verlängerung der Maßnahmen soll dafür sorgen, die Corona-Lage signifikant zu verbessern.

Der Bund hatte von den Schließungen betroffenen Unternehmen Unterstützung zugesagt. Für diese Novemberhilfen plant die Bundesregierung bisher rund 14 bis 15 Milliarden Euro ein. Damit sollen Umsatzausfälle erstattet werden. Der Start der Beantragung ist früheren Angaben zufolge im Laufe dieser Woche geplant. Erste Gelder sollen in Form von Abschlagszahlungen noch bis Monatsende an Firmen sowie Soloselbstständige wie Künstler fließen. Das Geld soll aus einem Topf für laufende Überbrückungshilfen kommen, der aber bei weitem nicht ausgeschöpft ist. 


25.11.2020: Macron lockert Corona-Beschränkungen in Frankreich

Angesichts einer verbesserten Corona-Lage hat Frankreichs Präsident Emmanuel Macron erste Lockerungen der strengen Beschränkungen im Land angekündigt. "Der Höhepunkt der zweiten Welle ist vorbei", sagte Macron am Dienstagabend bei einer Ansprache im französischen Fernsehen. Die Bemühungen hätten sich ausgezahlt - man müsse diese aber nun fortsetzen.

Einzelhandelsgeschäfte, die bisher geschlossen waren, könnten von diesem Wochenende an wieder öffnen, sagte der 42-Jährige. Bürger müssen zwar weiter Bescheinigungen ausfüllen, wenn sie auf die Straße gehen. Seit Ende Oktober dürfen die Menschen nur mit triftigem Grund das Haus verlassen. Allerdings seien Spaziergänge und Sport ab dem Wochenende in einem Radius von 20 Kilometern für drei Stunden erlaubt. Bisher galt eine Stunde in einem Radius von einem Kilometer.

Bars und Restaurants sollen vorerst geschlossen bleiben - ihre Wiederöffnung ist erst für den 20. Januar vorgesehen. Macron gab einen Ausblick auf die kommenden Wochen. So solle es ab dem 15. Dezember keine strikten Ausgangsbeschränkungen mehr geben - allerdings eine nächtliche Ausgangssperre ab 21 Uhr. Wenn die Lage es zulasse, könnten auch Kinos und Theater dann wieder öffnen.

Mit Blick auf Weihnachten betonte Macron, dass der Besuch der Familie möglich sein werde. Er appellierte aber an das Verantwortungsgefühl der Menschen: "Dies wird sicher kein Weihnachtsfest wie jedes andere." Für Weihnachten und Silvester sei die nächtliche Ausgangssperre ausgesetzt.


25.11.2020: Neuer Höchstwert: 410 Corona-Todesfälle binnen 24 Stunden gemeldet

In Deutschland haben die Gesundheitsämter dem Robert Koch-Institut (RKI) binnen 24 Stunden 410 neue Todesfälle im Zusammenhang mit dem Coronavirus gemeldet. Damit ist am Mittwoch (Stand: 25. 11., 00.00 Uhr) ein neuer Höchstwert erreicht worden. Die Gesamtzahl der Todesfälle stieg demnach auf 14.771. Der bislang höchste Stand war Mitte April mit 315 gemeldeten Todesfällen binnen eines Tages erreicht worden. 

Die Zahl der gemeldeten Corona-Neuinfektionen binnen 24 Stunden lag am Mittwoch bei 18.633. Das waren gut 1000 Fälle mehr als vor einer Woche, wie aus Angaben des RKI vom Mittwochmorgen hervorgeht. Am vergangenen Mittwoch hatte die Zahl gemeldeter Neuinfektionen bei 17.561 gelegen. Am Freitag war mit 23.648 gemeldeten Fällen ein Höchststand erreicht worden. Das RKI zählt seit Beginn der Pandemie insgesamt 961.320 nachgewiesene Infektionen mit Sars-CoV-2 in Deutschland. Das RKI schätzt, dass rund 656.400 Menschen inzwischen genesen sind.

Das sogenannte Sieben-Tage-R lag laut RKI-Lagebericht vom Dienstagabend bei 0,97 (Vortag: 0,97). Das heißt, dass 100 Infizierte rechnerisch knapp 100 weitere Menschen anstecken. Der Wert bildet jeweils das Infektionsgeschehen vor 8 bis 16 Tagen ab. Liegt er für längere Zeit unter 1, flaut das Infektionsgeschehen ab.


24.11.2020: Söder plädiert für europaweite Schließung von Skigebieten

Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (CSU) plädiert wegen Corona für ein vorübergehende europaweite Schließung von Skigebieten und Skiliften. "Wenn wir Grenzen offen halten wollen, brauchen wir auch eine klare Übereinkunft, was das Skifahren betrifft. Ansonsten wird es eine schwierige Entwicklung", sagte Söder am Dienstag am Rande einer Landtagssitzung in München. Er verwies darauf, dass jemand, der in Risikogebieten Skifahren gehe, zehn Tage in Quarantäne müsse. Söder betonte dann aber: "Mir wäre lieber, wir würden ein einheitliches Übereinkommen auf europäischer Ebene haben: keine Skilifte offen überall beziehungsweise kein Urlaub überall."


24.11.2020: Nur noch acht Personen bei Veranstaltungen in Schweden erlaubt

Im Kampf gegen stark steigende Corona-Infektionszahlen zieht das ansonsten recht freizügige Schweden die Daumenschrauben an: Seit Dienstag dürfen sich nur noch maximal acht Menschen für öffentliche Zusammenkünfte und Veranstaltungen versammeln. Diese Maßnahme ist eine der strengsten, die die schwedische Regierung bislang in der Corona-Pandemie angeordnet hat. Bislang lag die Obergrenze bei 50 Personen. Gelten soll die neue Anordnung vorläufig für vier Wochen - und damit bis unmittelbar vor Weihnachten. Für Beerdigungen gilt eine Obergrenze von 20 Personen. Bereits seit einigen Tagen dürfen Kneipen und andere Lokale nach 22.00 Uhr keinen Alkohol mehr verkaufen.

Das skandinavische Land mit seinen rund 10,3 Millionen Einwohnern hat bislang mehr als 208 000 Infektionsfälle und mehr als 6400 mit dem Coronavirus in Verbindung stehende Todesfälle registriert. Die Zahl der Neuinfektionen in den vergangenen zwei Wochen ist auf die Bevölkerung heruntergerechnet fast doppelt so hoch gewesen wie in Deutschland.


24.11.2020: Quarantäne für Kontaktpersonen soll auf zehn Tage verkürzt werden

Für Kontaktpersonen von Corona-Infizierten soll ab 1. Dezember eine kürzere Quarantänezeit von 10 statt bisher 14 Tagen gelten - aber unter der Bedingung eines negativen Tests. Darauf verständigten sich die Gesundheitsminister von Bund und Ländern.

Bundesminister Jens Spahn (CDU) sagte den Zeitungen der Funke-Mediengruppe: "Zehn Tage Quarantäne mit Schnelltest am Ende ist genauso sicher wie 14 Tage Quarantäne ohne Test. Aber es bedeutet für die Betroffenen vier Tage weniger Einschränkungen". Dies sei es wert, die Quarantäne zu verkürzen, ohne ein zusätzliches Risiko einzugehen.


24.11.2020: Schleswig-Holstein verschärft Kontaktbeschränkungen nicht

Schleswig-Holstein will die von den anderen Ländern geplanten strengeren Kontaktbeschränkungen wegen der im Ländervergleich niedrigen Corona-Infektionszahlen nicht mittragen.

Private Zusammenkünfte sind im Norden weiter mit bis zu zehn Personen möglich. In einem der Deutschen Presse-Agentur vorliegenden Beschlussentwurf der Länder für die Beratungen mit Kanzlerin Angela Merkel (CDU) an diesem Mittwoch gibt es eine entsprechende Fußnote im Beschluss-Entwurf.


24.11.2020: Kreis Hildburghausen in Thüringen mit weiter steigender Corona-Zahl

Im bundesweiten Corona-Hotspot Kreis Hildburghausen in Thüringen steigt die Zahl der Infizierten weiter steil an. Die Zahl der Neuinfektionen innerhalb der vergangenen sieben Tage je 100 000 Einwohner erreichte nach Zahlen des Robert Koch-Instituts am Dienstag den Stand von knapp 483. Das ist deutschlandweit weiter der Höchstwert. An zweiter Stelle fand sich die bayerische Region Passau mit einer Sieben-Tage-Inzidenz von etwa rund 390.  

Bereits am Montag lag die sogenannte Sieben-Tage-Inzidenz im Kreis Hildburghausen bei 396 - in keinem anderen Landkreis in Deutschland war sie höher. Die Südthüringer Region steht daher vor weiteren Einschränkungen des öffentlichen Lebens. So sollen von diesem Mittwoch an im Kreis Hildburghausen alle Schulen und Kitas geschlossen bleiben. Zudem sind strengere Kontakt- sowie Ausgangsbeschränkungen vorgesehen.


24.11.2020: Länder für strenge Kontaktbeschränkungen vom 1. Dezember an

Die Ministerpräsidenten der Länder plädieren im Kampf gegen die anhaltend hohen Corona-Infektionszahlen für strenge Kontaktbeschränkungen vom 1. Dezember an - für Weihnachten und Silvester soll es eine Sonderregelung geben. "Private Zusammenkünfte mit Freunden, Verwandten und Bekannten sind auf den eigenen und einen weiteren Haushalt, jedoch in jedem Falle auf maximal fünf Personen zu beschränken", heißt es in einem der Deutschen Presse-Agentur in Berlin am Dienstag vorliegenden Beschlussentwurf der Länder für die Beratungen mit Kanzlerin Angela Merkel (CDU) an diesem Mittwoch.

Kinder bis 14 Jahre seien hiervon ausgenommen.


24.11.2020: Landkreis Hildburghausen bundesweiter Corona-Brennpunkt

Nachdem der Südthüringer Landkreis Hildburghausen einen bundesweiten Höchstwert beim Corona-Infektionsgeschehen erreicht hat, werden dort alle Kitas und Schulen geschlossen. Das gelte ab Mittwoch, hieß es am Montag aus dem Gesundheitsministerium. Der Landkreis und die Landesregierung hatten sich auf diesen Schritt verständigt. Für den gesamten Landkreis sind zudem strengere Kontakt- sowie Ausgangsbeschränkungen geplant. 

Nach Angaben des Robert Koch-Instituts (RKI) erreichte die Zahl der Neuinfektionen innerhalb der vergangenen sieben Tage je 100.000 Einwohner am Montag im Kreis Hildburghausen den Stand von 396. In keinem anderen Landkreis in Deutschland war die Sieben-Tagen-Inzidenz laut RKI höher. Ein Abschwächen ist nach Einschätzung des Landrats Thomas Müller vorerst auch nicht in Sicht: "Wir werden jetzt Richtung 500 marschieren", sagte der CDU-Politiker mit Blick auf die Sieben-Tage-Inzidenz. Er hatte schon länger gefordert, die Schulen und Kitas zu schließen.

Klare Infektionsherde sind Müller zufolge kaum mehr auszumachen. Inzwischen gebe es flächendeckend in allen Institutionen Corona-Fälle. Schulen, Kitas, Verwaltungen, Polizei und auch Altenheime seien massiv betroffen. 


24.11.2020: Söder: Bayern zieht Start der Weihnachtsferien vor

Nun ist es endgültig: Bayern zieht wegen der Corona-Pandemie den Start der Weihnachtsferien vor. Letzter Schultag vor Weihnachten ist Freitag, der 18. Dezember. Das sagte Ministerpräsident Markus Söder (CSU) dem Bayerischen Rundfunk. Damit fallen zwei Schultage weg: Ursprünglich wäre der 23. Dezember der erste Ferientag gewesen.

Der Abstand zwischen Unterricht und Weihnachten werde so vergrößert, sagte Söder. "Damit verbessern wir die Möglichkeiten, dass die Familien in Bayern das wichtigste Fest des Jahres gesund und unbeschwerter feiern können." Das Infektionsrisiko werde durch die fast einwöchige Karenzzeit zwischen Schulunterricht und Weihnachten "erheblich gesenkt", argumentierte der Ministerpräsident.

Vor den neuen Bund-Länder-Beratungen über den weiteren Kurs im Umgang mit dem Coronavirus hatten sich die Unions-regierten Länder für eine solche Verlängerung der Ferien ausgesprochen - so stand es jedenfalls in einem gemeinsamen Papier. Zunächst war Nordrhein-Westfalen in Vorlage gegangen und hatte einen früheren Start in die Ferien angekündigt. In den meisten Bundesländern ist der 18. Dezember ohnehin planmäßig der letzte Schultag vor Weihnachten.


24.11.2020: 13.554 Fälle: Corona-Neuinfektionen etwas unter dem Vorwochenstand

Erwartungsgemäß haben die Gesundheitsämter dem Robert Koch-Institut (RKI) erneut vergleichsweise wenig neue Corona-Infektionen gemeldet. Binnen 24 Stunden wurden 13.554 neue Fälle übermittelt, wie das RKI am Dienstagmorgen bekanntgab. Am vergangenen Dienstag hatte die Zahl bei 14.419 gelegen. Am Freitag war mit 23.648 gemeldeten Fällen ein Höchststand erreicht worden. Zu Beginn der Woche sind die Zahlen regelmäßig vergleichsweise niedrig, weil laut RKI am Wochenende weniger Proben genommen werden und dadurch auch insgesamt weniger getestet wird.

Das RKI zählt seit Beginn der Pandemie insgesamt 942.687 nachgewiesene Infektionen mit Sars-CoV-2 in Deutschland (Stand: 24.11., 00.00 Uhr). Die Zahl der Todesfälle im Zusammenhang mit dem Virus stieg bis Dienstag um 249 auf insgesamt 14.361. Das RKI schätzt, dass rund 636.700 Menschen inzwischen genesen sind.

Das sogenannte Sieben-Tage-R lag laut RKI-Lagebericht vom Montag bei 0,97 (Vortag: 1,03). Das bedeutet, dass im Durchschnitt jede Person, die mit SARS-CoV-2 infiziert ist, fast eine weitere Person ansteckt. Der Wert bildet jeweils das Infektionsgeschehen vor 8 bis 16 Tagen ab. Liegt er für längere Zeit unter 1, flaut das Infektionsgeschehen ab.


23.11.2020: EU-Behörde: Deutsche Corona-Maßnahmen reichen womöglich nicht aus 

Die derzeit in Deutschland geltenden Corona-Maßnahmen könnten nach Einschätzung der EU-Gesundheitsbehörde ECDC womöglich nicht genügen, um die Infektionszahlen bis Weihnachten zu verringern. "Es gibt neun Länder, in denen wir prognostizieren, dass die momentanen Maßnahmen nicht ausreichend sein werden, um zu einem Abwärtstrend bei der Inzidenz der bestätigen Fälle zu führen", hieß es in einem am Montag veröffentlichten ECDC-Bericht. Dazu zählt demnach auch Deutschland. In einem alternativen Szenario, in dem die Bevölkerungen dieser Staaten zu ihrem Verhalten von Anfang April zurückkehren, rechnet das ECDC mit rückläufigen Corona-Zahlen.

Bei zehn Ländern des Europäischen Wirtschaftsraums (EWR), die Ende Oktober oder Anfang November Lockdowns und andere strikte Maßnahmen umgesetzt haben, schätzt die Behörde dagegen, dass dieses Vorgehen ähnlich starke Effekte haben dürfte wie während der ersten Hochphase der Pandemie im Frühjahr. Für zwölf weitere Staaten geht das ECDC bei den derzeitigen Maßnahmen ebenfalls von einer Verringerung der Fallzahlen, Krankenhaus- und Todesfälle auf ein niedriges Niveau aus, allerdings einer langsameren als im April. 

Das in Stockholm ansässige ECDC stellte klar, dass die bestätigten Infektionen und damit verbundene Krankenhausaufenthalte und Todesfälle bis Ende Oktober in jedem EWR-Land wieder zugenommen haben. Dies lasse sich nicht länger nur mit der gesteigerten Testrate begründen.

Mit dem Bericht will das ECDC aufzeigen, wie sich die Zahl der Corona-Infektionen und -Todesfälle sowie der Bedarf an Krankenhaus- und Intensivbetten in den kommenden Wochen entwickeln könnte. Dafür hat es zwei Szenarien entworfen: Bei dem ersten bleiben die am 10. November gültigen Corona-Maßnahmen in den verschiedenen EWR-Ländern bis Weihnachten in Kraft, bei dem zweiten wird eingeschätzt, wie groß die Effekte einer Rückkehr zu den Maßnahmen aus dem April sind. Die Gesundheitsexperten wiesen jedoch darauf hin, dass die Daten mit Vorsicht interpretiert werden sollten.

Auch zur internationalen Debatte über mögliche Folgen eines Aufhebens der Corona-Maßnahmen für die Weihnachtszeit äußerte sich das ECDC: Wenn Länder ihre jetzt ergriffenen Maßnahmen am 21. Dezember wieder aufheben würden und den Menschen ermöglichten, sich wieder freier zu treffen, hätte dies in der ersten Januarwoche 2021 eine Zunahme der Krankenhauseinweisungen zur Folge. Wenn diese Maßnahmen bereits am 7.Dezember fallen, dürfte diese Zunahme vor dem Heiligen Abend beginnen.


23.11.2020: Weitere Berliner Weihnachtsmarktbetreiber sagen ab 

Die Liste abgesagter Weihnachtsmärkte in Berlin wird länger: Auch am Alexanderplatz und am Roten Rathaus wird es in diesem Jahr keine Weihnachtsmärkte geben und die Winterwelt am Potsdamer Platz wird wieder abgebaut. Das sagten die Betreiber am Montag der Deutschen Presse-Agentur. Die Organisatoren des Marktes am Breitscheidplatz hoffen unterdessen, dass der Weihnachtsmarkt ab dem 2. Dezember stattfinden kann. Der Schaustellerverband warte jetzt auf eine Entscheidung aus der Politik, sagte eine Sprecherin.

In den vergangenen Wochen haben bereits verschiedene andere Weihnachtsmarktbetreiber angekündigt, dass die Märkte in diesem Jahr ausfallen, unter anderem am Gendarmenmarkt und vor dem Schloss Charlottenburg. 


23.11.2020: Astrazeneca-Impfstoff zu 70 Prozent wirksam gegen Covid-19

Mit dem britisch-schwedischen Pharmakonzern Astrazeneca hat ein weiteres Unternehmen positive Daten zu einem Corona-Impfstoff vorgelegt. Das Vakzin vermeide mit im Mittel 70-prozentiger Wahrscheinlichkeit, an Covid-19 zu erkranken, teilte das Unternehmen auf Basis von Daten aus der wichtigen Testphase III am Montag mit. Berücksichtigt wurden sowohl Daten bei einmaliger als auch zweifacher Impfung. Die Wirksamkeit der Vakzine von Pfizer/Biontech und Moderna liegt für Doppelimpfungen nach vorläufigen Daten bei rund 95 Prozent. Der Astrazeneca-Impfstoff kann den Angaben zufolge bei Kühlschranktemperaturen von zwei bis acht Grad aufbewahrt werden.

Der gemeinsam mit der Universität Oxford entwickelte Astrazeneca-Wirkstoff gehörte bereits seit längerem zu den vielversprechenden Kandidaten: So hatte die EU bereits vorab bis zu 300 Millionen Dosen davon bestellt. Insgesamt haben verschiedene Länder bereits Milliarden Dosen bei Astrazeneca in Auftrag gegeben. 

Der Wirkstoff AZD1222 beruht auf der abgeschwächten Version eines Erkältungsvirus von Schimpansen. Es enthält genetisches Material eines Oberflächenproteins, mit dem der Erreger Sars-CoV-2 an menschliche Zellen andockt. Das Mittel wirkt zweifach: Es soll sowohl die Bildung von spezifischen Antikörpern als auch von T-Zellen fördern - beide sind für die Immunabwehr wichtig. Anders als die Impfstoffe der Mainzer Firma Biontech und des Pharmakonzerns Pfizer sowie der US-Firma Moderna gehört das britisch-schwedische Präparat nicht zu den mRNA-Impfstoffen.


23.11.2020: 10.864 Fälle: Corona-Neuinfektionen auf Vorwochenniveau

Erwartungsgemäß haben die Gesundheitsämter dem Robert Koch-Institut (RKI) vergleichsweise wenig neue Corona-Infektionen gemeldet. So seien binnen 24 Stunden 10.864 neue Fälle übermittelt worden, wie das RKI am Montagmorgen bekanntgab. Am Freitag war mit 23.648 gemeldeten Fällen ein Höchststand erreicht worden. Am vergangenen Montag hatte die Zahl bei 10.824 gelegen. An Sonntagen und Montagen sind die Zahlen vergleichsweise gering, weil laut RKI am Wochenende weniger Proben genommen werden und dadurch auch insgesamt weniger getestet wird.
Das RKI zählt seit Beginn der Pandemie insgesamt 929.133 nachgewiesene Infektionen mit Sars-CoV-2 in Deutschland (Stand: 23.11., 00.00 Uhr). Die Zahl der Todesfälle im Zusammenhang mit dem Virus stieg bis Montag um 90 auf insgesamt 14.112. Das RKI schätzt, dass rund 618.800 Menschen inzwischen genesen sind.
Das sogenannte Sieben-Tage-R lag laut RKI-Lagebericht vom Sonntag bei 1,03 (Vortag: 1,07). Das bedeutet, dass im Durchschnitt jede Person, die mit SARS-CoV-2 infiziert ist, ungefähr eine weitere Person ansteckt. Der Wert bildet jeweils das Infektionsgeschehen vor 8 bis 16 Tagen ab. Liegt er für längere Zeit unter 1, flaut das Infektionsgeschehen ab.

23.11.2020: Zahl der Corona-Patienten auf Intensivstationen steigt weiter

Angesichts steigender Zahlen von schwer erkrankten Corona-Patienten haben Intensivmediziner vor einer Überlastung der Krankenhäuser gewarnt. "Die Lage auf den Intensivstationen spitzt sich zu", sagte der Präsident der Deutschen interdisziplinären Vereinigung für Intensiv- und Notfallmedizin (Divi), Uwe Janssens, der "Rheinischen Post" (Montag).
Die Politik habe seit September zu viel Zeit verschenkt. "Noch immer gibt es keine klaren Anweisungen an die Krankenhäuser, dass sie planbare Eingriffe und medizinisch unkritische Operationen verschieben sollen." Diese Anweisung sei jetzt zwingend notwendig, damit die Krankenhäuser handlungsfähig blieben und gleichzeitig unbürokratisch und schnellstmöglich finanzielle Kompensationen für Einnahmeverluste bereit gestellt werde. "Es darf nicht dazu kommen, dass wir Notfälle wegen überlasteter Corona-Stationen abweisen müssen", sagte Janssens.
Nach Divi-Daten stieg die Zahl der Patienten auf 3709 (Stand 22.11.) - das waren 79 mehr als am Vortag. 2132 von ihnen wurden invasiv beatmet. Derzeit sind rund 6650 Betten frei. Vor einem Monat wurden etwas mehr als 1100 Patienten mit Covid-19 intensivmedizinisch behandelt, vor zwei Monaten rund 290.

23.11.2020: Beschlussvorlage: Silvester-Feuerwerk soll untersagt werden

Die SPD-geführten Bundesländer wollen in diesem Jahr kein Silvester-Feuerwerk zulassen. Das Zünden, der Kauf und der Verkauf von Böllern und Raketen sollen deshalb über den Jahreswechsel in Deutschland verboten werden, berichten die "Berliner Morgenpost" (Online Sonntag, Print Montag) und das Wirtschaftsmagazin "Business Insider" unter Berufung auf einen Beschlussentwurf des Vorsitzlandes der Ministerpräsidentenkonferenz. Den Vorsitz hat derzeit Berlins Regierender Bürgermeister Michael Müller (SPD) inne. 
Ziel sei es, Gruppenbildung zu vermeiden, die Einsatzkräfte wie Polizei und Feuerwehr zu entlasten und Kapazitäten des Gesundheitssystems frei zu halten, heißt es in dem auch der Deutschen Presse-Agentur in Berlin vorliegenden Papier, das das Datum 22.November trägt. An diesem Mittwoch beraten Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) und die Ministerpräsidenten der Länder über das weitere Vorgehen in der Corona-Pandemie. Derzeit gilt ein Teil-Lockdown, der aber Ende November ausläuft.

23.11.2020: Merkel unterstützt Idee für weltweiten Pandemievertrag

Bundeskanzlerin Angela Merkel befürwortet die Idee eines weltweiten Vertrags zur Bekämpfung künftiger Pandemien. EU-Ratspräsident Charles Michel habe einen entsprechenden Vorschlag gemacht, den sie unterstütze, sagte die frühere CDU-Chefin am Sonntag nach dem per Videokonferenz organisierten G20-Gipfel der führenden Wirtschaftsnationen. Der Vertrag könne eine Lehre aus dem sein, was man im Augenblick erlebe. Der Kampf gegen die aktuelle Corona-Pandemie und ihrer wirtschaftlichen Folgen war Topthema des von Saudi-Arabien organisierten G20-Gipfels.
Der Vorschlag von Michel sieht vor, die internationale Zusammenarbeit bei Pandemien fest zu vereinbaren, um schneller und koordinierter reagieren zu können. Er sollte nach Vorstellung des Belgiers unter Einbeziehung aller Organisationen der Vereinten Nationen ausverhandelt werden. Die Weltgesundheitsorganisation WHO soll eine Schlüsselrolle spielen.

23.11.2020: Vertreter der US-Regierung: Corona-Impfung ab 11. Dezember möglich

Der von Biontech und Pfizer entwickelte Corona-Impfstoff könnte in den USA im Fall einer Notfallzulassung einem Regierungsvertreter zufolge bereits ab dem 11. Dezember verfügbar sein. Der Impfstoff könne nach einer Genehmigung der US-Arzneimittelbehörde FDA innerhalb von 24 Stunden an die Bundesstaaten geliefert werden, sagte der für das Impfprogramm der US-Regierung zuständige Vertreter, Moncef Slaoui, am Sonntag im Gespräch mit CNN. Er hoffe, dass bereits am 11. oder 12. Dezember Menschen geimpft werden könnten, sagte er dem Fernsehsender.
Slaoui hat keinen Einfluss auf die Entscheidung der FDA und den Zeitplan der Behörde. Die FDA hat aber für den 10. Dezember die Sitzung eines Expertenrats zu der Impfstoffzulassung einberufen, weswegen eine Genehmigung zu einem früheren Zeitpunkt unwahrscheinlich erscheint.

22.11.2020: Spahn schlägt neues Corona-Konzept für Schulen vor

Gesundheitsminister Jens Spahn (CDU) hat ein neues Konzept zur Eindämmung von Corona-Infektionen in Schulen vorgeschlagen. "Infektionsketten wirklich unterbrechen und gleichzeitig lebenspraktisch bleiben, das ist die Aufgabe", sagte Spahn dem Redaktionsnetzwerk Deutschland (Montag). Konkret schlug er vor, dass beim Auftreten eines Infektionsfalls umgehend die betroffene Klasse in die häusliche Isolation geschickt wird. Bisher ist das teilweise nicht oder nur bei den unmittelbaren Sitznachbarn Infizierter der Fall.

"Nach negativen Schnelltests am fünften Tag könnten die Schülerinnen und Schüler wieder in die Schule zurückkehren", sagte Spahn. Ob das aus Sicht der Länder vor Ort umsetzbar sei, darüber müsse man am Mittwoch sprechen.

Dann wollen die Länderchefs zusammen mit Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) in einer Schalte über das weitere Vorgehen in der Corona-Pandemie entscheiden. Zur gegenwärtigen Infektionslage sagte Spahn: "Wir haben sicheren Boden unter den Füßen, aber wir sind noch nicht über den Berg." Es komme darauf an, ob die Zahlen in den nächsten Tagen sinken. "Davon wird am Mittwoch viel abhängen."


22.11.2020: Lockerungen zum Weihnachten in Großbritannien möglich

Das Weihnachtsfest im Kreise der Liebsten ist Berichten zufolge für viele Briten trotz Corona-Pandemie gesichert. Zwischen dem 22. und 28. Dezember wolle Premier Boris Johnson hierfür einige Vorschriften lockern, schrieb der "Telegraph" am Sonntag. Details zu neuen Corona-Maßnahmen wird Johnson am Montag bekanntgeben, wie ein Regierungssprecher der Deutschen Presse-Agentur in London sagte.

In Umfragen hatten viele Briten erklärt, sie würden Pandemie-Regeln brechen, um ihre Angehörigen an Weihnachten doch noch besuchen zu können. Nach einem Bericht des Senders Sky News sollen über Weihnachten auch die Kirchen offen sein und Besuche von Pubs und Restaurants unter bestimmten Auflagen ermöglicht werden.

Bis Anfang Dezember gibt es in England noch einen Teil-Lockdown. In der Zeit gelten sehr strikte Kontaktbeschränkungen und die meisten Geschäfte sind geschlossen. Schulen und Universitäten sind hingegen geöffnet. Danach wird laut Downing Street wieder das dreistufiges System gelten, in dem unterschiedlich scharfe Maßnahmen greifen.


22.11.2020: Knapp 15.700 Neuinfektionen in Deutschland

Erwartungsgemäß haben die Gesundheitsämter dem Robert Koch-Institut (RKI) mit 15.741 neuen Corona-Infektionen binnen 24 Stunden vergleichsweise wenig Fälle gemeldet. Im Vergleich zum Wert vor einer Woche sind das 1206 Infektionen weniger, wie aus RKI-Daten von Sonntagmorgen hervorgeht. Am vergangenen Sonntag hatte die Zahl bei 16.947 gelegen. Der Höchststand war am Freitag mit 23.648 gemeldeten Fällen erreicht worden.

An Sonntagen und Montagen sind die Zahlen vergleichsweise gering, weil laut RKI am Wochenende weniger Proben genommen werden und dadurch auch insgesamt weniger getestet wird.

Das RKI zählt seit Beginn der Pandemie insgesamt 918.269 nachgewiesene Infektionen mit Sars-CoV-2 in Deutschland (Stand: 22.11., 00.00 Uhr). Die Zahl der Todesfälle im Zusammenhang mit dem Virus stieg bis Sonntag um 138 auf insgesamt 14.022. Das RKI schätzt, dass rund 603.800 Menschen inzwischen genesen sind.

Das sogenannte Sieben-Tage-R lag laut RKI-Lagebericht vom Samstag bei 1,07 (Vortag: 1,05). Das bedeutet, dass im Durchschnitt jede Person, die mit SARS-CoV-2 infiziert ist, ungefähr eine weitere Person ansteckt. Der Wert bildet jeweils das Infektionsgeschehen vor 8 bis 16 Tagen ab. Liegt er für längere Zeit unter 1, flaut das Infektionsgeschehen ab.


22.11.2020: Demonstration gegen Corona-Beschränkungen in Berlin geplant

In Berlin wollen an diesem Sonntag (12 Uhr) wieder mehrere Tausend Gegner der Corona-Politik von Bund und Ländern auf die Straße gehen. 5000 Teilnehmer sind zu der als «Schweigemarsch» bezeichneten Demonstration in Prenzlauer Berg angemeldet. Ähnliche Aufrufe gibt es für mehrere deutsche Städte, darunter Eberswalde und Cottbus. Die Initiatoren bezwecken demnach eine friedliche Demonstrationen.

Zu den Forderungen zählen mehr Selbstbestimmung im Kampf gegen die Pandemie, weniger Einschränkungen durch Regierungsverordnungen und ein Verzicht auf Impfungen. Die Initiatoren sprechen von "permanenten Angstkampagnen" und äußern Zweifel daran, dass die Wissenschaft beim Thema Corona regierungsunabhängig arbeite. 

Am Mittwoch hatten am Brandenburger Tor mehrere Tausend Menschen gegen die Corona-Politik protestiert. Es gab 365 vorläufige Festnahmen, 77 Polizisten wurden verletzt.


21.11.2020: Lockerung der Corona-Beschränkung zum Weihnachtsfest?

Obwohl sich in Deutschland täglich immer noch Tausende Menschen mit dem Coronavirus infizieren, halten CDU-Politiker ein Weihnachtsfest im Familienkreis für möglich. Voraussetzung dafür ist nach Ansicht von Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier allerdings, dass notwendige Entscheidungen bei den anstehenden Bund-Länder-Beratungen am kommenden Mittwoch nicht wieder vertagt werden. "Wir brauchen mutige Entscheidungen jetzt, die Wirtschaft und alle Beteiligten wollen Klarheit", sagte der CDU-Politiker im Deutschlandfunk. 

Nach dem Willen der Unionsländer sollen die Corona-Beschränkungen zwar bis mindestens Weihnachten verlängert werden, wie die BILD-Zeitung berichtet. Aber für die Festtage selbst sollen sie gelockert werden, damit Menschen ohne Familie das Fest mit Freunden feiern können. Darauf hätten sich die unionsgeführten Bundesländer bei einer Vorbesprechung zum anstehenden Bund-Länder-Treffen mit Kanzlerin Angela Merkel (CDU) am kommenden Mittwoch verständigt.


21.11.2020: Über 12 Millionen Corona-Infektionen in den USA

In den USA sind seit dem Beginn der Pandemie bereits mehr als zwölf Millionen bestätigte Infektionen mit dem Coronavirus gemeldet worden. Das ging am Samstag aus Daten der Universität Johns Hopkins (JHU) in Baltimore hervor. Damit nahm die Zahl der bekannten Infektionen innerhalb einer Woche um eine Million zu. Mehr als 255 000 Menschen starben der Universität zufolge bislang im Zusammenhang mit einer Corona-Infektion. Der Erreger Sars-CoV-2 kann die Krankheit Covid-19 auslösen.

Die Zahl der Corona-Neuinfektionen erreichte unterdessen einen neuen Höchststand. Die Behörden meldeten am Freitag innerhalb von 24 Stunden 195 542 neue Fälle, wie die Daten der Universität zeigten. In den USA, einem Land mit rund 330 Millionen Einwohnern, gibt es mehr bestätigte Infektionen und Todesfälle als in jedem anderen Staat. 


21.11.2020: Merkel wirbt für Impfstoff und die WHO

Kanzlerin Angela Merkel hat beim G20-Gipfel für die Unterstützung der internationalen Impfstoff-Initiative Covax und eine Stärkung der Weltgesundheitsorganisation (WHO) im Kampf gegen Corona geworben. "Wenn wir weltweit zusammenstehen, können wir das Virus und seine Folgen beherrschen und überwinden. Dafür lohnt sich auch mehr Anstrengung", sagte die CDU-Politikerin am Samstag in einer vorab aufgezeichneten Videobotschaft beim virtuellen Gipfel führender Wirtschaftsmächte unter Leitung Saudi-Arabiens.

Eine globale Herausforderung wie die Corona-Pandemie könne "nur mit einer globalen Kraftanstrengung überwunden werden", sagte Merkel, die im Kanzleramt in Berlin gemeinsam mit Finanzminister Olaf Scholz (SPD) zu den Beratungen geschaltet war. Dabei komme der G20 eine besondere Verantwortung zu. Die Äußerungen Merkels konnten auch als Spitze gegen US-Präsident Donald Trump verstanden werden, der eine protektionistische Politik des "Amerika zuerst" vertritt und internationalen Organisationen ablehnend gegenübersteht.


21.11.2020: Massentestungen in China

Nach vereinzelten neuen Infektionen sind in der nordchinesischen Stadt Tianjin eine Million Menschen auf das Coronavirus getestet worden. Die Massentests wurden im Hafengebiet von Binhai vorgenommen, nachdem dort in einem Wohngebiet fünf neue lokal übertragene Infektionen und weitere drei asymptomatische Fälle festgestellt worden waren, wie Staatsmedien am Samstag berichteten.

Zwei weitere lokale Ansteckungen wurden jeweils aus Shanghai sowie aus Manzhouli in der Inneren Mongolei gemeldet. Bus- und Zugverbindungen in die Stadt an der Grenze zu Russland wurden unterbrochen, wie die Webseite Toutiao berichtete. Seit dem Sommer hat China das Virus mit strengen Maßnahmen, Massentests, Quarantäne, Kontaktverfolgung und strikten Einreisebeschränkungen weitgehend unter Kontrolle gebracht. 


21.11.2020: Neuer Rekordwert in den USA

In den USA hat die Zahl der Corona-Neuinfektionen binnen eines Tages einen Höchststand erreicht. Die Behörden meldeten am Freitag innerhalb von 24 Stunden 195 542 neue Fälle, wie aus Daten der Universität Johns Hopkins (JHU) in Baltimore vom Samstagmorgen (MEZ) hervorging. Der bislang höchste Tageswert war erst am Vortag registriert worden und lag bei 187 833 Fällen.

Am Mittwoch hatten die USA nach Angaben der JHU die Marke von einer Viertelmillion bei der Zahl der Toten überschritten. Seit Beginn der Pandemie starben mehr als 254 400 Menschen mit dem Erreger Sars-CoV-2 - mehr als in jedem anderen Land der Welt. Am Freitag registrierten die Behörden 1878 Tote in Zusammenhang mit dem Virus. Insgesamt haben sich in dem Land mit rund 330 Millionen Einwohnern mehr als 11,9 Millionen Menschen mit dem Coronavirus infiziert.


21.11.2020: Knapp 23.000 Corona-Neuinfektionen

In Deutschland haben die Gesundheitsämter dem Robert Koch-Institut (RKI) 22 964 neue Corona-Infektionen binnen 24 Stunden gemeldet. Im Vergleich zum Wert vor einer Woche wurden gut 500 Fälle mehr gemeldet. Am vergangenen Samstag hatte die Zahl gemeldeter Neuinfektionen bei 22.461 gelegen. Der Höchststand war am Freitag mit 23.648 gemeldeten Fällen erreicht worden.

Nachdem die Zahl der täglichen Neuinfektionen im Oktober und Anfang November stark gestiegen war, war der Wert zuletzt vergleichsweise stabil. Einen deutlichen Rückgang der Neuinfektionen gibt es aber bislang nicht, obwohl seit Anfang November ein Teil-Lockdown in Deutschland gilt.

Das sogenannte Sieben-Tage-R lag laut RKI-Lagebericht vom Freitag bei 1,05 (Vortag: 0,99). Das bedeutet, dass im Durchschnitt jede Person, die mit SARS-CoV-2 infiziert ist, ungefähr eine weitere Person ansteckt. Der Wert bildet jeweils das Infektionsgeschehen vor 8 bis 16 Tagen ab. Liegt er für längere Zeit unter 1, flaut das Infektionsgeschehen ab.


21.11.2020: Laut Spahn funktioniert Wellenbrecher-Strategie

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn hat den seit Anfang November geltenden Teil-Lockdown als Erfolg im Kampf gegen die Corona-Krise bewertet. "Der Wellenbrecher funktioniert doch", sagte der CDU-Politiker der WELT (Samstag). "Das exponentielle Wachstum ist gebrochen. Wir sind uns einig, dass das nicht reicht. Aber es ist gelungen - einmal mehr."

Spahn rechtfertigte die hohe Bedeutung, die die Bundesregierung den Infektionszahlen beimisst. "Wir sind das Land mit einer der ältesten Bevölkerungen weltweit", sagte der Minister. Mit wachsenden Infektionszahlen steige früher oder später auch der Behandlungsbedarf auf den Intensivstationen. "Ich will, dass wir die Welle brechen, bevor unnötig viel Leid in den Krankenhäusern entsteht", betonte Spahn.  


21.11.2020: Corona-Impfstoff wird Sicherheitsstandards erfüllen

Bundesforschungsministerin Anja Karliczek (CDU) hat die Sicherheit der neuen potenziellen Corona-Impfstoffe betont. "Der Impfstoff wird die gleichen Sicherheitsstandards erfüllen wie alle anderen", sagte Karliczek der "Neuen Osnabrücker Zeitung" (Samstag).

"Das heißt auch, dass die Behörden nach der Zulassung weiter eng begleiten und einen Blick auf die Sicherheit und Wirksamkeit des Impfstoffs haben - also genauso wie das sonst auch abläuft." Sie fügte hinzu: "Es braucht sich also niemand Sorgen zu machen." Karliczek betonte: "Die Impfung bleibt absolut freiwillig."

Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) hatte deutlich gemacht, dass sie schon im Dezember oder "sehr schnell nach der Jahreswende" mit der Zulassung eines Corona-Impfstoffs in Europa rechnet. Das Mainzer Unternehmen Biontech bereitet zusammen mit dem US-Pharmariesen Pfizer bereits einen Zulassungsantrag für Europa vor, hieß es von den beiden Firmen am Freitag.


21.11.2020: NRW setzt Corona-Einreiseverordnung außer Kraft

Das NRW-Gesundheitsministerium setzt nach einer Entscheidung des Oberverwaltungsgerichts in Münster (OVG) die Corona-Einreiseverordnung des Landes außer Kraft. "Da das OVG wesentliche Bedenken gegen die zentralen Regelungen der Verordnung geäußert und sie außer Kraft gesetzt hat, ist die gesamte Verordnung ab sofort nicht mehr anzuwenden", erklärte eine Sprecherin des Ministeriums am Freitagabend auf Anfrage der dpa. 

Das Oberverwaltungsgericht für Nordrhein-Westfalen in Münster hatte wenige Stunden zuvor die in der Corona-Einreiseverordnung geregelte Quarantänepflicht für Auslandsrückkehrer aus Risikogebieten gekippt.

Nach Ansicht des Gerichts hat das Land nicht berücksichtigt, dass Reisende bei der Rückkehr aus Ländern mit geringeren Infektionszahlen als an ihrem Wohnort nach der Heimkehr einem höherem Infektionsrisiko ausgesetzt sind. Somit sei die Quarantäne aktuell kein geeignetes Mittel zur Eindämmung der Corona-Pandemie in Deutschland, teilte das Gericht am Freitag mit. Der Beschluss ist nicht anfechtbar (Az: 13 B 1770/20.NE).

Der Beschluss des OVG stellt nach Ansicht des NRW-Gesundheitsministeriums das bisherige System des Bundes zur Ausweisung von ausländischen Risikogebieten in Frage. Das Oberverwaltungsgericht sei der Auffassung, dass eine Quarantäne nicht gerechtfertigt ist, wenn in den Gebieten des jeweiligen Aufenthalts kein höheres Ansteckungsrisiko als hierzulande bestehe. Derzeit erfolge eine Einordnung als Risikogebiet durch das RKI unabhängig von einem Vergleich mit der jeweiligen Infektionslage in Deutschland. Das NRW-Gesundheitsministerium kündigte an, das Urteil des OVG in den nächsten Tagen auszuwerten.


20.11.2020: Verlängerung des Teil-Lockdowns im Gespräch

In den Beratungen zu den anstehenden Entscheidungen im Kampf gegen die Corona-Pandemie zeichnet sich eine Verlängerung des Teil-Lockdowns ab. Wie das Wirtschaftsmagazin "Business Insider" unter Berufung auf Länderkreise berichtet, könnten die seit Anfang November geltenden Maßnahmen bis zum 20. Dezember verlängert werden.

Auch nach Informationen der "Berliner Morgenpost" und des "Tagesspiegel" (Freitag) gibt es Überlegungen, den seit Anfang November und zunächst bis Ende des Monats begrenzten Teil-Lockdown bis mindestens kurz vor Weihnachten zu verlängern.

Ist das Infektionsgeschehen nach Weihnachten nicht im Griff, sollen zudem nach Willen der SPD-geführten Länder und einiger CDU-Länder die Winterferien bundesweit bis 10. Januar verlängert werden, berichtete das Wirtschaftsmagazin weiter. Zu weiteren Vorschlägen gehörten eine Ausweitung der Mund-Nasen-Bedeckung, neue Maßnahmen im Schulunterricht sowie eine Verschärfung der Kontaktbeschränkungen. 

Am kommenden Mittwoch wollen die Länderchefs zusammen mit Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) in einer Schalte über das weitere Vorgehen entscheiden. Bis Montag wollten Ländervertreter gemeinsame Vorschläge zu den möglichen Maßnahmen ab 1. Dezember erarbeiten. 


20.11.2020: China: annähernd eine Million Menschen gegen Corona geimpft

Der chinesische Pharmakonzern Sinopharm hat nach eigenen Angaben bereits annähernd eine Million Menschen gegen das Coronavirus in China geimpft. Das ging aus einer Mitteilung hervor, die der Konzern am Freitag über den Nachrichtendienst Wechat verbreitete.

Über ein so genanntes Notfallprogramm sei der Impfstoff schon fast bei einer Million Menschen genutzt worden, sagte Firmenchef Liu Jingzhen demnach in einem Interview. Es habe dabei keine Berichte von schwerwiegenden Nebenwirkungen gegeben, "nur wenige haben leichte Symptome", sagte Liu Jingzhen.

In China berichten Staatsmedien bereits seit Wochen über Impfungen bestimmter Bevölkerungsgruppen - etwa von Militärangehörigen und Klinikpersonal, aber auch von Diplomaten und Angestellten von Staatskonzernen. Ihnen werden Impfstoff-Kandidaten verabreicht, für die die Prüfung in klinischen Studien nicht abgeschlossen ist.


20.11.2020: Biontech und Pfizer wollen US-Zulassung für Impfstoff beantragen

Die Mainzer Firma Biontech und der US-Pharmariese Pfizer wollen noch am Freitag bei der US-Arzneimittelbehörde FDA eine Notfallzulassung für ihren Corona-Impfstoff beantragen. Das teilten Biontech und Pfizer in einer gemeinsamen Mitteilung mit. Schon zuvor hatten die Unternehmen bekannt gegeben, dass die Impfung einen 95-prozentigen Schutz vor der Krankheit Covid-19 biete.


20.11.2020: Bundesregierung hält Corona-Infektionszahlen noch für viel zu hoch

Die Bundesregierung macht den Bürgern wenig Hoffnung auf eine rasche Lockerung der corona-bedingten Beschränkungen. Bislang seien die Infektionszahlen noch nicht auf ein niedrigeres Niveau gebracht worden, sagte Regierungssprecher Steffen Seibert am Freitag in der Bundespressekonferenz in Berlin. "Wir haben im Grunde nur den ersten Schritt bisher geschafft, also den starken, steilen, exponentiellen Anstieg zu stoppen und eine Stabilisierung zu erreichen." Die Zahlen seien aber noch "weit, weit zu hoch", sagte Seibert. "Die Zahlen müssen stabil auf ein deutlich niedrigeres Niveau sinken."

Seibert erinnerte daran, dass sich Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) bereits bei den Beratungen mit den Ministerpräsidenten am vergangenen Montag "mehr gewünscht hätte". Nun werde es am Mittwoch weitere Beratungen geben. Man müsse jetzt die pandemische Entwicklung genau betrachten, "um dann zu sehen, welche Schlüsse daraus zu ziehen sind".

Der Regierungssprecher wies darauf hin, dass die Zahl der belegten Betten in den Intensivstationen und die Zahl der Patienten, die künstlich beatmet werden müssten, schon jetzt deutlich höher als im Frühjahr seien. Und jeden Tag würden rund 250 Menschen in Deutschland ihr Leben wegen dieser Krankheit verlieren. "Das ist etwas, woran wir mehr denken sollten, und womit wir uns eigentlich keine Minute abfinden dürfen." Zeit sei eine ganz wichtige Größe in dieser Pandemie, betonte Seibert. "Wenn wir zu spät reagieren, dann laufen wir Gefahr, dass die Krankenhäuser, die Intensivstationen sich weiter mit Patienten füllen."


20.11.2020: Merkel rechnet mit Corona-Impfstoff vielleicht schon im Dezember

Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) rechnet schon im Dezember oder "sehr schnell nach der Jahreswende" mit der Zulassung eines Corona-Impfstoffes in Europa. "Und dann wird das Impfen natürlich beginnen", sagte die CDU-Politikerin am Donnerstagabend nach einem EU-Videogipfel. "Man muss ja sagen, dass die Nachrichten der letzten Tage bezüglich der Entwicklung eines Impfstoffes sehr zuversichtlich stimmen."

EU-Kommissionschefin Ursula von der Leyen sagte nach dem Gipfel der Staats- und Regierungschefs, dass die Impfstoffe von Biontec/Pfizer sowie von Moderna der Europäischen Arzneimittel-Agentur zufolge in der zweiten Dezemberhälfte eine bedingte Marktzulassung bekommen könnten, wenn alles problemlos weitergehe.

Der Mainzer Hersteller Biontech und sein US-Partner Pfizer hatten am Mittwoch mitgeteilt, dass die Wirksamkeit ihres Impfstoffs bei 95 Prozent - und damit noch höher als bis dahin bekannt - liege. Das Vakzin funktioniere über alle Altersgruppen und andere demografische Unterschiede hinweg ähnlich gut und zeige praktisch keine ernsten Nebenwirkungen.


20.11.2020: Neuer Höchststand: 23.648 neue Corona-Infektionen gemeldet

In Deutschland haben die Gesundheitsämter dem Robert Koch-Institut (RKI) 23.648 neue Corona-Infektionen binnen 24 Stunden gemeldet. Damit ist am Freitag ein Höchststand erreicht worden, wie aus den Angaben des RKI vom Morgen hervorgeht. Am Freitag vor einer Woche war mit 23.542 verzeichneten Fällen der bisherige Spitzenwert erreicht worden. Im Vergleich zum Donnerstag stieg die Zahl der neu gemeldeten Fälle am Freitag um gut 1000. 

Das RKI zählte seit Beginn der Pandemie insgesamt 879.564 nachgewiesene Infektionen mit Sars-CoV-2 in Deutschland (Stand: 20.11., 00.00 Uhr). Die Zahl der Todesfälle im Zusammenhang mit dem Virus stieg bis Freitag um 260 auf insgesamt 13.630. 

Das sogenannte Sieben-Tage-R lag laut RKI-Lagebericht vom Donnerstagabend bei 0,99 (Vortag: 0,95). Das heißt, dass 100 Infizierte rechnerisch 99 weitere Menschen anstecken. Der Wert bildet jeweils das Infektionsgeschehen vor 8 bis 16 Tagen ab. Liegt er für längere Zeit unter 1, flaut das Infektionsgeschehen ab.


20.11.2020: Corona-Pandemie - Bundeswehr hilft in Ämtern und Krankenhäusern

In zwei Drittel aller deutschen Gesundheitsämter ist die Bundeswehr derzeit im Corona-Einsatz. "Schwerpunkte sind im Augenblick die Länder Nordrhein-Westfalen, Bayern und Sachsen", sagte Oberstleutnant Eric Gusenburger, Sprecher der Bundeswehr Sachsen, der Deutschen Presse-Agentur. Allein in Sachsen unterstützten 500 Soldatinnen und Soldaten die Gesundheitsämter, Krankenhäuser und Pflegeheime.

Hauptaufgaben sind die Kontaktnachverfolgung und Hilfe bei der Pflege. Zudem sind Teams unterwegs, um Abstriche zu nehmen. In fünf Krankenhäusern im Landkreis Görlitz leistet ein Sanitätsregiment Amtshilfe in fünf Krankenhäusern und ist mit Kranken- und Intensivpflegern sowie medizinischen Rettungssanitätern vor Ort. Schwerpunkte sind in Sachsen die Landkreise Bautzen und Görlitz. 

Bundesweit helfen den Angaben zufolge rund 7700 Soldatinnen und Soldaten bei der Bekämpfung der Pandemie. Allerdings seien die Zahlen wie die Schwerpunkte der Einsätze dynamisch, weil sich Entwicklungen schnell ändern könnten, so Gusenburger.


19.11.2020: Merkel ruft zu Solidarität der Generationen in Corona-Krise auf

Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) hat zu weiterem Zusammenhalt und zu Solidarität der Generationen in der Corona-Krise aufgerufen. Es sei wichtig, dass alle in der Gesellschaft aufeinander Rücksicht nähmen und nun nicht notwendige Kontakte vermeiden, sagte Merkel am Donnerstag in einem Online-Dialog zur Situation der Pflege.

So, wie junge Menschen mit der Bewegung Fridays for Future darum bitten, dass Ältere ein Herz für den Klimaschutz haben, bitte sie jetzt die Jüngeren um ein Herz für die Älteren. Chronisch Kranke und Alte gehören zur Corona-Risikogruppe für schwere Krankheitsverläufe.

Die Wintermonate seien im Kampf gegen die Pandemie nun eine schwere Zeit, sagte Merkel. Die Nachrichten über die Entwicklung von Impfstoffen seien aber positiv. Man könne nur die Daumen drücken, dass die Wissenschaft ordentlich arbeite. "Im Frühjahr könnte man schon mehr wissen." Die Kanzlerin bekräftigte, dass Risikogruppen dann zuerst geimpft werden könnten, auch Pflegekräfte hätten Priorität.


19.11.2020: Zweite Corona-Welle in Österreich besonders schlimm in Heimen

Die zweite Corona-Welle tritt in Österreich ganz besonders Bewohner von Alten- und Pflegeheimen. In mehreren Bundesländern kamen zwischen 1. Oktober und 12. November mehr als 80 Prozent der an Covid-19 Verstorbenen aus solchen Heimen, wie aus einer am Donnerstag veröffentlichten parlamentarischen Anfrage an das Gesundheitsministerium hervorgeht.

Insgesamt waren nach diesen Angaben seit Beginn der Pandemie bis zum 12. November 38 Prozent der Corona-Todesopfer Heimbewohner, insgesamt gut 600 Menschen. Die Hälfte von ihnen starb aber seit Anfang Oktober. Von den insgesamt etwa 1800 Toten waren 1150 über 75 Jahre alt. 

"Es ist offensichtlich, dass mehr für Corona-Schutzmaßnahmen in den Pflegeheimen getan werden muss", forderte der Sprecher für Soziales der oppositionellen liberalen Neos, Gerald Loacker. Seine Partei hatte die parlamentarische Anfrage gestellt.


19.11.2020: Wissenschaftler: Mehr als eine Viertelmillion Corona-Tote in den USA

Seit Beginn der Corona-Pandemie sind in den USA mehr als eine Viertelmillion Menschen nach einer Infektion mit dem Virus gestorben. Das ging am Mittwochabend (Ortszeit) aus Daten der Universität Johns Hopkins in Baltimore hervor. In keinem anderen Land der Welt ist eine so hohe Zahl an Todesfällen bekannt. Seit Ende September starben allein 50 000 Menschen. Seit Beginn der Pandemie gab es in den USA knapp 11,5 Millionen bestätigte Infektionen mit dem Erreger Sars-CoV-2. 

Die Opferzahl in den USA, einem Land mit 330 Millionen Einwohnern, ist weltweit die bislang höchste in absoluten Zahlen - gefolgt von Brasilien mit rund 166 700 Toten und Indien mit knapp 131 000.

Relativ zur Einwohnerzahl ist die Zahl der Opfer unter anderem in Belgien, Spanien und Argentinien höher als in den USA. In Belgien kommen laut Johns Hopkins 130 Tote auf 100 000 Einwohner, in Spanien 89, in Argentinien 81. In den USA waren es bislang 76 Menschen pro 100 000 Einwohner, vergleichbar viele wie in Italien. In Deutschland hingegen waren pro 100 000 Einwohnern bislang 16 Tote zu beklagen.


19.11.2020: 22.609 Fälle: Corona-Neuinfektionen etwas über dem Vorwochenstand

In Deutschland haben die Gesundheitsämter dem Robert Koch-Institut (RKI) 22.609 neue Corona-Infektionen binnen 24 Stunden gemeldet. Das sind gut 5000 Fälle mehr als am Mittwoch (17.561), wie aus Angaben des RKI vom Donnerstagmorgen hervorgeht. Im Vergleich zum Wert von vor einer Woche wurden etwas mehr Fälle gemeldet. Am vergangenen Donnerstag hatte die Zahl gemeldeter Neuinfektionen bei 21.866 gelegen. Der Höchststand war am vergangenen Freitag mit 23.542 gemeldeten Fällen erreicht worden. 

Das RKI zählt seit Beginn der Pandemie insgesamt 855.916 nachgewiesene Infektionen mit Sars-CoV-2 in Deutschland (Stand: 19. 11., 00.00 Uhr). Die Zahl der Todesfälle im Zusammenhang mit dem Virus stieg bis Donnerstag um 251 auf insgesamt 13.370. Das RKI schätzt, dass rund 562.700 Menschen inzwischen genesen sind.

Das sogenannte Sieben-Tage-R lag laut RKI-Lagebericht vom Mittwochabend bei 0,95 (Vortag: 0,97). Das heißt, dass 100 Infizierte rechnerisch 95 weitere Menschen anstecken. Der Wert bildet jeweils das Infektionsgeschehen vor 8 bis 16 Tagen ab. Liegt er für längere Zeit unter 1, flaut das Infektionsgeschehen ab.


18.11.2020: Bundestag beschließt Änderungen am Infektionsschutzgesetz

Der Bundestag hat den Weg für die von der großen Koalition geplanten Änderungen im Infektionsschutzgesetz freigemacht. An diesem Mittwoch ist ebenfalls die Abschlussberatung im Bundesrat geplant, der dafür zu einer Sondersitzung zusammengekommen ist. Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier wird das Gesetz möglicherweise noch am selben Tag ausfertigen, so dass es in Kraft treten kann.

Ziel des Gesetzes - offiziell "drittes Bevölkerungsschutzgesetz" - ist es unter anderem, bislang per Verordnung erlassene Corona-Maßnahmen gesetzlich zu untermauern und konkret festzuschreiben. Im Infektionsschutzgesetz war bisher nur allgemein von "notwendigen Schutzmaßnahmen" die Rede, die die "zuständige Behörde" treffen kann. Mit der Gesetzesnovelle wird ein neuer Paragraf eingefügt, der die möglichen Schutzmaßnahmen von Landesregierungen und Behörden konkret auflistet, etwa Abstandsgebote, Ausgangs- und Kontaktbeschränkungen oder Beschränkungen im Kultur- und Freizeitbereich - im wesentlichen Maßnahmen, die bereits beim Lockdown im Frühjahr ergriffen wurden und teilweise auch jetzt beim Teil-Lockdown im November gelten.

Festgeschrieben im Gesetz wird auch die sogenannte 7-Tage-Inzidenz von 35 und 50 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohnern pro Woche, ab denen Schutzmaßnahmen getroffen werden sollen. Vorgeschrieben wird zudem, dass Rechtsverordnungen mit Corona-Schutzmaßnahmen zeitlich auf vier Wochen befristet werden. Verlängerungen sind aber möglich. Außerdem müssen die Verordnungen mit einer allgemeinen Begründung versehen werden.


18.11.2020: Spahn wirbt um Vertrauen in Corona-Krisenmanagement

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn hat die Corona-Beschränkungen verteidigt und um weiteres Vertrauen in das Krisenmanagement geworben. Steigende Infektionszahlen führten früher oder später zu steigendem Leid auf den Intensivstationen und zu einem Kontrollverlust, sagte der CDU-Politiker am Mittwoch im Bundestag.

Bestmöglicher Gesundheitsschutz bleibe weiterhin richtig in der Pandemie. Bundestag und Regierung müssten gewichten, "welchen Schaden wir wo ertragen wollen und ertragen können". Die Wissenschaft könne beraten, aber kein Virologe könne der Politik diese Aufgabe abnehmen.

Mit Blick auf den Teil-Lockdown mit Schließungen vieler Einrichtungen im November sagte Spahn: "Wir haben Tritt gefasst." Das exponentielle Wachstum der Neuinfektionen sei gestoppt, "aber wir sind noch nicht über den Berg". Spahn betonte, dass Deutschland auch deshalb recht gut durch die Krise komme, weil die allermeisten Bürger auf sich und ihre Mitmenschen achteten. Kontroverse Debatten seien wichtig, aber nicht unerbittlich und mit voller Härte. "Zusammenhalt ist das, was dieses Land am meisten braucht in dieser Pandemie."

Mit Blick auf einen künftigen Impfstoff bekräftigte Spahn: "Ich gebe ihnen mein Wort: Es wird in dieser Pandemie keine Impfpflicht geben."


18.11.2020: Trotz Wasserwerfer-Einsatzes demonstrieren Menschen weiter 

Trotz Einsatzes von Wasserwerfern scheint sich die Demonstration zwischen dem Brandenburger Tor und dem Reichstagsgebäude in Berlin zunächst nicht aufzulösen. Er herrschte teils aggressive Stimmung. Viele der Demonstranten protestierten auch mit Pfiffen. Die Polizei habe damit begonnen, Menschen wegzuschieben, wie ein dpa-Reporter schilderte.

Die Polizei setzte nahe dem Reichstagsgebäude wiederholt Wasserwerfer ein. Demonstranten wurden mit Wasser beregnet.

Den Aufforderungen zum Tragen von Mund-Nase-Schutz und zum Abstandhalten waren viele der Demonstranten nicht gefolgt. Mehrere tausend Menschen versammelten sich in der Hauptstadt nach ersten Schätzungen der Polizei, um gegen die Corona-Politik der Bundesregierung zu protestieren.


18.11.2020: Polizei: Mehrere Tausend Menschen bei Demos gegen Corona-Politik 

Die Polizei schätzt die Teilnehmerzahl bei den Demonstrationen gegen die Corona-Politik der Bundesregierung in Berlin-Mitte auf mehrere Tausend. Allein im Bereich am Brandenburger Tor hätten sich 5000 bis 10 000 Menschen versammelt und es gebe weiteren Zustrom, sagte ein Polizeisprecher am Mittwoch. Weitere rund 1000 Demonstranten hielten sich an der Marschallbrücke auf.

Weil viele Teilnehmer keine Mund-Nase-Bedeckungen trügen, würden nun noch einmal klare Durchsagen gemacht. Dabei werde auch zum Einhalten der Mindestabstände aufgerufen. Sollte dies nicht wirken, werde man konsequent handeln, sagte der Sprecher.


18.11.2020: 1707 Corona-Todesfälle in USA: höchster Tageswert seit Mai

In den USA hat die Zahl der Toten mit nachgewiesener Corona-Infektion am Dienstag den höchsten Wert seit Mitte Mai erreicht. Die Behörden meldeten 1707 Tote binnen 24 Stunden, wie aus Daten der Universität Johns Hopkins (JHU) in Baltimore vom Mittwochmorgen (MEZ) hervorging. 

Die Zahl der Neuinfektionen binnen eines Tages belief sich auf 161.934 Fälle. Der bislang höchste Wert war am Freitag registriert worden, als mehr als 177.000 Neuinfektionen gemeldet wurden. 

Insgesamt haben sich in den USA mit ihren rund 330 Millionen Einwohnern mehr als 11,3 Millionen Menschen mit dem Coronavirus infiziert. Über 248.000 Menschen starben bislang - mehr als in jedem anderen Land der Welt. Die meisten Todesfälle wurden in den Bundesstaaten New York, Texas und Kalifornien gemeldet.


18.11.2020: Südtirol bereitet einen Corona-Massentest fürs Wochenende vor

Die Südtiroler Landesregierung hat ihre Bürger zur Teilnahme an einem geplanten Corona-Massentest am nächsten Wochenende aufgerufen. "Es handelt sich um freiwillige Tests, niemand wird gezwungen", sagte Landeshauptmann Arno Kompatscher am Dienstag in Bozen. "Es ist der Appell an die Bevölkerung, die Einladung mitzumachen", erläuterte er. Die norditalienische Provinz Bozen-Südtirol will mit den Schnelltests einen "aktiven Schritt" machen, um die Corona-Zahlen zu drücken, sagte der regionale Regierungschef. Die zentrale Testphase startet am Freitag (20.11.) und dauert bis Sonntag. Die kleine Alpen-Provinz geht damit in Italien einen Sonderweg.

Angepeilt ist, dass rund zwei Drittel der Südtiroler Bevölkerung, das wären etwa 350 000 Menschen, den Antigen-Schnelltest machen. Den Abstrich sollen Männer, Frauen und Kinder ab dem Alter von fünf Jahren vornehmen lassen. Dafür gibt es rund 200 Teststandorte in den Gemeinden. Das Ergebnis der Virusprobe soll nach spätestens einer halben Stunde vorliegen. Die Bürger könnten es per E-Mail oder Kurzmitteilung aufs Handy bekommen, hieß es.

Kompatscher sagte, es sei wichtig, die Virusträger ohne Symptome zu finden. Wer positiv getestet wird und beschwerdefrei ist, soll zehn Tage zu Hause in Isolation gehen. Wenn die Menschen von ihrer Ansteckung wüssten, könne ein "großer Teil der Infektionsketten" unterbrochen werden, erläuterte der Politiker. Bei einem Erfolg des Massentests stellte er Erleichterungen der Corona-Einschränkungen für die Wirtschaft und in den Schulen in Aussicht.

Die Autonome Provinz gehört in Italien zu den Roten Zonen mit strengen Corona-Sperren. Dort gab es am Montag rund 550 Neuansteckungen in 24 Stunden. Das Screening soll außer an Teststationen auch in Betrieben, Arztpraxen und Apotheken möglich sein. An diesen drei Orten laufen die Abstriche etwas länger.


18.11.2020: 17.561 Fälle: Corona-Neuinfektionen erneut unter Vorwochenstand

In Deutschland haben die Gesundheitsämter dem Robert Koch-Institut (RKI) 17.561 neue Corona-Infektionen binnen 24 Stunden gemeldet. Das sind knapp 1000 Fälle weniger als vor einer Woche, wie aus Angaben des RKI vom Mittwochmorgen hervorgeht. Am vergangenen Mittwoch hatte die Zahl gemeldeter Neuinfektionen bei 18.487 gelegen.

Auch am Montag und Dienstag war der Wert niedriger als der Vorwochenwert. Der Höchststand war am vergangenen Freitag mit 23.542 gemeldeten Fällen erreicht worden. 

Das RKI zählt seit Beginn der Pandemie insgesamt 833.307 nachgewiesene Infektionen mit Sars-CoV-2 in Deutschland (Stand: 18.11., 00.00 Uhr). Die Zahl der Todesfälle im Zusammenhang mit dem Virus stieg bis Mittwoch um 305 auf insgesamt 13.119. Das RKI schätzt, dass rund 546.500 Menschen inzwischen genesen sind.

Das sogenannte Sieben-Tage-R lag laut RKI-Lagebericht vom Dienstagabend bei 0,97 (Vortag: 0,97). Das heißt, dass 100 Infizierte rechnerisch knapp 100 weitere Menschen anstecken. Der Wert bildet jeweils das Infektionsgeschehen vor 8 bis 16 Tagen ab. Liegt er für längere Zeit unter 1, flaut das Infektionsgeschehen ab.


17.11.2020: Kundgebungen direkt vor dem Bundestag werden wohl verboten

Mehrere von Gegnern der Corona-Maßnahmen für diesen Mittwoch geplante Kundgebungen vor dem Bundestag dürfen dort womöglich nicht stattfinden. Das geht aus einem Schreiben des Sicherheitsbeauftragten des Bundestages an die Abgeordneten hervor, das am Dienstag den Fraktionen zugeleitet wurde.

Darin heißt es, die angemeldeten Versammlungen gäben auf Grundlage einer Gefährdungseinschätzung des Berliner Landeskriminalamtes Anlass zur Sorge, "dass der Parlamentsbetrieb beeinträchtigt wird, weil sowohl mit Angriffen auf die Gebäude des Deutschen Bundestages und auch auf Personen" zu rechnen sei. 

Hinzu kämen gesundheitliche Gefährdungen für Abgeordnete und andere Menschen, die Zutritt zum Bundestag hätten, da mit Verstößen der Versammlungsteilnehmer gegen Corona-Regeln zu rechnen sei. Das für den sogenannten befriedeten Bezirk vor dem Bundestag zuständige Bundesinnenministerium werde die Anträge, dort Versammlungen abzuhalten, daher "voraussichtlich ablehnend bescheiden". Gegen diese Entscheidung stehe den Anmeldern der Rechtsweg offen.

Die Abgeordneten sollten sich auf verschärfte Kontrollen an den Eingängen einstellen, heißt es in dem Schreiben weiter.


17.11.2020: Bund und Länder appellieren an Bürger: Kontakte noch mehr reduzieren

Bund und Länder haben sich darauf verständigt, für die nächsten Tage erst einmal keine weiteren Verbote und verbindlichen Beschränkungen zur Eindämmung der Corona-Pandemie zu erlassen. Auch die Schulen sollen weiter geöffnet bleiben. Nach einer Video-Konferenz riefen Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) und die Ministerpräsidenten die Bürger am Montagabend allerdings dringend dazu auf, ihre privaten Kontakte noch einmal deutlich zu reduzieren. 

Am 25. November soll es zudem weitere Beratungen und - wenn die Zahl der Infizierten und schwer Erkrankten bis dahin nicht stark gesunken ist - womöglich auch weitere rechtlich bindende Einschränkungen geben. 

Da die Infektionszahlen immer noch hoch seien, sollte jeder gänzlich auf private Feiern verzichten und Zusammenkünfte mit Freunden und Bekannten auf einen festen weiteren Hausstand beschränken, heißt es im Beschluss von Bund und Ländern. "Jeder Kontakt, der nicht stattfindet, ist gut", sagte Merkel. Die Bundeskanzlerin erklärte, ihr Ziel sei es bei den Beratungen in der kommenden Woche, mehr "Berechenbarkeit" zu erreichen für die Bürger - auch über das Jahresende hinaus.

Merkel betonte, das "exponentielle Wachstum" der Pandemie sei zwar durch die Ende Oktober beschlossenen Maßnahmen erst einmal gestoppt worden - es sei aber deutlich zu erkennen, dass "eine Trendumkehr noch nicht erreicht ist".

Besonders gefährdete Menschen sollen künftig durch günstige FFP2-Masken vor einer Ansteckung mit dem Corona-Virus bewahrt werden. Über 65-Jährige und Menschen mit bestimmten Vorerkrankungen sollen insgesamt 15 dieser Masken gegen eine geringe Eigenbeteiligung erhalten können. Die Kosten übernimmt laut Beschluss der Bund. 

Merkel betonte, dass auch erneut eine finanzielle Unterstützung für Kliniken kommen solle, die nun zugunsten von Corona-Behandlungen Operationen zurückstellen. Dies solle diesmal besser gesteuert werden, anders als mit pauschalen Regeln wie im Frühjahr. Die große Koalition plant dafür wieder Ausgleichszahlungen für frei gehaltene Kapazitäten, aber nicht für alle, sondern nur für bestimmte Kliniken in Regionen mit hohen Corona-Fallzahlen. Niedersachsen, Bremen, Mecklenburg-Vorpommern und Brandenburg machten dagegen nach den Beratungen Bedenken geltend.


17.11.2020: 14.419 Fälle: Corona-Neuinfektionen unter Vorwochenstand

In Deutschland haben die Gesundheitsämter dem Robert Koch-Institut (RKI) 14.419 neue Corona-Infektionen binnen 24 Stunden gemeldet. Das sind knapp 1000 Fälle weniger als vor einer Woche, wie aus Angaben des RKI vom Dienstagmorgen hervorgeht. Am vergangenen Dienstag hatte die Zahl gemeldeter Neuinfektionen bei 15.332 gelegen - und damit erstmals seit September unter dem Wert vom Dienstag zuvor (15.352). Der Höchststand war am vergangenen Freitag mit 23.542 gemeldeten Fällen erreicht worden. 

Das RKI zählt seit Beginn der Pandemie insgesamt 815.746 nachgewiesene Infektionen mit Sars-CoV-2 in Deutschland (Stand: 17. 11., 00.00 Uhr). Die Zahl der Todesfälle im Zusammenhang mit dem Virus stieg bis Dienstag um 267 auf insgesamt 12.814. Das RKI schätzt, dass rund 530.200 Menschen inzwischen genesen sind.

Das sogenannte Sieben-Tage-R lag laut RKI-Lagebericht vom Montag bei 0,97 (Vortag: 1,03). Das heißt, dass 100 Infizierte rechnerisch knapp 100 weitere Menschen anstecken. Der Wert bildet jeweils das Infektionsgeschehen vor 8 bis 16 Tagen ab. Liegt er für längere Zeit unter 1, flaut das Infektionsgeschehen ab.


17.11.2020: Kalifornien zieht Notbremse: Mehr als eine Million Corona-Infektionen

Kalifornien führt wegen steigender Corona-Zahlen wieder härtere Maßnahmen im Kampf gegen die Pandemie ein. Der Staat müsse die Notbremse ziehen, sagte Gouverneur Gavin Newsom am Montag. Vergangene Woche hatte der bevölkerungsreichste Bundesstaat der USA die Schwelle von einer Million bekannten Corona-Infektionen überschritten. In Kalifornien leben 40 Millionen Menschen. Für gut 94 Prozent der Bevölkerung gelten nun wieder strikte Auflagen.

Bars und Fitnesseinrichtungen müssen schließen, Restaurants können nur im Freien servieren oder außer Haus verkaufen. Schulen dürfen nur Online-Unterricht geben. Der Staat an der Westküste hatte sehr früh Corona-Beschränkungen erlassen, diese in den vergangenen Monaten aber langsam gelockert. Weiterhin gilt, dass man in der Öffentlichkeit eine Mund-Nasen-Schutzmaske tragen muss.

Seit Ausbruch der Pandemie sind in Kalifornien nach Angaben des Gouverneursbüros mehr als 18 200 Menschen an einer Coronavirus-Infektion gestorben. Auf die Einwohnerzahl bezogen steht der Westküstenstaat aber besser dar als viele andere Bundesstaaten.


16.11.2020: Länder wollen Pläne des Bundes für Anti-Corona-Maßnahmen entschärfen 

Die Länder wollen die vom Bund vorgeschlagenen neuen Kontaktbeschränkungen zur Eindämmung des Corona-Virus entschärfen. In einer Beschlussvorlage der Länder, die der Deutschen Presse-Agentur vorliegt, sind wesentliche Vorschläge des Bundes nicht mehr enthalten oder nur noch als Appell formuliert. So fehlt zum Beispiel, dass sich Kinder und Jugendliche nur noch mit einem festen Freund oder einer festen Freundin in der Freizeit treffen sollen. Auch wird nur noch an die Bürger "appelliert", auf private Feiern gänzlich zu verzichten. 

Seit dem Nachmittag beraten Kanzlerin Angela Merkel (CDU) und die Ministerpräsidenten in einer Videoschalte über das weitere Vorgehen in der Pandemie im November. 

Anders als in der Ursprungsfassung des Bundes verschwindet auch der Punkt Schulen im Länderpapier praktisch vollends aus dem Entwurf. War dort ursprünglich unter anderem noch die Forderung nach einer Maskenpflicht für alle Schüler und Lehrer im Unterricht und auf dem Schulgelände enthalten, heißt es in der Länderfassung nur noch, dass die Offenhaltung von Schulen und Betreuungseinrichtungen im Präsenzunterricht "eine hohe politische Priorität" habe. 

Zuvor hatte der Bund sein Papier schon entschärft. Danach sollten die Länder nur noch bis zur kommenden Woche einen Vorschlag vorlegen, wie Ansteckungsrisiken im Schulbereich weiter reduziert werden können. Auch dazu steht im Länderpapier nichts.


16.11.2020: Schweden senkt Teilnehmergrenze für Veranstaltungen auf acht Personen

Die schwedische Regierung führt im Zuge von schnell steigenden Infektionszahlen verschärfte Maßnahmen im Kampf gegen die Ausbreitung des Coronavirus ein. Ab Dienstag kommender Woche dürfen sich nur noch maximal acht Menschen für öffentliche Zusammenkünfte und Veranstaltungen versammeln, wie Ministerpräsident Stefan Löfven am Montag auf einer Pressekonferenz bekanntgab. Dies sei dringend notwendig, um die Corona-Ausbreitung einzudämmen, während die Bereitschaft zur Einhaltung der Maßgaben geringer geworden sei. 

Bislang liegt die maximale Teilnehmerzahl für Versammlungen und Veranstaltungen in Schweden bei 50 Personen. Für Kinos, Konzerte, Theater und Sportveranstaltungen mit gewissen Sitzplatzkapazitäten gelten seit wenigen Wochen Ausnahmen von bis zu 300 Teilnehmern.

"Wir leben in einer Zeit der Prüfung. Es wird schlimmer werden. Erfülle deine Pflicht, übernimm deine Verantwortung, um die Ausbreitung der Infektionen zu stoppen", sagte Löfven gleich zweimal eindringlich an seine Landsleute gerichtet. Mit Ratschlägen und Empfehlungen sei man im Frühjahr weit gekommen, nun aber brauche es Verbote, um die Zahl der Infizierten zu senken. Man sende ein deutliches Signal an jeden Schweden, sagte Löfven. Man solle darauf verzichten, ins Fitnessstudio zu gehen, in die Bibliothek zu gehen oder Feste zu feiern. Innenminister Mikael Damberg ergänzte, zu viele Menschen verhielten sich so, als sei die Gefahr vorüber. 

Schweden war in der Corona-Krise bislang einen viel beachteten Sonderweg mit vergleichsweise lockeren Maßnahmen und Appellen an die Vernunft der Bürger gegangen. Eine Verordnungsänderung für die deutliche Teilnehmerbeschränkung soll nun am 24. November in Kraft treten und vorläufig für vier Wochen - und damit bis unmittelbar vor Weihnachten - gelten. Private Feste kann die schwedische Regierung allerdings formal nicht verbieten.

Wie im Frühjahr hat Schweden mit seinen rund 10,3 Millionen Einwohnern mittlerweile wieder die mit Abstand höchsten Neuinfektionszahlen Skandinaviens. Auf die Bevölkerung heruntergerechnet lag das Land in den vergangenen 14 Tagen bei etwa 430 Neuinfektionen pro 100 000 Einwohner, verglichen mit einem Wert von rund 309 für Deutschland.


16.11.2020: Hotel- und Gaststättenverband droht mit Klage vor Verfassungsgericht

Der Hotel- und Gaststättenverband Dehoga hat wegen der geplanten Änderungen des Infektionsschutzgesetzes mit einer Klage vor dem Bundesverfassungsgericht gedroht. Mit den Änderungen werde eine neue Rechtsgrundlage für umfangreiche Schutzmaßnahmen in der Corona-Pandemie geschaffen. Diese bedeutet nach Auffassung des Verbands einen erheblichen Eingriff in die Grundrechte der betroffenen Gastwirte und Hoteliers. "Es ist jedoch inkonsequent und unseres Erachtens verfassungswidrig, dass keine Entschädigung für diesen Fall für unsere Betriebe vorgesehen ist", sagte Dehoga-Präsident Guido Zöllick am Montag in Berlin. Sollte es keine entsprechenden Korrekturen geben, "werden wir für die Branche Verfassungsbeschwerde in Karlsruhe einlegen". 

Bundestag und Bundesrat wollen am Mittwoch Änderungen am Infektionsschutzgesetz beschließen. Dabei geht es vor allem um die gesetzliche Grundlage für weitreichende Maßnahmen gegen die Corona-Pandemie. Union und SPD wollen bisherige allgemeine Formulierungen in dem Gesetz präzisieren und genauer vorgeben, welche Beschränkungen möglich sind, etwa Abstandsgebote, Kontaktbeschränkungen oder die Maskenpflicht im öffentlichen Raum.

Genannt werden auch die Schließung von Geschäften und Verbote für Veranstaltungen.


16.11.2020: Vorerst kein Beschluss zu schärferen Corona-Auflagen für Schulen

Bund und Länder werden bei ihrer Videokonferenz zum weiteren Vorgehen in der Corona-Pandemie an diesem Montag voraussichtlich keine schärferen Schritte für die Schulen beschließen. Nach einer geänderten Vorlage des Bundes sollen die Länder bis zur kommenden Woche einen Vorschlag vorlegen, wie Ansteckungsrisiken im Schulbereich weiter reduziert werden können.

Die geänderte Vorlage liegt der Deutschen Presse-Agentur vor.


16.11.2020: Vorberatungen der Ministerpräsidenten zur Corona-Runde mit Merkel

Die Ministerpräsidenten der Länder haben am Montagvormittag gemeinsam über die am Nachmittag geplanten Verhandlungen mit Kanzlerin Angela Merkel (CDU) beraten. Die Runde der Regierungschefs kam nach Informationen aus Teilnehmerkreisen wie geplant um 11.00 Uhr zu einer virtuellen Schalte zusammen. Die Gespräche mit der Kanzlerin sollten um 14.00 Uhr starten - es wurde von längeren Verhandlungen ausgegangen. Hauptstreitpunkt dürften die Pläne Merkels für eine Verschärfung der Regeln an den Schulen sein. 

Wegen des Widerstands mehrerer Bundesländer deutete sich eine Verschiebung der Entscheidung über neue Regeln an den Schulen auf die kommende Woche an. Widerstand komme sowohl von SPD-regierten Ländern als auch von Seiten einiger CDU- Ministerpräsidenten, hieß es aus anderen Teilnehmerkreisen. Das Thema sei sehr sensibel. Bei neuen Verhandlungen Merkels mit den Ministerpräsidenten wohl am 23. November soll auch entschieden werden, wie mit den bis Ende des Monats befristeten geltenden Kontaktbeschränkungen umgegangen wird.


16.11.2020: Infektiologe warnt: Weihnachten könnte "Kick-Starter" für Corona sein

Der Infektiologe Bernd Salzberger warnt davor, dass Weihnachts-Treffen die Ausbreitung des Coronavirus verstärken könnten. Die vergangenen Jahre hätten gezeigt, dass die Feiertage ein Kick-Starter für die Influenza-Ausbreitung gewesen seien, sagte der Mediziner vom Universitätsklinikum Regensburg den Zeitungen der Funke-Mediengruppe. "Die Leute reisen durch das ganze Bundesgebiet, mischen sich überall, man trifft in der Kneipe seine alten Klassenkameraden. Wenn wir Pech haben, könnte das mit Corona ähnlich sein." Er unterstrich, dass man im Dezember "kein normales Leben" haben werde. "Das kann nicht sein und wäre nicht vernünftig."


16.11.2020: USA mit mehr als elf Millionen Corona-Fällen

Die USA haben die Marke von elf Millionen Corona-Infektionen überschritten. Das ging am Sonntag aus Daten der Universität Johns Hopkins in Baltimore hervor. Eine Million Fälle kam in weniger als einer Woche dazu: Zehn Millionen waren erst am vergangenen Montag erreicht worden. Zuletzt hatte die Zahl der Neuinfektionen mit mehr als 177.000 an einem Tag erneut einen Rekordstand erreicht. In rund der Hälfte der 50 Bundesstaaten sind auch die Einweisungen in Krankenhäuser auf einem Höchststand.

In den USA starben bisher gut 246.000 Menschen an der Krankheit Covid-19. Der Mediziner Jonathan Reiner von der George Washington Universität warnte im Nachrichtensender CNN am Sonntag, dass in wenigen Wochen täglich erst 2000 und dann 3000 Erkrankte sterben würden, wenn man nicht umgehend Maßnahmen wie eine Maskenpflicht umsetze.


16.11.2020: 10.824 neue Corona-Infektionen in Deutschland gemeldet

Die Gesundheitsämter in Deutschland haben dem Robert Koch-Institut (RKI) 10.824 neue Corona-Infektionen binnen 24 Stunden gemeldet. Das sind rund 6100 Fälle weniger als am Sonntag, wie aus Angaben des RKI vom Montagmorgen hervorgeht. An Montagen sind die erfassten Fallzahlen meist niedriger, unter anderem weil am Wochenende weniger getestet wird. Am vergangenen Montag hatte die Zahl gemeldeter Neuinfektionen bei 13.363 gelegen. Der Höchststand war am vergangenen Freitag mit 23.542 gemeldeten Fällen erreicht worden.

Insgesamt haben sich dem RKI zufolge seit Beginn der Pandemie bundesweit 801.327 Menschen mit Sars-CoV-2 infiziert (Stand: 16. 11., 00.00 Uhr). Die Zahl der Todesfälle im Zusammenhang mit dem Virus stieg bis Montag um 62 auf insgesamt 12.547. Das RKI schätzt, dass rund 515.200 Menschen inzwischen genesen sind.

Das sogenannte Sieben-Tage-R lag laut RKI-Lagebericht vom Sonntag bei 1,03 (Vortag: 1,05). Das heißt, dass 100 Infizierte rechnerisch gut 100 weitere Menschen anstecken. Der Wert bildet jeweils das Infektionsgeschehen vor 8 bis 16 Tagen ab. Liegt er für längere Zeit unter 1, flaut das Infektionsgeschehen.


15.11.2020: Kliniken fahren Behandlungen herunter - Warnung vor Corona-Kollaps

Kranke müssen wegen der Corona-Pandemie möglicherweise bald vermehrt auf andere Klinikbehandlungen warten. Vor weiteren Beratungen von Bundeskanzlerin Angela Merkel mit den Ministerpräsidenten zur Pandemie fordern zentrale Verbände von Klinikärzten die Bundesländer mit vielen Corona-Fällen zu einem Stopp verschiebbarer Eingriffe auf. Der Präsident der Deutschen Krankenhausgesellschaft, Gerald Gaß, sagte am Sonntag der Deutschen Presse-Agentur: "Die Kliniken fahren schon je nach regionaler Situation die Regelversorgung schrittweise zurück." Der Präsident der Deutschen Interdisziplinären Vereinigung für Intensiv- und Notfallmedizin (DIVI), Uwe Janssens, sagte der "Bild am Sonntag": "Es ist allerhöchste Zeit, die Kliniken vom Regelbetrieb zu nehmen, damit wir uns voll auf die Intensivstationen konzentrieren können - und zwar nicht nur auf Covid-19-Patienten, sondern auf alle Schwerkranken."

Die Ärzteorganisation Marburger Bund, DIVI und andere Fachgesellschaften werfen Krankenhäusern vor, ihre Kapazitäten aus Umsatzgründen nicht auf Covid-19-Patienten zu konzentrierten. "Die Krankenhäuser in stark belasteten Regionen müssen unverzüglich von der Politik aufgefordert werden, plan- und verschiebbare stationäre Eingriffe je nach Belastungssituation zu reduzieren beziehungsweise einzustellen", fordern die Ärzte.

Die Ärzte warnen vor einem Kollaps in den Klinken: "Ohne diese zusätzliche Unterstützung ist die Belastungsgrenze insbesondere auf vielen Intensivstationen schon bald überschritten." Die Finanz-Verantwortlichen in den Kliniken wollten verschiebbare Eingriffe aber nicht zurückstellen. "Die Zeit drängt", mahnen die Ärzte.


15.11.2020: Bund-Länder-Schalte zu Corona - Keine Hoffnung auf rasche Lockerungen

Die Menschen in Deutschland können vorerst nicht mit Lockerungen des bis Ende November geltenden Teil-Lockdowns in der Corona-Krise rechnen. Kanzlerin Angela Merkel stimmte die Bürgerinnen und Bürger vor der am Montag mit den Ministerpräsidenten der Länder geplanten Zwischenbilanz erneut auf schwierige Monate ein. "Der vor uns liegende Winter wird uns allen noch viel abverlangen", sagte Merkel in ihrem am Samstag veröffentlichten Video-Podcast. "Das Virus wird noch eine ganze Weile unser Leben bestimmen. Das bedeutet auch, dass wir uns nicht unbeschwert direkt begegnen können."

Bayerns Ministerpräsident Markus Söder schloss weder eine Verlängerung des bis Ende des Monats befristeten Teil-Lockdowns noch eine weitere Verschärfung der Maßnahmen aus. Ähnlich äußerte sich Saar-Ministerpräsident Tobias Hans.

Merkel will an diesem Montag (14.00 Uhr) mit den Regierungschefs der Länder erörtern, ob die Kontaktbeschränkungen nachgeschärft werden müssen. Regierungssprecher Steffen Seibert hat bereits betont, man sehe noch keine Möglichkeiten für Lockerungen. Freizeiteinrichtungen und Restaurants sind derzeit geschlossen, Hotels dürfen keine Touristen beherbergen.


15.11.2020: Österreichs Kanzler: Wollen Massentests ähnlich wie in der Slowakei

Österreichs Regierung will Corona-Massentests zumindest bei Teilen der Bevölkerung durchführen. Das kündigte Bundeskanzler Sebastian Kurz am Sonntag in einem Interview des Senders ORF an. Vorbild sei die Slowakei, die an zwei Wochenenden einen Großteil ihrer 5,5 Millionen Einwohnern getestet und Zehntausende Corona-Infizierte in Quarantäne geschickt hatte. "Das ist ein absolutes Erfolgsbeispiel und wir haben uns entschieden, hier in Österreich einen ähnlichen Schritt zu machen", sagte Kurz. Über die genauen Pläne wolle die Regierung im Lauf der Woche informieren.

"Wir werden einerseits diese Massentests in gewissen Gruppen, zum Beispiel bei Lehrerinnen und Lehrern, aber auch bei anderen Gruppen nutzen, um mit dem 7. (Dezember) möglichst sicher wieder aufsperren zu können", sagte Kurz. Am 6. Dezember endet nach jetziger Planung der rund dreiwöchige Lockdown mit Ausgangsregeln sowie Schließung von Handel und Schulen, den die Regierung am Samstag verkündet hatte. "Zum zweiten sind wir in Vorbereitung, dieses Instrument auch vor Weihnachten nochmal zu nutzen", sagte Kurz. Schnelltests seien mittlerweile in millionenfacher Stückzahl am Markt verfügbar.


15.11.2020: Berliner Grüne wollen Silvester-Feuerwerk wegen Corona verbieten 

Die Berliner Grünen wollen an Silvester neben großen Partys auch das Feuerwerk verbieten. "Unsere Krankenhäuser haben schon Covid-19. Das reicht. Deshalb stayathome (Bleib zu Hause) und Feuerwerksverbot", twitterte die Grünen-Fraktionsvorsitzende Antje Kapek. Deutschland solle dem Vorbild der Niederlande folgen, die ein Feuerwerksverbot ankündigten. "Das ist ein wichtiger Schritt, um Krankenhäuser zu entlasten, Sanitäter zu schützen und Neuinfektionen zu verhindern."

Ähnliche Pläne hatten die Grünen schon in den vergangenen Jahren. Damals wurden die Überlegungen meist auch mit Umweltschutz und Feinstaub begründet. Nun geht es ihnen mehr um die Corona-Pandemie. Kapek sagte dem "Tagesspiegel" (Sonntag): "Alle zur Eindämmung des Coronavirus getroffenen Maßnahmen stehen unter einem Ziel: Das Gesundheitssystem zu entlasten. Wenn wir jetzt durch den Gebrauch von Silvesterknallern zu einem Anstieg der Patientenzahlen beitragen, ist das grob fahrlässig und verantwortungslos." Sie kündigte an, das Thema am Dienstag im Senat anzusprechen. Die Grünen-Fraktion lasse ein Verbot rechtlich prüfen.

Allerdings zeigte sich der Koalitionspartner SPD im "Tagesspiegel" eher ablehnend. "Ein generelles Silvesterverbot würde bedeuten, dass wir den Menschen den Spaß komplett nehmen. Ich bin skeptisch, ob das nicht eine Überreaktion wäre", sagte der SPD-Innenpolitiker Frank Zimmermann.


15.11.2020: Corona-Pandemie im Kreis Bautzen: "Wir sind an der Grenze"

Das Dorf Crostwitz zwischen Bautzen und Kamenz gehört derzeit zu den lokalen Corona-Hotspots. Auch im Caritas-Pflegeheim St. Ludmilla gibt es viele Corona-Fälle: "Von unseren 30 Mitarbeitern in der Pflege sind derzeit zehn Personen an Covid-19 erkrankt. Das Gesundheitsamt hat alle getestet. Wir warten auf die Antwort", sagt Heimleiterin Monika Wenzel. Auch von den 62 Heimbewohnern seien einige erkrankt.

Angesichts der weiter steigenden Infektionszahlen werden die Corona-Auflagen im Kreis nun verschärft. Krankenhäuser und Pflegeheime könnten ihre Besuchsregeln weiter einschränken. Auch ein Betretungsverbot für Eltern in Kindergärten und Schulen könnte erlassen werden.

"Es war ein gutes Gespräch, der Holzhammer bleibt zunächst aus", fasst Landrat Harig das Gespräch zusammen. Auch Ausgangsbeschränkungen und eine Maskenpflicht für Schüler im Unterricht wurden angesprochen. Diese Maßnahmen sollen jedoch aktuell nicht in Erwägung gezogen werden. In einer Woche werde überprüft, ob die Maßnahmen erfolgreich waren - und gegebenenfalls nachjustiert.

Im Gespräch ist auch die Erweiterung der Maskenpflicht auf Großparkplätze. Gesundheitsministerin Petra Köpping betonte, dass die Maßnahmen auch besonders dem Schutz der älteren Bevölkerung dienen sollten. "Für den Personenkreis ab 75 Jahre und für Menschen mit erheblichen Vorerkrankungen soll es in Kürze eine FFP-2-Maske über unsere Apotheken geben", sagte die SPD-Politikerin. Zudem werde über bestimmte Einkaufszeiten für Senioren nachgedacht.


15.11.2020: Zahl der Corona-Toten in Tschechien überschreitet Marke von 6000

In Tschechien hat die Zahl der Corona-Toten die Schwelle von 6000 überschritten. Seit Beginn der Pandemie starben bisher 6058 Infizierte, wie am Sonntag aus den Daten des Gesundheitsministeriums hervorging. Bei den Neuansteckungen war indes eine Abflachung der Kurve zu beobachten. Innerhalb von 24 Stunden wurden 4199 neue Fälle verzeichnet. Das waren rund 3500 weniger als am gleichen Tag vor einer Woche.

Die Nachrichtenagentur CTK berichtete, dass die Krematorien in mehreren Regionen des Landes stark ausgelastet seien. Die meisten Menschen in Tschechien wählen seit jeher die Feuerbestattung. Die Regierung in Prag hat bereits vor Wochen drastische Maßnahmen ergriffen, um die Infektionswelle zu bremsen. Schulen, Restaurants und die meisten Geschäfte sind geschlossen. Der Notstand und eine nächtliche Ausgangssperre wurden verhängt.


15.11.2020: Weniger Corona-Neuinfektionen in USA 

Die Zahl der Neuinfektionen mit dem Corona-Virus ist in den USA erstmals seit mehreren Tagen unter der des Vortages geblieben. Die binnen 24 Stunden neu registrierten Fälle erreichten am Samstag die Marke von 166.555, wie aus Daten der Johns-Hopkins-Universität (JHU) vom Sonntagmorgen hervorgeht. Für Freitag hatte die JHU zunächst 184.514 Fälle und damit einen Höchststand an Neuinfektionen seit Beginn der Pandemie gemeldet. Stunden später korrigierte sie diese Zahl aber auf 177.224 nach unten. Das ist nun der bisherige Höchstwert.

Insgesamt wurden nach jüngsten JHU-Angaben in den Vereinigten Staaten mit ihren 330 Millionen Einwohnern rund 10,9 Millionen Coronavirus-Infektionen bestätigt. Mehr als 245.600 Menschen starben im Zusammenhang mit dem Virus - mehr als in jedem anderen Land der Welt. Die Johns-Hopkins-Webseite wird regelmäßig aktualisiert und zeigt daher einen höheren Stand als die offiziellen Zahlen der Weltgesundheitsorganisation (WHO). In manchen Fällen wurden Zahlen nachträglich korrigiert.


15.11.2020: Merkel stimmt Bürger vor Bund-Länder-Schalte auf harte Monate ein

Kanzlerin Angela Merkel hat die Menschen in Deutschland vor der am Montag geplanten Zwischenbilanz des Teil-Lockdowns auf schwierige Monate wegen der Coronakrise eingestimmt. "Der vor uns liegende Winter wird uns allen noch viel abverlangen", sagte Merkel in ihrem am Samstag veröffentlichten Video-Podcast. Bayerns Ministerpräsident Markus Söder schloss weder eine Verlängerung des bis Ende des Monats befristeten Teil-Lockdowns noch eine weitere Verschärfung der Maßnahmen aus. Ähnlich äußerte sich Saar-Ministerpräsident Tobias Hans.

"Das Virus wird noch eine ganze Weile unser Leben bestimmen. Das bedeutet auch, dass wir uns nicht unbeschwert direkt begegnen können", sagte Merkel. Regierungssprecher Steffen Seibert hat bereits am Freitag betont, dass die Regierung noch keine Möglichkeiten für Lockerungen sieht. Freizeiteinrichtungen und Restaurants sind derzeit geschlossen, Hotels dürfen keine Touristen beherbergen.


15.11.2020: 16.947 neue Corona-Neuinfektionen in Deutschland

Innerhalb eines Tages haben die Gesundheitsämter nach Angaben des Robert Koch-Instituts (RKI) vom Sonntag in Deutschland 16.947 neue Corona-Infektionen gemeldet. Das sind 5.514 Fälle weniger als noch am Tag zuvor mit 22 461 neu gemeldeten Fällen innerhalb von 24 Stunden. An Sonntagen sind die erfassten Fallzahlen meist niedriger, unter anderem weil am Wochenende weniger getestet wird. Am vergangenen Sonntag hatte die Zahl gemeldeter Neuinfektionen bei 16.017 gelegen. Seit Beginn der Pandemie hat das RKI insgesamt 790.503 Infektionen erfasst. (Stand: 15.11., 00.00 Uhr)

Die Zahl der Todesfälle im Zusammenhang mit dem Coronavirus stieg um 107 auf insgesamt 12 485. Das sogenannte Sieben-Tage-R lag laut RKI-Lagebericht vom Samstagabend bei 1,05 (Vortag: 0,99). Das heißt, dass 100 Infizierte rechnerisch gut 100 weitere Menschen anstecken. Der Wert bildet jeweils das Infektionsgeschehen vor 8 bis 16 Tagen ab. Liegt er für längere Zeit unter 1, flaut das Infektionsgeschehen ab.


15.11.2020: Zwölf Tote nach Corona-Ausbruch in Altenheim in Berlin

In einem Alten- und Pflegeheim in Berlin-Lichtenberg sind nach einem Corona-Ausbruch innerhalb von fünf Wochen zwölf infizierte Menschen gestorben. Elf davon seien im Krankenhaus gestorben, wohin sie mit Symptomen überwiesen worden seien, teilte eine Sprecherin der Betreiberfirma Kursana am Samstag der Deutschen Presse-Agentur mit. "Nach unserer Kenntnis hatten alle schwerwiegende Vorerkrankungen oder befanden sich in der Palliativphase." Der "Tagesspiegel" hatte zuvor darüber berichtet.

Am 8. Oktober sei ein erster Bewohner bei einem Krankenhausaufenthalt positiv getestet worden, sagte die Sprecherin. "Danach erfolgten Teil-Testreihen in einzelnen Wohnbereichen. Zum 3. November lagen erstmals Testergebnisse für das gesamte Haus vor. Aktuell sind 27 Bewohner und 17 Mitarbeiter Corona-positiv."


14.11.2020: Günther: Impfzentren bis Mitte Dezember im Norden einsatzbereit 

Nach den Worten von Ministerpräsident Daniel Günther werden in Schleswig-Holstein bis Mitte Dezember Corona-Impfzentren in allen Kreisen und kreisfreien Städten einsatzbereit sein. "Ob ein Impfstoff im Dezember schon zur Verfügung steht, wissen wir nicht. Klar ist: Die Massenimpfung darf nicht an fehlenden Räumen scheitern", sagte Günther dem "Spiegel" in einem am Samstag veröffentlichten Interview.

Zu der Frage, wer zuerst geimpft werden sollte, erläuterte der Ministerpräsident, dass es eine Prioritätenliste des Deutschen Ethikrats gebe, an die sich das Bundesland streng halten werde. Diese Liste sehe vor, dass zum Beispiel ältere Menschen zuerst geimpft würden, danach medizinisches Personal und Pflegekräfte, die Corona-Patienten behandelten.


14.11.2020: Söder: Keine zu frühe Lockerung der Anti-Corona-Maßnahmen

Bayerns Ministerpräsident Markus Söder hat einer zu frühen Lockerung der aktuellen Anti-Corona-Maßnahmen eine klare Absage erteilt. Bis Ende November gebe es "auf keinen Fall eine Lockerung - das macht überhaupt keinen Sinn", sagte der CSU-Chef am Samstag in einer Rede bei einer Internet-Landesversammlung der bayerischen Jungen Union. Söder schloss weder eine Verlängerung des befristeten Teil-Lockdowns noch eine weitere Verschärfung der Maßnahmen aus. Mit Blick auf neue Bund-Länder-Beratungen am Montag sagte er: "Ob's verlängert werden muss - möglich, wir werden sehen. Ob mehr gemacht werden muss - das wird dann alles entschieden."


14.11.2020: Österreichs Regierung will vollen Lockdown bis zum 6. Dezember 

Die österreichische Regierung will zur Eindämmung der Corona-Krise für drei Wochen Geschäfte und Schulen schließen und Ausgangsbegrenzungen rund um die Uhr verordnen. Das ging am Samstag aus einem Verordnungsentwurf hervor, der der Deutschen Presse-Agentur in Wien vorlag.

Bundeskanzler Sebastian Kurz, Gesundheitsminister Rudolf Anschober und weitere Regierungsmitglieder sollen den Plan am Nachmittag bei einer Pressekonferenz verkünden. Gelten sollen die Maßnahmen ab Dienstag und bis einschließlich Sonntag, dem 6. Dezember.

Geplant sind demnach weitreichende Eingriffe wie im sogenannten strengen Lockdown im Frühjahr, als erstmals wegen der Pandemie ein völliger Stillstand des öffentlichen Lebens inklusive Ausgangsregeln galt. Schon seit dem 3. November sind Gastronomie, Tourismus, Kulturbetrieb und Freizeiteinrichtungen geschlossen. Außerdem gelten Ausgangsbeschränkungen von 20 bis 6 Uhr, die das Verlassen des "privaten Wohnraums" nur für mehrere konkrete Gründe wie etwa die Erfüllung von Grundbedürfnissen, Arbeit und Ausbildung, die Betreuung Hilfsbedürftiger sowie zur Erholung im Freien zulassen.

Diese Ausgangsbeschränkung gilt laut dem Entwurf nun rund um die Uhr. Private Treffen sind demnach nur mit einem Partner, einzelnen engsten Angehörigen oder einzelnen wichtigsten Bezugspersonen erlaubt. Offen bleiben nur Geschäfte für die Deckung des täglichen Bedarfs, etwa Supermärkte, Drogerien, Apotheken und Kioske. Schulen stellen auf Fernunterricht um und bieten Betreuungsmöglichkeiten bei Bedarf.


14.11.2020: Keine Schulen in Berlin geschlossen - aber 1022 Schüler positiv getestet

In Berlin sind keine Schulen wegen der Corona-Pandemie geschlossen. Allerdings sind derzeit 1022 Corona-Fälle bei Schülerinnen und Schülern sowie 341 bei Mitgliedern des Personals an den öffentlichen allgemeinbildenden Schulen bekannt. Das geht aus den Daten hervor, die die Senatsverwaltung für Bildung am Freitag veröffentlicht hat. Die Zahlen sind in den vergangenen Wochen deutlich gestiegen. 622 Lerngruppen sind aktuell geschlossen. An öffentlichen beruflichen Schulen gibt es 251 bestätigte Corona-Fälle unter den Schülern und 21 beim Personal sowie 56 geschlossene Lerngruppen.

Berlinweit bieten aktuell aber nur zwei Schulen keinen Regelunterricht mehr an. Sie sind bei einer Überprüfung aller Schulen durch die Gesundheitsämter in die Stufe Rot eingeordnet worden. Damit müssen sie auf kleinere Lerngruppen und eine Mischung aus Präsenzunterricht und Lernen zu Hause umstellen. 44 Schulen sind aktuell in Stufe Grün und 586 in Stufe Gelb eingeordnet worden. Auf der orangenen Stufe befinden sich 178 Schulen. Je nach Stufe sind laut Corona-Stufenplan unterschiedliche Maßnahmen zur Eindämmung der Corona-Pandemie vorgesehen.

Unabhängig davon, in welcher Corona-Stufe sich eine Schule befindet, gilt ab Mittwoch eine generelle Maskenpflicht auch im Unterricht für alle Klassen an weiterführenden Schulen und an den Berufsschulen. Das teilte die Bildungsverwaltung am Freitag mit. Der Unterrichtsbeginn soll zudem über zwei Stunden gestreckt werden, so dass nicht alle Schüler gleichzeitig morgens in den Bahnen und Bussen sitzen.


14.11.2020: Trump: Biontech-Impfstoff soll in USA sehr schnell zugelassen werden

Der von Pfizer und der deutschen Firma Biontech entwickelte Corona-Impfstoff soll nach den Worten des amtierenden Präsidenten Donald Trump "sehr, sehr schnell" in den USA zugelassen werden. Die jüngst von den Herstellern verkündete Wirksamkeit des Impfstoffs "übertrifft bei Weitem alle Erwartungen", sagte Trump am Freitag im Rosengarten des Weißen Hauses. Die US-Regierung habe sich vertraglich die Lieferung von 100 Millionen Impfdosen gesichert und habe die Option, schnell Millionen weitere Dosen zu bekommen. Trump war mit dem Versprechen eines schon bald verfügbaren Impfstoffs in die Wahl am 3. November gezogen, die er gegen den Demokraten Joe Biden verlor.

Die USA verzeichnen täglich neue Höchststände an Neuinfektionen mit dem Coronavirus. Am Donnerstag wurden 153.496 Fälle registriert, wie aus Daten der Johns-Hopkins-Universität (JHU) hervorging. Das waren rund 10.000 mehr als noch am Vortag. Damit verzeichneten die USA die höchste Fallzahl für Ansteckungen mit dem Virus binnen 24 Stunden seit Beginn der Pandemie.


14.11.2020: Neuer Höchststand bei Corona-Toten in Polen

Polen hat am Samstag so viele Corona-Tote gemeldet wie noch nie seit Beginn der Pandemie im Frühjahr. Innerhalb von 24 Stunden seien 548 Menschen mit dem Virus gestorben, teilte das Gesundheitsministerium in der Hauptstadt Warschau mit. Damit gibt es in Polen inzwischen mehr als 10.000 Todesfälle im Zusammenhang mit Covid-19. Innerhalb eines Tages kamen zudem fast 25.600 Neuinfektionen hinzu. Damit sei die Gesamtzahl der gemeldeten Fälle in den vergangenen Monaten auf mehr als 691 000 gestiegen.

Das Land hat rund 38 Millionen Einwohner. Deutschland hat Polen wegen vieler Corona-Fälle als Risikogebiet eingestuft. Zum Vergleich: In Deutschland haben die Gesundheitsämter dem Robert Koch-Institut am Samstag 22.461 neue Corona-Infektionen binnen 24 Stunden gemeldet.

In Polen gelten angesichts der drastisch steigenden Zahl von Neuinfektionen seit einer Woche weitere Einschränkungen des öffentlichen Lebens. Kinos, Theater und Museen sind erneut geschlossen - ebenso wie Geschäfte in Einkaufszentren, mit Ausnahme von Lebensmittelläden und Apotheken. Alle Schulen stellen auf Fernunterricht um. Die Auflagen sollen bis zum 29. November gelten.


14.11.2020: Iran plant landesweit unbefristete Corona-Lockdowns 

Der Iran plant landeweit strenge und unbefristete Lockdowns, um die drastisch steigenden Corona-Fallzahlen zu stoppen. "Diese Lockdowns werden am 21. November in Kraft treten und sind erforderlich, um Menschenleben zu retten", sagte Präsident Hassan Ruhani am Samstag. Laut Ruhani sollen die landesweiten Lockdowns unbefristet so lange weitergeführt werden, bis die Fall- und besonders die Totenzahlen sinken. 

"Das Volk muss die bittere Tatsache akzeptieren, dass dieses Problem uns noch längerfristig begleiten wird und wir solange mit diesem ungewollte Gast leben müssen", so der Präsident im Staatsfernsehen. Wie genau die Lockdowns aussehen sollen, welche Wirtschaftsbranchen davon betroffen sind und ob es auch zu Ausgangssperren kommt, wird laut Ruhani vom Corona-Krisenstab vor dem 21. November bekanntgegeben.   

Aus wirtschaftlichen Erwägungen war Ruhani bis jetzt gegen Lockdowns. Die dramatisch steigenden Fallzahlen in den letzten Wochen ließen ihm jedoch keine andere Wahl. Fast im Minutentakt sterben Corona-Patienten, im Sekundentakt werden Neuinfektionen registriert. Aktuell liegt die Gesamtzahl der Corona-Toten im Iran über 40.000, die der Infizierten bei fast 740.000. Die Fallzahlen dürften jedoch mehr als doppelt so hoch sein wie angegeben, weil es im Iran laut Gesundheitsexperten noch zu wenige Testmöglichkeiten gibt. 


14.11.2020: Italien verschärft Corona-Maßnahmen für weitere Regionen

Die italienische Regierung hat weitere Verschärfungen für einige Regionen im Kampf gegen das Coronavirus vereinbart. Die süditalienische Region Kampanien und die Toskana werden zu Roten Zonen, wie Italiens Gesundheitsminister Roberto Speranza Freitagnacht auf Facebook mitteilte. Damit gelten für insgesamt sieben Regionen die strengsten Corona-Maßnahmen. Zudem würden die nördlicher gelegenen Regionen Emilia-Romagna und Friaul-Julisch Venetien sowie Marche im Osten des Landes in die Kategorie der mittleren Risiko-Zonen (orange) eingeteilt.

"Es gibt keinen anderen Weg, um die Zahl der Todesfälle zu reduzieren und die Ansteckungen zu verringern", schrieb Speranza in seinem Post. Für den überwiegenden Teil Italiens gelten damit strenge Corona-Auflagen. Das Land ist in drei Zonen eingeteilt. In der Roten herrscht gewissermaßen ein Lockdown. In der Orangen Zone ist die Bewegungsfreiheit über die Kommunen und Regionen hinaus ohne Angabe bestimmter Gründe eingeschränkt. Italien verzeichnete am Freitag mit knapp 41.000 Corona-Neuinfektionen binnen eines Tages einen neuen Höchstwert.


14.11.2020: Dänische Regierung lockert mehrere Corona-Maßnahmen für Nerzregion

Die Corona-Maßnahmen in der dänischen Nerzregion Nordjütland werden teils wieder gelockert. Ab Montag dürfen die rund 280 000 Einwohner der sieben betroffenen Kommunen wieder über die kommunalen Grenzen fahren, nicht aber in andere Landesteile reisen. Fünft- bis Achtklässler, die in den vergangenen Tagen aus der Ferne unterrichtet wurden, dürfen zum Start der neuen Woche zurück in die Schule. Auch der öffentliche Nahverkehr zwischen den Kommunen wird wiederaufgenommen, wie Gesundheitsminister Magnus Heunicke am Freitagabend auf einer Pressekonferenz in Kopenhagen bekanntgab.

Die Zahl der Coronavirus-Infektionen in den sieben Kommunen sei ebenso gefallen wie diejenige der von Nerzen stammenden Infektionen in der Region, sagte Heunicke. Von der als besorgniserregend eingestuften Cluster-5-Variante sei in den letzten beiden Wochen des Oktobers kein neuer Fall gefunden worden. Darüber hinaus werde damit gerechnet, dass der letzte Nerz in den Kommunen bereits an diesem Montag gekeult werde.

Eigentlich hätten diese wie andere Beschränkungen bis zum 3. Dezember gelten sollen. Sie waren vor gut einer Woche eingeführt worden, darunter auch die Schließung von Restaurants, Kneipen, Schwimmbädern, Fitnessstudios, Museen, Kinos und weiteren Einrichtungen.

Grund für die Beschränkungen war eine Virus-Mutation bei Nerzen - besagte Cluster-5-Variante. Sie ist bislang bei zwölf Menschen in Nordjütland nachgewiesen worden und könnte nach Angaben des dänischen Gesundheitsinstituts SSI Auswirkungen auf mögliche künftige Corona-Impfstoffe haben. Aus diesem Grund hat die Regierung die Tötung des gesamten Nerzbestandes im Land angeordnet - es geht um Millionen Tiere.


14.11.2020: Warschau stellt Busse für Transport von Covid-19-Patienten bereit

Die Stadtverwaltung in Warschau hat zwei Linienbusse der örtlichen Verkehrsbetriebe für den Transport von Covid-19- Patienten ausgerüstet. Die mit Sauerstoffflaschen ausgerüsteten Busse sollen die Kranken in das Notlazarett bringen, das im Nationalstadion auf dem rechten Weichselufer errichtet wurde, sagte Warschaus Oberbürgermeister Rafal Trzaskowski am Freitag nach Angaben der Nachrichtenagentur PAP. Jeder Linienbus könne bis zu 22 Patienten transportieren. In dem Notkrankenhaus sollen bis zum Wochenende 500 Betten für Covid-19-Patienten errichtet werden. Gegenwärtig werden dort 26 Erkrankte behandelt.

Polen registrierte am Freitag laut Gesundheitsministerium 24.051 Corona-Neuinfektionen innerhalb von 24 Stunden, im gleichen Zeitraum starben 419 Menschen im Zusammenhang mit Covid-19. Der bisherige Rekordwert war mit 27.875 Neuinfektionen am vergangenen Samstag erreicht worden.


14.11.2020: Nach Massentests: Slowakei öffnet wieder Kirchen, Kinos und Theater

Die Pandemiekommission der Slowakei hat eine Lockerung des im Kampf gegen Covid-19 erlassenen Veranstaltungsverbots beschlossen. "Soeben wurden meine Vorschläge angenommen", verkündete der populistisch-konservative Ministerpräsident Igor Matovic am Freitagnachmittag auf Facebook. Demnach dürfen ab der kommenden Woche wieder Kirchen, Kinos und Theater öffnen, aber nur für 50 Prozent ihrer Besucherkapazitäten.

Auch Fitnesszentren und Schwimmbäder dürfen zwar wieder öffnen, aber nur maximal sechs Besucher gleichzeitig einlassen - und auch dies nur, wenn pro Person mindestens 15 Quadratmeter zur Verfügung stehen. Eine Lockerung gibt es auch für den Profisport. In den obersten Ligen fünf ausgewählter Mannschaftssportarten wie Fußball und Eishockey darf wieder gespielt werden, aber ohne Zuschauer.


14.11.2020: WHO: Corona-Situation in Tunesien "sehr besorgniserregend"

Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) hat die Corona-Lage in Tunesien als "sehr besorgniserregend" bezeichnet. Grund dafür seien die stark steigenden Zahlen der Patienten vor allem in den Krankenhäusern und der Todesfälle, sagte der WHO-Vertreter in dem nordafrikanischen Land, Yves Souteyrand, wie die staatliche Nachrichtenagentur TAP am Freitag auf Twitter berichtete.

Wegen der kontinuierlich steigenden Infektionszahlen hatte die tunesische Regierung die Corona-Beschränkungen erst jüngst verschärft und unter anderem eine nächtliche Ausgangssperre für das gesamte Land eingeführt. Zwischen März und Juni hatte es erstmals eine landesweite Ausgangssperre gegeben. Nach deren Aufhebung hatte die Regierung erklärt, den Kampf gegen das Virus gewonnen zu haben.

Das nordafrikanische Land mit seinen rund 11,5 Millionen Einwohnern hatte in den vergangenen drei Tagen laut WHO jeweils rund 1400 bis 1600 Neuinfektionen pro Tag registriert. In Deutschland, das mehr als siebenmal so viele Einwohner hat, wurden im gleichen Zeitraum zwischen 18.500 und 23.500 Neuinfektionen innerhalb eines Tages gemeldet. In Tunesien wird allerdings deutlich weniger getestet. Viele Krankenhäuser sind bereits seit Wochen überlastet.


14.11.2020: Tschechien verlangt Corona-Test von Einreisenden aus Deutschland 

Deutschland wird für Tschechien zum Corona-Risikogebiet. Von Montag an werde die Bundesrepublik auf der sogenannten «Reise-Ampel» des EU-Mitgliedstaats rot markiert sein, teilte der tschechische Außenminister Tomas Petricek am Freitag bei Twitter mit. Das bedeutet, dass Reiserückkehrer und Einreisende aus Deutschland einen aktuellen Testnachweis vorlegen oder einen Corona-PCR-Test machen müssen. Zudem muss vor der Ankunft online ein Einreiseformular ausgefüllt werden. Ausgenommen sind unter anderem grenzüberschreitende Berufspendler und Transitreisende.

Touristische Reisen nach Tschechien sind derzeit ohnehin nicht möglich. Aufgrund des geltenden Corona-Notstands dürfen Hotels nur Geschäftsreisende beherbergen. Die deutsche Bundesregierung hat Tschechien bereits seit dem 25. September als Risikogebiet eingestuft und eine Reisewarnung ausgesprochen.

Auf die Bevölkerungszahl umgerechnet steht Tschechien bei der Corona-Entwicklung derzeit deutlich schlechter da als Deutschland: Nach den jüngsten Zahlen der EU-Gesundheitsagentur ECDC gab es dort statistisch 1282,7 Neuinfektionen je 100 000 Einwohner binnen 14 Tagen. In Deutschland lag dieser Wert bei 302,8.


14.11.2020: Spanien warnt: Einreise ohne PCR-Test kann bis zu 6000 Euro kosten 

Wer ab dem 23. November aus Deutschland oder einem anderen Risikogebiet in Spanien einreist und keinen negativen PCR-Test vorlegen kann, riskiert eine schmerzhafte Geldstrafe. Verstöße könnten mit bis zu 6000 Euro geahndet werden, warnte am Freitag die spanische Außenministerin Arancha González Laya im Interview des Fernsehsenders "Antena 3".

Man empfehle deshalb den Airlines, dass schon vor Abflug geprüft werde, ob die Passagieren diese Auflage erfüllen. Wer in Spanien ohne PCR-Test eintreffe, müsse diesen neben der Geldstrafe nachholen. Die Vorschrift gilt für alle Besucher, die über einen Flughafen oder Hafen einreisen.

Gemäß der am Mittwoch erlassenen Verordnung der linken Regierung darf der Test bei Einreise nicht älter als 72 Stunden sein. Das Ergebnis des Corona-Tests muss auf Spanisch oder Englisch verfasst sein und kann sowohl in Papierform als auch digital vorgelegt werden. Zudem muss es in dem Formular angegeben werden, das Spanien-Besucher schon seit einiger Zeit vor der Einreise ausfüllen müssen.


14.11.2020: 22.461 neue Corona-Infektionen in Deutschland

In Deutschland haben die Gesundheitsämter dem Robert Koch-Institut (RKI) 22.461 neue Corona-Infektionen binnen 24 Stunden gemeldet. Das sind 1 081 Fälle weniger als am Freitag, wie aus den Angaben des RKI vom Samstagmorgen hervorgeht. Auch im Vergleich zum Samstag vergangener Woche ist der Wert etwas niedriger. Zu dem Zeitpunkt hatte die Zahl gemeldeter Neuinfektionen bei 23.399 gelegen.

Am Freitag war mit 23.542 verzeichneten Fällen der bisherige Spitzenwert erreicht worden. Im Vergleich zum Donnerstag stieg die Zahl der neu gemeldeten Fälle am Freitag um knapp 1.700. Das RKI zählt seit Beginn der Pandemie insgesamt 773.556 nachgewiesene Infektionen mit Sars-CoV-2 in Deutschland (Stand: 14.11., 00.00 Uhr). Die Zahl der Todesfälle im Zusammenhang mit dem Virus stieg bis Samstag um 178 auf insgesamt 12.378. Am Freitag betrug diese Steigerung 218 Fälle. Das RKI schätzt, dass rund 493.200 Menschen inzwischen genesen sind.

Das sogenannte Sieben-Tage-R lag laut RKI-Lagebericht vom Freitagabend bei 0,99 (Vortag: 0,93). Das heißt, dass 100 Infizierte rechnerisch etwa 99 weitere Menschen anstecken. Der Wert bildet jeweils das Infektionsgeschehen vor 8 bis 16 Tagen ab. Liegt er für längere Zeit unter 1, flaut das Infektionsgeschehen ab.


13.11.2020: Österreich plant Verschärfung des Teil-Lockdowns

Wegen steigender Corona-Zahlen nach anderthalb Wochen Teil-Lockdown plant Österreich eine Verschärfung der Maßnahmen. Details will die Regierung an diesem Samstag verkünden, wie das Bundeskanzleramt am Freitag der Deutschen Presse-Agentur bestätigte. Laut Medienberichten ist eine Pressekonferenz am Nachmittag geplant.

Die Zahl der gemeldeten Ansteckungen erreichte am Freitag einen Höchstwert von 9586 binnen 24 Stunden, darunter aber auch Nachmeldungen aufgrund technischer Probleme. Der Schnitt in den vergangenen sieben Tagen liegt österreichweit bei 554,2 Fällen pro 100 000 Einwohner, regional aber bei bis zu 850. Seit Donnerstag wurden 53 neue Todesfälle gezählt. 3922 Covid-19-Erkrankte lagen im Krankenhaus, 567 von ihnen auf Intensivstationen - ein zunehmend kritischer Wert für das österreichische Gesundheitssystem. 

Die Corona-Kommission der Regierung empfahl nach einer Beratung am Donnerstagabend das Treffen weiterer Maßnahmen, um einen Zusammenbruch des Gesundheitssystems zu verhindern. Ob Teile des Handels oder Schulen tatsächlich geschlossen werden sollen, war zunächst noch offen. Auch Ausgangsbeschränkungen ähnlich der strengen Maßnahmen im Frühjahr gelten als möglich. 

Schon seit dem 3. November gilt in Österreich ein sogenannter Teil-Lockdown. Gastronomie, Tourismus, Kulturbetrieb und Freizeiteinrichtungen sind zum allergrößten Teil geschlossen, der Handel, Dienstleister und Schulen bis zur Mittelstufe blieben geöffnet. Zudem gelten Ausgangsbeschränkungen von 20 bis 6 Uhr, die das Verlassen des "eigenen privaten Wohnraums" nur etwa für Grundbedürfnisse sowie zur Erholung im Freien zulassen.


13.11.2020: Bundesregierung stuft Schweden und Kanada als Risikogebiete ein

Wegen steigender Infektionszahlen hat die Bundesregierung ganz Schweden und ganz Kanada ab Sonntag als Corona-Risikogebiete eingestuft. Zudem wurden am Freitag Regionen in Griechenland, Großbritannien, Norwegen, Lettland, Estland und ein französisches Überseegebiet auf die vom Robert Koch-Institut geführte Risikoliste gesetzt. Eine Region in Finnland wurde dagegen wieder gestrichen. Das skandinavische Land ist damit das einzige in Europa ohne Risikogebiet.


13.11.2020: Corona-Rekord in den USA: Über 150 000 Neuinfektionen an einem Tag

Die USA haben einen weiteren Höchststand an Neuinfektionen mit dem Coronavirus verzeichnet. Am Donnerstag wurden 153.496 Fälle registriert, wie aus Daten der Johns-Hopkins-Universität (JHU) vom Freitag hervorgeht. Das sind rund 10.000 mehr als noch am Vortag. Damit verzeichneten die USA die höchste Fallzahl für Ansteckungen mit dem Virus binnen 24 Stunden seit Beginn der Pandemie.

Insgesamt wurden nach JHU-Angaben in den USA mit ihren rund 330 Millionen Einwohnern seit Beginn der Pandemie rund 10,5 Millionen Coronavirus-Infektionen bestätigt. Etwa 242 400 Menschen starben im Zusammenhang mit dem Virus - mehr als in jedem anderen Land der Welt.


13.11.2020: Nach Urteil: Bayern verbietet wegen Corona-Krise Indoor-Sport

Wegen der Corona-Krise müssen ab Freitag so gut wie alle Indoor-Sportstätten in Bayern geschlossen bleiben - einzig Schul- und Profisport bleiben im November in Innenräumen erlaubt. "Die Staatsregierung zieht damit eine Entscheidung vor, die Bayern bei der nächsten Ministerpräsidentenkonferenz am kommenden Montag ohnehin vorgeschlagen hätte", sagte Gesundheitsstaatssekretär Klaus Holetschek (CSU) am Donnerstag der dpa in München. 

Hintergrund für die Neuregelung ist eine Entscheidung des Bayerischen Verwaltungsgerichtshofs (BayVGH). Dieser hatte unter Verweis auf das Gleichheitsprinzip am Donnerstag die bisherige Schließung von Fitnessstudios aufgehoben, weil auf der anderen Seite sonstige Sportstätten für Individualsport geöffnet seien. Das Gericht gab damit dem Eilantrag eines Fitnessstudio-Inhabers zum Teil statt.


13.11.2020: Neuer Höchststand: 23.542 Corona-Fälle binnen 24 Stunden gemeldet 

In Deutschland haben die Gesundheitsämter dem Robert Koch-Institut (RKI) 23.542 neue Corona-Infektionen binnen 24 Stunden gemeldet. Damit ist am Freitag ein neuer Höchststand erreicht worden, wie aus den Angaben des RKI vom Donnerstagmorgen hervorgeht. Am vergangenen Samstag war mit 23.399 verzeichneten Fällen der bisherige Spitzenwert erreicht worden. Im Vergleich zum Donnerstag stieg die Zahl der gemeldeten Fälle am Freitag um knapp 1700. 

Das RKI zählt seit Beginn der Pandemie insgesamt 751.095 nachgewiesene Infektionen mit Sars-CoV-2 in Deutschland (Stand: 13.11., 00.00 Uhr). Die Zahl der Todesfälle im Zusammenhang mit dem Virus stieg bis Freitag um 218 auf insgesamt 12.200. Am Donnerstag hatte diese Steigerung 215 Fälle betragen. Das RKI schätzt, dass rund 481.700 der registrierten Infizierten inzwischen genesen sind.  

Das sogenannte Sieben-Tage-R lag laut RKI-Lagebericht vom Donnerstagabend bei 0,93 (Vortag: 0,89). Das heißt, dass 100 Infizierte rechnerisch etwa 93 weitere Menschen anstecken. Der Wert bildet jeweils das Infektionsgeschehen vor 8 bis 16 Tagen ab. Liegt er für längere Zeit unter 1, flaut das Infektionsgeschehen ab.


12.11.2020: Gericht kippt Schließung von Fitnessstudios in Bayern

Fitnessstudios in Bayern dürfen trotz der Corona-Pandemie wieder öffnen. Nach einer Entscheidung des Bayerischen Verwaltungsgerichtshofs (VGH) verstößt die komplette Schließung gegen den Gleichbehandlungsgrundsatz. Das Gericht gab am Donnerstag einem Eilantrag des Inhabers eines Fitnessstudios zum Teil statt und setzte die Regelung in der aktuellen Bayerischen Infektionsschutzmaßnahmenverordnung außer Vollzug. Der Betrieb von Fitnessstudios ist darin vollständig untersagt.

Der Senat ging in seiner Entscheidung davon aus, dass Inhaber von Fitnessstudios durch diese Regelung benachteiligt würden, ohne dass dies sachlich gerechtfertigt sei, teilte ein Justizsprecher mit. Die vollständige Schließung von Fitnessstudios wertete das Gericht demnach als nicht verhältnismäßig.

Nach der seit 2. November gültigen Corona-Verordnung dürfen in Bayern Einrichtungen des Freizeitsports nur für den Individualsport und nur allein, zu zweit oder mit den Angehörigen des eigenen Hausstands genutzt werden. Diese Regelung müsse auch für Fitnessstudios gelten, befanden die Richter.

Eine Außervollzugsetzung der restlichen Beschränkungen des Freizeit- und Individualsports lehnten die Richter ab. Das derzeitige Infektionsgeschehen rechtfertige aus Gründen des Schutzes von Leben und Gesundheit diese Beschränkungen. Damit sei auch der Betrieb von Fitnessstudios nur in einem stark eingeschränkten Umfang möglich, so der VGH.

Gegen den Beschluss können keine Rechtsmittel eingelegt werden.


12.11.2020: Novemberhilfen: Altmaier plant zunächst Abschlagszahlungen

Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier (CDU) plant nach Informationen der Deutschen Presse-Agentur bei den Novemberhilfen zunächst Abschlagszahlungen. Damit sollen erste Gelder noch bis Ende des Monats bei den vom Teil-Lockdown Betroffenen ankommen. Wie es hieß, sollen Soloselbständige eine Abschlagszahlung von bis zu 5000 Euro erhalten, Unternehmen von bis zu 10 000 Euro.

Details zu den Auszahlungen der Hilfen will das Ministerium noch am Donnerstag bekanntgeben.

Die Bundesregierung hatte Zuschüsse etwa für Gastronomiebetriebe sowie Solo-Selbstständige wie Künstler zugesagt, die von behördlich angeordneten Schließungen im Kampf gegen eine Ausbreitung des Coronavirus betroffen sind. Es sollen Zuschüsse in Höhe von 75 Prozent des durchschnittlichen Umsatzes im November 2019 gewährt werden. 


12.11.2020: Neuer Höchstwert: Mehr als 144 000 Corona-Neuinfektionen in den USA 

Die USA haben den zweiten Tag in Folge einen Höchststand an täglichen Neuinfektionen mit dem Coronavirus registriert. Für Mittwoch wurden 144.133 Fälle verzeichnet, wie aus Daten der Johns-Hopkins-Universität vom Donnerstag hervorgeht. Das ist der höchste Wert für Ansteckungen mit dem Virus Sars-CoV-2 binnen 24 Stunden seit Beginn der Pandemie. 

In den USA mit ihren rund 330 Millionen Einwohnern haben sich seit Beginn der Pandemie mehr als 10,4 Millionen Menschen nachweislich mit dem Coronavirus infiziert, wie die Universität am Donnerstag auf ihrer Homepage weiter mitteilte. Demnach starben dort bisher rund 241.800 Menschen in Verbindung mit einer Corona-Infektion. Seit einer Woche liegt die Zahl der täglichen Neuinfektionen nach der Statistik der Johns-Hopkins-Universität bei mehr als 100.000. 


12.11.2020: RKI: Mehr Kliniken melden Engpässe - Ausfälle beim Personal

Immer mehr Kliniken in Deutschland melden laut Robert Koch-Institut (RKI) Engpässe. Häufigster Grund sei das Personal, sagte RKI-Chef Lothar Wieler am Donnerstag in Berlin und bezog sich auf Daten der Deutschen Interdisziplinären Vereinigung für Intensiv- und Notfallmedizin. Es komme zunehmend zu akuten Einschränkungen des Betriebs aufgrund von Personalmangel.

Die Zahl der Covid-19-Intensivpatienten in den Krankenhäusern war zuletzt deutlich gestiegen. Wieler führte aus, durch die hohen Corona-Fallzahlen im Land gebe es auch mehr Ansteckungen und Fälle von Quarantäne bei Klinikbeschäftigten. Es gelte zu verhindern, dass sich die Situation weiter zuspitze. Ziel sei nach wie vor, die Zahl der Neuinfektionen wieder auf ein Level zu bringen, mit dem auch die Krankenhäuser umgehen können. Es gelte, so wenige Infektionen wie möglich zulassen.


12.11.2020: RKI: Corona-Lage weiter sehr ernst - aber vorsichtiger Optimismus

Die Corona-Lage in Deutschland ist nach Einschätzung des Robert Koch-Instituts (RKI) weiter sehr ernst. Das Infektionsgeschehen nehme immer noch praktisch in ganz Deutschland zu, sagte RKI-Chef Lothar Wieler am Donnerstag in Berlin. Die rund 22.000 Infizierten, die zuletzt innerhalb von 24 Stunden bundesweit gemeldet wurden, könnten weitere Menschen anstecken.

Auch die Zahl der schweren Krankheitsverläufe und der Todesfälle werde mit zeitlichem Verzug weiter steigen. Wieler mahnte, man müsse damit rechnen, dass Kliniken an Kapazitätsgrenzen stoßen. Vorsichtig optimistisch stimme ihn aber, dass die Kurve der Neuinfektionen zuletzt weniger steil gestiegen sei. Noch wisse man aber nicht, ob es sich dabei um eine stabile Entwicklung handelt. Es sei abzuwarten, ob sich dies fortsetzt.


12.11.2020: Spahn: Keine Feiern mehr in diesem Winter

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn geht auch über die aktuellen Maßnahmen im November hinaus von coronabedingt harten Einschränkungen aus. "Wir müssen es miteinander schaffen, durch diesen Winter insgesamt zu kommen mit niedrigeren Zahlen auf einem niedrigeren Niveau", sagte der CDU-Politiker am Donnerstag im RBB-Inforadio mit Blick auf die Infektionszahlen. 

Veranstaltungen mit mehr als 10 bis 15 Personen wie Weihnachtsfeiern oder andere Geselligkeiten sehe er "in diesem Winter nicht mehr". Wenn die Infektionszahlen zurückgehen sollten, "heißt das nicht, ab Dezember oder Januar kann es wieder richtig überall losgehen mit Hochzeitsfeiern oder Weihnachtsfeiern als wäre nichts gewesen". Die Lage verlange Geduld: "Dieses Virus hat sehr lange Bremsspuren."

Pläne zu vorgezogenen Weihnachtsferien wie in Nordrhein-Westfalen nannte Spahn "einen pragmatischer Ansatz, den man diskutieren, den man machen kann". Spahn wollte dazu keine Empfehlung abgeben, das sei Ländersache auch mit Blick auf die jeweilige Infektionslage. "Was mir sehr wichtig ist, dass es Planbarkeit gibt für Eltern, Kinder, Lehrerinnen und Lehrer, Erzieherinnen und Erzieher". Das Frühjahr mit über Monate geschlossenen Einrichtungen, als niemand genau gewusst habe, wann wieder geöffnet werde, sei "eine echte, harte Belastung für alle" gewesen.


12.11.2020: Mehr als eine Million registrierter Corona-Fälle in Italien

Italien hat die Schwelle von einer Million registrierter Corona-Fälle überschritten und einen neuen Höchstwert bei der Zahl der mit dem Coronavirus Gestorbenen erreicht. Nach Angaben des Gesundheitsministeriums vom Mittwoch starben binnen 24 Stunden 623 Menschen mit Sars-CoV-2. In dieser Zeit wurden knapp 33 000 Corona-Neuinfektionen gemeldet, was die Gesamtzahl auf rund 1,028 Millionen Fälle steigen ließ.


12.11.2020: Corona-Impfzentren sollen mehrere tausend Menschen täglich versorgen

In den geplanten Corona-Impfzentren in Deutschland sollen voraussichtlich jeweils mehrere tausend Menschen pro Tag geimpft werden können. Je nach Größe könnten dies bis zu 4000 Menschen täglich sein, erfuhr die Deutsche Presse-Agentur am Mittwoch aus Kreisen der Kassenärztlichen Vereinigungen. Das Wirtschaftsmagazins "Business Insider" berichtete zuerst darüber. Eine erste Anlaufstelle für Menschen, die geimpft werden wollen, könnte der ärztliche Bereitschaftsdienst unter der Nummer 116117 sein. 

Folgender Ablauf ist nach diesen Informationen aus der Ärzteschaft geplant: Die Impfwilligen müssten am Telefon zunächst einige Fragen beantworten. Dann wird ihnen ein Termin genannt, falls sie zu den zuerst vorgesehenen Gruppen zählen. Denn Menschen mit bestimmten Vorerkrankungen, Ältere sowie Beschäftigte in zentralen Bereichen sollen zuerst mit dem anfangs wohl knappen Impfstoff geschützt werden. Für die Impfzentren ist diesen Plänen zufolge eine große Zahl an Ärzten nötig. Noch ist allerdings kein Impfstoff zugelassen. Experten rechnen mit der Zulassung um die Jahreswende.


12.11.2020: Spanien verlangt künftig PCR-Test von Einreisenden aus Risikogebieten

Einreisende aus Corona-Risikogebieten werden in Spanien ab dem 23. November einen negativen PCR-Test vorweisen müssen. Der Test dürfe nicht älter als 72 Stunden sein, teilte das Gesundheitsministerium am Mittwoch in Madrid mit. Das wird nach jetzigem Stand im Prinzip auch für Besucher gelten, die aus Deutschland anreisen. Die Einstufung eines Herkunftslandes oder einer Region als Risikogebiet werde anhand der EU-Verordnung 2020/1475 vom 13. Oktober vorgenommen, heißt es in der Mitteilung.

Unklar blieb zunächst, ob die Ausweisung als Risikogebiet (etwa im Fall von Deutschland) regional oder landesweit vorgenommen werden soll. Die Zeitung "El País" schrieb unter Berufung auf Sprecher des Ministeriums, von der Pflicht zur Vorlage eines negativen Tests bei der Einreise würden in der EU und im Schengen-Raum nur die Bürger von Norwegen, Finnland und Griechenland ausgenommen werden.


12.11.2020: Regierung: Kein Alkohol mehr in schwedischen Lokalen nach 22.00 Uhr

Schwedens Regierung will wegen gestiegener Corona-Infektionszahlen den Verkauf von Alkohol in Gaststätten nach 22.00 Uhr verbieten. Bars und Kneipen müssen eine halbe Stunde später zudem schließen. Das kündigte Ministerpräsident Stefan Löfven am Mittwoch an. "Alle Indikatoren zeigen in die falsche Richtung", sagte er auf einer Pressekonferenz. Das Verbot soll am 20. November in Kraft treten und bis Ende Februar andauern. In Stockholm verboten die Behörden Besuche in Altenheimen, um Übertragungen einzudämmen.

In den vergangenen Wochen war die Zahl der Neuinfektionen in Schweden stark angestiegen. Seit Beginn der Pandemie hat die Gesundheitsbehörde insgesamt 166 700 Infektionen und 6082 Todesfälle im Zusammenhang mit dem Virus registriert. Schweden hat gut zehn Millionen Einwohner. Zum Vergleich: In Deutschland, das mehr als achtmal so viele Einwohner hat, zählte das Robert Koch-Institut bislang 11 767 Todesfälle im Zusammenhang mit dem Virus.


12.11.2020: Medien: Rund 3000 Schulen wegen Corona nicht mehr im Regelbetrieb

Rund 3000 Schulen in Deutschland unterrichten nach Medienberichten wegen Corona nicht mehr im Regelbetrieb. Das berichten die Zeitungen der Funke Mediengruppe (Donnerstag) unter Berufung auf Zahlen aus 14 Bundesländern. Es geht um Schulen, die nicht mehr vollständig Präsenzunterricht anbieten. Zum Vergleich: In Deutschland gibt es rund 40 000 Schulen mit insgesamt 11 Millionen Schülern und rund 800 000 Lehrern.

Allein in Nordrhein-Westfalen befänden sich nach Angaben des dortigen Kultusministeriums Schülerinnen und Schüler an 552 Schulen auf Anordnung der Gesundheitsbehörden in Quarantäne und würden digital unterrichtet. In Bayern gebe es an 255 Schulen keinen regulären Präsenzunterricht mehr, in Baden-Württemberg an 273 Schulen.

In Niedersachsen seien an 347 Schulen einzelne Klassen oder Jahrgänge vorübergehend aus dem Präsenzunterricht genommen und ins Homeschooling geschickt worden. 221 Schulen in dem Bundesland unterrichten laut Funke im sogenannten Wechselmodell mit geteilten Klassen, bei dem ein Teil der Schüler zum Unterricht in die Schule kommt und ein Teil zu Hause lernt. In Hamburg seien 213 Schulen nicht mehr im vollständigen Regelbetrieb. In Thüringen seien 109 Schulen von Quarantäne-Maßnahmen betroffen, in Rheinland-Pfalz 216, in Brandenburg 170 und in Sachsen-Anhalt 120.

In Mecklenburg-Vorpommern findet laut Funke an 30 Einrichtungen der Schulbetrieb nur noch eingeschränkt in Präsenz statt, in Schleswig-Holstein sind 71, im Saarland 128 und in Sachsen 170 Schulen betroffen. In Berlin seien 365 Lerngruppen geschlossen worden. Hessen und Bremen machten laut Funke keine Angabe, wie viele Schulen teilweise oder vollständig per Distanzunterricht lehren.


12.11.2020: 21.866 neue Corona-Infektionen in Deutschland

In Deutschland haben die Gesundheitsämter dem Robert Koch-Institut (RKI) 21.866 neue Corona-Infektionen binnen 24 Stunden gemeldet. Das sind knapp 3400 Fälle mehr als am Mittwoch, wie aus den Angaben des RKI vom Donnerstagmorgen hervorgeht. Im Vergleich zum Donnerstag vergangener Woche ist der Wert etwas höher. Zu dem Zeitpunkt hatte die Zahl gemeldeter Neuinfektionen bei 19.990 gelegen. Ein Höchststand war am Samstag mit 23.399 verzeichneten Fällen erreicht worden. 

Das RKI zählt seit Beginn der Pandemie insgesamt 727.553 nachgewiesene Infektionen mit Sars-CoV-2 in Deutschland (Stand: 12.11., 00.00 Uhr). Die Zahl der Todesfälle im Zusammenhang mit dem Virus stieg bis Donnerstag um 215 auf insgesamt 11.982. Am Mittwoch hatte diese Steigerung 261 Fälle betragen. Das RKI schätzt, dass rund 467.800 Menschen inzwischen genesen sind.

Das sogenannte Sieben-Tage-R lag laut RKI-Lagebericht vom Mittwochabend bei 0,89 (Vortag: 0,92). Das heißt, dass 100 Infizierte rechnerisch etwa 89 weitere Menschen anstecken. Der Wert bildet jeweils das Infektionsgeschehen vor 8 bis 16 Tagen ab. Liegt er für längere Zeit unter 1, flaut das Infektionsgeschehen ab.


11.11.2020: Bundesregierung sieht Corona-Welle noch nicht gebrochen

Fünf Tage vor neuen Beratungen von Bund und Ländern zu den Corona-Maßnahmen in Deutschland gibt die Bundesregierung keine Entwarnung. "Wir sehen jetzt eine positive Tendenz, aber ob das jetzt der Wellenbrecher war, wird sich noch zeigen müssen", sagte die stellvertretende Regierungssprecherin Ulrike Demmer am Mittwoch in Berlin. Also haben die seit Anfang vergangener Woche geltenden Verbote etwa von Restaurantbesuchen und touristischen Übernachtungen aus Sicht der Regierung noch nicht zum erwünschten Rückgang der Infektionszahlen geführt.

An diesem Montag wollen Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) und die Ministerpräsidenten der Länder erneut über die Corona-Lage beraten. Nach jüngsten Angaben des Robert Koch-Instituts (RKI) vom Mittwoch wurden innerhalb von 24 Stunden bundesweit 18.487 neue Corona-Infektionen gemeldet. Das sind 3155 Fälle mehr als am Dienstag. Im Vergleich zum Mittwoch vergangener Woche ist der Wert etwas höher. 

Bundesinnenminister Horst Seehofer sagte, er hoffe, dass Deutschland um Weihnachten und den Jahreswechsel herum "in einer epidemiologisch besseren Situation" sei. "Und das geht nur mit Disziplin." Der CSU-Politiker warnte, man dürfe nicht nachlassen mit der Begründung, der Anstieg der Infektionszahlen sei nicht mehr so dynamisch. "Unterschätzen Sie nicht bei schweren Erkrankungen mit Covid-19, dass viele der schwer Erkrankten lebenslang Folgeschäden haben."

Dass derzeit immer mehr Kinder an den Schulen in Deutschland in Quarantäne müssten, sei der Entwicklung geschuldet, sagte Bundesbildungsministerin Anja Karliczek (CDU). Sie warb für eine positive Sichtweise. Man habe es geschafft, bis hierhin die Schulen offen zu halten. Stand heute sei zunächst einmal zu hoffen, dass sich die Infektionszahlen stabilisieren, sagte sie mit Blick auf die Frage, ob ein Schul-Lockdown bevorsteht.

Demmer betonte: "Nach wie vor steigt die Zahl der Neuinfektionen in allen Bundesländern und auch in allen Altersgruppen, wenn auch weniger stark." Es gelte, die Zahlen zu senken. "Wir haben es weiter gemeinsam in der Hand, die Zahlen zu senken. Dass das gelingen kann, hat sich im Frühjahr gezeigt." Damals hatte es noch weitergehende Kontaktbeschränkungen als derzeit in Deutschland gegeben.


11.11.2020: Ziemiak rechnet wegen Corona mit keinem normalen Weihnachten

Angesichts der derzeitigen Corona-Infektionszahlen rechnet CDU-Generalsekretär Paul Ziemiak nicht mit einem normalen Weihnachtsfest. "Weihnachten wird nicht so wie in den vergangenen Jahren", sagte Ziemiak am Mittwoch in der RTL-Sendung "Guten Morgen Deutschland". Wie und mit welchen Regeln gefeiert werde, könne man noch nicht sagen. Die Zahl der Neuinfektionen sei noch sehr hoch.

"Die nächsten Wochen und Monate, das werden jetzt die schwierigsten sein. Aber es gibt Grund zur Hoffnung, dass diese Zeit absehbar ein Ende haben wird."


11.11.2020: Lehrerverband: Mehr als 300.000 Schüler in Deutschland in Quarantäne

Mehr als 300.000 Schüler und bis zu 30.000 Lehrer befinden sich derzeit nach Angaben des Deutschen Lehrerverbandes in Quarantäne. Das berichtet die "Bild"-Zeitung (Mittwoch). Die Folge seien immer mehr Schulschließungen, sagte der Präsident des Verbandes, Heinz-Peter Meidinger, der Zeitung. "Wir erleben an den Schulen jetzt einen Salami-Lockdown." Die Politik habe sich zurückgezogen, jetzt entschieden die Gesundheitsämter. In Deutschland gibt es rund 40.000 Schulen mit insgesamt 11 Millionen Schülern und rund 800.000 Lehrern.

Die Corona-Maßnahmen in den Schulen gehen Meidinger nicht weit genug. Der "Passauer Neuen Presse" (Mittwoch) sagte er: "In fast allen Bundesländern wurden die Hygienestufenpläne, die in den Corona-Hotspots wieder auf halbierte Klassen setzten, außer Kraft gesetzt. Schulen sollen auf Biegen und Brechen offen bleiben."

Er hoffe, dass generelle Schulschließungen vermeidbar seien, sagte Meidinger. "Dazu müssen aber bei exponentiell wachsenden Infektionszahlen die präventiven Vorsichtsmaßnahmen an Schulen hochgefahren werden", fordert er. Dazu zähle neben der Maskenpflicht auch die vorübergehende Wiedereinführung der Abstandsregel, was halbierte Klassen und Wechselbetrieb bedeuten würde.

Knapp die Hälfte der Deutschen spricht sich für eine deutschlandweite Maskenpflicht an Grundschulen aus. Bei einer am Mittwoch veröffentlichten repräsentativen YouGov-Umfrage äußerten sich 48 Prozent der Befragten so. 37 Prozent stimmten dem nicht zu. Bundesbildungsministerin Anja Karliczek (CDU) hatte sich zuletzt für eine Maskenpflicht im Unterricht auch in Grundschulen ausgesprochen. In mehreren Bundesländern gilt wegen der gestiegenen Infektionszahlen derzeit eine Maskenpflicht im Unterricht an weiterführenden Schulen. 


11.11.2020: Drosten sieht in ersten Impfstoffdaten beeindruckenden Schutz 

Die ersten Daten zu dem Impfstoff der Unternehmen Biontech und Pfizer gegen das Coronavirus stimmen den Virologen Christian Drosten optimistisch. Man sehe in der Zwischenbilanz im Moment einen beeindruckenden Schutz gegen die Infektion. Das sagte der Charité-Wissenschaftler in der am Dienstag veröffentlichten Folge des "Coronavirus-Update" bei NDR-Info über den am Montag von den Firmen gemeldeten Schutz von 90 Prozent vor Covid-19.

"Wenn jetzt die Studie weiterläuft, kann sich diese Zahl natürlich auch korrigieren, auch durchaus nach unten korrigieren. Damit muss man rechnen", sagte Drosten. Aber prinzipiell habe der Impfstoff eine wirklich gute Schutzwirkung. Bei dieser Art von Impfstoffen, einer neuen Technik, habe man gar nicht gewusst, was man erwarten kann. "Das ist schon jetzt sehr ermutigend", sagte Drosten.

Der Virologe betonte aber auch, dass noch nicht mehr bekannt sei als eine Presseerklärung - auf wissenschaftlicher Ebene sei man auf weitere Veröffentlichungen gespannt. "Das, was wir jetzt in den Medien hatten, das ist eine Zwischenmeldung."


11.11.2020: Corona-Lage in Italien spitzt sich zu - Neue Reiseverbote in Regionen

Wegen der sich zuspitzenden Corona-Lage hat Italiens Regierung in sechs weiteren Landesteilen striktere Einschränkungen für die Bürger verhängt. Die Provinz Bozen-Südtirol wurde offiziell zur Roten Zone erklärt, in der die Menschen möglichst zu Hause bleiben sollen. Außerdem stufte das Gesundheitsministerium mit dem Erlass vom Dienstag die Regionen Ligurien im Nordwesten, die Abruzzen, die Toskana und Umbrien in Mittelitalien sowie die Basilikata im Süden in die mittlere Risikogruppe (orange) hoch. 

In Bozen war die Verschärfung bereits vorweggenommen worden. In den anderen Gebieten wurde der Erlass aus Rom schon vorher so erwartet. In orangen Gebieten müssen Restaurants und Bars den ganzen Tag geschlossen bleiben. Außerdem ist es dort verboten, sich zwischen Regionen und Kommunen zu bewegen. Ausnahmen gelten für die Fahrt zur Arbeit oder aus medizinischen Gründen. 

Experten des Gesundheitsministeriums sprachen sich zum Teil für noch strengere Beschränkungen aus. "Die epidemiologische Situation verschlechtert sich weiter in unserem Land", sagte Giovanni Rezza. Am Dienstag registrierten die Gesundheitsbehörden rund 35 100 Ansteckungsfälle in 24 Stunden. Es wurden 580 Tote gemeldet. Die Zahlen der Neuinfektionen fallen zu Wochenbeginn wegen weniger Tests am Wochenende oft niedriger aus. Am Samstag hatten die Behörden noch etwas mehr als 39 800 Fälle gemeldet.


11.11.2020: Trotz hoher Todesopfer-Zahl: Spanien spricht von "Stabilisierung"

In Spanien sind innerhalb eines Tages so viele Todesfälle nach einer Infektion mit dem Coronavirus erfasst worden wie seit April nicht mehr. Binnen 24 Stunden seien aus den verschiedenen Regionen insgesamt 411 Todesfälle in Zusammenhang mit dem Virus Sars-CoV-2 gemeldet worden, teilte das Gesundheitsministerium am Dienstagabend in Madrid mit.

Mehr als 400 Todesopfer binnen 24 Stunden waren in Spanien zuletzt im April zu beklagen gewesen. Die höchsten Werte waren zwischen Ende März und Anfang April mit zum Teil weit mehr als 900 Toten pro Tag registriert worden. Die Gesamtzahl der Todesopfer im Zusammenhang mit Covid-19 kletterte am Dienstag auf 39 756.

Die Zahl der nachgewiesenen Infektionen stieg unterdessen um 17 395 auf knapp 1,4 Millionen. "Wir registrieren seit einigen Tagen eine deutliche Stabilisierung", betonte der Chef der Behörde für Gesundheitliche Notfälle, Fernando Simón. Die Zahl der Todesfälle könne trotzdem in den nächsten Tagen weiter steigen, warnte er.

Wegen der wieder rapide steigenden Infektionszahlen hatte das Parlament in Madrid Ende Oktober einer Verlängerung des nationalen Notstands bis zum 9. Mai nächsten Jahres zugestimmt. Spanien ist von der Pandemie schwer betroffen: Die Zahl der Neuinfektionen je 100 000 Einwohner binnen sieben Tagen lag am Dienstag im 47-Millionen-Einwohner-Land bei 238,19. Zum Vergleich: In Deutschland beträgt dieser Wert nach Angaben des Robert Koch-Instituts 139,1.


11.11.2020: 18.487 neue Corona-Infektionen in Deutschland

In Deutschland haben die Gesundheitsämter dem Robert Koch-Institut (RKI) 18.487 neue Corona-Infektionen binnen 24 Stunden gemeldet. Das sind 3155 Fälle mehr als am Dienstag, wie aus den Angaben des RKI vom Mittwochmorgen hervorgeht. Im Vergleich zum Mittwoch vergangener Woche ist der Wert etwas höher. Zu dem Zeitpunkt hatte die Zahl gemeldeter Neuinfektionen bei 17.214 gelegen. Der Höchststand war am Samstag mit 23.399 verzeichneten Fällen erreicht worden. 

Das RKI zählt seit Beginn der Pandemie insgesamt 705.687 nachgewiesene Infektionen mit Sars-CoV-2 in Deutschland (Stand: 11.11., 00.00 Uhr). Die Zahl der Todesfälle im Zusammenhang mit dem Virus stieg bis Mittwoch um 261 auf insgesamt 11.767. Am Dienstag betrug diese Steigerung 154 Fälle. Das RKI schätzt, dass rund 454.800 Menschen inzwischen genesen sind.

Das sogenannte Sieben-Tage-R lag laut RKI-Lagebericht vom Dienstagabend bei 0,92 (Vortag: 0,98). Das heißt, dass 100 Infizierte rechnerisch etwa 92 weitere Menschen anstecken. Der Wert bildet jeweils das Infektionsgeschehen vor 8 bis 16 Tagen ab. Liegt er für längere Zeit unter 1, flaut das Infektionsgeschehen ab.


10.11.2020: Wieder Quarantäne für Seychellen-Urlauber aus Deutschland

Wer von Deutschland aus auf die Seychellen reist, muss dort nach der Einreise bald wieder in Quarantäne. Vom 16. November an sind sechs Tage in einem dafür vorgesehenen Hotel vorgeschrieben, informieren die Behörden des Inselstaates. Zuerst hatte "touristik aktuell" darüber berichtet.   

Außerdem muss ein negativer PCR-Test vorgelegt werden, der nicht älter als 48 Stunden ist. Ein zweiter Corona-Test ist am fünften Tag nach der Einreise erforderlich. Erst dann können sich Urlauber frei bewegen. Hintergrund ist, dass Deutschland wegen der gestiegenen Corona-Fallzahlen in die Liste der Länder mit hohem Risiko rutscht.

Damit steigen die Hürden für einen Urlaub auf den Seychellen wieder. Bislang mussten Reisende aus Deutschland lediglich einen PCR-Test vorlegen, der nicht älter als 72 Stunden sein durfte. Auch mancher deutsche Reiseveranstalter wollte das Land im Indischen Ozean zuletzt wieder in sein Programm auf der Fernstrecke aufnehmen.

Auch auf der Karibikinsel Barbados müssen sich Reisende aus Deutschland nun wieder bis zu einem zweiten Corona-Testergebnis in Quarantäne begeben. Darauf weist auch das Auswärtige Amt hin.


10.11.2020: EU-Kommission: Vertrag über Biontech-Impfstoff fertig

Die EU-Kommission hat einen Vertrag zur Lieferung des vielversprechenden Impfstoffs der Pharmafirmen Biontech und Pfizer fertig ausgehandelt. "Die Verhandlungen mit der Pharmaindustrie sind abgeschlossen", bestätigten Kommissionskreise am Dienstag der Deutschen Presse-Agentur in Brüssel. "Der Vertrag ist in trockenen Tüchern." Zuerst hatte die "Bild"-Zeitung darüber berichtet.


10.11.2020: 15.332 Fälle: Corona-Neuinfektionen in Deutschland auf Vorwochenstand

In Deutschland haben die Gesundheitsämter dem Robert Koch-Institut (RKI) 15.332 neue Corona-Infektionen binnen 24 Stunden gemeldet. Das sind knapp 2000 Fälle mehr als am Montag, wie aus Angaben des RKI vom Dienstagmorgen hervorgeht. Im Vergleich zum Dienstag vergangener Woche ist der Wert nahezu identisch. Damals wurden 15.352 Neuinfektionen gemeldet. Der Höchststand war am Samstag mit 23 399 verzeichneten Fällen erreicht worden. Sonntags und montags sind die täglich vermeldeten Fallzahlen in der Regel niedriger als an anderen Wochentagen.

Das RKI zählt seit Beginn der Pandemie insgesamt 687.200 nachgewiesene Infektionen mit Sars-CoV-2 in Deutschland (Stand: 10. 11., 00.00 Uhr). Die Zahl der Todesfälle im Zusammenhang mit dem Virus stieg bis Dienstag um 154 auf insgesamt 11.506. Am Montag betrug diese Steigerung 63 Fälle. Das RKI schätzt, dass rund 441.200 Menschen inzwischen genesen sind.

Das sogenannte Sieben-Tage-R lag laut RKI-Lagebericht vom Montag bei 0,98 (Vortag: 1,01). Das heißt, dass 100 Infizierte rechnerisch etwa 98 weitere Menschen ansteckten. Der Wert bildet jeweils das Infektionsgeschehen vor 8 bis 16 Tagen ab. Liegt er für längere Zeit unter eins, flaut das Infektionsgeschehen ab.


10.11.2020: Mehr als zehn Millionen Corona-Infektionen in den USA 

In den USA ist die Zahl der bestätigten Infektionen mit dem Coronavirus auf mehr als zehn Millionen angestiegen. Das ging am Montag aus Daten der Universität Johns Hopkins in Baltimore hervor. Damit verzeichneten die USA die höchste absolute Zahl an nachgewiesenen Infektionen, gefolgt von Indien mit über 8,5 Millionen Fällen. An dritter Stelle steht Brasilien, wo rund 5,7 Millionen Ansteckungen registriert wurden. Experten gehen in den meisten Ländern von einer hohen Dunkelziffer an Corona-Infektionen aus.

Die USA hatten erst vor zehn Tagen die Schwelle von neun Millionen bestätigten Infektionen überschritten. Die Zahl der Neuinfektionen stieg zuletzt im Schnitt auf mehr als 100 000 pro Tag an. Am Wochenende lag die Zahl laut Johns Hopkins sogar bei mehr als 120 000. 

Mehr als 237 000 Menschen sind in den USA, einem Land mit rund 330 Millionen Einwohnern, in Verbindung mit Covid-19 gestorben - mehr als in jedem anderen Land. Auf 100 000 Einwohner kommen damit rund 73 Tote, während es in Belgien rund 114, in Brasilien 78 und in Deutschland 14 sind. 


10.11.2020: Covid-19-Impfstoff: Spahn will schnellen Vertrag mit Biontech-Pfizer

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) verlangt, dass die EU so schnell wie möglich einen Vertrag über die Lieferung eines Corona-Impfstoffs mit dem Mainzer Unternehmen Biontech und dem Pharmakonzern Pfizer abschließt. Es gebe bisher einen Vorvertrag, aber keinen Abschluss, kritisierte Spahn am Montagabend im "heute journal" des ZDF. Auch wenn viele rechtliche Fragen zu klären seien - es gehe auch um Geschwindigkeit. 

"Ich möchte vor allem, dass wir in den nächsten Tagen zu einem Abschluss kommen als Europäische Union. Ich könnte es als deutscher Gesundheitsminister jedenfalls schwer erklären, wenn in anderen Regionen der Welt ein in Deutschland produzierter Impfstoff schneller verimpft würde als in Deutschland selbst", betonte der Minister. Deshalb dringe er "sehr sehr stark darauf", dass man jetzt endlich zu einem Ergebnis komme. 

Die EU-Kommission verhandelt bereits seit einiger Zeit mit Biontech/Pfizer über einen Rahmenvertrag zur Lieferung des Impfstoffs an alle EU-Staaten. Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen schrieb am Montagnachmittag auf Twitter, man werde bald einen Vertrag über bis zu 300 Millionen Impfdosen abschließen. Von der EU-Kommission unterzeichnet sind bisher Rahmenverträge mit den Pharmafirmen Johnson&Johnson, Astrazeneca und Sanofi-GSK.


10.11.2020: Bericht: Schon mehr als 500 Eilanträge gegen November-Lockdown

Zahlreiche Bürger und Unternehmen wehren sich gerichtlich gegen die Anfang November verschärften Corona-Auflagen in Deutschland. Wie die Zeitungen der Funke Mediengruppe (Dienstag) unter Berufung auf den Deutschen Richterbund berichten, sind bereits in der ersten Woche des neuerlichen Teil-Lockdowns mehr als 500 Eilanträge bei den Verwaltungsgerichten eingegangen.

Unter den Antragstellern sind demnach vor allem Unternehmen aus den von den Einschränkungen betroffenen Branchen, etwa gastronomische Betriebe, Fitnessstudios, Konzertveranstalter oder Hotels. Auch die Betreiber von Schwimmbädern, Spielhallen, Wettbüros, Tattoo-, Sonnen- und Kosmetikstudios gehen juristisch gegen die Corona-Maßnahmen vor.

Eilanträge bei den 51 Verwaltungsgerichten sowie den 15 Oberverwaltungsgerichten und Verwaltungsgerichtshöfen in Deutschland hätten zudem Bürger gestellt, die Besuchsverbote in Kliniken oder die Maskenpflicht auf Straßen und Plätzen nicht akzeptieren wollen, heißt es in dem Bericht.


10.11.2020: Trump beklagt Zeitpunkt der Bekanntgabe guter Impfstoff-Nachrichten

Der amtierende Präsident Donald Trump hat die Bekanntgabe vielversprechender Ergebnisse der Hersteller eines Corona-Impfstoffs wenige Tage nach der US-Wahl als politisch motiviert dargestellt. Der Pharmakonzern Pfizer "hatte nicht den Mut", die guten Nachrichten vor der Wahl bekanntzugeben, kritisierte Trump am Montagabend (Ortszeit) auf Twitter. Das US-Unternehmen arbeitet bei dem Impfstoff mit der deutschen Firma Biontech zusammen.

Trump kritisierte in seinem Tweet auch die für die Zulassung zuständige Lebens- und Arzneimittelbehörde (FDA) seiner Regierung. Die FDA hätte die Ergebnisse früher bekanntmachen sollen, klagte er. "Nicht aus politischen Gründen, sondern um Leben zu retten", schrieb Trump. Er hatte während des Wahlkampfs immer wieder versprochen, dass es noch vor der Abstimmung gute Neuigkeiten zu Impfstoffen geben werde - und sich davon offenbar politischen Rückenwind erhofft. "Die FDA und die Demokraten wollten nicht, dass ich vor der Wahl einen Impfstoff-Erfolg habe, deswegen kam es fünf Tage später raus", schrieb Trump auf Twitter weiter. Die FDA seiner Regierung wird von Stephen Hahn geleitet, den der Republikaner Trump selbst ernannt hat.

Als erste westliche Hersteller hatten Biontech und Pfizer am Montag vielversprechende - aber im Umfang der Details begrenzte - Ergebnisse veröffentlicht. Demnach bietet ihr Impfstoff einen mehr als 90-prozentigen Schutz vor Covid-19. Die Unternehmen wollen wohl ab der kommenden Woche eine Notfallzulassung bei der FDA beantragen.


09.11.2020: Download-Zahl der Corona-Warn-App steigt weiter

Die Zahl der Downloads der Corona-Warn-App steigt weiter. Bis zum Montagmorgen sei die App 22,14 Millionen Mal heruntergeladen worden, sagte Regierungssprecher Steffen Seibert am Montag in Berlin. Über das Wochenende sei die Zahl "sehr nennenswert gestiegen". Inzwischen seien 3,116 Millionen Testergebnisse von Laboren über die App übermittelt worden. 53 565 Nutzer, die positiv getestet worden seien, hätten dies über die App auch anonym möglichen Kontaktpersonen mitgeteilt. "Es werden deutlich mehr", sagte Seibert.

Kanzlerin Angela Merkel (CDU) hatte dazu aufgerufen, positive Ergebnisse über die App zu teilen, um andere anonym zu warnen.  Seibert sagte nach einer Sitzung des Corona-Kabinetts der Bundesregierung, die Corona-Infektionen stiegen weiter auf ein "zu hohes Niveau", alle Bundesländer und Altersgruppen seien betroffen.

Um die Wirkungen des Teil-Lockdowns im November zu bewerten, sei es derzeit noch zu früh. Vergangene Woche habe es in Deutschland 1,6 Millionen Corona-Tests gegeben.


09.11.2020: MV überschreitet als letztes Bundesland Sieben-Tage-Wert von 50

Als letztes Bundesland hat Mecklenburg-Vorpommern den Sieben-Tage-Inzidenzwert von 50 bei den Corona-Neuinfektionen überschritten. Wie das Robert Koch-Institut am Montagmorgen auf seiner Internetseite mitteilte, liegt der Wert nun landesweit bei 50,18. Am Vorabend hatte das Landesamt für Gesundheit und Soziales (Lagus) in Mecklenburg-Vorpommern den Wert noch mit 49,7 angegeben.


09.11.2020: Nach Gerichtsentscheid: Düsseldorf hebt Maskenpflicht vorerst auf

Nach einem Entscheid des Verwaltungsgerichts hat die Stadt Düsseldorf reagiert und die generelle Maskenpflicht am Montag mit sofortiger Wirkung aufgehoben. Im gleichen Zug kündigte die Stadt für den Dienstag eine neue Allgemeinverfügung an. Ob diese dann wiederum eine allgemeine Maskenpflicht beinhalten wird, blieb zunächst unklar.

"Die Landeshauptstadt Düsseldorf respektiert den Beschluss des Verwaltungsgerichts Düsseldorf", hieß es in einer Mitteilung am Montagnachmittag. Auf Basis der Begründung des Gerichts werde nun aber eine neue Allgemeinverfügung vorbereitet, die voraussichtlich am Dienstag in Kraft treten soll. Ohne auf deren Inhalt einzugehen, betonte die Stadt, dass die Mehrheit der Düsseldorfer "die Masken als Hilfestellung zum Schutz ihrer eigenen Gesundheit und der Gesundheit anderer anerkannt" habe. Die überwiegende Zahl der Menschen trage - "wenn es geboten ist" - eine Maske.

Das Verwaltungsgericht hatte am Montagvormittag einem Bürger Recht gegeben, der einen Eilantrag und eine Klage gegen die generelle Maskenpflicht eingereicht hatte. Das Gericht nannte die Allgemeinverfügung der Stadt "rechtswidrig" und zählte entsprechende Passagen auf. Der Gerichtsentscheid betraf jedoch nur den Kläger selbst. Die Maskenpflicht per se blieb bestehen - bis die Stadt sie wenige Stunden später aufhob.


09.11.2020: Spahn: Impfstoff-Fortschritt bei Biontech "sehr ermutigend"

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) hat die Fortschritte des Mainzer Unternehmens Biontech und des Pharmakonzerns Pfizer bei einem Corona-Impfstoff als "sehr ermutigend bezeichnet".

Die Unternehmen hatten zuvor mitgeteilt, ihr Impfstoff biete nach Studiendaten einen mehr als 90-prozentigen Schutz vor der Krankheit Covid-19. Voraussichtlich ab der kommenden Woche soll die Zulassung bei der US-Arzneimittelbehörde FDA beantragt werden.

Spahn sagte, die Ergebnisse zeigten, "dass dieser Impfstoff einen Unterschied macht". Es freue ihn sehr, dass ein deutsches Unternehmen zu den ersten mit solchen Erfolgen zähle. Gleichwohl müssten natürlich weitere Erfahrungen abgewartet werden. "Das heißt noch nicht, dass morgen die Zulassung erfolgt."

Spahn erläuterte, eine Zulassung bei der FDA wäre zuerst einmal eine Zulassung in den USA. "Es kann dadurch eine zeitliche Differenz entstehen zwischen amerikanischer und europäischer Zulassung." Doch gehe er von einer parallelen Beantragung bei der europäischen Arzneimittelbehörde EMA aus. Als deutscher Gesundheitsminister wolle er erreichen, dass ein Impfstoff eines deutschen Unternehmens "nicht zuerst in anderen Ländern zur Verfügung steht".

Das schon laufende Verfahren (Rolling-Review-Verfahren), in dem bereits vor dem kompletten Zulassungsantrag einzelne Teile eingereicht werden, bedeute nicht, "dass die Anforderungen gesenkt werden", versicherte Spahn. Der Prozess könne so aber schneller gehen.


09.11.2020: Biontech veröffentlicht vielversprechende Daten zu Corona-Impfstoff 

Erstmals gibt es zu einem für Europa maßgeblichen Corona-Impfstoff Zwischenergebnisse aus der für eine Zulassung entscheidenden Studienphase. Wie das Mainzer Pharmaunternehmen Biontech am Montag mitteilte, bietet seine Impfung diesen Daten zufolge einen mehr als 90-prozentigen Schutz vor der Krankheit Covid-19. Weiter hieß es, Biontech und der Pharmariese Pfizer wollten voraussichtlich ab der kommenden Woche die Zulassung bei der US-Arzneimittelbehörde FDA beantragen.


09.11.2020: Spahn warnt: Bis zu 40 Prozent der Bevölkerung sind Risikogruppe

Bis zu 40 Prozent der Menschen in Deutschland zählen in der Corona-Krise nach Einschätzung von Bundesgesundheitsminister Jens Spahn zur Risikogruppe. "Bei uns sind 23 Millionen Deutsche über 60", sagte der CDU-Politiker am Sonntagabend im Politik-Talk "Die richtigen Fragen" auf "Bild live". "Wir sind ein Wohlstandsland mit Zivilisationskrankheiten: Diabetes, Bluthochdruck, Übergewichtigkeit. Alles Risikofaktoren für dieses Virus, wie für viele Infektionskrankheiten übrigens auch." Spahn warnte: "Wenn Sie nach der Definition gehen, sind 30 bis 40 Prozent der Bevölkerung Risikogruppe." Die Bundesrepublik sei nach Japan das zweitälteste Land der Welt. 

Mit Blick auf das aktuelle Infektionsgeschehen sagte Spahn: "Wenn von 20 000 Neuinfizierten an einem Tag etwa zwei Prozent in die Intensivmedizin müssen, dann sind das 400 am Tag. Wenn die intensivmedizinische Behandlung und Begleitung 15 Tage im Schnitte dauert - sind das 6000." Diese Zahl werde Deutschland noch "im November noch erreichen, das ist im Grunde schon absehbar". Für das Gesundheitswesen sei diese Belastung nur "unter ziemlicher Anspannung" zu bewältigen. "Wenn die Intensivmedizin mal zu voll ist, überfüllt ist, überlastet ist, dann ist es zu spät", sagte Spahn bei "Bild live". 

Die Zahl der Corona-Patienten auf Intensivstationen erreichte am Wochenende in Deutschland fast wieder den Höchstwert vom Frühjahr. Die Deutsche Interdisziplinäre Vereinigung für Intensiv- und Notfallmedizin (DIVI) meldete am Sonntag, dass 2904 Covid-19-Patienten intensivmedizinisch behandelt werden. Der bisherige Höchststand war laut DIVI am 18. April mit 2933 Covid-19-Patienten auf Intensivstationen erreicht worden. 


09.11.2020: Neue Quarantäneverordnung für Einreise nach Bayern in Kraft

Von diesem Montag an gelten bei der Einreise aus ausländischen Corona-Risikogebieten nach Bayern verschärfte Quarantänevorschriften. Quarantänepflicht gilt dann im Grundsatz für alle bayerischen Rückkehrer, die sich länger als 24 Stunden in Tirol oder einem anderen Risikogebiet aufgehalten haben, ebenso für alle Ausländer, die länger als 24 Stunden in Deutschland bleiben. Bisher war die Schonfrist doppelt so lang.

Gesundheitsministerin Melanie Huml (CSU) hatte betont, dass Fahrten zum Einkaufen oder Arztbesuche weiter möglich sein sollen. "Gleichwohl ruft das bayerische Gesundheitsministerium dazu auf, auf unnötige Reisen zu verzichten und Kontakte wo immer möglich zu beschränken."

Wie im gesamten Bundesgebiet wird allerdings die Quarantänepflicht bei der Einreise aus einem Risikogebiet im Ausland verkürzt: Sie wird von 14 auf 10 Tage reduziert. Reisende können frühestens nach fünf Tagen in Isolation die Quarantäne vorzeitig mit einem negativen Testergebnis beenden. Der Test darf frühestens fünf Tage nach der Einreise nach Deutschland vorgenommen worden sein. 


09.11.2020: 13.363 neue Corona-Infektionen in Deutschland

Die Gesundheitsämter in Deutschland haben dem Robert Koch-Institut (RKI) 13.363 neue Corona-Infektionen binnen 24 Stunden gemeldet. Das sind rund 2650 Fälle weniger als am Sonntag, wie aus Angaben des RKI vom Montagmorgen hervorgeht. An Montagen sind die erfassten Fallzahlen meist niedriger, unter anderem weil am Wochenende weniger getestet wird. Am vergangenen Montag hatte die Zahl gemeldeter Neuinfektionen bei 12.097 gelegen. Der Höchststand war am Samstag mit 23.399 gemeldeten Fällen erreicht worden. 

Insgesamt haben sich dem RKI zufolge seit Beginn der Pandemie bundesweit 671.868 Menschen mit Sars-CoV-2 infiziert (Stand: 09. 11., 00.00 Uhr). Die Zahl der Todesfälle im Zusammenhang mit dem Virus stieg bis Montag um 63 auf insgesamt 11.352. Das RKI schätzt, dass rund 429.600 Menschen inzwischen genesen sind.

Das sogenannte Sieben-Tage-R lag laut RKI-Lagebericht vom Sonntagabend bei 1,01 (Vortag: 1,04). Das heißt, dass zehn Infizierte im Mittel etwa zehn weitere Menschen ansteckten. Der Wert bildet jeweils das Infektionsgeschehen vor 8 bis 16 Tagen ab. Liegt er für längere Zeit unter 1, flaut das Infektionsgeschehen ab.


08.11.2020: Höchststand bei Corona-Kranken auf Intensivstation fast erreicht

Die Zahl der Corona-Patienten auf Intensivstationen hat in Deutschland fast wieder den Höchstwert vom Frühjahr erreicht. Die Deutsche Interdisziplinäre Vereinigung für Intensiv- und Notfallmedizin (DIVI) meldete am Sonntag, dass 2904 Covid-19-Patienten intensivmedizinisch behandelt werden. Davon werden 1605 (55 Prozent) invasiv beatmet. Der bisherige Höchststand war laut DIVI am 18. April mit 2933 Covid-19-Patienten auf Intensivstationen erreicht worden.

Tatsächlich sei die Lage in den Kliniken derzeit sogar schlimmer als im Frühjahr, sagte Uwe Janssens, Präsident der Deutschen Interdisziplinären Vereinigung für Intensiv- und Notfallmedizin (DIVI), der Deutschen Presse-Agentur. Es gebe wesentlich mehr infizierte Patienten auf den anderen Stationen - von denen ein Teil noch auf den Intensivstationen landen werde. Die gesamte Infektionslage sei nicht mit der im April vergleichbar.

Anders als bei der Spitze am 18. April werde diesmal kein Abflauen folgen, der Anstieg werde sich vielmehr vorerst fortsetzen, sagte Janssens. Der Grund sei, dass sich die jeweilige Zahl an Neuinfektionen erst verzögert in schweren Verläufen und schließlich in der Belegung der Intensiv-Stationen niederschlägt. "In vier Wochen werden wir die Folgen der Spitzenwerte jetzt sehen." Einige Zentren seien bereits am Anschlag, es müssten vereinzelt bereits Covid-19-Patienten in andere Kliniken gebracht werden.


08.11.2020: Über 16.000 Neuinfektionen in Deutschland

Innerhalb eines Tages haben die Gesundheitsämter nach Angaben des Robert-Koch-Instituts (RKI) vom Sonntag in Deutschland 16.017 neue Corona-Infektionen gemeldet. Das sind rund 7 000 Fälle weniger als noch am Tag zuvor, an dem mit 23.399 neu gemeldeten Fällen innerhalb von 24 Stunden ein neuer Höchstwert erreicht worden war.

An Sonntagen sind die erfassten Fallzahlen jedoch meist niedriger, unter anderem weil am Wochenende weniger getestet wird. Am vergangenen Sonntag hatte die Zahl gemeldeter Neuinfektionen bei 14.177 gelegen. Seit Beginn der Pandemie hat das RKI insgesamt 658 505 Infektionen erfasst. (Stand: 8.11., 00.00 Uhr)

Die Zahl der Todesfälle im Zusammenhang mit dem Corona-Virus stieg um
63 auf insgesamt 11.289. Das sogenannte Sieben-Tage-R lag laut RKI-Lagebericht vom Samstagabend bei 1,04 (Vortag: 0,99). Das heißt, dass zehn Infizierte im Mittel etwa zehn weitere Menschen ansteckten.


08.11.2020: Kretschmann hält Verschärfung der Corona-Auflagen für möglich

Baden-Württembergs Ministerpräsident Winfried Kretschmann hat eine weitere Verschärfung der Corona-Auflagen nicht ausgeschlossen. "Wenn die Intensivstationen volllaufen, ist es schon zu spät. Wir dürfen nicht warten, bis die Kapazitäten erschöpft sind", sagte der Grünen-Politiker den Zeitungen der Funke Mediengruppe (online Sonntag/Print Montag).

"Wenn droht, dass diese rote Linie überschritten wird, kommen wir um härtere Maßnahmen - unter Umständen sehr harte Maßnahmen - überhaupt nicht herum." Als Beispiel nannte Kretschmann eine weitere Minimierung der Kontakte. "Die Anzahl der Personen, mit denen man sich treffen kann, muss dann noch weiter reduziert werden", sagte er.

"Weihnachtsmärkte halte ich in diesem Winter leider für vollkommen ausgeschlossen", sagte der Grünen-Politiker weiter. Auf die Frage, ob das auch für Silvesterpartys gelte, entgegnete Kretschmann: "Ich fürchte, ja. Silvesterpartys kann man im Kreise der Familie machen, aber nicht groß, feucht und fröhlich mit vielen Freunden." Der Ministerpräsident wörtlich: "Mit so etwas warten wir bitte, bis wir einen Impfstoff haben und die Bevölkerung auch durchgeimpft ist."


08.11.2020: Bundeswehr will bei Lagerung von möglichem Impfstoff helfen

Die Bundeswehr will bei der Lagerung eines möglichen Corona-Impfstoffs einem Bericht zufolge helfen. "Neben der bisherigen Amtshilfe durch unsere Soldatinnen und Soldaten mit ihren helfenden Händen können wir uns auch gut vorstellen, logistisch zu unterstützen, indem wir beispielsweise Impfstoff an dafür geeigneten Orten lagern", sagte ein Sprecher des Verteidigungsministeriums zur "Bild am Sonntag". "Die Lagerung der zu kühlenden Impfstoffe erfordert besondere Sorgfalt, das muss sauber geplant werden."

Nach Informationen der Zeitung soll der Impfstoff gegen das Coronavirus in mehreren Kasernen zwischengelagert und von dort an bundesweit 60 Impfzentren geliefert werden. Dazu sollen an den Standorten entsprechende Kühlcontainer angemietet werden. Das Verteidigungsministerium habe mitgeteilt, sich derzeit im Abstimmungsprozess mit dem Bundesministerium für Gesundheit zu befinden.


07.11.2020: Digitale Reiseanmeldung startet

Reisende, die nach Deutschland einreisen wollen und sich in den letzten zehn Tagen in einem Risikogebiet aufgehalten haben, müssen ab Sonntag eine digitale Einreiseanmeldung ausfüllen.

Die Informationen gehen an die Gesundheitsämter am Zielort des Reisenden. So sollen sie kontrollieren können, ob jemand die Quarantänepflicht einhält. «Die Digitalisierung der Einreiseanmeldungen entlastet die Gesundheitsämter», sagte Gesundheitsminister Jens Spahn (CDU).

Die Daten werden nach Angaben von Gesundheits- und Innenministerium verschlüsselt und nur dem zuständigen Gesundheitsamt zugänglich gemacht. 14 Tage nach der Einreise sollen sie automatisch wieder gelöscht werden. Die neue digitale Lösung ersetzt die Aussteigekarte in Papierform. "Mit der digitalen Einreiseanmeldung beenden wir endlich die Zettelwirtschaft im Reiseverkehr", sagte Innenminister Horst Seehofer (CSU).


07.11.2020: Über 23.000 Neuinfektionen in Deutschland

Bei der Zahl erfasster Corona-Neuinfektionen in Deutschland hat das Robert Koch-Institut (RKI) erneut einen Höchststand verzeichnet. Die Gesundheitsämter meldeten 23 399 neue Fälle binnen 24 Stunden. Dies geht aus Angaben des RKI vom Samstagmorgen hervor. Am Tag zuvor waren 21 506 neue Infektionen gemeldet worden - und damit erstmals mehr als 20 000. Schon an den drei vergangenen Samstagen war jeweils ein Rekord bei den Neuinfektionen erreicht worden: Der Wert lag am 31. Oktober bei 19 059, am 24. Oktober bei 14 714 und am 17. Oktober bei 7830 Fällen.

Die Zahl erfasster Todesfälle im Zusammenhang mit dem Virus stieg um
130 auf insgesamt 11 226, wie das RKI am Samstag meldete. Schon in den vergangenen Tagen hatte die Zahl deutlich über 100 gelegen. Der insgesamt höchste Stand war Mitte April mit 315 gemeldeten Todesfällen binnen eines Tages erreicht worden.

Selbst wenn die Zahl der Neuinfektionen demnächst stagnieren sollte, ist zunächst weiter mit hohen Werten bei den Todesfällen zu rechnen, da diese im Verlauf der Erkrankung, oft erst Wochen nach der Infektion, auftreten. Die Zahl der Ansteckungen wirkt sich darum verzögert auf die Zahl der Todesfälle aus.


07.11.2020: Wirtschaftsfolgen von Corona könnten Migration befeuern

Die schweren wirtschaftlichen Folgen der Corona-Krise in vielen Ländern Afrikas könnten Experten zufolge die Migration befeuern. Künftig würden sich Treiber der Migration verstärken, sagte Bram Frouws, der Leiter des Rechercheinstituts Mixed Migration Centre, der Deutschen Presse-Agentur. "Der Bedarf oder der Wunsch von Menschen auszuwandern wird nur wachsen, aber die Optionen auszuwandern werden womöglich schrumpfen". Auch Roland Nwoha von der Organisation Idai Renaissance in der nigerianischen Stadt Benin City sagte, er erwarte in seinem Heimatland "eine riesige Bewegung von Menschen, denn die Pandemie hat in Nigeria so viel Leid und Armut verursacht".

Allerdings könnten sich den Experten zufolge neue Dynamiken und Routen entwickeln. Frouws erwartet in den kommenden Jahren weniger Migration aus den Ländern südlich der Sahara nach Europa, dafür könne sich die Migration innerhalb der Länder oder der Region verstärken - was ohnehin jetzt schon den Großteil der Migration in Afrika ausmache. Zudem würden Schmuggler wegen der Corona-Restriktionen zunehmend neue Routen ausprobieren, sagte Nwoha.


07.11.2020: Neue Schnelltests laufen in ersten Ländern an

Zum Schutz vor Infektionen besonders in Pflegeheimen und Kliniken läuft der Einsatz neuer Corona-Schnelltests an. In ersten Bundesländern können die ergänzenden Testmöglichkeiten nach Angaben der zuständigen Ministerien bereits verwendet werden, teils sind Vorbereitungen dafür geplant. Für November hat der Bund zunächst neun Millionen Tests über Abnahmegarantien bei Herstellern gesichert, damit die Länder oder Einrichtungen sie kaufen können. Dieses monatliche Kontingent soll schrittweise auf 22 Millionen Schnelltests im Januar anwachsen, wie es vom Bundesgesundheitsministerium hieß.


06.11.2020: Über 60.000 Neuinfektionen in Frankreich

Frankreich hat in den vergangenen 24 Stunden mehr als 60.000 Neuinfektionen mit dem Coronavirus registriert. Das meldeten die französischen Gesundheitsbehörden am Freitagabend. Es handelt sich um einen Höchstwert seit Beginn der groß angelegten Tests.

Innerhalb eines Tages sind zudem rund 400 Menschen in Krankenhäusern im Zusammenhang mit einer Covid-19-Erkrankung gestorben. Hinzu kommen noch einmal mehr als 400 Tote in Altenheimen und Pflegeeinrichtungen. Diese Zahl wird allerdings nicht täglich erhoben.

Die Nachrichtenagentur AFP berichtete unter Berufung auf die nationale Gesundheitsbehörde, dass die Daten zu Neuinfektionen wegen einer technischen Panne in den letzten Tagen nicht vollständig gewesen seien. Es könnte demnach also durchaus noch zu Nachmeldungen kommen - die Zahl der Neuinfektionen dürfte also höher sein. Frankreich mit seinen rund 67 Millionen Einwohnern hatte zuletzt pro Woche mehr als zwei Millionen Corona-Tests durchgeführt.


06.11.2020: Erneut Rekordwerte bei Corona-Infektionen in Italien

Die täglichen Corona-Neuinfektionen in Italien haben einen neuen Höchstwert erreicht. Binnen 24 Stunden wurden den Gesundheitsbehörden nach Angaben vom Freitag etwas mehr als 37 800 neue Corona-Fälle gemeldet. Die Zahl der Toten blieb im Vergleich zum Vortag mit 446 in etwa gleich. Insgesamt zählen die Behörden in dem Land mit rund 60 Millionen Einwohnern damit knapp 862 700 Corona-Fälle. Mehr als 40 500 Infizierte sind nach offiziellen Angaben bislang gestorben.

Seit Freitag versucht die Regierung in Rom, die Infektionen mit neuen Maßnahmen einzudämmen. Für die Bürger und Bürgerinnen gilt etwa eine nächtliche Ausgangssperre von 22.00 Uhr bis 5.00 Uhr morgens.

Ausnahmen sind für den Weg zur Arbeit oder aus medizinischen Gründen erlaubt. Im ganzen Land sind die Museen zu. Höhere Schulen und Universitäten müssen auf Online-Unterricht umstellen. Die Bundesregierung stuft ganz Italien wegen des Anstiegs der Infektionszahlen von Sonntag an als Corona-Risikogebiet ein.


06.11.2020: Neue Quarantäneverordnung bei Einreise nach Bayern

Ab kommendem Montag gelten bei der Einreise aus ausländischen Corona-Risikogebieten nach Bayern verschärfte Quarantänevorschriften. Quarantänepflicht gilt dann im Grundsatz für alle bayerischen Rückkehrer, die sich länger als 24 Stunden in Tirol oder einem anderen Risikogebiet aufgehalten haben, ebenso für alle Ausländer, die länger als 24 Stunden in Deutschland bleiben. Bisher war die Schonfrist doppelt so lang.

Gesundheitsministerin Melanie Huml (CSU) betonte am Freitag, dass Fahrten zum Einkaufen oder Arztbesuche weiter möglich sein sollen.
"Gleichwohl ruft das bayerische Gesundheitsministerium dazu auf, auf unnötige Reisen zu verzichten und Kontakte wo immer möglich zu beschränken."

Der Bund hat als Grundlage den 16 Bundesländern eine sogenannte Musterverordnung vorgelegt. Rechtlich umgesetzt werden muss das aber von den jeweiligen Landesregierungen. "Im Wesentlichen hat die bayerische Einreise-Quarantäneverordnung (EQV) die Vorgaben der Musterverordnung umgesetzt", sagte Huml. "Allerdings gibt es in Bayern weiterhin eine regelmäßige Testpflicht für Grenzgänger."


06.11.2020: Mindestens sieben Tote nach Corona-Ausbruch in Altenheim

Nach einem Corona-Ausbruch in einem Pflegeheim im Landkreis Tübingen sind inzwischen sieben Bewohner gestorben. Das sagte eine Sprecherin des Wohlfahrtswerks Baden-Württemberg am Freitag der Deutschen Presse-Agentur. Zuvor hatte der SWR berichtet.

Zuletzt seien 29 Bewohner des Hauses in Mössingen positiv auf das Virus getestet worden, der Zustand einer Person sei kritisch, hieß es in einer Mitteilung. Am Wochenende seien weitere Tests geplant.Insgesamt bietet das Heim Platz für 59 Personen. 


06.11.2020: Keine kostenlosen Tests für Reiserückkehrer in BaWü

Rückkehrer aus ausländischen Corona-Risikogebieten müssen von Sonntag an für zehn Tage in Quarantäne. Eine entsprechende von Bund und Ländern erarbeitete Musterverordnung tritt am 8. November in Baden-Württemberg in Kraft, wie das Gesundheitsministerium am Freitag mitteilte. Damit werde die Quarantäne-Zeit von 14 auf 10 Tage verkürzt, da Corona-Symptome spätestens 10 Tage nach der Infektion auftreten würden.

Allerdings können sich Reiserückkehrer nun nicht mehr gleich mit einem negativen Testergebnis von der Quarantänepflicht befreien lassen. Wer die Selbstisolation vorzeitig beenden möchte, kann nun frühestens am fünften Tag nach der Rückkehr einen Corona-Test machen lassen. Ist das Ergebnis negativ, endet die Quarantäne-Pflicht.

Es gibt aber viele Ausnahmen: Grenzpendler und Grenzgänger sind weiter von der Quarantänepflicht ausgenommen. Wer in der Grenzregion seinen Wohnsitz hat und für weniger als 24 Stunden nach Baden-Württemberg einreist, muss nicht in Isolation. Das gilt auch für die, die sich aus dem Südwesten für weniger als 24 Stunden in ein Risikogebiet in der Grenzregion begeben. Neu ist eine Ausnahmeregel für Reisende, die sich in einem Risikogebiet maximal 72 Stunden aufhalten, um etwa nahe Verwandte zu besuchen oder sich einer dringenden medizinischen Behandlung zu unterziehen.


06.11.2020: Spahn rechtfertigt bundesweite Einschränkungen

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn hat angesichts weiter stark zunehmender neuer Corona-Infektionen die bundesweiten Einschränkungen im November gerechtfertigt. Dies sei erneut «eine bittere Medizin», sagte der CDU-Politiker am Freitag im Bundestag.

Sie bringe Härten und Verzicht für Hunderttausende Bürger. Wie in der ersten Phase der Pandemie im Frühjahr gelte es nun aber wieder, die Kurve abzuflachen und das Gesundheitssystem zu schützen. Wenn die Intensivstationen überfüllt seien, sei es zu spät. Spahn betonte, das Krisenmanagement orientiere sich nicht nur an den Infektionszahlen.


06.11.2020: Studie: 1,8 Prozent der Münchner bei erster Corona-Welle infiziert 

Eine großangelegte Münchner Antikörper-Studie hat eine hohe Dunkelziffer von Infizierten bei der ersten Corona-Welle entdeckt. Der Untersuchung mit rund 3000 Münchner Haushalten zufolge hatten bis Anfang Juni rund 1,8 Prozent der Bevölkerung Antikörper gegen das Virus entwickelt. Das sei viermal mehr als der Anteil der damals nachgewiesenen Infektionen, teilten die Forscher der Infektions- und Tropenmedizin der Uniklinik München am Donnerstag mit.

Die Sterblichkeit der Infizierten lag demnach bei 0,76 Prozent - und damit um ein Vielfaches über der für saisonale Grippeinfektionen, wie die Wissenschaftler um Studienleiter Michael Hölscher erläuterten. Die Münchner Studie habe für Deutschland eine höhere Bedeutung als Untersuchungen lokaler Ausbrüche, sagte Hölscher am Abend bei der Vorstellung der Ergebnisse. 25 Teams waren rund zwei Monate unterwegs gewesen, um gut 5300 Freiwilligen ab 14 Jahren Blut abzunehmen.

Die Haushalte waren zufällig ausgewählt worden. In Mehrfamilienhäusern besuchten die Teams aber einen Haushalt pro Stockwerk, um eine mögliche Häufung zu untersuchen. Die Auswertung ergab, dass innerhalb von Wohnhäusern, aber auch in bis zu 200 Metern Entfernung die Infektionshäufung leicht höher lag als erwartet.


06.11.2020: Zwei weitere Corona-Todesfälle in Altenheim im Alb-Donau-Kreis 

Nach einem Corona-Ausbruch in einem Pflegeheim in Laichingen (Alb-Donau-Kreis) sind zwei weitere Bewohner des Hauses gestorben. Die Zahl der Verstorbenen, die positiv auf das Virus getestet worden waren, erhöhe sich damit auf 17, teilte das Landratsamt am Donnerstagabend mit.

Auch in weiteren Heimen der Region hatte eine überdurchschnittliche Zahl von Infektionen bei Bewohnern und Mitarbeitern in den vergangenen Tagen für Aufregung gesorgt. In den betroffenen Einrichtungen hatte es daraufhin Reihentests gegeben, um mögliche weitere Fälle aufzudecken. Die betroffenen Bereiche der Heime waren abgeschirmt worden, außerdem wurden Besuchsverbote erlassen. Der Alb-Donau-Kreis hat mit einem starken Anstieg von Corona-Neuinfektionen zu kämpfen.


06.11.2020: Corona-Zahlen führen wieder zu OP-Absagen 

Die steigenden Corona-Zahlen führen bereits in einzelnen medizinischen Zentren wieder zu Einschränkungen und zum Ausfall von planbaren Operationen für zahlreiche Patienten. Mit der Uniklinik Düsseldorf nimmt derzeit eines der großen Krankenhäuser in Nordrhein-Westfalen vorerst nur noch Notfallpatienten stationär auf. Die Krankenhauseinsatzleitung wolle mit der Regelung vorsorglich mehr Spielraum bei der Bettenkapazität gegenüber dem Normalbetrieb mit einer hohen Auslastung gewinnen, sagte ein Sprecher der Uniklinik. 

Die Zahl der nachgewiesenen Corona-Infektionen in Nordrhein-Westfalen ist erneut gestiegen. 


06.11.2020: Schweden: Insgesamt mehr als 6000 Tote in Zusammenhang mit Corona 

In Schweden ist die Marke von 6000 Toten in Zusammenhang mit dem Coronavirus überschritten worden. Wie die Gesundheitsbehörde FOHM am Donnerstag mitteilte, ist die Zahl der Neuinfektionen in den vergangenen Wochen rasant angestiegen. Fast zehn Prozent der getesteten Menschen waren vergangene Woche positiv. Vor zwei Wochen waren es den Angaben zufolge noch 5,6 Prozent.  

Am Donnerstag wurden insgesamt 141.764 Infizierte und 6002 Tote in der offiziellen Corona-Statistik ausgewiesen. Daraus gehen auch 314 Neuinfizierte pro 100.000 Einwohner in den vergangenen 14 Tagen hervor.


06.11.2020: Profi vom FC Chelsea muss in Düsseldorf Corona-Bußgeld zahlen 

Ein Profi des Londoner Fußballclubs FC Chelsea muss in Düsseldorf ein Corona-Bußgeld in Höhe von 400 Euro zahlen. Das Amtsgericht verwarf am Donnerstag den Einspruch des 18-Jährigen, nachdem dieser nicht zur mündlichen Verhandlung erschienen war.

Ende Mai war der Nachwuchs-Fußballer in einer Düsseldorfer Kö-Disco von der Polizei bei einer nicht genehmigten Veranstaltung erwischt worden. Der Sportler hatte seinen Einspruch gegen das Bußgeld damit begründet, er habe sich damals an alle Auflagen gehalten und auch nicht lange bleiben wollen.

Nach einem Hinweis aus der Bevölkerung auf laute Musik hatten Polizei und städtischer Ordnungsdienst den Club auf der Düsseldorfer Königsallee kontrolliert. Dabei trafen sie auf 40 Menschen, die sich weder an Abstandsregeln gehalten noch Masken getragen haben sollen.


06.11.2020: Mehr als 21.000 Corona-Neuinfektionen an einem Tag

Erstmals sind in Deutschland mehr als 20.000 neue Infektionen mit dem Coronavirus innerhalb eines einzigen Tages registriert worden. Die Gesundheitsämter in Deutschland haben dem Robert Koch-Institut (RKI) 21.506 neue Corona-Infektionen binnen 24 Stunden gemeldet. Dies geht aus Angaben des RKI vom Freitagmorgen hervor. Am Freitag vor einer Woche hatte die Zahl der gemeldeten Neuinfektionen bei 18 681 gelegen.

Insgesamt haben sich dem RKI zufolge seit Beginn der Pandemie bundesweit 619 089 Menschen mit Sars-CoV-2 infiziert (Stand: 06. 11., 00.00 Uhr). Die Zahl der Todesfälle im Zusammenhang mit dem Virus stieg bis Freitag um 166 auf insgesamt 11 096. Das RKI schätzt, dass rund 402.500 Menschen inzwischen genesen sind.

Die Reproduktionszahl, kurz R-Wert, lag in Deutschland laut RKI-Lagebericht vom Donnerstagabend bei 0,79 (Vortag: 0,81). Das heißt, dass zehn Infizierte im Mittel etwa acht weitere Menschen anstecken. Liegt der Wert für längere Zeit unter 1, flaut das Infektionsgeschehen ab. Der R-Wert bildet jeweils das Infektionsgeschehen etwa eineinhalb Wochen zuvor ab. Um in eine kontrollierbare Lage zu kommen, müsste die Reproduktionszahl längere Zeit deutlich unter 1 liegen, bei 0,7 oder noch niedriger.

Das RKI gibt auch ein sogenanntes Sieben-Tage-R an, der das Geschehen von vor 8 bis 16 Tagen zeigt. Dieser Wert bezieht sich auf einen längeren Zeitraum und unterliegt daher weniger tagesaktuellen Schwankungen. Nach RKI-Schätzungen von Donnerstag liegt er bei 0,93, also ebenfalls leicht unter 1.


05.11.2020: Söder bittet um Geduld und Disziplin

Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (CSU) hat die Menschen im Freistaat eindringlich aufgerufen, den befristeten Teil-Lockdown mitzutragen und zu akzeptieren. Verordnungen und Gesetze seien das eine, "aber die Bereitschaft mitzumachen ist ganz wichtig", sagte Söder am Donnerstag in München. Das große Ziel sei es schließlich, in der Weihnachtszeit wieder "besser dazustehen". Dazu brauche es aber Geduld und Disziplin, mahnte der CSU-Vorsitzende.

Nach zwei Wochen, also Mitte November, werde man eine erste Zwischenbilanz ziehen, sagte Söder. Nach vier Wochen werde man sehen, ob die Maßnahmen ausreichend wirkten - derzeit könne man das noch nicht abschätzen. "Die vier Wochen werden dringend notwendig sein."

Um die Akzeptanz der Einschnitte zu erhöhen, forderte Söder vom Bund eine schnelle Auszahlung der angekündigten Corona-Hilfen für Firmen, die vom aktuellen Teil-Lockdown betroffen sind. "Es darf hier keine Hängepartie geben." Mindestens Abschlagszahlungen müssten im November fließen. Zudem brauche es ein möglichst einfaches, unbürokratisches Verfahren. Und: Bei der Gastronomie dürften Einnahmen aus Mitnahmeangeboten nicht auf die Finanzhilfen angerechnet werden. Man dürfe nicht "durch die Hintertür" wieder etwas abziehen, sagte er.


05.11.2020: Lockdown für Griechenland angekündigt

Im Kampf gegen die Ausbreitung von Corona hat die griechische Regierung einen dreiwöchigen Lockdown von Samstag an für das ganze Land verfügt. Er könne nicht zulassen, dass das Gesundheitssystem überlastet werde, begründete Premier Kyriakos Mitsotakis den harten Schritt am Donnerstagmittag in einer Fernsehansprache.

Ab Samstagmorgen um 6.00 Uhr müssen alle Läden außer Supermärkten, Apotheken und anderen lebenswichtigen Geschäften schließen. Außerdem gilt von 21.00 bis 5.00 Uhr eine allgemeine Ausgangssperre.

Ausgenommen sind Berufstätige, die vom Arbeitgeber eine entsprechende Bestätigung mitführen. Wer tagsüber einkaufen oder zum Arzt gehen will, muss per SMS darüber informieren. Die Schulen im Land werden - bis auf Kindergärten und Grundschulen - auf Online-Betrieb umstellen. Überall gilt Maskenpflicht.

Schon jetzt sei die Zahl der Neueinweisungen in Krankenhäuser hoch, sagte Mitsotakis. "Geht es so weiter, sind in den nächsten Tagen die ersten Krankenhäuser am Limit." Einen Gutteil jener Berufstätigen, die wegen der Maßnahmen kein Geld verdienen, wolle der Staat für den Monat November mit je 800 Euro unterstützen.


05.11.2020: Knapp 20.000 Neuinfektionen in Deutschland

Die Zahl der registrierten Corona-Neuinfektionen in Deutschland hat mit 19 990 Fällen binnen eines Tages einen bisherigen Höchstwert erreicht. Dies ging aus Angaben des Robert Koch-Instituts (RKI) vom Donnerstagmorgen hervor. Den bislang höchsten Wert seit Beginn der Pandemie hatte das RKI am vergangenen Samstag mit 19 059 Fällen gemeldet. Am Donnerstag vor einer Woche lag die Zahl bei 16 774.

Insgesamt haben sich dem RKI zufolge seit Beginn der Pandemie bundesweit 597 583 Menschen mit Sars-CoV-2 infiziert (Stand: 05. 11.,
00.00 Uhr). Die Zahl der Todesfälle im Zusammenhang mit dem Virus stieg bis Donnerstag um 118 auf insgesamt 10 930. Das RKI schätzt, dass rund 391 600 Menschen inzwischen genesen sind.

Die Reproduktionszahl, kurz R-Wert, lag in Deutschland laut RKI-Lagebericht am Mittwoch bei 0,81 (Vortag: 0,94). Das heißt, dass ein Infizierter im Mittel etwas weniger als einen weiteren Menschen ansteckt. Der R-Wert bildet jeweils das Infektionsgeschehen etwa eineinhalb Wochen zuvor ab.


05.11.2020: Über 27.000 Neuinfektionen in Polen

In Polen hat die Zahl der täglichen Neuinfektionen mit dem Coronavirus erstmals die Marke von 27 000 überschritten. Innerhalb von 24 Stunden kamen 27 143 neue Fälle hinzu, die meisten davon (3888) in der Region Großpolen im Westen das Landes, wie das polnische Gesundheitsministerium am Donnerstag mitteilte. Im gleichen Zeitraum starben 367 Menschen in Zusammenhang mit dem Virus.

Der bisherige Rekordwert war mit 24 692 Fällen erst am Mittwoch erreicht worden. Seit Beginn der Pandemie gab es in Polen 6842 Todesfälle in Verbindung mit einer Corona-Infektion. Das Land hat rund 38 Millionen Einwohner. Deutschland hat Polen als Risikogebiet eingestuft.

Angesichts der drastisch steigenden Zahl von Neuinfektionen hatte Regierungschef Mateusz Morawiecki am Mittwoch gewarnt, das Land befinde sich einen Schritt vor einem vollständigen Lockdown und der Verhängung einer Ausgangssperre. Ab Samstag gelten in Polen weitere Einschränkungen des öffentlichen Lebens. Kinos, Theater und Museen werden erneut geschlossen - ebenso wie Geschäfte in Einkaufszentren, mit Ausnahme von Lebensmittelläden und Apotheken. Alle Schulen stellen auf Fernunterricht um. Die Auflagen sollen bis zum 29. November gelten.


05.11.2020: Großer Rückstau in Corona-Laboren

Immer öfter kommen Corona-Labore mit dem Auswerten von Tests nicht hinterher. So meldeten laut Robert Koch-Institut (RKI) in der vergangenen Kalenderwoche (bis 1.11.) 69 Labore einen Rückstau von insgesamt 98 931 abzuarbeitenden Proben. Zwei Wochen zuvor waren es noch 52 Labore mit 20 799 abzuarbeitenden Proben, wie aus dem RKI-Lagebericht von Mittwochabend hervorgeht. 55 Labore nannten laut RKI zuletzt Lieferschwierigkeiten für Reagenzien unter anderem zum Auswerten der Tests, Plastikverbrauchsmaterialien und Pipettenspitzen.

Die sogenannte Positivenquote bei Corona-Tests in Deutschland hat sich derweil in den vergangenen zwei Monaten in etwa verzehnfacht. So schlugen in Kalenderwoche 44 (bis 1.11.) laut RKI etwa 7,3 Prozent der Tests an - der höchste Wert seit der ersten Aprilhälfte. In Kalenderwoche 35 (bis 30.8.) waren es noch rund 0,7 Prozent.


05.11.2020: England geht in Teil-Lockdown

In England gilt zur Bekämpfung der Corona-Pandemie seit diesem Donnerstag ein Teil-Lockdown mit weitreichenden Einschränkungen des öffentlichen Lebens. Gastronomie, Kulturstätten, Sportzentren und Freizeiteinrichtungen müssen schließen, Schulen und Universitäten bleiben aber geöffnet. Anders als in Deutschland wird auch der Handel für einen Monat lang zu bleiben - abgesehen von Supermärkten und anderen als notwendig eingestuften Geschäften.

Die Engländer sollen ihre Wohnungen bis zum 2. Dezember nur noch aus triftigem Grund verlassen - etwa zur Arbeit, zum Sport, zur Erholung oder zur Pflege Angehöriger. Schottland, Wales und Nordirland machen ihre eigenen Regeln zur Virus-Bekämpfung. Dort fuhr man bereits früher zeitlich begrenzt das öffentliche Leben weitgehend herunter.

Die Zahl der Todesfälle von Corona-Infizierten stieg in Großbritannien am Mittwoch mit fast 500 Toten innerhalb eines Tages auf den höchsten Stand seit Mai. In den vergangenen zwei Wochen zählte das Land mit seinen rund 68 Millionen Einwohnern laut EU-Seuchenbehörde ECDC rund 470 Fälle pro 100 000 Menschen.


04.11.2020: Italien verhängt Ausgangssperren und Reisebeschränkungen

Nächtliche Ausgangssperren und Risikozonen mit Reiseverboten: Im Kampf gegen die zweite Corona-Welle schränkt die Regierung in Rom die Bewegungsfreiheit der 60 Millionen Bürger ab Freitag verstärkt ein. Die Ausgangssperre gilt von 22.00 Uhr abends bis 5.00 Uhr morgens. Außerdem teilt die Regierung das Land in drei Risikozonen ein und erlässt Teil-Lockdowns für besonders gefährdete Gebiete. Das geht aus dem Dekret hervor, das Ministerpräsident Giuseppe Conte in der Nacht zum Mittwoch unterschrieben hat.

Anfangs sollte das Dekret am Donnerstag in Kraft treten. Am Abend verschob der Regierungschef den Start überraschend auf Freitag. Die Vorbereitung brauche noch Zeit.

In den Zonen mit hohem oder sehr hohem Risiko - sie werden meist als orange und rote Zonen bezeichnet - wird das Verlassen des Wohnorts und der Region beschränkt. Als Ausnahmen gelten die Arbeit oder medizinische Gründe. Zudem müssen dort Bars und Restaurants schließen.

Die Verschärfung gilt zunächst für vier Wochen bis zum 3. Dezember. Im ganzen Land müssen alle Museen schließen. Öffentliche Verkehrsmittel dürfen nur noch halbvoll sein. Höhere Schulen und Universitäten müssen auf Online-Unterricht umstellen. Einkaufszentren sollen am Wochenende großteils dicht sein.


04.11.2020: Streeck: Für US-Präsident muss Schutz von Leben im Vordergrund stehen

Der Bonner Virologe Hendrik Streeck hat angesichts des zunächst unsicheren Ausgangs der US-Präsidentenwahl die zentrale Rolle der USA für die weitere Pandemiebekämpfung betont. Für "jeden" US-Präsidenten müsse der Schutz des Lebens im Vordergrund stehen, sagte Streeck am Mittwoch der Deutschen Presse-Agentur.

Die USA seien über Jahrzehnte Spitzenreiter in der Entwicklung von Impfstoffen, Heilmitteln und im technischen Fortschritt gewesen. "Diese Vormachtstellung ist nicht nur ein Privileg aber auch eine Pflicht, die Weltgemeinschaft in diesem Kampf zu vereinen."


04.11.2020: USA am Wahltag mit zweithöchstem Wert bei Corona-Neuinfektionen

Die USA haben am Dienstag - dem Tag der Wahl - mit mehr als 91.000 Corona-Neuinfektionen den bislang zweithöchsten Tageswert seit Beginn der Pandemie verzeichnet. Das geht aus Daten der Universität Johns Hopkins in Baltimore vom Mittwoch hervor. Der bislang höchste Wert war am vergangenen Freitag registriert worden, als mehr als 99.000 Ansteckungen registriert wurden. In den USA sind bislang mehr als 232.000 Menschen nach einer Infektion mit dem Coronavirus gestorben.

US-Präsident Donald Trump hat im Wahlkampf wiederholt gesagt, die USA seien in der Krise bald über dem Berg - wofür es keine Anzeichen gibt. Sein Herausforderer Joe Biden hat Trump vorgeworfen, beim Schutz der Amerikaner versagt zu haben. Ein Wahlergebnis gibt es noch nicht.


04.11.2020: Bremen will kostenlose FFP2-Masken an Risikogruppen verteilen 

Zum besseren Schutz vor dem Coronavirus sollen Risikogruppen im Bundesland Bremen von Mitte November an kostenlose FFP2-Masken erhalten. "Gedacht sind die Masken für ältere Bürgerinnen und Bürger, also ab 65 Jahre aufwärts, und für Menschen mit Vorerkrankungen", sagte der Sprecher des Senats, Christian Dohle, am Mittwoch der Deutschen Presse-Agentur. "Wir wollen den bürokratischen Aufwand dabei so gering wie möglich halten. Erforderlich sind kein Attest und kein Rezept. Es reicht, den Anspruch glaubhaft vorzutragen."

FFP2-Masken schützen den Träger oder die Trägerin wirksamer vor einer Ansteckung mit dem Virus als eine einfache OP-Maske oder eine Alltagsmaske aus Stoff. Über den Plan des Senats hatte zunächst die Zeitung "Weser Kurier" berichtet.

Der Senat stellt dafür zunächst zwei Millionen Euro bereit. Dem Sprecher zufolge reicht das für rund eine Million Masken. Das Land Bremen hat rund 680 000 Einwohner.


04.11.2020: Rekordwerte bei Corona-Neuinfektionen in Österreich und der Schweiz 

Die Corona-Pandemie hat Österreich und die Schweiz weiterhin fest im Griff. In beiden Ländern gab es binnen 24 Stunden so viele Neuinfektionen wie noch nie. Österreich verzeichnete 6211 Fälle, wie das Innenministerium am Mittwoch mitteilte. Insgesamt waren über 2500 Infizierte im Krankenhaus, 383 davon auf einer Intensivstation.

In der Schweiz und Liechtenstein gab es binnen 24 Stunden 10.073 neu bestätigte Corona-Infektionen, wie das Bundesamt für Gesundheit bekanntgab. Das bedeutet eine deutliche Steigerung im Vergleich zum Vortag, als über 6100 bestätigte positive Corona-Fälle gemeldet wurden. Zudem sind 73 Patienten an oder mit dem Virus verstorben.


04.11.2020: Bayern etabliert System zur Koordinierung von Intensivbetten 

Bayern hat auf der Grundlage einer Allgemeinverfügung ein System zur Aussteuerung der Belegung von Intensivbetten während der Corona-Pandemie etabliert. Damit soll gewährleistet werden, dass Überlastungsspitzen in einzelnen Krankenhäusern abgefedert werden und die Verteilung der Patienten möglichst optimal gewährleistet wird. 

"Es ist wichtig, die Bettenbelegung noch effizienter zu lenken und auch damit die Kliniken zu unterstützen", sagte Gesundheitsministerin Melanie Huml am Mittwoch in München. Die ärztlichen Leiter als Koordinatoren werden bei den 26 Rettungsleitstellen angesiedelt.

Nach ihrer Darstellung werden in bayerischen Kliniken derzeit 1698 mit dem Coronvirus infizierte Patienten behandelt, davon 302 auf einer Intensivstation. Die meisten Intensivpatienten würden auch beatmet. Die Zahlen bedeuten noch einmal einen deutlichen Anstieg gegenüber der vergangenen Woche. Allein in den Städten München und Augsburg liegen derzeit 90 Intensivpatienten mit Covid-19. 


04.11.2020: Belgien: Corona-Zahl geht im Wochenvergleich leicht zurück

Erstmals seit zwei Monaten ist die Anzahl der registrierten Corona-Infektionen im heftig von der Pandemie getroffenen Belgien im Wochenvergleich zurückgegangen. Zugleich liegt die Belegung von Krankenhaus- und Intensivstationen auf Rekordhoch, wie aus Daten der nationalen Gesundheitsagentur Sciensano vom Mittwoch hervorgeht.

Zwischen dem 25. und 31. Oktober wurden in dem Land mit 11 Millionen Einwohnern demnach täglich im Schnitt 14.235 Infektionen registriert. Das sind 4 Prozent weniger als in den vorangegangenen 7 Tagen. Am stärksten - um gut 26 Prozent - sank die Infektionszahl in der Hauptstadt Brüssel. Belgien zählt zu den am schwersten von der Corona-Pandemie betroffenen Ländern Europas. Für die Tage nach dem 31. Oktober liegen noch keine konsolidierten Fallzahlen vor.

Die Anzahl der Einweisungen ins Krankenhaus legte im gleichen Zeitraum hingegen um 26 Prozent zu. Zuletzt lagen 7485 mit dem Coronavirus infizierte Menschen in belgischen Krankenhäusern - 1351 von ihnen auf den Intensivstationen. Beides sind Höchstwerte in der Pandemie. Allerdings stieg die Zahl der Krankenhaus-Patienten zuletzt weniger schnell. 


04.11.2020: Corona-Test bei Berlins Regierungschef Müller ist negativ 

Ein Corona-Test bei Berlins Regierendem Bürgermeister Michael Müller ist negativ ausgefallen. Das teilte eine Sprecherin des Senats am Mittwoch mit. Am Dienstag war bekanntgeworden, dass sich Brandenburgs Ministerpräsident Dietmar Woidke mit dem Coronavirus infiziert hat. Müller hatte mit Woidke zusammen am Samstag an der Eröffnung des neuen Hauptstadt-Flughafens BER in Schönefeld teilgenommen.


04.11.2020: Ungarns Außenminister Szijjarto positiv auf Corona getestet

Der ungarische Außenminister Peter Szijjarto ist während einer Asien-Reise positiv auf das Coronavirus getestet worden. Der Politiker sei vorerst ohne Symptome und warte in einem Krankenhaus in der thailändischen Hauptstadt Bangkok auf seine Heimreise, erklärte ein Sprecher des Ministers am Mittwoch der amtlichen Nachrichtenagentur MTI.

Szijjarto war von Kambodscha kommend in Thailand eingetroffen. Vor seiner Abreise aus Budapest sei ein Corona-Test bei ihm negativ ausgefallen, sagte der Sprecher.


04.11.2020: Weitere Grundschulen in Niedersachsen vom Coronavirus betroffen

In weiteren Grundschulen in Niedersachsen hat es Infektionen mit dem Coronavirus gegeben. Wie der Landkreis Lüneburg am Mittwoch mitteilte, werden die Grundschulen Barendorf und Wendisch Evern komplett unter Quarantäne gestellt. In Barendorf war bereits seit Freitag der erste Jahrgang betroffen. Schon am Montag waren in Niedersachsen vier Grundschulen sowie eine Grund- und Hauptschule wegen Infektionsfällen geschlossen worden.

Der Landkreis Hameln-Pyrmont teilte am Dienstagabend mit, dass für die Grundschule Tündern ab diesem Mittwoch das Szenario B gelte. Bei diesem Wechselmodell werden die Klassen geteilt und abwechselnd in der Schule und zu Hause unterrichtet. Vorgesehen ist das Szenario B in Regionen ab 100 Neuinfektionen auf 100.000 Einwohner in den vergangenen sieben Tagen, wenn an der jeweiligen Schule außerdem von den Behörden eine Infektionsschutzmaßnahme wie Quarantäne etwa für eine Klasse verordnet wurde.


04.11.2020: Kita und Jugendtreffs in Schwerin geschlossen 

Nach der Corona-Infektion einer Mitarbeiterin ist die katholische Kita "St. Anna" in Schwerin am Dienstag für zwei Wochen geschlossen worden. Alle 68 Kinder und 16 Mitarbeiter müssten als Kontaktpersonen in Quarantäne, teilte die Stadtverwaltung mit. Außerdem untersagte die Landeshauptstadt vorsorglich die Indoor-Angebote aller Kinder- und Jugendtreffs für zwei Wochen. Am Vortag waren bereits städtische Kultureinrichtungen sowie alle Sporthallen und Schwimmbäder geschlossen worden.

"Wenn wir Schulen und Kitas mit strengen Hygienekonzepten und der Trennung von Klassenstufen und Kohorten offen halten wollen, dann macht es keinen Sinn, wenn sich Kinder verschiedener Schulen und Altersgruppen am Nachmittag im Jugendtreff begegnen", erklärte Oberbürgermeister Rico Badenschier. Die Landesregierung hatte es den Kommunen freigestellt, ob sie Freizeitaktivitäten für Kinder und Jugendliche ermöglichen.


04.11.2020: Wieder mehr als 400 Corona-Todesfälle in Krankenhäusern in Frankreich

In Frankreich steigt die Zahl der täglich gemeldeten Corona-Todesfälle weiter an. Innerhalb von 24 Stunden wurden erneut mehr als 400 Tote im Zusammenhang mit Covid-19 in den Krankenhäusern gemeldet, wie die Behörden am Dienstag mitteilten. Hinzu kommen noch einmal mehr als 400 Todesfälle in Altenheimen und anderen Pflegeeinrichtungen. Diese Zahl wird allerdings nicht täglich aktualisiert. Frankreich zählt mehr als 38.000 Tote seit Beginn der Epidemie.

Das Land mit seinen rund 67 Millionen Einwohnern zählte außerdem mehr als 36.300 Corona-Neuinfektionen innerhalb eines Tages. Am Tag zuvor war ein Höchstwert von mehr als 52.500 registrierten Fällen erreicht worden. Fast 3900 Menschen werden im ganzen Land auf Intensivstationen behandelt. Sorge herrscht besonders in der Hauptstadt Paris über die Auslastung der Intensivbetten.


04.11.2020: Ungarn verhängt Notstand und nächtliche Ausgangssperre

Wegen der zunehmenden Zahl von Ansteckungen mit dem Coronavirus verhängt Ungarn den Gefahrennotstand und eine nächtliche Ausgangssperre. Gaststätten und Clubs müssen schließen, Theater, Kinos und andere Veranstalter dürfen nur ein Drittel der verfügbaren Plätze vergeben, gab Ministerpräsident Viktor Orban in einem Video bekannt, das am Dienstagabend auf seiner Facebook-Seite erschien.

«Die Ausbreitung der Pandemie hat sich beschleunigt», sagte Orban. "Es ist an der Zeit, dass wir neue Schritte setzen, mit denen wir die Funktionsfähigkeit der Krankenhäuser und das Leben der älteren Mitbürger schützen." Die Ausgangssperre gelte jeweils von 00.00 bis 05.00 Uhr.

Der Gefahrennotstand erlaubt es der Regierung, außerordentliche Maßnahmen auf dem Verordnungsweg zu erlassen. Er tritt am Mittwoch 00.00 Uhr in Kraft und gilt zunächst für 15 Tage. Er kann vom Parlament um weitere 90 Tage verlängert werden.


04.11.2020: Slowakei verlangt Corona-Test vor Einreise

Wer in die Slowakei einreisen will, muss künftig einen negativen Corona-Test nachweisen oder direkt an der Grenze einen Schnelltest absolvieren. Das sagte Gesundheitsminister Marek Krajci am Dienstag in einem Interview des TV-Nachrichtensenders TA3. Anders als bisher angekündigt, soll die Vorschrift allerdings erst ab 15. November in Kraft treten. Bis dahin sollen an allen größeren Grenzübergängen Teststationen entstehen, einige kleinere werden geschlossen.

Krajci bestätigte, dass die Regierung trotz Kritik von Gesundheitsexperten an ihrem Plan festhält, die Bevölkerung ein zweites Mal zu testen. Von der zweiten Testrunde am kommenden Samstag und Sonntag werden allerdings jene Landesteile ausgenommen, in denen es offenbar besonders wenige Infizierte gibt. In der am Dienstag vom Verteidigungsministerium präsentierten Liste wird auch die Hauptstadt Bratislava zu den Ausnahmen gezählt, die nicht nochmals durchgetestet werden. In Bratislava waren am vergangenen Wochenende nur rund 0,3 Prozent der Tests positiv, im Landesschnitt knapp über 1 Prozent.


04.11.2020: Dänischer Justizminister positiv auf Coronavirus getestet

Der dänische Justizminister Nick Hækkerup ist positiv auf das Coronavirus getestet worden. Er werde sich deshalb in der nächsten Zeit zu Hause isolieren, teilte der Minister in der Nacht zum Mittwoch auf Facebook mit. Hækkerup hatte wegen Krankheitssymptomen am Montag einen Corona-Test gemacht und sich seitdem zu Hause aufgehalten. Er zählt in der Corona-Krise neben Regierungschefin Mette Frederiksen und Gesundheitsminister Magnus Heunicke zu den wichtigsten Akteuren der sozialdemokratischen Regierung in Kopenhagen. Weitere Kabinettsmitglieder haben sich nach einer Coronavirus-Infektion in ihrem Umfeld am Dienstag in Quarantäne begeben.


04.11.2020: 17.214 Corona-Neuinfektionen in Deutschland

Die Gesundheitsämter in Deutschland haben dem Robert Koch-Institut (RKI) 17.214 neue Corona-Infektionen innerhalb eines Tages gemeldet. Dies geht aus Angaben des RKI vom Mittwochmorgen hervor. Am Mittwoch vor einer Woche hatte die Zahl der gemeldeten Neuinfektionen bei 14.964 gelegen - das waren beinahe doppelt so viele wie am Mittwoch der Woche davor.

Insgesamt haben sich dem RKI zufolge seit Beginn der Pandemie bundesweit 577.593 Menschen mit Sars-CoV-2 infiziert (Stand: 04.11., 00.00 Uhr). Die Zahl der Todesfälle im Zusammenhang mit dem Virus stieg bis Mittwoch um 151 auf insgesamt 10.812. Das RKI schätzte am Dienstag, dass rund 371.500 Menschen inzwischen genesen sind - die Angabe für Mittwoch fehlte zunächst noch.

Die Reproduktionszahl, kurz R-Wert, lag in Deutschland laut RKI-Lagebericht vom Dienstag bei 0,94 (Vortag: 1,07). Das bedeutet, dass ein Infizierter im Mittel knapp einen weiteren Menschen ansteckt. Der R-Wert bildet jeweils das Infektionsgeschehen etwa eineinhalb Wochen zuvor ab.

Zudem gibt das RKI in seinem Lagebericht ein sogenanntes Sieben-Tage-R an. Der Wert bezieht sich auf einen längeren Zeitraum und unterliegt daher weniger tagesaktuellen Schwankungen. Nach RKI-Schätzungen lag dieser Wert am Dienstag bei 0,98 (Vortag: 1,04). Er zeigt das Infektionsgeschehen von vor 8 bis 16 Tagen.


04.11.2020: Maskenpflicht soll in Düsseldorf fast überall gelten

Die nordrhein-westfälische Landeshauptstadt Düsseldorf weitet die Maskenpflicht zum Schutz vor dem Coronavirus ab Mittwoch fast auf das gesamte Stadtgebiet aus. Nur in nicht bebauten Gegenden wie Parks und Grünanlagen müssen Fußgänger dann keinen Mund-Nasen-Schutz tragen, wie die nordrhein-westfälische Landeshauptstadt am Dienstag mitteilte.

Wörtlich heißt es in der Verfügung, dass auf öffentlichen Straßen und Wegen innerhalb bebauter Flächen immer dann eine Maske zu tragen sei, solange nicht "aufgrund von Tageszeit, räumlicher Situation und Passantenfrequenz objektiv ausgeschlossen ist, dass es zu Begegnungen mit anderen Personen kommen kann, bei denen ein Abstand von fünf Metern unterschritten wird". Die Maskenpflicht gelte nicht für Radfahrer oder Menschen in Autos. Zuvor hatte es in Düsseldorf eine Maskenpflicht in einzelnen öffentlichen Bereichen gegeben.


03.11.2020: Immer mehr Fälle: Seniorenheime in Bayern kämpfen gegen Corona

Im Freistaat häufen sich die Fälle von Corona-Infektionen in Alten- und Pflegeheimen. Im Landkreis Neumarkt in der Oberpfalz sind nach einem Corona-Ausbruch in einem Seniorenheim in Berching vier Bewohner infolge der Infektion gestorben. Weitere 40 Bewohner wurden positiv auf das Coronavirus getestet, sagte Andrea Schödl, Sprecherin des Caritasverbands für die Diözese Eichstätt. Sechs der Infizierten befänden sich derzeit im Krankenhaus.

Laut Landratsamt seien zudem 20 Mitarbeiter des St. Franziskus Altenheims infiziert. Pflegekräfte aus anderen Caritas-Einrichtungen müssten in dem Heim aushelfen. In dem Heim gibt es 72 Einzelzimmer, alle Bewohner stünden unter Quarantäne.

Eine aktuelle Gesamtzahl von Bewohnern aus Alten- und Pflegeheimen, die positiv auf das Coronavirus getestet wurden, gibt es bislang noch nicht. Das Landesamtes für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit (LGL) will in den kommenden Tagen die Zahlen nach Landkreis auswerten.

Die Corona-Ampel steht inzwischen in allen Landkreisen und kreisfreien Städten auf Rot, vielerorts auch auf Dunkelrot. Das LGL meldete am Dienstag 112.535 Corona-Fälle in Bayern. Seit Montag waren im Freistaat elf Menschen an dem Virus gestorben, die Zahl stieg damit auf 2822 Todesfälle.

Auch in anderen Regionen in Freistaat steigen die Zahlen von Corona-Infizierten in Pflegeheimen. Trotz präventiven Reihentestungen steckten sich in einem Pflegeheim in Markt Schwaben (Landkreis Ebersberg) fast alle Bewohner an. Das Landratsamt bestätigte am Dienstag 35 von 40 Fällen. Zwei Bewohner starben. Sie hatten allerdings unter schweren Vorerkrankungen gelitten, wie eine Sprecherin des Landratsamtes mitteilte. Daneben waren 17 Mitarbeiter positiv auf das Coronavirus getestet worden.

Ein Krisenstab hat in einem Antrag um Helfer der Bundeswehr gebeten. "Die Mitarbeiter arbeiten bis an die Grenzen ihrer Kräfte", sagte Jakob Walker, der Heimleiter des Seniorenheims Walterhof laut Münchner Merkur.

In einem Alten- und Pflegeheim der schwäbischen Stadt Günzburg sind aktuell 58 Bewohner und 25 der 70 Mitarbeiter infiziert. Der Großteil der Betroffenen sei in einen stabilen Gesundheitszustand, sagte eine Sprecherin. Drei Vorerkrankte befänden sich in medizinischer Behandlung.

In Unterfranken hat es eine Einrichtung in Ochsenfurt (Landkreis Würzburg) schwer getroffen. Am Dienstag meldete das Landratsamt 76 positive Befunde von Bewohnern und Mitarbeitern. Das betroffene Haus stehe unter Quarantäne. Als Gegenmaßnahme wurden die positiv getesteten von den negativ getesteten Personen getrennt.

Ein solches Vorgehen wurde bereits im Frühjahr nach mehreren Fällen im Seniorenheim St. Nikolaus in Würzburg umgesetzt. Schon damals hatte die Region schmerzlich erfahren müssen, wie schnell sich das Coronavirus in Heimen ausbreiten kann: In zwei Senioreneinrichtungen starben innerhalb von etwa zehn Wochen insgesamt 40 Bewohner an Covid-19.


03.11.2020: Nur noch acht Menschen am selben Tisch in schwedischen Restaurants

In Restaurants und Kneipen in Schweden dürfen wegen der steigenden Corona-Zahlen von nun an nur noch maximal acht Personen am selben Tisch sitzen. Das gab Ministerpräsident Stefan Löfven am Dienstag auf einer Pressekonferenz in Stockholm bekannt.

Die Entwicklung bei der Ausbreitung des Coronavirus gehe in die falsche Richtung, die Lage sei sehr ernst, sagte Löfven. Der Generaldirektor der Gesundheitsbehörde Folkhälsomyndigheten, Johan Carlson, machte jedoch klar, dass es weiter möglich sei, die Virusausbreitung mit vereinten Kräften abzubremsen.

Gleichzeitig werden die allgemeinen Empfehlungen an die Bevölkerung auf weitere Landesteile ausgeweitet. Die Maßgaben gelten nun auch für die Regionen Halland, Örebro und Jönköping. Dort werden die Schweden wie zuvor unter anderem auch im Raum Stockholm und in vielen weiteren schwedischen Regionen ausdrücklich dazu aufgefordert, Kontakt mit Personen aus anderen Haushalten ebenso zu meiden wie den Nahverkehr und Veranstaltungen wie Konzerte und sportliche Wettkämpfe.


03.11.2020: RKI: Testkapazitäten begrenzt - Kriterien für Corona-Tests angepasst

Das Robert Koch-Institut (RKI) hat auf die Grenzen der Corona-Testmöglichkeiten in Deutschland hingewiesen. Je höher die Fallzahlen seien, desto schwieriger werde es, alle Menschen mit Erkältungssymptomen zu testen, sagte RKI-Vizechef Lars Schaade am Dienstag in Berlin. Nötig wären dann mehr als drei Millionen Tests pro Woche - dies sei weder nötig noch erforderlich. Deshalb habe das RKI die Empfehlungen an Ärzte hinsichtlich der Testkriterien angepasst, sagte Schaade. Faktoren seien etwa die Symptome, die Zugehörigkeit zu einer Risikogruppe und die Wahrscheinlichkeit, dem Coronavirus ausgesetzt gewesen zu sein. 

Über die Lage in der Pandemie sagte Schaade: "Wir sind noch mitten im Marathon." Er appellierte an die Bürger, die Verhaltensregeln einzuhalten. Nähme die Fallzahl weiter so schnell zu wie zuletzt - mit einer Verdoppelung innerhalb von zehn Tagen -, gäbe es nach seinen Worten 400 000 Fälle pro Tag bis Weihnachten. 

Angesichts stark steigender Infektionszahlen hatten Labore zuvor vor einer Überlastung beim Auswerten von Corona-Tests gewarnt. Die Testkapazitäten seien bundesweit erstmalig zu 100 Prozent ausgereizt, teilte der Verband der Akkreditierten Labore in der Medizin am Dienstag auf Basis von Daten aus 162 Laboren mit. In der vergangenen Woche wurden demnach insgesamt 1,4 Millionen PCR-Tests gemacht.


03.11.2020: Labore warnen vor Überlastung durch immer mehr Corona-Tests 

Angesichts stark steigender Infektionszahlen warnen Labore vor einer Überlastung beim Auswerten von Corona-Tests. Die Testkapazität sei bundesweit erstmalig zu 100 Prozent ausgereizt, teilte der Verband der Akkreditierten Labore in der Medizin am Dienstag auf Basis von Daten aus 162 Laboren mit. Inzwischen sei "die rote Ampel überfahren" worden. Bei Fortsetzung einer solchen Überflutung mit Proben oder einem möglichen Geräte- oder Personalausfall drohe ein Zusammenbruch der Versorgung. Nötig sei, die Testkapazitäten deutlich stärker auf besonders dringliche Fälle zu konzentrieren.


03.11.2020: Vier Tote und Dutzende Infizierte in Seniorenheim in Oberpfalz

Nach einem Corona-Ausbruch in einem Seniorenheim in Berching (Landkreis Neumarkt in der Oberpfalz) sind vier Bewohner infolge der Infektion gestorben. Weitere 40 Bewohner wurden positiv auf das Coronavirus getestet, wie Andrea Schödl, Sprecherin des Caritasverbands für die Diözese Eichstätt, am Dienstag bestätigte.

Sechs der Infizierten befänden sich derzeit im Krankenhaus. Auch 17 Mitarbeiter des betroffenen Altenheims seien infiziert. Seit dem Ausbruch vergangene Woche steht das Heim mit 72 Einzelzimmern unter Quarantäne. 


03.11.2020: Brandenburgs Regierungschef Woidke mit Corona infiziert

Brandenburgs Ministerpräsident Dietmar Woidke (SPD) ist positiv auf das Coronavirus getestet worden. Er habe nach ersten Erkältungserscheinungen am Sonntag keine Diensttermine mehr wahrgenommen, teilte Regierungssprecher Florian Engels am Dienstag mit. Nun würden Kontaktpersonen identifiziert.


03.11.2020: Intensivmediziner: Mehr Junge schwer an Corona erkrankt

Der Direktor der Intensivmedizin am Hamburger Universitätskrankenhaus Eppendorf (UKE), Stefan Kluge, berichtet von immer mehr jungen Corona-Patienten auf der Intensivstation. Anders als bei der ersten Welle der Virusausbreitung im Frühjahr seien dieses Mal viele Jüngere betroffen, sagte der Professor am Dienstag dem Radiosender Bayern 2. "Wir betreuen mehrere Patienten deutlich unter 50 Jahren und teilweise ohne Vorerkrankungen."

Kluge, der auch Präsidiumsmitglied der Deutschen Interdisziplinären Vereinigung für Intensiv- und Notfallmedizin (DIVI) ist, wies darauf hin, dass die Entwicklung bei der Zahl der Intensivpatienten der der Infizierten um mehrere Tage hinterherläuft: "In wenigen Tagen werden wir, was die Zahl der Krankenhauspatienten angeht, die erste Welle übertreffen. Und das ist besorgniserregend."


03.11.2020: 52.518 Corona-Neuinfektionen und mehr als 400 Tote in Frankreich

In Frankreich sind binnen 24 Stunden erstmals mehr als 52.500 neue Corona-Infektionen registriert worden. Die Gesundheitsbehörde meldete am Montagabend 52 518 neu erfasste Ansteckungen. Der bisherige Höchstwert lag bei 52.010 gemeldeten Neuinfektionen innerhalb von 24 Stunden. Die Behörden zählten außerdem mehr als 400 Corona-Todesfälle innerhalb eines Tages in den Krankenhäusern. Das ist, rechnet man die Todesfälle in Altenheimen nicht dazu, der höchste Wert seit dem Frühjahr. 

Die Corona-Lage verschlechtert sich in dem Land mit 67 Millionen Einwohnern seit Wochen dramatisch. Seit Freitag gilt bis mindestens Anfang Dezember ein landesweiter Lockdown. Die Menschen dürfen nur noch mit triftigem Grund das Haus verlassen und müssen dabei stets ein entsprechendes Formular bei sich tragen. Mehr als 37.400 Menschen im Land sind bereits im Zusammenhang mit einer Covid-19-Erkrankung gestorben. Rund 20,6 Prozent der Corona-Tests sind nach Angaben von Montag positiv. 


03.11.2020: 15.352 Corona-Neuinfektionen in Deutschland

Die lokalen Behörden in Deutschland haben dem Robert Koch-Institut (RKI) 15.352 neue Corona-Infektionen innerhalb eines Tages gemeldet. Am Dienstag vor einer Woche hatte die Zahl bei 11.409 gelegen. Mit 19.059 Neuinfektionen war am Samstag ein neuer Höchstwert seit Beginn der Corona-Pandemie in Deutschland erreicht worden. 

Insgesamt haben sich seit Beginn der Corona-Krise 560.379 Menschen in Deutschland nachweislich mit Sars-CoV-2 angesteckt, wie das RKI am frühen Dienstagmorgen meldete (Datenstand 03.11., 00.00 Uhr). Die Zahl der Todesfälle im Zusammenhang mit dem Virus stieg bis Dienstag um 131 auf insgesamt 10.661. Das RKI schätzt, dass rund 371.500 Menschen inzwischen genesen sind.

Die Reproduktionszahl, kurz R-Wert, lag in Deutschland laut RKI-Lagebericht vom Montag bei 1,07 (Vortag: 1,13). Das bedeutet, dass zehn Infizierte knapp elf weitere Menschen anstecken. Der R-Wert bildet jeweils das Infektionsgeschehen etwa eineinhalb Wochen zuvor ab.

Zudem gibt das RKI in seinem Lagebericht ein sogenanntes Sieben-Tage-R an. Der Wert bezieht sich auf einen längeren Zeitraum und unterliegt daher weniger tagesaktuellen Schwankungen. Nach RKI-Schätzungen lag dieser Wert am Montag bei 1,04 (Vortag: 1,13). Er zeigt das Infektionsgeschehen von vor 8 bis 16 Tagen.


02.11.2020: Ganz Bayern auf der Corona-Landkarte nun rot

Auf der Corona-Landkarte ist seit Montag ganz Bayern rot. Wie das Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit (LGL) in Erlangen berichtete, hat nun auch der Landkreis Amberg-Sulzbach in der Oberpfalz die Grenze von 50 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohnern in sieben Tagen überschritten und befindet sich damit im roten Warnbereich.

Zahlreiche kreisfreie Städte und Landkreise im Freistaat liegen allerdings auch schon lange über der 100er-Marke und gelten damit als dunkelrot. Am kritischsten war die Lage nach Angaben des LGL zum Wochenanfang im Landkreis Rottal-Inn mit einem Wert von 314 und in der Stadt Augsburg mit 305.

Im gesamten Freistaat sind bisher nahezu 110 000 Menschen positiv auf das Coronavirus Sars-CoV-2 getestet worden (Stand: Montag, 08.00 Uhr). 2811 Menschen, die sich mit dem Erreger infiziert hatten, sind in Bayern gestorben. Als genesen galten etwa 78 000 Menschen.


02.11.2020: Merkel: Steuern auf akute Notlage in den Krankenhäusern zu

Bundeskanzlerin Angela Merkel hat angesichts der steigenden Zahlen der Corona-Infektionen und schwer Erkrankten vor einer "akuten Notlage" in den Krankenhäusern gewarnt. "Das ist exponentielles Wachstum, das uns mit zunehmender Geschwindigkeit auf eine akute Notlage in unseren Krankenhäusern zulaufen lässt", sagte die CDU-Politikerin nach der Sitzung des Corona-Kabinetts am Montag in Berlin. Man betrachte die Lage mit Sorge. Bei kälteren Temperaturen wie in den kommenden Monaten reagiere das Virus "anders und noch aggressiver".


02.11.2020: Curevac zufrieden mit ersten Tests des Corona-Impfstoffkandidaten

Nach mehrmonatigen Tests bescheinigt das Tübinger Biopharmaunternehmen Curevac seinem Corona-Impfstoffkandidaten eine gute Verträglichkeit. Die Daten der Phase eins seien sehr ermutigend, sagte Vorstandsvorsitzender Franz-Werner Haas am Montag in Tübingen. "Sie stellen einen entscheidenden Meilenstein in unserem Covid-19-Impfstoffprogramm dar und unterstützen nachdrücklich die Weiterentwicklung unseres Impfstoffkandidaten", erklärte Haas.

In der ersten klinischen Studie wurde der Impfstoffkandidat CVnCoV mit Dosisstärken zwischen zwei und zwölf Mikrogramm mehr als 250 Probanden im Alter zwischen 18 Jahren und 60 Jahren verabreicht. Es seien keine schwerwiegenden Nebenwirkungen beobachtet worden, sagte der Direktor des Instituts für Tropenmedizin der Universität Tübingen und Leiter der klinischen Phase eins, Peter Kremsner. Bei zwölf Mikrogramm traten etwa Müdigkeit, Kopfschmerzen, Schüttelfrost, Muskelschmerzen und in geringerem Maße Fieber auf. "Alle berichteten Ereignisse waren vorübergehend und klangen schnell ab, in der Regel innerhalb von 24 bis 48 Stunden", erklärte Kremsner.

Mittlerweile läuft bereits die zweite Studie zur Prüfung des Impfstoffkandidaten - in Peru und Panama mit 690 gesunden Teilnehmern. Dann beginnt die globale klinische Studie mit bis zu 30 000 Teilnehmern - noch in diesem Jahr. Curevac plant, diese zulassungsrelevante Phase mit einer Dosis von zwölf Mikrogramm noch vor Jahresende zu starten. Der Wirkmechanismus von CVnCoV imitiert laut Curevac die natürliche Immunantwort auf die Infektion, die bei genesenen Covid-19-Patienten beobachtet wird.


02.11.2020: Testpanne in Seniorenwohnanlage - Zahl der Infizierten geringer

In zwei Seniorenwohnanlagen in Großhandsdorf im Kreis Stormarn sind offenbar deutlich weniger Menschen mit dem Coronavirus infiziert, als zunächst angenommen. Bei einem PCR-Reihentest der Bewohner und Mitarbeiter sei das Virus bei nur 14 Personen nachgewiesen worden, sagte ein Sprecher des Betreibers am Montag. Am Donnerstagabend waren nach Schnelltests zunächst 36 Infektionen gemeldet worden. Eine 94 Jahre alte Bewohnerin war im Zusammenhang mit dem Virus gestorben.

Dass die Zahl der tatsächlich infizierten Bewohner und Mitarbeiter deutlich geringer sei, als zunächst befürchtet, sei natürlich eine gute Nachricht, sagte der Geschäftsführer der Anlage, André Aue. Die falschen Testergebnisse zeigen jedoch auch, dass Schnelltests mit Vorsicht zu genießen seien. Möglicherweise sei eine komplette Charge des angewendeten Produktes fehlerhaft gewesen.

Der Kreis Stormarn konnte zu dem Fall keine Angaben machen, das das Gesundheitsamt in die Tests nicht involviert sei, sagte ein Sprecher.


02.11.2020: Rate der Neuinfektionen steigt weiter - immer mehr Intensivpatienten 

Die Zahl erfasster Corona-Infektionen je 100.000 Einwohner lässt auf ein weiter an Dynamik gewinnendes Infektionsgeschehen schließen. Für die vergangenen sieben Tagen liegt der Wert inzwischen bei 120,1 (Stand 2.11. 00.00 Uhr), wie das Robert Koch-Institut RKI am Montag mitteilte. Am Freitag hatte die sogenannte 7-Tage-Inzidenz erstmals über 100 gelegen (104,9), vor vier Wochen (5.10.) hingegen bei gerade mal 16,8. 

Eine hohe 7-Tage-Inzidenz zeigt an, dass sich viele Menschen mit dem Virus infiziert haben. Besonders viele Neuinfektionen je 100.000 Einwohner in den vergangenen sieben Tagen erfassen den Daten vom Montag zufolge derzeit Bremen (189,4), Berlin (164,6), Hessen (160,8) und das Saarland (160,5). Bis sich die Wirkung des seit Montag greifenden Teil-Lockdowns bei den Infektionszahlen zeigt, dauert es wegen der Spannen von der Ansteckung zu Symptomen, Test und Erfassung nach RKI-Angaben zwei bis drei Wochen. 

Die Zahl der intensivmedizinisch behandelten Covid-19-Fälle hat sich in den vergangenen zwei Wochen von 769 Patienten (18.10.) auf 2061 Patienten (1.11.) fast verdreifacht, wie es im RKI-Lagebericht vom Sonntagabend heißt. Der Chef der Deutschen Krankenhausgesellschaft, Gerald Gaß, rechnet mit einem neuen Höchststand an Intensivpatienten: "In zwei bis drei Wochen werden wir die Höchstzahl der Intensivpatienten aus dem April übertreffen - und das können wir gar nicht mehr verhindern. Wer bei uns in drei Wochen ins Krankenhaus eingeliefert wird, ist heute schon infiziert", sagte er der "Bild"-Zeitung (Montag). 

Der bisherige Höchststand intensivmedizinisch behandelter Covid-19-Patienten hatte nach Daten der Deutschen Interdisziplinären Vereinigung für Intensiv- und Notfallmedizin (Divi) bei 2933 am 18. April gelegen. Damals waren noch rund 3400 der Betten in den Kliniken frei. Für den 1. November waren beim Divi 2061 solche Patienten und knapp 8000 freie Plätze erfasst.  

In der vergangenen Woche hatte auch Divi-Präsident Uwe Janssens vor der sich zuspitzenden Lage gewarnt. "In 14 Tagen haben wir die schweren Krankheitsfälle, und unsere großen Zentren kommen unter Maximalbelastung", sagte er der Deutschen Presse-Agentur. Das Problem sei nicht so sehr die Zahl der Intensivbetten. "Wir haben mehr Betten und mehr Beatmungsgeräte als zu Beginn der Pandemie. Aber wir haben nicht eine müde Maus mehr beim Personal."

Gaß kündigte an, auch Pflegepersonal aus nicht-intensivmedizinischen Bereichen auf den Intensivstationen einzusetzen. "Das ist natürlich nicht optimal, aber in einer solchen Ausnahmesituation zu rechtfertigen."

Wie unter der Bevölkerung allgemein steigt mit wachsenden Fallzahlen auch unter Klinik-Mitarbeitern der Anteil akut Infizierter, die am Arbeitsplatz fehlen. Das Schichtsystem auf Intensivstationen könne dann schnell aus den Fugen geraten, so Janssens. Ein beatmeter Covid-19-Patient braucht allein bis zu fünf Schwestern oder Pfleger.


02.11.2020: Belgien macht dicht: Neue Corona-Maßnahmen sind in Kraft getreten

In Belgien sind wegen der dramatisch gestiegenen Corona-Fallzahlen am Montag neue Maßnahmen in Kraft getreten. Alle Geschäfte, die nicht unbedingt notwendige Waren verkaufen, müssen geschlossen bleiben. Lediglich die Abholung und Hauslieferung vorbestellter Waren ist noch möglich. Um faire Wettbewerbsbedingungen zu gewährleisten, dürfen auch in Supermärkten nur noch Waren des täglichen Bedarf angeboten werden.

Die Schließung von Kneipen, Restaurants und Cafés sowie nächtliche Ausgangssperren waren bereits Mitte Oktober beschlossen worden. Zudem gilt seitdem die Regel, dass die Bürger außerhalb des eigenen Haushalts nur noch zu einer anderer Person engeren Kontakt pflegen dürfen. Ausgenommen sind nur Alleinstehende, die zwei sogenannte "Kuschelkontakte" haben dürfen.

Die Maßnahmen sollen nach Angaben der Regierung für einen Zeitraum von eineinhalb Monaten bis einschließlich Sonntag, den 13. Dezember, gelten. Die Notwendigkeit der Geschäftsschließungen wird allerdings am 1. Dezember noch einmal geprüft.

An den Schulen werden die derzeitigen Herbstferien mindestens bis Mitte November verlängert. Die Hochschulen sollen bis mindestens ausschließlich 1. Dezember nur per Fernunterricht unterrichten.

Belgien zählt zu den am schwersten von der Corona-Pandemie betroffenen Ländern Europas. Die Behörden des Elf-Millionen-Einwohner-Landes meldeten zuletzt im Sieben-Tages-Schnitt knapp 15.600 registrierte Fälle pro Tag. Pro 100.000 Einwohner wurden nach EU-Vergleichszahlen in den vergangenen 14 Tagen rund 1700 Infektionen gemeldet, in Deutschland waren es zum Beispiel nur 206.


02.11.2020: Österreich ab Dienstag im Teil-Lockdown - abends "Besuchsverbot"

Österreich schränkt wegen einer drohenden Überlastung der Intensivmedizin in der Corona-Krise das öffentliche Leben stark ein. Die Gastronomie und fast das gesamte Kultur- und Freizeitangebot schließen, landesweit ist das Verlassen der Wohnung zwischen 20 und 6 Uhr nur zu bestimmten Zwecken erlaubt - allerdings auch zur Erholung im Freien. "Ab Dienstag, dem 3. November 0 Uhr, bis Ende November wird es zu einem zweiten Lockdown in Österreich kommen", sagte Bundeskanzler Sebastian Kurz (ÖVP) am Samstag in Wien.

Anders als im ersten sogenannten Lockdown im Frühjahr, der strengere Ausgangsbeschränkungen rund um die Uhr vorsah, bleiben dieses Mal der Handel und auch die meisten Schulen offen - "vorerst", wie Kurz betonte. Schüler ab der Oberstufe und Studierende lernen zuhause. Veranstaltungen des Profisports dürfen als einzige stattfinden, aber nur ohne Zuschauer. Kontaktsport in der Freizeit ist verboten. Besuche in Krankenhäusern und Pflegeheimen werden begrenzt.

Am Sonntagabend stimmte auch der Hauptausschuss des Parlaments den Maßnahmen zu. Die Verordnung gilt bis zum 30. November, die Ausgangsbeschränkung muss alle zehn Tage vom Parlament neu genehmigt werden. Die Opposition forderte von der konservativ-grünen Regierung ausführliche Begründungen zu den einzelnen Schritten.


02.11.2020: Über 12.000 Neuinfektionen in Deutschland

Die Gesundheitsämter haben nach Angaben des Robert Koch-Instituts vom frühen Montagmorgen 12.097 Corona-Neuinfektionen binnen eines Tages gemeldet. Die montags gemeldeten Zahlen stammen immer vom vorhergehenden Sonntag. Erfahrungsgemäß liegen sie niedriger als unter der Woche, auch weil an Wochenenden weniger getestet wird.

Am Montag vor einer Woche hatte die Zahl der Neuinfektionen bei 8685 gelegen. Der bislang höchste Tageswert überhaupt stammt vom vergangenen Samstag mit 19.059 Fällen.

Insgesamt haben sich dem RKI zufolge seit Beginn der Pandemie bundesweit 545.027 Menschen mit dem Virus infiziert. Die Zahl der Todesfälle im Zusammenhang mit dem Virus stieg um 49 auf insgesamt 10.530.

Die Reproduktionszahl, kurz R-Wert, lag in Deutschland laut RKI-Lagebericht vom Sonntag bei 1,13 (Vortag: 1,13). Das bedeutet, dass zehn Infizierte etwa elf weitere Menschen anstecken. Der R-Wert bildet jeweils das Infektionsgeschehen etwa eineinhalb Wochen zuvor ab.

Zudem gibt das RKI in seinem Lagebericht ein sogenanntes Sieben-Tage-R an. Der Wert bezieht sich auf einen längeren Zeitraum und unterliegt daher weniger tagesaktuellen Schwankungen. Nach RKI-Schätzungen lag dieser Wert am Sonntag ebenfalls bei 1,13 (Vortag: 1,13). Er zeigt das Infektionsgeschehen von vor 8 bis 16 Tagen.


01.11.2020: Bundeswehr nun doch in Friedrichshain-Kreuzberg willkommen

Angesichts des starken Anstiegs der Corona- Infektionszahlen ist im Berliner Bezirk Friedrichshain-Kreuzberg nun doch Hilfe von Bundeswehr-Soldaten willkommen. Der Krisenstab des Bezirksamtes habe entschieden, für Corona-Testungen künftig auf medizinisches Personal der Bundeswehr zurückzugreifen, sagte eine Sprecherin der Behörde. Der Bedarf sei der Berliner Senatsgesundheitsverwaltung gemeldet worden.

Das grün-linksalternativ geprägte Friedrichshain-Kreuzberg hatte seit Wochen als einziger von zwölf Berliner Bezirken keine Corona-Hilfe der Bundeswehr zugelassen - obwohl die Infektionszahlen dort hoch sind. Zuletzt verzeichnete Friedrichshain-Kreuzberg die höchsten Infektionszahlen aller Berliner Bezirke. Die Zahl der Neuinfektionen je 100.000 Einwohner innerhalb einer Woche lag am Samstag bei 278,3 und damit weit jenseits des kritischen Schwellenwerts von 50. Für ganz Berlin wurde am Samstag ein Sieben-Tage-Wert von 163,9 ermittelt. Angesichts des zunehmenden Infektionsgeschehens helfen in Berlin schon länger Bundeswehr-Soldaten, nicht zuletzt bei der Kontaktnachverfolgung.


01.11.2020: Drosten glaubt an Besserung erst im Sommer

Der Virologe Christian Drosten von der Berliner Charité erwartet trotz des Teil-Lockdowns zur Bekämpfung der Corona-Pandemie keine schnelle Normalisierung. "Sicher ist: Ostern ist die Pandemie nicht beendet", sagte er der "Neuen Osnabrücker Zeitung". "Aber spätestens im Sommer wird sich unser Leben deutlich zum Positiven verändern können - wenn wir jetzt die akut steigenden Ansteckungszahlen in den Griff bekommen." Für richtig hält er demnach die politische Entscheidung, Schulen in der Krise weiter geöffnet zu halten.

Helfen im Kampf gegen die Pandemie könne die weitere Verbreitung von Schnelltests, sagte Drosten. "Wenn sie in ausreichender Zahl zur Verfügung stehen, können wir gefährdete Gruppen sehr regelmäßig und niederschwellig testen", sagte er der Zeitung. "Außerdem lässt sich nicht nur feststellen, ob jemand infiziert ist, sondern auch, ob er infektiös ist. Das kann den Umgang mit Quarantäne oder Kontaktverboten erleichtern." Dann sei beispielsweise ein vorzeitiges Ende einer Isolierung denkbar. Einen verstärkten Einsatz der Tests erwarte er in wenigen Wochen.

Drosten riet im Alltag zu konsequenter Vorsicht: "Am besten wäre es, wir täten alle so, als wären wir infiziert und wollten andere vor Ansteckung schützen." Zugleich lasse sich der Spieß umdrehen, indem man so tue, als sei "der andere infiziert und wir wollten uns selbst schützen. Daraus ergibt sich unser Verhalten."


01.11.2020: Umfrage - Bürger mit Merkels Corona-Kommunikation zufrieden

Mehr als die Hälfte der Bundesbürger sind nach einer Umfrage mit den Erläuterungen von Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) in der Corona-Pandemie zufrieden. In einer repräsentativen Umfrage des Meinungsforschungsinstitutes Civey für die "Augsburger Allgemeine" (Montag) bescheinigten ihr 61,8 Prozent der Befragten eine gute Kommunikation. Unzufrieden sind dagegen drei von zehn Deutschen.

Betrachtet man die im Bundestag vertretenen Parteien, zeigen sich lediglich die Anhänger von AfD und FDP mehrheitlich unzufrieden mit der Kommunikation der Kanzlerin: Knapp neun von zehn AfD-Wählern und sieben von zehn FDP-Sympathisanten sehen dies so. Anhänger von Union, Grünen und SPD stellen sich dagegen klar hinter Merkel. Die größte Zufriedenheit herrscht mit 83,5 Prozent bei Wählern von CDU und CSU.


01.11.2020: Über 14.000 Neuansteckungen

Laut den aktuellen RKI-Zahlen sind innerhalb von 24 Stunden von den Gesundheitsämtern wieder 14.177 Neuinfektionen gemeldet worden. Seit Beginn der Pandemie haben sich nunmehr 532.930 Menschen in Deutschland mit dem Sars-CoV-2 angesteckt. Zirka 355.900 haben die Infektion nach Schätzungen überstanden, das sind 4800 mehr als noch am Vortag.


01.11.2020: Warnung vor Kollaps in Krankenhäusern

Der saarländische Ministerpräsident Tobias Hans warnt mit Blick auf die steigenden Corona-Zahlen vor einem Kollaps in vielen Krankenhäusern. "Die Situation ist erschreckend und alarmierend: Schon bald kann es zu einem Kollaps in vielen der 1900 Krankenhäuser in Deutschland kommen", sagte der CDU-Politiker der "Bild am Sonntag". Gerade jetzt, wo in der zweiten Corona-Welle jeder Intensiv- und Beatmungsplatz dringend benötigt werde, würden Kliniken aus der Versorgung fallen, Stationen geschlossen und Notaufnahmen abgemeldet. "Grund ist fehlendes oder erkranktes Pflegepersonal."

Der Präsident der Deutschen Interdisziplinären Vereinigung für Intensiv- und Notfallmedizin (DIVI), Uwe Janssens, sagte der Zeitung: "Es ist in einigen Bundesländern nicht mehr viel Spielraum. Berlin hat nur noch 14 Prozent freie Intensivbetten, Bremen 17 Prozent." Dies liege auch daran, "dass viele Kliniken immer noch ihr Routineprogramm durchführen". Als Beispiele nannte er Magen-Bypässe und Gelenk-Operationen. Mit Blick auf die Lage zu Beginn der Corona-Pandemie im Frühjahr sagte Janssens: "Damals war die Situation übrigens viel weniger dramatisch als das, was jetzt auf uns zukommt."


01.11.2020: Weitere Lockerungen in Israel

Eineinhalb Monate nach Beginn des zweiten Corona-Lockdowns in Israel sind am Sonntag weitere Lockerungen in Kraft getreten. Die Grundschulen öffneten zu Beginn der israelischen Arbeitswoche wieder für rund eine halbe Million Schüler der ersten bis vierten Klasse. Für die Kinder gilt eine durchgängige Maskenpflicht im Unterricht und in den Pausen.

Auch Ferienwohnungen sowie Friseur- und Kosmetiksalons dürfen wieder geöffnet werden, Fahrunterricht ist ebenfalls wieder erlaubt. In Gebetshäusern können sich bis zu zehn Menschen versammeln und draußen bis zu 20. Erbitterung gab es unter Straßenhändlern, weil deren Geschäfte voraussichtlich erst in einer Woche geöffnet werden.


01.11.2020: England und Österreich fahren herunter

Auch in Österreich und England soll im November das öffentliche Leben zur Eindämmung der Corona-Pandemie wieder massiv heruntergefahren werden. In beiden Ländern tritt im Laufe der kommenden Woche ein Teil-Lockdown ähnlich wie in Deutschland in Kraft. Schulen sollen dabei weitgehend geöffnet bleiben. In Österreich gelten die neuen Regeln von Dienstag an, in England ab Donnerstag. Die Beschränkungen sind weitreichend: Kultur-, Freizeit- und Sporteinrichtungen müssen schließen, ebenso das Hotel- und Gastgewerbe - nur Essen zum Mitnehmen und Lieferungen sind erlaubt.

"Es ist notwendig, diesen Schritt zu setzen, um eine Überlastung der Intensivmedizin zu verhindern", sagte der österreichische Bundeskanzler Sebastian Kurz. "Unser Ziel ist es, im Dezember schrittweise wieder zu öffnen und zu einem halbwegs normalen Leben zurückzukehren." Auch in London schlägt die Regierung Alarm: "Das Virus breitet sich derzeit schneller aus, als es unsere wissenschaftlichen Berater in einem Worst-Case-Szenario angenommen haben", sagte Premierminister Boris Johnson. "Jetzt ist es Zeit zu handeln, denn es gibt keine Alternative."


01.11.2020: Zahl der Toten in Italien klettert deutlich

In Italien ist die Zahl der Corona-Toten innerhalb von 24 Stunden am Samstag stark gestiegen. Die Behörden registrierten fast 300 neue Todesopfer mit oder durch das Virus. Am Vortag lag diese Zahl bei knapp unter 200 Toten, vor genau einer Woche hatte sei etwa halb so hoch (151) wie am Samstag gelegen. Auf dem Höhepunkt der ersten Corona-Welle hatten Italiens Behörden am 27. März knapp 1000 Todesopfer an einem Tag verzeichnet.

Die Zahl der Corona-Neuinfektionen innerhalb eines Tages kletterte in dem Land mit seinen rund 60 Millionen Einwohnern am Samstag um 31.758 Fälle. Dieser Wert lag nur leicht höher als am Freitag.


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