Wetterprognose und Vorhersage Februar 2019

- Bettina Marx
Wetterprognose und Vorhersage Februar 2019
© Shutterstock
Bleibt der Februar bis zum Ende auf Frühlingskurs?

Gibt der Winter 2018/19 im Februar nochmal richtig Gas oder bricht der Vorfrühling durch? Das sagen die Langfrist-Wettermodelle über den Februar 2019.

Der Dezember 2018 war der neunte Monat in Folge, der deutlich zu warm ausgefallen ist. Bei dieser rekordverdächtigen Serie fällt es schwer zu glauben, dass der letztjährige Februar ein kalter Monat war. Fällt nun auch der Februar 2019 aus der Reihe?

Wetterprognose für Februar 2019

Wie es derzeit aussieht, könnte der Februar tatsächlich Rekorde bringen. In der ersten und zweiten Dekade hat der Februar bereits 91 % des Sonnenschein-Solls erfüllt. Nach einem kurzen Dämpfer übernimmt am Wochenende (23. und 24.02.2019) aber schon wieder die Sonne die Regie in der Wetterküche. Macht der Februar so weiter wie bisher, könnte er der sonnigste seit Beginn der Wetteraufzeichnung werden. 

Die Rekordwärme könnte ebenfalls erst mit dem Monatswechsel zu Ende gehen. Insgesamt bleibt das Wetter nämlich bis Ende Februar 2019 vorfrühlingshaft. Anschließend tut sich aber was in der Wetterküche, wie unser Meteorologe Bernd Madlener im neuen 16-Tage-Trend erklärt: 

16-Tage-Trend: Tristesse zum Fastnachtshöhepunkt
Initialisierung des Players
fehlgeschlagen!
Bitte aktivieren Sie Flash!
Kontakt & Support
 

Klimatische Einordnung des Februars

Dass der Frühling schon zu Beginn des letzten meteorologischen Wintermonats die Fühler ausstecken kann, beweist ein Rückblick auf die vergangenen Jahre. So wurden bereits am 02.02.2002 im Südwesten Deutschlands frühlingshafte Temperaturen von rund 20 Grad verzeichnet. 

Auch wenn die Langfristmodelle der NOAA eher einen milden Februar 2019 vermuten lassen, spätwinterliche Witterungsphasen sind insbesondere um die Monatsmitte durchaus denkbar. Dann tritt nämlich häufig der Witterungsregelfall bzw. die meteorologische Singularität "Spätwinter" ein.

Wie ist das Klima in Deutschland im Februar?

Statistisch gesehen ist nicht der Februar, sondern der Januar der kälteste Monat in Deutschland. Insbesondere in klaren Februarnächten kann es aber nochmal richtig eisig werden. Dabei sind sogar Temperaturen von -20 oder -30 Grad nicht ausgeschlossen. So sank das Quecksilber am 10. Februar 1956 in der bayerischen Gemeine Amerang auf -35,1 Grad. 

Derart kalte Temperaturen treten vor allem in windstillen und klaren Nächten über Schnee auf. Begünstigt werden extrem kalte Witterungsphasen zusätzlich durch einen sogenannten Arctic Outbreak. Bei einem Arctic Outbreak strömt arktische Eisluft weit nach Süden und flutet Deutschland. 

Polarluft im Februar für klirrende Kälte verantwortlich

Polare Kaltluft ließ die Temperaturen auch im vergangen Februar vielerorts auf zweistellige Minuswerte absinken. Damals dominierten Hochdrucklagen mit klaren und frostigen Nächten. Nach mehreren zu warmen Februar-Monaten gab es dadurch im Jahr 2018 endlich mal wieder einen zu kalten Monat. 

Auch der Februar 2013 und der Februar 2010 reihten sich in die kälteren Monate ein. Nur der Februar 2012 war mit einer Abweichung von 3 Grad in den vergangenen zehn Jahren noch kälter, wie dieser Tabelle zu entnehmen ist.

Mitteltemperatur Abweichung vom langjährigen Mittel (0,4 Grad)
Februar 2018 -1,7 Grad -2,1 Grad
Februar 2017 +3,0 Grad +2,6 Grad
Februar 2016 +3,4 Grad +3,0 Grad
Februar 2015 +0,6 Grad +0,2 Grad
Februar 2014 +4,3 Grad +3,9 Grad
Februar 2013 -0,8 Grad -1,2 Grad
Februar 2012 -2,6 Grad -3,0 Grad
Februar 2011 +0,9 Grad +0,5 Grad
Februar 2010 -0,6 Grad -1,0 Grad
Februar 2009 +0,5 Grad +0,1 Grad

Februar an der Nordsee kältester Monat des ganzen Jahres

Wie bereits erwähnt wurde, ist der Januar mit einer Mitteltemperatur von -0,6 Grad deutschlandweit gesehen der kälteste Monat im Jahr. Anders sieht das für die küstennahen Orte und die norddeutschen Inseln aus. Da sich die Nordsee im Januar noch weiter abkühlt und erst im Februar die tiefsten Wassertemperaturen erreicht werden, kann es dort im letzten Wintermonat noch kälter werden als im Januar.

An den Küsten Deutschlands stellt somit nicht der Januar, sondern der Februar den Tiefpunkt des ganzen Jahres dar. Bei einer winterlichen Großwetterlage können selbst auf Helgoland im Februar zweistellige Minusgrade eintreten. 

Zwar gibt es diese eisigen Witterungsphasen in Norddeutschland nur selten, wenn sie aber vorkommen, können sie richtig heftig ausfallen. Ein bekanntes Beispiel hierfür ist der Februar 1979. Damals wurde Norddeutschland von einem schweren Wintersturm getroffen. Starke Schneefälle und Schneeverwehungen legten das öffentliche Leben lahm. Auch Todesopfer waren infolge der Schneekatastrophe zu beklagen.

So trocken ist das Wetter im Februar

Da die Tageslänge im Laufe des Februars um 1 bis 2 Stunden zunimmt, steigt auch die mittlere Sonnenscheindauer an. Zum Vergleich: Im Januar gibt es durchschnittlich 44 Sonnenstunden, im Februar sind es schon 73 Stunden. 

Wie es für die Wintermonate typisch ist, führen die Bergstationen die Liste der Sonnenausbeute im Februar an. Den absoluten Rekord hält die Wetterstation auf der Zugspitze. Oberhalb der Nebelfelder gab es dort im Februar 1998 durchschnittlich 8 Stunden Sonne pro Tag - das ist dreimal so viel wie das deutschlandweite Mittel. Der Negativrekord hinsichtlich der Sonnenscheindauer ist dagegen in Schwerin zu verzeichnen. Im Februar 1926 gab es dort im ganzen Monat gerade einmal 6 Stunden Sonne. Solche enormen Gegensätze innerhalb Deutschlands sind schon beachtlich. 

Blicken wir zu guter Letzt noch auf das Niederschlagspotential im Februar. Denn auch hier hält der Februar einen Rekord. Mit knapp 50 Litern pro Quadratmeter ist er nämlich der niederschlagsärmste Monat des ganzen Jahres. Das liegt zum einen daran, dass Wetterlagen, die Starkregenereignisse nach sich ziehen, im Februar nicht so häufig vorkommen. Zum andren hat der Februar nur 28 Tage - bei Schaltjahren 29 Tage. Im Vergleich zu den übrigen Monaten kann der verkürzte Februar das Niederschlagspotential weniger stark ausschöpfen.

Der durchschnittliche Februar in Zahlen 

  • Durchschnittstemperatur (bezogen auf das Mittel 1961 bis 1990): 0,4 Grad
  • Mittlere Niederschlagssumme: 49 Liter pro Quadratmeter
  • Mittlere Sonnenscheindauer: 73 Stunden im Monat 
  • Spätwinter Mitte Februar 

Ob der Winter 2018/2019 nach den Anlaufschwierigkeiten im Dezember ein fulminantes Finale hinlegt, bleibt abzuwarten. Der 2. Februar könnte neue Anhaltspunkte dafür liefern. Denn eine Bauernregel besagt: "Wenn’s zu Lichtmess (2. Februar) stürmt und schneit, so ist der Frühling nicht mehr weit. Doch ist’s zu Lichtmess mild und warm, dann friert’s zu Ostern, dass Gott erbarm."

Passende Artikel zu diesem Thema:

Wetterprognose und Vorhersage Dezember 2018

Wetterprognose und Vorhersage Winter 2018/19

Wetterprognose und Vorhersage Januar 2019

P.S. Bist Du auf Facebook? Dann werde jetzt Fan von wetter.com!

Zur Artikelübersicht

Nach oben scrollen