Weihnachtsmarkt am Kölner Dom fällt aus

- Quelle: dpa/wetter.com
Eine Corona-Warn-App könnte eine schnellere Kontaktverfolgung möglich machen.
Initialisierung des Players
fehlgeschlagen!
Bitte aktivieren Sie Flash!
Kontakt & Support
 

Planungen für große Veranstaltungen sind in diesem Jahr coronabedingt schwierig. Die Veranstalter der Weihnachtsmärkte gehen unterschiedlich mit der Unsicherheit um.

An Weihnachten denken mitten im Sommer die wenigsten. Doch in den Kommunen laufen jetzt schon die Planungen für die Weihnachtsmärkte, sofern das in Corona-Zeiten möglich ist. Bis Ende des Jahres sind größere Veranstaltungen in Deutschland vorerst verboten.

Muss anschließend auch des gesellige Beisammensein zwischen Holzbuden bei Glühwein und Tannenduft ausfallen? Oder fallen die Weihnachtsmärkte in diesem Jahr einfach nur eine Nummer kleiner aus? Fragen, die die Organisatoren in den Städten schon jetzt beschäftigen, wie eine Umfrage der Deutschen Presse-Agentur ergab. 

Bayern bereitet sich auf Weihnachtsmarktsaison vor

Trotz großer Unsicherheiten bereiten sich die bayerischen Städte auf die Weihnachtsmarktsaison vor - neben München und Augsburg auch der berühmte Christkindlesmarkt in Nürnberg. Die größte Herausforderung werde sein, die Besucherströme zu lenken, sagte der Nürnberger Wirtschaftsreferent Michael Fraas. Dafür soll eine Art Einbahnstraßensystem mit vorgegebener Laufrichtung eingeführt werden.

Anstatt die traditionellen "Drei im Weckla" an der Bude zu genießen, soll es Essen und Trinken nur zum Mitnehmen geben. Ein Sprecher der Stadt Augsburg teilte mit, "dass die Stände auf möglichst viele Plätze in der Innenstadt verteilt werden". So wolle man großes Gedränge vermeiden.

Osnabrück plant Durchführung des Weihnachtsmarktes

"Zurzeit wird mit einer Durchführung des Weihnachtsmarktes, wenn auch unter coronakonformen Bedingungen, geplant", sagte die Sprecherin der Stadt Osnabrück, Anell Schulz. 

Derzeit werde überlegt, wie man die Fläche des Marktes vergrößern kann, damit Abstände gewahrt bleiben können. Auch ein früherer Starttermin werde geprüft, um den hohen Besucherandrang zu entzerren.

Auch in Sachsen will man auf Adventsstimmung nicht verzichten

In Sachsen will man auf die Stollenbäcker und Bergparaden im Erzgebirge nicht verzichten. "In diesem herausfordernden Jahr erst recht", sagte der Landrat des Erzgebirgskreises, Frank Vogel (CDU).

Klar fänden die Märkte unter anderen Bedingungen als in den Vorjahren statt, sie sollten aber wie immer "das heimelige Gefühl und vorweihnachtliche Stimmung" verbreiten, betonte Sachsens Kultur- und Tourismusministerin Barbara Klepsch (CDU).

Einen Großteil der Sachsen dürfte das freuen, denn ihre Liebe zum Weihnachtsmarkt wiegt mehr als die Angst vor einer Ansteckung mit dem neuartigen Coronavirus. 57 Prozent sagten in einer Befragung für den Mitteldeutschen Rundfunk (MDR), dass sie sich trotz der Pandemie vorstellen könnten, am Jahresende einen Weihnachtsmarkt zu besuchen. Knapp jeder Dritte würde lieber verzichten.

Weihnachtsmarkt in Köln abgesagt

Etwas pessimistischer äußerte sich derweil Monika Flocke von der Kölner Weihnachtsgesellschaft. Das Weihnachtsmarkt-Erlebnis sei ja auch mit Enge und Gedränge verbunden. Wenn man bis zum nächsten Besucher einen weiten Abstand einhalten müsse, könne die gewohnte Atmosphäre kaum aufkommen.

"Was man dann veranstalten würde, wäre kein klassischer Weihnachtsmarkt." Daher fällt der berühmte Weihnachtsmarkt am Kölner Dom in diesem Jahr aus. "Wir haben wochenlang überlegt, ob wir den Markt so gestalten könnten, dass es nicht zu Ansteckungen kommt. Aber letztlich haben wir keine Lösung gefunden", sagte die Geschäftsführerin der Kölner Weihnachtsgesellschaft, Monika Flocke. Der traditionsreiche Weihnachtsmarkt auf dem Roncalliplatz sei mit etwa fünf Millionen Besuchern ein Publikumsmagnet. Auch bei begrenztem Zugang könne es vor dem Eingang sicherlich "zu einer Riesen-Stausituation" kommen. Darum sei die Verantwortung einfach zu groß, sagte die Veranstalterin.

In Düsseldorf hingegen geht man weiterhin davon aus, dass die Weihnachtsmärkte unter Berücksichtigung der Hygieneregeln planmäßig stattfinden werden. "Wir sind zuversichtlich, den Weihnachtsmarkt durchführen zu können", sagte ein Sprecher der städtischen Marketinggesellschaft EMG in Essen. Wie genau der dann aussehen werde, müsse sich noch zeigen. "Wir wollen einen Weihnachtsmarkt, der sich auch anfühlt wie ein Weihnachtsmarkt. Und er muss wirtschaftlich Sinn machen - sowohl für die Aussteller als auch für uns."

Weihnachtsmarkt im Lübecker Heiligen-Geist-Hospital fällt aus

In diesem Jahr wird es in Lübeck keinen Weihnachtsmarkt im Heiligen-Geist-Hospital geben. Das teilten die Veranstalterinnen vom Verband Frau und Kultur auf ihrer Internetseite mit. Das Risiko, dass das Coronavirus durch den Weihnachtsmarkt in die benachbarte Senioreneinrichtung hineingetragen werden könnte, sei angesichts wieder steigender Infektionszahlen zu groß, sagte eine Sprecherin des Verbandes. Es ist der zweite Ausfall des Marktes innerhalb von drei Jahren. 2017 war der Markt bereits wegen Bauarbeiten im Hospital abgesagt worden.

Die Planungen für die übrigen zwölf Weihnachtsmärkte in Lübeck laufen unterdessen weiter. Es werde möglicherweise weniger Stände oder eine Begrenzung von Besucherzahlen geben, sagte eine Sprecherin von Lübeck und Travemünde Marketing am Mittwoch. Derzeit gehe man davon aus, dass Lübeck auch in diesem Jahr wieder zur "Weihnachtsstadt des Nordens" werde, Zuvor hatten die "Lübecker Nachrichten" berichtet.

In Hannover, Göttingen und Oldenburg ist noch alles offen

In Hannover ist noch völlig unklar, ob es in diesem Jahr einen Weihnachtsmarkt geben wird. Es hänge davon ab, wie sich die Pandemie und die entsprechenden Regelungen entwickeln, sagte ein Sprecher. Der Markt in der Landeshauptstadt gehört mit knapp zwei Millionen Besuchern zu den größten Niedersachsens. 

Ähnlich sieht es in Göttingen aus. Wann entschieden wird, ob der Weihnachtsmarkt ausfällt, steht laut Aussage der Stadt noch nicht fest.

Auch in Oldenburg ist laut einer Sprecherin der Stadt noch nicht klar, ob der Lamberti-Markt stattfinden könne. Zusammen mit dem Schaustellerverband arbeite man an verschiedenen Varianten und Vorkehrungen.

Braunschweig geht zunächst wie in den Vorjahren vor

In Braunschweig zweifeln die Organisatoren bisher nicht daran, dass es auch in diesem Jahr einen Markt geben wird. "Wir bereiten den Braunschweiger Weihnachtsmarkt zunächst wie in den Vorjahren vor", hieß es. 

Die Überlegungen für ein verändertes Konzept seien bisher noch sehr abstrakt, da es dafür noch keine rechtliche Grundlage gebe.

Hildesheimer Weihnachtsmarkt mit Abstand und Hinweisschildern

Konkrete Pläne, wie ein Weihnachtsmarkt unter Berücksichtigung der Abstands- und Hygienevorschriften aufgebaut werden kann, gibt es bereits in Hildesheim

So soll es beispielsweise größere Abstände zwischen den Ständen und großzügige Warte- und Aufenthaltsbereiche geben. Außerdem sollen Hinweisschilder und Bodenmarkierungen die Besucher für Abstände sensibilisieren.

Die Corona-Warn-App soll zudem eine schnellere Kontaktverfolgung ermöglichen. Was du über die App wissen musst, zeigen wir dir im Video am Anfang des Artikels. 

Zulassungsbescheide in Bremen vorbereitet

In Bremen wird laut den Organisatoren schon der Versand der Zulassungsbescheide an die Standbetreiber vorbereitet. 

Diese Bescheide seien allerdings mit einer Klausel versehen, falls es rechtlich nicht möglich sein wird, die Veranstaltung zu starten.

Einlasskontrollen für den Bückeburger Weihnachtsmarkt

Auch auf Schloss Bückeburg denken die Organisatoren schon an die Vorweihnachtszeit. Beim beliebten Weihnachtszauber gab es schon immer Einlasskontrollen. "Wir können das hier ein bisschen besser regeln als andere Weihnachtsmärkte", sagte Organisator Alexander Perl. 

Überlegt werde, Karten nur online und in einem kleineren Kontingent zu verkaufen. Grundsätzlich geht Perl davon aus, das der Weihnachtmarkt stattfinden wird.

Außerdem haben nun mehrere Hersteller Masken entwickelt, die Coronaviren nicht nur fernhalten, sondern auch abtöten, wie in diesem Video thematisiert wird: 

Hersteller haben Corona-Masken entwickelt, die Viren abtöten können.
Initialisierung des Players
fehlgeschlagen!
Bitte aktivieren Sie Flash!
Kontakt & Support
 

Weihnachtsmarkt und Corona? Wolfsburg ist zuversichtlich

Auch die Planungen für den Weihnachtmarkt in der Autostadt in Wolfsburg laufen an. "Natürlich werden wir uns was einfallen lassen zur Weihnachtszeit", sagte Pressesprecherin Anja Kraß. 

Auf den großen Freiflächen auf dem Gelände könne die Einhaltung der Mindestabstände gewährleistet werden. 

Magdeburger Weihnachtsmarkt soll wegen Corona früher öffnen 

Um den Händlern und Schaustellern in der Coronakrise mehr Einnahmen zu ermöglichen, erwägt die Stadt Magdeburg eine einmalige frühere Öffnung des Weihnachtsmarktes. Statt am 23. November soll das bunte Treiben rund um das Rathaus bereits am 19. November beginnen, hieß es am Dienstag aus der Stadtverwaltung. Damit soll der Weihnachtsmarkt zwar vor Totensonntag (22. November) beginnen, aber am Totensonntag selbst geschlossen bleiben. Der Stadtrat werde über den Vorschlag von Verwaltung und Magdeburger Weihnachtsmarkt GmbH am 3. September entscheiden. Es handele sich um eine Ausnahme, nicht um ein Zukunftsmodell, hieß es.

Die Magdeburger Weihnachtsmarkt GmbH plane derzeit verschiedene Varianten zur Besetzung der Flächen, endgültige Entscheidungen müssten mit Blick auf die Corona-Lage kurzfristig getroffen werden, hieß es. Es sei zu erwarten, dass es Hygiene- und Infektionsauflagen sowie verkürzte Öffnungszeiten geben wird. 

Baden-Württemberg macht Hoffnung auf Weihnachtssaison 2020

Trotz der geltenden strengen Auflagen und erster Absagen in mehreren Kommunen hat Baden-Württemberg die Weihnachtsmärkte in diesem Jahr noch nicht vollkommen abgeschrieben. Gemeinsam mit dem Sozialministerium werden derzeit Regelungen für die Öffnung von Märkten und mobilen Freizeitparks erarbeitet, sagte Wirtschaftsministerin Nicole Hoffmeister-Kraut. "In diesem Rahmen kann grundsätzlich auch die Durchführung von Weihnachtsmärkten denkbar sein", sagte die CDU-Politikerin weiter. Details zu den Auflagen nannte sie nicht.

Zuvor hatte unter anderem Schwetzingen (Rhein-Neckar-Kreis) seinen Weihnachtsmarkt wegen der Corona-Regeln abgesagt. Es werde ein Konzept für 24 Aktionen an 24 Orten in der Stadt erarbeitet, teilte Oberbürgermeister René Pöltl mit.

Rheinland-Pfalz: Weihnachtsdörfer und -städte statt Märkten auf engem Raum

Die traditionellen Weihnachtsmärkte sollen in diesem Jahr nach einem Beschluss der rheinland-pfälzischen Landesregierung auf größere Räume ausgeweitet werden. "Wir können uns vorstellen, dass es kleine Weihnachtsdörfer gibt mit Kontakterfassung und Personenbegrenzung", sagte Ministerpräsidentin Malu Dreyer nach einer Kabinettssitzung am Freitag in Mainz. Ebenso könne es eine Weihnachtsstadt geben mit auf mehrere Straßen verteilten Ständen und Fahrgeschäften. Dies sei auch ein Signal an die unter der Corona-Krise besonders leidenden Schausteller, sagte Dreyer.

Die Idee der Weihnachtsstadt mache es möglich, in der dunkler werdenden Jahreszeit trotz Abstand und Alltagsmaske ein Weihnachtsgefühl mitzunehmen, sagte der Mainzer Oberbürgermeister Michael Ebling, der auch Vorsitzender des Städtetags Rheinland-Pfalz ist.

Wie die Corona-Lage außerhalb Deutschlands aussieht, erfährst du in diesem Video: 

P.S. Bist du auf Facebook? Dann werde jetzt Fan von wetter.com!

Zur News-Übersicht Reise

Nach oben scrollen