Krankschreibung: Diese Irrtümer halten die meisten für wahr

- Sabrina Fuchs
Krankschreibung: Diese Irrtümer halten die meisten für wahr
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Über diese gelben Zettel zur Krankschreibung kursieren viele Mythen. Wir klären auf.

Wer krank ist, sollte zu Hause bleiben und sich auskurieren. Oft braucht man dann auch eine Krankschreibung. Diesbezüglich kursieren jedoch viele Irrtümer.

Etwa 15 Tage im Jahr ist ein Arbeitnehmer in Deutschland im Durchschnitt krank. Trotzdem herrscht beim Thema Krankmeldung und Attest große Unsicherheit. Wir erklären dir, was wirklich stimmt und welche gängigen Irrtümer es gibt.

Mythos 1: Erst ab dem dritten Fehltag benötige ich eine Bescheinigung vom Arzt.

Spätestens zu Beginn der Arbeitszeit müssen sich Arbeitnehmer laut Gesetz bei ihrem Arbeitgeber krankmelden. Ob du das telefonisch oder per Mail erledigst, ist nicht wichtig, Hauptsache dein Arbeitgeber weiß Bescheid. Dass ab dem dritten Krankheitstag eine vom Arzt ausgestellte Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung (AU) vorgelegt werden muss, ist nicht immer richtig.

Tatsächlich gesetzlich geregelt ist Folgendes: Wer länger als drei Tage krank ist, muss eine AU beim Arbeitgeber vorlegen. Wer die AU nicht rechtzeitig beim Unternehmen einreicht, muss damit rechnen, dass der Lohn nicht weitergezahlt wird. Weiter kann der Arbeitgeber den Arbeitnehmer auch abmahnen und im schlimmsten Fall eine Kündigung aussprechen.

Aber: Der Arbeitgeber kann auch eine eigene Regelung zum Thema Krankschreibung für seine Mitarbeiter festlegen. Im Arbeitsvertrag kann also auch festgelegt sein, dass eine AU immer schon ab dem zweiten oder sogar dem ersten Krankheitstag vorliegen muss. Sollte außerdem der Verdacht einer vorgetäuschten Krankheit bestehen, kann der Arbeitgeber in Einzelfällen ebenfalls schon ab dem ersten oder zweiten Krankheitstag die Krankschreibung einfordern.

Mythos 2: Ich muss so lange zu Hause bleiben, wie es in meiner Krankschreibung steht.

Der letzte Krankheitstag, den der Arzt auf der AU angibt, bezieht sich lediglich auf die voraussichtliche Dauer der Krankheit. Es handelt sich dabei also lediglich um eine Prognose. Bist du jedoch schon vorher wieder gesund, musst du wieder in die Arbeit gehen. Dafür musst du dir vorher auch keine oft sogenannte "Gesundschreibung" vom Arzt ausstellen lassen. Diese gibt es nämlich gar nicht.

Ist Dein Vorgesetzter jedoch der Meinung, dass Du noch nicht gesund genug zum Arbeiten bist, darf er Dich auch wieder nach Hause schicken, damit du dich richtig auskurierst. Das ist auch ganz richtig so: Schließlich solltest du nur völlig gesund bei der Arbeit erscheinen und nicht riskieren, Kollegen anzustecken oder deiner Gesundheit noch weiter zu schaden, indem du deinem Körper nicht die Ruhe gönnst, die er benötigt.

Mythos 3: Wenn ich krankgeschrieben bin, darf ich das Haus nicht verlassen

Wer krankgeschrieben ist, muss keinesfalls die ganze Krankheitsdauer über zu Hause bleiben und das Bett hüten. Du darfst natürlich Einkäufe erledigen, in die Apotheke gehen oder mal einen kurzen Spaziergang machen.

Solange es die Heilung nicht verzögert, darfst du während Deiner Krankheit eigentlich machen, was du willst. Wenn du dir beispielsweise einen Arm gebrochen hast und deshalb krankgeschrieben wurdest, kannst du trotzdem ins Kino gehen oder anderweitig deine Freizeit genießen.

Mythos 4: Das Wochenende zählt nicht mit!

Auch das ist ein weit verbreiteter Irrtum. Das Wochenende zählt nämlich durchaus mit, wenn es um die Krankschreibung geht. Bist du am Freitag krank, muss die AU folglich am Montag schon deinem Arbeitgeber vorliegen - vorausgesetzt natürlich, dass du am Montag noch immer krank bist.

Müsstest du am Wochenende arbeiten und wirst krank, kannst aber keinen Arzt aufsuchen, hast du die Möglichkeit, rückwirkend eine AU für das Wochenende zu erhalten. Es muss für den Arzt jedoch nachvollziehbar sein, dass du in den Tagen zuvor tatsächlich arbeitsunfähig warst und keinen Arzt aufsuchen konntest.

Mythos 5: Ich werde im Urlaub krank - Pech gehabt?

Wirst du im Urlaub krank, kannst du dich ebenfalls krankschreiben lassen. Dann gilt dein Urlaub als nicht angetreten und du bekommst die Tage während deiner Arbeitsunfähigkeit wieder gutgeschrieben. Dann benötigst du jedoch bereits am ersten Tag der Krankheit ein Attest, auch wenn du dich zu dem Zeitpunkt im Ausland befinden solltest.

Dein Vorgesetzter darf dir auch nicht verbieten, eine Urlaubsreise anzutreten, während du krankgeschrieben bist. Wichtig ist hierbei jedoch wieder, dass die Reise die Heilung nicht verzögert und deiner Gesundheit wirklich guttut.

Grundsätzlich gilt: Der Arbeitgeber hat gesetzlich gesehen kein Recht dazu, eine Auskunft von dir zu verlangen, weshalb du vom Arzt als arbeitsunfähig eingestuft wurdest. Das würde schließlich gegen das Datenschutz- und Grundgesetz verstoßen. Jedoch solltest du dir stets im Klaren darüber sein, welchen Eindruck es macht, wenn du beispielsweise abends in einer Bar gesichtet wirst, obwohl du zu diesem Zeitpunkt krankgeschrieben bist.

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