Schafskälte 2020: Mal wieder ein Kaltlufteinbruch im Juni!

- Bettina Marx
Wetter 16 Tage: Hitzewelle rollt auf Deutschland zu
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Kaltes Wetter und Bodenfrost mitten im Sommer? Das ist durchaus möglich. Auch dieses Jahr bleiben wir nicht von der Schafskälte und einem krassen Kälterückfall verschont!

Im Sommer kann es nochmal richtig kalt werden. Viele Schäfer fürchten die sogenannte Schafskälte und warten daher mit dem Scheren der Schafe jedes Jahr oft bis Ende Juni.

Ihren einprägsamen Namen hat diese besondere Witterung im Juni von einer alten Bauernregel. Lange bevor Meteorologen Wettermodelle nutzten, um eine Wetterprognose zu erstellen, wussten Bauern und Hirten, dass Mitte Juni noch einmal ungemütliches Wetter zurück nach Mitteleuropa kommen kann.

Was ist die Schafskälte?

Häufig macht sich im Juni nochmal kalte Polarluft auf den Weg nach Mitteleuropa, wodurch die Temperaturen im Frühsommer unter 10 Grad absinken können. 

Oft wird der markante Kälteeinbruch von regnerischem Wetter begleitet. Diese Wetterumstellung ist unter dem Namen "Schafskälte" bekannt:

Schafskälte - Ein häufig vorkommendes Wetterphänomen
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Wann ist die Schafskälte?

Zwar hält sich das Wetter nicht an ein bestimmtes Kalenderdatum, dennoch gibt es Wetterlagen, die mit hoher Wahrscheinlichkeit zu bestimmten Jahreszeiten auftreten und charakteristische Witterungen nach sich ziehen.

In diesem Fall spricht man von einer sogenannten meteorologischen Singularität bzw. von einem Witterungsregelfall. Ähnlich wie die Eisheiligen im Mai zählt auch die Schafskälte zu den meteorologischen Singularitäten. In der Regel tritt die Schafskälte zwischen dem 4. und 20. Juni auf. 

Kaltes Wetter setzt Schafen zu

Erst nach diesem Zeitraum beginnen viele Bauern mit dem Scheren ihrer Schafe. Denn für bereits geschorene Schafe kann der Kälterückfall lebensbedrohlich sein. Muttertiere und junge Schafe werden daher erst später geschoren.

Im Alpenraum unterscheidet man unterdessen die Schafskälte in zwei Phasen. Ein erster Kältevorstoß findet in der Regel zwischen dem 3. und 5. Juni statt. Eine zweite Kaltwetterphase tritt dann häufig zwischen dem 15. und 21. Juni auf. Besonders in höheren Lagen der Alpen kann es nochmal richtig kalt werden und sogar schneien. Die Schafskälte ist daher besonders für den Almbetrieb von großer Bedeutung.

Warum gibt es späte Kälterückfälle?

Die Ursache der verspäteten Kaltluftrückfälle liegt in der unterschiedlich schnellen Erwärmung der Land- und Wassermassen. Durch die großen Temperaturgegensätze können sich kräftige Tiefdruckgebiete bilden. Liegt Deutschland am westlichen Rand des Tiefdruckgebietes, dreht die Strömung auf Nord. Dadurch wird die polare Kaltluft aus dem hohen Norden nach Mitteleuropa gelenkt. 

Meere erwärmen sich viel langsamer als Erdoberflächen. So ist die Nordsee beispielsweise im Juni noch zu kalt, um die polare Kaltluft erwärmen zu können. Folglich können die Kaltluftrückschläge im ersten Sommermonat besonders heftig ausfallen.

Die typische Wetterlage für das Eintreten der Schafskälte würde folgendermaßen aussehen: Ein Hoch westlich von Deutschland und ein Tief im Osten oder Nordosten saugen kalte Luft aus Norden nach Deutschland. Kommt die Luftmasse aus Nordwest, also über die Nordsee und den Atlantik, kann das Wetter kalt und feucht werden. Handelt es sich hingegen um eine Strömung aus Nordost, bleibt es vermutlich eher trocken. Dafür kann es noch kälter werden als bei einer Nordwestlage.

Vorbei ist die Schafskälte meist um den kalendarischen Sommeranfang. Im weiteren Verlauf des Sommers nimmt die Intensität der Kaltlufteinbrüche deutlich ab.

Wetter im Juni: Schafskälte und Sommerdurchbruch

Sommerfans sind zum Start in den Juni 2020 auf ihre Kosten gekommen. Selbst den ersten Hitzetag des Jahres gab es am 2. Juni. Dazu schien verbreitet die Sonne. 

Die Schafskälte kam in diesem Jahr jedoch in der Tat - und das pünktlich am 4. Juni. Im Zuge des Wettersturzes gab es auch teils kräftige Gewitter! In unserem 7-Tage-Trend halten wir dich auf dem Laufenden, ob weiterhin kühlere Tage und Nächte drohen: 

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