Wetter Juni 2022: Sommermonat zu heiß und trocken?

- Redaktion
Schafskälte, Hitze, Sommer: Juni-Trend sieht sehr trocken aus >
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Mit dem Juni beginnt der meteorologische Sommeranfang. Auch Unwetter werden jetzt wieder häufiger. Wie sich Niederschlag und Temperaturen entwickeln, siehst du hier in der Vorhersage.

Am 1. Juni ist in Deutschland alljährlich meteorologischer Sommeranfang. Für viele beginnt dann die schönste Zeit des Jahres. Denn bei sonnigem Wetter wollen wir unsere Freizeit oder unseren Urlaub draußen verbringen. Gewitter oder sogar Unwetter könnten uns allerdings einen Strich durch die Rechnung machen.

1. Wetter im Juni 2022

Der Juni 2021 war von heftigen Unwettern, viel Niederschlag aber auch hohen Temperaturen geprägt. Wiederholt sich ein warmer niederschlagsreicher Juni in diesem Jahr? Bisher berechnen sowohl das europäische ECMWF-Modell als auch das amerikanische Modell der NOAA den Monat als etwas zu trocken. Vor allem der Süden und Westen sollen unter den normalen Niederschlagswerten von 85 Litern pro Quadratmeter liegen. 

Auch bei der Temperatur rechnen die Modelle mit überdurchschnittlichen Werten. Um die 1 Grad sollen die Werte nach oben abweichen. Bisher sieht es also nach schönem Badewetter aus. Wir halten dich hier über aktuelle Entwicklungen auf dem Laufenden. Mehr zur Juniprognose siehst du im Video zu Beginn des Artikels. 

2. Klimatische Einordnung des Junis 

Mit durchschnittlich 85 Litern pro Quadratmeter ist der Juni der niederschlagsreichste Monat in Deutschland. Dieser Wert wurde in den vergangenen 10 Jahren viermal übertroffen. Absoluter Spitzenreiter ist der Juni 2016. Damals kamen in einem Monat 115 Liter pro Quadratmeter runter (siehe Tabelle unten).

Zurückzuführen sind die enormen Niederschlagsmengen unter anderem auf die vielen Unwetter, die aufgrund der geringen Zuggeschwindigkeit mit heftigem Starkregen einhergingen. Binnen kürzester Zeit verwandelten sich kleine Flüsse in reißende Fluten. Mit am schlimmsten traf es Anfang Juni 2016 die Kleinstadt Simbach am Inn. In den Fluten starben damals mehrere Menschen.  

Niederschlagsmenge Anteil *
Juni 2021 95 l/m² 112 %
Juni 2020 90 l/m² 106 %
Juni 2019 55 l/m² 64 %
Juni 2018 50 l/m² 59 %
Juni 2017 83 l/m² 98 %
Juni 2016 115 l/m² 134 % 
Juni 2015 58 l/m² 68 % 
Juni 2014 54 l/m² 64 % 
Juni 2013 98 l/m² 115 %
Juni 2012 97 l/m² 114 % 
Juni 2011 85 l/m² 100 % 
Juni 2010 49 l/m² 58 % 
Juni 2009 83 l/m² 98 %

* bzgl. des langjährigen Mittels 1961-1990 (85 l/m²)

In den vergangenen 10 Jahren gab es immer eine positive Temperaturabweichung in Bezug auf das langjährige Mittel 1961-1990. Nicht ein Monat war kühler als "normal", wie die untenstehende Tabelle zeigt. 

Die größte positive Abweichung ist im Juni 2019 zu verzeichnen. Mit 19,8 Grad lag der Temperaturdurchschnitt im Juni 2019 um 4,4 Grad über dem Mittel. Damit war dieser Juni der wärmste seit Aufzeichnungsbeginn. Auch im Jahr 2021 war der Juni besonders warm. Mit 19,0 Grad war es der drittwärmste Juni seit Beginn kontinuierlicher Wetteraufzeichnungen. 

Mitteltemperatur Abweichung*
Juni 2021 19,0 Grad +3,6 Grad
Juni 2020 16,8 Grad +1,4 Grad
Juni 2019 19,8 Grad +4,4 Grad
Juni 2018 17,8 Grad +2,4 Grad
Juni 2017 18,0 Grad +2,6 Grad
Juni 2016 17,0 Grad +1,6 Grad
Juni 2015 16,0 Grad +0,6 Grad
Juni 2014 16,3 Grad +0,9 Grad
Juni 2013 15,8 Grad +0,4 Grad
Juni 2012 15,5 Grad +0,1 Grad
Juni 2011 16,6 Grad +1,2 Grad
Juni 2010 16,5 Grad +1,1 Grad
Juni 2009 15,0 Grad -0,4 Grad

* Abweichung vom langjährigen Mittel 1961-1990 (15,4 Grad)

Ob auch in diesem Jahr ein Hitzesommer erwartet wird, zeigen wir dir in der Sommerprognose 2022 am Anfang des Artikels.

Wie ist das typische Wetter im Juni? 

  • Durchschnittstemperatur (bezogen auf das Mittel 1961 bis 1990): 15,4 Grad
  • Mittlere Niederschlagssumme: 85 Liter pro Quadratmeter
  • Mittlere Sonnenscheindauer: 198 Stunden im Monat
  • Schafskälte zwischen dem 4. und 20. Juni
  • Kalendarischer Sommeranfang bzw. Sommersonnenwende am 21. Juni 2022
  • Teils unwetterartige Gewitter im Juni möglich

Schafskälte bringt nochmal kaltes Wetter

Auch wenn nach dem Kalender im Juni bereits Sommer ist, kann es zu dieser Jahreszeit nochmal richtig kalt werden. Eine deutliche Abkühlung im ersten Sommermonat ist gar nicht so selten. Denn die sogenannte Schafskälte bringt häufig zwischen dem 4. und 20. Juni nochmal kalte Polarluft nach Deutschland und die Temperaturen sinken unter 10 Grad. In diesem Jahr bleiben wir vom herben Kaltlufteinbruch aber verschont. 

Ähnlich wie die Eisheiligen zählt die Schafskälte zu den meteorologischen Singularitäten. Das bedeutet, dass bestimmte Wetterlagen zu einem bestimmten Zeitraum mit hoher Wahrscheinlichkeit auftreten. 

Grund für die Schafskälte ist die unterschiedlich starke Erwärmung der Land- und Wassermassen. Während sind die Landfläche in Mitteleuropa bereits auf 25 bis 30 Grad aufheizen kann, liegen die Temperaturen auf den Britischen Inseln oder in Norwegen (von kühleren Wassermassen umgeben) nur bei rund 15 Grad. Stellt sich nun eine Nordwestströmung ein, kann diese kühle Luft Deutschland fluten. Sogar Schnee in den Mittelgebirgen und in den Alpen ist im Zuge dieses Kälterückfalls möglich. Was die Schafskälte mit Schafen zu tun hat, erfährst Du in diesem Video: 

Siebenschläfer entscheidet über weiteren Sommertrend

Schwere Gewitter im Juni könnten ein schlechtes Omen für den Sommer 2022 sein. Denn eine Bauernregel besagt: "Juni viel Donner, verkündet trüben Sommer." 

Sommerfans warten aber insbesondere sehnsüchtig auf den 27. Juni 2022. Denn an diesem Datum ist Siebenschläfer. Laut der Bauernregel "Das Wetter am Siebenschläfertag sieben Wochen lang so bleiben mag" ebnet der Siebenschläfer nämlich den groben Weg für das Wetter im Sommer 2022.

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