Wetter Juni 2020: Absturz zum Start in den Sommer möglich

- Bettina Marx
Wetter 16 Tage: Kaltstart in den Sommer?
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Im Sommer letzten Jahres machten uns Hitze und Unwetter zu schaffen. Wird das im Sommer 2020 sogar noch getoppt? Wir haben die Wetteraussichten.

Am 1. Juni ist in Deutschland meteorologischer Sommeranfang. Für viele beginnt dann die schönste Zeit des Jahres. Denn bei sonnigem Wetter können wir unsere Freizeit oder unseren Urlaub draußen verbringen - vorausgesetzt die Coronakrise lässt es zu. Gewitter oder sogar Unwetter könnten uns allerdings einen Strich durch die Rechnung machen. 

1. Wetter im Juni 2020 - NOAA-Langfristprognose

Gemäß des Langfristmodells des amerikanischen Wetterdienstes National Oceanic and Atmospheric Administration (NOAA) könnte der diesjährige Sommer einen Kaltstart hinlegen, wie wir im Video am Anfang des Artikels zeigen. Danach würde es aber rasch wieder aufwärts gehen. Abgesehen von der Ostsee liegen die berechneten Temperaturen der NOAA im Juni 2020 nämlich verbreitet 0,5 bis 2 Grad über dem langjährigen Mittel 1961 - 1990.

Trotz der hohen Wahrscheinlichkeit für Sommergewitter wird der Juni 2020 vom NOAA-Langfristmodell aber in den meisten Regionen Deutschlands zu trocken berechnet. 

2. Klimatische Einordnung des Junis 

Mit durchschnittlich 85 Litern pro Quadratmeter ist der Juni der niederschlagsreichste Monat in Deutschland. Dieser Wert wurde in den vergangenen 10 Jahren dreimal übertroffen. Absoluter Spitzenreiter ist der Juni 2016. Damals kamen in einem Monat 115 Liter pro Quadratmeter runter (siehe Tabelle unten).

Zurückzuführen sind die enormen Niederschlagsmengen unter anderem auf die vielen Unwetter, die aufgrund der geringen Zuggeschwindigkeit mit heftigem Starkregen einhergingen. Binnen kürzester Zeit verwandelten sich kleine Flüsse in reißende Fluten. Mit am schlimmsten traf es Anfang Juni 2016 die Kleinstadt Simbach am Inn. In den Fluten starben damals mehrere Menschen.  

Niederschlagsmenge Anteil *
Juni 2019 55 l/m² 64 %
Juni 2018 50 l/m² 59 %
Juni 2017 83 l/m² 98 %
Juni 2016 115 l/m² 134 % 
Juni 2015 58 l/m² 68 % 
Juni 2014 54 l/m² 64 % 
Juni 2013 98 l/m² 115 %
Juni 2012 97 l/m² 114 % 
Juni 2011 85 l/m² 100 % 
Juni 2010 49 l/m² 58 % 
Juni 2009 83 l/m² 98 %

* bzgl. des langjährigen Mittels 1961-1990 (85 l/m²)

In den vergangenen 10 Jahren gab es immer eine positive Temperaturabweichung in Bezug auf das langjährige Mittel 1961-1990. Nicht ein Monat war kühler als "normal", wie die untenstehende Tabelle zeigt. 

Die größte positive Abweichung ist im Juni 2019 zu verzeichnen. Mit 19,8 Grad lag der Temperaturdurchschnitt im Juni letzten Jahres um 4,4 Grad über dem Mittel. Damit war der Juni 2019 der wärmste seit Aufzeichnungsbeginn. Das Wetterphänomen der Schafskälte fiel in diesem Jahr komplett aus. Stattdessen purzelten im Zuge einer mehrtätigen Hitzewelle, die mehr als 38 Grad brachte, Rekorde. 

Mitteltemperatur Abweichung*
Juni 2019 19,8 Grad +4,4 Grad
Juni 2018 17,8 Grad +2,4 Grad
Juni 2017 18,0 Grad +2,6 Grad
Juni 2016 17,0 Grad +1,6 Grad
Juni 2015 16,0 Grad +0,6 Grad
Juni 2014 16,3 Grad +0,9 Grad
Juni 2013 15,8 Grad +0,4 Grad
Juni 2012 15,5 Grad +0,1 Grad
Juni 2011 16,6 Grad +1,2 Grad
Juni 2010 16,5 Grad +1,1 Grad
Juni 2009 15,0 Grad -0,4 Grad

* Abweichung vom langjährigen Mittel 1961-1990 (15,4 Grad)

Ob auch in diesem Jahr ein Hitzesommer erwartet wird, zeigen wir dir in der Sommerprognose 2020: 

Sommerprognose: Neuer Rekord? Das spricht für einen Hitzesommer
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Wie ist das typische Wetter im Juni? 

  • Durchschnittstemperatur (bezogen auf das Mittel 1961 bis 1990): 15,4 Grad
  • Mittlere Niederschlagssumme: 85 Liter pro Quadratmeter
  • Mittlere Sonnenscheindauer: 198 Stunden im Monat
  • Schafskälte zwischen dem 4. und 20. Juni
  • Kalendarischer Sommeranfang bzw. Sommersonnenwende am 21. Juni 2019
  • Teils unwetterartige Gewitter im Juni möglich

Bringt die Schafskälte nochmal kaltes Wetter?

Auch wenn nach dem Kalender im Juni bereits Sommer ist, kann es zu dieser Jahreszeit nochmal richtig kalt werden. Eine deutliche Abkühlung im ersten Sommermonat ist gar nicht so selten. Denn die sogenannte Schafskälte könnte zwischen dem 4. und 20. Juni 2019 nochmal kalte Polarluft nach Deutschland bringen und die Temperaturen unter 10 Grad sinken lassen. 

Ähnlich wie die Eisheiligen zählt die Schafskälte zu den meteorologischen Singularitäten. Das bedeutet, dass bestimmte Wetterlagen zu einem bestimmten Zeitraum mit hoher Wahrscheinlichkeit auftreten. 

Grund für die Schafskälte ist die unterschiedlich starke Erwärmung der Land- und Wassermassen. Während sind die Landfläche in Mitteleuropa bereits auf 25 bis 30 Grad aufheizen kann, liegen die Temperaturen auf den Britischen Inseln oder in Norwegen (von kühleren Wassermassen umgeben) nur bei rund 15 Grad. Stellt sich nun eine Nordwestströmung ein, kann diese kühle Luft Deutschland fluten. Sogar Schnee in den Mittelgebirgen und in den Alpen ist im Zuge dieses Kälterückfalls möglich. Was die Schafskälte mit Schafen zu tun hat, erfährst Du in diesem Video: 

Siebenschläfer entscheidet über weiteren Sommertrend

Schwere Gewitter im Juni könnten ein schlechtes Omen für den Sommer 2020 sein. Denn eine Bauernregel besagt: "Juni viel Donner, verkündet trüben Sommer." 

Sommerfans warten aber insbesondere sehnsüchtig auf den 27. Juni 2020. Denn an diesem Datum ist Siebenschläfer. Laut der Bauernregel "Das Wetter am Siebenschläfertag sieben Wochen lang so bleiben mag" ebnet der Siebenschläfer nämlich den groben Weg für das Wetter im Sommer 2020.

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