Ätna sorgt für Chaos: Flughafen Catania bis Samstag dicht - Zehntausende Urlauber gestrandet

- Redaktion - Quelle: dpa
Ätna spuckt Lava, Rauch und Asche: Flughafen Catania gesperrt - Urlauber sitzen fest
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Der Vulkan Ätna auf der italienischen Mittelmeerinsel Sizilien kommt derzeit nicht zur Ruhe und bringt mitten in der Hauptreisezeit die Urlaubspläne Zehntausender Urlauber:innen durcheinander.

Seit Tagen stößt Europas aktivster Vulkan große Mengen Asche und glühendes Gestein aus. Die Folgen sind vor allem am Flughafen von Catania zu spüren: Flüge fallen aus, Reisende sitzen fest und viele Menschen müssen ihren Aufenthalt auf der Insel unfreiwillig verlängern.

Europas aktivster Vulkan kommt nicht zur Ruhe

Bereits seit Freitag ist der Vulkan verstärkt aktiv. Aus zwei Schloten in rund 2.360 und 2.750 Metern Höhe treten nach Angaben des italienischen Instituts für Geophysik und Vulkanologie (INGV) mächtige Lavaströme aus, so die dpa. In der Nacht öffnete sich zudem auf etwa 1.900 Metern Höhe ein weiterer Schlot.

Der mehr als 3.300 Meter hohe Vulkan zählt zu den aktivsten Vulkanen Europas. Wegen seiner regelmäßigen Ausbrüche wird er von Fachleuten sehr genau beobachtet.

Aschewolken bremsen Flugverkehr - Hunderte Flüge betroffen

Seit inzwischen sechs Tagen beeinträchtigt die Vulkanasche den Flugverkehr auf der Insel. Besonders betroffen ist der Flughafen Catania, für den derzeit die höchste Warnstufe Rot gilt. Der Flugbetrieb wurde bis mindestens Samstag um 2 Uhr vollständig eingestellt. Ob der Flugbetrieb danach wieder aufgenommen werden kann, ist offen.

Bis Donnestag wurden alleine etwa 450 Flüge gestrichen, 250 mussten umgeleitet werden. 

Auch auf dem Rollfeld zeigt sich, wie sehr der Vulkan den Flughafenbetrieb bestimmt: Zahlreiche Flugzeuge stehen dort mit Schutzabdeckungen. Vor allem die empfindlichen Triebwerke müssen vor der feinen Vulkanasche geschützt werden. Gleichzeitig werden die Start- und Landebahnen immer wieder von einer Schicht aus Asche befreit.

Die Einschränkungen treffen einen der wichtigsten Verkehrsknotenpunkte Siziliens. Mehr als zwölf Millionen Passagiere werden am Flughafen Catania jährlich abgefertigt.

Die Asche breitet sich auf der Insel aus und bedeckt auch mehrere Autos (picture alliance/dpa | Lena Klimkeit).

Rund 30.000 Menschen von Einschränkungen betroffen

Für mehrere zehntausend Reisende beginnt damit eine mühsame Suche nach Alternativen. Nach Schätzungen sind derzeit rund 30.000 Menschen von den Einschränkungen betroffen. Viele Urlauber:innen, die Sizilien eigentlich längst verlassen wollten, müssen ihren Aufenthalt verlängern.

Wer dennoch abreisen möchte, versucht, auf andere Verkehrsmittel und Routen auszuweichen. Einige Reisende nehmen den Zug, andere versuchen, den Flughafen von Palermo auf der gegenüberliegenden Seite der Insel zu erreichen.

Doch auch das ist nicht einfach: Die Unterkünfte auf Sizilien sind mitten in der Hauptreisezeit vielerorts ausgebucht. Für manche gestrandeten Passagiere bleibt deshalb nur der Flughafen als Nachtlager.

Nach Angaben der dpa berichten Reisende zudem von überfordertem Personal und deutlich gestiegenen Preisen. Zwischen Koffern und Anzeigetafeln warten viele darauf, dass sich die Lage beruhigt und der Weg nach Hause wieder möglich wird.

700 Euro für eine Busfahrt nach Palermo

Die angespannte Situation ruft offenbar auch Geschäftemacher auf den Plan. Der italienische Schauspieler Filippo Laganà berichtete laut der dpa auf Instagram von einem besonders drastischen Fall: Für eine Fahrt mit einem Shuttle-Bus von Catania nach Palermo seien 700 Euro verlangt worden. Dabei liegen zwischen den beiden sizilianischen Großstädten nur rund 200 Kilometer.

Für viele Reisende wird der Ätna-Ausbruch damit nicht nur zur Geduldsprobe, sondern auch zu einer finanziellen Belastung. Solange der Vulkan weiter Asche in den Himmel über die Insel schleudert, dürfte sich die Situation nur schwer vollständig normalisieren.

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