Wetterprognose: So verläuft der Sommer 2019 weiter

- Bettina Marx
Wetterprognose: So verläuft der Sommer 2019 weiter
© Shutterstock
Geht der Sommer 2019 heiß zu Ende?

Der Rekord-Juni hat viele Schlagzeilen produziert. Er war der wärmste seit Aufzeichnungsbeginn. Im Juli purzelte sogar der Allzeitrekord. Geht der Sommer 2019 so extrem zu Ende? Das sagt der Trend.

Sowohl der Juni 2019 als auch der Juli 2019 brachte viele Rekorde. Weltweit war es der wärmste Juni bzw. der wärmste Juli seit Beginn der Wetteraufzeichnungen.

Vor allem die letzte Junidekade trug mit ihren Hitzephasen zum Rekord-Juni in Deutschland bei. Die Hitze steigerte sich im Juli 2019 nochmal. Pünktlich zu den Hundstagen purzelten erneut Temperaturrekorde. Mit 42,6 Grad gab es im niedersächsischen Lingen am 25.07.2019 sogar einen neuen Allzeitrekord. Geht der Sommer so heiß zu Ende?

1. So geht das Wetter im Sommer 2019 weiter

Temperaturen um 40 Grad werden im August generell immer unwahrscheinlicher. Vom heißen Badewetter müssen wir uns aber noch nicht ganz verabschieden. Die Chancen für ein tolles Sommerfinale stehen nämlich gar nicht so schlecht. Bis Ende August 2019 prognostizieren einige Wettermodelle sommerliche, teils hochsommerliche Temperaturen.

Ob das Wetter pünktlich zum Start in den September auf Herbst umschaltet, zeigen wir im aktuellen 16-Tage-Trend:

Wetter 16 Tage: Schnee möglich - aber nur in den Bergen
Initialisierung des Players
fehlgeschlagen!
Bitte aktivieren Sie Flash!
Kontakt & Support
 

2. Klimatische Einordnung des Sommers

Auch der Blick in die Wetter-Statistik würde einen überdurchschnittlich temperierten Sommertrend untermauern. Denn in den vergangenen 10 Jahren waren die Sommer sehr warm. Nicht ein Sommer lag unter dem langjährigen Mittel der Jahre 1961 bis 1990, wie in der untenstehenden Tabelle zu erkennen ist. 

Sommer in den letzten 10 Jahren überdurchschnittlich warm

Der Sommer hat eine Durchschnittstemperatur von 16,3 Grad - diese Mitteltemperatur bezieht sich auf den Referenzzeitraum 1961 - 1990. Eine Übersicht der Durchschnittstemperaturen der letzten Sommer erhältst Du in folgender Tabelle (Quelle: DWD):

Mitteltemperatur Abweichung *
Sommer 2018 19,3 Grad +3,0 Grad
Sommer 2017 18,0 Grad +1,7 Grad 
Sommer 2016 17,8 Grad +1,5 Grad
Sommer 2015 18,5 Grad +2,2 Grad
Sommer 2014 17,2 Grad +0,9 Grad
Sommer 2013 17,8 Grad +1,5 Grad
Sommer 2012 17,2 Grad +0,9 Grad
Sommer 2011 16,8 Grad +0,5 Grad
Sommer 2010 17,8 Grad +1,5 Grad
Sommer 2009 17,3 Grad +1,0 Grad

* vom langjährigen Mittel (16,3 Grad)

So extrem war das Wetter im Sommer 2018

Absoluter Ausreißer in Sachen Temperaturabweichungen ist der Sommer 2018. Mit 3,0 Grad war er der zweitheißeste Sommer seit Beginn der Wetteraufzeichnung. Nur der Jahrhundertsommer 2003 war mit 19,6 Grad noch wärmer. 

Der Sommer 2018 begann außergewöhnlich früh. Schon im April verwöhnten uns Hochdruckgebiete mit sommerlichen Temperaturen und reichlich Sonnenschein. Auf den wärmsten April seit Messbeginn folgte ein ebenso warmer Mai. Die Hitzewellen im Sommer 2018 sorgten für einen großen Ansturm in den Freibädern bzw. Badeseen. Viele nutzten die lauen Sommerabende des Rekordsommers für Biergarten-Besuche oder für Grill-Erlebnisse im eigenen Garten. 

Trotz der herausragend langen Hitzewellen wurde der absolute Temperaturrekord Deutschlands nicht geknackt. Er stammt aus dem Jahr 2015 und liegt bei 40,3 Grad. Zum Vergleich: Als absolutes Temperaturmaximum des Sommers 2018 verzeichnete man in Bernburg an der Saale 39,5 Grad. 

Doch der Hitzesommer 2018 hatte auch Schattenseiten. An einen erholsamen Schlaf war während der tagelangen Hitzewellen und tropischen Nächte nicht zu denken. 

Außerdem war es der trockenste Sommer seit 1911. Nur 54 Prozent seines Solls wurden 2018 erreicht. Vor allem die Landwirte litten unter der extremen Dürre. Es gab massive Ernteeinbußen und Waldbrände. Zudem musste die Schifffahrt auf den ausgetrockneten Flüssen eingeschränkt werden. Zu den trockensten Orten zählte beispielsweise Artern. Dort kamen den ganzen Sommer über nur 25 Liter pro Quadratmeter runter.  

Unser Meteorologe Andreas Machalica blickt auf den Rekordsommer 2018 zurück:

Trotz des insgesamt extrem trockenen Sommers gab es auch heftige Unwetter mit Überflutungen. Auch in diesem Jahr werden wir von heftigen Gewittern sicherlich nicht verschont.  

Wie ist das typische Wetter im Sommer?

  • Durchschnittstemperatur (bezogen auf das Mittel 1961 bis 1990): 16,3 Grad
  • Mittlere Niederschlagssumme: 239  Liter pro Quadratmeter
  • Mittlere Sonnenscheindauer: 604  Stunden im Monat
  • Schafskälte im Juni 
  • Hundstage im Juli/August 
  • Sommer immer wieder geprägt von heftigen Gewittern
  • Siebenschläfer (am 27. Juni 2019) gibt Trend für Sommerwetter

Gibt es zu den Hundstagen extreme Hitze?

Hitzeperioden gibt es am ehesten Ende Juli und im August. Denn die heißesten Tage treten meist im Zeitraum zwischen dem 23. Juli und 23. August auf. Diese heißeste Zeit des Jahres wird bei uns Meteorologen als Hundstage bezeichnet. Die Hundstage sind nicht selten von Hitzewellen geprägt, die tropische Nächte und neue Temperaturrekorde nach sich ziehen. Und auch in diesem Jahr gab es pünktlich zu den Hundstagen Hitzerekorde. Ob es so heiß weitergeht, erfährst Du von unserem Meteorologen Hartmut Mühlbauer im Trend für den Monat August:

Auch im Sommer letzten Jahres war es Ende Juli und Anfang August - also zu den Hundstagen - am heißesten. In Frankfurt/Main gab es sogar an 18 Tagen in Folge über 30 Grad. 

Siebenschläfer entscheidet über das Wetter im Sommer 2019

Laut der Bauernregel "Das Wetter am Siebenschläfertag (27. Juni 2019) sieben Wochen lang so bleiben mag" entscheidet sich um den Siebenschläfer, wie das Wetter im Sommer weitergeht.

Über den genauen Tag des Siebenschläfers gibt es allerdings große Verwirrungen. Denn seit der Kalenderreform im Jahr 1582 weicht der Kalender elf Tage von der tatsächlichen Zeitrechnung ab. Aus diesem Grund ist der Siebenschläfertag eigentlich erst elf Tage später, also am 8. Juli.

Entscheidend ist aber gar nicht der einzelne Tag, sondern die Großwetterlage des gesamten Zeitraums von Ende Juni bis Anfang Juli. In dieser Zeit stabilisiert sich nämlich die Großwetterlage in der Regel, die häufig über einen längeren Zeitraum Bestand hat. Das heißt, wenn Ende Juni bzw. Anfang Juli nasses und kühles Wetter überwiegt, ist die Wahrscheinlichkeit für einen unterkühlten und feuchten Sommer relativ hoch. Und jetzt kommt die gute Nachricht für alle Wärme-Liebhaber: Das Gleiche gilt natürlich auch in Bezug auf warmes und trockenes Wetter.

Ob der Siebenschläfer 2019 hält, was er verspricht? Unsere Meteorologin Corinna Borau blickt auf den Siebenschläferzeitraum zurück und zieht folgendes Fazit für den Sommer 2019:

Passende Artikel zu diesem Thema:

Wettervorhersage und Prognose Juli 2019

Wetterprognose und Vorhersage August 2019

Hundstage 2019 - Namen, Datum und Wetter

Wetter September 2019

P.S. Bist Du auf Facebook? Dann werden jetzt Fan von wetter.com!

Zur Artikelübersicht

Nach oben scrollen