Wetter Frühling 2021: Abschied mit Unwettergefahr

- Bettina Marx
Wetter 16 Tage: Hohes Unwetterpotential gegeben
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In Zeiten des Klimawandels liegt ein warmer Frühlingstrend nahe. Aber die Eisheiligen bringen nochmal kaltes Wetter. Sehen die Modelle im Frühling 2021 auch noch ein paar Sommertage?

Die Sehnsucht nach warmem Frühlingswetter ist in diesem Jahr wohl besonders groß. Denn bei warmen Temperaturen kann man die (wenigen) Kontakte besser draußen treffen - dort ist das Risiko, sich mit dem Coronavirus zu infizieren, geringer als in geschlossenen Räumen.

Wird aber der diesjährige Frühling trotz des Eintretens der Eisheiligen 2021 den "zu warmen" Trend der letzten Jahre fortführen? Der historisch kalte April lässt zumindest daran zweifeln. Das hat der Frühling 2021 generell wettertechnisch zu bieten. 

1. Wann startete der Frühling? 

Der Frühling erstreckt sich über die Monate März, April und Mai. Der meteorologische Frühling beginnt jedes Jahr am 1. März.

Aus astronomischer Sicht wird der Frühlingsanfang durch die Tag-und-Nacht-Gleiche festgelegt. Damit fiel der astronomische Frühlingsbeginn dieses Jahr auf den 20. März 2021. 

Übrigens: Die extremen Wetterfolgen durch El Niño und La Niña erklären wir dir in unserem wetter.com Podcast: 

2. Wetter im Frühling 2021

Obwohl das amerikanischen Wetterdienstes National Oceanic and Atmospheric Administration (NOAA) insgesamt einen durchschnittlichen Frühjahrstrend sah, ist kaltes Wetter selbst im Mai nicht ausgeschlossen. Das beweist auch das amerikanische CFS-Modell. Laut diesem Langfristmodell wurde pünktlich zu den Eisheiligen ein Kaltluftvorstoß prognostiziert - und so wird es auch kommen. Dass der Sommer danach dennoch durchstarten könnte, erklärt unsere Meteorologin Corinna Borau in der Maiprognose:

Laut den derzeitigen Modellberechnungen wird es in den letzten beiden Maidekaden - also zum Finale des diesjährigen meteorologischen Frühlings - aber auch immer wieder zu Unwettern kommen können. Warum die Gefahr von schweren Gewittern so hoch ist, erklären wir im aktuellen 16-Tage-Wettertrend am Anfang des Artikels.

3. Klimatische Einordnung des Frühlingswetters

Ein durchschnittliches bis leicht überdurchschnittliches Temperaturverhalten, wie es für den diesjährigen Frühling erwartet wird, ist in Zeiten des Klimawandels "naheliegend". In den vergangenen 10 Jahren lag nur ein Frühjahr unter dem Klimamittel, in allen anderen 9 Jahren war der Frühling überdurchschnittlich warm.

Der Frühling hat eine Durchschnittstemperatur von 7,7 Grad - diese Mitteltemperatur bezieht sich auf den Referenzzeitraum 1961 - 1990. Mit einer mittleren Temperatur von 10,3 Grad - dies entspricht einer positiven Abweichung von 2,6 Grad - ist der Frühling 2018 der wärmste der letzten Dekade. Noch wärmer war aber der Frühling 2007, als Deutschland den wärmsten Frühling seit 1901 erlebte.

Die einzige negative Temperaturabweichung der vergangenen 10 Frühjahre gab es im Frühling 2013. Die Mitteltemperatur (6,7 Grad) lag damals 1 Grad unter dem langjährigen Durchschnitt.

Wenn du wissen möchtest, welche Ausirkungen das winterliche Auf und Ab in diesem Frühjahr auf den Sommer 2021 haben könnte, dann schau dir gerne dieses Video an: 

Wie ist das Klima in Deutschland im Frühling?

Eine Übersicht der Durchschnittstemperaturen der letzten Frühjahre erhältst du in folgender Tabelle (Quelle: DWD): 

Mitteltemperatur Abweichung vom langjährigen Mittel 1961 bis 1990
Frühling 2020 9,2 Grad  +1,5 Grad
Frühling 2019 9,0 Grad +1,3 Grad
Frühling 2018 10,3 Grad +2,6 Grad
Frühling 2017 9,6 Grad +1,9 Grad
Frühling 2016 8,5 Grad +0,8 Grad 
Frühling 2015 8,8 Grad +1,1 Grad
Frühling 2014 10,1 Grad +2,4 Grad
Frühling 2013 6,7 Grad -1,0 Grad
Frühling 2012 9,8 Grad +2,1 Grad
Frühling 2011 10,1 Grad +2,4 Grad
Frühling 2010 7,8 Grad +0,1 Grad

Dennoch sind sowohl Kaltluftvorstöße mit Schnee und Nachtfrösten als auch sommerliche Temperaturen im Frühjahr möglich. Gerade der April ist für sein launisches Wetter mit großen Temperaturschwankungen bekannt. Denn nicht umsonst heißt eine der bekanntesten Bauernregeln in der Meteorologie: "April, April, der macht, was er will." Doch woran liegt das? 

Unbeständiger Wettercharakter aufgrund großer Temperaturunterschiede

Der Frühling ist die Übergangszeit zwischen Winter und Sommer. Während sich die Landflächen Südeuropas aufgrund des zunehmenden Sonnenstandes bereits immer mehr aufwärmen, hält sich die Kaltluft noch über Nordeuropa. Dieser große Temperaturunterschied muss ausgeglichen werden, wodurch Tiefdruckgebiete entstehen, die unser Wetter in Deutschland beeinflussen. Eine langanhaltende und beständige Hochdruckwetterlage ist im Frühling daher eher seltener. Je nachdem, ob sich eine Süd- oder Nordströmung einstellt, sind im Frühjahr also sowohl Warm- als auch Kaltluftvorstöße möglich. 

Auch der vertikale Temperaturgradient ist in den Übergangsmonaten recht hoch. Durch die labile Schichtung der Atmosphäre können Schauer oder gar kräftige Gewitter entstehen. Folglich muss im Frühjahr sowohl mit sonnigen Phasen als auch mit wechselhaften oder stürmischen Witterungsphasen gerechnet werden. 

Darum ist das Wetter im April so launisch

Da die Temperaturgegensätze im April am größten sind, gibt es insbesondere im zweiten Frühlingsmonat extrem unbeständiges Wetter. Daher stammt auch der Name "Aprilwetter". 

Selbst winterliches Wetter mit Schneeschauern ist im April grundsätzlich nicht ausgeschlossen, wie ja auch aktuell zu sehen ist. Mit dem Wechsel auf Sommerreifen sollte daher - wie jedes Jahr - bis mindestens Ostern gewartet werden. Nicht nur das Auto solltest du auf die warme Jahreszeit vorbereiten, auch der jährliche Fahrrad-Check steht im Frühjahr wieder an. Welche Aufgaben im Frühling noch zu tun sind, erfährst du im Artikel "Checkliste: Das ist im Frühling zu tun".

Das typische Aprilwetter kann selbstverständlich auch in anderen Monaten (z.B. im Mai) auftreten. Grundsätzlich ist aber festzustellen, dass im weiteren Verlauf des Frühlings die extremen Launen des Wetters in der Regel immer seltener werden. Das liegt unter anderem daran, dass durch den steigenden Sonnenstand die Temperaturgegensätze nach und nach abgebaut werden. 

Übrigens: Das prophezeien die Bauernregeln im April und Mai:

Eisheilige: Späte Kaltlufteinbrüche im Mai

Trotz des steigenden Sonnenstands kann es auch im Mai nochmal heftige Kaltlufteinbrüche geben. Stichwort: Eisheilige. Die Eisheiligen finden zwischen dem 11. und 15. Mai statt und zählen zu den sogenannten meteorologischen Singularitäten bzw. Witterungsregelfällen. Das heißt: Mit großer Wahrscheinlichkeit treten gewisse Wetterlagen in bestimmten Zeiträumen besonders häufig auf. 

Bei den Eisheiligen handelt es sich um späte Kaltlufteinbrüche, da sich Polarluft nach Deutschland ausbreitet. Vor allem bei Gärtnern und Bauern sind die Eisheiligen gefürchtet, da Forstschäden an Pflanzen drohen. Weitere Infos zu den Eisheiligen erfährst du in diesem Video: 

Wie ist das typische Wetter im Frühling?

  • Mittlere Temperatur: 7,7 Grad
  • Mittlere Niederschlagssumme: 186 Liter pro Quadratmeter
  • Mittlere Sonnenscheindauer: 459 Stunden im Monat
  • Märzwinter häufig ab Monatsmitte 
  • Unbeständiges Wetter speziell im April
  • Eisheilige zwischen 11. und 15. Mai

4. Diese Wettergefahren lauern im Frühling

Im Frühling lauern viele Gefahren, deren wir uns oft überhaupt nicht bewusst sind. Eine dieser Gefahren betrifft uns alle:

UV-Warnung! Hohe Sonnenbrandgefahr im Frühling 

Die meisten Menschen unterschätzen im Frühjahr die Kraft der Sonne. Besonders im März ist sie gefährlich.

Da die Haut nach den teils trüben und kalten Wintermonaten nicht mehr an die Sonne gewöhnt ist, ist sie besonders UV-empfindlich. Die Gefahr eines Sonnenbrandes ist dadurch erhöht. 

Glätte und Spätfröste bergen Gefahren 

Nach dem Frühlingsanfang im März 2021 kann es durchaus sein, dass der Winter nochmal zeigt, was er kann. Vor Schneeschauern und Glätte sind wir also auch in den ersten Frühlingswochen nicht sicher. Plötzliche Wintereinbrüche stellen ein hohes Unfallrisiko im Straßenverkehr dar. Das hat auch der bisherige April 2021 gezeigt.

Doch auch bei unwinterlichem Wetter drohen für Autofahrer im Frühling Gefahren. Denn im April steht die Sonne zwischen 7 und 8 Uhr bzw. am späten Nachmittag sehr tief. Autofahrer werden von der Sonne geblendet und fahren kurzzeitig sogar im Blindflug. Bei einer Geschwindigkeit von 50 km/h wären es 14 Meter, die man nahezu blind zurücklegt. 

Frostempfindliche Pflanzen solltest du erst nach der kalten Sophie (15.05.2021) rausstellen. Besonders tückisch sind die Eisheiligen, wenn es zuvor bereits sehr warme, teils sommerliche Temperaturen gab. Dadurch beginnt die Natur früher zu blühen. Frostschäden sind in einem fortgeschrittenen Vegetationsstadium weitaus schlimmer als bei Pflanzen, die erst am Anfang ihrer Blüte stehen. Vor allem frostempfindliche Pflanzen wie Geranien oder Petunien können bei frostigem Wetter große Schäden davontragen. Gemüsesorten und Kräuter - darunter beispielsweise Tomaten, Gurken, Schnittlauch, Rosin oder Basilikum - sind ebenfalls gefährdet. Bleibt zu hoffen, dass sich der mögliche Kaltlufteinbruch nicht bis Pfingsten (23. Mai 2021) hält. 

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