Zeckengefahr: Es gibt neue FSME-Risikogebiete in Deutschland

- Sabrina Fuchs
Zecken können verschiedene Krankheiten übertragen.
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Von Jahr zu Jahr kommen immer mehr Risikogebiete für die gefährliche Krankheit FSME hinzu, die von Zecken übertragen wird. 2021 hat das Robert-Koch-Institut fünf neue FSME-Risikogebiete festgelegt.

In immer mehr Regionen Deutschlands besteht die Gefahr, sich mit der gefährlichen Krankheit Frühsommer-Meningoenzephalitis (FSME) in Folge eines Zeckenbisses anzustecken. Wie das Robert Koch-Institut (RKI) im Epidemiologischen Bulleting (veröffentlicht am 04.03.2021) mitteilt, gibt es mittlerweile 169 Risikogebiete in Deutschland. 2020 wurden insgesamt 704 FSME-Erkrankungen an das RKI übermittelt, ein Fall endete tödlich. Das sind so viele Fälle wie noch nie seit Beginn der Datenerfassung 2001 und entspricht einer Steigerung von 58 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Im Jahr 2019 wurden insgesamt 444 FSME-Fälle an das RKI übermittelt, 2018 waren es 583 erkrankte Personen in Deutschland. 

Wie es zu dieser Steigerung der Fallzahlen kommen konnte, erklären wir in diesem Artikel:

Gefährliche Zeckenbisse: Rekordhoch bei FSME-Erkrankungen 2020

Die Einstufung als Risikogebiet durch das RKI basiert auf Erkrankungsdaten mehrerer Jahre. In diesen Regionen wird Menschen, die zum Beispiel in der Freizeit oder beruflich mit Zecken in Berührung kommen könnten, eine FSME-Impfung empfohlen.

Auf welche Symptome du nach einem Zeckenstich achten solltest, erfährst du im Video am Anfang des Artikels.

Diese FSME-Risikogebiete sind 2021 hinzugekommen

Fast alle Risikogebiete liegen im Süden Deutschlands. Vor allem in Bayern, Baden-Württemberg, Südhessen, im südöstlichen Thüringen und in Sachsen besteht ein Risiko für eine FSME-Infektion. Jedoch gibt es mittlerweile auch Risikogebiete in nördlicheren Regionen Deutschlands. 2021 gibt es nun erstmals auch ein Risikogebiet in Sachsen-Anhalt. 2021 sind folgende Risikogebiete in Deutschland hinzugekommen:

  • LK Dillinigen a.d. Donau (Bayern)
  • LK Fulda (Hessen)
  • LK Mittelsachsen (Sachsen)
  • SK Dessau-Roßlau (Sachsen-Anhalt)
  • LK Weimarer Land (Thüringen)

So viele Risikogebiete gibt es mittlerweile in den betroffenen Bundesländern:

  • 92 Kreise in Bayern
  • 43 Kreise in Baden-Württemberg
  • 12 Kreise in Thüringen
  • 10 Kreise in Hessen
  • 8 Kreise in Sachsen
  • 1 Kreis in Niedersachsen
  • 1 Kreis in Rheinland-Pfalz
  • 1 Kreis im Saarland
  • 1 Kreis in Sachsen-Anhalt

In Bayern und Baden-Württemberg sind nur folgende Kreise somit keine FSME-Risikogebiete:

  • Baden-Württemberg: Stadtkreis Heilbronn
  • Bayern: Stadtkreis Augsburg, Landkreis Fürstenfeldbruck, Stadtkreis München, Stadtkreis Schweinfurt

Diese FSME-Risikogebiete sind 2020 hinzugekommen

  • LK Schmalkalden-Meiningen (Thüringen)
  • SK Dresden (Sachsen)
  • LK Meißen (Sachsen)

Laut dem RKI gibt es jedoch jedes Jahr auch in Nicht-Risikogebieten vereinzelte FSME-Fälle. Wenn Zecken Hochsaison haben, sollte man sich generell also schützen und in Bezug auf Zeckenstiche aufmerksam sein. Laut RKI gibt es die meisten FSME-Fälle zwischen Mai und Oktober. Eine detaillierte Karte mit allen registrierten Risikogebieten findest du im entsprechenden Bericht des RKI.

Über die gängigsten Zecken-Mythen klären wir hier auf:

Saison beginnt früh: Die häufigsten Mythen über Zecken
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Wer sollte sich gegen FSME impfen lassen?

Die Ständige Impfkommission empfiehlt Menschen, die in einem FSME-Risikogebiet leben und dort der Gefahr eines Zeckenstiches ausgesetzt sind, auch eine entsprechende Impfung. Im RKI-Bericht von 2019 hieß es, dass fast alle Personen (98%), die 2019 an FSME in Folge eines Zeckenstiches erkrankten, gar nicht oder nur unzureichend geimpft waren.

Eine Impfung kann vor der lebensbedrohlichen Krankheit schützen, dennoch stagnierten die Impfquoten in den letzten Jahren beziehungsweise nahmen teilweise sogar ab.

So gefährlich sind FSME und Borreliose 

Zu den durch Zecken übertragbaren Krankheiten gehören vor allem die FSME und Lyme-Borreliose. Letztere Krankheit wird durch Bakterien verursacht und kann Nervensysteme und Gelenke schädigen. Sie ist aber gut mit Antibiotika behandelbar, wenn sie rechtzeitig diagnostiziert wird. Die Borreliose ist in ganz Deutschland verbreitet und tritt laut RKI nach einem Zeckenbiss bei durchschnittlich fünf von hundert Menschen auf. Es wird geschätzt, dass es jedes Jahr mehrere 10.000 Borreliose-Erkrankungen gibt.

Auch FSME wird durch Zecken übertragen. Die gefährliche Krankheit kann durch eine infizierte Zecke zu jeder Jahreszeit übertragen werden. Im Gegensatz zu den Borrelien tragen Zecken die FSME-Viren in den Speicheldrüsen. Beim Stich kommt es somit sofort zu einer Infektion. FSME kann zu einer lebensbedrohlichen Hirnhautentzündung führen. Bei Borrelien können hingegen einige Stunden bis zu einer Infektion vergehen, weshalb es in diesem Fall helfen kann, eine Zecke schnell zu entfernen. Es gibt eine wirksame FSME-Impfung, jedoch keine gegen Borreliose. 

Im Falle eines Zeckenstiches ist es wichtig, dass der Parasit richtig entfernt wird. Wie das funktioniert, erfährst du im Artikel "Wenn du eine Zecke entdeckst: Das solltest du auf keinen Fall falsch machen". 

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