Unterschätzte Gefahr: Mehrere Tote bei Badeunfällen

- Quelle: dpa/wetter.com
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Am Wochenende gab es gleich mehrere Badeunfälle in Deutschland. Die DLRG befürchtet aufgrund der Coronakrise eine Zunahme der Badetoten in diesem Jahr.

Bei Ausflügen an Gewässer und bei Badeunfällen sind am Wochenende mehrere Menschen gestorben, darunter zwei Kinder.

Alkoholisierter Mann stirbt in Donau

Im baden-württembergischen Obermarchtal ertrank ein 30 Jahre alter Mann bei einem Junggesellenabschied am Samstag in der Donau. Er gehörte zu einer Gruppe, die sich zu einer Tour mit Booten aufgemacht hatte, an verschiedenen Stationen Zwischenstopps machte und dabei "nicht unerhebliche Mengen Alkohol" trank, wie die Polizei mitteilte.

Ersten Ermittlungen zufolge suchte der 30-Jährige am späten Nachmittag seine Sonnenbrille im Wasser, die er dort zum wiederholten Mal verloren haben soll. Ohne Schwimmweste stand er zunächst im niedrigen Wasser und war dann plötzlich weg. Fast 120 Einsatzkräfte waren an der Suche mit Boot, Hubschrauber und Drohne beteiligt. Taucher fanden den Mann schließlich tot im Wasser.

Fünfjährige im Märchensee ertrunken

In Hannover starb ein fünfjähriges Mädchen. Wie ein Polizeisprecher am Samstag sagte, hatte das Kind am Vorabend mit zwei Vierjährigen am Märchensee gespielt. Ein Spaziergänger bekam mit, dass ein Kind fehlte und wählte den Notruf.

Ein Polizeibeamter fand die Fünfjährige unter Wasser und zog sie ans Ufer. Trotz Wiederbelebungsmaßnahmen starb das Kind wenig später im Krankenhaus. Die Polizei prüft, ob die Erziehungsberechtigten gegen ihre Aufsichtspflicht verstoßen haben.

Tödlicher Badeunfall auch in NRW

An einem See im nordrhein-westfälischen Hückelhoven kam laut Polizei eine Elfjährige ums Leben. Sie ging demnach am Freitagabend in den Adolfosee, verlor den Halt und geriet unter Wasser. Eine Gleichaltrige, die am Ufer wartete, den Angaben zufolge Nichtschwimmerin, versuchte, mit ihrem Fahrrad Hilfe zu holen.

Währenddessen kamen Spaziergänger zum See, die den im Wasser treibenden Körper sahen und den Rettungsdienst alarmierten. Das Mädchen starb im Krankenhaus.

Mann nach Motorboot-Unfall vermisst

Nach einem Motorboot-Unfall auf dem Tegeler See in Berlin retteten Einsatzkräfte am Freitagabend drei Männer aus dem Wasser - von einem vierten fehlte seither jede Spur. Auch am Sonntag hätten die Einsatzkräfte weiter nach dem 30-Jährigen gesucht, bei dem es sich vermutlich um den Fahrer des Bootes handele, teilte die Polizei mit. Die vier Männer waren aus bislang ungeklärter Ursache während der Fahrt auf dem See über Bord gegangen. Es könnte Alkohol im Spiel gewesen sein, hieß es. Passanten fanden den Angaben zufolge das führerlose Boot, nachdem diesem der Sprit ausgegangen war und alarmierten die Polizei.

Nahe der tschechischen Grenze in Bad Gottleuba-Berggießhübel galt am Sonntagmittag ein 16-Jähriger noch immer als vermisst - nach einem mutmaßlichen Badeunfall am Freitag, wie die Polizei mitteilte.

Elf Schlauchboote kentern in Isar 

Bei schönem Sommerwetter sind am Samstag binnen weniger Stunden elf Schlauchboote in der Isar gekentert. Insgesamt gerieten dadurch 32 Bootsinsassen in Gefahr. Nur die wenigsten von ihnen konnten sich aus eigener Kraft ans sichere Ufer retten, wie das Bayerische Rote Kreuz mitteilte. Für die Einsatzkräfte sei dies ein anstrengender Tag gewesen.

Ob bald eine neue Hitzewelle in Deutschland erwartet wird, zeigen wir dir im aktuellen 16-Tage-Trend am Anfang des Artikels. 

Rettungsdienst DLRG befürchtet Zunahme tödlicher Badeunfälle

Die Deutsche Lebensrettungsgesellschaft in Nordrhein-Westfalen befürchtet eine Zunahme der Badetoten in diesem Jahr. Die Gefahren des Schwimmens in unbewachten Kanälen, Flüssen, Seen und Baggerlöchern würden unterschätzt, sagte Michael Grohe, der Sprecher der DLRG Nordrhein, der Deutschen Presse-Agentur. Wegen der Corona-bedingten Beschränkungen könnten mehr ungeübte Schwimmer auf solche Freigewässer ausweichen, sagte er. Denn viele Schwimmbäder verlangen eine Online-Reservierung und lassen weniger Gäste als sonst hinein.

Grohe warnte allgemein davor, in unbekannten Gewässern zu schwimmen. "Es ist unsere Sorge, dass sich mehr Menschen in Gefahr begeben, als das sonst schon der Fall ist", sagte der Sprecher der ehrenamtlichen Retter über die besondere Situation in diesem Jahr. Neulinge könnten sich stärker als Schwimmer gefährden, die die Örtlichkeiten kennen.

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