Schnee & Frost im April: Auswirkungen auf die Tier- und Pflanzenwelt 

- Quelle: dpa/wetter.com
3-Tage-Vorhersage: Gereizte Atmosphäre! Kracht es jetzt häufiger?
Initialisierung des Players
fehlgeschlagen!
Bitte aktivieren Sie Flash!
Kontakt & Support
 

'Der April macht, was er will', heißt es sprichwörtlich. Das trifft im April 2021 offenbar zu, denn der Winter ist zurück in Deutschland. Hat das negative Konsequenzen für Tiere und Pflanzen?

Noch vor wenigen Tagen haben wir Rekordwärme im März gemeldet. Doch jetzt sind Schnee und Frost zurück in Deutschland. Das ist eigentlich nicht ungewöhnlich für das Wetter im April. Doch nach den bereits sehr warmen und sonnigen Tagen blühen bereits viele Obstbäume. Ob es mit den Temperaturen rasch wieder bergauf geht, erfährst du im Video am Anfang des Artikels.

Der aktuelle Wintereinbruch wirkt sich wie folgt auf die Tiere und Pflanzen aus.  

So wirken sich Frost und Schnee auf die Pflanzenwelt aus 

Nach den frühsommerlichen Tagen mit verbreitet über 20 Grad stehen viele Obstbäume bereits in voller Blüte, einige tragen sogar bereits zarte Früchte. Jedoch sei es noch zu früh für gravierende Frostschäden, sagte Karl-Ludwig Rostock, Vorsitzender des Bayerischen Erwerbsobstbau-Verband. "Wenn bei Kirschen oder Zwetschgen ein Teil erfriert, ist das noch nicht so schlimm."

Bei Steinobst seien für einen Vollertrag 25 bis 30 Prozent gesunde Blüten nötig, erklärte der Landwirt. Bei Apfelbäumen würden fünf bis acht Prozent gesunde Blüten ausreichen. "Wenn es noch eine Weile kühl bleibt, ist uns das sogar ganz lieb." Dann verlangsame sich die Vegetation und Spätfrost in ein paar Wochen könne den Bäumen weniger anhaben.

Auch die Winzer sind noch gelassen. "Der Frost ist für uns zum Glück momentan kein Problem", sagte Michael Bock vom Fränkischen Weinbauverband. Erst Ende April und Anfang Mai werde Frost für den ersten Austrieb kritisch. Dann werden die Winzer mit Frostkerzen und künstlichem Regen versuchen, ihre Weinreben zu schützen.

So können Obstbäume vor Frostschäden geschützt werden

Um Obstbäume vor Frostschäden zu schützen, wird häufig die Methode der 'Frostschutzberegnung' angewendet. Dabei setzen die Obstbauern Beregnungsanlagen ein, damit um die zarten Blüten ein Eispanzer entsteht, der die Temperatur bei null Grad hält. Auf diese Weise können Blüten und Knospen die winterliche Phase besser überstehen. 

Hast du bereits Pflanzen im Garten, die den Frost nicht vertragen, solltest du nun für eine geeignete Abdeckung sorgen. Denke aber daran, diese wieder zu entfernen, sobald die Temperaturen tagsüber wieder ansteigen, damit Insekten an Nahrung kommen können.

Im Mai könnte es erneut frostig werden, denn dann stehen die Eisheiligen an - eine Witterungsphase, die Gärtner ganz besonders fürchten. Wie das Wetter zu den Eisheiligen 2021 prognostiziert wird, erfährst du im Artikel:

Wetter Eisheilige 2021: Lässt uns die "Kalte Sophie" wieder bibbern?

Überstehen Tiere das winterliche Intermezzo?  

Doch was ist mit Tieren, die den Winterschlaf natürlich bereits beendet haben? Für Bienen ist Kälte um diese Zeit beispielsweise kein Problem, solange sie ausreichend Vorräte in ihrer Brutstätte haben. Ab einer Lufttemperatur von etwa zwölf Grad beginnen Bienen auszufliegen, um Nektar zu sammeln.  Solange die Temperaturen dafür zu niedrig sind, bleiben die Insekten im Bienenstock und erzeugen mithilfe ihrer Flügelmuskulatur Wärme, um so die Brut warmzuhalten. Auch Imker müssen aktuell darauf achten, dass ihre Bienen ausreichend versorgt sind, bis sie wieder auf Nahrungssuche gehen können. 

Auf Insektenpopulationen haben Minusgrade grundsätzlich wenig Einfluss. Zwar können Insekten wie Mücken und Zecken in ihrer Entwicklung zurückgeworfen werden. Die Insektenarten sind jedoch auch an frostige Phasen im April und Mai angepasst.  

Und was ist mit Vögeln? Wie Biologin Oda Wieding vom Landesbund für Vogelschutz (LBV) gegenüber der "Augsburger Allgemeinen" erklärt, können sich die Tiere schützen, solange es nicht drei Tage Dauerfrost gibt. Ein paar Nester könnten den aktuellen Witterungsverhältnissen jedoch zum Opfer fallen, da sich Jungvögel, die zum ersten Mal brüten, noch schwer mit der Kälte tun. Auch die Störche müssen sich gerade vor der Kälte schützen. Beobachten kannst du sie über unsere Livecam:

Storchennest in Höchstadt a.d. Aisch

Welchen Einfluss die extremen Wetterschwankungen im Winter und Frühjahr auf das Wetter im Sommer haben können, erfährst du im Video:

P.S. Bist du auf Facebook? Dann werde jetzt Fan von wetter.com!

Zur News-Übersicht Panorama

Nach oben scrollen