Risikoanalyse bestätigt: Wachsende Gefahr durch Klimawandel in Deutschland 

- Quelle: dpa/wetter.com
Deutschland ist vom Klimawandel stark betroffen.
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Der Klimawandel bedroht auch in Deutschland Natur, Wirtschaft und Infrastruktur. Die neue Risikoanalyse der Bundesregierung ist ein Appell zum Handeln. 

Deutschland erwarten bei einem ungebremsten Klimawandel erhebliche Schäden für Natur, Infrastruktur und das Wirtschaftssystem. Während die Auswirkungen der Erderwärmung bisher regional sehr unterschiedlich zu spüren sind, drohen dann Folgen im gesamten Bundesgebiet von den Küsten und Flussufern bis in die Gebirge. 

Das zeigt die am Montag in Berlin veröffentlichte Klimawirkungs- und Risikoanalyse 2021 für Deutschland (KWRA 2021). Demnach ist die Anpassung an den Klimawandel schon jetzt unvermeidbar.

Im Video oben siehst du, wie unser globales Klima funktioniert und wie wir Menschen es beeinflussen.

Viele Risiken sind durch Klimawandel deutlich gestiegen

Die Analyse wird im Auftrag der Bundesregierung alle sechs Jahre durchgeführt - zuletzt 2015 - und wird als deutschlandweit umfassendste Untersuchung dazu bezeichnet. Beteiligt waren Experten aus 25 Bundesbehörden und -institutionen sowie aus neun Ressorts, die im Behördennetzwerk "Klimawandel und Anpassung" zusammenarbeiten. 

"Viele Risiken sind im Vergleich zu 2015 deutlich gestiegen. Besonders betroffen sind unsere natürlichen Lebensgrundlagen, wie Böden, wie Wälder und Gewässer", sagte Bundesumweltministerin Svenja Schulze. "Im Szenario eines starken Klimawandels werden bis zur Mitte des Jahrhunderts sehr viel mehr Regionen und immer mehr Lebens- und Wirtschaftsbereiche betroffen sein."

Folgen für Natur, Lebensgrundlagen, Gesundheit, Alltag und Wirtschaft

Die Autor:innen haben 100 Wirkungen des Klimawandels und deren Wechselwirkungen betrachtet. Untersucht wurden zwei Szenarien für die Zeit bis zum Jahr 2100. Ein pessimistischer Fall geht von einem starken Klimawandel aus. Plus 3 Grad zur Mitte des Jahrhunderts als Jahresmittelwert und gegenüber der frühindustriellen Zeit. 

Ein optimistischer Fall beschreibt einen schwächeren Klimawandel mit einem Anstieg der Temperatur um 2,4 Grad. Die Analyse beschäftigt sich mit den Folgen für Natur, Lebensgrundlagen, Gesundheit, Alltag und Wirtschaft. 

Hitzewellen, Waldbrände, Dürre, Wasserknappheit, Starkregen, Überflutung sind erste Folgen

"Um 1950 herum gab es in Deutschland im Schnitt drei Tage im Jahr, an denen es heißer als 30 Grad Celsius wurde. Aktuell sind es schon zehn Tage", so Schulze. "Hitzewellen, Waldbrände, Dürre, Wasserknappheit, Starkregen, Überflutung - das sind erste und teilweise auch verheerende Folgen, die uns zeigen, dass wir dem Klimawandel eben nicht einfach nur freien Lauf lassen dürfen und uns an die Folgen anpassen."

Dem Präsidenten des Umweltbundesamtes Dirk Messner zufolge ist die wichtigste Maßnahme die Verringerung der Treibhausgasemissionen. "Wir haben wirksame Maßnahmen, um diese Krise managen zu können. Solange wir im Bereich und im Korridor von zwei Grad globaler Erwärmung bleiben, glauben wir, gut gewappnet zu sein, wenn wir jetzt tatsächlich handeln", sagte er und nannte andere Methoden in der Landwirtschaft, den Umbau hin zu klimastabilen Mischwäldern und einen besseren Schutz der Küsten. 

Städte müssen neu gedacht werden 

Maßnahmen seien auch in Siedlungsgebieten nötig. "Wir müssen anders bauen. Wir brauchen Städte, die sich dank vieler Grünflächen und Entsiegelungen ohne Schäden an Häusern und Infrastrukturen wie ein Schwamm mit Wasser vollsaugen wollen. Schwammstadt!", sagte er. Straßenbeläge müssten hitzebeständiger sowie wasser- und luftdurchlässig sein. 

"Es gibt Grenzen der Anpassung" warnte er. "Wenn es uns nicht gelingt, den Klimawandel um zwei Grad herum zu stabilisieren, dann könnten wir in Situationen kommen wo Anpassung entweder immer teurer wird oder uns schlicht und einfach überfordern könnte." 

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