Patrouillen nötig: Eisbär-Alarm am Nordpolarmeer

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Patrouillen nötig: Eisbär-Alarm am Nordpolarmeer
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Im Juni 2019 sorgte dieser Eisbär in einem sibirischen Dorf für Aufregung, als er dort nach Nahrung suchte.

Mehrmals täglich muss am Nordpolarmeer inzwischen Alarm geschlagen werden, weil Eisbären Siedlungen gefährlich nahe kommen. Grund dafür sind veränderte Klimabedingungen.

Am Nordpolarmeer kommen erneut Eisbären Siedlungen gefährlich nahe. Die Bewohner des russischen Dorfes Ryrkaipij am Ufer der arktischen Tschuktschensee schlagen inzwischen mehrmals täglich Alarm, wie die Umweltschutzorganisation WWF mitteilte.

Klimaveränderungen für Verhalten der Eisbären verantwortlich

Inzwischen seien wieder Patrouillen unterwegs, um die Tiere von Häusern zu verscheuchen. Erst im Februar hatten sich auf der Inselgruppe Nowaja Semlja über Wochen etwa 50 Eisbären in der Nähe von Menschen aufgehalten. Daraufhin riefen die Behörden den Notstand aus und vertrieben die Tiere.

"Zum Ende des Sommers zieht es die Eisbären geballt an die Küsten", sagte WWF-Sprecher Roland Gramling. Dort warten sie, bis sich Eis auf dem Meer bildet, um dann auf Robbenjagd gehen zu können. Darauf müssten sie mitunter Monate warten: "Wegen der Klimakrise bleibt das Meer immer länger eisfrei." Auf der Suche nach Futter zieht es die Bären dann zu Dörfern, um etwa auf Müllhalden nach Nahrung zu wühlen.

Tagelang war ein verirrter Eisbär im März diesen Jahres in einem russischen Dorf herumgestreunt. Wie genau es zu seiner Rettung kam, erährst Du im Video:

Streunender Eisbär wird in Heimat ausgeflogen
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WWF unterstützt Eisbär-Patrouillen

Bereits Ende Juli tauchte nach Angaben der Umweltschützer das erste junge Männchen auf der Tschuktschen-Halbinsel auf. Danach seien weitere Tiere gesichtet worden. Sie werden dann mit Leucht- und Schreckschusspistolen verscheucht. Der WWF unterstützt nach eigenen Angaben die Eisbär-Patrouillen. Das seien etwa Jäger und Förster, die im Schichtsystem Ausschau nach Eisbären halten. Sie erhielten einen Obolus und die Ausrüstung, erklärte Gramling.

Er nannte dies einen Beitrag, um Regionen an die veränderten Klimabedingungen anzupassen. "Etwas anderes kann man im Moment nicht machen." Weil das arktische Eis schmilzt, waren die Tiere im vergangenen Winter zunehmend nach Süden gezogen. Die Weltnaturschutzunion (IUCN) führt Eisbären als gefährdete Art.

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