Lebensmittel, Benzin und Co.: So verändern sich die Preise während der Coronakrise

- Marvin Klecker
Kieler Feinkostladen will Kunden von Hamsterkäufen abhalten
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Das Coronavirus sorgt auch dafür, dass bestimmte Produkte sowohl günstiger als auch teurer werden. Zudem müssen sich Verbraucher mancherorts von Sonderangeboten verabschieden.

Das Coronavirus bestimmt derzeit unser aller Leben. Über die aktuelle Lage bist du in unserem Corona-Ticker immer bestens informiert.

Auch beim Einkaufen bekommen wir die Auswirkungen des Coronavirus zu spüren. Denn durch die Coronakrise sind die Preise vieler Güter, allen voran von Lebensmitteln, teils rapide angestiegen. Zudem stehen wir oft vor leeren Regalen.

Größere Nachfrage, nicht ausreichendes Angebot

Schuld daran ist das sich wechselnde Verhältnis von Angebot und Nachfrage. Dieses lässt sich am Beispiel des "Kassenschlagers" der Coronakrise, dem Toilettenpapier, erklären. Hier hat, vor allem durch die Hamsterkäufe, die Nachfrage stark zugenommen. 

Wenn nun die Produktion des Toilettenpapiers nicht rasant zunimmt, was sie in einem kurzen Zeitraum kaum möglich ist, übersteigt die Nachfrage das Angebot. Die Kunden wollen also mehr Toilettenpapier als vorhanden ist. Die Folge davon sind leere Regale in den Märkten der Republik.

Ein Grund für den Kauf in überdurchschnittlichen Mengen sind auch Falschnachrichten, die die Menschen zum Hamsterkauf animieren. Welche Fake News es sonst rund um das Coronavirus gibt, erfährst du in diesem Artikel:

Faktencheck Fake News: Diese Corona-Infos sind falsch

Tanken ist so günstig wie selten

Es gibt jedoch auch einen Ort, bei dem das veränderte Verhältnis zwischen Angebot und Nachfrage einen positiven Effekt für den Verbraucher hat: Nämlich an der Tankstelle. Dort sind die Preise für Diesel vereinzelt unter einen Euro gesunken. Super-Benzin gab es schon zum Literpreis von nur 1,10 Euro.

Da die meisten Menschen zu Hause bleiben und keine längeren Autofahrten, sei es beruflicher oder privater Natur, mehr unternehmen, ist die Nachfrage daran gesunken. Zudem sorgt auch der sehr niedrige Ölpreis für günstigen Sprit.

Obst und Gemüse sind sehr teuer geworden

Leider bleibt der niedrige Spritpreis ein Einzelfall. Denn bei vielen Produkten ist ein Preisanstieg zu vermerken. Das betrifft vor allem Obst und Gemüse, wo sich die Preise vereinzelt sogar verdoppelt haben. Das liegt an mehreren Faktoren.

Homeoffice und Lagerung Schuld am Preisanstieg

Zum einen ist die Nachfrage und damit auch der Preis bei Obst und Gemüse angestiegen. Dies ist vor allem bei länger haltbareren Produkten wie beispielsweise Kartoffeln der Fall. Solche Produkte werden oft "gehamstert" und daher in übermäßigen Mengen eingekauft. Auch hier heißt es dann: Es wird mehr nachgefragt als angeboten werden kann.

Doch auch frische Waren, die leicht verderblich sind, sind gefragter und damit auch teurer als sonst. Ein Grund dafür könnten die vielen Personen im Homeoffice sein, die nun öfter selbst kochen und dadurch auch mehr frische Produkte benötigen. 

Fehlender Nachschub aus Italien und Spanien

Zum anderen fehlt es bei manchen Obst- und Gemüsesorten an Nachschub. Das liegt vor allen daran, dass Importe aus Ländern wie Spanien oder Italien, die besonders vom Coronavirus betroffen sind, wegfallen.

Auch ausbleibende Erntehelfer sorgen für einen Preisanstieg bei bestimmten Produkten. Die ersten Bauern sind diesbezüglich schon voller Sorge:

Hygieneartikel zu Mondpreisen

Neben Obst und Gemüse sind auch Hygieneartikel betroffen. Teilweise wird mit Desinfektionsmitteln und Toilettenpapier Wucherei betrieben. Sogar in manchen Drogeriemärkten und Apotheken werden die Produkte mittlerweile zu Mondpreisen angeboten. Davon abgesehen sind Hygieneprodukte zwar nicht merklich teurer, dafür aber umso rarer geworden. 

Auch Onlineshops erhöhen die Preise

Des Weiteren ist auch bei Produkten ein Preisanstieg zu vermerken, die es aufgrund der verordneten Geschäftsschließungen nur noch online zu kaufen gibt. Dazu gehören unter anderem Kleidung, Elektronik und digitale Medien wie Videospiele. Zudem müssen die Kunden bei vielen großen Versandhändlern mit einer längeren Lieferzeit rechnen.

Supermarktkette stoppt Sonderangebote

Abgesehen von höheren Preisen sind nach wie vor die Hamsterkäufe ein großes Ärgernis während der Coronakrise. Um diese einzudämmen, haben die ersten Supermärkte beschlossen, vorerst auf Sonderangebote zu verzichten. 

So hat der Edeka-Verbund Hessenring die Bewerbung von Schnäppchen gestoppt. Ein Grund dafür ist laut Geschäftsführer Hans-Richard Schneeweiß auch die Tatsache, dass die Kunden durch Angebote eine noch größere Einkaufsaktivität aufweisen und Hamsterkäufe dadurch sogar noch angeheizt werden könnten. Das sagte Schneeweiß gegenüber der BILD.

Doch es gibt auch andere Möglichkeiten, um die Kunden vom Hamsterkauf abzuhalten. Ein dänischer Supermarkt hat im Kampf gegen die Hamsterkäufe eine besonders raffinierte Idee gehabt.

Vorerst keine TK-Pizzen zum Schnäppchenpreis

Nicht nur einige Supermärkte, sondern auch Lebensmittelhersteller verzichten während der Coronakrise auf Preisaktionen. Dazu gehört unter anderem "Dr. Oetker". Laut eines internen Schreibens verzichtet der Hersteller bis Ende Juni auf Sonderaktionen. Besonders Tiefkühlware, allen voran Tiefkühlpizzen, haben in den vergangenen Wochen einen so hohen Absatz gefunden, dem man derzeit nicht nachkommen kann. 

Angebote gehen nicht mit Sicherheitsabständen konform 

Auch bei "Dr. Oetker" würden Rabattaktionen zu einer noch größeren Nachfrage und damit zu noch mehr Menschen in den Supermärkten führen. So könnten die Sicherheitsabstände, die mittlerweile in den Verbrauchermärkten eingeführt wurden, nur schwer eingehalten werden. Somit wäre auch die Ansteckungsgefahr erhöht. Was im Falle einer Coronainfektion mit deinem Körper passiert, erklären wir dir im folgenden Video:

Die Infektion mit dem Coronavirus verläuft in drei Phasen.
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