Kurzarbeit, Kinderzuschlag, Flugsteuer und Co.: Das ändert sich im April 2020

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Kurzarbeit, Kinderzuschlag, Flugsteuer und Co.: Das ändert sich im April 2020
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Viele Arbeitnehmer werden während der Coronakrise von Kurzarbeit betroffen sein.

Der April steht vor der Tür und mit ihm wieder einige Änderungen. Auch die Coronakrise macht sich bei den Neuerungen bemerkbar.

Auch der April hält einige Änderungen bereit, die dieses Mal wohl weitaus mehr Menschen betreffen dürfte als noch in den Monaten zuvor. Schuld daran ist die Coronapandemie, die seit Langem unser Leben bestimmt. 

Alle Infos rund um das Coronavirus findest du übrigens auf unserer Corona-Seite.

1. Kurzarbeit wird vereinfacht und verlängert

Viele Unternehmen geraten durch die Coronakrise in finanzielle Schwierigkeiten. Daher hat das Bundeskabinett das sogenannte "Arbeit-von-Morgen"-Gesetz verabschiedet.

Durch dieses kommen Betriebe einfacher an Kurzarbeitergeld, damit Kündigungen von Arbeitnehmern aufgrund finanzieller Engpässe möglichst ausbleiben. Zudem wird die Auszahlungsgrenze des Kurzarbeitergeldes von 12 auf 24 Monate erweitert.

Was genau Kurzarbeit bedeutet, erklären wir dir in diesem Video:

Wegen der Coronakrise müssen viele Unternehmen Kurzarbeit anmelden.
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2. Höherer Kinderzuschlag für einkommensschwache Eltern

Nicht nur Unternehmen, sondern auch Familien sollen während der Krisenzeit durch Neuerungen finanziell entlastet werden. Daher ist es nun einfacher, einen Kinderzuschlag zu bekommen. Darunter versteht man eine "Finanzspritze" für einkommensschwache Eltern. Wie hoch diese ist, wird mittels einer Berechnungsgrundlage festgestellt.

In diese wurde bisher das Durchschnittseinkommen der letzten sechs Monate einberechnet. Ab dem 1. April ist nur noch das letzte Durchschnittsgehalt entscheidend. Der Maximalbetrag für den Kinderzuschlag beträgt 185 Euro pro Monat.

3. Mietpreisbremse tritt in Kraft

Die bis 2025 verlängerte und verschärfte Mietpreisbremse tritt in Kraft. Wo sie gilt, darf ein Vermieter beim Bewohnerwechsel in der Regel maximal zehn Prozent mehr als die ortsübliche Vergleichsmiete verlangen. Erstmals können Mieter zu viel gezahlte Miete auch nachträglich zurückfordern, für bis zu zweieinhalb Jahre.

4. Adoption von Stiefkindern für unverheiratete Paare

Auch unverheiratete Paare können künftig Stiefkinder adoptieren. Voraussetzung ist, dass man seit mindestens vier Jahren eheähnlich zusammenlebt oder bereits ein gemeinsames Kind im selben Haushalt hat. Ist einer der beiden Partner noch mit jemand anders verheiratet, ist die Adoption nur in Ausnahmefällen möglich. Bisher durften Stiefkinder nur adoptiert werden, wenn man mit deren Vater oder Mutter verheiratet ist.

5. Bafög-Rückzahlungen steigen

Die nun folgende Änderung betrifft Personen, die einmal Bafög erhalten haben. Denn die monatliche Mindestrückzahlungsrate wird erhöht. So sind nun statt 105 mindestens 130 Euro pro Monat zu zahlen. Des Weiteren gibt es bei Beantragung einer vorzeitigen Darlehenstilgung weniger Rabatt. Die genauen Werte dazu bekommst du auf der Seite des Bundesverwaltungsamtes.


6. Flugverkehrssteuer wird eingeführt

Flugtickets könnten teurer werden. Für Inlandsflüge und Flüge in der EU steigt der Steuersatz für die Airlines von 7,50 Euro auf 13,03 Euro pro verkauftem Ticket, für längere Flüge bis 6000 Kilometer von derzeit 23,43 Euro auf 33,01 Euro und für Langstreckenflüge von 42,18 Euro auf 59,43 Euro.

Diese Regelung ist Teil des schwarz-roten Klimapakets und soll Fliegen unattraktiver machen. Allerdings ist offen, in welchem Umfang die Aufschläge an die Fluggäste weitergegeben werden.

Zudem kann die Steuer auch rückwirkend geltend gemacht werden. Dies ist beispielsweise bei Ryanair der Fall:

Ryanair bittet zur Kasse: Klimazuschlag auch nach Buchung fällig

7. Mindestlohn im Baugewerbe wird erhöht

Für das Baugewerbe gelten höhere Lohnuntergrenzen. Der Mindestlohn für Hilfsarbeiter steigt um 35 Cent auf 12,55 Euro pro Stunde. Der Mindestlohn für Facharbeiter in Westdeutschland klettert um 20 Cent auf 15,40 Euro, in Berlin auf 15,25 Euro.

In den ostdeutschen Flächenländern gibt es diesen Facharbeiter-Mindestlohn am Bau nicht. Nach Angaben der Gewerkschaft IG BAU erhält etwa jeder fünfte Bauarbeiter den Mindestlohn. In den tarifgebundenen Betrieben wird besser gezahlt.

8. Behörden nehmen Pharmafirmen in die Pflicht

Im Kampf gegen Lieferengpässe bei Medikamenten können Pharmafirmen künftig von den Behörden verpflichtet werden, über Lagerbestände, Produktion und Absatzmenge bestimmter Arzneimittel zu informieren.

Bei Engpässen kann zudem angeordnet werden, dass größere Mengen dieser Präparate auf Vorrat gelagert werden müssen. Sollte es trotzdem zu Lieferschwierigkeiten kommen, dürfen Apotheken in Zukunft auch teurere Arzneimittel mit dem gleichen Wirkstoff ausgeben, ohne dass der Patient mehr dafür zahlen muss Gerade wegen der Corona-Krise werden Engpässe bei bestimmten Medikamenten befürchtet.

Welche Änderungen es in den Vormonaten gegeben hat, erfährst du in folgenden Artikeln:

Bahncard, Whatsapp und Co.: Das ändert sich im Februar 2020

Impfpflicht, Umzugspauschale und Co.: Das ändert sich im März 2020

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