Grippe, Corona, Erkältung: Wieso wir im Winter schneller krank werden

- Sabrina Fuchs
Egal ob Grippe, Corona oder Erkältung, im Winter werden wir schneller krank.
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Mit dem Herbst beginnt meist auch die Grippe- und Erkältungszeit. Auch das Coronavirus breitet sich weiterhin schnell aus. Doch wieso werden wir gerade im Herbst und Winter so häufig krank?

"Pack dich warm ein, sonst wirst du krank!" - Sätze wie diese bekommen wir in der kalten Jahreszeit häufig zu hören. Doch reicht Kälte allein, um uns krank zu machen? Und wieso sind wir im Herbst und Winter häufiger erkältet als im Sommer?  

Die Antworten darauf, erfährst du auch im Video oben.

Ob eine Erkältung, Grippe oder Covid-19: All diese Krankheiten werden durch Viren ausgelöst. So viel steht für Mediziner fest. Dass nur Kälte allein einen Schnupfen auslöst, konnte bislang nicht bewiesen werden. Jedoch können einige Eigenschaften der kälteren Jahreszeit sowie unser Verhalten Krankheiten begünstigen. 

Coronavirus, Grippe, Erkältung: Das sind die Unterschiede

Im Winter halten wir uns verstärkt in Räumen auf 

Ein Grund dafür, dass wir uns im Winter schneller anstecken, ist nämlich, dass sich Menschen dann vermehrt in beheizten Räumen und weniger im Freien aufhalten. In geschlossenen Räumen ist die Ansteckungsgefahr jedoch viel größer, da man meist enger zusammen ist und der Luftaustausch geringer ist.  

Dabei spielt auch die Luftfeuchte eine wichtige Rolle, die im Winter meist niedriger ist als im Sommer. 

Luftfeuchtigkeit ein entscheidender Faktor 

Grundsätzlich unterscheidet man zwischen relativer und absoluter Luftfeuchtigkeit. Die relative Luftfeuchte bezeichnet den Wasserdampfgehalt der Luft in Prozent. Bei höheren Temperaturen kann die Luft mehr Wasserdampf aufnehmen. Ist die Luft jedoch gesättigt, gibt sie überschüssiges Wasser beispielsweise in Form von Wolken, Tau oder Nebel ab. Die absolute Luftfeuchtigkeit gibt an, wie viel Gramm Wasserdampf ein Kubikmeter Luft enthält, hierbei geht es also um die Masse, nicht den Grad der Sättigung. 

Die relative Luftfeuchtigkeit ist im Winter normalerweise geringer als im Sommer. Je feuchter die Luft ist, desto niedriger ist auch die Ansteckungsgefahr. Wissenschaftler haben bereits vor einigen Jahren herausgefunden, dass eine höhere Luftfeuchte (über 40 Prozent) die Infektiosität von Influenzaviren senkt. 

Auch die absolute Luftfeuchtigkeit hat jedoch Einfluss. Da die wärmere Luft mehr Wasserdampf aufnehmen kann, ist die absolute Luftfeuchtigkeit im Winter normalerweise ebenfalls geringer als im Sommer. 

Fehler bei einer Erkältung: So machst du es nur schlimmer

Deshalb stecken wir uns bei trockener Luft schneller an 

Niest oder hustet jemand, entstehen relativ große Tropfen, in denen sich auch die Krankheitserreger befinden. Deshalb spricht man auch von Tröpfcheninfektion - beispielsweise im Fall von Grippe- und Coronaviren. Ist die Luft trocken, kann der Wasseranteil dieser Tropfen schnell verdunsten. Übrig bleibt ein Kern mit den Viren, der lange überlebt und den wir letztlich über die Schleimhäute aufnehmen können. 

Im Gegensatz dazu sinken die Tröpfchen in feucht-warmer Luft schneller zu Boden, weshalb wir uns nicht so leicht anstecken. 

Bei der Übertragung des Coronavirus spielen auch Aerosole eine wichtige Rolle: 

Erkenntnisse zu Aerosolen

Schleimhäute im Winter empfindlicher 

Ein Virus findet den Weg in unseren Körper über die Schleimhaut der Atemwege, des Mundes und der Augen. Diese Eintrittsorte werden auf verschiedene Arten erreicht. Zum einen durch die sogenannte Tröpfcheninfektion. Damit ist der Kontakt der Schleimhaut mit Exspirationströpfchen gemeint, die beim Husten, Niesen, Sprechen oder Atmen von infizierten Personen entstehen.  

Die Exspirationströpfchen können unter Umständen in der Luft umherschwirren und stundenlang infektiös bleiben. Trockene Raumluft in geheizten Räumen begünstigt dies, daher sollte öfter gelüftet werden. 

Erkältungskrankheiten sind im Winter häufiger als im Sommer. Das liegt nicht etwa daran, dass die Kälte die Krankheit auslöst. Sie ist aber der Grund dafür, denn die Schleimhäute der oberen Luftwege reagieren auf Kälte. Sie kühlen schnell aus, wenn sie permanent dem kalten Luftstrom ausgesetzt sind. Als Folge ziehen sich die feinen Blutgefäße in den Schleimhäuten zusammen, um den Körper vor weiterer Auskühlung zu schützen. 

Es strömt weniger Blut durch Nase, Mund und Rachen. Die Schleimhäute der oberen Atemwege werden folgich durchlässiger für Viren und andere Keime, die sich auf dem weniger durchbluteten Gewebe niederlassen.  

Viren bei niedrigen Temperaturen stabiler 

Wie das Robert Koch-Institut (RKI) auf seiner Webseite schreibt, haben beispielsweise Influenzaviren bei niedrigen Temperaturen und trockener Luft eine höhere Stabilität. Vergleichbar sei dies mit Lebensmitteln, die im Kühlschrank länger haltbar gemacht werden als bei wärmeren Temperaturen.  

Übrigens können auch UV-Strahlen die Ausbreitung von Viren verhindern, da sie deren Erbgut schädigen und so inaktiv machen. 

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