Arctic Outbreak möglich! Bringt der Polarwirbelsplit einen Extremwinter?

- Bettina Marx
Der Polarwibrel ist ein Starkwindband.
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Der Polarwirbel hat großen Einfluss auf unser Wetter in Deutschland. Der Polarwirbelsplit könnte die Chancen auf kaltes Winterwetter mit viel Schnee erhöhen.

Wie kalt und schneereich das Winterwetter bei uns in Deutschland wird, hängt unter anderem vom Polarwirbel ab. Welche Auswirkungen der Polarwirbel bzw. eine Störung des Polarwirbels auf unser Wetter in Deutschland  hat, erfährst du im Video am Anfang des Artikels. 

Was ist ein Polarwirbel? 

In der kalten Jahreszeit entsteht über dem Pol ein Höhentief. Denn durch die fehlende Erwärmung der Sonnenstrahlung sinken die Temperaturen im hohen Norden im Winterhalbjahr extrem ab. Da kalte Luft schwerer ist als warme, sinkt diese zu Boden und in der Höhe bildet sich ein Tiefdruckgebiet - der sogenannte Polarwirbel. 

In der Regel befindet sich das Zentrum des Polarwirbels im Nordhemisphärenwinter über der Arktis - man spricht von einem stabilen bzw. starken Polarwirbel. 

Umgeben ist der Polarwirbel von einem Starkwindband in rund 30 Kilometern Höhe. Dieses Starkwindband schließt die Kaltluft am Pol ein, sodass diese nicht entweichen kann. Auf der Nordhalbkugel erzeugt der Polarwirbel kräftige Westwinde. 

Da die Vorgänge in der hohen Atmosphäre mit denen in der bodennahen Atmosphäre gekoppelt sind, hat der Polarwirbel auch Auswirkungen auf das Wetter in Deutschland.  

Unser wetter.com-Meteorologe Paul Heger erklärt den Einfluss des Polarwirbels für unser Winterwetter folgendermaßen: "Bei einem stabilen Polarwirbel haben wir in der Regel auch einen starken Jetstream, der die Tiefs von Westen nach Osten durchziehen lässt. Diese Wetterlage bringt uns Luft vom Atlantik, die bei uns in Deutschland zu mild ist für eine dauerhafte Winterlage. Bestes Beispiel: Der super milde Winter 2019/20."

So beeinflusst der Polarwirbelsplit unser Wetter im Winter 

Verschiedene Einflüsse, die ebenfalls im Video oben näher erklärt werden, können den Polarwirbel allerdings aus dem Gleichgewicht bringen. Dann ist der Polarwirbel nicht mehr stabil, sondern geschwächt bzw. gestört. Im Extremfall wird der Polarwirbel sogar geteilt - dann spricht man von einem sogenannten Polarwirbelsplit. Ein gestörter Polarwirbel hängt häufig mit einem welligen Jetstream zusammen. Eine derartige Wetterlage macht Kaltluftausbrüche nach Süden möglich und kann für einen Arctic Outbreak sorgen. 

Denn ein gestörter oder geteilter Polarwirbel hat zur Folge, dass sich sein Zentrum nicht mehr über der Arktis befindet. Stattdessen kann er weit nach Süden reichen. Dadurch ist das Vordringen der arktischen Luftmassen Richtung Süden möglich. Starker Wind kann die gefühlten Temperaturen noch kälter als ohnehin erscheinen lassen.

Die Auswirkungen eines Polarwirbelsplits erklärt Paul Heger so: "Der Polarwirbelsplit bringt unter anderem auch den Jetstream ins Schlingern und sorgt für kräftige Hochs und blockierende Wetterlagen. Die können natürlich so liegen, dass wir in einer milden Strömung verharren - nicht minder gefährlich bei beispielsweise großen Regenmengen. Häufig bildet sich aber das Hoch so, dass wir es mit sehr kaltem Ost- bis Nordostwind zu tun haben. Je nachdem, welche Tiefs dann in der Nähe sind, kann zur Dauerfrostluft auch Schnee kommen. Und das dann teils für einige Tage.“

Wie sich der Polarwirbel durch den Klimawandel verändert und welche Folgen das hat, zeigen wir dir in diesem Video: 

Der Polarwirbel befindet sich derzeit im Wandel.
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Polarwirbel aktuell - Gibt es in Deutschland kaltes Winterwetter mit viel Schnee?

Werfen wir jetzt also mal einen Blick auf den aktuellen Zustand des Polarwirbels. Dieser hat sich gesplittet. Bei einem nicht intakten bzw. schwachen Polarwirbel liegt die Kälte nicht mehr über dem Pol, sondern verschiebt sich nach Süden.

Ein gestörter Polarwirbel kann zum kalten Winterwetter in Teilen Europas beitragen. Kaltluftausbrüche (mit Schnee) im europäischen Winter werden dann wahrscheinlicher. Aufgrund der Trägheit wirken sich die Veränderungen des Polarwirbels auf unser Wetter allerdings zeitlich verzögert aus. Der Polarwirbel ist aber immerhin ein Vorzeichen für den weiteren Verlauf des Winters.

Die Prognosen deuten zudem an, dass sich der Polarwirbelsplit nicht nur in der oberen Stratosphäre, sondern Mitte Januar auch in der mittleren Stratosphäre durchsetzt. Welche Auswirkungen das auf unser Wetter der kommenden Tage hat, zeigen wir dir hier: 

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