Reicht der Regen aus? Wie es mit der Dürre in Deutschland weitergeht

- Quelle: dpa/Redaktion
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Kräftige Schauer und Gewitter haben die starke Hitze in Deutschland vorerst beendet. Aber reicht das auch, um die Dürre im Boden zu beseitigen?

Nach der Rekordhitze am vergangenen Wochenende sorgt der Regen zum Wochenbeginn nach Einschätzung eines Klimaforschers nur oberflächlich für Entspannung in der Natur.

Einen Einfluss auf die anhaltende Dürre im Gesamtboden hätten die Niederschläge nicht, sagte Andreas Marx, Leiter des Deutschen Dürremonitors am Helmholtz-Zentrum für Umweltforschung (UFZ) in Leipzig.

Außergewöhnliche Dürre bis etwa 1,80 Meter Bodentiefe

Der Dürremonitor weist für einen Streifen von Ostsachsen über Brandenburg, Sachsen-Anhalt und Niedersachsen bis nach Nordrhein-Westfalen eine außergewöhnliche Dürre bis etwa 1,80 Meter Bodentiefe aus.

Diese halte schon seit 2018 an, sagte Marx. Das sei ein Extremereignis.

37.000 Hektar Wald in Niedersachsen geschädigt

Die vergangenen Dürrejahre mit der folgenden historischen Borkenkäfer-Plage hätten in Niedersachsen mittlerweile 37.000 Hektar Wald in den Landesforsten geschädigt - allein 27.000 Hektar davon im Harz.

"Der Substanzverlust wiegt schwer", lautete die Bilanz Niedersächsischen-Landesforst-Präsidenten Klaus Merker. 

Anhaltende Dürre in Italien spitzt sich zu

Auch global gesehen ist das ein Problem. Schon jetzt ist die Zahl und Dauer von Dürreperioden laut UN-Dürrebericht seit dem Jahr 2000 um 29 Prozent gestiegen.

In Italien beispielsweise spitzt sich die Lage wegen der anhaltenden Dürre weiter zu. In diversen Gegenden des Mittelmeerlandes hat es seit rund vier Monaten nicht mehr geregnet, der Fluss Po weist den niedrigsten Pegelstand seit 70 Jahren auf.

Dürre-Alarm in Norditalien: Sogar Trinkwasser wird rationiert

Situation muss nicht für immer so bleiben

Klimaforscher Marx warnte allerdings davor, die Lage zu dramatisieren. "Es ist verkehrt zu denken, das bleibe jetzt immer so", sagte Marx. Eine Dürre sei genauso ein extremes Ereignis wie ein Hochwasser.

Nur sei ein Hochwasser nach einigen Tagen wieder vorüber, während eine Dürre jahrelang anhalten könne. Gleichzeitig sei es aber auch falsch anzunehmen, dass tiefere Bodenschichten nicht extrem trocken sein könnten, wenn oben noch grünes Gras wachse.

Dürre-Beruhigung eventuell im Winter

Eine echte Entspannung für die Dürre-Regionen dürfte sich laut Marx erst im Winter einstellen - wenn das Wetter passt.

"Um eine Dürre im Gesamtboden aufzulösen, braucht man etwa ein halbes Jahr mit guten Voraussetzungen: wenig Frost, kontinuierliche Niederschläge und keine Hitzewelle im Frühjahr." 2021 habe sich so die Lage im Westen und Süden Deutschlands wieder verbessert.

Lösungen für optimale Wasserverteilung nötig

Langfristig werde die Wasserverfügbarkeit in Deutschland - anders als in den Mittelmeerstaaten - nicht abnehmen, sagte Marx.

Davon gingen aktuelle Klimaprognosen aus. Es müssten jedoch Lösungen gefunden werden, wie das Wasser übers Jahr verteilt werden könne - etwa indem man es im Winter für trockenere Sommer speichere.

Dürremonitor zeigt tägliche Feuchtigkeit in verschiedenen Bodentiefen

Der Dürremonitor ist ein Berechnungsmodell für die Bodenfeuchte. Die UFZ-Klimaforscher:innen können dort für jeden einzelnen Tag seit 1951 die Feuchtigkeit in verschiedenen Bodentiefen darstellen.

Die Daten werden unter anderem von Land- und Forstwirten zur Einschätzung der Lage genutzt.

Quelle: Helmholtz Zentrum für Umweltforschung

Je dunkler die Farbe, desto schlimmer ist die Dürre in dem Gebiet. Hierbei handelt es sich um die Trockenheit am 1. Juni 2022 in Deutschland. Besonders betroffen ist der Nordosten des Landes, wo auch immer wieder Waldbrände ausbrechen.

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