Nach Baden-Württemberg: Weiteres Bundesland will Schottergärten verbieten

- Quelle: dpa
Wer einen insektenfreundlichen Garten möchte, muss ein paar Tipps beachten.
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Gartenbesitzer aufgepasst! Das erste Bundesland hat ein Verbot auf den Weg gebracht, das Schottergärten untersagt. Ein weiteres Bundesland möchte nun nachziehen.

Baden-Württemberg verbannt Schottergärten aus der Landschaft! Die grün-schwarze Landesregierung beschloss ihren Gesetzentwurf für mehr Artenschutz im Parlament. Dieser sieht unter anderem vor, dass Schottergärten im Interesse des Artenschutzes und der Artenvielfalt vermieden werden sollen.

Schottergärten waren bereits vorher nicht zulässig

Das Umweltministerium teilte mit, dass Schottergärten im Südwesten schon bislang nicht zulässig seien. Sie seien aber in Mode gekommen, da sie als pflegeleicht gälten. "Dass die Schottergärten eigentlich verboten sind, ist den meisten nicht bekannt", erklärte ein Sprecher.

Das Verbot soll in der anstehenden Gesetzesnovelle klargestellt werden. Ministerpräsident Winfried Kretschmann hatte Stein- und Kiesgärten vor etwa einem Jahr als "fürchterlich" bezeichnet.

Schottergärten müssen umgestaltet werden

Bereits existierende Schottergärten müssten im Zweifel beseitigt oder umgestaltet werden, sagte der Ministeriumssprecher. "Wir setzen vor allem auf Kooperation, die Einsicht der Eigentümer und die Überzeugungskraft der Verwaltung vor Ort."

Grundsätzlich müsse der Hauseigentümer von sich aus Schottergärten beseitigen. Sonst drohten Kontrollen und Anordnungen - es sei denn, die Gärten seien älter als die bestehende Regelung in der Landesbauordnung, die nach Angaben des Ministeriums schon seit Mitte der 1990er Jahre existiert.

Ein Graus für die Umwelt

Schottergärten sehen zwar meist ästhetisch aus, sind aber meist sowohl pflegeintensiv als auch kostspielig. Zudem tut man der Natur damit gar keinen Gefallen! Insekten wie Bienen oder Schmetterlinge finden in solchen Gärten immerhin keinerlei Nahrung.

An Hitzetagen heizt sich der Schotter auf und kann Temperaturen von bis zu 70 Grad erreichen. Zudem gelangt durch die Steinschicht kaum Wasser und Sauerstoff in den Boden, wodurch Pflanzen weder Lebensraum noch Nahrung haben.

Aus Umweltsicht ist es also eine gute Entscheidung des Bundeslandes Baden-Württemberg, solche Gartenanlagen künftig zu verbieten! Ob andere Bundesländer nachziehen werden, bleibt abzuwarten.

Thüringen möchte nachziehen

Auch Thüringens Umweltstaatssekretär Olaf Möller hat sich für ein Verbot von neuen Schottergärten im Freistaat ausgesprochen. "Es gibt in Thüringen viele großartige Vorgärten", sagte Möller.

Doch der Trend zu insektenfeindlichen Schottergärten sei insbesondere in neuen Wohngebieten mit Einfamilienhäusern nicht zu übersehen. "Ich plädiere dafür, über eine vergleichbare Regelung wie in Baden-Württemberg auch im Thüringer Naturschutzgesetz nachzudenken», sagte Möller. 

Schottergärten seien "ökologisch wertlos"

Statt Blumen oder Rasen zieren Kies oder andere Steine Schottergärten. Naturschützern sind sie ein Graus, da sie für Tiere und Pflanzen weder Nahrung noch Lebensraum bieten. "Kleinsäuger finden hier keinen Unterschlupf.

Auch Reptilien, die Wärme eigentlich lieben, fühlen sich auf diesen monotonen Flächen nicht wohl", schreibt der Naturschutzbund (Nabu) etwa auf einer Website und kritisiert Schottergärten als "ökologisch wertlos". Auch Insekten fänden dort keine Nahrung, was sich auch negativ auf insektenfressende Vögel auswirke.

Genaue Auswirkungen von Schottergärten noch offen

Welche Wirkung der noch relativ junge Trend zu Schottergärten genau hat, sei noch nicht bestimmt, hieß es aus dem Umweltministerium.

Allerdings sei der Rückgang einzelner Insektenarten ein Indikator für die Auswirkungen. Das Ministerium verwies etwa auf den Großen Totengräber, der in Thüringen heute als vom Aussterben bedroht gilt.

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