Nach einem Zeckenstich: Bei diesen Symptomen musst Du schnell reagieren

- Sabrina Fuchs
Nach einem Zeckenstich: Bei diesen Symptomen musst Du schnell reagieren
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Zecken werden nicht erst im Sommer zum Problem. Schon jetzt können sie gefährliche Krankheitserreger übertragen.

Zeckenstiche können Frühsommer-Meningoenzephalitis (FSME) und Borreliose verursachen. Je nach Infektion treten unterschiedliche Symptome auf, die behandelt werden sollten.

Jedes Jahr wird aufs Neue vor ihnen gewarnt: Zecken. Durch einen Stich können die Insekten gefährliche Krankheiten übertragen, nämlich FSME und Borreliose. An bestimmten Symptomen kannst Du die Krankheiten erkennen. Zusätzlich solltest Du Deinen Gesundheitszustand von einem Arzt beurteilen lassen, da Symptome individuell auch unterschiedlich ausfallen können.

Kann tödlich enden: Frühsommer-Meningoenzephalitis

Die Frühsommer-Meningoenzephalitis (FSME) wird durch Viren verursacht, die zu einer Entzündung der Hirnhäute und des Gehirns führen können. Die Risikogebiete werden in Deutschland von Jahr zu Jahr mehr, da sich die infizierten Zecken weiter ausbreiten. Mittlerweile gibt es 161 solcher Risikogebiete in Deutschland. Da die FSME-Viren in den Speicheldrüsen der Zecken sitzen, kommt es bei einem Stich sofort zu einer Infektion. Ein schnelles Entfernen der Zecke bringt folglich nichts.

Ab dem Frühjahr und vor allem im Sommer werden FSME-Krankheitsfälle häufiger beobachtet. Allein im Jahr 2018 erkrankten knapp 600 Personen an der lebensbedrohlichen Krankheit. In seltenen Fällen kann FSME auch durch verunreinigte Milch übertragen werden, jedoch nie von Mensch zu Mensch.

Das sind die Symptome einer FSME-Erkrankung: 

Eine FSME-Erkrankung verläuft normalerweise in zwei Phasen, wobei hier individuelle Unterschiede auftreten können. Viele Erkrankte bekommen beispielsweise gar keine Beschwerden oder durchlaufen die zweite Phase nicht. Normalerweise bricht die Krankheit etwa ein bis zwei Wochen nach dem Zeckenstich aus.

  • Grippeähnliche Symptome: Fieber, Kopf- und Gliederschmerzen, Krankheitsgefühl
  • Hirnhautentzündung; Symptome: Fieber, Übelkeit, Erbrechen, Beeinträchtigungen des Nervensystems
  • Bei schweren Verläufen auch: Lähmungserscheinungen, Schluck- und Sprechstörungen, Atemlähmungen, starke Schläfrigkeit
  • Mögliche Folgeschäden, die mehrere Monate andauern können: Lähmungen, Kopfschmerzen, geringe Belastbarkeit, Gefühlsschwankungen
  • Etwa einer von hundert Patienten stirbt an den Folgen von FSME

In ganz Deutschland verbreitet: (Lyme-)Borreliose

Die Lyme-Borreliose wird im Gegensatz zu FSME durch Bakterien ausgelöst und ist grundsätzlich gut mit Antibiotika behandelbar, vorausgesetzt sie wird rechtzeitig diagnostiziert. Die Borreliose ist in ganz Deutschland verbreitet und tritt laut Robert-Koch-Institut (RKI) nach einem Zeckenstich bei durchschnittlich fünf von hundert Menschen auf. Es wird geschätzt, dass es jedes Jahr mehrere 10.000 Borreliose-Erkrankungen gibt. Die Krankheit betrifft Haut, Nervensystem und Gelenke.

Bis zur Infektion können einige Stunden bis Wochen vergehen, weshalb ein schnelles Entdecken und sicheres Entfernen der Zecke eine Erkrankung verhindern kann. Je länger die Zecke saugt, desto höher wird das Infektionsrisiko. Im Gegensatz zu FSME gibt es gegen Borreliose keine vorbeugende Impfung. Ebenfalls ist man nach einer überstandenen Borreliose-Infektion nicht immun gegen die Bakterien. Eine erneute Erkrankung ist also möglich.

Das sind Symptome einer Borreliose

Krankheitsanzeichen einer Borreliose sind individuell sehr unterschiedlich und können entweder einzeln oder auch in Kombination auftreten. Dadurch ist eine Infektion auch nur schwer erkennbar.

  • Wanderröte (Bei etwa 90 Prozent der Betroffenen): Mindestens fünf Zentimeter große ringförmige Rötung der Haut in Nähe der Zeckenstichstelle, die sich ausbreitet; gewöhnlich in der Mitte blasser als am Rand; tritt einige Tage bis Wochen nach einer Infektion auf.
  • Grippeähnliche Symptome, Fieber, Müdigkeit sowie Muskel- und Kopfschmerzen
  • Wochen bis Monate nach der Infektion: blaurote Schwellungen auf der Haut (in etwa 2 von 100 Fällen; vor allem am Ohr oder an den Brustwarzen).
  • Selten Befall des Nervensystems: Brennenden Nervenschmerzen oder auch Nervenreizungen, Taubheitsgefühle sowie Seh- oder Hörstörungen; Lähmungen des Rumpfes oder von Armen und Beinen (sehr selten); Entzündung des Herzens (sehr selten); bei Kindern meistens nicht-eitrige Hirnhautentzündung
  • Gelenkentzündungen (meistens das Kniegelenk) auch noch Monate und Jahre nach Infektion mit Borrelien
  • Viele Borreliose-Infektionen ohne Krankheitsanzeichen

Ab sieben Grad Celsius werden Zecken aktiv. Deshalb sollte man sich nicht nur im Sommer gegen die Tiere schützen. Welche Maßnahmen hierbei am besten sind, erklären wir Dir im folgenden Video:

Saison beginnt früh: Die häufigsten Mythen über Zecken
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