Mineralwasser im Test: Diese Marken sind durchgefallen

- Quelle: Ökotest
Mineralwasser im Test: Diese Marken sind durchgefallen
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Es gibt eine riesige Auswahl an Mineralwässern. Doch stimmt auch die Qualität?

Vor allem jetzt im Sommer ist es wichtig, viel Wasser zu trinken. Doch nicht jedes Mineralwasser ist frei von Verunreinigungen. Das zeigen die neuen Testergebnisse von Öko-Test.

Kürzlich veröffentlichte Öko-Test Testergebnisse von 100 Mineralwässern der Sorte "medium" aus ganz Deutschland. Viele schnitten erfreulicherweise mit "sehr gut" ab, einige fallen jedoch auch negativ auf. In manchen Quellen wurden nämlich Verunreinigungen festgestellt.

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Die Wasser-Formel: So viel Flüssigkeit benötigt dein Körper

So entstehen Verunreinigungen von Wasserquellen

In Deutschland gibt es laut Öko-Test über 800 anerkannte Mineralquellen. Aus über 500 Mineralwässern können Verbraucher letztlich wählen. Dabei erwarten sie natürlich eine hohe Qualität. 

Laut Gesetz muss Mineralwasser aus unterirdischen, vor Verunreinigung geschützten Quellen stammen. Trotzdem handelt es sich bei Mineralwasser um Regenwasser, welches durch Gesteinsschichten in eine Quelle abläuft. Neben den Mineralien kann das Wasser auf seinem Weg jedoch auch giftige Substanzen wie Uran, Arsen und Bor aufnehmen. Auch durch Pestizid-Einsatz in der Landwirtschaft können Verunreinigungen entstehen.

Mineralwässer-Test: Über die Hälfte "sehr gut"

Über die Hälfte der getesteten Mineralwässer, nämlich 51, wurden mit "sehr gut" bewertet, 14 mit "gut". Es gibt also einige Gewinner im Test. Der Konsum vieler Marken ist folglich unbedenklich.

35 getestete Mineralwässer schnitten schlechter als "gut" ab. Minuspunkte gab es für:

  • Pestizid-Rückstände 
  • Künstliche Süßstoffe 
  • Uran und Bor 
  • Nitrat
  • Verpackung

Verunreinigungen im Wasser gesundheitsschädlich?

Von den Pestizid-Rückständen im Wasser geht laut Öko-Test zwar keine Gefahr für die Gesundheit aus, jedoch habe dies nicht mehr mit der ursprünglichen Reinheit zu tun. In 15 Wässern wurden solche Rückstände nachgewiesen. Gleiches gilt für Wasser, welches künstliche Süßstoffe enthält. Diese wurden in fünf Produkten entdeckt.

Uran und Bor kommen natürlicherweise im Boden und den Gesteinsschichten vor. Beide Elemente können jedoch schädlich für unsere Gesundheit sein. So kann sich Uran im Körper anreichern und sowohl Nieren als auch die Lunge schädigen. In Tierstudien hat sich in der Vergangenheit gezeigt, dass Bor entwicklungs- und fortpflanzungsschädigende Effekte haben kann. 

Experten raten auch, die tägliche Nitrataufnahme zu begrenzen. Obwohl der Stoff selbst eher unbedenklich ist, kann er im Körper zu Nitrit umgewandelt werden, was die Bildung problematischer Nitrosamine möglich macht. Diese waren in vergangenen Tierversuchen krebserregend.

Da viele Menschen täglich viel Mineralwasser trinken, wurde im Test auch die Umweltbilanz der Verpackung bewertet. So werden Glasflaschen bis zu 50 Mal wiederbefüllt, PET-Flaschen bis zu 25 Mal. 

In diesen Quellen wurden Verunreinigungen festgestellt

18 der 100 getesteten Quellen sind laut Öko-Test von menschengemachten Verunreinigungen betroffen. Vier Marken wurden nur mit "mangelhaft" oder "ungenügend" bewertet. Die Testverlierer sind folglich:

  • Anhaltiner Bergquelle Medium "mangelhaft"
  • Brohler Medium "mangelhaft"
  • Naturpark Quelle Medium "mangelhaft" 
  • Apollinaris Medium "ungenügend" 

Der große Verlierer im Test ist folglich das Wasser der Sorte medium von Apollinaris. In diesem Wasser wurden stark erhöhte Bor-Werte sowie Pestizid-Rückstände festgestellt. Im Medium-Wasser der Naturpark Quelle wurde ein stark erhöhter Urangehalt nachgewiesen.

Alle Testergebnisse kannst du gegen Gebühr bei Ökotest nachlesen.

Nitratwerte in Säuglingswasser

Eltern von Säuglingen sollten beim Kauf von Mineralwasser besonders auf die Nitratwerte achten. Zu viel davon kann dem Kind nämlich schaden.

Der Test zeigt, dass sich fast alle Hersteller an die Grenzwerte halten. Nur das "Bad Kissinger Mineralwasser" fällt hier etwas aus dem Rahmen. Der Nitratwert ist zwar noch unter dem Grenzwert, insgesamt reicht es jedoch nur für ein "ausreichend" im Test.

Öko-Test hat eine klare Empfehlung

Öko-Test gibt im Bericht auch Tipps für den Mineralwasser-Kauf. Um die Umwelt zu schonen, solle man deshalb vor allem Marken aus der eigenen Region bevorzugen, sodass weniger CO2 und Energie für den Transport aufgebracht werden müsse.

Außerdem solle man zu Mehrwegflaschen greifen. Da sie öfter wiederbefüllt werden können, seien Glasflaschen am besten.

Alternative Leitungswasser?

Hast du schon mal darüber nachgedacht, auf Leitungswasser umzusteigen? Da die Qualität in Deutschland streng überwacht wird und es jederzeit verfügbar ist, ist der Leitungswasser-Konsum hierzulande meist unbedenklich. 

Der Konsum von Leitungswasser schont außerdem den Geldbeutel und ist ökologisch sinnvoller. Magst du nur Wasser mit Kohlensäure, kannst du diese auch mit einem Wassersprudler hinzufügen. Außerdem musst du das Wasser mit dieser Variante nicht mehr vom Supermarkt nach Hause schleppen.

Vergangenes Jahr hat Stiftung Warentest stille Mineralwasser sowie Leitungswasser getestet. Die Ergebnisse kannst du hier nachlesen:

Schont Geldbeutel und Umwelt: Leitungswasser statt stillem Mineralwasser

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