Kann man Leitungswasser in Deutschland bedenkenlos trinken?

- Steven Garcia
Kann man Leitungswasser in Deutschland bedenkenlos trinken?
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Wie steht es wirklich um die Qualität unseres Trinkwassers?

Das deutsche Leitungswasser ist verpönt, dabei soll es eines der qualitativ besten der Welt sein. Doch was ist dran und wie ist die Qualität wirklich?

Die Frage nach der Qualität unseres Leitungswassers spaltet die Meinungen so weit, wie selten ein Thema. Während die Verfechter des Wassers aus dem Hahn die Vorteile sehen, berufen sich die Flaschentrinker auf den höheren Mineralstoffgehalt oder die geringere Belastung durch Gifte. Doch was ist dran und wer hat Recht?

Gibt es Nitrat im Trinkwasser?

Immer wieder liest man in verschiedenen Medien über zu hohe Nitratwerte im Trinkwasser. Und das ist auch wirklich ein Problem, das aus der Landwirtschaft kommt. Nitrat ist ein Salz der Salpetersäure, das meist für die Pflanzen als Dünger benötigt wird. Unter anderem ist es in der Gülle aus der Tierhaltung enthalten. Theoretisch ist Nitrat in normalen Mengen nicht gesundheitsschädlich für uns Menschen, kann aber im Körper zu krebsverdächtigen Stoffen (Nitrosamine) umgewandelt werden.

Doch laut der Verbraucherzentrale Hamburg wird der Grenzwert von 50 Milligramm Nitrat pro Liter Wasser überall in Deutschland unterschritten. Vor allem deshalb, weil das Leitungswasser sehr aufwendig gefiltert wird.

Blei- und Kupferrohre in vielen Häusern

Die Pflicht für einwandfreie Wasserqualität zu sorgen, endet von Seiten der Wasserwerke am Hausanschluss. In den Häusern ist der Eigentümer selbst in der Pflicht. In manchen alten Haushalten gibt es noch Bleirohre, die aber seit 1973 nicht mehr verwendet werden. Das Blei kann sich im Wasser lösen und ist extrem gesundheitsschädlich für den Körper. Später wurden statt Blei- die Kupferrohre verwendet, welche aber ebenfalls in Verdacht stehen, sehr früh Leberzirrhose auszulösen.

Je kalkhaltiger aber das Wasser ist, desto unbedenklicher ist die Kontaminierung. Denn das Kalk setzt sich an den Rohren fest und vermindert das Austreten der Stoffe. Da es gesetzlich geregelt ist, dass der Eigentümer bzw. Vermieter Rohre mit zu hohen Schadstoffgehalten austauschen muss, halten sich auch diese Schadstoffe sehr in Grenzen.

Die schlechte Bilanz der Flaschen

Soviel zum schlechten Ruf des Leitungswassers! Doch die Flaschen schneiden zum Teil sogar noch schlimmer ab. Was den Mineralstoffgehalt angeht, hat die Stiftung Warentest auch schon eine Untersuchung veröffentlicht. So nahmen die Tester Trinkwasser aus 28 Städten und Gemeinden bzw. 30 stille Flaschenwasser in den Vergleich. Das interessante Ergebnis: Nur acht von den 30 Flaschenwassern enthielten mehr Mineralstoffe als das mineralstoffreichste Trinkwasser.

Zudem kam die Stiftung Warentest bei einem aktuellen Test der Flaschenwasser zu einem sehr schlechten Qualitätsergebnis. Hier können Sie den Artikel dazu nachlesen. Hinzu kommt auch noch die schlechte CO2-Bilanz, denn die Flaschen bestehen oft aus Plastik und müssen quer durch die Republik gefahren werden.

Erschreckende Ergebnisse: Plastik im Mineralwasser

Alarmierend: Soviel Plastik befindet sich in Wasserflaschen
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Fazit: Ist Leitungswasser der Gewinner?

Vor allem in unserem Land ist Leitungswasser von einer sehr guten Qualität und hat keine hohen Chlorwerte wie beispielsweise in südlicheren Ländern. Auch die Schadstoffe wie Blei, Nitrat oder andere Verunreinigungen kommen bei uns sehr selten vor - ebenso wie Keimbelastungen nach Unwettern oder Katastrophen. Ein weiterer Vorteil ist auch das Entfallen des lästigen Flaschenschleppens und die positive Ökobilanz beim Verzicht auf Plastikflaschen.

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