Coronavirus: Was über das gefährliche Virus bekannt ist

- Bettina Marx
Coronavirus: Was über das gefährliche Virus bekannt ist
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Die meisten Coronavirus-Fälle gibt es in der chinesischen Millionen-Metropole Wuhan.

Die Zahl der mit dem Coronavirus erkrankten Menschen steigt. China reagiert mit der Abriegelung von Millionenstädten, um die Ausbreitung der Lungenkrankheit zu verhindern. Was bislang bekannt ist.

Die Zahl der Toten in China durch die neue Lungenkrankheit ist auf 26 gestiegen - und dürfte weiter anwachsen, da es viele sehr schwer Erkrankte in den Kliniken gibt. Es sind weiter zumeist ältere Menschen mit schweren Vorerkrankungen betroffen. Bei fast 900 Menschen wurde das Coronavirus inzwischen nachgewiesen

So wird das Virus übertragen 

Die ersten Infektionen gehen offenbar auf einen Fischmarkt der chinesischen Stadt Wuhan zurück. Doch nicht alle Infizierten waren auch tatsächlich dort - das Virus kann sich also auch von Mensch zu Mensch verbreiten. 

Angenommen wird, dass das Coronavirus durch Tröpfcheninfektion etwa beim Husten übertragen wird. "Eine Ansteckung über kontaminierte Gegenstände gibt es eher nicht", sagte Jonas Schmidt-Chanasit vom Bernhard-Nocht-Institut für Tropenmedizin (BNITM).

Vermutet wird demnach derzeit, dass das Virus sich vor allem in den unteren Lungenbereichen ansiedelt und weniger ausgeprägt in den oberen Atemwegen. Das würde ein geringeres Ansteckungspotenzial bedeuten, da der Übertragungsweg von Lunge zu Lunge weiter ist als etwa von Nase zu Nase. 

Ansteckungsgefahr: Keine langen Übertragungsketten

Das neuartige Coronavirus ist nach Einschätzung von Experten weiterhin ein kaum ansteckender Erreger. Die meisten Fälle beträfen nach wie vor die Millionen-Metropole Wuhan, das Virus habe sich nicht sehr stark ausgebreitet, sagte Schmidt-Chanasit. Zudem habe sich kaum Krankenhauspersonal angesteckt, und auch bei den Fällen in anderen Ländern habe es bisher keine Übertragung auf weitere Menschen gegeben. "Vielfach geht das Virus höchstens auf einen weiteren Menschen über, dann läuft sich die Infektion tot", erklärte er.

Lange Übertragungsketten von einem zum nächsten wie bei Sars gebe es bei dem neuen Virus bislang nicht oder höchstens ganz vereinzelt. "Es kann mal ein Erkrankter dabei sein, der viele andere ansteckt, überwiegend wird das Virus aber gar nicht oder an nur eine weitere Person weitergegeben." Auch nach WHO-Informationen haben sich Menschen bislang nur bei engem Kontakt mit Infizierten angesteckt, in der Familie oder in Praxen und Gesundheitszentren.

Gefährlichkeit: Sterberate vergleichbar mit letzter Influenza-Welle

Wie hoch die Sterberate bei dem neuen Erreger sei, lasse sich noch nicht sicher sagen, so Schmidt-Chanasit. "Nach derzeitigen Daten könnte sie ähnlich wie bei der letzten Influenza-Welle in Deutschland liegen."

Allerdings gebe es bei beiden Infektionen eine hohe Zahl sehr milder und daher gar nicht erfasster Erkrankungen, die tatsächliche Sterberate könne daher noch weitaus niedriger liegen. 

Anpassungsfähigkeit: Bisher keine Mutationen

Das Virus sei bislang stabil und es seien keine Mutationen beobachtet worden, sagte Michael Ryan, Direktor der WHO-Notfallprogramms, in Genf. "Wir sehen keine Veränderungen in der genomischen Sequenz des Virus."

Coronaviren gelten als sehr anpassungsfähig und wandelbar - Veränderungen im Erbgut könnten das neue Virus gefährlicher und ansteckender machen.

Inkubationszeit liegt bei rund einer Woche 

Die bisherigen Daten und die Erfahrungen mit anderen auf Coronaviren zurückgehenden Erkrankungen lassen Experten zufolge eine Inkubationszeit - also einen Zeitraum von der Ansteckung bis zu ersten Symptomen - von im Mittel etwa einer Woche annehmen.

"Inkubationszeiten bei Atemwegserkrankungen bewegen sich zwischen 2 und 14 Tagen - und die Extremwerte sind dabei wirklich selten", sagte der Virusforscher Christian Drosten von der Charité in Berlin. 

Das Virus greift vor allem die Atemwege des Menschen an. Zu den Symptomen zählen laut Weltgesundheitsorganisation WHO beispielsweise Fieber, Husten und Atemprobleme. Schlimme Fälle reichen von Lungenentzündungen über Nierenversagen bis zum Tod der Patienten.

Atemmasken als Schutz?

Dass einfache Atemmasken einen guten Schutz vor dem Virus bieten, wird von Experten angezweifelt. Im Zuge der Sars-Epidemie 2002/2003 hätten einige Studien für sogenannte FFP3-Masken einen schützenden Effekt nahelegen wollen, sagte Drosten. "Das waren aber keine normalen Masken, wie man sie in Asien auf der Straße sieht oder bei uns im OP, sondern spezielle Feinpartikelmasken." Mit solchen Masken könne man im Alltag nicht lange herumlaufen.

"Wogegen die normalen Masken schützen, ist vielleicht der häufige Griff an Mund und Nase - also die Schmierinfektion." Wissenschaftlichen Daten dazu lägen aber nicht vor. Von der WHO hieß es dazu, die Masken würden nicht als Vorbeugung für Gesunde empfohlen, sondern für Patienten und Leute, die sich möglicherweise angesteckt haben, damit sie das Virus nicht verbreiten.

Weitere Fakten über das Coronavirus erfährst du in folgendem Video: 


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