Coronavirus: Engpässe bei Obst- und Gemüsesorten möglich

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Coronavirus: Engpässe bei Obst- und Gemüsesorten möglich
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Aufgrund fehlender Saisonarbeiter könnten einige Obst- und Gemüsesorten in Deutschland knapp werden.

Noch immer sind Hamsterkäufe aufgrund der Coronakrise nicht angebracht. Einige Obst- und Gemüsesorten drohen wegen des Einreisestopps für Saisonarbeiter jedoch knapp zu werden.

Viele Bilder von leeren Supermarkt-Regalen werden derzeit über soziale Netzwerke geteilt. Noch immer werden Hamsterkäufe getätigt. Sieht man solche Aufnahmen, kann man gut und gerne das Gefühl bekommen, Deutschland gehen Lebensmittel und andere Produkte aus. Obst und Gemüse könnten laut Deutschem Bauernverband tatsächlich knapp werden.

Engpässe bei einigen Obst- und Gemüsesorten möglich

Wegen fehlender Erntehelfer in der Coronakrise könnten einige Obst- und Gemüsesorten laut bayerischer Landwirtschaftsministerin Michaela Kaniber teurer und knapp werden. Beim Wegbrechen von Lieferketten, etwa aus Italien, "könnte es durchaus auch zu Engpässen kommen", sagte die CSU-Politikerin am Donnerstag dem Bayerischen Rundfunk (Bayern 2, radioWelt am Morgen). "Wenn die Ware knapp wird, könnte es auch passieren, dass der Preis für Obst- und Gemüse steigen kann."

Auch der Deutsche Bauernverband warnte deshalb bereits. Im Video erfährst du, welche Obst- und Gemüsesorten betroffen sein könnten und wie ernst die Lage ist:


Aufruf zu mehr Selbstversorgung

Bayerns Wirtschaftsminister Hubert Aiwanger (Freie Wähler) rief indes zu mehr Selbstversorgung im Freistaat auf. "Wir müssen deshalb alles tun, um jetzt bei uns den Salat zu pflanzen, die Gurken zu pflanzen und dergleichen mehr", sagte der stellvertretende Ministerpräsident am Mittwochabend in der BR-Fernsehsendung "Jetzt red i". Das gelte für Gemüsebauern und Gärtnereien wie für private Gartenbesitzer. "Wir müssen hier sehr stark auf die Selbstversorgung setzen."

Kaniber unterstützt die Forderung des Bauernverbands, die Grenzen für Erntehelfer zu öffnen. Es sei aber wichtig zu prüfen, dass die Menschen gesund ins Land kommen und es wieder gesund verlassen. Möglich sei als Nachweis für Erntehelfer etwa ein negativer Corona-Test.

Wie sehr ist Deutschland auf den Import von Waren angewiesen?

Was Grundnahrungsmittel angeht, habe Deutschland einen hohen Selbstversorgungsgrad. Bei Weizen, Kartoffeln, Fleisch und Milcherzeugnissen läge er sogar bei über 100 Prozent. Das heißt, es wird hierzulande mehr davon produziert, als wir verbrauchen.

Der Deutsche Bauernverband zeigt auf seiner Webseite auf, dass bei einigen Waren jedoch Import-Bedarf besteht - und zwar unabhängig von der Coronakrise. So lag der Selbstversorgungsgrad 2018 deutschlandweit beispielsweise bei Gemüse bei knapp 36 Prozent, bei Obst lediglich bei etwa 22 Prozent. 

Trotzdem warnt das Landwirtschaftsministerium davor, Hamsterkäufe zu tätigen. In Deutschland gebe es trotz dieser Meldung ausreichend Nahrung.

Unterstützung der Landwirtschaft beschlossen

Durch die Bundesregierung soll die Landwirtschaft in mehreren Bereichen Unterstützung erhalten. So dürfen Saisonarbeitskräfte unter anderem nun bis zum 31. Oktober eine kurzfristige Beschäftigung sozialversicherungsfrei für 115 statt sonst 70 Tage ausüben, heißt es vom Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft. Saisonarbeitskräfte, die sich bereits in Deutschland aufhalten, können also länger arbeiten und bei der Ernte helfen.

Zudem wurde die Land- und Ernährungswirtschaft bereits als systemrelevante Infrastruktur anerkannt, um weitere Unterstützung zu erhalten. Außerdem dürfen sich nun auch Menschen für eine nebenberufliche Tätigkeit melden, die sich gerade in Kurzarbeit befinden.

Wer gerade sonst noch finanzielle Unterstützung erhält, kannst du im Artikel nachlesen:

Wer jetzt Anspruch auf finanzielle Unterstützung hat

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