Corona-Chronik: So verlief die Pandemie im Juni

- Quelle: dpa/wetter.com
An Flughäfen und im Flugzeug gelten spezielle Corona-Regeln.
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Auch im Juni dominierte die Corona-Pandemie die Nachrichten. In unserem umfangreichen Corona-Ticker haben wir die täglichen Meldungen gesammelt.

Hier kannst du nachlesen, was im Juni 2020 bezüglich Corona alles passiert ist:

30.06.2020: Kontaktbeschränkungen fallen in Mecklenburg-Vorpommern

Die Menschen in Mecklenburg-Vorpommern können sich in Kürze wieder in unbegrenzter Zahl mit anderen treffen. Die Obergrenze von zehn Personen laufe am 10. Juli aus, sagte Ministerpräsidentin Manuela Schwesig (SPD) am Dienstag nach einer Sitzung des Kabinetts. Allerdings bleibe das Abstandsgebot zu Personen bestehen, die nicht zur eigenen Familie oder zum eigenen Hausstand gehören.


30.06.2020: Sachsen-Anhalt schafft Kontaktverbot ab

Das Kontaktverbot in Sachsen-Anhalt läuft zum Donnerstag nach mehr als drei Monaten aus und wird durch eine Empfehlung ersetzt. In der siebten Landesverordnung zur Eindämmung des neuartigen Coronavirus, die das Landeskabinett am Dienstag in Magdeburg beschloss, wird empfohlen, sich mit nicht mehr als zehn Personen aufzuhalten, wie Gesundheitsministerin Petra Grimm-Benne (SPD) am Dienstag sagte. Außerdem empfiehlt die Landesregierung, den Personenkreis, zu dem ein physisch-sozialer Kontakt besteht, möglichst konstant zu halten.

Ministerpräsident Reiner Haseloff (CDU) betonte allerdings, dass es sich um eine dringende Empfehlung handele. Vom 1. zum 2. Juli, wenn die neue Verordnung in Kraft tritt, ändere sich ja nichts an der Ansteckungsgefahr. Der Wechsel vom Verbot zur Empfehlung sei auch ein
Vertrauensvorschuss an die Bevölkerung. In einem Monat will die Regierung die neue Verordnung, die bis zum 16. September gelten soll, bewerten und gegebenenfalls nachschärfen.

Mit der neuen Verordnung setzt die Landesregierung mehrere Lockerungen um, Verbote werden immer mehr zur Ausnahme. So bleiben etwa Diskotheken und Bordelle geschlossen. Großveranstaltungen sollen weiterhin bis mindestens 31. Oktober untersagt bleiben. Grundsätzlich verboten sind außerdem Feiern auf öffentlichen Plätzen und Anlagen.


30.06.2020: Hamburg lässt wieder Veranstaltungen mit bis zu 1000 Teilnehmern zu

In Hamburg sind ab Mittwoch unter Auflagen wieder Veranstaltungen mit bis zu 1000 Teilnehmern im Freien und 650 Teilnehmern in geschlossenen Räumen zulässig. Das sieht eine am Dienstag vom Senat beschlossene neue Corona-Eindämmungsverordnung vor. Voraussetzung seien entsprechende Schutzkonzepte etwa für das Rein- und Rauskommen, feste Sitzplätze und die Möglichkeit der Kontaktverfolgung. Ohne feste Platzvergabe sind im Freien maximal 200 und in Räumen 100 Personen zulässig. Wird Alkohol ausgeschenkt, muss die Teilnehmerzahl jeweils halbiert werden. Veranstaltungen mit mehr als 1000 Teilnehmern bleiben demnach weiter untersagt.

Im privaten Rahmen könnten künftig wieder bis zu 25 Personen zu Feiern zusammenkommen, egal aus wie vielen Haushalten, sagte Gesundheitsstaatsrätin Melanie Schlotzhauer. Treffen in der Öffentlichkeit seien auf zehn Personen aus beliebig vielen Haushalten begrenzt. Bislang galt eine Beschränkung auf zwei Haushalte.

Musikclubs, Diskotheken, Bordelle, Saunas und andere Betriebe, in denen es zu besonderer körperlicher Nähe komme, müssten auch weiterhin geschlossen bleiben. Die Masken-Pflicht bleibt den Angaben zufolge sowohl im öffentlichen Nahverkehr wie auch im Einzelhandel bestehen.

Eine Verschärfung gibt es für Touristen aus den deutschen Corona-Hotspots wie dem Kreis Gütersloh. Für sie gilt ab Mittwoch ein Beherbergungsverbot. Betroffen sind Reisende aus Kommunen, in denen die von Bund und Ländern vereinbarte Höchstgrenze von 50 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner binnen sieben Tagen überschritten ist, wie die Gesundheitsbehörde mitteilte. Ausnahmen gelten für Personen mit negativem Corona-Test, der aber nicht älter als 48 Stunden sein darf.


30.06.2020: Maskenpflicht bei Kulturveranstaltungen in Bayern soll fallen

Bei Kulturveranstaltungen in Bayern soll die Maskenpflicht fallen. Im Saal dürfe die Maske auf dem festgelegten Sitzplatz künftig abgenommen werden, kündigte Ministerpräsident Markus Söder in der "Augsburger Allgemeinen" (Dienstag) an. Demnach soll die neue Regelung am Dienstag im Kabinett beschlossen werden. "Man kann die Kultur dann eine Stunde oder eineinhalb Stunden, je nachdem wie das Ganze dann konzipiert ist, ohne Maske genießen", sagte Söder.

Der CSU-Chef argumentierte: "Die Kulturveranstaltungen verlaufen sehr seriös und sehr gut, deswegen werden wir so agieren." Beim Hineingehen und im Umfeld etwa im Garderobenbereich gelte die Maskenpflicht weiter und sei sinnvoll. Auf den Sitzen in den Veranstaltungsräumen werde sie gelockert, hieß es in der Zeitung. "Wir wollen eine Perspektive für die Kultur", sagte Söder.


30.06.2020: Infektions-Kennziffer im Kreis Gütersloh nicht mehr dreistellig

Im Kreis Gütersloh ist die wichtige Zahl der Neuinfektionen pro 100 000 Einwohner innerhalb der vergangenen sieben Tage erneut deutlich zurückgegangen. Nach den am Dienstag veröffentlichten Zahlen des Robert Koch-Instituts (RKI) beträgt die sogenannte Sieben-Tage-Inzidenz nunmehr 86,0.

Damit ist der Wert erstmals seit den hohen Zahlen durch den massiven Corona-Ausbruch beim Fleischverarbeiter Tönnies in Rheda-Wiedenbrück nicht mehr dreistellig. Er liegt aber noch weiter deutlich über dem Grenzwert von 50, der bundesweit in der Diskussion um zusätzliche Schutzmaßnahmen zur Eindämmung der Pandemie eine Rolle spielt.

Die Sieben-Tage-Inzidenz lag am Dienstag vergangener Woche im Kreis Gütersloh bei 270,2. Nach 164,2 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner innerhalb der vergangenen sieben Tage am Samstag, 132,9 am Sonntag und 112,6 am Montag setzt sich der Abwärtstrend anhaltend fort.

Der regionale Lockdown im Kreis Gütersloh, der ursprünglich bis zu diesem Dienstag befristet war, wird aus Vorsicht um eine Woche verlängert. Das gab die Landesregierung am Montag nach einem Treffen mit den Landräten der Kreise Gütersloh und Warendorf bekannt.

Im Kreis Warendorf, in dem ebenfalls viele Tönnies-Mitarbeiter wohnen, war die Zahl der Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner innerhalb der vergangenen sieben Tage schon am Freitag unter den Grenzwert von 50 gefallen. Am Dienstag sank der Wert auf 14,0.


30.06.2020: Mehrere US-Bundesstaaten führen Corona-Beschränkungen wieder ein

Angesichts eines raschen Anstiegs von Corona-Neuinfektionen treten mehrere US-Bundesstaaten bei den Lockerungen der Corona-Auflagen auf die Bremse. So müssen etwa in Arizona Bars, Fitnesszentren und Kinos wieder schließen. Der Gouverneur des südwestlichen US-Bundesstaates, Douglas Ducey, erklärte am Montag (Ortszeit), auch Veranstaltungen mit über 50 Teilnehmern seien nun wieder verboten - und das nur eine Woche nach einem großen Auftritt von US-Präsident Donald Trump in Arizona.

Duceys Anordnung gilt zunächst bis Ende Juli. In dem Bundesstaat mit gut sieben Millionen Einwohnern gibt es bislang rund 75.000 bestätigte Coronavirus-Infektionen. Zuletzt war die Zahl der Neuinfektionen schnell angestiegen - genauso wie in den südlichen Bundesstaaten Kalifornien, Texas und Florida.

Am kommenden Feiertagswochenende bleiben in Südkalifornien daher im Bezirk Los Angeles die Strände geschlossen. Auch Fahrradwege, Parkplätze und Piers sind von Freitag bis Montag nicht zugänglich, teilte der Bezirk am Montagabend mit. Ebenso wurde das traditionelle Feuerwerk zum Nationalfeiertag (4. Juli) abgesagt.

Allein im Bezirk Los Angeles County mit rund zehn Millionen Einwohnern wurden am Montag knapp 3000 neue Coronavirus-Infektionen verzeichnet - die höchste Zahl an einem einzelnen Tag seit Beginn der Pandemie. Seit März wurden in dem Bezirk mehr als 100.000 Fälle bekannt.

Kaliforniens Gouverneur Gavin Newsom hatte am Sonntag in Teilen des US-Bundesstaats eine erneute Schließung von Bars angeordnet. Der Erlass gilt in sieben Bezirken, darunter auch in der Millionenmetropole Los Angeles. Kalifornien hatte sehr früh als Vorsichtsmaßnahme Corona-Beschränkungen erlassen, diese zuletzt aber langsam gelockert.

Nach zweimonatiger Schließung waren die Strände in Los Angeles Mitte Mai wieder für sportliche Aktivitäten wie Schwimmen oder Joggen geöffnet worden. Dabei mussten die Menschen aber voneinander Abstand halten und außerhalb des Wassers eine Schutzmaske tragen. Newsom hatte Mitte Juni für den Westküstenstaat mit knapp 40 Millionen Einwohnern eine Maskenpflicht angeordnet. Demnach müssen Kalifornier in der Öffentlichkeit, etwa beim Einkaufen, Busfahren oder am Arbeitsplatz eine Mund-Nasen-Schutzmaske tragen.

Auch in Teilen Floridas sollten die Strände geschlossen bleiben. In der Stadt Jacksonville, wo die US-Republikaner im August ihren Parteitag abhalten wollen, sollen nun in öffentlichen Gebäuden, in denen Abstandsvorgaben nicht eingehalten werden können, Masken getragen werden. Trumps Republikaner hatten ihren Parteitag wegen zu strenger Corona-Auflagen in North Carolina zum Teil nach Florida verlegt.

Der Bundesstaat Nevada verschob die nächste Stufe seiner Lockerungen am Montag bis Ende Juli. Gouverneur Steve Sisolak appellierte an die Bürger, in der Öffentlichkeit weiter eine Maske zu tragen und sich an den empfohlenen Sicherheitsabstand zu halten. Der Bundesstaat New Jersey verschob die für Donnerstag geplante Erlaubnis für Restaurants, Gäste wieder in geschlossenen Räumen bewirten zu dürfen.

In Texas wurde zuletzt eine Schließung von Bars angeordnet. Auch andere Bundesstaaten kündigten an, Lockerungen bei den Corona-Auflagen wieder rückgängig zu machen.

Für Sonntag meldeten die Behörden in den USA fast 40.000 Neuinfektionen, wie Daten der Universität Johns Hopkins zeigten. In den USA gibt es insgesamt bislang fast 2,6 Millionen bestätigte Infektionen und 126.000 Todesfälle.


30.06.2020 EU: Einreisebeschränkungen für die meisten Ausländer sollen bleiben

Die EU-Länder wollen die wegen der Corona-Pandemie verhängten Einreisebeschränkungen für Menschen aus den USA und zahlreichen anderen Drittstaaten vorerst aufrechterhalten. Lediglich Menschen aus 14 Ländern sollen vom 1. Juli an wieder normal in einreisen dürfen, wie die Deutsche Presse-Agentur am Montag nach Einleitung eines entsprechenden Beschlussverfahrens von EU-Diplomaten erfuhr.

Konkret sind das Algerien, Australien, Georgien, Japan, Kanada, Marokko, Montenegro, Neuseeland, Ruanda, Serbien, Südkorea, Thailand, Tunesien und Uruguay. China soll nur dann berücksichtigt werden, wenn es im Gegenzug auch Einreisebeschränkungen für Europäer aufhebt.

Nicht mit dabei sind neben den USA auch andere große Länder wie Indien, Brasilien, Russland und Südafrika.

Mit einer offiziellen Bekanntgabe des Beschlusses wird am Dienstag gerechnet. Dass die erforderliche Mehrheit der EU-Staaten zusammenkommt gilt als sicher, weil sonst das schriftliche Verfahren für den Beschluss nicht eingeleitet worden wäre.


29.06.2020: Einschränkungen in NRW verlängert

Die aktuellen Regelungen der Coronaschutzverordnung in NRW werden um weitere zwei Wochen bis mindestens zum 15. Juli 2020 verlängert. Das teilte die Landesregierung am Montag mit. Dazu gehört unter anderem die Maskenpflicht für bestimmte Bereiche. Zudem dürfen sich im öffentlichen Raum nur zehn Menschen treffen, wenn das Abstandsgebot nicht eingehalten wird.

Zudem bleibt nach dem Corona-Ausbruch beim Fleischverarbeiter Tönnies bleibt das öffentliche Leben im Kreis Gütersloh für eine weitere Woche eingeschränkt. Für den Nachbarkreis Warendorf dagegen laufen Einschränkungen um 0 Uhr in der Nacht zu Mittwoch aus, wie NRW-Ministerpräsident Armin Laschet (CDU) am Montag in Düsseldorf sagte.


29.06.2020: Höchste Zahl an Neuinfektionen in Tschechien seit Anfang April

Tschechien hat die höchste tägliche Zahl an Coronavirus-Neuinfektionen seit Anfang April registriert. Am Sonntag wurden 305 bestätigte Erkrankungsfälle gemeldet, während es am Samstag noch 260 gewesen waren. Nach Einschätzung von Gesundheitsminister Adam Vojtech handelt es sich nicht um eine zweite Welle. Grund für den sprunghaften Anstieg sei ein lokaler Infektionsherd in der Industrieregion Mährisch-Schlesien, sagte der 33-Jährige am Montag. Dort finden derzeit Reihenuntersuchungen unter Bergleuten des staatlichen Steinkohleförderers OKD statt.

Während die Corona-Maßnahmen im Rest des Landes weiter gelockert werden, kommt es in der östlichen Region zu Verschärfungen. Unter anderem sind dort bis auf Widerruf nur Versammlungen von bis zu 100 Menschen zulässig. Zudem gilt die Mundschutzpflicht weiter, die im Rest des Landes ab dem 1. Juli bis auf wenige Ausnahmen entfällt. Als stabil schätzt das Gesundheitsministerium die Entwicklung in der Hauptstadt Prag ein, die bei Touristen wegen ihrer historischen Bausubstanz beliebt ist. In Tschechien wurden bisher 348 Todesfälle mit der Lungenkrankheit Covid-19 in Verbindung gebracht.


29.06.2020: Infektions-Kennziffer im Kreis Gütersloh noch deutlich über 50

Unmittelbar vor einer möglichen Verlängerung des regionalen Lockdowns im Kreis Gütersloh in Nordrhein-Westfalen liegt die Zahl der Corona-Neuinfektionen noch deutlich über einer kritischen Marke. Laut am Montag vom Robert-Koch-Institut veröffentlichten Daten gab es in dem Kreis 112,6 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner innerhalb der vergangenen sieben Tage. Die kritische Marke liegt bei 50. Am Sonntag hatte die sogenannte 7-Tage-Inzidenz noch 132,9, am vergangenen Dienstag noch 270,2 betragen.

Der Kreis Gütersloh ist nach den RKI-Zahlen weiterhin der einzige Kreis in ganz Deutschland oberhalb der wichtigen Marke von 50 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner innerhalb der vergangenen sieben Tage. Hintergrund ist der massive Ausbruch des Coronavirus beim Fleischwerk von Tönnies in Rheda-Wiedenbrück.

Bis Dienstag muss entschieden werden, ob die regionalen Einschränkungen des Alltagslebens in den NRW-Kreisen Gütersloh und Warendorf ausläuft oder verlängert wird. Der seit Mittwoch geltende Lockdown ist bis zum 30. Juni befristet. Die sogenannte Sieben-Tage-Inzidenz spielt bei der Beurteilung des Infektionsgeschehens eine große Rolle.

Im Kreis Warendorf, in dem ebenfalls viele Tönnies-Mitarbeiter wohnen, war die wichtige Kennziffer für die Pandemie-Bekämpfung schon am Freitag mit 47,9 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner in den vergangenen sieben Tagen unter die wichtige Marke von 50 gefallen. Nach Daten von Montag liegt der Wert aktuell bei 22,0.


29.06.2020: Corona-Fälle in Friedland mehr als verdoppelt - Schlachthof-Tests

Im Grenzdurchgangslager Friedland bei Göttingen und in einem Schlachtbetrieb im westniedersächsischen Lohne sind am Wochenende weitere Infektionen mit dem Coronavirus bekannt geworden. Die Zahl der positiv getesteten Menschen in Friedland nahm von bisher 22 bestätigten Fällen um mehr als das Doppelte auf zuletzt 48 zu, wie die Landesaufnahmebehörde am Sonntag mitteilte. Zwei Ansteckungen mit dem Sars-CoV-2-Erreger meldete der Kreis Vechta zudem für einen Schlachthof der Marke Wiesenhof. An der Nordseeküste gibt es spezielle Vorsichtsmaßnahmen gegen eine Ausbreitung des Virus.

Allen Betroffenen in Friedland gehe es den Umständen entsprechend gut, hieß es. Betroffen seien sowohl Flüchtlinge und Spätaussiedler als auch Mitarbeiter der Einrichtung - eine nähere Aufschlüsselung gab es nicht. Die positiv getesteten Bewohner würden separat von den anderen untergebracht. Am Dienstag sollten alle negativ getesteten Bewohner, Mitarbeiter und Neuankömmlinge nochmals überprüft werden.

Nachdem bei einer neu aufgenommenen Familie Sars-CoV-2 nachgewiesen worden war, hatte man alle Bewohner und Mitarbeiter zum Test gebeten. Auch in einem schon Anfang Juni auf das Coronavirus untersuchten Schlachtbetrieb in Lohne gibt es noch mehr bestätigte Infektionen. Wie der Landkreis Vechta am Sonntag berichtete, entfallen zwei von vier in der Kommune ermittelten Neuansteckungen auf eine "Reihentestung in der Firma Oldenburger Geflügelspezialitäten".

Im nahe gelegenen Wildeshausen (Kreis Oldenburg) war es ebenso zu Ansteckungen in einem Wiesenhof-Unternehmen gekommen. Bis zum Freitagabend wurden bei "Geestland Putenspezialitäten" unter 1183 vorliegenden Ergebnissen 46 Corona-Fälle registriert. Hier muss der Betrieb nun schrittweise heruntergefahren werden. Alle rund 1100 Mitarbeiter und deren direkte Kontaktpersonen kommen für zwei Wochen in Quarantäne. Der Landkreis Oldenburg meldete am Sonntagabend, dass mittlerweile über 900 Personen in Quarantäne seien. Die Gesamtzahl der registrierten Infektionen im Landkreis betrug am Sonntag 293 bestätigte Fälle (Stand: 12:00 Uhr).

In Lohne hatten die Behörden mit Blick auf die Wildeshausener Fälle vorsorglich weiter getestet. Dort sind nach Landkreisangaben 10 Infizierte und 30 Kontaktpersonen in Quarantäne. In den Fleischbetrieben der Firma Tönnies in Nordrhein-Westfalen gab es deutlich größere Corona-Ausbrüche. Dennoch wurden auch rund um Wildeshausen die Schutzmaßnahmen erhöht. In Wagenfeld im Landkreis Diepholz etwa waren am Mittwoch Teile einer früheren Kaserne vorsorglich unter Quarantäne gestellt worden, weil dort auch 200 Werkvertragsarbeiter aus dem Putenschlachthof leben.


29.06.2020: Erstes Flughafen-Corona-Testzentrum öffnet in Frankfurt

Auch wenn Reisebeschränkungen bereits gefallen sind, muss gerade auf internationalen Strecken in Drittländer häufig ein negativer Coronatest kurz vor dem geplanten Abflug nachgewiesen werden. Am Frankfurter Flughafen öffnet nun das erste Corona-Testzentrum an einem Flughafen in Deutschland.

Das Biotechnologie-Unternehmen Centogene startet das Projekt in Zusammenarbeit mit dem Flughafenbetreiber Fraport und Lufthansa. Das Testzentrum wird am Montag (10.00 Uhr) vorgestellt. Dabei wird erläutert, wie die "Walk-through-Tests" funktionieren, die zur "neuen Normalität" bei Flugreisen in Zeiten der Corona-Pandemie beitragen sollen.


28.06.2020: Saarland beschleunigt Corona-Lockerungen

Die Landesregierung im Saarland hat am Sonntag erhebliche Lockerungen der Beschränkungen zur Eindämmung der Corona-Pandemie beschlossen. "Wir haben es geschafft, das Infektionsgeschehen im Saarland sehr stark einzudämmen", teilte Ministerpräsident Tobias Hans (CDU) am Sonntag mit. Daher werde jetzt insbesondere der Veranstaltungsbranche und den Gastronomiebetrieben eine neue Perspektive geboten.

In Kneipen und Restaurants ist ab sofort der Thekenbetrieb wieder gestattet, wie das Wirtschaftsministerium in Saarbrücken mitteilte. Die Gaststätten dürfen in der Nacht bis 1.00 Uhr früh geöffnet bleiben, eine Stunde länger als bisher. Der neue Hygieneplan hebt zudem die Maskenpflicht für Gäste auf. Beschäftigte müssen nur noch dann eine Maske tragen, wenn der Mindestabstand nicht eingehalten werden kann.

"Wir nähern uns einer Realität, die der Gastronomie wieder annähernd normale Umsätze ermöglicht", erklärte Wirtschaftsministerin Anke Rehlinger (SPD). "Bei aller weiterhin gebotenen Vorsicht kann unser schönes Bundesland damit auch wieder weitgehend normal seine kulinarischen und gastgeberischen Qualitäten zeigen."

Die Landesregierung will außerdem in den nächsten Wochen die zulässige Teilnehmerzahl an Veranstaltungen stufenweise erhöhen - unter der Voraussetzung gleichbleibend niedriger Zahlen von Neuinfektionen und der Einhaltung von Hygienekonzepten. Ab dem 13. Juli sind demnach Veranstaltungen unter freiem Himmel mit 500 Menschen zugelassen. In geschlossenen Räumen sind es 250. In einer vierten Stufe ab 24. August sind Höchstgrenzen von 1000 Teilnehmern unter freiem Himmel und 500 in geschlossenen Räumen vorgesehen.


28.06.2020: Bayern will Corona-Tests massiv ausweiten

In Bayern soll sich künftig jeder auf das Corona-Virus testen lassen können - ganz unabhängig davon, ob er Symptome hat. Die Tests sollen "massiv" ausgeweitet werden, wie Gesundheitsministerin Melanie Huml (CSU) am Sonntag in München erklärte. Sie kündigte eine "Corona-Testoffensive" an.

"Ein Eckpunkt unseres Bayerischen Testkonzepts ist, dass alle Personen, die auf eine Infektion auf SARS-CoV-2 getestet werden wollen, Gewissheit darüber erhalten sollen, ob sie sich infiziert haben", betonte Huml. "Allen Bürgerinnen und Bürgern Bayerns wird deshalb zeitnah angeboten, sich bei einem niedergelassenen Vertragsarzt auch ohne Symptome testen zu lassen."

Menschen mit Symptomen, bei denen ein Verdacht auf eine Covid-19-Erkrankung besteht, sollen allerdings Vorrang haben. Ein Schwerpunkt der Tests soll auf Schlachthöfen und Fleischverarbeitungsbetrieben liegen. Ziel sei, "größeren Ausbruchsgeschehen wie in Gütersloh vorzubeugen", sagte die Gesundheitsministerin.


27.06.2020: Corona-Konferenz macht Hilfszusagen in Milliardenhöhe

Beim internationalen Spendenmarathon für Impfstoffe und Behandlungen gegen die Lungenkrankheit Covid-19 sind neue Hilfszusagen in Höhe von 6,15 Milliarden Euro zusammengekommen.

Allein die EU-Kommission und Deutschland sagten am Samstag bei einer virtuellen Geberkonferenz zusammen knapp 5,3 Milliarden Euro zu. Weitere Großspenden kamen zum Beispiel aus den USA und Kanada.

EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen sprach von einem unglaublichen Ergebnis. Sie hatte die Geberkonferenz zusammen mit der New Yorker Nichtregierungsorganisation organisiert. Zum Abschluss sollte es am Abend noch ein großes Online-Konzert mit Künstlern wie Miley Cyrus, Shakira und Justin Bieber geben.


27.06.2020: Merkel warnt vor Corona-Leichtsinn

Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) hat die Bürger angesichts der weiter bestehenden Gefahren durch das Coronavirus vor leichtsinnigem Verhalten gewarnt. "Die von dem Virus ausgehende Gefahr ist weiterhin ernst", sagte sie am Samstag in ihrer wöchentlichen Videobotschaft. Merkel wiederholte explizit ihren Appell vom Anfang der Krise Mitte März: "Nehmen Sie es ernst, denn es ist ernst."

«Wir vergessen es leicht, weil Deutschland bislang einigermaßen gut durch die Krise gekommen ist, aber das heißt nicht, dass wir geschützt wären, dass die Gefahr gebannt wäre», betonte die Kanzlerin jetzt. "Dass dies nicht so ist, zeigen die sich aktuell rasant ausbreitenden regionalen Ausbrüche."

Wenn es darum gehe, die Verbreitung des Virus einzudämmen, seien neben der Politik weiterhin alle Bürger gefragt. "Wir alle müssen es weiter als unsere gemeinschaftlich empfundene Verpflichtung verstehen, dass jeder und jede Einzelne unser aller Schicksal in der Hand haben, indem wir uns an die Regeln halten: Mindestabstand, Mund-Nasen-Schutz im öffentlichen Raum und Händewaschen."


27.06.2020: Söder warnt vor zweiter Corona-Welle

Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (CSU) warnt vor einer zweiten Corona-Welle. "Wir müssen wirklich aufpassen", sagte er in einer am Samstag veröffentlichten Videobotschaft. "Wir dürfen nicht riskieren, dass wir sogar noch schneller als befürchtet, vor dem Herbst, eine zweite Welle bekommen, eine schleichende Welle, und überall regionale Lockdowns bekommen."

In der vergangenen Woche sei "unglaublich viel passiert", sagte er mit Blick auf Ausbrüche im Kreis Gütersloh, in Niedersachsen oder Berlin. Darum sei es unangebracht, darüber zu streiten, "ob diese Maßnahmen zuviel oder zu wenig sind" - sondern man müsse "handeln und entscheiden".

Bayern habe darum entschieden, dass Touristen aus Risikogebieten zwar in bayerischen Hotels übernachten dürfen - aber nur mit einem negativen Corona-Test. Bayern sei damit "ein Vorreiter in Deutschland". Wer einen negativen Test habe, dürfe im Freistaat Urlaub machen, alle anderen sollten sich erstmal auskurieren. "Ich gönn' allen ihre Ferien", sagte Söder. "Aber auch da müssen wir aufpassen." Er betonte: "Corona bleibt tödlich."


27.06.2020: EU bereitet vereinzelte Lockerunge der Reisebeschränkung vor

In der EU zeichnet sich eine Einigung auf strenge Kriterien für die geplante Lockerung der Corona-Einreisebeschränkungen ab. Demnach werden Reisende aus Ländern wie den USA, Russland und Brasilien auch nach Ablauf dieses Monats nur in Ausnahmefällen in die EU kommen dürfen, wie die Deutsche Presse-Agentur am Freitagabend nach Beratungen der EU-Botschafter erfuhr.

Lediglich für Menschen aus rund einem Dutzend Ländern wie Südkorea oder Neuseeland könnten die geltenden Einreisebeschränkungen demnach im Juli aufgehoben werden. Letztere sehen vor, dass nur unbedingt notwendige Reisen erlaubt werden.

Der auf Ebene der Botschafter erarbeitete Kompromiss für die Kriterien und die Länderliste muss nach Angaben aus EU-Kreisen noch in einigen Hauptstädten zur Abstimmung vorgelegt werden. Im Idealfall kann dann am Montag im schriftlichen Verfahren ein Beschluss erfolgen.


26.06.2020: Bund und Länder einigen sich auf neue Corona-Reisebeschränkungen

Reisende aus einem Landkreis mit hohem Corona-Infektionsgeschehen dürfen nur dann in einem Hotel untergebracht werden, wenn ihnen ein ärztliches Zeugnis bestätigt, dass sie keine Infektion haben.

Das geht aus einem Beschluss des Chefs des Bundeskanzleramtes und der Leiter der Staats- und Senatskanzleien der Länder vom Freitag hervor, der der Deutschen Presse-Agentur vorliegt. Das benötigte ärztliche Zeugnis "muss sich auf eine molekularbiologische Testung stützen, die höchstens 48 Stunden vor der Anreise vorgenommen worden ist".


26.06.2020: Laschet verteidigt Lockdown und schließt Änderungen nicht aus

NRW-Ministerpräsident Armin Laschet (CDU) hat den Lockdown für die Kreise Gütersloh und Warendorf verteidigt. Man habe "intensiv abgewogen, ob man einzelne Städte aus dem Kreis aus den Regelungen herausnehmen kann, wofür es viele gute Gründe gibt", sagte Laschet den "Westfälischen Nachrichten" (Samstag).

Die Verabredung der Länder mit der Bundesregierung und dem Robert Koch-Institut sehe aber bewusst Regeln für das gesamte Kreisgebiet vor. "Für die Zukunft wird man da vielleicht über neue Mechanismen nachdenken müssen", so Laschet. Anlass des Lockdowns ist der massive Corona-Ausbruch im Tönnies-Schlachtbetrieb in Rheda-Wiedenbrück.

In den Kreisen Warendorf und Gütersloh gibt es in vielen Gemeinden Unverständnis darüber, dass angesichts sehr geringer Infektionszahlen alle Gemeinden mit insgesamt rund 600 000 Einwohnern in den Lockdown mussten - auch wenn sie räumlich sehr weit vom Schlachtbetrieb entfernt liegen.

Bisher sieht der Pandemie-Plan nur den Lockdown für ganze Kreise oder Großstädte vor, nicht für kleinere Gebiete. Laschet stellte in Aussicht, dass man durch erhöhte Test-Kapazitäten in der kommenden Woche vielleicht eine "neue Entscheidungsgrundlage" bekommen werde.


26.06.2020: Quarantänepflicht in Berlin für Menschen aus deutschen Risikogebieten

Nach anderen Bundesländern reagiert nun auch Berlin auf den Corona-Massenausbruch im nordrhein-westfälischen Gütersloh. Reisende aus sogenannten Risikogebieten in Deutschland müssen für zwei Wochen in Quarantäne, wenn sie keinen aktuellen negativen Corona-Test vorweisen können. Damit werde die für das Ausland geltende Quarantäneregelung nun auf Risikoregionen im Inland ausgeweitet, teilte der Senat am Freitag mit.

Bislang galt die Quarantänepflicht für Rückkehrer oder Einreisende aus Staaten außerhalb der EU und des europäischen Wirtschaftsraums.
Auch der EU-Staat Schweden ist wegen eines starken Anstiegs der Corona-Infektionen betroffen.


26.06.2020: Bund ruft zu Solidarität bei regionalen Corona-Ausbrüchen auf

Die Bundesregierung hat zu Solidarität bei regionalen Corona-Ausbrüchen wie rund um Gütersloh und Warendorf aufgerufen und vor einem Anprangern dort lebender Menschen gewarnt. "Jede Region kann plötzlich von einem Ausbruch betroffen sein", sagte Regierungssprecher Steffen Seibert am Freitag in Berlin. Das sollten sich auch Menschen bewusst machen, die nun glaubten, mit dem Finger auf Menschen in den betroffenen Kreisen zeigen zu müssen. "Jeder sollte daran denken, dass jeder sich in der Lage wiederfinden könnte, in der Nachbarschaft eines Ausbruchsherdes zu leben und dann in Mitleidenschaft gezogen zu werden."

Seibert verurteilte es, dass Menschen aus den Kreisen Gütersloh und Warendorf teils beleidigt und Autos zerkratzt worden seien. Das sei ein "völlig inakzeptables und widerwärtiges" Verhalten. "Wir müssen einander gerade in schwierigen Situationen mit Respekt und Sympathie behandeln." Kanzlerin Angela Merkel (CDU) danke allen Menschen in der Region, die Beschränkungen mit Geduld hinnähmen und ihnen mit Einsicht folgten. "Sie alle tun damit etwas für die Gemeinschaft." Merkel sei bewusst, dass es für die Menschen eine schwierige Situation sei.

Der Regierungssprecher bekräftigte, dass es sich um einen "massiven Ausbruch" im Tönnies-Schlachtbetrieb handele. Ziel müsse sein, das für die Region bestehende hohe Infektionsrisiko nicht eintreten zu lassen und die Ausbreitung um die Firma zu begrenzen. "Hoffentlich gelingt das. Man muss das sehr ernst nehmen", sagte Seibert.


26.06.2020: Corona-Infektion an Grundschule in Leipzig - Mitschüler in Quarantäne

In einer Grundschule in Leipzig-Holzhausen ist ein Viertklässler positiv auf das Coronavirus getestet worden. Das Gesundheitsamt habe entschieden, die Mitschüler und die unterrichtenden Lehrkräfte dieser Klasse bis einschließlich 7. Juli in Quarantäne zu schicken, teilte die Schule am Freitag auf ihrer Homepage mit. Eltern von Schülern anderer Klassen könnten ihre Kinder aber auch zu Hause lernen lassen, betonte die Schulleitung.

Zuvor sei auf eine strikte Klassentrennung geachtet worden, hieß es weiter. Das infizierte Kind hatte demnach zuletzt am Montag (22. Juni) die Schule besucht. Zuvor hatte das Onlineportal Tag24 berichtet. In der vergangenen Woche hatte es eine bestätigte Corona-Infektion an einer Grundschule in Penig (Landkreis Mittelsachsen) geben.


26.06.2020: Nun 79 Mitarbeiter bei Dönerfleischproduzent in Moers corona-positiv

Die Zahl der positiv auf das Coronavirus getesteten Mitarbeiter einer Dönerfleischproduktion in Moers bei Duisburg hat sich auf 79 erhöht. Nachdem zunächst 17 Beschäftigte positiv getestet worden waren, kamen bei weiteren Tests nun 62 hinzu, wie der Kreis Wesel am Donnerstag mitteilte. Insgesamt waren nach dem Bekanntwerden der 17 Fälle von rund 200 am Mittwoch anwesenden Mitarbeitern Abstriche genommen worden. Davon stehen den Angaben zufolge noch 120 Ergebnisse aus. Der Dönerfleischproduzent hat 275 Mitarbeiter.

Die Kontaktnachverfolgung laufe auf Hochtouren, versicherte der Kreis. "Keine der positiv getesteten Personen weist bisher die corona-typischen Symptome auf", teilte die Pressestelle des Kreises mit. Die Infizierten leben teils auch außerhalb des Kreises Wesel, unter anderem in Duisburg.


26.06.2020: Umfrage: Die Meisten ohne große Sorgen über mögliche Corona-Infektion

Lediglich jeder vierte Wahlberechtigte (24 Prozent) sorgt sich einer Umfrage zufolge ernsthaft über eine Infektion mit dem Coronavirus. 75 Prozent der Befragten machen sich darüber keine großen Sorgen, wie der am späten Donnerstagabend vorab veröffentlichte neue Deutschlandtrend im ARD-Morgenmagazin zeigt.

Ende März waren nach der Umfrage des Meinungsforschungsinstituts infratest dimap mit 55 Prozent noch mehr als doppelt so viele Bürger besorgt, sie selbst oder ein Familienmitglied könnten sich anstecken.

Trotz vieler Befragter, die sich keine großen Sorgen über eine mögliche Ansteckung machen, planen die allermeisten keine Sommerreise oder bleiben in Deutschland. Von denjenigen, die sich mit Blick auf den Sommerurlaub schon festgelegt haben, gibt mehr als die Hälfte (51 Prozent) an, zu Hause zu bleiben. Ein gutes Drittel (35 Prozent) plant, eine Urlaubsreise innerhalb Deutschlands anzutreten. 17 Prozent haben demnach vor, ins europäische Ausland zu reisen. Lediglich 2 Prozent können sich vorstellen, ihren Urlaub außerhalb von Europa zu verbringen.


26.06.2020: Tests in Schlachthof in Niedersachsen abgeschlossen: 45 Corona-Fälle

Die Reihentests in einem Putenschlachthof im niedersächsischen Wildeshausen haben 45 Corona-Infektionen zutage gefördert. Das teilten am Donnerstag der Landkreis Oldenburg und die betroffene Firma Geestland Putenspezialitäten (GPS) mit, die zur Wiesenhof-Gruppe gehört. Mit 1115 Tests sei die gesamte Belegschaft bis auf wenige Ausnahmen erfasst worden. Seit Mittwoch kamen noch einmal zehn bestätigte Infektionen dazu.

Betroffen seien 5 Festangestellte und 40 Werkvertragsarbeiter, teilte Geestland mit. Nur einer dieser 45 Mitarbeiter wohne in einer Gemeinschaftsunterkunft, alle anderen in Privatunterkünften.


25.06.2020: Von 2000 neuen Tests in Bevölkerung nur einer positiv

Ein Hoffnungsschimmer für die Menschen in den Kreisen Gütersloh und Warendorf: Von 2000 aktuell geführten Corona-Tests sei nur einer positiv ausgefallen. Das sagte Gesundheitsminister Karl-Josef Laumann am Donnerstag in einer Sondersitzung des Gesundheitsausschusses. Er habe gerade eine SMS mit diesen Zahlen bekommen, sagte Laumann.

Ein Sprecher des Gesundheitsministeriums bestätigte auf Nachfrage, dass es sich bei den 2000 Getesteten um Menschen aus der Allgemeinbevölkerung handele. Laumann hatte im Ausschuss mit Blick auf die zurzeit laufenden freiwilligen Massentestungen gesagt, dass man danach wohl beurteilen könne, ob die Corona-Infektionen bei Tönnies-Mitarbeitern auf andere Bereiche der Gesellschaft übergesprungen seien. Mit Ergebnissen rechne er am Sonntag.

Die Frage ist mitentscheidend für eine Fortsetzung des neuen, eingeschränkten Lockdowns, der für die Kreise Gütersloh und Warendorf bis zunächst zum 30. Juni verhängt worden war. Laut Robert Koch-Institut ist die Zahl der Neuinfektionen pro 100 000 Einwohner innerhalb der vergangenen sieben Tage am Donnerstag im Kreis Gütersloh signifikant auf 192,8 gesunken. Am Dienstag betrug der Wert laut NRW-Gesundheitsministerium noch 270,2. Im benachbarten Kreis Warendorf sank der Wert auf 50,4, zuvor lag er noch bei 66,2.

Damit liegt der Kreis Warendorf nur noch knapp über der Marke 50, die von Bund und Ländern als Grenzwert für wieder stärkere Einschränkungen vereinbart worden war. Zudem haben mehrere Bundesländer den Wert inzwischen als Maßstab für Beherbergungsverbote für Besucher aus einem solchen Kreis gemacht. Am Mittwochabend teilte auch Baden-Württemberg mit, dass man Reisende aus dem nordrhein-westfälischen Corona-Risikogebiet nicht mehr im Land übernachten lasse. Bayern und Niedersachsen hatten bereits Beherbergungsverbote beschlossen, Schleswig-Holstein erließ eine Quarantäneregelung.

Ausnahmen gelten auch in Baden-Württemberg für Personen, die mit einem ärztlichen Attest belegen können, nicht infiziert zu sein. An den Testzentren in den Kreisen Warendorf und Gütersloh hatten sich bereits am Mittwoch lange Schlangen von Menschen gebildet, die einen Corona-Test machen wollten, um mit einem negativen Ergebnis Sicherheit für ihren Urlaub zu haben.

Wegen des großen Andrangs baut der Kreis Gütersloh unterdessen seine Testkapazitäten weiter aus: Nach Angaben von Landrat Sven-Georg Adenauer sollen pro Tag jetzt 10 000 kostenfreie Corona-Tests möglich sein. Um dieses Ziel zu erreichen, habe der Kreis in Zusammenarbeit mit der Kassenärztlichen Vereinigung weitere Testzentren eingerichtet, hieß es in einer Mitteilung vom Donnerstag. Wer sich testen lassen will, muss sich dennoch auf längere Wartezeiten einstellen. Der Kreis empfahl, Sonnenschutz, Getränken und Klappstühle mitzubringen.

Im Gesundheitsausschuss wurde am Donnerstagmorgen erneut über die mutmaßlichen Ursachen und die Folgen des Corona-Ausbruchs beim Fleischbetrieb Tönnies diskutiert. Eine erste Welle von Infizierten bei Tönnies hat es nach Angaben des Gesundheitsministeriums Mitte Mai im Zusammenhang mit einer "kirchlichen Veranstaltung" gegeben. Das sage Staatssekretär Edmund Heller in der Sondersitzung.

Nach Recherchen des Portals "t-online.de" handelte es sich um einen Gottesdienst, der am 17. Mai stattfand. Bei diesem Gottesdienst seien auch Arbeiter eines Tönnies-Konkurrenten dabei gewesen. Der Sprecher des Kreises Gütersloh bestätigte entsprechende Erkenntnisse. Es seien sowohl Mitarbeiter von Tönnies als auch eines anderen Unternehmens aus der Branche vor Ort gewesen. Auch waren Besucher ohne Bezug zur Fleischindustrie bei dem Gottesdienst.

Ob aber diese Veranstaltung Grund für den Corona-Ausbruch bei Tönnies ist, sei völlig offen, sagte der Sprecher des Kreises der Deutschen Presse-Agentur. Es sei jetzt Aufgabe der Experten des Robert Koch-Instituts, diese Frage zu klären. Erste Infizierte im Kreis Gütersloh habe es nachweislich bereits Wochen zuvor im Zusammenhang mit Rückreisenden aus dem Winterurlaub gegeben.


25.06.2020: Eiffelturm nach Corona-Zwangspause wieder für Besucher geöffnet

Nach einer über dreimonatigen Zwangspause wegen der Corona-Krise hat der Pariser Eiffelturm am Donnerstag seine Pforten wieder geöffnet. Besucher können dem Betreiber zufolge zunächst nur über die Treppen den zweiten Stock des Turms erreichen. Die Aufzüge sollen erst vom 1. Juli an wieder öffnen. Es müssen auch Gesundheitsvorschriften eingehalten werden, so herrscht eine Maskenpflicht.

Das 324 Meter hohe Pariser Wahrzeichen war Mitte März wegen der Covid-19-Pandemie geschlossen worden. Der über 130 Jahre alte Turm wurde bisher jährlich von rund sieben Millionen Menschen besucht. Die "dame de fer" (Dame aus Eisen), wie das Monument in Frankreich auch liebevoll genannt wird, wurde für die Pariser Weltausstellung gebaut und 1889 fertiggestellt.


25.06.2020: Landkreis Vorpommern-Greifswald rudert bei Corona-Auflagen zurück

Der Landkreis Vorpommern-Greifswald ist mit seiner Auslegung der Corona-Landesverordnung gescheitert. "Es gilt, was der Minister gesagt hat", erklärte ein Sprecher am Donnerstag in Greifswald. Der Landkreis hatte nach der Zurückweisung von Urlaubern aus dem Kreis Gütersloh (Nordrhein-Westfalen) auf der Insel Usedom neue Verfahrensweisen für den Umgang mit Gästen aus Risikogebieten bekanntgegeben, die von der Landesverordnung abweichen.

So sollten Gäste aus Risikogebieten, die ohne aktuellen Corona-Test einreisen, sich in einem Labor in Greifswald auf Corona testen lassen und das Ergebnis in Isolation in ihrer Ferienunterkunft abwarten können. Genau das lehnt Gesundheitsminister Harry Glawe jedoch ab. Er hatte deshalb bereits deutlich gemacht, dass es keine Absonderung von Gästen in Beherbergungsstätten geben dürfe. Auch sei eine nachträgliche Testung nicht gestattet.

Glawe zufolge dürfen Personen aus Risikogebieten nur einreisen, wenn sie über ein ärztliches Zeugnis (Corona-Test) verfügen, das bestätigt, dass es keine Anhaltspunkte für das Vorliegen einer Infektion mit dem Coronavirus gibt. Dieses Zeugnis ist der Behörde auf Verlangen vorzulegen. Der Test dürfe höchstens 48 Stunden vor Einreise vorgenommen worden sein. Wer ohne dieses Attest aus einem Risikogebiet einreist, muss das Land verlassen.


25.06.2020: Antikörper-Studie: Viele Bürger Ischgls waren infiziert

Im österreichischen Ischgl war ein großer Teil der Bevölkerung mit dem Coronavirus infiziert. Nach Angaben der Medizinischen Universität Innsbruck haben 42,4 Prozent der in einer umfassenden Studie untersuchten Bürger Antikörper auf das Coronavirus entwickelt. Das sei der weltweit höchste bisher publizierte Wert, sagte die Direktorin des Instituts für Virologie, Dorothee von Laer, am Donnerstag in Innsbruck. Antikörper im Blut gelten als Nachweis für eine durchgemachte Infektion.

Ischgl mit seinen Après-Skibars gilt als Brennpunkt für die Ausbreitung des Coronavirus in Österreich und Teilen Europas. Nach Angaben österreichischer Behörden waren zeitweise 40 Prozent aller Fälle im Inland auf Ischgl zurückzuführen. Auch viele deutsche Touristen haben sich nach ihrer Überzeugung in Ischgl angesteckt. Eine Kommission im Bundesland Tirol soll nun das stark kritisierte Krisenmanagement unter die Lupe nehmen.

Auffällig sei, dass von den positiv auf Antikörper getesteten Personen zuvor nur 15 Prozent die Diagnose erhalten hatten, infiziert zu sein, sagte von Laer. "85 Prozent derjenigen, die die Infektion durchgemacht haben, haben das unbemerkt durchgemacht." Trotz des hohen Antikörper-Werts sei auch in Ischgl keine Herden-Immunität erreicht. Entscheidend für den Rückgang der Fälle seien die Quarantäne und die soziale Distanz gewesen, hieß es.

Rund 80 Prozent der Ischgler Bevölkerung nahmen an der Studie teil. 1473 Probanden waren zwischen 21. und 27. April untersucht worden.


25.06.2020: Secret Service schickt Dutzende Mitarbeiter in Quarantäne

Nach der Wahlkampfkundgebung von US-Präsident Donald Trump im Bundesstaat Oklahoma am Wochenende hat der Secret Service Medienberichten zufolge für Dutzende daran beteiligte Angestellte Selbstisolation angeordnet. Zuvor seien zwei Mitarbeiter, die in Tulsa zugegen gewesen seien, positiv auf das Coronavirus getestet worden, berichtete der Sender CNN am Mittwochabend (Ortszeit).

Zum Schutz der Privatsphäre und der "operativen Sicherheit" werde der Secret Service keine Zahlen bekannt geben, zitierte die "Washington Post" eine Sprecherin. Die Behörde, die unter anderem für den Schutz des Präsidenten zuständig ist, sei weiterhin in der Lage, ihre Aufgaben zu erfüllen, hieß es weiter.

Trump hatte Kritik auf sich gezogen, ein Event mit Tausenden Menschen in einer geschlossenen Arena inmitten der anhaltenden Pandemie abzuhalten. Im Vorfeld hatte er mitgeteilt, dass sich fast eine Million Menschen um Tickets in der Veranstaltung in der rund 19 200 Menschen fassenden Arena beworben hätten. Tatsächlich blieben Tausende Plätze leer.


25.06.2020: Laut Umfrage befürchten Hamburger mehrheitlich zweite Coronawelle

Rund zwei Drittel der Hamburger (67 Prozent) befürchten laut einer Umfrage eine zweite Corona-Welle. Sollte es tatsächlich dazu kommen, wären zudem fast drei Viertel der Befragten (73 Prozent) mit Einschränkungen des täglichen Lebens wie bei der ersten Welle einverstanden, heißt es in einer am Donnerstag vorgelegten Befragung des Meinungsforschungsinstituts pmg - policy matters im Auftrag der Körber-Stiftung. Die bislang getroffenen Vorsichtsmaßnahmen zur Eindämmung der Corona-Pandemie hielten 77 Prozent der Menschen in der Hansestadt demnach für gerechtfertigt.

Mit dem bisherigen Krisenmanagement des Hamburger Senats sind laut Umfrage 82 Prozent der Hamburger zufrieden, mit dem der Bundesregierung 76 Prozent. Gleichwohl wünsche sich eine große Mehrheit mehr Mitsprache bei den Corona-Maßnahmen. So fanden 79 Prozent der Befragten, dass entsprechende Haushaltsbeschlüsse des Senats von einem Bürgergremium beratend begleitet werden sollen.

"Die Hamburgerinnen und Hamburger haben durchaus Vertrauen in die Politik, wenn es um die unmittelbare Bewältigung der Krise geht", erklärte der Leiter des Bereichs Demokratie, Engagement, Zusammenhalt der Körber-Stiftung, Sven Tetzlaff. Bei der Verteilung der Folgelasten zeige der Wunsch nach einem beratenden Bürgergremium, "dass es einen größeren Konsens aller Teile der Stadtgesellschaft braucht".


25.06.2020: Seychellen zwei Monate ohne Coronafälle - und nun erneut betroffen

Nach zwei Monaten ohne neue Coronafälle zählt das Urlaubsparadies der Seychellen nun wieder zu den von Sars-CoV-2 betroffenen Ländern. Der Grund sind drei Matrosen eines spanischen Fischtrawlers, wie die Behörden am Mittwochabend bekanntgaben. "Bei elf der Matrosen wurde entdeckt, dass sie Covid-19-Antikörper entwickelt hatten", erklärte der zuständige Gesundheitsbeamte Jude Gedeon. Drei Matrosen hatten jedoch das Virus in ihrem Kreislauf, ohne dass sie allerdings irgendwelche Symptome zeigten. Sie wurden unter Quarantäne gestellt.

Auf die Insel werden regelmäßig Austausch-Crews für die Fischereiboote geflogen. Da die Seeleute jedoch direkt auf die Boote gebracht werden, ist ihr Kontakt mit der Insel-Bevölkerung nur sehr beschränkt. Die Regierung des Inselstaats im Indischen Ozean hatte Anfang Mai eine strenge Corona-Ausgangssperre gelockert, nachdem seit dem 5. April kein neuer Fall verzeichnet worden war.


25.06.2020: 7-Tage-Inzidenz sinkt in den Kreisen Gütersloh und Warendorf

Im Kreis Gütersloh ist die Zahl der Neuinfektionen pro 100 000 Einwohner innerhalb der vergangenen sieben Tage am Donnerstag signifikant auf 192,8 gesunken. Das geht aus den Zahlen des Robert Koch-Instituts hervor. Am Dienstag betrug der Wert laut NRW-Gesundheitsministerium noch 270,2. Im benachbarten Kreis Warendorf sank der Wert auf 50,4, am Tag zuvor lag er bei 66,2.

Bund und Länder haben in der Corona-Krise vereinbart, dass ab einer Marke von 50 in einem Kreis wieder stärkere Einschränkungen in Betracht gezogen werden. Für die Kreise Gütersloh und Warendorf gilt deshalb zunächst bis zum 30. Juni ein Lockdown.


25.06.2020: Landtag Rheinland-Pfalz sagt Sitzung werden Corona-Verdachts ab

Der rheinland-pfälzische Landtag hat die für Donnerstag angesetzte Plenarsitzung wegen eines Corona-Verdachtsfalls kurzfristig abgesagt. Nach der Plenarsitzung am Mittwoch sei bekannt geworden, dass eine Abgeordnete des Landtags Kontaktperson eines an Covid-19 erkrankten Menschen sei, teilte der Landtag am Donnerstagmorgen mit.

Die Abgeordnete sei am Morgen auf das Coronavirus getestet worden und befinde sich in häuslicher Quarantäne, erklärte ein Sprecher der Landtagsverwaltung. Das Ergebnis des Corona-Tests wird für den frühen Abend erwartet.

Die unter Corona-Verdacht stehende Abgeordnete hatte an der Plenarsitzung am Mittwoch teilgenommen. Diese fand erneut in einem Saal der Mainzer Rheingoldhalle statt, mit weitem Abstand zwischen den Abgeordnetenplätzen und Maskenpflicht beim Verlassen der Plätze. Der Ältestenrat des Parlaments entschied in einer kurzfristig angesetzten Sitzung am Donnerstagmorgen, die Plenarsitzung vorsichtshalber abzusagen. Sobald das Testergebnis vorliegt, will der Ältestenrat entscheiden, wann die Plenarsitzung nachgeholt wird.


25.06.2020: Erste Warnungen in der Corona-App

Die Corona-Warn-App wird mittlerweile von Millionen Menschen in Deutschland genutzt. Gut eine Woche nach dem Start der App gingen nun auch die ersten Warnungen raus. Das heißt, die Menschen wurden benachrichtigt, die sich in der Nähe einer infizierten Person ausgehalten haben. Wie Spiegel Online berichtet, schätze ein beteiligter Entwickler, dass am Dienstag etwa zwei Dutzend Infizierte in der App registriert worden seien.

Die App kann lediglich ein grobes Risiko für die Benachrichtigten anzeigen. Dabei wird mit einbezogen, wie lange der Kontakt zu den Infizierten bestand, wann die Infizierten positiv getestet wurde und wie groß der Abstand war.

Allen, die eine entsprechende Warnung in der App haben, wird empfohlen sich auf das Coronavirus testen zu lassen. Eine Pflicht dazu besteht jedoch nicht.

Wie eine solche Warnung letztlich aussieht, teilte zum Beispiel dieser Twitter-User:

Erste Warnungen in Corona-Warn-App

Die Corona-Warn-App des Bundes wird inzwischen von rund 15 Prozent der Menschen in Deutschland verwendet. Am Mittwoch lag die offizielle Downloadzahl bei 12,6 Millionen, teilte das Robert Koch-Institut auf Twitter mit. Nach Einschätzung von Experten ist ab einer Nutzungsquote von 15 Prozent mit einem spürbaren Effekt bei der Eindämmung der Pandemie zu rechnen.

Alle Infos zur Corona-Warn-App erfährst du hier:

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25.06.2020: Von 2000 neuen Tests im Kreis Gütersloh nur einer positiv

Von 2000 aktuell durchgeführten Corona-Tests im Kreis Gütersloh ist nur einer positiv ausgefallen. Das sagte der nordrhein-westfälische Gesundheitsminister Karl-Josef Laumann (CDU) am Donnerstag in einer Sondersitzung des Gesundheitsausschusses.


25.06.2020: Auch Baden-Württemberg beschließt Beherbergungsverbot

Auch Baden-Württemberg will Reisende aus dem nordrhein-westfälischen Corona-Risikogebiet nicht mehr im Land übernachten lassen. Das Beherbergungsverbot für Besucher aus einem Kreis mit erhöhtem Infektionsgeschehen soll schnell in Kraft treten.

Es gelte, sobald die Verordnung vom Sozial- und vom Wirtschaftsministerium notverkündet werde, teilte am späten Mittwochabend das Staatsministerium in Stuttgart mit.

Hintergrund ist der Corona-Ausbruch im Kreis Gütersloh. In dessen Folge hatten Bayern und Niedersachsen bereits Beherbergungsverbote beschlossen, Schleswig-Holstein erließ eine Quarantäneregelung.

Maßgeblich sei, ob die Zahl der Neuinfektionen in dem Heimatkreis der Betreffenden in den vergangenen sieben Tagen vor der Anreise pro 100 000 Einwohner höher als 50 war, teilte die Corona-Lenkungsgruppe des Landes mit. Das Verbot beziehe sich dann auf Hotels, Gasthöfe und Pensionen, Ferienwohnungen, Campingplätze, Wohnmobilstellplätze und vergleichbare Einrichtungen.

Ausnahmen gelten laut Lenkungsgruppe für Personen, die mit einem ärztlichem Attest belegen können, nicht infiziert zu sein. Ebenso sollen Ausnahmen möglich sein, wenn der Infektionsausbruch in einem Landkreis räumlich klar eingegrenzt werden kann.


25.06.2020: Kanzleramtschef: Jeden lokalen Ausbruch schnell beantworten

Nach den jüngsten Corona-Ausbrüchen etwa im Kreis Gütersloh hat Kanzleramtsminister Helge Braun vor Sorglosigkeit im Umgang mit der Pandemie gewarnt. "Diese größeren Ausbrüche haben jetzt gezeigt: In dem Moment, wo man dem Virus eine Chance gibt, schlägt es auch wieder zu", sagte der CDU-Politiker am Mittwochabend in der ZDF-Sendung "Markus Lanz".

"Wir haben nur dann eine Chance auf eine gute wirtschaftliche Erholung, auch auf eine soziale Entspannung (...), wenn die Infektionszahlen sehr, sehr niedrig sind", betonte Braun. Deshalb sei die Aufgabe jetzt, "jeden lokalen Ausbruch sehr, sehr genau und sehr schnell zu beantworten, aber auch nicht zu sorglos zu werden".

Aus seiner Sicht habe es in den letzten zwei, drei Wochen eine Phase gegeben, "wo manche Leute fast den Eindruck hatten, die Pandemie wäre vorbei". Auch Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) sagte "RTL Aktuell" unter Verweis auf Ausbrüche in Gütersloh, Göttingen und Berlin, man sehe: "Dort, wo man es dem Virus zu leicht macht, wo einige sorglos sind, wo Abstände, Hygiene nicht eingehalten wird, da verbreitet sich das Virus wieder ziemlich schnell." Es sei wichtig, "dass wir uns das alle bewusst machen: Auch im Sommer, das Virus ist noch da".

Die nach dem Corona-Ausbruch beim Fleischverarbeiter Tönnies in zwei Kreisen Nordrhein-Westfalens verhängten regionalen Einschränkungen des öffentlichen Lebens begrüßte Kanzleramtschef Braun. Diese Entscheidung zu einem Lockdown, um die Situation zu beruhigen und um die Zeit zu haben, "uns wirklich ein Bild zu verschaffen", sei ganz wichtig und ein "sehr verantwortungsvolles Vorgehen".


24.06.2020: Zahl der Corona-Infizierten in Schlachthöfen steigt weiter

Die Zahl der an Covid-19 infizierten Schlachthof-Beschäftigten in Niedersachsen ist am Mittwoch in den Kreisen Oldenburg und Cloppenburg weiter gestiegen. In einem Putenschlachthof von Wiesenhof in Wildeshausen bei Oldenburg erhöhte sie sich nach Unternehmensangaben von 23 auf 35. Auch der Landkreis Cloppenburg meldete einen Corona-Ausbruch in einem Schlachthof im oldenburgischen Essen. Dort wurden vier Personen positiv getestet.

Bei dem Wiesenhof-Betrieb in Wildeshausen wurden bislang 341 der rund 1100 Beschäftigten getestet. Bis Freitagnachmittag sollen alle Testergebnisse vorliegen. Der Betrieb soll nach Unternehmensangaben fortgesetzt werden.

Unter den 35 Infizierten befinden sich vier Festangestellte und 31 Arbeiter mit Werkvertrag. In Absprache mit den Behörden seien die Beschäftigten sowie Kontaktpersonen umgehend ermittelt worden und befänden sich in Quarantäne.

Alle 35 positiv Getesteten haben sich dem Unternehmen zufolge privat eine Unterkunft angemietet, nur eine der Personen wohne in einer Gemeinschaftsunterkunft. Nach Angaben eines Sprechers des Landkreis Oldenburg wohnen die Betroffenen in diesem Landkreis sowie den Nachbarkreisen Cloppenburg, Diepholz, Vechta sowie in Delmenhorst.


24.06.2020: Fast 10.000 Corona-Tote im Iran

Im Iran sind nach Angaben des Gesundheitsministeriums fast 10 000 Menschen im Zusammenhang mit dem Coronavirus gestorben.
Allein in den vergangenen 24 Stunden seien 133 Corona-Patienten ums Leben gekommen, sagte Ministeriumssprecherin Sima Lari am Mittwoch im Staatsfernsehen. Im selben Zeitraum habe es mehr als 2500 Neuinfektionen gegeben. Damit liege die Zahl der Todesopfer aktuell bei 9996 und die der Infizierten bei 212 501, sagte die Sprecherin.

Nach einem zwischenzeitlichen Rückgang der Infektionen Ende Mai hat der Iran die Anti-Corona-Maßnahmen gelockert. In fast allen Branchen wurde seitdem die Arbeit wieder erlaubt. Nach Ansicht von Experten ist dies der Hauptgrund für den erneuten Anstieg der Fallzahlen. Die Lockerungen haben laut Gesundheitsministerium außerdem dazu geführt, dass nur noch zehn Prozent der Bevölkerung die Hygienevorschriften ernstnehmen. Das Ministerium plant nun die Einführung einer Maskenpflicht.

Trotz Kritik an seiner Lockerungspolitik will Präsident Hassan Ruhani seiner Linie treu bleiben. Er sei der Auffassung, dass die Corona-Krise noch länger andauern und eine längerfristige Einschränkung der Wirtschaftsaktivitäten nicht machbar seien. Die Iraner sollten laut Ruhani lieber lernen, mit dem Virus zu leben. Auch sein Gesundheitsminister Saeid Namaki ist der Ansicht, dass bis ins Jahr 2022 kein Ende der Corona-Krise in Sicht sei.


24.06.2020: Österreich spricht Reisewarnung für NRW aus

Nach dem massiven Corona-Ausbruch im Kreis Gütersloh hat Österreich eine Reisewarnung für Nordrhein-Westfalen ausgesprochen. "In Zusammenhang mit der neuerlichen Ausbreitung des Coronavirus gilt für Nordrhein-Westfalen eine partielle Reisewarnung (Sicherheitsstufe 5) - vor Reisen nach Nordrhein-Westfalen wird gewarnt", hieß es am Mittwoch auf der Internetseite des österreichischen Außenministeriums.

Für den Rest Deutschlands gilt aus Sicht des Ministeriums ein niedrigeres Sicherheitsrisiko (Stufe 4) mit der Maßgabe: "Von nicht unbedingt notwendigen Reisen in das Land wird abgeraten." Insgesamt gibt es 6 Stufen. Die höchste gilt, wenn die Reisewarnung ein ganzes Land betrifft. Auf der gleichen "partiellen" Stufe wie NRW stehen in Österreich aktuell unter anderem die chinesische Provinz Hubei und die italienische Lombardei.


23.06.2020: Schleswig-Holstein verhängt Quarantäne für Reisende aus Risikogebieten

Reisende aus Corona-Risikogebieten wie dem Kreis Gütersloh in Nordrhein-Westfalen müssen in Schleswig-Holstein künftig in Quarantäne. Sie sollten unverzüglich nach der Einreise ihre Wohnung oder eine andere geeignete Unterkunft beziehen, um sich 14 Tage lang zu isolieren, teilte die Landesregierung in Kiel am Dienstag mit.


23.06.2020: Hamburger Senat plant im Juli weitere Corona-Lockerungen

Die Hamburgerinnen und Hamburger können ab Juli mit deutlichen Lockerungen der Corona-Einschränkungen rechnen. Die neue Corona-Verordnung, die derzeit erarbeitet werde, solle aufzeigen, "welche Maßnahmen und Maßgaben muss ich erfüllen, damit etwas erlaubt ist", sagte Gesundheitssenatorin Melanie Leonhard (SPD) am Dienstag. Dies sei eine Umkehr des bisherigen Prinzips, in dem vor allem festgelegt worden sei, was verboten sei. "Wir wollen hin zu: Wir haben das normale Leben, wenn bestimmte Maßgaben erfüllt sind."

Zu Einzelheiten der Verordnung, die am kommenden Dienstag vom Senat beschlossen werden soll, wollte sie sich nicht äußern. Abstandsregelungen, Masken und Kontaktbeschränkungen würden aber auch künftig in bestimmten Bereichen dazugehören müssen. "Aber es wird auch Dinge geben können, die unter Maßgaben und Abstand wieder möglich sein werden", sagte Leonhard.


23.06.2020: Bayern erlässt Beherbergungsverbot für Menschen aus Kreis Gütersloh

Angesichts des massiven Corona-Ausbruchs im Kreis Gütersloh (Nordrhein-Westfalen) untersagt Bayern die Beherbergung von Menschen, die von dort und aus anderen schwer betroffenen Landkreisen in das südliche Bundesland einreisen. Beherbergungsbetriebe in Bayern dürfen künftig keine Gäste mehr aufnehmen, die aus einem Landkreis einreisen, in dem die Zahl der Neuinfektionen in den zurückliegenden sieben Tagen bei mehr als 50 pro 100 000 Einwohner liegt.

Das teilte Staatskanzleichef Florian Herrmann (CSU) nach einer Kabinettssitzung am Dienstag in München mit. "Das ist eine Schutzmaßnahme, die wir für wirklich notwendig halten", sagte er. Eine Ausnahme gibt es nur für Menschen, die einen aktuellen negativen Corona-Test vorweisen können.


23.06.2020: Berlin beschließt weitere Lockerungen und Bußgeld für Maskenmuffel

Es ist nicht die Rückkehr zur Normalität, aber es gibt weitere Lockerungen der Corona-Regeln. Zum einen werden für die Berlinerinnen und Berliner Verabredungen in größerem Kreis wieder einfacher. Die wegen der Corona-Pandemie geltenden Kontaktbeschränkungen fallen weg. Das hat der Senat am Dienstag nach Informationen der Deutschen Presse-Agentur beschlossen. Bisher gilt, dass sich in der Hauptstadt maximal fünf Personen aus mehreren oder nur Mitglieder zweier Haushalte in der Öffentlichkeit treffen dürfen.

Die Regelung sollte die Ausbreitung des Coronavirus verhindern helfen.

Künftig müssen sich die Berliner nicht mehr daran halten, auch wenn die Abstands- und Hygieneregeln weiter gelten sollen. Beratungen darüber gab es schon bei der Senatssitzung in der vergangenen Woche, aber noch keinen Beschluss. Dass die Koalitionsparteien sich in diesem Punkt einig sein würden, hatte sich aber bereits angedeutet.

Zum anderen dürfen künftig wieder mehr Menschen gleichzeitig in die Geschäfte der Hauptstadt. Der bisher gültige Richtwert von maximal einer Person pro 20 Quadratmeter Verkaufsfläche wird auf 10 Quadratmeter gesenkt.

Allerdings beschloss der Senat gleichzeitig ein Bußgeld in Höhe von 50 bis 500 Euro für Fahrgäste, die in Bussen und Bahnen gegen die Maskenpflicht verstoßen. Das Thema war innerhalb von Rot-Rot-Grün lange umstritten. SPD und Grüne waren dafür. Die Linke hat mehrfach Zweifel geäußert, ob Bußgelder das richtige Mittel sind, das Ziel zu erreichen. Eine Pflicht, in öffentlichen Verkehrsmitteln Mund-Nasenschutz zu tragen, gilt in Berlin schon ab Ende April, kontrolliert wurde sie nicht. Bei Verstößen musste bisher niemand mit einem Bußgeld rechnen.


23.06.2020: Antikörper-Studie des Robert Koch-Instituts startet

Das Robert Koch-Institut hat am Dienstag in der oberbayerischen Gemeinde Bad Feilnbach (Landkreis Rosenheim) eine Antikörper-Studie zum Coronavirus gestartet. Das RKI will bundesweit in vier stark betroffenen Gemeinden rund 8000 Menschen auf das Virus testen, pro Ort rund 2000. Bad Feilnbach ist die zweite Kommune nach Kupferzell (Hohenlohekreis) in Baden-Württemberg, wo die Tests am 19. Mai begonnen hatten. Die Ergebnisse für Kupferzell sollen voraussichtlich Anfang Juli vorliegen.

Die ersten in Bad Feilnbach zufällig ausgewählten Testpersonen sollten am Dienstag zu den Test-Bussen des RKI kommen. Bei ihnen soll ein Rachenabstrich zum Test einer akuten Infektion gemacht sowie Blut abgenommen werden, um mögliche Antikörper zu bestimmen. Das soll zeigen, wie weit sich das Virus bereits in der Bevölkerung verbreitet hat. Studien zufolge deuten Antikörper auf eine Immunität hin. Wie stark und wie lange diese schützen könnte, ist offen.

Die Studienteams werden auch nach dem sozialen Verhalten der Menschen und nach ihrer Mobilität fragen, um herauszufinden, wie sich das Virus verbreitet hat. Erhoben werden zudem eine Reihe weiterer Punkte, etwa, ob die Menschen in der Zeit der Kontaktbeschränkung vermehrt zu Alkohol gegriffen haben.

Bad Feilnbach hatte zu Anfang der Pandemie sehr viele Corona-Fälle verzeichnet. Zuletzt gab es aber keine Neuinfektionen mehr. Der dritte Ort für die Studie solle im Landkreis Straubing-Bogen liegen, hieß es beim RKI. Über den vierten sei noch nicht entschieden.

Eine ähnliche Studie - allerdings nicht vom RKI - hatte es im stark vom Coronavirus betroffenen Gangelt im nordrhein-westfälischen Kreis Heinsberg gegeben. Auch in München läuft eine Studie der Abteilung Infektions- und Tropenmedizin am LMU Klinikum München.


23.06.2020: Laschet verkündet Lockdown im Kreis Gütersloh

Nach dem Ausbruch des Coronavirus in einem Schlachthof der Firma Tönnies hat Nordrhein-Westfalens Ministerpräsident Laschet in einer Pressekonferenz einen Lockdown über den gesamten Kreis Gütersloh verhängt. Dieser solle bis zum 30. Juni gelten. Es sei das erste Mal, dass es in Deutschland einen Lockdown nur in einem Landkreis gebe.

"Wir haben es im Kreis Gütersloh mit dem bisher größten, einzelnen Infektionsgeschehen in Nordrhein-Westfalen und auch Deutschland zu tun", so der Ministerpräsident.

Demnach sollen im Landkreis gleiche Kontaktbeschränkungen wie im März gelten. Folglich dürfen sich lediglich Menschen aus einer Familie oder einem Hausstand bzw. zwei Personen in der Öffentlichkeit zusammen aufhalten. Zusätzlich sind Freizeitaktivitäten in geschlossenen Räumen vorerst nicht mehr gestattet, Ausstellungen und Museen müssen wieder schließen. Restaurants können zwar geöffnet bleiben, jedoch nur noch für Menschen aus einem Hausstand. Das Grillen in Parks ist verboten.

Die Maßnahmen sollen auch für den benachbarten Landkreis warendorf gelten, dort jedoch nicht flächendeckend.


23.06.2020: Zwei weitere Mitarbeiter von Trumps Wahlkampfteam haben Corona

Nach der Kundgebung von US-Präsident Donald Trump im US-Bundesstaat Oklahoma am Wochenende sind zwei weitere Mitarbeiter aus dessen Wahlkampfteam positiv auf das Coronavirus getestet worden. Die beiden hätten an der Wahlkampfveranstaltung in Tulsa am Samstag (Ortszeit) teilgenommen, aber die ganze Zeit über Atemschutzmasken getragen, erklärte der Kommunikationsdirektor Tim Murtaugh am Montag (Ortszeit) auf Anfrage. Die Betroffenen müssten in Quarantäne, außerdem würden ihre Kontakte zurückverfolgt, hieß es.

Am Samstag waren bereits sechs Mitarbeiter positiv auf den Erreger Sars-CoV-2 getestet worden. Sie hatten nicht an der Veranstaltung teilgenommen.

Trump hatte Kritik auf sich gezogen, ein Event mit Tausenden Menschen in einer geschlossenen inmitten der anhaltenden Pandemie abzuhalten.

Im Vorfeld teilte er mit, dass sich fast eine Million Menschen um Tickets in der Veranstaltung in der rund 19 200 Menschen fassenden Arena beworben hätten. Tatsächlich blieben Tausende Plätze leer.


23.06.2020: Zahl der Corona-Nachweise von Tönnies-Mitarbeitern gestiegen

Nach dem Corona-Ausbruch beim Fleischproduzenten Tönnies im Werk Rheda-Wiedenbrück ist die Zahl der nachweislich Infizierten weiter gestiegen. Es gebe 1553 positive Befunde von den Personen, die unmittelbar im Werk tätig sind, sagte der Leiter des Krisenstabes im Kreis Gütersloh, Thomas Kuhlbusch, am Montagabend bei einer Pressekonferenz in Gütersloh. Insgesamt seien 6650 Proben genommen worden. Zuvor hatten die Behörden von 1331 bestätigen Corona-Fällen (Stand Sonntag) in der Tönnies-Belegschaft berichtet.


22.06.2020: Magdeburg startet Lebensmittelversorgung für Menschen in Quarantäne

Die Versorgung der Menschen, die in Magdeburg unter Quarantäne stehen, soll ab Dienstag anlaufen. Die Betroffenen in den Vierteln Neue Neustadt und Salbke werden insgesamt viermal - alle drei Tage - von den Johannitern mit Lebensmitteln beliefert, wie die Stadt am Montag mitteilte. Dabei soll der Grundvorrat an Lebensmitteln verteilt werden, den laut Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe jeder Haushalt für zehn Tage vorrätig haben sollte. Dazu zählen etwa Nudeln, Kartoffeln, Milchprodukte und Gemüse.

Menschen, die bereits länger als zwei Tage unter Quarantäne gestellt seien und dringend Lebensmittel benötigten, sollten am Montag kurzfristig mit Lebensmitteln versorgt werden, hieß es. Außerdem können die Bewohnerinnen und Bewohner ab Dienstag auch Sonderbedarf wie beispielsweise Windeln anmelden.

Zudem soll ebenfalls ab Dienstag eine Hotline des Sozial- und Wohnungsamtes mit deutsch- und rumänischsprachigen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern besetzt werden. Zu den Bewohnern in Neue Neustadt und Salbke gehören nach Angaben der Stadt Menschen mit rumänischem Pass.

Wegen vermehrter Coronavirus-Infektionen hatte Magdeburg am 20. Juni Quarantäneanordnungen für 19 einzelne Hausaufgänge in der Neuen Neustadt und in Salbke verhängt. Davon sind nach Angaben der Stadt insgesamt 523 Bewohnerinnen und Bewohner betroffen. Enden soll die Quarantäne voraussichtlich am 4. Juli. Ordnungsamt und Polizei wollen die Einhaltung der Regeln überprüfen. Mehrere Schulen, Spielplätze und Freizeiteinrichtungen wurden - nach Lockerungen der Bestimmungen des Landes zur Eindämmung der Coronavirus-Pandemie - wieder geschlossen.


22.06.2020: Corona-Impfstoff von Curevac scheint bislang gut verträglich

Die erste Freiwillige, die in Tübingen den Corona-Impfstoff der Firma Curevac erhalten hat, ist wieder nach Hause entlassen worden. "Es sieht sehr, sehr gut aus, was die Verträglichkeit und Sicherheit des Impfstoffs angeht", sagte Studienleiter Peter Kremsner vom Institut für Tropenmedizin am Montag. Die nächsten drei Teilnehmer sollten im Verlauf des Tages geimpft werden.

Die 29-jährige Probandin war am Freitag geimpft und anschließend 24 Stunden stationär überwacht worden. Nun telefoniert sie täglich mit den Ärzten im Tropeninstitut und kommt zu regelmäßigen Kontrollvisiten. Wenn die erste Impfung gut vertragen wird, folgt einen Monat später eine zweite mit höherer Dosis.

Curevac hatte nach der Mainzer Firma Biontec als zweites deutsches Unternehmen die Genehmigung für eine klinische Studie bekommen. Der Impfstoff der Tübinger Biopharmafirma basiert auf dem Botenmolekül mRNA und regt im Körper die Bildung eines Virus-Eiweißes an. Dies löst eine Immunreaktion aus, die den Menschen vor den Viren schützen soll.


22.06.2020: R-Wert schießt in die Höhe

Die Reproduktionszahl, die das RKI im täglichen Situationsbericht meldet ist (Stand 21.06.) extrem gestiegen. So liegt der R-Wert jetzt bei über zwei. Das ist der höchste Wert seit dem Lockdown.

Zurückzuführen ist dieser enorme Anstieg auf mehrere neue Corona-Hotspots in Deutschland, so zum Beispiel bei 'Tönnies', einem fleischverarbeitenden Betrieb in NRW. Allein hier wurden über eintausend Mitarbeiter positiv getestet.

Alle Details zu den neuen Hotspots und eine Erklärung des R-Wertes kannst du dir hier durchlesen:

Reproduktionszahl: R-Wert schießt in die Höhe


22.06.2020: Corona-Notstand in Spanien nach 14 Wochen beendet

Im früheren Corona-Hotspot Spanien herrscht seit Sonntag die "neue Normalität": Nach genau 14 Wochen ging um Mitternacht der Notstand zur Eindämmung der Pandemie zu Ende. Die 47 Millionen Bürger des Landes durften sich erstmals seit dem 14. März wieder im ganzen Land frei bewegen. "Gemeinsam haben wir das Virus bezwungen", schrieb Gesundheitsminister Salvador Illa auf Twitter.

"Wir tun nun diesen Schritt allerdings, ohne zu vergessen, dass Covid-19 noch da ist", betonte der Minister der linken Regierung. Nach einer am Sonntag in der Zeitung "El Mundo" veröffentlichten repräsentativen Umfrage des Meinungsforschungsinstituts Sigma Dos wollen die meisten Spanier auch in Zukunft Vorsicht walten lassen.

Vier von fünf Befragten hätten ihre Sorgen vor einem Corona-Neuausbruch geäußert, hieß es. Mehr als 40 Prozent waren demnach "sehr besorgt", weitere knapp 40 Prozent "ziemlich besorgt".

In der Hauptstadt Madrid und in anderen küstenfernen Gemeinden machten sich am ersten Tag schon frühmorgens zahlreiche Menschen bei Temperaturen von zum Teil weit über 30 Grad auf in den Badeurlaub. Die meisten benutzten den eigenen Wagen, berichteten Medien. Viele Flieger und Züge seien aber voll gewesen.

In der "neuen Normalität" hält die Zentralregierung nur noch wenige Corona-Regeln landesweit aufrecht. Die Wichtigste: In geschlossenen Räumen und auch im Freien muss man Schutzmaske tragen, wenn ein Sicherheitsabstand von mindestens eineinhalb Metern nicht eingehalten werden kann. Bei Verstoß können Geldstrafen von bis zu 100 Euro verhängt werden. Über andere Maßnahmen dürfen die einzelnen Regionen - ähnlich wie in Deutschland - selbst entscheiden.


22.06.2020: Corona-Infektion bei Grundschulkind: Stadt Kassel schließt Schule

Nach dem Nachweis des Coronavirus bei einem Grundschulkind schließt die Stadt Kassel bis auf Weiteres vorsorglich die Königstorschule im Westen der nordhessischen Kommune. Auch die Eltern des Kindes seien an Covid-19 erkrankt, teilte die Stadt am Sonntag mit. "Da nicht abschließend geklärt ist, mit wie vielen weiteren Personen das infizierte Kind in Kontakt war, hat die Stadt Kassel in enger Abstimmung mit der Schulleitung entschieden, dass die Königstorschule ab Montag, 22. Juni, als Vorsichtsmaßnahme vorerst geschlossen wird." Ebenso werde der Hort Kreuzkirche geschlossen, in dem Kinder der Grundschule betreut werden.

Wie lange die Einrichtungen geschlossen bleiben, sei noch nicht festgelegt, sagte ein Sprecher der Stadt auf Nachfrage. Über das weitere Vorgehen werde entschieden, sobald Ergebnisse von weiteren Tests vorlägen.


21.06.2020: Lockerungen für Schulen und Kitas zum Wochenstart

Eine Reihe von Bundesländern lockert ihre Corona-Regeln bezüglich Schulen und Kitas in der kommenden Woche. In Berlin und Niedersachsen können ab Montag beispielsweise alle Kinder wieder in eine Kita gehen. Und auch alle Grundschüler in Hessen und Bremen bekommen dann wieder einen Präsenzunterricht. Trotzdem gelten weiterhin Einschränkungen. In der Hansestadt werden die Schüler erstmal nur in vier Unterrichtsstunden an vier Tagen in der Woche unterrichtet. Für Hessen gelten vier Stunden Unterricht pro Tag für die Klassen eins und zwei und fünf für die Klassen drei und vier.

Gute Nachrichten gibt es zudem für Hochzeitspaare in Bayern. Dort dürfen ab Montag neben Hochzeits- und anderen Feiern etwa auch Vereinssitzungen wieder stattfinden. Auch Hallenbäder, Innenbereiche von Thermen und Hotelschwimmbäder können dann im Freistaat wieder öffnen. Zum Wochenstart dürfen sich außerdem in Niedersachsen statt wie bisher nur Angehörige zweier Haushalte auch Gruppen bis zu zehn Personen in der Öffentlichkeit treffen. Hessen lockert zudem die Obergrenze für Veranstaltungen. Bisher mussten diese ab 100 Teilnehmern genehmigt werden. Ab Montag gilt das erst ab 250 Menschen.


21.06.2020: Rückkehr zur Normalität - Zugang zu Inseln wird ausgeweitet

Der Tourismus an der Küste nimmt weiter Fahrt auf - Urlauber können bald wieder von Niedersachsen nach Sylt (Schleswig-Holstein) mit dem Katamaran reisen. Ab 4. Juli soll er dreimal wöchentlich von Cuxhaven starten und die Insel in knapp zweieinhalb Stunden erreichen, wie Sylt Marketing mitteilte. Helgoland sollen in den kommenden Wochen mehrere Schiffe täglich von Cuxhaven aus ansteuern. Die Verbindung ab Bremerhaven zur Insel wird erst zum 1. Juli aufgenommen.

Indes dürfen Tagestouristen ab diesem Montag auch wieder auf Ostfriesische Inseln reisen. Juist und Baltrum machen den Anfang, am Dienstag sollen nach bisherigem Stand Spiekeroog und Wangerooge folgen. Bislang war wegen der Corona-Pandemie mindestens eine gebuchte Übernachtung Voraussetzung.

Auf Wangerooge wird allerdings wegen des Sommerferienstarts in mehreren Bundesländern vom 25. bis 29. Juni sowie am 4. und 5. Juli wieder eine Beschränkung gelten. Langeoog lässt ab Dienstag zunächst nur jeweils 200 Tagesgäste auf die Insel - an Wochenenden gar keine. Norderney, das an manchen Tagen nach Angaben des Landkreises Aurich bis zu 4500 Tagesgäste zählt, soll für diese bis zunächst 30. Juni gesperrt bleiben.


21.06.2020: Bayerisches Corona-Testkonzept für alle wirft Fragen auf

Die Staatsregierung hat die Einführung eines bayerischen Corona-Testkonzepts beschlossen, nach dem sich alle Menschen "so bald wie möglich" auf eine Covid-19-Erkrankung untersuchen lassen können - auch ohne Symptome oder andere Hinweise auf eine mögliche Infektion. Weil dazu noch viele Fragen offen sind, fordert die oppositionelle SPD Angaben etwa zur Kostenübernahme. Ein Sprecher des Gesundheitsministeriums erklärte am Sonntag in München, Details würden derzeit noch erarbeitet. "Es liegt auf der Hand, dass zunächst auch die organisatorischen Vorbereitungen abgeschlossen werden müssen. Dazu zählt unter anderem die Kostenfrage."

Das Bundesgesundheitsministerium habe eine Verordnung zur Übernahme von Laborkosten im Rahmen der gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) vorgelegt, führte der Sprecher aus. So könnten etwa Kosten für Tests von Bewohnern ohne Corona-Symptome in Pflegeheimen übernommen werden, was in Bayern ausgeschöpft werden solle. "Allerdings sieht die Bundesverordnung eine GKV-Kostenübernahme nur für die Laborkosten - aber nicht für die Abstrichnahme - sowie nicht für alle asymptomatischen Fälle vor. Die entsprechenden Kostenlücken wird der Freistaat schließen", kündigte der Sprecher an. In den nächsten Tagen würden auf Bundesebene noch offene Einzelheiten der Abrechnung mit den Kassen besprochen. "Sobald alle Fragen dazu geklärt sind, werden wir natürlich das Konzept der Öffentlichkeit vorstellen."

Die stellvertretende Vorsitzende des Gesundheitsausschusses im Landtag, Ruth Waldmann, hatte unter anderem hinterfragt, wer die Kosten übernehme, wie die Absprachen mit den Krankenkassen aussähen und wie der Haushalt belastet werde. Außerdem wolle sie den genauen Startpunkt wissen, sagte sie der Deutschen Presse-Agentur. Unklar sei auch, wie oft man sich testen lassen können wird.

Teil des am Dienstag vom Kabinett beschlossenen Testkonzepts ist darüber hinaus, dass konkrete Verdachtsfälle mit Symptomen Vorrang bei den Testungen haben. Auch freiwillige Tests in Einrichtungen mit gefährdeten Personengruppen etwa in Pflegeheimen, Einrichtungen für Menschen mit Behinderungen und Krankenhäusern sollen ausgebaut werden. Gleiches gelte zum Beispiel für Lehrer und Erzieher.

Aus Sicht der SPD-Gesundheitspolitikerin Waldmann ist aber noch unklar, wie die Tests in die Einrichtungen kommen oder ob Personal und Patienten an zentrale Stellen reisen müssen, ob es Schnelltests sein werden, wo sie ausgewertet werden und welche Behörden zuständig sind. Und sie warf die Frage auf, welches Konzept es für Tests in Schulen und Kitas gebe. «Wer in der Staatsregierung kümmert sich darum? Wann soll das kommen? Ist das freiwillig?», so Waldmann.

Der Ministeriumssprecher erklärte hierzu: "In den Pflegeheimen finden bereits seit Anfang Mai anlassbezogene und präventive Begehungen und Testungen statt." Ab kommender Woche sollten weitere Reihentestungen beginnen, unter anderem im Landkreis Aichach-Friedberg. Derweil hat die Zahl der Corona-Tests in Bayern die Millionenmarke überschritten. 1 008 475 Tests auf Sars-CoV-2 sind laut Ministerium bislang durchgeführt worden. "Mittlerweile können wir mehr als 21 000 Tests pro Tag vornehmen", sagte Ressortchefin Melanie Huml. Das Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit sowie mehr als 50 private Laboren analysierten die Rachenabstrichtests (PCR-Tests).

Die große Testkapazität sei wichtig, um Infektionsketten zu durchbrechen und die Verbreitung des Virus zu bremsen, so Ministerin Huml. «Mit unserem Testkonzept, den allgemein geltenden Hygiene- und Abstandsregeln sowie der neuen Corona-Warn-App des Bundes haben wir starke Instrumente geschaffen, um die Verbreitung des Virus weiter einzudämmen», sagte sie. "Daher rufe ich alle Bürgerinnen und Bürger noch einmal auf, auch die neue Warn-App zu nutzen." Je mehr Menschen sie herunterladen, desto effektiver könnten alle geschützt werden.


21.06.2020: Iran erwartet vor 2022 kein Ende der Coronakrise

Im Iran ist nach offizieller Einschätzung der Regierung bis ins Jahr 2022 kein Ende der Coronakrise in Sicht. Gesundheitsminister Saeid Namaki äußerte am Sonntag nach einem Bericht der Nachrichtenagentur Isna die Erwartung, "dass wir noch weitere zwei Jahre mit Corona leben müssen". Das Virus habe verschiedene Dimensionen, sei daher sehr kompliziert und quasi wie ein Tier, "das sowohl beißen als auch treten kann".

Nach einem zwischenzeitlichen Rückgang der Infektionen im Mai hat der Iran die Schutzmaßnahmen gelockert. In fast allen Branchen ist die Arbeit wieder erlaubt. Immer weniger Menschen nehmen die Hygienevorschriften ernst. Das Ergebnis ist nach Angaben von Experten ein erneuter Anstieg der Fallzahlen. Seit Ende Februar haben sich mehr als 200 000 Iraner nachweislich infiziert. Mehr als 9500 sind an oder mit dem Virus gestorben.


21.06.2020: Besucher dürfen in Pflegeheimen Nordrhein-Westfalens wieder umarmen

Das NRW-Gesundheitsministerium hat die Corona-Regeln für Besuche in Pflegeheimen gelockert und erlaubt ab sofort wieder ausdrücklich körperlichen Kontakt wie etwa Umarmungen. Das teilte das Ministerium am Samstag mit. Auch Café-Besuche außerhalb der Einrichtungen sind wieder möglich. Vom 1. Juli an können Bewohnerinnen und Bewohner zudem wieder Besuch in ihren Zimmern empfangen.

Auch für Wohneinrichtungen der Eingliederungshilfe (sogenanntes "Betreutes Wohnen" oder Heime für Menschen mit Behinderung) gibt es demnach Lockerungen: Die zeitliche Begrenzung und die Begrenzung der Besucherzahl werden aufgehoben. Lediglich für Einrichtungen, in denen besonders gefährdete Bewohnergruppen leben, wie etwa schwerstmehrfachbehinderte Personen, sollen die Regelungen zu den Besuchen für die Pflegeeinrichtungen weiter gelten.

"Infektionsschutz ist lebensnotwendig. Soziale Kontakte sind es aber auch. Den Einrichtungen geben wir zudem die notwendige Sicherheit, um den Bewohnerinnen und Bewohnern so viele soziale Kontakte wie aktuell vertretbar zu ermöglichen", sagte Gesundheitsminister Karl-Josef Laumann. Das Ministerium begründet die Lockerungen durch weniger Infektionen in den Einrichtungen. "Ich bin froh, dass die Zahlen es zulassen, dass wir die Besuchsregelungen nun nochmals ändern können. Klar ist aber auch: Wir müssen weiterhin wachsam sein und wirksame Infektionsschutzmaßnahmen in den Einrichtungen verankern. Das Virus ist immer noch da", so Laumann.


21.06.2020: Aserbaidschan verhängt Corona-Ausgangssperren

Die autoritär regierte Kaukasus-Republik Aserbaidschan hat wegen steigender Corona-Neuinfektionen in mehreren Regionen zweiwöchige Ausgangssperren verhängt. Dies teilte das Gesundheitsministerium am Sonntag mit. Betroffen ist auch die Hauptstadt Baku. Die Wohnung darf man nur noch mit Genehmigung verlassen, die per SMS verschickt wird. Einkaufszentren, Friseursalons, Restaurants und Museen dürfen nicht mehr öffnen.

Die bislang geltenden Quarantäne-Maßnahmen wegen der Epidemie wurden der Regierung zufolge bis 1. August verlängert. Dies gelte auch für Ein- und Ausreisen in das Land am Kaspischen Meer. In der Ex-Sowjetrepublik gibt es nach offiziellen Angaben mehr als 12 200 Corona-Fälle. 150 Menschen starben. Aserbaidschan grenzt an den Iran, das ebenfalls schwer von der Pandemie betroffen ist.


21.06.2020: Favelas in Brasilien kämpfen allein gegen das Coronavirus

Seit Laryssa da Silva ihren Job im Restaurant los war, wusste die Brasilianerin nicht, woher sie den nächsten Teller Essen für sich und ihre beiden Kinder nehmen sollte. "Ich war ziemlich verloren." Bis sie in ihrem Armenviertel in São Paulo "Straßenpräsidentin" wurde: eine von fast 700 Bewohnern, die darauf achten, dass während der Corona-Pandemie alle zu Hause bleiben oder Mundschutz tragen. Nun verteilt sie Pakete mit Lebensmitteln und Hygieneartikeln, leistet Hilfe und informiert über das Virus. Dafür bekommt sie selbst als eine der ersten ein Lebensmittelpaket.

Während die Regierung des rechtspopulistischen Präsidenten Jair Bolsonaro die Corona-Krise am liebsten aussitzen würde, organisieren sich die Bewohner der Armenviertel selbst. Die Favela Paraísópolis in São Paulo, wo etwa 100 000 Menschen leben, hat nun sogar Ärzte und Krankenwagen unter Vertrag. Die reguläre Ambulanz kommt nicht mehr. "Wir haben erkannt, dass die Sache groß wird und die öffentliche Politik die Favelas nicht erreicht", sagte Gilson Rodrigues, eine der Verantwortlichen. "Also machen wir unsere eigene Politik".

Auch Bewohner anderer ärmlicher Siedlungen haben Informationskampagnen gestartet, Lebensmittel und Hygieneartikel verteilt sowie Datenbanken erstellt. "Alles bereitet uns Sorgen", sagt Neila Marinho vom "Krisenkabinett" der Favela Complexo do Alemão in Rio de Janeiro. "Angefangen damit, dass die Leute wissen, was passiert. Bis dahin, dass wir ihnen Essen und Seife bringen."

Während in Europa wieder Normalität zurückkehrt, hat Brasilien gerade die Marke von einer Million Corona-Infizierten durchbrochen. Fast 50 000 Menschen sind tot. In beiden Statistiken liegt Brasilien auf Platz zwei der am meisten betroffenen Länder der Welt. Nur in den USA ist es noch schlimmer. Die tatsächliche Zahl dürfte in Brasilien jedoch weit höher sein - auch, weil das Land sehr wenig testet.

Die Armensiedlungen von Rio und São Paulo, wo viele Schwarze leben, leiden besonders. Den Bewohnern fehlt es oft am Nötigsten. "Wer hier wohnt, hat kein Wasser, um sich die Hände zu waschen", sagt Gabriela Anastácia von der Sozialhilfe-Organisation "Observatório das Favelas". "Er kann sich nicht von anderen fernhalten, weil er mit fünf, sechs, neun Personen zusammenwohnt." Die Wahrscheinlichkeit, an Covid-19 zu sterben ist in Rio für Favela-Bewohner fünfmal höher als für Leute aus wohlhabenden Gegenden.

Abfinden wollen sich die Menschen in den Favelas damit nicht. "Wir verbreiten so viele Informationen wie möglich, um die Auswirkungen des Virus zu reduzieren", sagt Neila Marinho. Mit Plakaten, Bannern und Lautsprecherdurchsagen informiert das "Krisenkabinett" die Bewohner im Complexo do Alemão über Corona. Ein "Coletivo Papo Reto" hat sogar ein Lied komponiert, mit dem dazu aufgefordert wird, sich die Hände zu waschen und Menschenansammlungen zu vermeiden. 37 000 Lebensmittelpakete und 24 000 Hygiene-Kits sind auch schon verteilt.

Die Favela-Bewohner sind es gewohnt, sich selbst zu organisieren. An den Hügeln Rios siedelten sich zunächst ehemalige Sklaven an. Später übernahmen kriminelle Organisationen die Kontrolle. Der Staat spielt traditionell keine Rolle. Mehr Macht als Gouverneure und Bürgermeister haben Drogenbosse und Milizionäre.

In der Corona-Krise haben einige Gangs aus Angst vor einer Ansteckung Ausländern den Zugang zu den Favelas untersagt und Ausgangssperren für die Bewohner verhängt. Präsident Bolsonaro wollte keine Maßnahmen zur Eindämmung treffen - in der Favela Rocinha in Rio funktionierte die Ausgangssperre, weil eine Drogengang sie durchsetzte. Die Bande drohte: "Wer aus dem Haus geht, bekommt eine Kugel in den Kopf."

Marinho ist im Complexo do Alemão nun schon seit drei Monaten zu Hause. Anderen fiel das schwer, sie mussten raus zum Arbeiten. So waren viele Läden nur kurz geschlossen. Viele Leute gingen bald wieder auf die Straße. "Wenn der Präsident sagt: "Das ist nur eine Grippe", rausgeht und so tut, als sei nichts - was machen dann wohl seine Wähler?" fragt Marinho.

Weil sie den offiziellen Angaben misstrauen, erheben die Favela-Bewohner sogar ihre eigenen Corona-Statistiken. Für Rio waren es zum Ende der Woche 1966 Infizierte und 415 Tote. "Eines der größten Probleme in der Pandemie sind Falschnachrichten", sagt Marinho. Sie werden vor allem über WhatsApp verbreitet, wo viele Brasilianer aktiv sind. Dem setzte das "Krisenkabinett" eine Aufklärungskampagne entgegen, ebenfalls per WhatsApp.

Wissenschaftler, die die Rolle von Basisorganisationen in den Favelas untersucht haben, glauben, dass einkommensschwache Gegenden in Europa von den Erfahrungen lernen können. "Die Pandemie wird nie durch eine Politik von oben nach unten besiegt werden können", sagt die Sozialpsychologin Sandra Jovchelovitch von der University of London. "Das muss von der Gemeinschaft ausgehen. Dabei können die Favelas dem Norden eine Menge beibringen."


21.06.2020: Corona-Notstand in Spanien beendet

Spanien befindet sich seit Mitternacht nicht mehr im Corona-Notstand. Sonntag ist damit der erste Tag nach 14 Wochen, an dem sich die 47 Millionen Bürger wieder im ganzen Land frei bewegen können. Auch die Grenzen für Urlauber aus Schengenstaaten sind seit 00.00 Uhr wieder offen. Nur die Grenze zu Portugal bleibt auf Wunsch der Regierung in Lissabon noch bis zum 1. Juli für die meisten Reisenden geschlossen.

Mit mehr als 28 000 Toten im Zusammenhang mit Covid-19 und mehr als 245 000 Infizierten ist Spanien eines der am schwersten von der Pandemie betroffenen Länder Europas. Inzwischen sind die Corona-Zahlen stark gesunken.


21.06.2020: Weitere Sprachen für Corona-Warn-App in rund vier Wochen

Die Corona-Warn-App soll in den kommenden Wochen auch in weiteren Sprachen zur Verfügung stehen. "In etwa vier Wochen wird es eine türkische Version geben, außerdem sind weitere Sprachen in Planung: Französisch, Arabisch und auch Russisch", sagte SAP-Vorstand Jürgen Müller der "Bild am Sonntag". Auch Rumänisch sei in Planung.

Gesundheitsminister Jens Spahn zeigte sich erfreut über die Downloadzahlen - bis zum Samstag rund 10,6 Millionen. "Mehr als 10 Millionen. Darauf können wir gemeinsam stolz sein. Deutschlands Corona-App hat mehr Downloads als die Corona-Apps aller anderen EU-Staaten zusammen", sagte er der Zeitung.


21.06.2020: Staatsanwaltschaft ermittelt gegen Tönnies

Der Kreis Gütersloh in Nordrhein-Westfalen ist nach dem Ausbruch in der Fleischfabrik im Ausnahmezustand. Die Bundeswehr soll die Einhaltung von Quarantänemaßnahmen sicherstellen und Testungen durchführen. Die Staatsanwaltschaft Bielefeld ermittelt wegen des Anfangsverdachts der fahrlässigen Körperverletzung und Verstoßes gegen das Infektionsschutzgesetz.

Enormes Pandemie-Risiko: Staatsanwaltschaft ermittelt gegen Tönnies
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20.06.2020: Merkel wirbt für Nutzung der neuen Corona-App

Kanzlerin Angela Merkel hat alle Bürger zum freiwilligen Nutzen der neuen Corona-App aufgerufen. Die Anwendung sei "ein wichtiger Helfer, wenn es darum geht, Infektionsketten zu erkennen und zu unterbrechen", sagte sie in ihrer wöchentlichen Videobotschaft. "Je mehr mitmachen, desto größer ist dieser Nutzen."

Merkel warb in dem am Samstag veröffentlichten Video um Vertrauen in den Datenschutz der App. Sie sichere die Privatsphäre, indem sie erzeugte Daten konsequent verschlüssele. Geodaten würden nicht erhoben, Daten nicht zentral gespeichert. Die App sei zudem absolut freiwillig. "Es gibt keine Belohnung für die Benutzung und keinen Nachteil, wenn sich jemand dagegen entscheidet."

Die im Auftrag des Bundes entwickelte Warn-App war am vergangenen Dienstag gestartet. Sie kann messen, ob sich Handynutzer über eine längere Zeit näher als etwa zwei Meter gekommen sind. Ist ein Nutzer positiv getestet worden und hat dies in der App geteilt, meldet sie anderen Anwendern, dass sie sich in der Nähe eines Infizierten aufgehalten haben. Dann kann man sich auch ohne Symptome auf Kassenkosten testen lassen. Die App wurde inzwischen mehr als neun Millionen Mal heruntergeladen.

Merkel sagte: "Die App kann nun unser Begleiter und Beschützer werden." Ohne diese technische Hilfe seien Gesundheitsämter weiterhin nur auf das Gedächtnis und die Auskunftsbereitschaft infizierter Menschen angewiesen. Die Kanzlerin mahnte zugleich: "Am wichtigsten bleibt es, neue Infektionen von vornherein zu vermeiden." Dafür komme es nach wie vor auf das Verhalten an. Abstand halten, Händewaschen und das Tragen von Alltagsmasken blieben unerlässlich.


20.06.2020: Kinos und Casinos öffnen in Frankreich wieder

In Frankreich dürfen Kinos, Ferienzentren, Casinos und Spielhallen ab kommenden Montag (22. Juni) wieder ihren Betrieb aufnehmen. Allerdings gelten die bestehenden Kontakt- und Hygieneregelungen weiter, wie das Büro des Premierministers in der Nacht zum Samstag verkündete. Auch Teamsport dürfe wieder betrieben werden - mit Ausnahme von Kampfsportarten.

Weitere Lockerungen sollen am 11. Juli in Kraft treten, darunter die Wiederaufnahme von Flusskreuzfahrten, die Wiedereröffnung von Pferderennbahnen und Stadien. Bis mindestens September hingegen sollen Branchenmessen und internationale Kreuzfahrten verboten bleiben, Diskotheken dürfen ebenfalls nicht früher öffnen.

In Frankreich klingt die Corona-Seuche langsam ab. In den vergangenen 24 Stunden starben 14 Menschen an der Lungenkrankheit Covid-19. Das Land ist mit mehr als 29 600 Toten besonders heftig von der Pandemie getroffen.


20.06.2020: Sechsstündige Ausgangssperre in der Türkei

Wegen der Aufnahmeprüfungen für das Gymnasium in der Coronakrise haben die türkischen Behörden am Samstag eine sechsstündige Ausgangssperre über 81 Städte verhängt. Sie gilt bis 15 Uhr Ortszeit und soll garantieren, dass es vor den Schulen und Prüfzentren keine Staus gibt. Am 27. und 28. Juni soll es wegen Aufnahmeprüfungen für die Universität weitere Ausgangssperren geben, wie die Nachrichtenagentur Anadolu berichtete.

Gesundheitsminister Fahrettin Koca sagte, ausgenommen von dem Ausgehverbot seien Begleitpersonen der Schüler sowie Reisende, die bereits ein Ticket erworben hätten. Zudem blieben Supermärkte und Bäckereien geöffnet.

Die Türkei hatte wegen der Corona-Krise seit April regelmäßig Ausgangssperren übers Wochenende für ausgewählte Städte und Provinzen wie Ankara und Istanbul erlassen. Bisher wurden 185 000 Infektionen und mehr als 4900 Tote im Zusammenhang mit Covid-19 registriert.

Am 1. Juni hatte Ankara zahlreiche Corona-Restriktionen gelockert. So wurden Reisebeschränkungen zwischen Städten aufgehoben; Cafés, Restaurants und Sportanlagen sind unter Auflagen wieder geöffnet.


20.06.2020: Ende von US-Einreisestopp aus Europa weiter offen

Ein Ende des Einreiseverbots aus dem Schengenraum in die USA ist weiter nicht in Sicht. US-Präsident Donald Trump beobachte die Situation fortwährend, bislang gebe es aber "keine Pläne", die Reisebeschränkungen aufzuheben, sagte die Sprecherin des Weißen Hauses, Kayleigh McEnany, am Freitag in Washington. Sie betonte, dass das Verbot zu Beginn der Corona-Pandemie sehr wichtig dafür gewesen sein, Leben in den USA zu retten.

Trump hatte den Einreisestopp Mitte März wegen der rasanten Ausbreitung des Coronavirus in mehreren europäischen Staaten verhängt. Derzeit dürfen Reisende aus dem Schengenraum, Großbritannien und Irland bis auf Ausnahmen nicht in die USA einreisen. Bei der Ankündigung im März hatte Trump gesagt, dass die Regelung auf 30 Tage begrenzt sei. Mitte April machte er klar: Sie bleibt in Kraft, bis es den vom Coronavirus stark betroffenen Ländern in Europa besser gehe. Ende Mai hatte er eine Aufhebung an Fortschritte bei der Bekämpfung der Pandemie in Europa geknüpft.

Wegen der Ausbreitung des Corona-Erregers hatte Trump auch strikte Einreisestopps für Ausländer aus China erlassen und zuletzt weitgehende Einreisebeschränkungen für Menschen aus Brasilien eingeführt. Auch Reisen über die Grenze der USA zu Kanada im Norden und Mexiko im Süden sind wegen der Pandemie vorübergehend teilweise eingeschränkt.


20.06.2020: Großbritannien senk Warnstufe in Coronavirus-Epidemie

Die britische Regierung hat die Warnstufe in der Coronavirus-Epidemie trotz Pannen bei der Einführung eines Systems zur Nachverfolgung von Infektionsketten von vier auf drei gesenkt. Das teilte das Gesundheitsministerium in London am Freitag mit.

Damit scheint der Weg frei für weitere Lockerungen der Kontaktbeschränkungen in dem Land. Bereits seit dieser Woche sind Geschäfte in England wieder geöffnet. Es muss jedoch ein Mindestabstand von zwei Metern eingehalten werden. Premierminister Boris Johnson kündigte für den 4. Juli an, weitere Maßnahmen aufzuheben. Den Menschen solle wieder ermöglicht werden, in Hotels und Restaurants zu gehen, so der Premier. Dafür solle es bald neue Richtlinien geben. Ob der Mindestabstand reduziert werden soll, wie es Wirtschaftsvertreter und auch viele Abgeordnete aus der konservativen Regierungspartei fordern, sagte Johnson nicht.

Noch vor wenigen Tagen hatte ein Vertreter der Weltgesundheitsorganisation WHO dem "Guardian" zufolge vor einer zu schnellen Aufhebung der Maßnahmen in Großbritannien gewarnt. Zuvor müsse sich das System zur Nachverfolgung von Infektionsketten als robust erweisen.

Johnson hatte angekündigt, bis Anfang Juni ein "Weltklasse-System" einzuführen. Inzwischen musste die Regierung aber eingestehen, dass dieses Versprechen nicht eingehalten werden konnte. Eine Warn-App, die seit Wochen auf der Isle of Wight getestet wurde, wurde am Donnerstag zugunsten einer Alternative verworfen. Es könnte nach Regierungsangaben bis zum Winter dauern, bis sie einsatzbereit ist.

Das Gesundheitsministerium meldete am Donnerstag mehr als 1200 Neuinfektionen und 135 Todesfälle. Insgesamt hat es in keinem anderen europäischen Land so viele Tote durch die Pandemie gegeben wie im Vereinigten Königreich. Dort starben mehr als 42 000 Menschen, nachdem sie positiv auf das Virus getestet wurden. Die Zahl der Gestorbenen, bei denen Covid-19 als Todesursache festgestellt wurde, liegt bei mehr als 53 000.


20.06.2020: Schweiz hebt fast alle Corona-Schutzmaßnahmen auf

Angesichts niedriger Infektionszahlen hebt die Schweiz ab Montag praktisch alle Corona-Schutzmaßnahmen auf: Lediglich Großveranstaltungen mit mehr als 1000 Teilnehmern bleiben verboten. Das beschloss die Regierung am Freitag.

Die Menschen sollen aber weiter Abstand halten, nun eineinhalb statt zwei Meter oder auch weniger, wenn sie dann einen Mund- und Nasenschutz tragen. Die Sperrstunde wird aufgehoben, so dass auch Nachtclubs wieder bis in die frühen Morgenstunden offen bleiben können. In Theatern und Kinos muss nur noch ein Sitz zwischen Gästen freigehalten werden.

Auch Demonstrationen sind ab diesen Samstag wieder erlaubt, allerdings müssen Teilnehmer Masken tragen. Es gibt keine Empfehlungen mehr, dass ältere Menschen oder solche mit Vorerkrankungen zu Hause arbeiten sollen. Hygienekonzepte müssen aber in allen öffentlich zugänglichen Orten weiter eingehalten werden.

Innerhalb von 24 Stunden waren in der Schweiz und in Liechtenstein 17 neue Ansteckungen mit dem Coronavirus gemeldet worden. Insgesamt gab es gut 31 000 laborbestätigte Fälle, wie das Bundesamt für Gesundheit am Freitag mitteilte.


20.06.2020: 21 neue Corona-Fälle in Magdeburg - vorerst keine in Schönebeck

In Magdeburg sind binnen eines Tages 21 neue Coronavirus-Fälle gemeldet worden. Damit steigt die Zahl der bekannten Infektionen auf 216, wie das Sozialministerium am Freitag mitteilte.

Währenddessen läuft in Schönebeck (Salzlandkreis) weiter die Suche nach möglichen Infizierten, nachdem eine Magdeburger Patientin dort in einer Reha-Klinik positiv auf das Coronavirus getestet wurde. 250 Patienten und Mitarbeiter zweier Kliniken seien getestet, für 70 Prozent lägen Ergebnisse vor - allesamt seien negativ, teilte der Salzlandkreis am Freitag mit. Auch das Personal der Rettungswache in Schönebeck, das die Patientin von der Reha- in die Innere Klinik transportiert hatte, sei untersucht worden. Bei der Patientin selbst sei das Virus am Donnerstag nicht mehr nachgewiesen worden, sie sei zudem symptomfrei. Für die Kliniken hat der Landkreis einen Aufnahmestopp und Besuchsverbot erlassen.

Derzeit sind in Magdeburg mehrere Schulen, Spielplätze und Freizeiteinrichtungen geschlossen. Um die Ausbreitung des Virus zu verhindern, könnten als "letzter Schritt" auch andere Maßnahmen ergriffen werden, sagte Oberbürgermeister Lutz Trümper am Donnerstag im MDR: "Dann muss so ein Stadtteil abgesperrt werden, dann muss der zugemacht werden. Dann kommt da keiner mehr rein und raus und die Polizei muss das bewachen".


20.06.2020: Erste Freiwillige erhält Corona-Impfstoff von Curevac

Die Studie mit dem Corona-Impfstoff der Firma Curevac ist am Freitag in die heiße Phase gegangen: Eine Freiwillige erhielt an der Uniklinik Tübingen die erste Impfung. Anschließend bleibe die junge Probandin 24 Stunden unter Beobachtung - sie werde dabei sowohl vom Monitor als auch von Ärzten überwacht, sagte Studienleiter Peter Kremsner der Deutschen Presse-Agentur. "Bei Impfstudien ist bisher noch nie etwas Gravierendes passiert, aber wir wollen auf Nummer sicher gehen."

Kremsner rechnet bereits in zwei Monaten mit ersten Ergebnissen. "Das wird ziemlich fix gehen", sagte der Direktor des Instituts für Tropenmedizin, wo der Wirkstoff getestet wird. Schon jetzt hätten sich aufgrund der Medienberichte Hunderte Freiwillige gemeldet. Sobald ein Rundbrief mit einem Aufruf geschrieben sei, werde es wohl Tausende Bewerbungen geben. Für die Uniklinik Tübingen sei es ein Heimspiel.

Für die Studie werden zunächst 100 gesunde Teilnehmer im Alter zwischen 18 und 60 Jahren benötigt. "Wenn alles gut geht mit der ersten Probandin, kommen Montag die nächsten drei, am Mittwoch dann vier bis acht und von da an immer mehr", erklärte Kremsner. Sie alle würden im Anschluss beobachtet, im weiteren Verlauf werde die Impf-Dosis erhöht oder sogar eine zweite Impfung verabreicht, wenn die erste gut vertragen werde. Das Ziel der ersten Phase der Studie sei es, etwas über die Verträglichkeit und die Immunabwehr zu erfahren.

Das Tübinger Unternehmen Curevac arbeitet an sogenannten mRNA-Impfstoffen. mRNA ist eine Art Botenmolekül, in dem die Bauanleitung zur Herstellung von Proteinen steckt. Für ihren Impfstoff haben die Curevac-Forscher mRNA mit der Bauanleitung für ein Protein des Coronavirus Sars-CoV-2 versehen. Die menschlichen Zellen bilden nach der Impfung dieses Protein, was der Körper als fremd erkennt. Er bildet Antikörper und andere Abwehrzellen dagegen.


20.06.2020: Neue Coronaschutz-Verordnung erlaubt Abi-Partys ab 20. Juni

Gute Nachricht für Tausende Schüler in NRW: Ab Samstag (20. Juni) sind Abschluss- inklusive Abi-Partys ohne Eltern wieder erlaubt. Dies geht aus der neuen Coronaschutz-Verordnung des Landes hervor, die am Freitag veröffentlich wurde. Minderjährige müssen eine Einverständniserklärung ihrer Erziehungsberechtigten mitbringen, jede Party muss mindestens zwei Tage vorher bei den Gesundheitsbehörden angemeldet werden. Diese können die Feiern bei einem lokalen Corona-Ausbruch auch verbieten.

Der neue Absatz in der Schutzverordnung erlaubt "ausschließlich interne und jeweils einmalige selbst organisierte Feste von Schulabgangsklassen oder -jahrgängen außerhalb von Schulanlagen und Schulgebäuden", wenn sichergestellt ist, dass nur die jeweiligen Schüler der Klasse oder des Jahrgangs kommen.

Zuletzt waren bereits Lockerungen für Feste "aus einem herausragenden Anlass" wie Hochzeits-, Tauf-, oder Abschlussfeiern mit höchstens 50 Teilnehmern zulässig. Unter anderem weil ein Abschlussjahrgang oftmals mehr als 50 Schülerinnen und Schüler umfasst, wurde der Sonder-Passus ergänzt - so dass jetzt auch mehr Menschen gemeinsam feiern können.


20.06.2020: Gericht kippt Corona-Sperrstunde für Biergärten und Restaurants

Erneute juristische Schlappe für die Staatsregierung: Der Bayerische Verwaltungsgerichtshof hat die derzeit noch geltende vorgezogene Sperrstunde ab 22.00 Uhr für Bayerns Gastronomie wegen der Corona-Pandemie gekippt. Die Richter bewerteten die nur eingeschränkt gestattete Abgabe von Speisen und Getränken sowohl in den Innenräumen von Gaststätten als auch auf Freischankflächen nur in der Zeit von 6 bis 22 Uhr "als nicht rechtskonform", wie das Gericht am Freitag in München mitteilte.

Der Senat begründete seine Entscheidung damit, dass die Öffnung von Gastronomiebetrieben seit dem 29. Mai 2020 bislang nicht zu einem nennenswerten Anstieg der Infektionszahlen mit dem Coronavirus geführt habe. Daher erweise sich die zeitliche Betriebsbeschränkung als unverhältnismäßig. Ein Gastwirt aus Unterfranken hatte die zeitliche Beschränkung der Bewirtung im Rahmen eines Normenkontroll-Eilverfahrens angefochten.

Das Gericht akzeptierte auch nicht die Befürchtung der Staatsregierung, es könne alkoholbedingt zur Missachtung von Abstands- und Hygieneregeln und deshalb zu mehr Infektionen kommen. Dies hätte auch durch das Verbot des Ausschanks alkoholischer Getränke ab einer bestimmten Uhrzeit und ohne generelle Sperrstunde geregelt werden können, urteilten die Richter. Auch das Bedürfnis, die Auswirkungen der Öffnung der Gastronomie auf das Infektionsgeschehen zu beobachten, rechtfertige angesichts der weitgehenden Lockerungen im öffentlichen Leben die Beschränkung nicht.

Erst am Dienstag hatte sich das bayerische Kabinett dafür entschieden, die Sperrstunde ab diesem Montag auf 23.00 Uhr zu verlängern. Ob sich an dem Plan nun durch den Gerichtsentscheid etwas ändern wird, bleibt abzuwarten. Das Gesundheitsministerium erklärte am Freitagnachmittag auf Anfrage, derzeit werde noch geprüft, wie die Regierung mit der Entscheidung umgehen werde.

Derweil betonten die Richter, dass ihre Entscheidung nicht die weiter bestehende Schließung von Bars, Clubs, Diskotheken, Bordellen und sonstigen Vergnügungsstätten durch die Entscheidung berühre. Auch die anderweitig vorgegebenen Sperrzeiten, etwa zum Schutz der Nachbarschaft oder nach der Bayerischen Biergartenverordnung, seien weiterhin zu beachten.


20.06.2020: Rostocker Studie belegt geringes Corona-Risiko bei Kindern

Kinder haben laut einer Studie der Universitätsmedizin Rostock ein geringeres Risiko an Covid-19 zu erkranken als Erwachsene. Die bereits seit längerem bestehende Vermutung sei nun in der Untersuchung bestätigt worden, teilte eine Sprecherin am Freitag mit. Die Forscher untersuchten demnach, ob Kinder bereits mit Sars-CoV2 infiziert waren, ohne dass es bemerkt wurde, und ob sie eine Infektionsgefahr für Eltern und Großeltern darstellten. "Bei Kindern verläuft die Erkrankung in der Regel ohne oder nur mit schwachen Symptomen", sagte der Abteilungsleiter für Tropenmedizin und Infektionskrankheiten, Emil Reisinger.

Da Infektionen von Kindern meist mit Infektionen der Eltern einhergehen, untersuchten die Forscher 401 Rostocker Mütter von insgesamt 666 Kindern zwischen null und 17 Jahren. In keinem der Rachenabstriche konnte das Team Covid-19-Viren nachweisen. Auch beim Antikörpertest waren alle Mütter negativ. "Diese Ergebnisse zeigen, dass bisher keine der Teilnehmerinnen mit Covid-19 infiziert war", sagte Petra Emmerich, Leiterin des Hochsicherheitslabors am Hamburger Tropeninstitut. Sie hatte von einem Rostocker Patienten das Virus isoliert und Tests im Rostocker Labor gemacht.

Zu ähnlichen Schlüssen sind Reisinger zufolge bereits Studien aus China, England und den USA gekommen: "Kollegen in Shanghai und Wuhan fanden heraus, dass Kinder unter 15 Jahren nur etwa ein Drittel so empfänglich für den Erreger sind wie Erwachsene." Trotzdem hätten die Schul- und Kitaschließungen die Ausbreitung der Infektion deutlich verlangsamt.

In Mecklenburg-Vorpommern wurden der Unimedizin zufolge im März und April 699 Corona-Infektionen gemeldet. Fünf der Erkrankten waren jünger als vier Jahre. Acht der Infizierten waren zwischen fünf und neun Jahren alt, zwölf Kinder zwischen zehn und 14 Jahren. «Das bedeutet, dass nur etwa 0,7 Prozent aller Covid-19-Infektionen im Land bei Kindern unter vier Jahren und nur rund 3,6 Prozent bei Kindern unter 14 Jahren nachgewiesen wurden», erläuterte Reisinger.

Bildungsministerin Bettina Martin nannte die Ergebnisse der Untersuchung «sehr erfreulich». Die Studie sei die wissenschaftliche Bestätigung für den Kurs der Landesregierung, die Schulen nach den Sommerferien wieder in den Regelbetrieb zurückzuführen. Um die Ausbreitung von Covid-19 zu verlangsamen, waren im März deutschlandweit die Schulen geschlossen worden.


19.06.2020: Ergebnisse der Tübinger Impfstoff-Studie noch im Sommer erwartet

Der Leiter der ersten klinischen Studie mit dem Corona-Impfstoff der Firma Curevac an der Uniklinik Tübingen rechnet bereits in zwei Monaten mit ersten Ergebnissen. "Das wird ziemlich fix gehen", sagte Professor Peter Kremsner, Direktor des Instituts für Tropenmedizin, an dem der Wirkstoff getestet wird. Die Probandenuntersuchungen seien am Donnerstag angelaufen, aber die erste Impfung stehe noch aus.

Der erste Proband sei ein junger Mensch. "Er wird dann erst mal 24 Stunden bei uns in der Abteilung überwacht", so Kremsner. Das Ziel der ersten Phase der Studie sei es, etwas über die Verträglichkeit und die Immunabwehr zu erfahren. Nach und nach sollen mehr als 100 gesunde Freiwillige im Alter zwischen 18 und 60 Jahren an der Studie teilnehmen.

Das Tübinger Unternehmen Curevac arbeitet an sogenannten mRNA-Impfstoffen. mRNA ist eine Art Botenmolekül, in dem die Bauanleitung zur Herstellung von Proteinen steckt. Für ihren Impfstoff haben die Curevac-Forscher mRNA mit der Bauanleitung für ein Protein des Coronavirus Sars-CoV-2 versehen. Die menschlichen Zellen bilden nach der Impfung dieses Protein, was der Körper als fremd erkennt. Er bildet Antikörper und andere Abwehrzellen dagegen.

Für die Uniklinik Tübingen sei es ein Heimspiel, sagte Kremsner. In Phase zwei der Studie soll die Gruppe der Probanden um ältere Menschen erweitert werden. Auch Kinder sollen den Impfstoffkandidaten irgendwann bekommen. Zwei Monate habe die Vorbereitung der Studie gedauert, rund 30 Mitarbeiter seien beteiligt.


19.06.2020: Stadt Magdeburg schließt weitere Schule und Freizeiteinrichtungen

Um die weitere Ausbreitung des Coronavirus in Magdeburg zu bremsen, schließt die Stadt eine weitere Grundschule sowie mehrere Freizeiteinrichtungen für Kinder und Jugendliche. In der Grundschule "Westerhüsen" sei ein Mitarbeiter positiv auf Sars-CoV-2 getestet worden, der im gesamten Gebäude Reinigungsarbeiten verrichtet habe, teilte die Landeshauptstadt am Donnerstag mit. Die Grundschule werde daher von Freitag an bis zum 3. Juli geschlossen. Es ist die elfte Schule in der Stadt, die wegen des Corona-Ausbruchs geschlossen wird.

Geschlossen werden zudem vorsorglich bis zum 1. Juli sieben Freizeiteinrichtungen für Kinder und Jugendliche. Dort hätten sich viele Kinder und Jugendliche aus Familien aufgehalten, in denen das Virus nachgewiesen worden sei. Die Mitarbeiter seien telefonisch und teilweise per E-Mail für die Kinder und Jugendlichen ansprechbar. Es handele sich um eine Vorsichtsmaßnahme, betonte die Stadt.

In Magdeburg sind laut Sozialministerium binnen eines Tages 14 neue Coronavirus-Infektionen festgestellt worden. Insgesamt wurden in Magdeburg knapp 200 Infektionen seit Beginn der Pandemie bekannt. Mehr als 70 davon kamen seit Donnerstag vergangener Woche dazu. Am 11. Juni waren laut Sozialministerium noch 119 Fälle registriert gewesen, nun sind es demnach 195.


19.06.2020: Corona-Tests bei Müller Fleisch in Birkenfeld negativ

Neue Corona-Tests bei 530 Mitarbeitern von Müller Fleisch in Birkenfeld bei Pforzheim haben keinen Nachweis des Virus mehr erbracht. Für 40 Beschäftigte stehe ein Ergebnis noch aus, teilte das Landratsamt des Enzkreises am Donnerstag mit. In einer vorangegangenen Testrunde waren noch 16 Beschäftigte positiv getestet worden.

In der Fleischfabrik hatte es etwa 400 Infektionen mit dem Coronavirus gegeben. Viele Mitarbeiter mussten in häusliche Quarantäne. In Schlachthöfen gibt es immer wieder hohe Zahlen von Corona-Infektionen, aktuell beim Schlachtbetrieb Tönnies in Rheda-Wiedenbrück in Nordrhein-Westfalen.


18.06.2020: Tschechien beendet Mundschutzpflicht im Großteil des Landes

Tschechien hebt die Mundschutzpflicht ab dem 1. Juli in weiten Teilen des Landes komplett auf. Das gab Gesundheitsminister Adam Vojtech am Donnerstag in Prag bekannt. Sie gilt derzeit noch in Innenräumen wie Geschäften sowie im öffentlichen Nahverkehr. Nicht aufgehoben wird der Maskenzwang in Gebieten mit einer höheren Zahl an Corona-Neuinfektionen. Nach derzeitigem Stand würde das neben Prag auch die Region um die Bergbaustadt Karvina (Karwin) im Osten des Landes betreffen. Die Behörden planen eine Karte, die laufend aktualisiert werden soll. Man wolle von flächendeckenden Einschränkungen zu lokal begrenzten Maßnahmen übergehen, erklärte der 33 Jahre alte Minister von der populistischen Partei ANO.

Tschechien hatte als eines der ersten Länder in Europa am 18. März eine allgemeine Mundschutzpflicht in der Öffentlichkeit eingeführt. Sie wurde in der Zwischenzeit schrittweise gelockert. Bis Donnerstag gab es in dem Land 10 176 bestätigte Corona-Infektionen. 333 Menschen starben nach Angaben des Gesundheitsministeriums.


18.06.2020: Regelbetrieb an Schulen nach den Sommerferien - Bund und Länder einigen sich

Nach Wochen voller Streit haben sich Bund und Länder zur weiteren Eindämmung der Corona-Pandemie vorerst wieder auf eine gemeinsame Grundstrategie geeinigt.

  • Bund und Länder halten an den bisherigen Regeln zu Mindestabstand und Hygienemaßnahmen vorerst fest: 1,5 Meter Abstand, verstärkte Hygiene, Masken in bestimmten öffentlichen Bereichen, Kontaktbeschränkungen.
  • Bürgerinnen und Bürger sind angehalten, ihre Kontakte zu anderen Personen möglichst gering zu halten.
  • Bei höherem Infektionsgeschehen können weitergehende Kontaktbeschränkungen erlassen werden.
  • Die Länder streben an, spätestens nach den Sommerferien in den schulischen Regelbetrieb zurückzukehren und zeitnah auch zu einem möglichst vollständigen Regelbetrieb der Kinderbetreuungsangebote.
  • Die Kapazitäten für gezielte Testungen vor allem in Einrichtungen mit besonders anfälligen Personengruppen sollen ausgebaut werden. "Dort, wo zum Beispiel in einer Kinderbetreuungseinrichtung oder einer Schule ein Fall auftritt, müssen umfassende Testungen in der Einrichtung auf Kosten der Krankenkassen erfolgen."
  • Kanzlerin und Regierungschefs der Länder rufen alle Bürgerinnen und Bürger, die ein Smartphone benutzen, dazu auf, die Corona-Warn-App herunterzuladen.
  • Großveranstaltungen wie Volks- und Straßenfeste oder Kirmesveranstaltungen bleiben noch bis mindestens Ende Oktober verboten - mit Ausnahmen. Bisher galt als zeitliche Grenze der 31. August.
  • Die Länder sind weiterhin bestrebt, Einschränkungen etwa in der Gastronomie, im Beherbergungsbereich, im Kulturbetrieb oder für religiöse Gemeinschaften zurückzunehmen oder abzumildern - sofern die Regeln eingehalten werden.
  • Inzwischen ist unter anderem der touristische Reisebusverkehr in den meisten Ländern wieder erlaubt. "Die Länder gleichen die für den touristischen Reisebusverkehr erforderlichen Schutzmaßnahmen bundeseinheitlich wie im öffentlichen Personenverkehr an."

Am 12. März hatten sich Merkel und die Länderchefs zum letzten Mal persönlich im Kanzleramt getroffen. Danach wurde das öffentliche Leben in Deutschland wegen der Pandemie heruntergefahren: Schulen und Kitas wurden geschlossen, Restaurants, Bars und andere Einrichtungen ebenso. Die Kanzlerin und die Ministerpräsidenten hatten seitdem in Videoschalten über das Vorgehen in der Corona-Pandemie beraten.

Der Kurs von Bund und Ländern in der Pandemie war aber seit Anfang Mai auseinandergedriftet. Während Bayern etwa einen betont langsamen Kurs bei Lockerungen gewählt hat, drücken andere Länder wie Thüringen mit deutlich weniger Fallzahlen sehr aufs Tempo. In Sachsen wurde bereits über ein Ende der Maskenpflicht beim Einkaufen nachgedacht.


17.06.2020: Großveranstaltungen bis Ende Oktober verboten?

Die Bundesländer wollen Großveranstaltungen grundsätzlich bis mindestens Ende Oktober verbieten. Dies gelte für solche Veranstaltungen, "bei denen eine Kontaktverfolgung und die Einhaltung von Hygieneregelungen nicht möglich ist", heißt es in einem der Deutschen Presse-Agentur in Berlin vorliegenden Formulierungsvorschlag für das Treffen der Ministerpräsidenten mit Kanzlerin Angela Merkel (CDU) am Mittwochnachmittag. Demnach könnte es Ausnahmen geben, wenn die Vorgaben eingehalten werden können.


17.06.2020: Über 6,4 Mio. Downloads der Corona-Warn-App

Die Corona-Warn-App des Bundes stößt bei den Menschen in Deutschland auf eine überraschend hohe Resonanz. Seit ihrem Start am Dienstagmorgen haben nach Angaben des Bundesgesundheitsministeriums über 6,4 Millionen Nutzerinnen und Nutzer die App heruntergeladen. "Das sind weit über sechs Millionen Gründe, warum das Coronavirus künftig weniger Chancen hat", sagte Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU). Jeder einzelne, der die App nutze, mache einen Unterschied. "Dieser starke Start sollte noch mehr Bürger motivieren, mitzumachen. Denn Corona eindämmen, das ist ein Teamspiel."

Die Anwendung soll das Nachverfolgen von Corona-Infektionen leichter und schneller machen. Dafür misst sie, ob sich Handynutzer über eine längere Zeit näher als etwa zwei Meter gekommen sind. Ist ein Nutzer positiv getestet worden und hat dies in der App geteilt, meldet sie nachträglich anderen Anwendern, dass sie sich in der Nähe eines Infizierten aufgehalten haben. Dann kann man sich freiwillig - auch ohne Symptome - auf Kassenkosten testen lassen. Kontaktdaten werden nicht zentral gespeichert, sondern nur jeweils auf den Smartphones.


17.06.2020: Bundesregierung stuft Türkei als Corona-Risikogebiet ein

Die Bundesregierung hat die Türkei zusammen mit 130 weiteren Ländern als Corona-Risikogebiet eingestuft. Auf der Liste, die bereits am Montag zum ersten Mal vom Robert-Koch-Institut (RKI) veröffentlicht wurde und nun regelmäßig aktualisiert wird, stehen auch andere beliebte Urlaubsländer der Deutschen wie Ägypten, Thailand und Marokko.

Einreisende aus einem Risikogebiet müssen damit rechnen, dass sie 14 Tage in Quarantäne müssen. Für diese Länder ist unter anderem deswegen eine Aufhebung der immer noch für mehr als 160 Länder außerhalb der Europäischen Union geltende Reisewarnung nach jetzigem Stand kaum möglich.

Vor allem die Türkei, das drittbeliebteste Urlaubsland der Deutschen nach Spanien und Italien, dringt auf eine Aufhebung dieser Reisewarnung und wirbt um deutsche Touristen. Der türkische Außenminister Mevlüt Çavusoglu hatte sich vor wenigen Tagen enttäuscht über die Beibehaltung der Reisewarnung gezeigt.


16.06.2020: Merkel warnt vor Rückfall in Coronakrise

Kanzlerin Angela Merkel (CDU) hat vor dem Hintergrund der Debatten über weitere Lockerungen in der Corona-Krise eindringlich vor einem Rückschlag gewarnt. Die deutsche Wirtschaft erleide in ihrer gesamten Breite einen Riesen-Einbruch, sagte die Kanzlerin am Dienstag nach Informationen der Deutschen Presse-Agentur von Teilnehmern in der Sitzung der Unionsfraktion im Bundestag. Noch wisse niemand, wie sich Konsumverhalten und Pandemie entwickelten.

Sie wolle nicht pessimistisch sein - man könne der Lage nur optimistisch entgegentreten - aber man müsse auch realistisch sein. Merkel wurde mit den Worten zitiert: "Da liegt noch ein Riesen-Berg an Arbeit vor uns."

Nach den Lockerungen der Reisewarnungen für die meisten EU-Länder und angesichts der Debatte über Sommerurlaubsziele sagte Merkel, jedem sei die Freude über einen Urlaub auf Mallorca oder in Griechenland gegönnt. Wenn sie allerdings die ökonomischen Zahlen betrachte, "weiß ich nicht ganz, ob wir schon Hoffnungen und Realität zusammengebracht haben".

Das Virus sei nicht weg, auch wenn man es gut eingedämmt und in die Schranken verwiesen habe, sagte Merkel nach diesen Informationen. Wo Menschen allerdings eng beieinander seien, gebe es aber immer wieder Ausbrüche. "Wir müssen sehr vorsichtig sein, damit wir die schon schwierige Lage in der Wirtschaft nicht nochmal verschlechtern", warnte die Kanzlerin. Es sei ein sehr angespannte Zeit, auch wenn derzeit meist die Sonne scheine. "Es ist nicht ohne, was uns da in den nächsten Monaten erwartet."


16.06.2020: Deutsche Politiker werben für Corona-App

Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier geht bei der Corona-Warn-App mit gutem Beispiel voran. Kaum eingeführt, haben er und seine Frau Elke Büdenbender sich diese schon auf ihre Handys geladen. Auf Facebook und Instagram veröffentlichten sie am Dienstag ein Foto, auf dem sie im Park von Schloss Bellevue zum Beweis ihre Handys mit App präsentierten - und für diese warben: "Wir nutzen die Corona-Warn-App - machen Sie mit!"

Die staatliche Warn-App startete in der Nacht zum Dienstag. Bürger können sie freiwillig verwenden. Die App soll das Nachverfolgen von Infektionen mit dem Coronavirus erleichtern.

Auch FDP-Chef Christian Lindner, dessen Partei sich als Digitalpartei versteht, zückte demonstrativ das Handy, als er in Berlin von Journalisten gefragt wurde, ob er die App schon nutze. "Wir werben auch dafür, die App einzusetzen", sagte er. Diese sei zwar spät gekommen und scheine sehr teuer zu sein angesichts der geringen technischen Komplexität, zudem gebe es Datenschutzbedenken. "Aber trotzdem: Im Zweifel ist es besser, die App zu nutzen, als sich Bedenken hinzugeben."

Leichte Verwirrung herrschte bei Baden-Württembergs Ministerpräsident Winfried Kretschmann (Grüne), als er gefragt wurde, ob er die App nutze. Zunächst schien er sich sicher zu sein, dass sie noch nicht auf seinem Handy ist. Aber er würde sie dringend allen Bürgern empfehlen, erklärte er. Doch einige Sekunden später kamen ihm Zweifel, was den Zustand seines Handys betraf. Vielleicht hätten ihm seine Mitarbeiter die Warn-App schon aufs Handy gezogen? Diese nickten - und Kretschmann musste sich unter Gelächter korrigieren.


16.06.2020: Bayern lockert zahlreiche Anti-Corona-Beschränkungen

Die Kontaktbeschränkungen und andere Anti-Corona-Maßnahmen in Bayern werden weiter gelockert: Ab diesem Mittwoch dürfen sich im öffentlichen Raum wieder Gruppen von bis zu zehn Personen treffen. Bislang waren solche Treffen auf Angehörige zweier Haushalte beschränkt. In privaten Räumen und Gärten gibt es dann gar keine zahlenmäßige Beschränkung mehr. Das beschloss das Kabinett am Dienstag in München - gemeinsam mit einer ganzen Reihe weiterer Lockerungen etwa für Gastronomie, Kultur und Handel.

Ministerpräsident Markus Söder warnte zugleich vor allzu großer Sorglosigkeit: "Corona ist nicht besiegt." Am Beispiel China zeige sich, wie schnell die Infektionen wieder zurückkommen könnten. "Ein Funke reicht und die ganze Steppe brennt", sagte der CSU-Chef.

In Bayern steht nun zunächst aber auch größeren privaten Feiern und Veranstaltungen nichts mehr im Wege: Ab kommendem Montag (22. Juni) dürfen wieder Hochzeits- und andere Feiern, aber auch Schulabschlussfeiern und Vereinssitzungen stattfinden - mit bis zu 50 Personen in Innenräumen oder 100 Personen im Freien. Gaststätten und Biergärten dürfen ab kommendem Montag bis 23 Uhr statt wie bisher nur bis 22 Uhr geöffnet bleiben. Hallenbäder, Innenbereiche von Thermen und Hotelschwimmbäder einschließlich der Wellness-Bereiche dürfen ebenfalls ab 22. Juni wieder öffnen.

Bei Kulturveranstaltungen sind ab 22. Juni wieder mehr Zuschauer erlaubt. Veranstaltungen in Innenräumen dürfen dann mit bis zu 100 Gästen mit zugewiesenen Sitzplätzen, in Außenbereichen mit bis zu 200 Zuschauern stattfinden. Die Zahlen würden damit verdoppelt, sagte Ministerpräsident Markus Söder (CSU). Die Maskenpflicht gilt weiter.

Seit dem 15. Juni sind Theater-, Kino- und Konzertveranstaltungen unter strengen Hygiene- und Abstandsauflagen wieder möglich. Derzeit gelten für die Veranstaltungen aber Zuschauerbegrenzungen von bis zu 50 Menschen in geschlossenen Räumen und bis zu 100 Gästen im Freien.

Aus der krisengeschüttelten Kulturbranche hatte es Kritik für diese Regelung gegeben, weil Events oftmals unwirtschaftlich seien.

Zudem lockert Bayern nun die Regeln für den Handel. Ab dem 22. Juni können in Läden rund doppelt so viele Menschen einkaufen wie bisher. Mitarbeiter können zudem unter bestimmten Umständen auf das Tragen einer Maske verzichten.

Konkret wird die Zahl der in einem Geschäft erlaubten Personen von einer pro 20 Quadratmetern auf eine pro 10 Quadratmetern erhöht, wie Söder sagte. Dies soll auch für Freizeiteinrichtungen und Kultureinrichtungen wie Museen und Zoologische Gärten gelten. Zudem muss das Personal in Theken- oder Kassenbereichen keinen Mundschutz mehr tragen, wenn es durch Abschirmungen - beispielsweise aus Plexiglas - geschützt ist.

Nach drei Monaten wurde nun auch das Ende des Katastrophenfalls beschlossen. Diesen hatte die Staatsregierung Mitte März ausgerufen, um sich im Kampf gegen die damals rasche Ausbreitung des Coronavirus Steuerungs-, Eingriffs- und Durchgriffsmöglichkeiten zu sichern.


16.06.2020: Neue Corona-Warn-App startet zum freiwilligen Herunterladen

Nach wochenlangen Vorbereitungen geht die offizielle deutsche Warn-App für den Kampf gegen das Coronavirus an den Start.

Die Bundesregierung stellt die neue Anwendung am Dienstag (10.30 Uhr) in Berlin vor. In den App-Stores von Google und Apple stand die Anwendung bereits in der Nacht zur Verfügung. Das Herunterladen soll für alle Bürger freiwillig sein, um mit Hilfe von Smartphones das Nachverfolgen von Infektionen zu erleichtern. Die Regierung wirbt für eine breite Nutzung und verspricht hohen Datenschutz. Forderungen nach einem Gesetz lehnte sie ab. Die Ärzte unterstützen die neue App.

Alles, was du über die App wissen musst, erfährst du hier:

Eine Corona-Warn-App könnte eine schnellere Kontaktverfolgung möglich machen.
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16.06.2020: Bürgermeister zeigt sich wegen Corona-Verstoß selbst an

Nachdem er seinen Amtskollegen bei der Grenzöffnung zwischen Polen und Deutschland umarmte, hat sich der Oberbürgermeister von Frankfurt (Oder) nach Angaben der Stadt selbst wegen eines Verstoßes gegen die Abstandsregeln angezeigt. René Wilke (Linke) und sein Amtskollege Mariusz Olejniczak aus der Nachbarstadt Slubice hätten sich in der Nacht von Freitag auf Samstag eigentlich auf der Oderbrücke nur per Ellenbogenkontakt begrüßen wollen, teilte die brandenburgische Stadt am Montag mit.

Trotz ihres guten Vorsatzes seien sich die beiden Stadtoberhäupter dann aber in die Arme gefallen. Zuvor war die Grenze nach Polen drei Monate lang für Ausländer mit wenigen Ausnahmen geschlossen. "Die Geste war nicht geplant, aber wichtig. Allerdings war sie auch ein Regelverstoß, für den ich einzustehen habe", sagte Wilke. Er habe beim städtischen Gesundheitsamt darum gebeten, den Vorgang ohne Ansehen der Person zu prüfen.

Ähnlich wie Wilke äußerte sich auch Slubices Bürgermeister Olejniczak. "Wir haben da kein Verbrechen begangen. Unsere Zusammenarbeit funktioniert einfach sehr gut, das kam spontan", sagte er der Deutschen Presse-Agentur in Warschau.

Das Bild der Umarmung sei als Symbol der Wiedersehensfreude nach harten Lockdown-Maßnahmen durch die Medien gegangen, hieß es von der Stadt. Bei der zigfach abgebildeten Umarmung handele es sich jedoch um einen objektiven Verstoß gegen das geltende Abstandsgebot. Eine Entscheidung über die rechtliche Einschätzung der Selbstanzeige werde noch in dieser Woche erwartet.


16.06.2020: 46 Neuinfektionen bei Tönnies - Quarantäne für 100 Mitarbeiter

Im Schlachtereibetrieb Tönnies in Rheda-Wiedenbrück sind zwischen Freitag und Montag weitere 46 Menschen positiv auf das Coronavirus getestet worden. Laut Krisenstab erlebt der Betrieb schon jetzt die zweite Welle mit mehr Erkrankungen. Nach den aktuellen Tests wurden rund 100 Mitarbeiter in Quarantäne geschickt, so der Tönnies-Sprecher weiter. Bislang sind in dem Unternehmen insgesamt 13 000 Corona-Tests durchgeführt worden. 130 Infektionen seien dabei nachgewiesen worden.

Im Kreis Gütersloh stieg die Sieben-Tages-Inzidenz am Montag auf 25,3 an. Das heißt: Es gibt 25,3 Neuinfektionen je 100 000 Einwohner. Ab 50 Neuinfektionen auf 100 000 Einwohner innerhalb von sieben Tagen würden bisherige Lockerungen teilweise wieder aufgehoben werden.


15.06.2020: Ermittlungen gegen Ärzte und Klinik-Geschäftsführung

Nach dem schweren Corona-Ausbruch im Potsdamer Klinikum Ernst von Bergmann im März hat die Staatsanwaltschaft Ermittlungen gegen drei leitende Ärzte und die damalige Geschäftsführung aufgenommen. Ermittelt werde gegen die fünf Beschuldigten wegen des Verdachts der fahrlässigen Tötung und der fahrlässigen Körperverletzung, teilte die Behörde am Montag mit. In den Ermittlungsverfahren werde auch geprüft, ob sich die Mediziner auch wegen eines Verstoßes gegen das Infektionsschutzgesetz strafbar gemacht haben.

Die beiden seit April beurlaubten Geschäftsführer stünden im Verdacht, schon im Vorfeld des Corona-Ausbruchs und auch danach entsprechende organisatorische Maßnahmen nicht oder nicht rechtzeitig ergriffen zu haben, erklärte die Staatsanwaltschaft. Zudem hätten sie es versäumt, bei dem Management des Ausbruchs Experten in die Einsatzleitung des Krankenhauses mit einzubeziehen.

Den drei beschuldigten Ärzten werde vorgeworfen, Covid-19-Erkrankungen oder Verdachtsfälle nicht oder verspätet an das Gesundheitsamt gemeldet zu haben. Dadurch sei es der Behörde nicht möglich gewesen, Rückschlüsse auf die epidemiologische Lage in der Klinik zu ziehen und entsprechende Maßnahmen anzuordnen, "wodurch möglicherweise Infektionen oder gar der Tod von Patienten hätte verhindert werden können", teilte die Staatsanwaltschaft mit.

In dem größten Potsdamer Krankenhaus hatten sich im März Infektionen mit dem Erreger Sars-CoV-2 bei Patienten und Mitarbeitern gehäuft. 47 Corona-Patienten sind in dem Klinikum gestorben. Der Oberbürgermeister hatte die bisherigen Geschäftsführer beurlaubt und neue eingesetzt. Die Klinik, für die zwischenzeitlich ein Aufnahmestopp von Patienten mit Ausnahme von Notfällen galt, räumte im Mai Fehler ein. Sie erklärte, die Infektionen von Patienten und Mitarbeitern hätten in ihrem möglichen Zusammenhang betrachtet werden müssen. Eine Expertenkommission will den Ausbruch aufarbeiten.


15.06.2020: Coronavirus-Ausbruch in Berlin

Wie die Berliner Zeitung berichtet, stehen in Berlin gleich drei ganze Mietshäuser unter Quarantäne. So seien zum ersten Mal in der Hauptstadt ganze Wohnblocks in den Bezirken Spandau, Wedding und Neukölln vom Coronavirus betroffen. Wo sich die Bewohner angesteckt haben, sei noch unklar. Jedoch gebe es eine Verbindung zu einem infizierten Pfarrer, der das Virus bei Besuchen in der Gemeinde verbreitet haben könnte.

Er liegt wohl mittlerweile im Krankenhaus. Hunderte Mieter - ein Großteil davon rumänischer Herkunft - befänden sich nun in Quarantäne und sollen schnellstmöglich getestet werden.

15.06.2020: Erste "Test-Urlauber" aus Deutschland in Mallorca gelandet

Nach wochenlanger Corona-Pause ist am Montagvormittag erstmals wieder eine Maschine mit Urlaubern aus Deutschland in Mallorca gelandet. Der mit 189 Passagieren voll besetzte Tui-Flug X3 2312 war am Morgen in Düsseldorf gestartet.

Seit Montag dürfen zunächst nur Urlauber aus Deutschland wieder auf die Balearen-Inseln Mallorca, Ibiza, Menorca und Formentera reisen. In einem ersten Kontingent sind insgesamt bis zu 10.900 Reisende erlaubt.

Deutschland wurde nach Angaben der Regionalregierung ausgewählt, weil von dort die meisten Urlauber nach Spanien kommen und die Pandemie in Deutschland ähnlich gut unter Kontrolle ist wie auf den Balearen. Am Nachmittag sollte ein zweiter Ferienflieger aus Frankfurt ankommen.

Mit dem Pilotprojekt sollen Sicherheitsmaßnahmen gegen Covid-19 getestet werden, die landesweit zum Einsatz kommen, wenn sich ganz Spanien vom 21. Juni an wieder für den Massentourismus aus den Ländern des Schengenraumes öffnet. Wegen sinkender Corona-Zahlen hatte die Regierung die ursprünglich erst für den 1. Juli geplante Grenzöffnung am Vortag um neun Tage vorgezogen.


15.06.2020: Nach Ausbruch in Peking: China meldet 49 neue Corona-Fälle

In Folge des Coronavirus-Ausbruchs auf einem Großmarkt in Peking ist die Zahl der Covid-19-Fälle in China weiter gestiegen.

Wie die nationale Gesundheitsbehörde am Montag mitteilte, registrierte sie 49 neue Infektionen, darunter 10 "importierte" Fälle mit Sars-CoV-2 bei Reisenden und 39 lokale Ansteckungen. Von den im Inland übertragenen Fällen wurden 36 in Peking und drei in der benachbarten Provinz Hebei registriert.

Nachdem in China über viele Wochen kaum noch neue Erkrankungen gemeldet wurden, war es vergangene Woche auf einem Großmarkt der chinesischen Hauptstadt zu einem neuen Ausbruch gekommen, was Ängste vor einer neuen Virus-Welle schürte. Dutzende neue Ansteckungen wurden seit Freitag auf dem Xinfadi-Markt im Stadtviertel Fengtai gemeldet.

Der Großmarkt, der rund 90 Prozent des Gemüses und Obsts der 20-Millionen-Metropole liefert, wurde geschlossen. Im Umfeld wurden Wohnviertel abgeriegelt sowie Kindergärten und Grundschulen zugemacht. Rund 10 000 Händler und Mitarbeiter des Marktes sollen getestet werden.


15.06.2020: DIHK: EU-Grenzöffnungen können wie zweites Konjunkturpaket wirken

Der Deutsche Industrie- und Handelskammertag (DIHK) erwartet durch die Grenzöffnungen innerhalb der EU Effekte auf die globale Wirtschaft. "Von der europäischen Grenzöffnung können auch weltweit Impulse ausgehen - damit der internationale Handel wieder in Gang kommen und Wohlstand und Arbeitsplätze in Deutschland sichern kann", sagte DIHK-Präsident Eric Schweitzer der Funke-Mediengruppe.

Damit die deutsche Wirtschaft wieder Fahrt aufnehme, sei es wichtig, dass die Nachfrage nach deutschen Produkten und Dienstleistungen weltweit wieder anspringe, sagte Schweitzer. "Die ab Montag geltenden EU-Grenzöffnungen können für die deutsche Wirtschaft deshalb wie ein zweites Konjunkturpaket wirken - und zwar ohne, dass es den Staat einen einzigen Cent kostet", meinte der DIHK-Präsident.

Sorgen bereitet Schweitzer, dass für 160 Länder Reisewarnungen bestehen bleiben. Er forderte, den Reiseverkehr "weltweit schrittweise wieder hochzufahren". Unter anderem gelten die Reisewarnungen nach wie vor für die wichtigen deutschen Absatzmärkte USA, China und Russland.


14.06.2020: Flughafen Frankfurt sieht sich für Corona-Reisende gerüstet

Es darf wieder in den Urlaub geflogen werden - ab dem 15. Juni ist Reisen in viele europäische Länder möglich. Der Frankfurter Flughafen sieht sich gut gerüstet: "Wir haben in den vergangenen Wochen zahlreiche Vorkehrungen zum Schutz der Gesundheit von Passagieren und Beschäftigten getroffen", sagte Thomas Kirner vom Flughafenbetreiber Fraport. Zum Beispiel sollen Bodenmarkierungen auf die Abstandsregelungen hinweisen, genauso wie Lautsprecherdurchsagen.

Wo kein Abstand möglich ist, werde mit Plexiglasscheiben und Mundschutz gearbeitet. "Wichtig ist, am Airport wie anderswo auch: Abstand halten, Mundschutz tragen, regelmäßig Hände waschen und desinfizieren." In den Terminals des Flughafens herrscht Mund-Nase-Maskenpflicht.

Die Regelung gilt nach Angaben des Gesundheitsamtes in Frankfurt nicht für Kinder unter sechs Jahren oder Menschen, die wegen gesundheitlicher Beeinträchtigung keine Mund-Nasen-Bedeckung tragen können. Die Fraport rät den Reisenden, sich auch über die gültigen Corona-Maßnahmen der jeweiligen Zielländern zu informieren.


14.06.2020: Lehrerverband will Lehrer einmal pro Woche auf Corona testen

Wenn die Schulen nach den Sommerferien wie geplant wieder komplett öffnen, sollten Lehrer nach Ansicht des Deutschen Lehrerverbandes einmal pro Woche auf das Coronavirus getestet werden.

"Wir setzen auf regelmäßige wöchentliche Tests von Lehrkräften, auch wenn keine Krankheitssymptome vorliegen", sagte Verbandspräsident Heinz-Peter Meidinger der Deutschen Presse-Agentur.

Forderungen nach Tests für Lehrer und auch Schüler hatten verschiedene Verbandsvertreter aus dem Bildungsbereich bereits gestellt. In den Bundesländern gibt es unterschiedliche Pläne. So will beispielsweise Brandenburg Lehrkräften und Kitapersonal anbieten, sich für zunächst drei Monate alle zwei Wochen testen zu lassen. Andere Länder planen stichprobenartige Tests.


13.06.2020: Deutschland und andere sichern 300 Millionen Corona-Impfdosen für EU

Deutschland, Frankreich, Italien und die Niederlande haben einen ersten Vertrag über 300 Millionen Impfdosen gegen das Coronavirus geschlossen. Das teilte das Bundesgesundheitsministerium am Samstag in Berlin mit. Die Entwicklung eines Impfstoffs könnte im günstigen Fall schon Ende des Jahres abgeschlossen sein, hieß es aus dem Ministerium.

Vertragspartner ist das Pharmaunternehmen AstraZeneca. Profitieren sollen alle EU-Staaten, die dabei sein wollen. Die Impfdosen würden relativ zur Bevölkerungsgröße aufgeteilt.

"Viele Länder der Welt haben sich schon Impfstoffe gesichert, Europa noch nicht", erklärte Bundesgesundheitsminister Jens Spahn. "Durch das zügige koordinierte Agieren einer Gruppe von Mitgliedsstaaten entsteht in dieser Krise Mehrwert für alle EU-Bürger. Wir wollen gemeinsam mit der Kommission künftig noch schneller und verhandlungsstärker werden."

Die vier Staaten haben sich nach Angaben des Bundesgesundheitsministeriums zu einer Impfallianz zusammengeschlossen und sind mit mehreren Unternehmen im Gespräch, die an aussichtsreichen Impfstoffen forschen. "Damit Impfstoffe sehr zügig nach einer möglichen Zulassung in diesem oder im nächsten Jahr in großer Zahl verfügbar sind, müssen Produktionskapazitäten schon jetzt vertraglich gesichert werden", hieß es weiter. Bei der Videokonferenz der EU-Gesundheitsminister am Freitag sei zudem vereinbart worden, die Aktivitäten der Impfallianz mit denen der EU-Kommission zusammenzuführen.


13.06.2020: Corona-Infektionsrate im Kreis Sonneberg bleibt kritisch

Die Corona-Situation im Kreis Sonneberg bleibt kritisch. Bis Samstag stieg die Zahl der bekannten Infektionen um 3 auf 284, wie das Landratsamt mitteilte. Damit liegt die Infektionsrate nur knapp unter der Marke von 35 neuen Infektionen pro 100 000 Einwohnern innerhalb einer Woche. Deswegen setzt der Kreis nicht alle in der neuen Thüringer Corona-Verordnung vorgesehenen Lockerungen um.

Per Allgemeinverfügung ist etwa die Pflicht zum Tragen von Mund-Nasen-Schutz erweitert. Bisher starben in dem Südthüringer Landkreis mindestens 21 Menschen mit oder an einer solchen Infektion.


13.06.2020: Corona-Ausbruch auf Großmarkt in Peking - Wohnviertel abgeriegelt

Erstmals seit vielen Wochen erlebt Peking wieder einen größeren Ausbruch des Coronavirus. Auf einem Großmarkt der chinesischen Hauptstadt wurden bei anfangs 500 Tests schon 45 Infektionen entdeckt. Der Xinfadi-Markt im Stadtviertel Fengtai, der rund 90 Prozent des Gemüses und Obsts der 20-Millionen-Metropole liefert, wurde geschlossen. Im Umfeld wurden elf Wohnviertel abgeriegelt sowie Kindergärten und Schulen zugemacht. Rund 10 000 Händler und Mitarbeiter des Marktes sollen getestet werden.

Die Ermittler haben das Virus bis auf ein Hackbrett zurückverfolgt, auf dem importierter Lachs verarbeitet wurde, wie der Chef des Großmarktes der Pekinger Zeitung "Beijing Qingnianbao" berichtete. Der Lachs wiederum stammte von einem anderen Markt für Meeresfrüchte. Viele Supermärkte nahmen daraufhin importierten Lachs aus ihren Regalen. Der Xinfadi-Großmarkt soll "umfassend" desinfiziert werden. Auch andere Märkte schlossen ihre Tore, um untersucht zu werden.

Zweite Welle? Corona-Ausbruch auf Markt in Peking
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Vorher hatte die nationale Gesundheitskommission landesweit über sechs lokale Ansteckungen berichtet - alle in Peking. Die neuen Fälle sind die ersten in Peking seit mehr als eineinhalb Monaten. Vier stammten von dem Xinfadi-Markt, auf den sich daraufhin die Ermittlungen konzentrierten. Die jetzt entdeckten 45 Infizierten zeigen nach Angaben lokaler Medien zunächst keine Symptome.

Die Zeitung "Global Times" zitierte Experten, nach deren Ansicht die Schließung des Marktes voraussichtlich die Versorgung der Hauptstadt mit Lebensmitteln beeinträchtigen wird. Die Hauptstadt war seit Beginn der Pandemie in Wuhan in Zentralchina vor einem halben Jahr besonders geschützt und auch stärker als andere Städte vom Rest des Landes abgeschottet worden. Die Sicherheitsvorkehrungen waren schärfer als anderswo und erst vor wenigen Wochen gelockert worden.


13.06.2020: Dänemark öffnet weiteren Grenzübergang

Dänemark hat am Samstagmorgen einen weiteren Grenzübergang geöffnet, um die anderen drei bislang geöffneten Kontrollstellen wegen des ab Montag zu erwartenden Touristenansturms zu entlasten. Der Übergang bei Padborg sei nun täglich von 7.00 Uhr bis 23.00 Uhr offen, teilte die dänische Polizei mit. Sie wies darauf hin, dass immer noch vollständig kontrolliert werde, obwohl von Montag an mehr Menschen das Recht haben, nach Dänemark einzureisen. Es könne nicht ausgeschlossen werden, dass es zu Warteschlagen kommen könne.

Ab Montag dürfen deutsche, norwegische sowie isländische Urlauber wieder nach Dänemark, sofern sie mindestens sechs Übernachtungen außerhalb Kopenhagens gebucht haben. Es werden deutsche Gäste in rund 14 000 gebuchten Ferienhäusern erwartet, darunter allein 5300 in Südjütland, wie der dänische Rundfunksender DR vor einigen Tagen unter Verweis auf Zahlen des zuständigen Branchenverbandes berichtete. Einwohner Schleswig-Holsteins dürfen von Montag an nach Angaben des dänischen Justizministerium zudem ohne triftigen Grund wieder nach Dänemark einreisen.


13.06.2020: Frankreich öffnet Grenzen für Nicht-Schengen-Länder ab 1. Juli

Frankreich will seine wegen der Corona-Pandemie geschlossene Grenze zu Ländern außerhalb des Schengen-Raums ab 1. Juli schrittweise wieder öffnen. Die Wiedereröffnung werde auf Grundlage der jeweiligen gesundheitlichen Lage der verschiedenen Drittstaaten erfolgen, teilten Außenminister Jean-Yves Le Drian und Innenminister Christophe Castaner am Freitag mit. Darüber hinaus werde man sich an die bis dahin auf europäischer Ebene beschlossenen Vereinbarungen halten.

Zur Eindämmung der Coronavirus-Pandemie hatten sich Mitte März alle EU-Staaten außer Irland sowie die Nicht-EU-Staaten Schweiz, Norwegen, Liechtenstein und Island darauf geeinigt, nicht zwingend notwendige Reisen in die EU zunächst zu verbieten. Die EU-Kommission empfahl den Mitgliedsstaaten am Donnerstag, das Reiseverbot ab 1. Juli schrittweise aufzuheben. Bis dahin sollten die EU-Staaten eine Liste mit Ländern erarbeiten, für die die Beschränkungen aufgehoben werden könnten.

Le Drian und Castaner bestätigten zudem, dass ab 15. Juni die Beschränkungen für Reisen in die EU aufgehoben würden. Menschen aus EU-Mitgliedsländern sowie unter anderem aus Island, Liechtenstein, Norwegen und der Schweiz könnten ohne Einschränkungen oder Quarantäne einreisen. Beschränkungen würden aber weiter für Reisen von und nach Spanien und Großbritannien gelten.


13.06.2020: Kliniken in MV arbeiten aufgeschobene Operationen ab

Nach wochenlanger Einschränkung des OP-Betriebs wegen der Corona-Pandemie schalten immer mehr Kliniken in Mecklenburg-Vorpommern wieder auf Normalbetrieb um. "Seit 1. Juni gibt es keine coronabedingten Einschränkungen mehr", sagte der ärztliche Vorstand der Universitätsmedizin, Christian Schmidt. Er hofft, in den kommenden 14 Tagen die letzten wartenden Patienten auf der Liste mit Leistenbrüchen, Metallentfernungen oder Gelenkspiegelungen behandelt zu haben.

Zwischen Mitte März und Ende Mai wurden an der Universitätsmedizin knapp 1400 Menschen weniger operiert als im Vorjahreszeitraum. Ein ähnliches Bild zeigt sich nach einer dpa-Umfrage etwa in der Universitätsmedizin Greifswald, im Dietrich-Bonhoeffer-Klinikum in Neubrandenburg und im Rostocker Südstadt-Klinikum.


13.06.2020: Brandenburgs Gastronomen bereiten wieder Veranstaltungen vor

Hotels und Gaststätten in Brandenburg können mit den jüngsten Lockerungen in der Coronakrise nun wieder durchstarten - auch mit Feiern und anderen Veranstaltungen. Vielerorts nehmen die Anfragen der Gäste wieder zu, wie es aus der Branche heißt. "Die Familienfeiern werden nun nachgeholt", sagt der Hauptgeschäftsführer des Hotel- und Gaststättenverbands (Dehoga) in Brandenburg, Olaf Lücke. Eine Erleichterung sei auch die ab Montag geltende Aufhebung der Sperrstunde in Gaststätten und Kneipen.

Diese dürfte so manchem Gast kurzzeitig die Laune verdorben haben. "Bei einer Familienfeier mussten wir die Gäste um 22.00 Uhr bitten, nach Hause zu gehen", sagt Bianka Salzwedel. Sie betreibt das Hotel und Restaurant "Röbler Thor" in Wittstock (Ostprignitz-Ruppin). An Veranstaltungen sei dort bis Mitte Mai nicht einmal zu denken gewesen. Ab dem 15. Mai konnte das Restaurant unter Einhaltung der Abstands- und Hygieneregeln wieder öffnen. Touristen dürfen seit dem 25. Mai wieder einchecken. Immerhin hatte das Hotel durch Geschäftsreisende während der Zwangspause noch eine Auslastung von 28 Prozent, wie Salzwedel berichtet.

Nun häufen sich in ihrem Haus nach ihren Angaben wieder die Anfragen. Sie sei froh, dass sie jetzt wieder richtig loslegen könnten, so Salzwedel.

Neu in der ab Montag geltenden Corona-Verordnung ist laut Lücke das Führen einer Anwesenheitsliste mit Personendaten der Gäste, um mögliche Infektionsketten nachvollziehen zu können. "Das ist vorher schon von vielen Gastronomen gemacht worden, war aber bisher keine Pflicht", so der Dehoga-Hauptgeschäftsführer. Zwar dürfe nun wieder gefeiert werden, Abstands- und Hygieneregeln blieben aber weiter bestehen. Das bedeute automatisch weniger Tische und damit weniger Plätze.

Mit Blick auf die vergangenen Wochen vermisste Lücke oftmals ein einheitliches Handeln und eine klare Kommunikation der Behörden. Vor allem, was die Sicherheitsmaßnahmen angeht, wie er sagt. Trotzdem sei die Zusammenarbeit zwischen lokalen Behörden und Gastronomen vielerorts gut verlaufen. "Derzeit sind keine Probleme bekannt", sagt auch der Sprecher der Stadt Cottbus, Jan Gloßmann.

"Positiv zu erwähnen sind die ansässigen Gastronomen, die sich fast immer sehr kooperativ gezeigt haben und um Mitwirkung bei der Umsetzung der Regeln in ihren Einrichtungen sehr bemüht waren", berichtet auch Potsdams Stadtsprecherin Juliane Güldner. Im Laufe der Krise habe es bisher nur zwei Fälle in Potsdam gegeben, bei denen Gastronomiebetriebe unerlaubt oder ohne Einhaltung der Auflagen geöffnet hätten.

Dass zu den bereits gebuchten Feiern und Veranstaltungen nun noch die nachzuholenden Feste kommen, sieht Lücke für die Branche und für die Gäste als Herausforderung. "Ich kann nur jedem empfehlen, jetzt frühzeitig zu buchen", sagt er. Sonst könnten in vielen Gaststätten die Terminkalender so voll sein, dass kurzfristige Anfragen nicht bedient würden.

Hinzu komme eine wegen der Pandemie zu erwartende Belebung des Inlandstourismus: Schon jetzt seien zahlreiche märkische Hotels ausgebucht, berichtet Lücke.


13.06.2020: Tschechien öffnet Grenzen ab Montag für fast alle EU-Bürger

Tschechien öffnet seine Grenzen ab Montag für Bürger fast aller EU-Staaten, der Schweiz und Liechtenstein. Ermöglicht werde dies durch die günstige epidemiologische Entwicklung beim Coronavirus, teilte das Gesundheitsministerium in Prag am Freitagabend mit. Ein negativer Corona-Test ist nicht nötig. Die wegen der Pandemie eingeführten Grenzkontrollen zu Deutschland und Österreich waren bereits vor einer Woche aufgehoben worden.

Das Einreiseverbot bleibt indes für Reisende mit Wohnsitz in Belgien, Portugal, Großbritannien, Schweden sowie der polnischen Woiwodschaft Schlesien bestehen. Diese Territorien gelten nach Ansicht der tschechischen Behörden als Risikogebiete für eine Coronavirus-Infektion. Die Einteilung in sichere grüne sowie mittel- und hochriskante gelbe und rote Staaten soll im wöchentlichen Rhythmus aktualisiert werden.

Das neue Ampel-Modell sorgte in den sozialen Netzwerken teilweise für Verwunderung. "Schlesien - wie soll das kontrolliert werden?", hieß es in einer Twitter-Reaktion. "Portugal kann doch bessere Ergebnisse vorweisen als Spanien und Italien", meinte ein anderer Nutzer. In Tschechien selbst waren 9909 bestätigte Corona-Infektionen gemeldet. 328 Menschen starben.


13.06.2020: Brasilien überholt Großbritannien bei Zahl der Corona-Toten

Brasilien hat Großbritannien bei der Zahl der Corona-Toten überholt. Nach den Daten des Gesundheitsministeriums vom Freitag starben in Brasilien bislang 41 828 Menschen im Zusammenhang mit dem Coronavirus. Das größte und bevölkerungsreichste Land in Lateinamerika liegt damit laut der Johns-Hopkins-Universität in den USA weltweit auf Platz zwei der Länder mit den meisten Corona-Toten - nach den Vereinigten Staaten (mehr als 114 600 Tote). 828 810 Menschen haben sich in Brasilien mit dem Virus infiziert. In Großbritannien starben laut Johns-Hopkins-Universität 41 566 mit dem Virus infizierte Menschen.

Die Zahl der Corona-Toten in Brasilien ist zuletzt schnell gestiegen, mit wiederholt jeweils rund 1000 neuen Opfern am Tag. Dennoch werden vielerorts Maßnahmen gelockert, Geschäfte und Strände sind inzwischen wieder geöffnet. Vor Einkaufszentren in São Paulo bildeten sich lange Schlangen.


13.06.2020: Nordmazedonien verlängert Corona-Notstand nicht

Der nordmazedonische Präsident Stevo Pendarovski wird den wegen der Corona-Pandemie verhängten Ausnahmezustand nicht mehr verlängern. Dieser wird infolgedessen am Sonntag 00.00 Uhr auslaufen, teilte der Politiker am Freitag in der Hauptstadt Skopje mit. Das kleine Balkanland hatte die Maßnahme nach Ausbruch der Corona-Pandemie Mitte März eingeführt und dann um jeweils zwei beziehungsweise vier Wochen verlängert.

Nordmazedonien ist mit seinen zwei Millionen Einwohnern von der Pandemie nicht besonders hart betroffen. Bis zum Freitag waren dort 3701 Menschen nachweislich mit dem Virus Sars-CoV-2 infiziert, das die Lungenkrankheit Covid-19 auslösen kann. Die Zahl der akuten Fälle wurde mit 1836 angegeben, die der Toten mit 171.

In den vergangenen Tagen verzeichnete das Land allerdings wieder kräftigere Anstiege der Erkranktenzahlen. So wurden von Donnerstag zum Freitag 164 neue Fälle bekannt. Die Anstiege werden auf große Familienfeiern in den albanisch bevölkerten Landesteilen am Ende des islamischen Fastenmonats Ramadan zurückgeführt.


13.06.2020: Polens Grenzen zu EU-Ländern wieder geöffnet

Nach knapp drei Monaten hat Polen seine Grenzen zu allen EU-Nachbarländern in der Nacht zum Samstag wieder geöffnet. Bereits seit Freitag waren die Kontrollen an der litauisch-polnischen Grenze weggefallen. Seit Samstag um Mitternacht gilt dies auch für die Grenzen zu Deutschland, Tschechien und der Slowakei. Die Auflagen für Reisende aus Nicht-EU-Staaten wurden gelockert. Kontrollen an den Grenzen zur Ukraine, Weißrussland und zur russischen Exklave Kaliningrad bleiben dagegen erhalten.

Mitte März hatte die nationalkonservative Regierung in Warschau als Schutzmaßnahme gegen eine weitere Ausbreitung des Coronavirus die EU-Binnengrenzen für Ausländer geschlossen. Ausnahmen galten für Menschen mit Daueraufenthaltsgenehmigung, für Lastwagenfahrer und Diplomaten. Polen, die aus dem Ausland zurückkehrten, mussten für 14 Tage in Quarantäne. Die Einführung dieser Regelung hatte besonders Pendler an der deutsch-polnischen Grenze hart getroffen. Für sie wurde erst später eine Ausnahmeregelung vereinbart.

Ab dem 16. Juni soll es nun auch wieder Flüge zu Zielen innerhalb der EU geben. Wann die ebenfalls für fast drei Monate gekappten internationalen Zugverbindungen innerhalb der EU wieder aufgenommen werden, war zunächst noch nicht klar. Der Eurocity, der Warschau mit Berlin verbindet, wird seit der Grenzschließung nach Norden in die Hafenstadt Stettin umgeleitet.

Internationale Zugverbindungen in die Nachbarländer Polens, die keine EU-Mitglieder sind, soll es auch weiterhin nicht geben. Für die Bürger Russlands, Weißrusslands und der Ukraine gilt: Sie dürfen nach Polen einreisen, wenn sie Ehepartner oder Kinder polnischer Staatsbürger sind oder in Polen eine Arbeitsgenehmigung haben. Arbeitnehmer aus diesen Ländern müssen nach ihrer Einreise nicht in eine 14-tägige Quarantäne.


13.06.2020: Ausländische Touristen dürfen mit Ausnahmen ab Montag nach MV

Im Tourismus stehen trotz der Corona-Pandemie weitere Lockerungen bevor. Touristen aus dem europäischen Ausland dürfen nach Angaben von Innenminister Lorenz Caffier vom 15. Juni an wieder nach Deutschland und nach Mecklenburg-Vorpommern reisen, sofern sie eine Übernachtung gebucht haben. "Das gilt nicht für Tagestouristen aus dem europäischen Ausland, genauso wenig wie es für Einheimische gilt", sagte Caffier am Freitagabend nach einer Kabinettssitzung in Schwerin. Er wies darauf hin, dass es den Empfehlungen des Robert Koch-Instituts zufolge keine Einreisen für Bürger aus sogenannten Hotspot-Gebieten geben werde. Darunter falle derzeit Schweden. Bürger, die in Schweden gewesen seien, müssten in Quarantäne.

Auch wenn Mecklenburg-Vorpommern vorwiegend Gäste aus dem Inland habe, sei es wichtig, sich auch für den internationalen Tourismus wieder zu öffnen. Caffier gab den Anteil ausländischer Touristen in Mecklenburg-Vorpommern mit etwa drei Prozent an. Zudem werde damit auch die Einreise für die Saisonarbeitskräfte aus dem europäischen Ausland vereinfacht, sagte der Minister. Drittstaaten seien davon noch nicht betroffen. Dennoch sei das ein Schritt zur Normalität.

Caffier betonte, dass es keine Schlagbaumkontrollen an den Grenzen Mecklenburg-Vorpommerns geben werde, sondern nur Stichprobenkontrollen über die Ordnungsämter. Die Polizei leiste nur Amtshilfe.


13.06.2020: Brandenburg folgt Thüringen und kippt Kontaktbeschränkung

Knapp drei Monate nach den ersten Beschränkungen lockert Brandenburg die Corona-Regeln drastisch. Die Kontaktbeschränkung auf Mitglieder von bis zwei Haushalten oder bis zu zehn Menschen fällt ab kommendem Montag (15. Juni) weg. Ministerpräsident Dietmar Woidke sagte am Freitag nach einer Kabinettssitzung in Potsdam, dann würden die Abstands- und Hygieneregeln in den Mittelpunkt treten. Zuvor waren bereits in Thüringen die Kontaktbeschränkungen gekippt worden - sie gelten ab Samstag nicht mehr.

"Es ist ein großer Schritt, der natürlich den Menschen im Land eine neue Verantwortung gibt", sagte Woidke. Die Pflicht zum Tragen eines Mund-Nasen-Schutzes ab sechs Jahren wird allerdings vom öffentlichen Nahverkehr und vom Einzelhandel auf Krankenhäuser, Pflegeheime, Reisebusse und Schiffsausflüge erweitert.

Öffentliche und private Veranstaltungen dürfen ab 15. Juni wieder mit bis zu 1000 Menschen stattfinden, dazu zählen auch Gottesdienste und Konzerte. Für Demonstrationen gilt keine Obergrenze mehr, aber der Mindestabstand muss eingehalten und der Zutritt gesteuert werden.

Die Kitas sollen ab Montag wie schon angekündigt für alle Kinder wieder öffnen, während die Schulen nach den Sommerferien ab 10. August zum normalen Unterricht zurückkehren sollen.

Die Landesregierung von Thüringen hatte am Dienstag beschlossen, die Verbote durch Empfehlungen zu ersetzen. Es sei wichtig, dass sich "auch das private Lebensumfeld der Menschen soweit wie irgendwie möglich, normalisieren soll", hatte Gesundheitsministerin Heike Werner argumentiert. Brandenburg und Thüringen haben - wie die anderen Ostländer auch - auf die Einwohnerzahl gerechnet deutlich weniger nachgewiesene Corona-Infizierte als beispielsweise Bayern oder Baden-Württemberg.


13.06.2020: Sechs Schulen in Magdeburg wegen Coronavirus geschlossen

Wegen eines Ausbruchs des Coronavirus sind in Magdeburg von Montag an sechs Schulen und zwei Kinder- und Jugendeinrichtungen geschlossen. Die Infektionsketten seien noch nicht vollständig nachvollziehbar, teilte das Gesundheitsamt am Freitag mit.

"Derzeit wissen wir noch nicht, warum es die neuen Erkrankungen in so vielen verschiedenen Familien gibt", sagte der Amtsarzt Eike Henning. In Magdeburg sind den Angaben zufolge nun 132 Covid-19-Fälle gemeldet (Stand: Freitag 11.00 Uhr). Zwei Erkrankte werden derzeit in Krankenhäusern behandelt, eine weitere Person ist in der Nacht zum Freitag gestorben, wie das Gesundheitsamt mitteilte.


13.06.2020: Brandenburger Regierung startet Corona-Tests in Schulen und Kitas

Brandenburg startet freiwillige Corona-Tests in Schulen und Kitas. Die Gesundheitsministerin des Landes, Ursula Nonnemacher, kündigte am Freitag in Potsdam das Angebot für Lehrer und Erzieher an, sich zunächst für drei Monate alle zwei Wochen testen zu lassen.

Ein Prozent aller Schüler und Kita-Kinder soll in Stichproben im gleichen Rhythmus untersucht werden. Als Auswahl ist mindestens eine Schule pro Kreis oder kreisfreier Stadt mit 40 Kindern und Jugendlichen auf freiwilliger Grundlage geplant. Die Untersuchungen sollen dafür sorgen, dass Infizierte ohne Symptome erkannt werden.


13.06.2020: Dänemark will Urlauber auch in Kopenhagen übernachten lassen

Dänemark-Touristen aus Deutschland dürfen ab Montag entgegen ursprünglicher Regierungspläne auch wieder in Kopenhagen übernachten. Die im Land umstrittene Ausnahmeregelung für die dänische Hauptstadt bei den Einreise-Möglichkeiten wird aufgehoben, wie Justizminister Nick Hækkerup am Freitag vor Reportern sagte. Bei der Regelung, dass man für die Einreise nach Dänemark mindestens sechs Übernachtungen gebucht haben müsse, bleibe es aber.

Ministerpräsidentin Mette Frederiksen hatte Ende Mai angekündigt, dass Touristen aus Deutschland, Island und Norwegen ab dem 15. Juni wieder nach Dänemark kommen dürfen. Bedingung dafür war jedoch, dass sie mindestens sechs Übernachtungen im Land gebucht haben, etwa in Ferienhäusern, Hotels oder auf Campingplätzen. Von der Öffnung ausgenommen werden sollten ursprünglich die Hauptstadt und ihre Nachbarkommune Frederiksberg. Das hatte unter den Dänen zu Unverständnis geführt. Kopenhagen gilt als größter Touristenmagnet des Landes.


12.06.2020: Schweden verzeichnet Rekordanstieg bei Corona-Infektionen

Schweden verzeichnet die bislang höchste Anzahl von Corona-Neuinfektionen innerhalb eines Tages. 1474 Erkrankungen seien hinzugekommen, teilt die Gesundheitsbehörde mit. Der Rekord-Anstieg sei eine Folge von mehr Tests. Dadurch seien auch Fälle erfasst worden, bei denen die Infizierten nur milde Symptome gezeigt hätten. Insgesamt sind jetzt mehr als 48.000 Infektionen bestätigt. Die Zahl der Corona-Toten stieg um 19 auf 4814.

Schweden hatte deutlich freizügigere Maßnahmen gegen die Corona-Pandemie ergriffen als der Rest Europas. Schulen, Restaurants oder Geschäfte wurden beispielsweise nicht geschlossen, das Versammlungsverbot liegt bei maximal 50 Teilnehmern, ein Einreiseverbot gilt lediglich für Menschen außerhalb der EU und der Europäischen Freihandelszone.

Viele im Land hießen den eingeschlagenen Weg zunächst gut, nach und nach mehrte sich jedoch auch die Kritik - vor allem, weil die Infektions- und Todeszahlen pro Einwohner in Schweden im Vergleich zum restlichen Skandinavien und auch zu Deutschland weiter hoch sind.

Die Reisewarnung für Touristen bleibt deshalb möglicherweise für Schweden über den 15. Juni hinaus bestehen. Das Auswärtige Amt weist auf seiner Internetseite darauf hin, dass das EU-Land derzeit die "Pandemiekriterien" für eine Aufhebung der Warnung nicht erfülle. "Überschreitet ein Land die Neuinfiziertenzahl im Verhältnis zur Bevölkerung von weniger als 50 Fällen pro 100.000 Einwohner kumulativ in den letzten 7 Tagen, bleibt die Reisewarnung bestehen oder wird wieder ausgesprochen. Dies gilt aktuell für Schweden", heißt es dort.


12.06.2020: Grundschule und Hort in Magdeburg schließen wegen Corona-Fällen

In Magdeburg müssen eine Grundschule und ein Hort wegen mehrerer Corona-Infektionen schließen. "Insgesamt wurden sechs erwachsene Personen positiv auf das neuartige Coronavirus getestet und zehn Kinder als Kontaktpersonen untersucht", teilte die Stadt am Donnerstagabend mit. Da auch viele Pädagoginnen und Pädagogen Kontaktpersonen sind, werden die Einrichtungen von Freitag bis voraussichtlich zum 26. Juni geschlossen.

Ein Kind sei positiv getestet worden. Dessen Mutter habe am Montag eine Elternversammlung besucht, auf der 15 andere Eltern und eine Reihe von Lehrern anwesend gewesen seien. Der Amtsarzt empfiehlt allen Kinder der Einrichtung, sich in freiwillige häusliche Quarantäne zu begeben. Der Mediziner betonte: "Alle Kontaktpersonen können ermittelt werden."


11.06.2020: Corona-Warn-App kostet Bund rund 20 Millionen Euro

Die Entwicklung der Corona-Warn-App des Bundes durch den Softwarekonzern SAP und die Deutsche Telekom wird rund 20 Millionen Euro kosten. Dazu kommen Betriebskosten in Höhe von 2,5 bis 3,5 Millionen Euro monatlich, hieß es am Donnerstag in Regierungskreisen in Berlin. Der Großteil davon entfällt auf den Betrieb von zwei Hotlines bei der Deutschen Telekom. Die App soll in der kommenden Woche nach etwa sechswöchiger Entwicklungszeit freigeschaltet werden und helfen, Corona-Infektionsketten schneller zu erkennen, nachzuverfolgen und zu durchbrechen.

Anwender können sich bei den Hotlines bei der Installation der App und dem Eintrag eines positiven Testergebnisses in die App helfen lassen. Die Infizierten erhalten dabei von dem Callcenter einen Freischaltcode. Mit dem Verfahren soll verhindert werden, dass nicht Infizierte sich versehentlich als positiv getestet bezeichnen. Alternativ können die Betroffenen den Freischaltcode aber auch digital direkt vom Testlabor als QR-Code erhalten, wenn das Labor bereits entsprechend ausgestattet ist.

Die Kosten für die Software-Entwicklung der Corona-Warn-App des Robert Koch-Instituts bewegen sich am unteren Ende der von der Bundesregierung prognostizierten Größenordnung in Höhe eines "zweistelligen Millionenbetrags". Bei den Kosten für die Callcenter müsse berücksichtigt werden, dass die Anwender nicht in langen Warteschlangen landen sollten. Außerdem wolle man den Service nicht nur auf Deutsch, sondern auch auf Englisch und Türkisch zur Verfügung stellen.

Wird ein Nutzer positiv getestet und dieser Status in der App erfasst, sollen andere Anwender informiert werden, dass sie sich in der Nähe eines Infizierten aufgehalten haben. Aus Regierungskreisen hieß es weiter, die App sei nur ein Baustein in der Bekämpfung der Pandemie und kein Allheilmittel. Die Verwendung sei vollkommen freiwillig, der Programmcode als "Open Source" völlig transparent.


11.06.2020: Ägypten will einige Urlaubsorte wieder für Touristen öffnen

Nach einer monatelangen Grenzschließung wegen des Coronavirus will Ägypten einige seiner Urlaubsorte ab 1. Juli wieder für Touristen aus dem Ausland öffnen. Der Flugverkehr in die "am wenigsten vom Virus betroffenen" Küstenregionen solle dann wieder aufgenommen werden, sagte Informationsminister Osmaa Haikal am Donnerstag. Der staatliche Nachrichtenseite "Al-Ahram" zufolge sind dies Marsa Matruh am Mittelmeer, der Süden der Sinai-Halbinsel sowie das Rote Meer. Dort liegen auch Ägyptens beliebteste Badeorte Hurghada und Scharm el Scheich.

Ägypten ist sehr abhängig von den Einnahmen vom Tourismus und braucht nach der langen Flaute dringend frische Einnahmen. 2019 reisten rund 13 Millionen Menschen in den Wüstenstaat, um unter anderem Zeit am Roten Meer oder am Mittelmeer zu verbringen oder um antike Schätze zu besichtigen. Aus Deutschland kommen jedes Jahr die mitunter meisten Besucher. Die Bundesregierung hatte die Reisewarnung wegen der Corona-Pandemie am Mittwoch für mehr als 160 Länder außerhalb der EU - darunter auch Ägypten - bis zum 31. August aber verlängert.

Die ägyptischen Behörden bemühen sich zeitgleich, den Tourismus schrittweise wieder in Gang zu setzen. In dem nordafrikanischen Land dürfen Hotels seit 1. Juni bei halber Belegung wieder einheimische Touristen empfangen. Eine entsprechende Genehmigung der Regierung erhielten rund 150 Hotels. Zudem wurden die Visagebühren für Reisende auf Charterflügen bis Ende Oktober ausgesetzt. Betreiber dieser Flüge müssen in Urlaubsorten derzeit auch nur die Hälfte der sonst üblichen Lande- und Parkgebühren zahlen. Wann der Flugverkehr landesweit wieder aufgenommen wird, blieb am Donnerstag weiter unklar.

In Ägypten gilt wegen des Coronavirus eine nächtliche Ausgangssperre. Ab Sonntag soll sie nach Worten von Haikal für zunächst zwei Wochen etwas verkürzt werden und dann von 20 Uhr abends bis 4 Uhr morgens gelten. In dem Land mit rund 100 Millionen Einwohnern haben sich offiziellen Angaben mehr als 38.200 Menschen mit dem Virus infiziert.


11.06.2020: NRW erlaubt wieder größere Privatfeiern

Nordrhein-Westfalen lockert weitere Corona-Schutzmaßnahmen. Von Montag (15. Juni) an dürfen wieder mehr Kunden gleichzeitig Geschäfte betreten, teilte die Landesregierung am Donnerstag mit. Veranstaltungen und Versammlungen mit mehr als 100 Zuschauern sind unter bestimmten Auflagen wieder erlaubt. Auch private Feste wie Jubiläen, Hochzeiten, Taufen oder Geburtstagsfeiern mit maximal 50 Teilnehmern sind dann wieder möglich, wenn Auflagen zur Rückverfolgung und Hygiene- und Schutzvorkehrungen eingehalten werden.

Bars sowie Wellnesseinrichtungen und Erlebnisbäder können ihren Betrieb unter Auflagen wieder aufnehmen. Erleichterungen gelten auch für Sportarten mit Körperkontakt. Sie sind ab Montag auch in geschlossenen Räumen für Gruppen bis zu zehn Personen, im Freien für Gruppen bis zu 30 Personen wieder zulässig. Sportwettbewerbe im Breiten- und Freizeitsport können unter Auflagen auch in Hallen wieder stattfinden.

Die grundsätzlichen Regelungen zur Kontaktbeschränkung im öffentlichen Raum und die Verpflichtung zum Tragen einer Mund-Nasen-Bedeckung in bestimmten Bereichen mit Publikums- und Kundenverkehr bleiben bestehen. Auch Großveranstaltungen bleiben bis mindestens 31. August 2020 untersagt.


11.06.2020: Alltours-Chef für Corona-Tests vor allen Flügen

Der Chef des Reiseveranstalters Alltours, Willi Verhuven, hat sich für Corona-Tests bei allen Flugreisenden vor der Abreise ausgesprochen. Er glaube zwar, dass Fliegen relativ sicher sei, weil die Luft in der Kabine sehr gut gefiltert und regelmäßig ausgetauscht werde. "Für noch mehr Sicherheit würde ich es absolut begrüßen, wenn alle Passagiere zur Sicherheit aller vor ihrem Flug einen Corona-Test machen würden", sagte er der "Rheinischen Post".

Mit Blick auf den Neustart der Reisebranche sagte Verhuven: "Wir gehen davon aus, dass wir im Sommer 50 Prozent des Vorjahresniveaus erreichen werden. Gerade die Kanaren, Griechenland, Mallorca und die Türkei sind sehr gefragt. Die Menschen fahren dorthin, wo sie es schön finden und Sicherheit erwarten können." 2021 rechnet Alltours den Angaben zufolge mit 70 Prozent des früheren Gästeaufkommens.

Das Düsseldorfer Unternehmen erzielte im Geschäftsjahr 2018/2019, das im Oktober zu Ende ging, einen Umsatz von 1,45 Milliarden Euro mit 1,7 Millionen Gästen. Staatshilfe will Alltours den Angaben zufolge nicht beantragen. "Vergangenes Jahr haben wir 46 Millionen Euro Gewinn gemacht, dieses Jahr wird der Verlust ähnlich hoch sein. Das können wir verkraften. ... Wir haben 290 Millionen Euro an Eigenkapital, die Eigenkapitalquote liegt bei 61 Prozent", sagte Verhuven.


11.06.2020: London lockert Kontaktbeschränkungen weiter

London hebt weitere Maßnahmen zur Eindämmung der Coronavirus-Pandemie auf. Zoos, Safari-Parks und Läden in England dürfen von kommendem Montag an wieder öffnen, sagte der britische Premierminister Boris Johnson am Mittwoch. Gotteshäuser können ihre Türen für individuelle Gebete von Gläubigen bereits am Wochenende wieder aufmachen. Abstandsregeln müssten aber weiter eingehalten werden. Zudem können sich künftig auch bestimmte Haushalte zusammenschließen.

Großbritannien ist mit mehr als 41.000 Todesfällen bei Menschen, die zuvor positiv auf das Coronavirus getestet wurden, das am schlimmsten von der Pandemie betroffene Land Europas. Die Zahl der Sterbefälle, bei denen die Lungenerkrankung Covid-19 letztlich als Ursache festgestellt wurde, liegt sogar bei mehr als 50.000.

Die Regierung in London steht wegen ihres Umgangs mit der Coronavirus-Pandemie seit Monaten stark in der Kritik. Ihr wird vorgeworfen, zu spät und falsch auf die Pandemie reagiert zu haben. Der Wissenschaftler Neil Ferguson vom Imperial College sagte am Mittwoch in einem Parlamentsausschuss, dass die Hälfte der Todesfälle vermeidbar gewesen wäre, hätte die Regierung die Maßnahmen eine Woche früher verhängt.


11.06.2020: Vergütung der Labore für Corona-Tests soll sinken

Tests auf das Coronavirus sollen deutlich ausgeweitet werden - doch um die Vergütung gibt es neuen Ärger. Für Tests, die Praxisärzte veranlassen, sollen Labore ab 1. Juli nur noch 39,40 Euro statt der bisherigen 59 Euro bekommen. Dies hat zugleich Auswirkungen auf die Vergütung von Corona-Tests, die Gesundheitsämter nun auch bei Menschen ohne Krankheitsanzeichen häufiger anordnen können.

"Wir haben einen sachgerechten Preis gefunden, der die Entwicklung von vereinzelten Tests hin zu Massentestungen widerspiegelt", sagte Stefanie Stoff-Ahnis, Vorstand beim Spitzenverband der gesetzlichen Krankenversicherungen (GKV). Dies unterstütze das Anliegen der Politik, die Strategie der Massentestungen gezielt auszubauen.

Die Kassenärztliche Bundesvereinigung (KBV) kritisierte dagegen die Entscheidung des zuständigen Gremiums des Gesundheitswesens scharf, die gegen ihre Stimmen gefallen sei. "Das ist eine bittere Enttäuschung für die Versorgung der Patienten und ein Rückschlag für das von der Politik ausgegebene Ziel, möglichst umfangreich zu testen", sagten KBV-Chef Andreas Gassen und Vize Stephan Hofmeister.


10.06.2020: Reisewarnung für mehr als 160 Länder bis Ende August verlängert

Die Bundesregierung will die Reisewarnung für mehr als 160 Länder außerhalb der Europäischen Union bis zum 31. August verlängern. Dazu zählen deutsche Hauptreiseländer wie die Türkei, Ägypten, Marokko und Tunesien.
Möglicherweise könnten aber Ausnahmen für einzelne Länder gemacht werden. Dabei sollen die Entwicklung der Infektionszahlen, die Leistungsfähigkeit der Gesundheitssysteme, Testkapazitäten, Hygieneregeln und Einreisebeschränkungen berücksichtigt werden.
Außenminister Heiko Maas (SPD) hatte am 17. März nach Ausbruch der Corona-Pandemie eine Reisewarnung für alle rund 200 Länder der Welt ausgesprochen.
Am 15. Juni wird nun die Reisewarnung für 31 europäische Länder aufgehoben. Dazu zählen die 26 EU-Länder sowie Großbritannien, Island, Norwegen, die Schweiz und Liechtenstein. Für Spanien und Norwegen erfolgt die Aufhebung jedoch erst später, da in diesen beiden Ländern noch Einreisesperren gelten.

09.06.2020: Charité: Pandemie schlägt mit 30 Millionen Euro zu Buche

Die Corona-Pandemie verursacht an der Berliner Charité hohe Kosten. Das Universitätsklinikum beziffert den zusätzlichen Mittelbedarf auf 29,6 Millionen Euro, wie aus einer am Dienstag veröffentlichten Antwort des Wissenschaftsbereichs der Senatskanzlei auf eine parlamentarische Anfrage des CDU-Abgeordneten Adrian Grasse hervorgeht. Dies entspreche dem Wert der getätigten Bestellungen bis zum 14. Mai für Sachmittel und Investitionen.

Zu den größten Kostenpunkten zählte demnach die Umwidmung und Schaffung zusätzlicher Intensivbetten samt Ausstattung. Die Klinik bevorratete sich zudem mit Verbrauchsmaterialien für Intensivstationen und schaffte Schutzausrüstung, Desinfektionsmittel und Testmaterial an. In welchem Umfang der Klinik wegen der Pandemie Einnahmen entgingen, kann laut der Senatsantwort bisher nicht beziffert werden.


09.06.2020: Niedersachsen öffnet Kitas ab 22. Juni wieder für alle Kinder

Niedersachsen öffnet die Kindergärten ab dem 22. Juni wieder für alle Kinder. Die Notbetreuung im Zuge der Corona-Epidemie werde beendet und ein eingeschränkter Regelbetrieb aufgenommen, sodass es für jedes Kind mit einem Kindergartenplatz wieder eine Betreuung angeboten werde, kündigte Kultusminister Grant Hendrik Tonne (SPD) am Dienstag in Hannover an.


09.06.2020: Mallorca will über 10.000 Deutsche einreisen lassen

Mallorca und andere spanische Baleareninseln wollen ab Montag bis zu 10.900 Urlauber aus Deutschland einreisen lassen. Das teilte die Regionalpräsidentin der Balearen, Francina Armengol, am Dienstag in Palma de Mallorca mit. Das sind fast doppelt so viele, als spanische Medien am Vortag berichtet hatten.

Deutschland sei aus zwei "offensichtlichen" Gründen für dieses Pilotprojekt ausgewählt worden, sagte Armengol: "Deutschland ist das Land, aus dem am meisten Urlauber zu uns kommen, und die epidemiologischen Zahlen sind den unseren sehr ähnlich". Ganz Spanien will sich erst am 1. Juli wieder für den Tourismus öffnen.

Die Urlauber müssten mindestens fünf Tage auf den Inseln bleiben und sich nach der Einreise nicht zunächst in Quarantäne begeben, wie es sonst bisher in Spanien bei Einreisen aus dem Ausland vorgeschrieben ist, betonte Armengol. Ihr Gesundheitsminister Iago Negueruela betonte zudem, es dürften auch Deutsche einreisen, die einen Zweitwohnsitz auf den Inseln besitzen. Die Menschen würden per Flugzeug nach und nach ins Land gelassen.

Das Pilotprojekt auf den Balearen soll dazu dienen, den Ernstfall - den erwarteten Touristenansturm nach Öffnung der Grenzen am 1. Juli - zu proben. Man wolle prüfen, ob die Sicherheitsvorkehrungen unter anderem an den Flughäfen und in den Hotels funktionieren. "Die Sicherheit der Einheimischen, des Personals und natürlich der Gäste steht im Mittelpunkt", sagte Armengol. Sollte ein Tourist Covid-19-Symptome aufweisen, werde er getestet. Und falls dieser positiv sei, werde ihm und seiner Familie ein spezielles Quartier zugewiesen.


09.06.2020: Thüringen beendet Kontaktbeschränkungen

In Thüringen werden die wegen der Corona-Pandemie erlassenen Kontaktbeschränkungen ab 13. Juni aufgehoben. In einer neuen Grundverordnung wird lediglich empfohlen, sich nur mit einem weiteren Haushalt oder mit maximal zehn Menschen zu treffen. Diese neue Regelung hat das Kabinett am Dienstag beschlossen. Bund und Länder hatten ursprünglich miteinander vereinbart, die Kontaktbeschränkungen in einer abgemilderten Form noch bis zum 29. Juni zu verlängern. Etliche Bundesländer haben die Regeln bereits gelockert.

Mit der neuen Verordnung dürfen künftig in Thüringen auch noch mehr Einrichtungen wieder öffnen - zum Beispiel Schwimm- und Freizeitbäder in geschlossenen Räumen sowie Thermen, Saunen und Kinos. Allerdings müssen dafür zunächst Infektionsschutzkonzepte genehmigt werden.

Dorf- und Volksfeste sowie Festivals sollen in Einzelfällen wieder erlaubt werden können. In der neuen Grundverordnung, die am 13. Juni in Kraft treten soll, heißt es, dass Veranstaltungen wie Volks-, Dorf-, Stadt-, Schützen- und Weinfeste sowie Sportveranstaltungen mit Zuschauern und Festivals zwar grundsätzlich verboten bleiben. In Einzelfällen könne jedoch eine Erlaubnis beantragt werden. Die Genehmigung sei zu versagen, wenn die Veranstaltung mit ihren Charakteristika "in besonderem Maße geeignet ist, die Ausbreitung der Pandemie zu fördern".

Bordelle, Diskotheken und Swingerclubs bleiben weiterhin in THüringen geschlossen. Institutionell geförderte Theater und Orchester sollen ihren Spielbetrieb erst nach dem 31. August wieder aufnehmen. Eine Maskenpflicht bleibt in Geschäften und im Öffentlichen Personennahverkehr bestehen.


09.06.2020: 6000 Deutsche dürfen schon ab 15. Juni auf die Balearen

Nach dem Abflauen der Corona-Krise sollen deutsche Touristen als erste ausländische Urlauber ab Montag wieder nach Spanien einreisen dürfen. Zunächst nur 6000 von ihnen und auch nur nach Mallorca und andere Baleareninseln, berichteten spanische Medien unter Berufung auf die Behördenkreise. Deutschland sei ausgewählt worden, weil die epidemiologische Lage dort sehr gut und ähnlich wie auf den Balearen sei, hieß es. Eine zweiwöchige Quarantäne wie zurzeit noch für alle aus dem Ausland nach Spanien Einreisende vorgeschrieben, solle es auf den Balearen nicht geben.

Individualtourismus ist nach diesen Informationen zunächst nicht vorgesehen.

Ganz Spanien, das von der Corona-Krise besonders hart getroffen worden war, will sich erst gut zwei Wochen später für ausländische Touristen öffnen. Das Pilotprojekt auf den Balearen soll den Angaben zufolge dazu dienen, den Ernstfall - den erwarteten Touristenansturm nach Öffnung der Grenzen am 1. Juli - zu proben. Man wolle prüfen, ob die Sicherheitsvorkehrungen unter anderem an den Flughäfen und in den Hotels funktionieren, hieß es. Einzelheiten wolle die Regionalpräsidentin Touristen Francina Armengol am Dienstag bekanntgeben, hieß es.

Geplant worden sei das Pilotprojekt von der Balearen-Regierung zusammen mit vier örtlichen Hotelketten, berichtete die "Mallorca Zeitung". Auf deutscher Seite seien die Reiseveranstalter TUI, DER Touristik und Schauinsland Reisen beteiligt. Auf Mallorca sollten die deutschen Urlauber an der Playa de Palma und in der Bucht von Alcúdia untergebracht werden. Die Zeitung berichtete, dass es unter Einheimischen Proteste wegen des Pilotprojekts gegeben habe. Teile der dort lebenden Bevölkerung hätten Angst um ihre Gesundheit.

Mallorca, des Deutschen liebste Insel, soll in der zweiten Juni-Hälfte 4000 der Touristen empfangen. Je eintausend Besucher sollen nach Menorca sowie auf die Pityusen (Ibiza und Formentera) kommen.

Den Berichten zufolge verhandeln auch die Kanaren mit Madrid über ein ähnliches Pilotprojekt. Bei diesen Gesprächen sei am Montag aber noch keine Entscheidung gefallen, weil die Kanaren "höhere Sicherheitsanforderungen" gestellt hätten, darunter Coronavirus-Tests für alle Besucher, berichtete "El País".


09.06.2020: Griechenlands Regierung besorgt über Neuinfektionen

Die Urlaubssaison soll auch in Griechenland schon bald wieder beginnen. Doch nun hat sich die griechische Regierung besorgt über einen Wiederanstieg der Corona-Infektionen gezeigt. Seit Donnerstag wurden demnach 97 neue Fälle registriert, wie das Gesundheitsministerium in Athen am Montag mitteilte. Bei fast einem Drittel der Infizierten handele es sich um Einreisende aus dem Ausland.

Als Konsequenz will die Regierung künftig wieder täglich Zahlen zum Coronavirus bekannt geben. Dies war vor Kurzem erst eingestellt worden, da zuletzt weniger als fünf Neuinfektionen pro Tag registriert worden waren.


08.06.2020: Mehrere Bundesländer schicken Schweden-Rückkehrer in Quarantäne

Mehrere Bundesländer schicken Rückkehrer aus Schweden wegen der Corona-Entwicklung dort in eine zweiwöchige Quarantäne. Das niedersächsische Gesundheitsministerium hatte dies am Sonntag mitgeteilt, in Mecklenburg-Vorpommern und Schleswig-Holstein folgten die Ministerien am Montag. Hintergrund sei, dass es in Schweden in den vergangenen sieben Tagen mehr als 50 Infizierte pro 100 000 Einwohner gegeben habe.

Die Rückkehrer müssen unverzüglich in die eigene Wohnung oder an ihren gewöhnlichen Aufenthaltsort und dort 14 Tage bleiben - selbst Einkäufe sind untersagt. Außerdem muss das Gesundheitsamt informiert werden.

In der Coronakrise hatte in den deutschen Bundesländern zwischenzeitlich eine generelle Quarantäne-Regelung für Menschen gegolten, die aus dem Ausland nach Deutschland kamen. Dies wurde zwischenzeitlich aber wieder gelockert oder aufgehoben.


08.06.2020: Weniger leichte Infekte wegen Corona-Regeln

Die deutschen Hausärzte registrieren aktuell wegen der Corona-Maßnahmen ein allgemein geringeres Ansteckungsrisiko mit leichten Infekten. "Durch die Abstandsregeln und das verstärkte Hygieneverhalten ist das allgemeine Ansteckungsrisiko im Moment insgesamt niedriger als sonst", sagte Ulrich Weigeldt, Bundesvorsitzender des Deutschen Hausärzteverbandes, den Zeitungen der Funke Mediengruppe (Montag). "Viele leichtere Infektionskrankheiten werden vermieden. Dazu gehören Erkältungskrankheiten, grippale Infekte aber auch Magen-Darm-Infekte."

Weigeldt warb dafür, viele Maßnahmen auch nach dem Ende der Pandemie beizubehalten: "Viele der Regeln, die die Deutschen in der Corona-Phase eingeübt haben, sollten auf Dauer zur Routine werden: Vor allem das häufige und gründliche Händewaschen und das Lüften."

Auch die veränderten Abläufe in den Arztpraxen könnten beibehalten werden. "Bei Arztbesuchen gibt es in der Corona-Krise einen Lerneffekt, der Schule machen sollte: Patienten mit leichteren Infekten könnten künftig weniger in die Arztpraxen kommen, denn bei schwachen Symptomen können erfahrene Hausärzte zumeist auch am Telefon helfen." Bei solchen Fällen sollte es nach Ansicht von Weigeldt auch die Möglichkeit einer telefonischen Krankschreibung geben.


08.06.2020: Umstrittene Quarantänepflicht in Großbritannien tritt in Kraft

Reisende nach Großbritannien müssen von Montag an zwei Wochen in Quarantäne gehen, nachdem sie das Land betreten haben. Mit der Maßnahme soll eine zweite Welle von Coronavirus-Infektionen in dem Land verhindert werden.

Die neuen Vorschriften stoßen jedoch bei Unternehmen aus der Reisebranche auf heftige Kritik. Vor allem Fluggesellschaften protestieren. Selbst in der konservativen Regierungspartei von Premierminister Boris Johnson gibt es erheblichen Unmut über die Regelung. Ein Regierungssprecher bestätigte, dass es Überlegungen gibt, die Quarantänepflicht für einzelne Reiseziele aufzuheben.

Einreisende müssen künftig an der Grenze ihre Adress- und Kontaktdaten hinterlassen. Wer sich nicht an die 14-tägige Pflicht zur Selbstisolation hält, muss mit einem hohen Bußgeld rechnen.

Die Quarantänepflicht gilt für alle Einreisenden, ungeachtet ihrer Staatsbürgerschaft. Ausgenommen sind nur wenige Berufsgruppen wie Lastwagenfahrer, medizinisches Personal und Erntehelfer sowie Reisende aus Irland, der Isle of Man und den Kanalinseln.


07.06.2020: "Spiegel": Möglicherweise bald Maskenpflicht an Flughäfen

An den deutschen Flughäfen könnte es nach "Spiegel"-Informationen bald einheitlich zu einer Maskenpflicht kommen. Bisher wird es offenbar noch etwas unterschiedlich gehandhabt. In den Terminal- und Abfertigungsgebäuden der größeren Flughäfen wie Stuttgart, München, Düsseldorf oder Berlin gibt es bereits eine Maskenpflicht.

Beim Flughafen Frankfurt heißt es auf der Homepage, die seit dem 27. April hessenweit geltende Maskenpflicht in Fahrzeugen des öffentlichen Personennahverkehrs und den Publikumsbereichen von Geschäften, Bank- und Postfilialen "gilt auch für den Bus-Shuttle und die SkyLine, sowie Shops am Flughafen". Mit den Lockerungen im Reiseverkehr zumindest in Europa stellt sich also ohnehin die Frage, ob diese Maskenpflicht nicht für alle Flughäfen gelten sollte, so wie in anderen öffentlichen Verkehrsmitteln auch.

Der "Spiegel" schreibt, dass Behörden und Flughafenbetreiber derzeit ein Paket mit Maßnahmen erarbeiteten, um den Flugverkehr möglichst rasch wieder hochfahren zu können. Auch die Chefs der Staatskanzleien der Bundesländer hätten Ende vergangener Woche in einer Schalte mit dem Kanzleramt über das Thema gesprochen. Zuständig für die Umsetzung einer solcher Maskenpflicht ist grundsätzlich die Landesebene.

Nach Darstellung des Magazins gibt es einen Entwurf für ein Paket von Vorschriften, damit die Flughäfen wieder mehr Passagiere abfertigen könnten. Eine Maskenpflicht sei dazu notwendig, da in vielen Bereichen des Flughafens ein ausreichendes Abstandhalten nicht möglich sei, so das Papier, dessen Herkunft nicht näher beschrieben wird. Konkret genannt werden demnach die Luftsicherheitskontrollen, die Flughafen- und Shuttlebusse oder die Gepäckausgabe über Rollbänder, da sich dort viele Passagiere auf kleinem Raum drängeln.

Ausgenommen werden sollten von der Maskenpflicht lediglich die Zonen, in denen die Pässe kontrolliert werden. Auch Kinder unter sechs Jahren müssten laut dem Entwurf keine Masken tragen, zudem sollen die Passagiere die Masken in den Flughafenrestaurants abnehmen dürfen, schreibt der "Spiegel".


07.06.2020: Neuer Corona-Ausbruch legt Nordmazedonien lahm

Massive Ausgangssperren wegen einer neuen Corona-Infektionswelle legen Nordmazedonien lahm. Auf den Rekordwert von 177 registrierten Neuansteckungen am Freitag folgten tags darauf nochmals 125, wie das Portal «sitel.com.mk» am Sonntagmorgen unter Berufung auf die Gesundheitsbehörden meldete.

Die Regierung des kleinen Balkanlandes mit gut zwei Millionen Einwohnern hatte bereits zuvor für die am meisten betroffenen Städte und Gemeinden eine 80-stündige Ausgangssperre verhängt. Sie begann am Donnerstag 21 Uhr und endet am Montag 5 Uhr früh. Für den Rest des Landes gelten nächtliche Ausgangssperren.

Unter den kompletten Shutdown fallen die Hauptstadt Skopje sowie die Industriestadt Stip und einige Orte mit mehrheitlich albanischer Bevölkerung. Die muslimischen Albaner machen rund 25 Prozent der Einwohner Nordmazedoniens aus, deren Mehrheit christlich-orthodox ist. Experten führen den neuen Corona-Ausbruch auf Ansteckungen in einer Süßwarenfabrik zurück sowie auf große Familientreffen unter Albanern aus Anlass des Bajram-Festes am Ende des Fastenmonats Ramadan vor zehn Tagen.


06.06.2020: Frankreichs Corona-Warn-App knackt Millionenmarke

Frankreichs Coronavirus-Warn-App "StopCovid" hat nach Angaben der Regierung die erste Millionen-Marke übertroffen. Innerhalb von vier Tagen sei die App eine Million Mal aktiviert worden, schrieb der Staatssekretär für Digitales, Cédric O, am Samstag auf Twitter. Die kostenlose Anwendung steht seit Dienstag zum Herunterladen auf das Handy bereit. Die Regierungs hatte zuvor erklärt, damit die App aber wirksam sei, müsste sie von mehreren Millionen Französinnen und Franzosen genutzt werden.

"StopCovid" soll mit Hilfe von Bluetooth-Signalen erfassen, welche Smartphones einander nahegekommen sind. Bürger sollen dann gewarnt werden, falls sich später herausstellt, dass sie sich neben infizierten Personen aufgehalten haben.

"Wir haben kein genaues Ziel, aber wir wissen, dass diese Anwendung vor allem für Stadtbewohner nützlich ist, die zu Stoßzeiten die U-Bahn nehmen, die in Bars und Restaurants gehen, die mit vielen Menschen in Kontakt stehen", sagte O dem Sender RMC. Dazu, wie viele Kontaktfälle die App bisher gemeldet hat, machte O keine Angaben und verwies an das Gesundheitsministerium.


06.06.2020: Weitere Corona-Lockerungen in Sachsen

Besuche in Pflegeheimen, Schwimmhallen, Sauna, Familienfeiern oder Busreisen - in Sachsen kehrt in der Corona-Krise immer mehr Normalität zurück. Am Samstag tritt die neue Corona-Schutzverordnung in Kraft, mit zahlreichen weiteren Lockerungen.

Gesundheitsministerin Petra Köpping (SPD) hatte betont, dass es keine Verbotsverordnung mehr sein soll. Vielmehr sollen immer mehr Dinge ermöglicht werden, die entsprechenden Hygiene-Auflagen vorausgesetzt. Verboten bleiben allerdings Jahrmärkte, Sportveranstaltungen mit Publikum, Disco-Besuch und Großveranstaltungen mit mehr als 1000 Besuchern.


05.06.2020: Über 40.000 Corona-Tote in Großbritannien

Die Zahl der gestorbenen Corona-Infizierten ist in Großbritannien am Freitag auf mehr als 40 000 gestiegen. Das teilte das Gesundheitsministerium in London mit. Das Vereinigte Königreich ist nach offiziellen Zahlen das am schwersten von der Pandemie betroffene Land Europas. Zählt man die Todesfälle hinzu, bei denen eine Covid-19-Erkrankung erst nach dem Tod diagnostiziert wurde, liegt die Zahl der Statistikbehörde ONS (Office for National
Statistics) zufolge sogar bei mehr als 48 000.

Die Regierung in London steht seit Wochen in der Kritik, zu langsam und falsch reagiert zu haben. Maßnahmen wie Kontaktbeschränkungen wurden vergleichsweise spät eingeführt, zudem herrschte ein Mangel an Testkapazitäten und Schutzkleidung für medizinisches Personal.

Die Zahl der Neuinfektionen ist in den vergangenen Wochen offiziellen Zahlen zufolge zurückgegangen. Trotzdem hatten sich einige Experten kritisch zu den Anfang der Woche in Kraft getretenen Lockerungen der Kontaktbeschränkungen in England geäußert.

Treffen von bis zu sechs Personen in privaten Gärten und Parks sind nun wieder möglich, solange der Mindestabstand von zwei Metern eingehalten wird. Bislang waren nur Treffen von zwei Personen aus unterschiedlichen Haushalten erlaubt. Läden mit Verkaufsfläche im Freien durften wieder aufmachen. Auch der Schulbetrieb wurde in Teilen wieder aufgenommen. Die Landesteile Schottland, Wales und Nordirland bestimmen selbst über ihre Maßnahmen zur Eindämmung der Pandemie. Doch auch dort wurden in dieser Woche Lockerungen eingeführt.


05.06.2020: Gericht kippt Quarantäne für Auslandsrückkehrer nach NRW

Das nordrhein-westfälische Oberverwaltungsgericht hat die vom Land angeordnete häusliche Quarantäne für Auslandsrückkehrer außer Vollzug gesetzt. Das Land dürfe nicht pauschal für Rückkehrer aus Nicht-EU-Ländern eine 14-tägige Quarantäne anordnen, entschied das OVG am Freitag in einem Eilverfahren. Es könne aber Risikogebiete ausweisen, bei denen die Verhängung einer Quarantäne gerechtfertigt sei (Az.: 13 B 776/20.NE).

Mit dieser Entscheidung kippte das OVG erstmals eine Verordnung der NRW-Landesregierung im Rahmen der Corona-Pandemie. Die aus Köln stammenden Antragsteller sind seit Anfang März 2020 mit ihren minderjährigen Kindern in Thailand. Laut Verordnung hätte sich die Familie, weil sie mehr als 72 Stunden im Ausland ist, nach ihrer Rückkehr für 14 Tage in häusliche Quarantäne begeben müssen. Das sei aber bei der aktuellen Corona-Lage in Thailand nicht mehr gerechtfertigt, argumentierte die Familie. Die obersten NRW-Verwaltungsrichter sahen das genauso.

Da es auch außerhalb Europas eine Reihe von Staaten gebe, in denen es kein höheres Infektionsrisiko gebe als in der Bundesrepublik, sei eine häusliche Quarantäne für Auslandsrückkehrer keine notwendige Schutzmaßnahme mehr, hieß es in der Mitteilung des Gerichts zur Begründung. Daher sei das Land angehalten, «dem tatsächlichen Infektionsgeschehen Rechnung zu tragen und eine differenziertere Regelung zu erlassen». Risikogebiete auszuweise auf der Grundlage von nachvollziehbaren Erkenntnissen sei dem Land unbenommen, sagten die OVG-Richter. Der Beschluss ist nicht anfechtbar.


05.06.2020: EU-Kommissarin: Einreisen in die EU wohl ab Juli schrittweise möglich

Einreisen in die EU könnten von Juli an wieder nach und nach möglich werden. Fast alle EU-Staaten seien dafür, die derzeit bis zum 15. Juni laufenden Einschränkungen um weitere zwei Wochen zu verlängern, sagte EU-Innenkommissarin Ylva Johansson am Freitag nach Video-Beratungen mit den EU-Innenministern.

Von Juli an könnten die Beschränkungen für nicht zwingend notwendige Reisen in die EU dann schrittweise aufgehoben werden. Die europäischen Staaten sollten sich dabei gut untereinander abstimmen. Die EU-Kommission werde Empfehlungen für die schrittweise Aufhebung erarbeiten.


05.06.2020: Kreuzfahrtunternehmen Aida setzt USA- und Kanada-Reisen für 2020 aus

Das Rostocker Kreuzfahrtunternehmen Aida hat seine für dieses Jahr geplanten Reisen mit Zielen in den USA und Kanada ausgesetzt. "Als Folge der anhaltenden Auswirkungen des Coronavirus sind derzeit die Bedingungen für internationale Reisen mit Ziel USA und Kanada noch nicht gegeben. In Kanada sind Kreuzfahrtanläufe bis Ende Oktober 2020 nicht möglich, in den USA gilt bis auf weiteres ein Einreisestopp für Europäer", teilte das Unternehmen am Freitag in Rostock mit. Es seien Reisen mit den Schiffen "Aidadiva" und "Aidaluna" geplant gewesen.

Wegen der Corona-Pandemie hatte Aida Cruises bereits alle Fahrten auf den 14 Schiffen ihrer Flotte bis 31. Juli abgesagt. Für Gäste aller abgesagten Reisen werde der bereits gezahlte Reisepreis als Guthaben plus einem zehnprozentigen Bonus zurückgelegt. Dieses Guthaben könne bei Buchungen bis Ende 2021 eingesetzt werden. Gästen, die dieses Angebot nicht in Anspruch nehmen möchten, werde der Reisepreis in Höhe der bereits geleisteten Zahlung erstattet.


05.06.2020: Tuifly will Flotte wegen Corona halbieren und Standorte schließen

Der mit einem staatlichen Milliardenkredit gestützte Reisekonzern Tui will seinen deutschen Ferienflieger Tuifly wegen des hohen Spardrucks in der Corona-Krise um rund die Hälfte verkleinern. Auch Standorte in NRW sollen geschlossen werden. Das Management habe den Mitarbeitern entsprechende Pläne vorgestellt, sagte ein Tuifly-Sprecher am Freitag. Ziel sei es, die eigentlich vorgesehene Flotte von 39 Jets vom Typ Boeing 737 zu halbieren und mehrere deutsche Standorte wie Köln, Bremen und Münster-Osnabrück zu schließen. Wie viele Jobs wegfallen müssen, werde nun Teil der Gespräche zwischen Unternehmensführung und Arbeitnehmervertretern.

Die im Aufsichtsrat vertretene Gewerkschaft Verdi betonte, es seien noch keine konkreten Entscheidungen gefallen - man erwarte aber "harte Schnitte". Für die Kunden soll sich zunächst nichts ändern: Der aktuelle Sommerflugplan von Tuifly für die in diesem Jahr verspätet gestartete Saison habe Bestand. Das Unternehmen hatte aber auch bereits den Plan für 2021 vorzeitig freigeschaltet.

Bei Tuifly gibt es rund 2000 Vollzeitstellen, davon 1400 Piloten und Flugbegleiter. Dem Nachrichtensender ntv zufolge stehen die Jobs von 700 Mitarbeitern auf der Kippe, davon 230 Vollzeitstellen. Der Konzern wollte diese Zahlen nicht bestätigen.


04.06.2020: Reisebeschränkungen innerhalb Schwedens werden aufgehoben

In Schweden darf man ab Mitte Juni wieder unbegrenzt innerhalb des Landes umherreisen. Wer keine Krankheitssymptome zeige, dürfe in Schweden ab dem 13. Juni auf Reisen gehen, sagte Ministerpräsident Stefan Löfven am Donnerstag auf einer Pressekonferenz in Stockholm. Die Lage im Land verbessere sich, die Corona-Patientenzahlen gingen seit Wochen zurück. Dieser Bescheid bedeute jedoch nicht, dass die Gefahr der Coronavirus-Pandemie vorbei sei, machte Löfven klar. Andere Beschränkungen bleiben weiter in Kraft.

Bislang galt für die Schweden, dass in ihrem Land unter bestimmten Bedingungen nur kürzere Reisen möglich waren. Die Ziele der Fahrten sollten maximal zwei Autostunden vom Wohnort entfernt liegen, wie Löfven Mitte Mai gesagt hatte. Von nicht zwingend notwendigen Auslandsreisen hat seine Regierung vorläufig bis zum 15. Juli abgeraten.

Schweden hat mit vergleichsweise lockeren Maßnahmen auf die Corona-Krise reagiert. Schulen, Restaurants und Geschäfte wurden beispielsweise nie geschlossen. Dafür gelten auch weiterhin ein Verbot öffentlicher Versammlungen mit mehr als 50 Teilnehmern sowie ein Besuchsverbot in Altersheimen. Auch ein Einreiseverbot hat Löfvens Regierung eingeführt - dies gilt jedoch nur für Länder außerhalb der EU und der Europäischen Freihandelszone.


04.06.2020: Tschechien öffnet Grenze für Deutsche schon früher

Tschechien öffnet seine Grenze für Bürger aus Deutschland, Österreich und Ungarn früher als geplant - voraussichtlich bereits ab Samstag. Das sagte Ministerpräsident Andrej Babis am Donnerstag der Agentur CTK am Rande eines Besuchs in der Nähe des Kurorts Marienbad (Marianske Lazne). Er habe das Kabinett für Freitagmorgen zu einer Sondersitzung in Prag einberufen, um darüber formal zu entscheiden.

Ursprünglich sollte die Lockerung erst am 15. Juni in Kraft treten. Für Bürger der genannten Staaten sind dann weder ein negativer Corona-Test noch eine 14-tägige Quarantäne vorgeschrieben. Das Kabinett Babis hatte Mitte März einen weitgehenden Einreisestopp für Ausländer verhängt. Als Grund wurde die Coronavirus-Pandemie genannt. Nun wird ein neues Ampel-Modell eingeführt, das Länder nach epidemiologischen Kriterien einteilt.


04.06.2020: Einreisen aus Europa wohl bald wieder ohne triftigen Grund möglich

Wer aus einem anderen EU-Staat nach Deutschland einreisen will, muss dafür wahrscheinlich bald keinen triftigen Grund mehr nachweisen. Bis Mitte des Monats bleiben die wegen der Corona-Pandemie eingeführten Beschränkungen und die Kontrollen an den Grenzen zu Frankreich, Dänemark, der Schweiz und Österreich aber auf jeden Fall noch bestehen. Aus diesen Ländern darf derzeit nur kommen, wer zum Beispiel in Deutschland arbeitet, Verwandte besucht oder nach seiner Zweitwohnung schauen will. Das gilt aktuell auch noch für die Einreise per Flugzeug aus Italien oder Spanien.

Bundesinnenminister Horst Seehofer (CSU) strebe an, die Binnengrenzkontrollen zum 15. Juni aufzuheben, hieß es am Donnerstag aus dem Ministerium. Dass dies bei einzelnen Staaten zu einem etwas späteren Termin erfolgen könne, sei aber nicht ausgeschlossen. Generell gelte das Prinzip der Gegenseitigkeit.

Vor einer Entscheidung über die Aufhebung der im März eingeführten Einreisebeschränkungen für Ausländer aus sogenannten Drittstaaten will Deutschland neue Empfehlungen der EU-Kommission abwarten. Noch bis mindestens Mitte Juni gelten für die EU strenge Einreisebeschränkungen für Menschen, die aus Staaten kommen, die weder der EU noch dem Schengen-Raum angehören. Teil des Schengen-Raums sind die meisten EU-Staaten sowie Island, Norwegen, die Schweiz und Liechtenstein.

Die Bundesregierung hatte am Mittwoch die Aufhebung der weltweiten Reisewarnung für 29 europäische Länder ab dem 15. Juni beschlossen. Da in Norwegen und Spanien noch über den 15. Juni hinaus Einreisesperren wegen der Corona-Pandemie gelten, verzögert sich für diese beiden Länder die Aufhebung der Reisewarnung nach Angaben des Auswärtigen Amtes. Außenminister Heiko Maas (SPD) erwartet für Spanien ein Ende der Einreisesperre zum 21. Juni.

04.06.2020: Österreich hält Grenze zu Italien weiter geschlossen

Österreich will seine Grenze zu Italien wegen der Corona-Pandemie vorerst weiter geschlossen halten. "Für eine Öffnung (...) ist es noch zu früh, das geben die Gesundheitsdaten noch nicht her", sagte die österreichische Tourismusministerin Elisabeth Köstinger den Zeitungen der Funke Mediengruppe. "Wir sehen, dass sich die Situation auch in Italien deutlich verbessert hat und einzelne Regionen - wie beispielsweise das Südtirol - schon gute Covid-19-Zahlen vorweisen können", fügte Köstinger hinzu. "Unser Ziel ist klar: Eine Öffnung zu Italien, sobald die Zahlen es zulassen."

Die Regierung in Wien habe immer großen Wert auf "möglichst rasche Grenzöffnungen zu seinen Nachbarstaaten" gelegt, die "im Kampf gegen das Coronavirus ähnlich erfolgreich sind wie Österreich", erklärte Köstinger. Schutz und Gesundheit der Menschen stünden aber an oberster Stelle.

Italien lässt EU-Bürger seit Mittwoch wieder ohne Einschränkungen nach Italien einreisen - sie müssen dort auch nicht in Quarantäne. Italiens Regierungschef Giuseppe Conte kritisierte am Mittwoch Länder wie Österreich oder Griechenland für "diskriminierende Maßnahmen", da dort Einreisebeschränkungen für Italiener gelten würden.


03.06.2020: Sachsen auf Öffnungskurs - weitere Lockerungen ab Samstag

Besuche in sächsischen Pflegeheimen sollen von diesem Samstag (6. Juni) an unter Auflagen wieder möglich sein. Das hat das Kabinett am Mittwoch beschlossen. Zudem sind dann Feiern bis zu 50 Personen wieder erlaubt, wie Gesundheitsministerin Petra Köpping (SPD) ankündigte. Auch die Kontaktbeschränkungen sollen gelockert werden, so dass sich künftig zehn Personen im öffentlichen Raum treffen können - unter Einhaltung der Abstandsregeln. Zudem dürfen Fachmessen und Regionalmessen wieder stattfinden - mit bis zu 1000 Personen. Große Publikumsmessen werden laut Wirtschaftsminister Martin Dulig (SPD) vorerst aber nicht möglich sein.

Nach umfangreichen Lockerungen der Corona-Beschränkungen in den vergangenen Wochen setzt Sachsen damit seinen Öffnungskurs weiter fort. Die neue Corona-Schutzverordnung soll am Samstag (6. Juni) in Kraft treten.


03.06.2020: Weitere Lockerungen in Niedersachsen möglich

Niedersachsens Landesregierung bereitet zum 8. Juni eine Reihe weiterer Lockerungen der Corona-Auflagen vor. Aus einem Entwurf der neuen Corona-Verordnung, der der Deutschen Presse-Agentur vorliegt, geht hervor, dass unter anderem Veranstaltungen im Freien mit bis zu 250 Teilnehmern unter Auflagen wieder erlaubt werden könnten. Das gilt auch für Kulturangebote, während Theater und Kinos weiter geschlossen bleiben sollen.

Auch für den Tourismus sind weiterreichende Möglichkeiten vorgesehen. So könnten Hotels von kommender Woche an mit einer Auslastung von 80 Prozent planen statt wie bisher mit 60 Prozent. Auch Anbieter touristischer Busreisen sollen ihr Geschäft wieder aufnehmen können. In der Gastronomie könnten Bars wieder Gäste empfangen.

Demonstrationen im Freien wären anders als bisher auch unabhängig von Ausnahmegenehmigungen möglich. Hochzeiten, Taufen und Beerdigungen könnten statt mit 20 mit bis zu 50 Teilnehmern stattfinden. Nach den Freibädern könnten zudem die Schwimmbäder öffnen. Gelten soll die neue Verordnung bis zum 1. Juli. Es wäre die vierte Stufe in Niedersachsens fünfstufigem Lockerungsplan.


03.06.2020: Kabinett bereitet Aufhebung der Reisewarnung für 31 Länder vor

Das Bundeskabinett will an diesem Mittwoch die Aufhebung der wegen der Corona-Pandemie verhängten Reisewarnung für 31 europäische Staaten ab dem 15. Juni vorbereiten. Dazu soll ein Eckpunktepapier mit Vorschlägen für den Schutz von Urlaubern vor eine Infektion mit dem Virus verabschiedet werden. Auf dieser Grundlage will die Bundesregierung die Verhandlungen mit den wichtigsten Urlaubsländern der Deutschen über den grenzüberschreitenden Reiseverkehr weiter vorantreiben. Die endgültige Entscheidung über die Aufhebung der Reisewarnung soll erst später fallen.

Außenminister Heiko Maas (SPD) hatte am 17. März wegen der Corona-Pandemie pauschal vor touristischen Reisen in alle rund 200 Länder der Welt gewarnt - ein beispielloser Schritt. Bisher wurden Reisewarnungen sehr selten und nur bei einer Gefahr für Leib und Leben zum Beispiel in Kriegsgebieten ausgesprochen.

Zu den Ländern, für die die Reisewarnung nun aufgehoben werden soll, zählen neben den 26 Partnerländern Deutschlands in der Europäischen Union und dem gerade aus der EU ausgetretene Großbritannien auch die vier Staaten des grenzkontrollfreien Schengenraums, die nicht Mitglied in der EU sind: Island, Norwegen, die Schweiz und Liechtenstein. Für diese Länder soll es ab dem 15. Juni nur noch individuelle Reisehinweise geben, in denen jeweils auf die landesspezifischen Risiken hingewiesen wird.


03.06.2020: Italien öffnet seine Grenzen für EU-Bürger

Nach rund drei Monaten mit strengen Corona-Beschränkungen sind Italiens Grenzen wieder für Urlauber geöffnet. Die Reisefreiheit gilt seit Mittwoch für Menschen aus den anderen 26 EU-Ländern sowie weiteren Staaten wie Großbritannien, Norwegen und der Schweiz. Eine Virus-Quarantäne von zwei Wochen entfällt damit. Außerdem dürfen die Italiener selbst wieder unbeschränkt zwischen den 20 Regionen hin- und herfahren.

Das Verlassen der eigenen Region war lange stark eingeschränkt gewesen. Bisher duften zum Beispiel Menschen aus Rom nur ausnahmsweise in die Toskana fahren. Sie mussten dann eine schriftliche Selbsterklärung über ihre wichtigen Gründe parat haben. Auch Ausländer durften während der Corona-Sperren nur mit triftigem Grund einreisen, etwa wegen einer Arbeit.

Die neuen Lockerungen waren von vielen der 60 Millionen Bürger sehnsüchtig erwartet worden. Sie dürfen nun wieder Angehörige und Freunde besuchen, die weiter entfernt leben. Einige Politiker und Experten äußerten jedoch Bedenken, dass es dadurch wieder mehr Infektionen geben könnte.


02.06.2020: Rheinland-Pfalz lockert Corona-Maßnahmen

Bis zu zehn Personen egal aus wieviel Haushalten können sich ab 10. Juni in Rheinland-Pfalz wieder treffen. Ab dem Tag wird auch die Sperrstunde für die Gastronomie von derzeit 22.30 Uhr auf dann 24.00 Uhr ausgeweitet. Das kündigte Ministerpräsidentin Malu Dreyer (SPD) nach einem Treffen mit kommunalen Spitzenverbänden am Dienstag in Mainz an.

Zudem entfällt in Gaststätten und Kneipen ab 10. Juni die Reservierungspflicht, Kontaktdaten müssen Gäste aber weiter hinterlegen, um im Fall eines Corona-Verdachtsfalls verständigt werden zu können. Bereits genehmigt worden war zuletzt bereits wieder die anfangs untersagte Ausgabe von Speisen und Getränken am Tresen.

Auch Bus- und Schiffsreisen werden im Land ebenfalls schon ab dem 10. Juni - und damit zum Fronleichnamswochenende - wieder möglich. Bislang war der Neustart hier für den 24. Juni vorgesehen gewesen. Möglich sind ab 10. Juni auch wieder Besuche von Freizeitparks und Wellness in Hotels.


02.06.2020: Gesundheitssenatorin "entsetzt" nach Bootsdemo in Berlin

Nach einer Demonstration auf dem Wasser mit Hunderten Booten trotz Corona-Beschränkungen hat Berlins Gesundheitssenatorin Dilek Kalayci scharfe Kritik geäußert. "Ich bin entsetzt über die Bilder vom Wochenende in Berlin. Party und Pandemie passt überhaupt nicht", teilte die SPD-Politikerin am Dienstag mit.

Am Pfingstsonntag waren bei der Versammlung "Für die Kultur - Alle in einem Boot" bis zu 400 Boote von der Spree über den Landwehrkanal nach Berlin-Kreuzberg gezogen. Die Veranstalter wollten nach eigenen Angaben auf die Bedrohung der Clubkultur aufmerksam machen, nachdem die Clubs seit Wochen nicht mehr öffnen dürfen.

"Ich habe Verständnis für die schwierige wirtschaftliche Lage der Clubs. Dafür gibt es finanzielle Hilfen. Aber das, was am Wochenende auf dem Landwehrkanal passierte, ist in Pandemiezeiten grob fahrlässig", sagte Kalayci. "Ich habe es am Anfang der Pandemie gesagt und sage es heute, es ist nicht die Zeit für Partys. Das Virus ist nach wie vor da und eine Gefahr für die Gesundheit aller Menschen", so die Gesundheitssenatorin.

Sie appelliere deshalb an die Vernunft der Club- und Partyfreunde. Die Partyszene und die Clubs seien in Berlin die Hotspots zu Beginn der Ausbreitung des Coronavirus gewesen. "Es war richtig und wichtig diese frühzeitig zu schließen, um die schnelle und unkontrollierte Ausbreitung von Covid-19 zu verhindern. Das ist uns in Berlin gelungen."

Laut der Polizei hielten sich bis zu 1500 Menschen jeweils auf dem Wasser und an Land auf. Im Polizeibericht hieß es, der Veranstalter habe die Versammlung "aufgrund der nicht eingehaltenen Abstände zueinander und von Beschwerden über zu laute Musik" abgebrochen.


02.06.2020: Italien startet seine Corona-Warn-App

Italien startet mit seiner angekündigten Warn-App im Kampf gegen die Corona-Pandemie. Die Anwendung auf dem Smartphone soll Bürgern einen Hinweis senden, wenn sie sich in der Nähe eines Infizierten aufgehalten haben. Die kostenlose App mit dem Namen "Immuni", die ein Mailänder Unternehmen entwickelt hat, stehe zum Runterladen aufs Handy bereit, teilte das Gesundheitsministerium in Rom am Montagabend mit. Ab kommendem Montag (8. Juni) würden die Funktionen aktiviert, allerdings zunächst nur in 4 von 20 Regionen Italiens.

Die Warn-App auf Basis von Bluetooth-Technik für eine Datenübertragung zwischen Geräten solle zunächst in den Abruzzen, Ligurien, den Marken und Apulien laufen. Später sollten weitere Regionen hinzukommen. Auch andere Länder - darunter Deutschland - wollen im Kampf gegen die Covid-19-Krankheit vermehrt eine eigene Warn-App nutzen oder prüfen den Einsatz.


01.06.2020: Tschechien öffnet Grenze für deutsche Touristen ab 15. Juni

Tschechien öffnet seine Grenze ab dem 15. Juni wieder für Touristen aus Deutschland. Das beschloss das Kabinett am Montag in Prag, wie Gesundheitsminister Adam Vojtech bekanntgab. Der EU-Mitgliedstaat hatte Mitte März wegen der Coronavirus-Pandemie einen weitgehenden Einreisestopp verhängt.

Grundlage ist nun ein neues Ampel-Modell, das Länder nach Risikogruppen einteilt. Grünes Licht bekommen neben Deutschland und allen anderen Nachbarstaaten Tschechiens unter anderem auch die Schweiz und Kroatien. Damit entfallen auch die bisherigen Einschränkungen für grenzüberschreitende Berufspendler.

Ausländer aus rot und orange gekennzeichneten Ländern müssen bei der Einreise nach Tschechien einen negativen Labortest auf das Coronavirus vorlegen. Dazu zählen unter anderem Großbritannien, Frankreich, Italien, Spanien und Schweden.


01.06.2020: Jeder Zweite würde sich gegen Corona impfen lassen

Jeder zweite Deutsche würde sich nach einer Umfrage gegen das Coronavirus impfen lassen, wenn es einen Impfstoff gäbe. Jeder Vierte würde dies vielleicht tun, wie aus der repräsentativen Online-Erhebung des Meinungsforschungsinstituts YouGov im Auftrag der Deutschen Presse-Agentur hervorgeht. Jeder Fünfte der 2056 Befragten lehnt eine Impfung ab. Männer würden sich eher impfen lassen als Frauen.

Derzeit ist noch kein Impfstoff gegen das Coronavirus verfügbar. Erste zugelassene Impfstoffe dürften nach Einschätzung der meisten Experten frühestens im kommenden Jahr für den Masseneinsatz bereitstehen. Im Rahmen großer klinischer Studien könnten schon zuvor Impfungen bestimmter Bevölkerungsgruppen erfolgen. Möglich ist allerdings auch, dass noch Jahre vergehen, bis ein Impfstoff zur Verfügung steht, der guten Schutz bietet.

In der Frage nach einer Impfpflicht gegen das Coronavirus sind die Deutschen gespalten: Während 44 Prozent der Befragten dafür plädierten, sind 40 Prozent dagegen. In der Coronakrise kursieren Spekulationen über eine mögliche Impfpflicht. Die Bundesregierung hat indes wiederholt betont, dass sie eine künftige Corona-Schutzimpfung nicht zur Pflicht machen werde.

Das Infektionsschutzgesetz setzt einer verpflichtenden Impfung enge rechtliche Grenzen: Eine solche Pflicht kann von der Bundesregierung nicht ohne weiteres angeordnet, sondern nur "mit Zustimmung des Bundesrates", also von Bund und Ländern gemeinsam beschlossen werden - "für bedrohte Teile der Bevölkerung", wie es in Paragraf 20, Absatz 6 heißt. Verpflichtende Impfungen sind aber nur in besonderen Fällen zu rechtfertigen, denn sie könnten gegen Artikel 2 des Grundgesetzes verstoßen: "Jeder hat das Recht auf Leben und körperliche Unversehrtheit", heißt es dort.


01.06.2020: Armenischer Regierungschef mit Corona infiziert

In der Südkaukasusrepublik Armenien hat sich Regierungschef Nikol Paschinjan an seinem 45. Geburtstag wegen einer Coronavirus-Infektion in häusliche Quarantäne begeben. Das teilte der Politiker am Montag in der armenischen Hauptstadt Eriwan mit. Er selbst habe keine Symptome, aber auch Tests bei den übrigen Familienmitgliedern hätten eine Sars-CoV-2-Infektion bestätigt. Die Infektion sei entdeckt worden, als er vor einem geplanten Besuch beim Militär des Landes einen Test auf Corona gemacht habe. Seine Amtsgeschäfte wolle er von zu Hause fortsetzen, teilte er mit.

Paschinjan meinte, er habe sich womöglich angesteckt, als ihm ein Kellner bei einem Arbeitstreffen ohne Handschuhe ein Glas Wasser gebracht habe. Bei dem Mann sei eine Corona-Infektion inzwischen ebenfalls bestätigt. Kremlchef Wladimir Putin gratulierte Paschinjan zum Geburtstag und wünschte ihm "Gesundheit und Glück".

In dem christlich geprägten Land in Nachbarschaft zum Iran waren mit Stand Montag 9402 Menschen mit dem Coronavirus infiziert. Amtlich bestätigt waren 194 Todesfälle. In der Ex-Sowjetrepublik gilt noch bis 13. Juni der Ausnahmezustand, der aber fast nur Bildungseinrichtungen betrifft. Für die Wirtschaft in dem verarmten Land gibt es keine Einschränkungen.


01.06.2020: Niederlande öffnen Restaurants und Cafés

Nach zehn Wochen Coronakrise darf man in den Niederlanden wieder Restaurants, Museen und Kinos besuchen. Um 12.00 Uhr öffneten am Montag auch Cafés, Theater und Strandpavillons unter Auflagen wieder die Türen. Gastwirte, aber auch Kultureinrichtungen dürfen jeweils nur 30 Gäste empfangen. Diese müssen eineinhalb Meter Sicherheitsabstand halten. Alle Besucher, auch von Museen und Kneipen, müssen vorab reservieren.

Im öffentlichen Nahverkehr muss nun ein Mundschutz getragen werden. Bürger mit Beschwerden können sich künftig ohne Überweisung testen lassen. Die niederländische Regierung baut die Corona-Maßnahmen stufenweise ab. Am 1. Juli sollen die Regeln weiter gelockert werden. Dann dürfen Restaurants, Cafés und kulturelle Einrichtungen jeweils bis zu 100 Besucher empfangen.

Die Zahl der Neuinfektionen nimmt in den Niederlanden seit einigen Wochen stetig ab. Auf dem Höhepunkt der Pandemie Anfang April wurden im Schnitt täglich 500 Menschen in die Krankenhäuser eingeliefert. Vergangene Woche waren es im Schnitt neun. Etwa 6000 Menschen sind nachweislich an Covid-19 gestorben.

 

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