Winde am Gardasee: Was Urlauber und Surfer beim Wetter beachten sollten

- Bettina Marx
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Urlaub am Gardasee ist bei gutem Wetter ein Muss für Surfer. Wir geben dir einen Überblick über die verschiedenen Winde am Gardasee. Die bekanntesten Winde sind Pelér und Ora.

Mit einer Breite von 17,2 km und einer Länge von 51,6 km ist der Gardasee - auch Lago di Garda genannt - der größte See Italiens. 

Gardasee als Urlaubsziel

Bei gutem Wetter im Sommer kann es am Gardasees schon mal voll werden - und das nicht nur am Ufer, sondern auch auf dem Wasser. Der See ist nämlich sowohl für Wanderer oder Mountainbiker, als auch für Surfer und Segler ein wahres Eldorado. Aufgrund seines Wetters und der guten Windbedingungen ist der Gardasee schon lange kein Geheimtipp mehr.

Die beste Reisezeit sind die Monate August und September. Aber auch ab April und im Oktober lädt das Wetter am Gardasee zu einem Urlaub ein, da es durch das mediterrane Klima bereits im Frühjahr bzw. auch noch im Herbst milde Temperaturen gibt. Im Hochsommer sind dagegen rund 30 Grad möglich, die Wassertemperatur des Gardasees ist zu dieser Jahreszeit mit 20 Grad und mehr am wärmsten. 

Gardasee aufgrund guter Winde bei Surfern beliebt

Zu verdanken hat der Gardasee die hohe Windwahrscheinlichkeit seiner geografischen und orographischen Lage. Der See erstreckt sich auf einer Länge von 51,6 km von Nord nach Süd und ist von hohen Bergen umgeben. 

Die thermischen Winde entstehen durch die meteorologischen Effekte zwischen dem Gardasee und den umliegenden Bergen, wie nachfolgend näher erklärt wird. Hinzu kommt der Düseneffekt, der an der engste Stelle des Gardasees die stärksten Winde begünstigt. Dieser Düseneffekt wird in der Physik als Bernoulli-Effekt bzw. Venturi-Effekt bezeichnet.  

So wird das Wetter am Gardasee

Wie das Wetter am Gardasee in den kommenden Tagen wird, kannst du in unserer Italien-Wetterprognose sehen: 

Italien-Wetter
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Pelér und Ora sind die zwei bei Windsurfern und Kitersurfern bekanntesten Winde am Gardasee. Durch die Thermik infolge der Sonneneinstrahlung bzw. der nächtlichen Ausstrahlung entsteht ein täglicher Zyklus - d.h. der Pelér weht in den ersten zwölf Stunden des Tages und wird um die Mittagszeit von der Ora "abgelöst". 

"In klaren Nächten strahlt Energie vom Boden in den Weltraum ab. Die bodennahe Luftschicht wird damit kalt. Da kalte Luft schwerer ist als warme, fließt diese wie Wasser die Hänge und Täler hinunter. Am Gardasee resultiert Nordwind, der aus den Alpen in die Poebene weht", erklärt unser Meteorologe Georg Haas. Nachmittags kehrt sich die thermische Zirkulation am Gardasee allerdings um - die Luft strömt die Berge hinauf, der Wind kommt folglich aus Süden. 

Pelér ist der Nordwind am Gardasee 

Der Pelér wird bei Surfern häufig auch als Vento (Wind auf italienisch) bezeichnet. Der Nordwind entsteht zwischen Mitternacht und 3 Uhr morgens und erreicht vormittags seinen Höhepunkt.

In den Sommermonaten Juni, Juli und August sowie im September können dann schon mal Windstärken von 6 oder 7 Bft auftreten. Die dabei entstehenden Wellen bieten gute Absprungbedingungen. Wird der Pelér zusätzlich durch den Nordföhn verstärkt, kann er auch bis in die Nachmittagsstunden andauern. 

Ora ist der Südwind am Gardasee

Das Pendant zum Pelér ist der Südwind, auch Ora (Stunde auf italienisch) genannt und kommt vor allem im Frühling, Sommer und Herbst vor. Dieser Wind am Gardasee tritt äußerst pünktlich auf, meist um die Mittagszeit und hält bis zum Sonnenuntergang an. Der Antrieb des Südwinds ist die Sonneneinstrahlung.

"Die Alpentäler erwärmen sich an sonnigen Tagen stärker als die Poebene, da die Sonneneinstrahlung im Gebirge in einem kleineren Luftvolumen in Wärme umgesetzt wird als im Flachland. Die Warmluft steigt auf, strömt in der Höhe von den Alpen weg und folglich fällt in den Alpentälern der Luftdruck. In der Poebene ist der Druck damit höher und das befeuert den Südwind ins Alpentief", so Georg Haas. 

Es gibt aber auch Ausnahmen: Falls bereits in den Morgenstunden ein Südwind weht, ist dies häufig ein Anzeichen für schlechtes Wetter.

Pelér und Ora: Das ist der Unterschied

Die beiden Hauptwinde am Gardasee unterscheiden sind nicht nur in der Windrichtung, sondern auch in der Windstärke. Der Südwind ist verglichen mit dem Nordwind zwar weniger stark, dennoch erreicht die Ora durchschnittlich 4 bis 5 Bft. Bei einer schwachen Ora spricht man auch von Orisina.

Die Stärke der Ora nimmt im Norden zu, da der Gardasee nach Norden hin immer schmaler wird und die umliegenden Berge den oben erwähnten Düseneffekt hervorrufen.  

  • Brenzone: 1-2 Bft
  • Malcesine: 2-4 Bft
  • Torbole: 4-5 Bft

Kitesurfen am Gardasee nicht überall erlaubt

Vor allem der Ort Torbole mit einer durchschnittlichen Windstärke von 4 bis 5 Bft ist bei Windsurfern sehr beliebt. Kitesurfen ist hier und in der gesamten Region Trentino am nördlichen Teil des Gardasees übrigens verboten. In der Region Venetien ist das Kitesurfen dagegen erlaubt.

Aufgrund der steilen Felshänge ist der Zugang allerdings begrenzt. Surfer sind vor allem bei Malcesine und Campagnola sowie am gegenüberliegenden Ufer Campione anzutreffen. Pflicht auf dem Gardasee ist übrigens auch das Tragen von Rettungswesten.

Bali bzw. Balin

Neben dem Pelér und der Ora gibt es am Gardasee noch viele weitere Winde, die zwar nicht so bekannt, aber dennoch nicht zu unterschätzen sind. 

Unser Experte Georg Haas erklärt das Phänomen foglendermaßen: "Der Bali entsteht beispielsweise, wenn es durch Regenschauer oder Gewitter oder im Winter durch Schneefall zu Abkühlung kommt. Unter der Wolkenbasis verdunstet ein Teil des Niederschlags in relativ trockener Luft. Bei Verdunstung entsteht kalte Luft, die schwerer ist als warme und vom Ballino-Berg im Nordwesten von Riva herabweht."

Da der Bali eine Stärke von 8 Bft erreichen kann, sollten Surfer umgehend das Wasser des Gardasees verlassen - das gilt bei Gewittern unabhängig von den aktuellen Windverhältnissen ohnehin. 

Was bei einer Windstärke von 8 Bft oder mehr passiert, erklären wir dir in diesem Video:

Ponal bzw. Ponale

Unter dem Ponal versteht man einen Westwind, der ebenfalls nicht zu unterschätzen ist - das gilt erst recht in Verbindung mit Sommergewittern. Der Ponal weht aus dem Ledrotal und bringt häufig schlechtes Wetter am Gardasee.  

Vinessa 

Des Weiteren gibt es die Vinessa. Es ist ein Ostwind, der über dem südlichen Gardasee auftritt und von Venetien nach Brescia weht. Er kann eine Windstärke von bis zu 7 Bft erreichen.  

Weitere lokale Winde am Gardasee: 

  • Vent da Mut: Toscolano bis Gargnano  
  • Fassanella: Bucht bei Salo bis Brenzone 
  • Vent de la Val: bei Campione, mitunter auch bei Limone 
  • Ander: Desenzano bis nach Castelleto und Torri 
  • Vent de Tep 
  • Montes  

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