Wetterrekorde: Das ist der kälteste Ort Deutschlands

- Bettina Marx
3-Tage-Vorhersage: Der Märzwinter versucht's
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Der Funtensee gilt als Kältepol Deutschlands. Extreme Temperaturrekorde wurden dort bereits gemessen. Offizieller Rekordhalter in Deutschland ist allerdings ein anderer Ort.

In Deutschland können die Temperaturen durchaus auf extreme Werte absinken. So sank das Quecksilber beispielsweise in Mühlhausen-Görmar (Thüringen) erst vor wenigen Tagen (am 10.02.2021) auf -26,7 Grad. Diese Eiseskälte ist aber noch gar nichts im Vergleich zur tiefsten Temperatur, die jemals in Deutschland registriert wurde. 

Das ist der kälteste Ort in Deutschland  

Die niedrigste Temperatur in Deutschland wurde mit -37,8 Grad am 12. Februar 1929 in Wolnzach-Hüll gemessen. Damit liegt der kälteste Ort im bayerischen Landkreis Pfaffenhofen an der Ilm. 

Der Jahrhundertwinter 1928/1929 reiht sich nach 1962/1963 und 1939/1940 in die Top 3 der kältesten Winter in Deutschland ein. Damals war es sogar so kalt, dass der Rhein bei Bingen zufror. Da der Rhein nicht mehr mit dem Schiff passierbar war, überquerten viele den Fluss zu Fuß - ein äußerst seltener Anblick. 

Selbst in Großstädten sank das Quecksilber unter -30 Grad. In München wurden am 12. Februar 1929  -31,6 Grad registriert. Mit -30,5 Grad war es in Wahnsdorf bei Dresden damals ebenfalls kälter als auf der Zugspitze. Die extreme Kältewelle erfasste damals aber nicht nur Deutschland, sondern ganz Europa. 

Wie kalt es in den kommenden Tagen hierzulande wird, zeigen wir dir in unserer Wettervorhersage oben. 

Kaltluftsee: Funtensee als Kältepol Deutschlands 

Noch kälter war es aber am Funtensee. Allerdings wird die Station am Funtensee aufgrund der geographischen Lage in der offiziellen Rekordliste des DWDs nicht aufgeführt. Da sich die Kaltluft infolge der Kessellage des Funtensees besonders gut sammeln kann, sind die Temperaturen am Funtensee nicht repräsentativ: Der Rekord liegt bei -45,9 Grad und stammt aus dem Jahr 2001 an Heiligabend.

Wie bereits angedeutet, hat der Funtensee die Bezeichnung "Kältepol" seiner Muldenlage zu verdanken. Da kalte Luft (über den Bergen) schwerer ist als warme, sinkt die Kaltluft ab und sammelt sich in dieser Mulde bzw. in diesem Kessel am Funtensee. 

Bei einer "normalen" Wetterlage entstehen aber noch lange keine Extremtemperaturen um -45 Grad. Hierfür werden noch weitere "Zutaten" benötigt. Für eine besonders starke Abkühlung ist eine windschwache, aber klare und lange Winternacht nötig. Über Schnee kühlen die Temperaturen noch stärker ab. Zudem ist der Kessel, in dem der Funtensee liegt, abgeschlossen, so dass die Kaltluft nicht "abfließen" kann. Mehr zur besonderen Lage des Funtensees erfährst du in diesem Wetter-Video. 

Kaltluftsee sorgt für lagebedingte Kälteextreme
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Die kältesten Nächte der letzten Jahre

Ein weiterer Kältepol ist die Zugspitze. Dort sank das Thermometer im Februar 1940 aber "nur" auf -35,6 Grad. Mit -36,3 Grad war es in Waldsassen am 10. Februar 1956 sogar noch etwas eisiger.

Marienberg mit -35,5 Grad (01. Februar 1956) und Wasserburg mit -35,1 Grad (am 10. Februar 1956) haben es ebenfalls in die Top 5 der kältesten Orte geschafft. 

Werfen wir zum Schluss noch einen Blick auf die kältesten Winternächte der vergangenen Jahre: 

  • 27. Dezember 2020: -15,0 Grad in Oberstdorf
  • 21. Januar 2019: -18,6 Grad in Deutschneudorf-Brüderwiese
  • 28. Februar 2018:  -22,1 Grad in Reit im Winkl
  • 7. Januar 2017: -26,3 Grad in Reit im Winkl
  • 18. Januar 2016: -23,5 Grad in Oberstdorf
  • 4. Februar 2015: -20,4 Grad in Merklingen auf der Schwäbischen Alb
  • 29. Dezember 2014: -24,9 Grad in Altheim an der oberen Donau
  • 10. Februar 2013: -22,9 Grad in Oberstdorf
  • 6. Februar 2012: -29,4 Grad in Oberstdorf  

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