Wetter Frühling 2022: Trend schlägt um - Temperaturen sinken wieder

- Redaktion
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Der letzte Frühling war außergewöhnlich kalt. Schafft es der Frühling 2022 in diesem Jahr wieder auf höhere Werte oder wiederholt sich 2021? So geht es jetzt im Mai weiter.

Im Frühling erwacht die Natur aus dem Winterschlaf und wir können uns endlich, ohne zu frieren, länger im Freien aufhalten. Nach meteorologischer Rechnung begann der Frühling bereits am ersten März und endet am 31. Mai. Im Artikel kannst du nachlesen, wie der Frühling sich bisher entwickelt hat und wie er im Mai enden wird. 

1. Wetter im Frühling 2022

So war der Frühling bisher im März, April und Anfang Mai

Der Start in den ersten Frühlingsmonat März 2022 war in Deutschland ziemlich kalt, vor allem die gefühlten Temperaturen waren durch eisigen Ostwind im Keller. Doch in der zweiten Monatshälfte stiegen die Temperaturen auf bis zu 20 Grad. Nach einer kurzen Regenpause konnte sich erneut ein riesiges und sehr stabiles Hoch bilden. Es war weiter sonnig und zu trocken.

Polarluft drückte die Temperaturen zum März-Monatsende dann deutlich, was sich bis in die ersten April-Tage fortsetzte. In der Karwoche brachte dann südwestliche Strömung Saharaluft und viel Saharastaub nach Deutschland. Die Temperaturen stiegen verbreitet über die 20-Grad-Marke, ehe es vor dem Osterwochenende wieder etwas bergab ging. Der April endete nun in verschiedenen Regionen Deutschlands sehr unterschiedlich. So fiel vor allem im Süden viel Regen, im Norden blieb es eher trocken und kühler. 

Schauen wir noch auf den letzten Frühlingsmonat Mai. Die erste Woche sah im Norden und im Süden sehr unterschiedlich aus. So war es im Norden viel zu trocken und sonnig, im Süden eher wechselhaft mit ersten kräftigen Gewittern. Danach kam richtig warme Luft aus Süden zu uns. In vielen Regionen Deutschlands gab es mit um die 30 Grad die erste Hitze des Jahres. Mit der Hitze kommen auch die ersten größeren Gewitter. Am Montag, den 16. Mai, krachte es in vielen Teilen des Landes. Am Donnerstag, den 19. Mai, und Freitag, den 20. Mai, ging es weiter mit den Unwettern. Es zogen lebensgefährliche Unwetter mit Superzellen über Deutschland. Dazu wurde es ungewöhnlich heiß für den Frühlingsmonat. 

So entwickelt dich das Wetter im Mai

Bleibt es so heiß und turbulent? Bisher rechneten die Wettermodelle für den gesamten restlichen Mai mit zu warmen Temperaturen. Doch nun sieht es so aus, als würde es vor allem im Norden des Landes zu kalt werden. Das europäische ECMWF-Modell zeigt unterdurchschnittliche Temperaturen an. Wie der Monat dann genau endet, ist noch unsicher. Mehr dazu siehst du auch im 16-Tage-Trend zu Beginn des Artikels. 

2. Wann startet der Frühling? 

Der Frühling erstreckt sich über die Monate März, April und Mai. Der meteorologische Frühling beginnt jedes Jahr am 1. März.

Aus astronomischer Sicht wird der Frühlingsanfang durch die Tag-und-Nacht-Gleiche festgelegt. Damit fiel der astronomische Frühlingsbeginn dieses Jahr auf den 20. März 2022. 

3. Klimatische Einordnung des Frühlingswetters

Ein durchschnittliches bis leicht überdurchschnittliches Temperaturverhalten, wie es für den diesjährigen Frühling erwartet wird, ist in Zeiten des Klimawandels "naheliegend". In den vergangenen 10 Jahren lag nur ein Frühjahr unter dem Klimamittel, in allen anderen 9 Jahren war der Frühling überdurchschnittlich warm.

Der Frühling hat eine Durchschnittstemperatur von 7,7 Grad - diese Mitteltemperatur bezieht sich auf den Referenzzeitraum 1961 - 1990. Mit einer mittleren Temperatur von 10,3 Grad - dies entspricht einer positiven Abweichung von 2,6 Grad - ist der Frühling 2018 der wärmste der letzten Dekade. Noch wärmer war aber der Frühling 2007, als Deutschland den wärmsten Frühling seit 1901 erlebte.

In den vergangen 10 Frühjahren gab es zwei negative Temperaturabweichungen. Nämlich den Frühling 2013 und den Frühling 2021. Die Mitteltemperatur (6,7 Grad) lag damals 1 Grad unter dem langjährigen Durchschnitt. Der letzte Frühling war durch den kältesten April seit 40 Jahren und einen kühlen Mai 0,5 Grad kälter als die Mitteltemperatur. Damit gab es nach langer Zeit mal wieder einen Ausreißer nach unten. Dabei war der Muttertag am 9. Mai ein deutlicher Ausreißer nach oben. Mit bis zu 31 Grad südwestlich von Heidelberg war es einer der heißesten Tage im gesamten Jahr 2021.  

Wie ist das Klima in Deutschland im Frühling?

Eine Übersicht der Durchschnittstemperaturen der letzten Frühjahre erhältst du in folgender Tabelle (Quelle: DWD): 

Mitteltemperatur Abweichung vom langjährigen Mittel 1961 bis 1990
Frühling 2021 7,2 Grad - 0,5 Grad
Frühling 2020 9,2 Grad  +1,5 Grad
Frühling 2019 9,0 Grad +1,3 Grad
Frühling 2018 10,3 Grad +2,6 Grad
Frühling 2017 9,6 Grad +1,9 Grad
Frühling 2016 8,5 Grad +0,8 Grad 
Frühling 2015 8,8 Grad +1,1 Grad
Frühling 2014 10,1 Grad +2,4 Grad
Frühling 2013 6,7 Grad -1,0 Grad
Frühling 2012 9,8 Grad +2,1 Grad
Frühling 2011 10,1 Grad +2,4 Grad
Frühling 2010 7,8 Grad +0,1 Grad

Dennoch sind sowohl Kaltluftvorstöße mit Schnee und Nachtfrösten als auch sommerliche Temperaturen im Frühjahr möglich. Gerade der April ist für sein launisches Wetter mit großen Temperaturschwankungen bekannt. Denn nicht umsonst heißt eine der bekanntesten Bauernregeln in der Meteorologie: "April, April, der macht, was er will." Doch woran liegt das? 

Unbeständiger Wettercharakter aufgrund großer Temperaturunterschiede

Der Frühling ist die Übergangszeit zwischen Winter und Sommer. Während sich die Landflächen Südeuropas aufgrund des zunehmenden Sonnenstandes bereits immer mehr aufwärmen, hält sich die Kaltluft noch über Nordeuropa. Dieser große Temperaturunterschied muss ausgeglichen werden, wodurch Tiefdruckgebiete entstehen, die unser Wetter in Deutschland beeinflussen. Eine langanhaltende und beständige Hochdruckwetterlage ist im Frühling daher eher seltener. Je nachdem, ob sich eine Süd- oder Nordströmung einstellt, sind im Frühjahr also sowohl Warm- als auch Kaltluftvorstöße möglich. 

Auch der vertikale Temperaturgradient ist in den Übergangsmonaten recht hoch. Durch die labile Schichtung der Atmosphäre können Schauer oder gar kräftige Gewitter entstehen. Folglich muss im Frühjahr sowohl mit sonnigen Phasen als auch mit wechselhaften oder stürmischen Witterungsphasen gerechnet werden. 

Darum ist das Wetter im April so launisch

Da die Temperaturgegensätze im April am größten sind, gibt es insbesondere im zweiten Frühlingsmonat extrem unbeständiges Wetter. Daher stammt auch der Name "Aprilwetter". 

Selbst winterliches Wetter mit Schneeschauern ist im April grundsätzlich nicht ausgeschlossen, wie ja auch aktuell zu sehen ist. Mit dem Wechsel auf Sommerreifen sollte daher - wie jedes Jahr - bis mindestens Ostern gewartet werden. Nicht nur das Auto solltest du auf die warme Jahreszeit vorbereiten, auch der jährliche Fahrrad-Check steht im Frühjahr wieder an. Welche Aufgaben im Frühling noch zu tun sind, erfährst du im Artikel "Checkliste: Das ist im Frühling zu tun".

Das typische Aprilwetter kann selbstverständlich auch in anderen Monaten (beispielsweise im Mai) auftreten. Grundsätzlich ist aber festzustellen, dass im weiteren Verlauf des Frühlings die extremen Launen des Wetters in der Regel immer seltener werden. Das liegt unter anderem daran, dass durch den steigenden Sonnenstand die Temperaturgegensätze nach und nach abgebaut werden. 

Übrigens: Das prophezeien die Bauernregeln im April und Mai:

Eisheilige: Späte Kaltlufteinbrüche im Mai

Trotz des steigenden Sonnenstands kann es auch im Mai nochmal heftige Kaltlufteinbrüche geben. Stichwort: Eisheilige. Die Eisheiligen finden zwischen dem 11. und 15. Mai statt und zählen zu den sogenannten meteorologischen Singularitäten bzw. Witterungsregelfällen. Das heißt: Mit großer Wahrscheinlichkeit treten gewisse Wetterlagen in bestimmten Zeiträumen besonders häufig auf. 

Bei den Eisheiligen handelt es sich um späte Kaltlufteinbrüche, da sich Polarluft nach Deutschland ausbreitet. Vor allem bei Gärtnern und Bauern sind die Eisheiligen gefürchtet, da Frostschäden an Pflanzen drohen. Weitere Infos zu den Eisheiligen erfährst du in diesem Video: 

Wie ist das typische Wetter im Frühling?

  • Mittlere Temperatur: 7,7 Grad
  • Mittlere Niederschlagssumme: 186 Liter pro Quadratmeter
  • Mittlere Sonnenscheindauer: 459 Stunden im Monat
  • Märzwinter häufig ab Monatsmitte 
  • Unbeständiges Wetter speziell im April
  • Eisheilige zwischen 11. und 15. Mai

4. Diese Wettergefahren lauern im Frühling

Im Frühling lauern viele Gefahren, deren wir uns oft überhaupt nicht bewusst sind. Eine dieser Gefahren betrifft uns alle:

UV-Warnung! Hohe Sonnenbrandgefahr im Frühling 

Die meisten Menschen unterschätzen im Frühjahr die Kraft der Sonne. Besonders im März ist sie gefährlich.

Da die Haut nach den teils trüben und kalten Wintermonaten nicht mehr an die Sonne gewöhnt ist, ist sie besonders UV-empfindlich. Die Gefahr eines Sonnenbrandes ist dadurch erhöht. 

Glätte und Spätfröste bergen Gefahren 

Nach dem Frühlingsanfang kann es durchaus sein, dass der Winter nochmal zeigt, was er kann. Vor Schneeschauern und Glätte sind wir auch in den ersten Frühlingswochen nicht sicher. Plötzliche Wintereinbrüche stellen ein hohes Unfallrisiko im Straßenverkehr dar. 

Doch auch bei unwinterlichem Wetter drohen für Autofahrer:innen im Frühling Gefahren. Denn im April steht die Sonne zwischen 7 und 8 Uhr bzw. am späten Nachmittag sehr tief. Autofahrer:innen werden von der Sonne geblendet und fahren kurzzeitig sogar im Blindflug. Bei einer Geschwindigkeit von 50 km/h wären es 14 Meter, die man nahezu blind zurücklegt. 

Frostempfindliche Pflanzen solltest du erst nach der kalten Sophie (15.05.2022) rausstellen. Besonders tückisch sind die Eisheiligen, wenn es zuvor bereits sehr warme, teils sommerliche Temperaturen gab. Dadurch beginnt die Natur früher zu blühen. Frostschäden sind in einem fortgeschrittenen Vegetationsstadium weitaus schlimmer als bei Pflanzen, die erst am Anfang ihrer Blüte stehen. Vor allem frostempfindliche Pflanzen wie Geranien oder Petunien können bei frostigem Wetter große Schäden davontragen. Gemüsesorten und Kräuter - darunter beispielsweise Tomaten, Gurken, Schnittlauch, Rosin oder Basilikum - sind ebenfalls gefährdet. 

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