Grippewelle 2022/23: Alle Informationen zu Influenza in Deutschland

- Frederic Schwarz
Egal ob Grippe, Corona oder Erkältung, im Winter werden wir schneller krank.
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Nachdem die Grippe dank der Corona-Hygienemaßnahmen im Jahr 2020/21 und 2021/22 weitestgehend ausgefallen ist, steigen die Zahlen wieder drastisch an. Wir zeigen, wie die Grippesaison 2022/23 wird.

Mit gerade mal 519 im Labor bestätigten Fällen fiel die Grippesaison 2020 so schwach wie nie aus. Das Robert Koch-Institut (RKI) sprach von einer "ausbleibenden Grippewelle", was zum ersten Mal seit Beginn der Grippeüberwachung 1992 der Fall gewesen sei. Doch dieser Trend kehrt sich nun wieder um. Alles zur aktuellen Entwicklung der Grippesaison 2022/2023.

Anstieg der Grippefälle im November 2022, Corona nimmt ab

Laut der Arbeitsgemeinschaft Influenza des Robert Koch Instituts (RKI) nahm die Aktivität der der akuten Atemwegserkrankungen (ARE-Raten) in der Bevölkerung in der 45. Kalenderwoche (07.11. bis 13.11.2022) im Vergleich zur Vorwoche zu.

6,7 Prozent der Menschen in Deutschland (Vorwoche: 6,1 %) leiden demnach aktuell unter einer akuten Atemwegserkrankung. Das entspricht ca. 5,6 Millionen Betroffene. Die Zahlen der akuten Atemwegserkrankungen erreichen damit wieder das Niveau aus vorpandemischen Zeiten.

Influenza-Viren machen wieder den Großteil der akuten Atemwegserkrankungen (30 %) in Deutschland aus, gefolgt von RSV-Viren (18%). Das Coronavirus hingegen wurde nur noch in vier Prozent der untersuchten Proben gefunden. Diesen Trend bestätigen auch die weiterhin rückläufigen Corona-Inzidenzen.

Mit dem Anstieg an Grippefällen steigt auch die Zahl Patient:innen, die wegen Erkältungs- oder Grippesymtome einen Arzt aufsuchen. Die Zahl der Arztbesuche wegen akuten Atemwegserkrankungen liegt sogar im oberen Bereich der vorpandemischen Jahre.

Deutlich gestiegen sind die Grippezahlen bei Kindern und jungen Erwachsenen (Altersgruppe 0 bis 34 Jahre). Am deutlichsten angestiegen sind die Fälle in der 45. KW in Bayern und Mecklenburg-Vorpommern. Erfreulicherweise ist die Zahl schwerer akuter repiratorischer Infektionen, die eine Behandlung im Krankenhaus erfordern, wieder leicht gesunken.

Durch die strengen Corona-Hygienemaßnahmen und Kontaktbeschränkungen die Grippewelle zwei Saisons lang nahezu aus. Vor allem im ersten Corona-Winter (2020/2021) wurden kaum Influenza-Fälle gemeldet. Im vergangenen Winter stiegen die Zahlen erst zur Januarmitte allmählich an. Wie die Grippesaison noch im Frühjahr 2022 aussah und warum ihr euch gegen Influenza impfen lassen solltet, erfahrt ihr in den folgenden Absätzen.

Grippezahlen in Sachsen-Anhalt explodieren bereits jetzt

In Sachsen-Anhalt sind zwischen Anfang September und Mitte November bislang 650 Influenzafälle übermittelt worden. Verglichen mit den Vorjahren explodieren die Grippezahlen in Sachsen-Anhalt regelrecht: "In den letzten zehn Jahren wurden im gleichen Zeitraum zwischen 0 und 22 Fälle aus ganz Sachsen-Anhalt übermittelt", erklärt ein Sprecher von Gesundheitsministerin Petra Grimm-Benne (SPD).

Während den dortigen Herbstferien seien 97 Influenza-Fälle übermittelt worden (KW 44), nach den Hersbtferien kletterte die Zahl auf 177 (KW 45). Der frühe Anstieg weise auf "einen heftigen Beginn der Grippewelle in Sachsen-Anhalt hin", sagt der Sprecher.

Aktuelle Situation sollte besonderer Anreiz für Impfung sein

Aufgrund der  Mutation des Grippevirus riet Grippe-Expertin Silke Buda vom Robert Koch-Institut (RKI) bereits im vergangenen Winter dringend zur Grippeimpfung. "In der derzeit unklaren Situation wäre die Impfung sogar besonders gut. Es ist noch nicht zu spät für Impfwillige, sich die Grippeschutzimpfung geben zu lassen", so die Expertin.

Und auch in diesem Herbst ist die Impfung der sinnvollste Schutz. Denn durch die bereits jetzt steigenden Grippezahlen auf vorpandemische Niveaus ist mit einer deutlich schwereren Grippewelle als in den letzten beiden Jahren zu rechnen.

Zuden wurde durch die ausbleibende Grippesaison im vergangenen Jahr unser Immunsystem nun schon länger nicht mehr mit der Grippe konfrontiert. Den Schutz-Booster durch einen natürlichen Infekt aus dem Vorjahr haben viele Menschen nicht mehr.

Und das gilt übrigens nicht nur für den Grippevirus: Das für kleinere Kinder gefährliche RS-Virus hatte im Spätsommer 2021 eine ungewöhnlich starke Verbreitung gezeigt. Und dass, trotz der pandemiebedingten Kontaktbeschränkungen, Masken- und Abstandsgebote.

Alle Infos zur Grippeimpfung kannst du hier nachlesen!

Risikogruppen sollten sich impfen lassen

Die ständige Impfkommission (STIKO) empfiehlt grundsätzlich allen Menschen ab 60 Jahren, sowie Personen mit chronischen Vorerkrankungen und Schwangeren die Grippe-Impfung. Auch in Berufen mit erhöhter Gefährdung (z.B. im medizinisches Personal oder in Berufen mit viel Publikumsverkehr) sollten sich die Beschäftigten impfen lassen.

Prinzipiell kann sich aber jeder impfen lassen. Denn die STIKO betont, dass auch unter 60-jährigen Personen ohne Vorbelastungen eine Impfung nicht verweigert wird. Allerdings kann es sein, dass deine Krankenkasse die Kosten für die Impfung dann nicht übernimmt.

Die Grippesaison im vergangenen Winter 2021/2022

Influenzalage im März 2022: Leichter Anstieg, aber stabile Lage

In der 10. Kalenderwoche 2022 (07.03. - 13.03.2022) ist die Zahl der akuten Atemwegserkrankungen leicht gestiegen (von 5,5% auf 5,8%). Dennoch gestaltet sich die Lage als stabil, berichtet die Arbeitsgemeinschaft Influenza des Robert Koch Instituts. Die meisten Erkrankungen entfallen auf das Coronavirus, was sich auch den deutlich steigenden Inzidenzwerten ablesen lässt, gefolgt von den Rhinoviren. Das RKI berichtet, dass die Influenza-Aktivität weiterhin niedrig ist und eine Grippewelle bis dato ausbleibt.

Aktuell leiden ca. 4,8 Millionen Deutsche unter einer akuten Atemwegserkrankung. Der größte Anstieg der Zahlen findet sich bei den 0- bis 4-Jährigen und den 15- bis 34-Jährigen. Damit wurde in der KW 10 die bisher höchste Rate an akuten Atemwegserkrankunge im Jahr 2022 gemessen. Es sei aber noch einmal darauf verwiesen, dass der Trend nur leicht steigt.

Mittlerweile haben sich in ganz Deutschland lokale Grippe-Hotspots gebildet, wie die aktuelle Karte der Arbeitsgemeinschaft Influenza des RKI zeigt. Besonders Thüringen, Franken, Baden-Württemberg, Brandenburg und Mecklenburg-Vorpommern sind betroffen.

Atemwegserkrankungsrate stabilisiert sich im Februar 2022

Seit der letzten Aktualisierung haben sich die Zahlen der akuten Atemwegserkrankungen stabilisiert. Die Quote liegt in der siebten Kalenderwoche (14.02. bis 20.02.2022) bei 4,5% und damit unverändert zur Vorwoche (ebenfalls 4,5%). Im Vergleich zu letzten Aktualisierung vor einem Monat ist also ein leichter Abfall an Erkrankten erkennbar. Laut Arbeitsgemeinschaft Influenza des Robert Koch Instituts geht auch die Zahl an Arztbesuchen im Zuge einer Erkrankung mit Grippeähnlichen Symptomen zurück.

Damit leiden zurzeit ca. 3,7 Millionen Deutsche an einer akuten Atemwegserkrankung. In der Altersgruppe der 5-14 jährigen Kinder ist die Rate angestiegen. In allen anderen Altersschichten hat sie sich stabilisiert. Besonders im Osten der Republik ist eine hohe Anzahl an Atemwegserkrankungen verzeichnet worden, insbesondere in Sachsen-Anhalt.

Damit ist der steigende Trend von Ende 2021 bis in die Mitte des Januars 2022 vorerst beendet. Allerdings muss weiterhin festgehalten werden, dass die Werte nach wie vor auf dem Niveau vor der Corona-Pandemie, und damit deutlich über denen aus den Wintermonaten im letzten Jahr liegen.

Zahl akuter Atemwegserkrankungen steigt zur Januarmitte deutlich an

Die Rate der akuten Atemwegserkrankungen in Deutschland ist in der dritten Kalenderwoche 2022 (17.01. bis 23.01.2022) im Vergleich zur Vorwoche deutlich gestiegen; nämlich von 3,3 % auf 4,8 %. Das entspricht ca. vier Millionen Personen, die aktuell unter einer akuten Atemwegserkrankung leiden. Diese Entwicklung trifft sowohl auf Kinder als auch auf Erwachsene zu. Vor allem in Nordrhein-Westfalen, Hessen und Brandenburg/Berlin sind die Werte besonders hoch.

Damit nähert sich die Rate wieder den Werten vor der Pandemie zu Beginn der Grippesaison im Herbst an. Insgesamt zeichnet sich also eine stetige Zunahme von Atemwegserkrankungen in Deutschland ab. Entsprechende Hot-Spots sind auf der Karte der Arbeitsgemeinschaft Influenza vom Robert Koch-Institut in rot dargestellt.

Neue Grippe-Mutation bereitete 2021 Sorge

Eine neue Mutante des Influenza-Virus bereitet Expert:innen im Spätherbst 2021 Sorge. In Europa treten meist Influenza-Typ A-Viren auf. In diesen scheint nur der sog. H3-Virusstamm zu dominieren und mindert damit den Schutz von Grippeimpfungen. Im schlimmsten Falle könne es zu einer zweiten parallel zur Corona-Pandemie verlaufenden Grippe-Epidemie kommen.

Weitere Informationen zur Mutation kannst du hier nachlesen:

Grippevirus mutiert: Droht uns eine weitere Pandemie?

In knapp 60% der zugesandten Proben ließen sich respiratorische Viren identifizieren. Die meisten von ihnen sind dem Corona-Virus Sars-CoV-2 zuzuordnen, was sich mit der hohen Inzidenzwerte der Omikron-Welle deckt. Allerdings enthielten 23 Proben auch Grippeviren. Die meisten davon vom Influenza-Typ A, mutiert mit dem neuen H3-Virusstrang.

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