Wann Heizung anstellen? Alle Infos zum Heizen

- Bettina Marx
Wann Heizung anstellen? Alle Infos zum Heizen
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Das ist zum Start in die Heizperiode zu beachten.

Der Herbst naht und bald beginnt die Heizperiode in Deutschland. Beim Heizen gibt es aber einiges zu beachten. Ein Überblick.

Der Sommer macht aktuell Pause. Muss der Vermieter schon vor der Heizperiode die Heizung anstellen? Nachfolgend klären wir alle wichtigen Fragen, Fakten und Fehler rund um das Thema Heizen.   

Welche Temperatur in welchen Räumen?

Bei kaltem Wetter möchte man es in der Wohnung mollig warm haben. Man sollte es aber nicht übertreiben. Wer die Heizung auf höchster Stufe laufen lassen, riskiert gesundheitliche Beschwerden. Durch die trockene Heizungsluft werden unsere Schleimhäute trocken und gereizt. Viren und Bakterien haben dann leichtes Spiel.   

Aber welche Temperatur ist in der Wohnung eigentlich optimal? Die optimale Raumtemperatur hängt selbstverständlich vom Empfinden jedes Einzelnen ab. Dennoch werden bestimmte Richtwerte empfohlen, die sich Raum für Raum folgendermaßen unterscheiden:  

  • Schlafzimmer: 16-18 Grad 
  • Wohnzimmer: 20 Grad 
  • Küche: 18 Grad 
  • Arbeits- und Kinderzimmer: 22 Grad 
  • Bad: 22 Grad 

Heizung bei Abwesenheit nicht ausstellen

Falls Du im Winter verreist, solltest Du die Heizung nicht komplett ausschalten. Anderenfalls riskierst Du, dass Rohre einfrieren und platzen können. Auch wenn Du monatelang nicht Zuhause sein solltest, ist es empfehlenswert, die Heizung auf niedrigster Stufe zu lassen.

Doch Vorsicht: Die Einstellung auf das Schneeflocken-Symbol, das sich auf dem Ventil des Heizkörpers befindet, reicht bei kaltem Wetter nicht immer aus. Das ist nur ein Frostschutz für den Heizkörper, entfernt liegende Rohre sind bei dieser Einstellung nicht ausreichend geschützt. Was die Zahlen auf dem Heizungsthermostat bedeuten, kannst Du in diesem Artikel "Die wenigsten wissen es: Das bedeuten die Zahlen auf der Heizung wirklich" nachlesen.

Grundsätzlich gilt: Die Wohnung sollte nicht unter 16 Grad auskühlen. Denn in zu kalten Wohnungen und Häusern besteht die Gefahr der Schimmelbildung. Sofern aufgrund des kalten Wetters Schäden an der Wohnung möglich sind, muss der Mieter seinen Heiz-Pflichten nachkommen - das gilt auch bei Abwesenheit!

Rechte und Pflichten des Mieters

Der Mieter hat aber nicht nur Pflichten, sondern auch Rechte. Fällt die Außentemperatur an mindestens drei aufeinanderfolgenden Tagen unter 12 Grad, muss der Vermieter die Heizung anstellen. Das gilt auch außerhalb der Heizperiode, die vom 1. Oktober bis zum 30. April geht. Kommt der Vermieter seinen Pflichten nicht nach oder kann die Heizung trotz verschiedener Reparaturmaßnahmen nicht regulär in Betrieb genommen werden, darf der Mieter eine Mietminderung fordern. Bei einem totalen Heizungsausfall ist eine Mietminderung zwischen 70 und 100 % möglich. In Einzelfällen greift bei einem längeren Heizungsausfall sogar das Sonderkündigungsrecht. 

Welche Mindesttemperaturen tagsüber und nachts rechtlich eingehalten werden müssen, erfährst Du im Artikel "Ab wann Heizung anstellen? Rechte und Pflichten des Mieters".

Was tun, wenn die Heizung streikt?

Bei einem Ausfall der Heizung muss der Vermieter umgehend informiert werden. Ist dieser nicht zu erreichen, darf sich der Mieter auch selbst um einen Handwerker kümmern. 

Oft sind es aber ganz einfache Gründe, weshalb die Heizung nicht warm wird. Beispielsweise kann sich zu viel Luft im Heizkörper befinden. Ist das der Fall, muss die Heizung entlüftet werden. 

Hierfür drehst Du die Heizung zunächst voll auf. Anschließend öffnest Du das Entlüftungsventil langsam mit einem Vierkantschlüssel. Um das Wasser auffangen zu können, solltest Du vorher einen Behälter darunter stellen. Sobald ein anhaltender Wasserstahl abfließt, kannst Du das Ventil wieder zudrehen. 

Wichtig dabei: Das Wasser, das aus dem Heizkörper ausgetreten ist, muss in der Heizungsanlage wieder nachgefüllt werden.   

Frieren im Büro? Das muss nicht sein!

Die Kälte kann aber nicht nur in unserem Zuhause einziehen, auch im Büro kann es im Herbst und Winter empfindlich kalt werden. Wird eine Temperaturgrenze am Arbeitsplatz unterschritten, muss der Arbeitgeber reagieren. Doch welche Temperatur ist im Büro überhaupt zumutbar?

Abhängig von der Schwere der Tätigkeit gelten bestimmte Temperaturuntergrenzen (Quelle: Arbeitsschutzgesetz):

Leichte Arbeit Mittelschwere Arbeit Anstrengende Arbeit
Im Sitzen 20 Grad 19 Grad -
Im Stehen oder Gehen 19 Grad 17 Grad 12 Grad

Sinkt die Temperatur unter diese Werte, muss der Arbeitgeber Maßnahmen ergreifen, um die Mindesttemperatur wiederherzustellen. Beispielsweise hat er dafür zu sorgen, dass die Heizung störungsfrei funktioniert. Sind die dafür nötigen Maßnahmen nicht ausreichend, muss der Chef weitere Gegenmaßnahmen ergreifen und beispielsweise Heizmatten oder Wärmestrahler aufstellen.  

Ob Arbeitnehmer die Arbeit bei zu kaltem Arbeitsklima verweigern dürfen, siehst Du in nachfolgendem Video: 

Richtig heizen: So kannst Du viel Geld sparen

Beim Heizen kann man vieles falsch machen - und das kann zum Teil richtig teuer werden! Wenn man den Raum beispielsweise nur 1 Grad weniger heizt, kann man bis zu 6 % Heizkosten sparen. Warme Kleidung in der Wohnung zu tragen, kann also den Geldbeutel durchaus entlasten. 

Um einen Wärmestau zu vermeiden, sollten Möbel oder andere Gegenstände nicht zu nah am Heizkörper stehen. Ein Abstand von mindestens 30 Zentimetern wird empfohlen. 

Außerdem solltest Du insbesondere nachts starkes Auskühlen in den Räumen verhindern. Dabei hilft es schon, Rollläden und Vorhänge nachts zu schließen. Dadurch können bis zu 20 % Heizkosten eingespart werden. Auch Zimmertüren sollten beim Heizen stets geschlossen gehalten werden. 

Richtiges Lüften ist ebenfalls wichtig: Stoßlüften für rund 5 Minuten ist im Winter effektiver als das Fenster über einen längeren Zeitraum zu kippen. Um Geld zu sparen, muss die Heizung beim Lüften unbedingt runtergedreht werden.

Neue Heizung kaufen und Gutes für das Klima tun

Ölheizung, Gasheizung, Elektroheizung oder doch lieber eine Pelletheizung: Es gibt viele verschiedene Heizungsarten. Wie soll man sich da im Falle eines Neukaufs nur entscheiden? In diesem Video verraten wir dir, welche Heizung die umweltfreundlichste ist: 

Wer eine Ölheizung kaufen möchte, sollte bedenken, dass diese Heizungsart nicht nur sehr klimaschädlich ist, sondern auch sehr teuer werden kann. Der Rohstoff unterliegt nämlich starken Preisschwankungen. Wer nicht genug Platz im eigenen Heim hat, sollte sich für eine andere Heizungsart entscheiden, denn der Öltank im Heizungskeller benötigt viel Platz. In hochwassergefährdeten Gebieten ist es ohnehin verboten, Öltanks im Keller aufzustellen.

Eine bessere CO2-Bilanz ergibt sich bei der Verwendung von Gasheizungen oder Stromheizungen. Optimal für das Klima wäre aber, wenn Du auf regenerative Energien (z.B. Solarheizung) zurückgreifen würdest. 

In nachfolgender Tabelle sind die Vor- und Nachteile gängiger Heizungsarten übersichtlich dargestellt (Quelle: heizsparer.de).  

Heizungsart Kosten Vorteile Nachteile Klimaverträglichkeit
Ölheizung 9.500 - 16.000€ Ausgereifte Technik, Öllieferant wählbar Fossiler Rohstoff, Preisschwankung, Lagerraum  Höherer CO2-Anteil als bei Erdgas
Gasheizung 7.000 - 13.000€ Geringe Anschaffungskosten, gut regelbar Fossiler Rohstoff Verbrennt umweltfreundlicher als Öl
Elektroheizung 6.000 - 12.000€ Wettbewerb, sehr gut regelbar Hohe Betriebskosten Abhängig von Stromerzeugung
Solarheizung 5.000 - 14.000€ Lange Lebensdauer, unabhängig von Energieversorger Energiebedarf nicht deckbar  Regenerative Energie
Holz-Pelletheizung 12.000 - 25.000€ Unabhängig von Energieversorger, konstanter Rohstoffpreis Hohe Anschaffungskosten, Lagerraum Nachwachsender Rohstoff
Wärmepumpe 12.000 - 18.000€ Fördermöglichkeiten Standortabhängig, hohe Anschaffungskosten Abhängig von Stromerzeugung

Die wichtigsten Fakten zum Thema Heizen im Überblick:

  • Temperatur-Richtwerte: Schlafzimmer: 16-18 Grad, Wohnzimmer: 20 Grad, Küche: 18 Grad, Arbeits- und Kinderzimmer: 22 Grad, Bad: 22 Grad.
  • Bei Außentemperaturen unter 12 Grad (an mindestens drei aufeinanderfolgenden Tagen) muss der Vermieter die Heizung anmachen.
  • 1 Grad weniger spart 6 % Heizkosten.
  • Wenn es in der Wohnung zu kalt wird und die Wände auskühlen, kann sich Kondenswasser bzw. Schimmel bilden. Achte also darauf, die Wohnung warmzuhalten.
  • Räume nicht überheizen. Ständiges Aufheizen und Abkühlen kostet viel mehr Energie und Geld als gleichmäßig zu heizen.
  • Gluckert der Heizkörper, muss er regelmäßig entlüftet werden.
  • Bei einer kaputten Heizung hat der Mieter das Recht auf Mietminderung.

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