Zeitumstellung 2019 auf Sommerzeit

- Bettina Marx
Zeitumstellung 2019 auf Sommerzeit
© dpa
Die Sommerzeit naht: Am 31. März 2019 werden die Uhren eine Stunde vorgestellt.

Die 2019 geplante Abschaffung der Zeitumstellung konnte nicht umgesetzt werden. Die Uhren werden also weiterhin umgestellt. Alle Infos zur Sommerzeit 2019!

Die Zeitumstellung wurde im vergangenen Jahr 2018 heiß diskutiert. Laut einer Onlineumfrage der Europäischen Union stimmten rund 84 % aller Teilnehmer für die Abschaffung der Zeitumstellung. Daraufhin hatte der EU-Kommissionspräsident Jean-Claude Juncker Mitte September 2018 vorgeschlagen, die Zeitumstellung bereits im Folgejahr abzuschaffen. Diese voreilige Ankündigung konnte allerdings nicht so schnell umgesetzt werden. 

Und so stellen wir uns auch in diesem Jahr mal wieder die Fragen: Wann beginnt die Sommerzeit und warum wird die Uhr eigentlich umgestellt? Wann wird die Zeitumstellung endlich abgeschafft? Wir klären in diesem Artikel alle Fragen rund um die Zeitumstellung 2019.

1. Sommerzeit 2019: Wann ist die Zeitumstellung? 

Wie jedes Jahr findet die Zeitumstellung von der Normalzeit (umgangssprachlich auch "Winterzeit" genannt) auf die Sommerzeit in Deutschland am letzten Wochenende im März statt. 

Das bedeutet: Die Uhren werden in diesem Jahr am Sonntag, den 31. März 2019, von 2:00 Uhr auf 3:00 Uhr vorgestellt. Durch die Zeitumstellung wird uns zwar eine Stunde geklaut, abends bleibt es aber wieder länger hell. 

Eine Übersicht der zukünftigen Zeitumstellungstermine ist nachfolgend aufgelistet:

Beginn der Sommerzeit 2019 31.03.2019 Umstellung von 2 auf 3 Uhr
Ende der Sommerzeit 2019 27.10.2019 Umstellung von 3 auf 2 Uhr
Beginn der Sommerzeit 2020 29.03.2020 Umstellung von 2 auf 3 Uhr
Ende der Sommerzeit 2020 25.10.2020 Umstellung von 3 auf 2 Uhr
Beginn der Sommerzeit 2021 28.03.2021 Umstellung von 2 auf 3 Uhr

2. Eselsbrücken: Wird die Uhr vor- oder zurückgestellt?

Die Zeitumstellung sorgt jedes Jahr aufs Neue für Verwirrungen: Ob die Uhr im März vor- oder zurückgestellt wird, kann man sich anhand folgender Eselsbrücken in Zukunft leicht merken:

  • Gartenmöbel werden im Frühling vor die Tür gestellt, d.h. die Uhren werden vorgestellt. Im Herbst stellt man sie zurück in den Schuppen, d.h. die Uhren werden zurückgestellt.
  • Für zahlenaffine Personen könnte die Eselsbrücke in Form einer Zahlenkombination hilfreich sein: 2-3-2. Im Frühjahr wird von 2 auf 3 Uhr und im Herbst von 3 auf 2 Uhr gestellt.
  • Im Frühjahr muss man früher aufstehen.

Für die Zeitumstellung im Herbst und Frühjahr gibt es praktische Eselsbrücken
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3. In welchen Ländern gibt es die Sommerzeit?

Diese Regelung der Zeitumstellung betrifft nicht nur Deutschland, sondern auch unsere Nachbarländer Österreich und Schweiz sowie viele Mitgliedstaaten der Europäischen Union. 

Darüber hinaus gibt es die mitteleuropäische Sommerzeit (MESZ) auch in Albanien, Andorra, Bosnien und Herzegowina, Liechtenstein, Mazedonien, Monaco, Montenegro, Norwegen, San Marino, Serbien und im Vatikan.

Auch außerhalb Europas werden in einigen Ländern die Uhren auf Sommerzeit gestellt. Hierzu zählen beispielsweise Teile Australiens, die Bahamas, Bermuda, Teile Brasiliens, Iran, Israel, Teile Kanadas, Kuba, Mexiko, Neuseeland, die Palästinensischen Autonomiegebiete, Paraguay, Syrien und Teile der USA.

4. Warum gibt es die Zeitumstellung?

Die Sommerzeit wurde in Deutschland im Jahr 1980 eingeführt. Damals war man überzeugt, dass das Tageslicht durch die Zeitumstellung besser genutzt werden und dadurch Energie gespart werden könne. Diese Überzeugung hat sich im Laufe der Jahre allerdings als haltlos erwiesen. Da wir im Frühjahr und Herbst aufgrund der Zeitumstellung in den Morgenstunden länger heizen müssen, erfüllt die Zeitumstellung den ursprünglichen Grund der Energieeinsparung nicht.

Was viele nicht wissen: Die Geschichte der Sommerzeit liegt in Deutschland sogar noch weiter zurück. Denn während des Ersten Weltkriegs wollte man die Arbeitskräfte der Rüstungsindustrie durch mehr Tageslicht besser nutzen.

5. Auswirkungen und Probleme der Zeitumstellung

Die Zeitumstellung geht mit viel Aufwand, Herausforderungen und Beeinträchtigungen einher. Kein Wunder also, dass die Mehrheit der Deutschen für die Abschaffung der Zeitumstellung ist. Einer der Hauptgründe sind gesundheitliche Beschwerden.

5.1. Gesundheitliche Folgen für uns Menschen

Laut einer Umfrage der DAK stieg der Anteil der Menschen, die unter gesundheitlichen Problemen leiden, im Jahr 2018 auf 28 Prozent. Viele Menschen fühlen sich nach der Zeitumstellung abgeschlagen, schlapp und müde, da sie Schwierigkeiten beim Ein- oder Durchschlafen haben. 

Die Konzentration leidet durch den Schlafmangel ebenfalls. Aufgrund der Zeitumstellung steigt sogar das Risiko für Depressionen oder Herzprobleme.

Vor allem diese Symptome sind als Folge der Zeitumstellung weit verbreitet:

  • Müdigkeit und Abgeschlagenheit (79 %)
  • Schlafstörungen (62 %)
  • Konzentrationsschwäche (39 %)
  • Gereiztheit (28 %)
  • Depressive Verstimmungen (11 %)

Aber auch andere gesundheitliche Probleme wie Verdauungsprobleme, Schwankungen der Herzfrequenz oder Appetitlosigkeit können infolge der Zeitumstellung auftreten. 

Durch die Müdigkeit und Unkonzentriertheit ist nach der Zeitumstellung auf die Sommerzeit die Gefahr von Wildunfällen erhöht. Da es eine Stunden länger dunkel ist, betrifft das vor allem die Morgenstunden.

5.2. Leiden auch die Tiere unter dem veränderten Rhythmus?

Apropos Tiere: Auch sie leiden unter dem Mini-Jetlag. Haustiere verstehen nicht, warum der Rhythmus der Fütterungszeiten plötzlich um eine Stunde verschoben ist.

Bei Nutztieren sind die Folgen der Zeitumstellung ebenfalls unverkennbar. Kühe beispielsweise geben zunächst weniger Milch, weil sie sich an die neue Melkzeit gewöhnen müssen.

5.3. Welche Folgen hat die Zeitumstellung für den öffentlichen Verkehr?

Und auch beim Bahnverkehr sorgt das Umstellen der Uhr nicht selten für Chaos. Viele Züge sind nach der Zeitumstellung zu einer falschen Uhrzeit unterwegs bzw. haben eine Stunde Verspätung.

Falls es möglich ist, fahren Güterzüge daher bis zu einer Stunde früher los, um pünktlich am Ziel anzukommen. Dafür müssen allerdings die Fahrpläne angepasst werden.

6. Wann wird die Zeitumstellung abgeschafft?

Aus der Online-Umfrage, bei der zwischen dem 4. Juli und 16. August 2018 rund 4,6 Millionen Menschen teilgenommen haben, geht hervor, dass 84 % für die Abschaffung der Zeitumstellung sind. Ein ähnlicher Trend ist auch bei den deutschen Teilnehmern festzustellen, wie aus dieser Grafik zu entnehmen ist:  

Daraufhin war ursprünglich geplant, dass die letzte Zeitumstellung im März 2019 erfolgen sollte. Dabei wird es aber nicht bleiben. Auch danach werden wir die Uhren weiterhin umstellen müssen. Denn die ursprünglich für 2019 geplante Abschaffung der Zeitumstellung konnte nicht schnell genug umgesetzt werden. 

Derzeit sieht es so aus, als würde die Zeitumstellung frühestens 2021 abgeschafft werden. Aufgrund der fehlenden Unterstützung der EU-Staaten und der geringen Vorbereitungszeit musste der Termin der letzten Zeitumstellung auf März 2021 verschoben werden.  

Laut des österreichischen Verkehrsministers Norbert Hofer brauche man vor allem im Luftverkehr mehr Zeit, um die nötigen technischen Vorbereitungen zu treffen.

Nach aktuellem Stand darf jedes Land für sich entscheiden, ob es in Zukunft die dauerhafte Sommerzeit oder Winterzeit einführt. Dieser "Fleckerlteppich" würde zu großen Verwirrungen führen. Für eine sinnvolle Strategie hinsichtlich der Abschaffung der Zeitumstellung ist also überlegtes und nicht überstürztes Handeln angebracht. Aus diesem Grund wird es die letzte Zeitumstellung wohl erst 2021 geben. 

7. So gelingt der Wechsel von Winterzeit auf Sommerzeit

Wie bereits beschrieben wurde, macht die Zeitumstellung unserem Körper zum Teil schwer zu schaffen. Der Wechsel von Winterzeit auf Sommerzeit bringt unseren Biorhythmus durcheinander. Unser Organismus braucht aber Zeit, sich an die neue Uhrzeit zu gewöhnen. Es gibt ein paar Tricks, um dem Mini-Jetlag entgegenzuwirken. 

Beispielsweise kann es helfen, vier bis fünf Tage vor der Zeitumstellung früher ins Bett zu gehen - an jedem Tag rund zehn Minuten. Dadurch kann der Körper ganz langsam an die neue Zeit "herangeführt" werden. Dieser schleichende Wechsel ist für unsere Gesundheit besser als ein abrupter. Auf einen kurzen Mittagsschlaf sollte ebenfalls verzichtet werden. Denn dieser kann das Einschlafen am Abend erschweren. 

Falls Du morgens müde und schlapp bist, solltest Du Dich schon am Morgen - sobald es hell ist - draußen an der frischen Luft bewegen und ggf. Frühsport betreiben. Dadurch wird der Stoffwechsel und Kreislauf rasch angeregt. Das Sonnenlicht verhindert zusätzlich, dass das Schlafhormon Melatonin entgegenwirkt. Wechselduschen können ebenfalls helfen, morgens schnell fit zu werden. 

Nach der Zeitumstellung solltest Du insbesondere im Straßenverkehr achtsam und bremsbereit fahren. Da es nach der Zeitumstellung auf die Sommerzeit morgens länger dunkel ist, ist die Gefahr eines Wildunfalls insbesondere in den Morgenstunden erhöht.

8. Checkliste Zeitumstellung 2019: Das ist zu tun

Um zu vermeiden, dass Dir die Zeitumstellung zu schaffen macht, solltest Du diese Tipps beherzigen: 

  • Vier bis fünf Tage vor der Zeitumstellung früher zu Bett gehen
  • Auf Mittagsschlaf verzichten
  • Sobald es hell ist, Frühsport an der frischen Luft betreiben
  • Durch Wechselduschen am Morgen den Kreislauf anregen
  • Große Vorsicht im Straßenverkehr: Nicht unausgeschlafen hinter das Steuer setzen
  • Während dämmriger Morgenstunden besonders auf Wildwechsel achten  

Trotz einiger Probleme sollten wir in jedem Fall das Beste aus der Umstellung auf Sommerzeit machen und die lichte Stunde während der lauen Sommerabende nutzen. Am 27. Oktober 2019 dürfen wir uns auch wieder auf eine Stunde mehr Schlaf freuen, denn dann endet in diesem Jahr die Sommerzeit.

Die wichtigsten Infos zur Zeitumstellung auf Sommerzeit 2019:

  • Zeitumstellung 2019 auf Sommerzeit am 31.03.2019.
  • Uhren werden von 2 auf 3 Uhr vorgestellt.
  • Morgens eine Stunden länger dunkel, abends länger hell.
  • Einführung der Zeitumstellung ursprünglich aus Energiespargründen.
  • Viele Menschen leiden unter Müdigkeit und Abgeschlagenheit. 
  • Anpassung der Fahrpläne: Viele Züge fahren eine Stunde früher los.
  • EU-Online-Umfrage: 84% für Abschaffung der Zeitumstellung.
  • Ende der Zeitumstellung frühestens 2021.

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