Wegen Juni-Hitze: Massenhaft Quallen in Berliner Badeseen

- Quelle: dpa/wetter.com
Wegen Juni-Hitze: Massenhaft Quallen in Berliner Badeseen
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Medien berichten von Süßwasserquallen in Berliner Gewässern.

Quallen - in Berlin und Brandenburg? Das gibt es tatsächlich. Die Hitze im Juni hat die Entwicklung in mehreren Badeseen und Flüssen begünstigt.

Das warme Wetter im Juni 2019 hat nach Einschätzung eines Experten zu einer Massenentwicklung von Quallen in mehreren Gewässern in Berlin und Brandenburg geführt. Zu Tausenden seien die kleinen Medusen aufgetreten, sagte Derk Ehlert von der Senatsverwaltung für Umwelt, Verkehr und Klimaschutz. Demnach kamen sie an Ober- und Unterhavel sowie Müggelsee und Tegeler See vor.

Quallen-Alarm: Mehrere Badestellen in Berlin betroffen

Zuletzt hatten mehrere Medien über ein Vorkommen vor allem an einer Badestelle in Berlin-Spandau berichtet. Aktuell ist die Entwicklung wegen der gesunkenen Temperaturen wieder rückläufig, sagte Ehlert.

Das heiße Sommerwetter mit Temperaturen über 30 Grad könnte aber schon bald wieder zurückkehren, wie im aktuellen 16-Tage-Trend erklärt wird: 

16-Tage-Trend: Wann kommt die Hitze zurück?
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Die Quallen, die so groß wie ein Zwei-Euro-Stück werden, brauchen warmes Wasser mit mehr als 25 Grad, um sich zu frei schwimmenden Medusen mit Schirm zu entwickeln. Diese tauchen auch häufiger an der Oberfläche auf.

Craspedacusta sowerbii für Menschen ungefährlich 

Erstmals gesichtet worden sind diese Quallen an der Havel im Jahr 1995, in Berlin 2003, sagte Ehlert. Auch in früheren heißen Sommern - 2003 und 2006 - kam es teilweise zu einem Massenauftreten in der Unterhavel.

Die Tiere ernähren sich den Angaben zufolge von Plankton und profitierten von sauberem Wasser. "Sie sind nichts Untypisches und auch kein Warnzeichen", so Ehlert. Handlungsbedarf gebe es nicht. Für den Menschen sind sie ungefährlich und haben auch keinen Einfluss auf die Nahrungskette anderer Tiere. Die Lebensdauer der Tiere liegt Ehlert zufolge bei sechs Wochen.

Klimaerwärmung begünstigt Entwicklung der Süßwasserqualle

Die Art heißt Craspedacusta sowerbii und ist die einzige Süßwasserqualle in Mitteleuropa. Vermutet wird, dass die Quallen ursprünglich aus Asien eingeschleppt wurden. Experten nehmen an, dass es mit der Klimaerwärmung häufiger zur Medusenbildung kommt.

Bei Probenentnahmen hielten Mitarbeiter des Landeslabors zu Wochenbeginn an einer Spandauer Badestelle auch nach Quallen Ausschau - allerdings ohne Erfolg, wie eine Sprecherin des Landesamts für Gesundheit und Soziales (Lageso) mitteilte. Auch sie verwies auf das temperaturabhängige Auftreten.

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