Schlammlawine und entwurzelte Bäume: Unwetter hinterlassen Schäden

- Quelle: dpa/NonstopNews
Unwetter-Bilanz: Starkregen setzt Keller unter Wasser
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Starkregen und Gewitter haben in Deutschland massive Schäden verursacht. Straßen und Häuser wurden überflutet, zahlreiche Bäume wurden durch Sturmböen entwurzelt. Entwarnung ist noch nicht in Sicht.

Nach dem kurzen Altweibersommer meldet sich der Herbst zurück. Und das gleich mit seiner eher ungemütlicheren Seite: Heftige Unwetter wüteten in der Nacht über Deutschland. Insbesondere in Hannover und Lügde gab es viele Schäden. 

Starkregen flutet Keller in Hannover 

Starke Regenfälle haben in der Nacht zum Mittwoch unzählige Einsätze der Rettungskräfte in Teilen Niedersachsens ausgelöst. Allein in der Region Hannover musste die Feuerwehr rund 500 Mal ausrücken. Meist habe es sich um vollgelaufene Keller und überschwemmte Straßen gehandelt, teilte die Feuerwehr mit.

Soll ich jetzt nach Hause schwimmen oder was?

Genau eine solche Straße wurde zwei Polizisten zum Verhängnis - die beiden blieben mit ihrem Wagen auf dem Weg zu einem Einsatz auf einer überschwemmten Straße liegen und mussten auf die Rettung durch einen Abschleppdienst warten. 

Besonders schlimm traf es die Besitzer einer Doppelhaushälfte im Stadtteil Ahlem, wo die Wassermassen von einem benachbarten Feld aus das Grundstück fluteten und Garten sowie Keller vollliefen. Über 1,30 Meter stand das Wasser im Keller des Hauses, alles darin schwamm plötzlich durch die Kellerräume. Der Schaden an Haus und Inventar ist wohl enorm.

In Springe fuhr ein freiwilliger Feuerwehrmann auf dem Weg zu einem Einsatz über einen offenen Kanalschacht. Der Gullideckel war nach Polizeiangaben von den Wassermassen hochgedrückt worden. Durch den Aufprall lösten alle Airbags in dem Wagen aus. Der 32-Jährige wurde leicht verletzt.

Schlamm, Matsch und Wasser auf der Straße haben auch einen Unfall in Bad Münder im Landkreis Hameln-Pyrmont verursacht. Ein Laster kam nach Polizeiangaben von der Straße ab und fuhr in die Leitplanke. Der Fahrer wurde nicht verletzt, die Bundesstraße 217 war in Richtung Hameln allerdings voll gesperrt.

Umgekippte Bäume: Wohnhäuser bei Celle beschädigt

Die Wetterfront zog später weiter Richtung Celle und sorgte im dortigen Landkreis ebenfalls für Schäden. Allerdings gab es hier mehr Sturmschäden als Überflutungen. Zahlreiche Kreis- und Landesstraßen wurden durch umgestürzte Bäume blockiert und mussten von den Einsatzkräften freigeschnitten werden.

In Winsen an der Aller traf es eine Wohnsiedlung im Ortsteil Südohe besonders stark. Hier kippten durch die heftigen Gewitterböen gleich mehrere dutzend Bäume um und krachten mehrfach sogar direkt auf die Wohnhäuser. Allerdings kam die herbeigerufene Feuerwehr gar nicht erst in die Siedlung, sondern musste sich zunächst den Weg über die Zufahrtsstraße freischneiden, da auch hier mehrere Bäume quer über die Fahrbahn gestürzt waren.

Die Aufräumarbeiten allein an dieser Einsatzstelle werden die Helfer wohl auch noch den Mittwoch über beschäftigen.

Schlammlawine im nordhessischen Hümme

Eine Schlammlawine hat in der Nacht zu Mittwoch die Ortsdurchfahrt im nordhessischen Hümme blockiert. Die Bundesstraße in dem Ortsteil der Stadt Hofgeismar war für über drei Stunden voll gesperrt, sagte eine Sprecherin der Polizei in Kassel.

Auch angrenzende Straßen waren betroffen. Der Verkehr kam komplett zum Erliegen. Nach Aufräumarbeiten wurde die Straße wieder freigegeben. Zuvor hatten mehrere Medien über den Vorfall berichtet.

Schäden durch Unwetter auch in Lügde 

Auch in Lügde hat starker Regen seine Spuren hinterlassen. In mehreren Ortsteilen sind Keller mit Wasser und Schlamm vollgelaufen, teilte die Feuerwehr mit. Außerdem stürzten Bäume um und es musste Geröll von Straßen geräumt werden.

Insgesamt hatten die Helfer 22 Einsätze bis in die frühen Morgenstunden. Besonders betroffen waren die Ortsteile Rischenau und Falkenhagen. "Lediglich die Kernstadt selber blieb verschont", heißt es in der Mitteilung.

Regen und starker Wind richteten auch im Kreis Höxter Schaden an. Wasser war in Keller eingedrungen und Bäume stürzten um. Außerdem gab es teilweise Schlammlawinen. Am Morgen waren aber alle Straßen wieder frei.

Gleise unterspült: Zugausfälle und Verspätungen

Zugreisende spürten die Wetterauswirkungen ebenfalls. In der Nacht wurde die Strecke zwischen Ottbergen und Höxter sowie zwischen Ottbergen und Lauenförde wegen Schlamms gesperrt, sagte ein Sprecher der Nordwestbahn. Ein Sprecher der Netztochter der Deutschen Bahn bestätigte am Morgen, dass zum Teil Gleise bei dem Unwetter unterspült worden sind.

Die Reparaturarbeiten waren am Morgen noch nicht abgeschlossen. "Die Strecke ist aber nicht gesperrt. Die Züge müssen an dieser Stelle langsam fahren", sagte Dirk Pohlmann von der Bahn in Düsseldorf. Daher komme es noch zu Verspätungen von rund 30 Minuten.

Straßen in Hamburg unter Wasser 

Die Hamburger Feuerwehr wurde aufgrund der nächtlichen Regenfälle ebenfalls auf Trab gehalten. Knapp 40 Mal musste die Feuerwehr ausrücken, meist um durch Laub verstopfte Abflüsse auf den Straßen freizuräumen, wie ein Sprecher am Mittwochmorgen sagte. Teilweise stand das Wasser 20 Zentimeter auf den Straßen.

In welchen Regionen heute noch mit Dauerregen gerechnet werden muss, siehst du in diesem Video:   

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