Evakuierungen, abgedeckte Dächer, Überflutungen: Unwetterfront richtet große Schäden an

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Evakuierungen, abgedeckte Dächer, Überflutungen: Unwetterfront richtet große Schäden an
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Wie hier in Hamburg gab es wegen des Unwetters viele Einsätze. Unter anderem wurden Äste von Straßen geräumt.

Heftige Unwetter zogen am Samstag über den Norden Deutschlands hinweg. Dächer wurden abgedeckt, Straßen überflutet. Volksfeste und Festivals mussten unterbrochen werden.

Eine Unwetterfront verursachte am Samstag (20.07.2019) in Norddeutschland große Schäden. Eine 17-Jährige wurde durch einen Stromschlag leicht verletzt. Auch die Rhein-Kirmes blieb nicht verschont.

Rhein-Kirmes wegen heftiger Gewitter vorübergehend geschlossen 

In Düsseldorf musste die größte Kirmes am Rhein für einige Zeit den Betrieb einstellen. Die Festwiese wurde gegen 15.30 Uhr geräumt. "Die Sicherheit geht vor", sagte ein Kirmes-Sprecher. Gegen 19.00 Uhr wurde die Kirmes dann wieder eröffnet. 

https://twitter.com/neugylps/status/1152582033585123328

Glück hatten Zehntausende Besucher des Musik-Events "Parookaville" in Weeze am Niederrhein. Zwar regnete es auch hier zeitweise heftig. Doch konnten die Konzerte auf den zehn Bühnen bis zum späten Nachmittag ohne Unterbrechung stattfinden, wie Festival-Sprecher Philip Christmann berichtete. 

5000 Besucher einer Open-Air-Veranstaltung evakuiert

Wegen eines Unwetters sind am Samstagabend rund 5000 Besucher einer Open-Air-Veranstaltung in Lampertheim in Sicherheit gebracht worden. Das teilte der Kreis Bergstraße mit. Die Veranstaltung wurde nach dem Unwetter aufgelöst.

Zudem wurden im Kreisgebiet rund 40 wetterbedingte Einsätze registriert. Hieran waren unter anderem rund 100 Feuerwehrleute und 50 Rettungskräfte beteiligt. Polizeiangaben zufolge war von dem Unwetter vor allem der Süden Hessens betroffen.

Dächer abgedeckt, Bäume umgestürzt

In Mönchengladbach wurden Straßen überflutet, Dächer beschädigt oder abgedeckt, Bäume umgestürzt oder Astwerk abgerissen, wie die Stadt am Abend mitteilte. Ein Baum drohte in ein Mehrfamilienhaus zu stürzen, er wurde mit einem Feuerwehrkran gesichert.

Einige Straßen seien wegen Wasseransammlungen nicht befahrbar. 

https://twitter.com/muebri/status/1152652774271836160

17-Jährige durch Blitzeinschlag leicht verletzt 

Eine 17-Jährige wurde in Ribbesbüttel im Landkreis Gifhorn durch einen Stromschlag leicht verletzt, als im Nachbarhaus ein Blitz einschlug. Der elektrische Impuls habe sich durch die Überspannung auf das Haus übertragen, sagte ein Sprecher der Polizei. Das Mädchen habe in der Nähe einer Steckdose geschlafen. Sie wurde in ein Krankenhaus gebracht. 

Nach Angaben der Polizei war ein lauter Knall zu hören, als der Blitz im Nachbarhaus einschlug. Der Dachstuhl fing Feuer, die beiden Bewohner des Hauses blieben unverletzt. Rund 100 Einsatzkräfte der Feuerwehr konnten die Flammen löschen. Der Schaden beläuft sich auf etwa 150 000 Euro. 

Zahlreiche Einsätze wegen Unwetter 

Auch in Schleswig-Holstein und Hamburg richtete die Gewitterfront Schäden an. Bis 17.00 Uhr rückte die Feuerwehr in Hamburg zu 19 wetterbedingten Einsätzen aus, wie ein Sprecher sagte. Meist mussten Bäume und Äste von Straßen geräumt werden.

Im Bereich Schnelsen sei eine Straße kurzzeitig wegen Überflutung gesperrt worden. In einem Haus schlug der Blitz ein, es entstand dem Sprecher zufolge aber kein Feuer. An der A1 bei Ahrensburg wirbelten Sturmböen Sand auf, der die Sicht beeinträchtigte.

Blitz schlägt in Haus ein

In Mecklenburg-Vorpommern traf ein herabfallender Ast die Frontscheibe eines Lkw, woraufhin der Laster nicht mehr weiterfahren konnte. Der Fahrer blieb unverletzt. 

Der Christopher Street Day in Rostock musste wegen des aufziehenden Unwetters bereits gegen 19 Uhr beendet werden, wie ein Sprecher der Polizei mitteilte. Aus Sicherheitsgründen mussten demnach außerdem Tausende Besucher der Schlager-Party "Rostock Olé" vorzeitig den IGA-Park verlassen. 

Der Wind deckte zudem ein Pappdach in Güstrow ab. Weil Teile des Dachs auf parkende Autos stürzten, entstand ein Schaden von geschätzt 6000 Euro. Gegen 20 Uhr schlug außerdem ein Blitz in ein Haus in Burow/Gischow ein und beschädigte die Elektroanlage des Hauses. "Zwar wurde Brandgeruch wahrgenommen, doch wurde durch die Feuerwehr kein offenes Feuer festgestellt", heißt es in einer Mitteilung der Polizei. Auch Schwerin wurde aufgrund der durchziehenden Gewitterfront verwüstet.

Dachstuhl brennt komplett aus

Weniger Glück hatten die Besitzer eines ehemaligen Bauernhauses bei Uelsen in der Grafschaft Bentheim. Der Blitz traf das Dach ihres freistehenden Hauses und setzte dieses umgehend in Brand. Da das Gebäude etwas abseits steht und die Bewohner nicht zuhause waren, wurde das Feuer auch recht spät entdeckt. Die abgelegene Lage sorgte auch dafür, dass die Feuerwehr zunächst erst einmal eine über einen Kilometer lange Schlauchleitung verlegen musste, um ausreichend Löschwasser zu haben.

Der Dachstuhl des Gebäudes brannte völlig aus. Der Sachschaden ist noch nicht beziffert worden, dürfte aber immens sein.

Mehrfamilienhaus in Berlin säuft ab

Auch die Bundeshauptstadt blieb von dem großen Unwetter nicht verschont, welches gegen 22:30 Uhr über Berlin hereinbrach. Besonders hart traf es dabei die Bewohner eines Mehrfamilienhauses in Zehlendorf. Der große Wohnkomplex hatte nur ein notdürftig gesichertes Dach wegen Renovierungsarbeiten. Diese Konstruktion hielt den Sturmböen nun sehr kurzzeitig stand. Ohne Dach waren das Gebäude und seine Bewohner allerdings schutzlos dem Starkregen ausgesetzt. Große Mengen Wasser liefen durch die Treppenhäuser und Wohnungen und setzten den Keller knietief unter Wasser.

In Frankenberg wurde der Festzug der "Europeade" unterbrochen. Die rund 5500 Teilnehmer der Trachtenparade kamen während des Unwetters gegen 17.30 Uhr in umliegenden Häusern, Kaufhäusern und Geschäften unter. Rund 30 der 204 Paradegruppen waren demnach zu diesem Zeitpunkt noch nicht gestartet. Der Festzug zog nach dem Unwetter dann in verkürzter Form weiter. 

Die Gewitterfront hatte nicht nur Starkregen, sondern auch Hagel im Gepäck, wie dieser Tweet aus Frankenberg (Eder) zeigt:

https://twitter.com/severeweatherEU/status/1152709464912539648

Aquaplaning: Pkw bei Starkregen mehrfach überschlagen

Auf der A9 bei Beelitz ereignete sich ein Unwetter-Unfall, bei dem ein Pkw im Starkregen von der Autobahn geflogen war und eine Familie aus dem Wrack gerettet werden musste.Bei einsetzendem Starkregen und sehr verminderter Sicht geriet das Fahrzeug offenbar in Aquaplaning. Der Fahrer verlor völlig die Kontrolle über das Auto, rutschte von der Fahrbahn und überschlug sich mehrfach. Das Fahrzeug blieb anschließend kopfüber neben der Autobahn liegen.

Auch die Rettungskräfte hatten mit den unwirklichen Bedingungen an der Einsatzstelle zu kämpfen. Der massive Regen verzögerte die Anfahrt und machte ein Arbeiten vor Ort noch schwerer, als es ohnehin bei solchen Ereignissen für die Retter stets ist. 

Die Insassen des Pkw, darunter zwei kleine Kinder, wurden schwerverletzt in umliegende Krankenhäuser gebracht.

Nach Gewittern naht 40-Grad-Hitze

Am Sonntag gibt es im Südosten Deutschlands noch Schauer und Gewitter. Anschließend rollt eine Hitzewelle auf Deutschland zu. Wie heiß es in den kommenden Tagen wird, siehst Du in diesem Video:

Wetter 7 Tage: So lange bleibt es noch heiß!
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