Tausend Euro Strafe: Das musst Du über die Kehrpflicht im Herbst wissen

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Tausend Euro Strafe: Das musst Du über die Kehrpflicht im Herbst wissen
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Die Bäume verlieren ihre Blätter. Das kann für Mieter und Vermieter teuer werden.

Herbstlaub kann Dir ein hohes Bußgeld einhandeln. In welchen Fällen Du für das Entfernen von Herbstlaub verantwortlich bist und wie hoch die Strafe ausfallen kann, erfährst Du im Artikel.

Im Winter müssen Gehwege, Straßen und Grundstücke von Schnee befreit werden. Im Herbst gilt dasselbe für herabgefallenes Laub. Doch wer muss sich darum kümmern?

Wer ist für das Entfernen von Herbstlaub verantwortlich?

Mieter, Vermieter oder die Stadt beziehungsweise Gemeinde? Nasses Laub auf den Straßen und Wegen kann eine Unfallgefahr sein. Daher gilt hier eine Räumpflicht, die die Städte und Gemeinden in der Regel den Besitzern der anliegenden Häuser übertragen. Dies erläutert die Verbraucherorganisation Geld und Verbraucher in Heilbronn.

Die Anwohner sind folglich dazu verpflichtet, die Gehwege entlang ihrer Grundstücke so vom herabfallenden Laub zu befreien, dass keine Unfallgefahr besteht. Sonst haften sie. Diese Pflicht können Eigentümer auch auf ihre Mieter übertragen. Steht also im Mietvertrag, dass der Mieter den Garten selber pflegen muss, ist er auch zum Räumen des Laubs verpflichtet. Kann der Mieter das nicht selbst, muss er sich um eine entsprechende Vertretung bemühen.

Hausbesitzer können ihre Nachbarn übrigens nicht dazu verpflichten, von nebenan auf ihr Grundstück herübergewehtes Herbstlaub zu beseitigen. Rechtlich gesehen sei immer derjenige für die Beseitigung von Laub verantwortlich, auf dessen Grund es liegt, erläutert der Mieterschutzbund Recklinghausen.

Wer Kehrpflicht missachtet, handelt ordnungswidrig

Wer die Kehrpflicht vorsätzlich oder fahrlässig missachtet, handelt ordnungswidrig und muss mit einer Geldstrafe rechnen. Wie die Webseite extratipp.com berichtet, beträgt das Bußgeld für eine Ordnungswidrigkeit in Offenbach beispielsweise bis zu 1.000 Euro.

Du musst im Normalfall nicht jeden Tag im Herbst das Laub vor Deiner Haustüre zusammenkehren. Je nach Laubfall, reicht es normalerweise alle paar Tage die Blätter zusammenzukehren und zu entsorgen. Es ist Bewohnern nicht zuzumuten, Laub mehrmals täglich zu entfernen, unabhängig davon wie stark der Laubfall aktuell ist.

Übrigens sind Fußgänger, die auf nassem Laub ausrutschen und sich verletzen, zum Teil auch haftbar, wenn sie beispielsweise trotz Ausweichmöglichkeit über die rutschige Stelle laufen. Es gilt schließlich als allgemein bekannt, dass nasses Laub rutschig ist und zu Unfällen führen kann. Auch Fußgänger und Radfahrer müssen ihr Verhalten im Herbst demnach entsprechend anpassen. Das gilt auch, wenn sich Unfälle nachts oder am frühen Morgen ereignen. Schließlich kann niemand von Dir erwarten, die ganze Nacht für einen sauberen Gehweg zu sorgen.

Tausende Euro Strafe: So darfst Du eingesammeltes Laub auf keinen Fall entsorgen

Eingesammeltes Laub kann in der Biotonne oder in speziellen Säcken der Stadtreinigung entsorgt werden. Es darf dagegen nicht im Wald verteilt oder auf den Fußweg oder in den Rinnstein gefegt werden. Auch der Restmüll- oder die Papiertonne seien dafür aber tabu, erklärt die Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen. Außerdem rät sie bei großen Mengen beim lokalen Entsorger nachzufragen: Vielerorts werden Säcke oder Körbe für das Laub ausgegeben und wieder abgeholt.

Auf keinen Fall solltest Du gesammeltes Laub im Wald entsorgen. Je nach Bundesland und Menge drohen im schlimmsten Fall sogar mehrere Tausend Euro Bußgeld. Es ist zudem illegal, Laub ohne eine gesonderte Genehmigung zu verbrennen. Dabei entstehen schließlich viel Rauch und Gestank, was sich schädlich auf unsere Gesundheit auswirken kann.

Wenn Du die Möglichkeit hast, kannst Du das Laub natürlich kompostieren. Auf Beeten kann Laub auch liegen bleiben. Denn dort dient herabgefallenes Laub unter anderem als Frostschutz. Außerdem kannst Du mit kleinen Laubhaufen in den Ecken Deines Garten Igeln helfen, die einen Unterschlupf suchen.

Mehr dazu, wie du Igeln im Herbst und Winter helfen kannst, wenn sie in Deinem Garten Schutz suchen, erfährst Du in folgendem Beitrag:

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Zu welchen Zeiten gilt die Kehrpflicht?

Die gesetzlich vorgeschriebene Räumungspflicht beginnt werktags bereits um sieben Uhr und endet um 20 Uhr. In diesem Zeitpunkt solltest Du dafür sorgen, dass kein Passant auf nassem Herbstlaub ausrutschen kann.

Wer gerne auf einen Laubbläser zurückgreift, um die Blätter schnell zu beseitigen, sollte wissen, dass dieser nur zu bestimmten Zeiten genutzt werden darf. Achte also darauf, dass Du nicht gegen eine Lärmschutzverordnung in Deiner Region verstößt und nimm entsprechend Rücksicht auf Deine Nachbarn.

Gartenhelfer im Herbst: Laubsauger, Laubbläser und Rechen im Test
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