Sturm FABIENNE zum Herbstanfang: Frau von Baum erschlagen

- Redaktion
Sturm FABIENNE zum Herbstanfang: Frau von Baum erschlagen
© dpa
Sturm FABIENNE fordert Todesopfer und enorme Schäden.

Sturm FABIENNE hat in Deutschland zahlreiche Schäden verursacht! Dächer wurden abgedeckt. Eine Frau wurde von einem Baum erschlagen.

Sturm FABIENNE hat am Herbstanfang (23.09.2018) Deutschland schwer getroffen. Todesopfer sind zu beklagen. Dächer wurden abgedeckt. Umgekippt Bäume blockierten Straßen und Schienen. Zudem gab es Tornadoverdachtsfälle.

Sturm FABIENNE wütet in Deutschland 

Ein stürmisches Wochenende liegt hinter uns. Schon am Freitag (21.9.2018) ging es los. Die Kaltfront von Sturmtief ELENA beendet in Deutschland zum Start in das Wochenende nämlich nicht nur das warme Spätsommerwetter, sondern hatte auch starke bis stürmische Böen im Gepäck. Dabei wurden mehrere Bäume umgerissen. Der Bahn- und Fährverkehr musste unterbrochen werden. Wegen eines Sandsturms musste die Autobahn A13 in Fahrtrichtung Berlin kurzzeitig gesperrt werden. Auch Verletzte sind wegen ELENA zu beklagen: So wurde ein Lkw-Fahrer verletzt, als ihn im Hamburger Hafen ein Container erfasste.

Noch heftiger war aber Sturm FABIENNE. Aufgrund zahlreicher Schäden müssen sich viele Pendler am Montagmorgen auf Beeinträchtigungen einstellen und mehr Zeit einplanen. Alle wichtigen Infos zu FABIENNE sowie eine Bilanz legt wetter.com täglich dar.

Während des Sturms wurden viele Häuser abgedeckt.
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Montag, 24. September 2018: Todesopfer, Bahnchaos, abgedeckte Dächer

  • Der erste schwere Sturm im kalendarischen Herbst hat am Sonntag ein Todesopfer gefordert und große Schäden in Süd- und Mitteldeutschland verursacht. Dächer wurden abgedeckt. Auch die Reisepläne Tausender wurden durcheinandergewirbelt. Besonders betroffen vom Sturmtief FABIENNE waren der Süden Hessens, Teile Thüringens sowie Regionen in Rheinland-Pfalz, Baden-Württemberg, Bayern und Sachsen. 
  • Auf einem Campingplatz in Bayern stürzte am Sonntagabend ein Baum um und erschlug eine 78 Jahre alte Frau, wie die Polizei im Landkreis Bamberg mitteilte. Die Frau erlitt schwerste Verletzungen und starb noch an der Unfallstelle. 
  • Mit Spitzenböen von 159 km/h fegte FABIENNE über Deutschland. Selbst im Flachland sind Orkanböen bis 148 km/h (in Konstanz) gemessen worden. Bei diesen Windgeschwindigkeiten können wir von Glück reden, dass in diesem Landkreis nicht mehr passiert ist.
  • Im Landkreis Mainz-Bingen in Rheinland-Pfalz kippten nach Angaben der Feuerwehr Strommasten um, so dass zeitweise der Strom ausfiel. Auch diese Hütte hielt den Sturmböen nicht stand:

(Bildquelle: dpa)

  • In Baden-Württemberg wurde ein vierjähriger Junge von einem umstürzenden Baum lebensgefährlich verletzt. Eine Orkanböe kippte in Epfenbach im Rhein-Neckar-Kreis eine große Buche auf das Auto, in dem das Kind saß. Laut Polizei erlitt der Junge dabei schwere Kopfverletzungen und wurde mit einem Rettungshubschrauber in ein Krankenhaus geflogen.
  • Pendler in Bayern müssen sich wegen der Schäden am Montagmorgen auf Beeinträchtigungen im Bahnverkehr einstellen. Auf den Strecken zwischen Crailsheim und Ansbach sowie Crailsheim und Aschaffenburg sei wegen defekter Oberleitungen zunächst kein Bahnbetrieb möglich. Die Strecken zwischen Nürnberg und Regensburg, zwischen Ingolstadt und Donauwörth sowie zwischen Plattling und Landshut seien ebenfalls gesperrt. 
  • "Der Sturm hat im Norden und in der Mitte Bayerns große Teile unserer Infrastruktur beschädigt", sagte der Sprecher. Die S1 in Richtung Flughafen wurde in der Nacht bei München-Feldmoching von einem Blitz getroffen und ist außer Betrieb. In Nürnberg wurden in der Nacht mehrere Hundert Fahrgäste in einem Übernachtungszug untergebracht, weil die Verbindung nach Bayreuth ausgefallen war.
  • In weiten Teilen Süd- und Mitteldeutschlands mussten Straßen gesperrt und von Bäumen befreit werden. In Sachsen war vor allem der Erzgebirgskreis schwer getroffen. "Anrufer berichteten uns von einem Tornado", sagte ein Sprecher der örtlichen Feuerwehr. Hausdächer seien weggeflogen, ein Gebäude habe gestützt werden müssen und gelte als einsturzgefährdet. Offiziell bestätig wurde der Tornado bisher aber noch nicht. 
  • FABIENNE streifte auch das Münchner Oktoberfest. Einige Fahrgeschäfte stellten am Sonntagabend zeitweise ihren Betrieb ein, wie der Sprecher der Schausteller sagte. Das Unwetter habe das Fest aber nicht in voller Stärke erreicht.

Sonntag, 23. September 2018: FABIENNE überquert Deutschland zum Herbstanfang

  • Sturmtief FABIENNE hat Deutschland erreicht und zieht in den kommenden Stunden mit schweren Sturmböen, teils Orkanböen über Deutschland hinweg.
  • Bis ins Flachland ist mit schweren Sturmböen zu rechnen. Auch das Münchner Oktoberfest ist betroffen. Aus aktueller Sicht ist nicht ausgeschlossen, dass das Oktoberfest oder einzelne Fahrgeschäfte am Sonntag sicherheitshalber früher schließen. Alle Details zum Sturm erfährst Du hier:

  • Die Unwetterwarnungen sollten unbedingt ernst genommen werden. Denn Äste können abbrechen. Bäume können umfallen und den Bahnverkehr blockieren. Aber auch auf den Straßen ist Vorsicht geboten.
  • Aufgrund erster Sturmschäden muss bei der Deutsche Bahn zwischen Mannheim und Frankfurt bereits mit Verspätungen gerechnet werden. 
  • Neben Sturmböen gibt es auch kräftige Regengüsse. Davon betroffen sind insbesondere die Bundesländer Niedersachsen, NRW, Hessen und Rheinland-Pfalz, wobei sich die Regenfälle im Laufe des Sonntags nach Osten ausbreiten.
  • In unserem wetter.com Live-Ticker halten wir Euch über Sturm FABIENNE auf dem Laufenden. 

Samstag, 22. September 2018: FABIENNE bringt erst Föhn und dann Sturm und Starkregen

  • Die Prognosen der verschiedenen Modelle gleichen sich immer mehr an: Nach ELENA nähert sich zum astronomischen Herbstbeginn am Sonntag der neue Sturm FABIENNE. Der Schwerpunkt des Sturms wird nach wie vor im Westen und Süden Deutschlands berechnet. Das bedeutet, dass vor allem die Bundesländer Rheinland-Pfalz, das Saarland, Baden-Württemberg und Bayern und damit auch das Oktoberfest in München betroffen sind. Schwere Sturmböen bis ins Flachland sind möglich. Äste können abbrechen, Bäume umfallen. Der Wind kommt zunächst föhnig aus Süd, dreht dann später auf West bis Nordwest.
  • Am Sonntag überquert FABIENNE rasch England und nimmt anschließend Kurs auf Deutschland. Um die Mittagszeit liegt das Tief schon über den Benelux-Staaten und zieht über die Mitte Deutschlands hinweg, sodass die stärksten Windgeschwindigkeiten südlich davon erwartet werden. Am heftigsten wird es wohl am Sonntagabend südlich des Mains. Dort muss verbreitet mit Böen über 90 km/h gerechnet werden. In der Nacht auf Montag verschiebt sich das Sturmfeld dann mehr und mehr in den Südosten Deutschlands. Am Montag tagsüber liegt der Sturm FABIENNE dann über Polen und die Sturmgefahr nimmt auch in der Osthälfte Deutschlands wieder ab.
  • Auch auf dem Oktoberfest in München könnte es am Sonntagabend brenzlig werden. Nach den aktuellsten Berechnungen sind gegen 21 Uhr Böen bis 100 km/h möglich. Die großen Zelte sollten diese Windgeschwindigkeiten aushalten. Insbesondere im Freigelände ist aber Vorsicht geboten, da auch mit Gewittern gerechnet werden muss.
  • Der Sturm und die Gewitter sind nicht die einzigen Probleme: Aquaplaning infolge starker Regenfälle könnte für Autofahrer gefährlich werden. Hier muss besonders in der Mitte, von Nordrhein-Westfalen bis nach Sachsen, bei Dauerregen mit etwa 40 Litern Regen pro Quadratmeter in 24 Stunden gerechnet werden, lokal sind auch mehr als 50 Liter möglich. 

Sturmfeld am Sonntagabend

Freitag, 21. September 2018: FABIENNE trifft Westen und Süden Deutschlands

  • Nach ELENA kommt zum Herbstanfang Sturm FABIENNE. Der Schwerpunkt wird nach wie vor im Westen und Süden Deutschlands berechnet. Das bedeutet, dass vor allem die Bundesländer Rheinland-Pfalz, das Saarland, Baden-Württemberg und Teile Bayerns betroffen sind. Schwere Sturmböen bis ins Flachland sind möglich. Äste können abbrechen, Bäume umfallen.
  • Am Sonntag liegt FABIENNE über England und nimmt anschließend Kurs auf Deutschland. Vermutlich wird das Sturmtief über die Mitte hinwegziehen, sodass die stärksten Windgeschwindigkeiten südlich davon erwartet werden.
  • Auf dem Oktoberfest in München könnte es am Sonntagabend brenzlig werden. Nach den aktuellsten Berechnungen sind Böen bis 80 km/h möglich. Die große Zelte sollten diese Windgeschwindigkeiten aushalten. Insbesondere im Freigelände ist aber Vorsicht geboten. 
  • Der Sturm ist nicht das einzige Problem. Aquaplaning infolge starker Regenfälle könnte für Autofahrer gefährlich werden.

  • Am heutigen Freitag sorgt ELENA bereits für Beeinträchtigungen. So sind einige Fährverbindungen eingestellt. Helgoland beispielsweise ist vom Festland komplett abgeschnitten. Der Halunder-Jet ab Cuxhaven sowie die Fähren der Reederei Cassen-Eils von Büsum, Bremerhaven und Cuxhaven fahren nicht. Es finden auch keine Fahrten zwischen Cuxhaven und der Insel Neuwerk statt.
  • Wegen umgeknickter Bäume stellt der Metronom am Freitagmittag den Zugverkehr auf der Strecke Hamburg-Cuxhaven ein. Zwischen Cuxhaven und Buxtehude wird ein Ersatzverkehr mit Bussen eingerichtet. Ab Buxtehude sollen die Passagiere die S-Bahn-Linie 3 nach Hamburg nutzen.
  • Auch in Hamburg selbst ereignete sich ein Sturmunfall: Eine Böe erfasst im Hamburger Hafen einen Containerstapel mit 4-5 Containern. Einer dieser Container erfasst dabei einen durchfahrenden Lkw. Der eingeklemmte Fahrer muss von der Feuerwehr befreit werden. 
  • Auf der Zugstrecke Bremen-Hamburg prallte ein Metronom mit hoher Geschwindigkeit gegen einen umgestürzten Baum. Ein Passagier in einem Rollstuhl wurde durch den Zug geschleudert und schwer verletzt.
  • Auch in Mecklenburg-Vorpommern wütet Sturmtief ELENA: Feuerwehr und Polizei müssen mehrfach wegen Bäumen ausrücken, die auf Straßen gestürzt sind. Im Schlosspark von Ludwigslust riss eine Sturmböe eine große Esche um, die auf ein Denkmal auf einer Insel im Luisenteich stürzte. Mecklenburg-Vorpommerns größte historische Parkanlage war bereits im Herbst 2017 von Sturm XAVIER schwer getroffen worden.
  • Die Stadt Potsdam hat am Freitag das für den Abend geplante Friedensfest wegen eines drohenden Unwetters abgesagt. 

Donnerstag, 20. September 2018: Gleich zwei Sturmtiefs nahen 

  • Der erste große Herbststurm droht Deutschland! Der Höhepunkt wird aller Voraussicht nach am Sonntag erwartet. Das Sturmtief nimmt wahrscheinlich eine südliche Bahn und zieht direkt über Deutschland hinweg. "Die exakte Zugbahn dieses Sturmtiefs ist aber leider noch nicht ganz sicher", wie unser wetter.com-Meteorologe Hartmut Mühlbauer erklärt.
  • Die stärksten Böen berechnen die Wettermodelle am Sonntag von Hessen und Rheinland-Pfalz bis in den Osten Baden-Württembergs. Das bedeutet Sturmböen bis in tiefere Lagen. Im Schwarzwald sind orkanartige Böen bzw. Orkanböen über 110 km/h möglich.  

  • Auch das Oktoberfest in München könnte im Laufe des Sonntags getroffen werden. Insbesondere am Sonntagabend sind schwere Sturmböen in München nicht ausgeschlossen.  
  • In der Nacht auf Montag verschiebt sich das Sturmfeld weiter nach Osten. Dann gibt es die stärksten Windgeschwindigkeiten im Südosten Deutschlands. Im Bayerischen Wald und in den Alpen muss mit schweren Sturmböen und Orkanböen gerechnet werden.
  • Anschließend wird sich die Sturmlage von Westen her allmählich entspannen. Nur in den östlichen Mittelgebirgen und an den Bayerischen Alpen sind am Montag noch Böen von mehr als 90 km/h drin. Sonst schwächt sich der Wind mehr und mehr ab.   
  • Doch schon bevor uns dieses Sturmfeld erfasst, wird es stürmisch. Denn am Freitag bringt die Kaltfront von Sturmtief ELENA bereits Sturmböen. An der Nordsee und an der Ostsee sind schwere Sturmböen, teils sogar Orkanböen möglich.
  • Unser Meteorologe Hartmut Mühlbauer schätzt die Lage folgendermaßen ein: "Gleich 2 Sturmtiefs nehmen Kurs auf Deutschland. Das erste heißt ELENA und zieht über die Nordsee nach Norwegen. Auf der Nordsee wird es Orkanböen geben um 140 km/h, an der Nordseeküste von Norderney bis Sylt sind aber auch Südwestböen um 110 km/h möglich. Im großen Rest Deutschlands macht sich ELENA hauptsächlich durch eine Kaltfront bemerkbar, die Deutschland am Freitag von Nordwest nach Südost überquert. An dieser Kaltfront sind stürmische Böen durch kalte Abwinde (Downbursts) wahrscheinlich."

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