Rosa Schlamm gegen Covid-19?! Skurrile und wirkungslose Heilmethode

- Marvin Klecker
Rosa Schlamm gegen Covid-19?! Skurrile und wirkungslose Heilmethode
© Glomex
Der rosafarbene See hat durch den Ansturm große Schäden erlitten.

Ein Schlammbad gegen das Coronavirus? Dieses kuriose Gerücht hat in Kasachstan dazu geführt, dass das Ökosystem eines Sees massiv zerstört wurde.

In den sozialen Medien kursieren die skurrilsten Methoden, um sich selbst gegen Covid-19 zu schützen oder das Virus zu bekämpfen. Seit einigen Monaten macht in Kasachstan ein besonders kurioses Gerücht die Runde, dessen Leittragender ein rosafarbener See ist.

Bad in rosa See gegen das Coronavirus?

Es wird erzählt, dass ein Bad im Kobeytuz-See, der östlich der kasachischen Hauptstadt Astana liegt, gegen den Erreger SARS-CoV-2 helfen soll. Denselben Effekt soll das Einreiben des eigenen Körpers mit Schlamm oder Salz aus dem besonderen See haben.

Rosa Farbe entsteht durch Algenart

Der Ansturm auf den rosafarbenen See, der seine ungewöhnliche Farbgebung der Alge Dunaliella saline zu verdanken hat und diese seit etwa zwei Jahren aufweist, war seit Veröffentlichung der angeblich heilenden Wirkung immens. 


See gesperrt – Ökosystem stark geschädigt

Mittlerweile wurde der Zutritt untersagt, da zu viele Menschen in das empfindliche Ökosystem des Gewässers eingegriffen haben. Zudem wird der See von der örtlichen Polizei überwacht. Es soll laut Experten bis zu zehn Jahre dauern, bis sich das Ökosystem des Kobeytuz-Sees von den Strapazen erholt hat.

Keinerlei wissenschaftliche Belege

Kurioserweise existieren weder Expertenmeinungen noch wissenschaftliche Belege, dass es sich bei dem Schlamm und Salz des Sees um ein Heilmittel gegen Covid-19 handelt. 

Was dagegen gegen das Coronavirus helfen könnte, wäre ein Impfstoff. Russland hat nun als erste Nation einen Impfstoff zugelassen. Mehr dazu erfährst du hier:

Falsche Heilmittel werden sogar exportiert

Trotzdem ist rund um den See eine ganze Industrie entstanden. So werden der Schlamm und das Salz mittlerweile im Internet verkauft und sogar in das Ausland exportiert. Doch was man letztendlich bekommt ist kein Schutz vor dem Coronavirus, sondern überteuerten Schlamm aus einem See, der durch Unwahrheiten, die auf sozialen Plattformen verbreitet werden, zugrunde geht.

Immer wieder werden Gerüchte und Unwahrheiten rund um das Coronavirus im Netz verbreitet:

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