Neue Rekorde: Die DWD-Sommerbilanz 2018

- Quelle: dwd/wetter.com
Neue Rekorde: Die DWD-Sommerbilanz 2018
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Der Sommer 2018 hat einige regionale Rekorde gebrochen - Eine Bilanz

Der Deutsche Wetterdienst (DWD) veröffentlichte am Donnerstagmittag die Sommerbilanz in Form einer Pressemitteilung. Diese zeigt: Viele neue regionale Rekorde wurden im Sommer 2018 gebrochen. 

Warm, trocken, sonnig - Das fasst den Sommer 2018 ganz gut zusammen. Ans Mittelmeer musste man im nicht fahren, um viel Sonne und warme Temperaturen abzubekommen. Das war für viele Sommerfans ein Segen, für andere jedoch ein Fluch, da die Trockenheit in Form von Waldbränden und Ernteausfällen für Probleme sorgte.

Sommerliches Wetter gab es in diesem Jahr bereits ab April. Der erste offizielle Sommermonat, der Juni, begann mit schwülwarmer Luft. Ab und zu entluden sich Gewitter. Etwa ab Mitte Juni sorgten Hochdruckgebiete über Nordwesteuropa für trockenes Wetter mit meist angenehmen Temperaturen. 

Ab Ende Juli verlagerte sich der Hochdruck ostwärts - fast bis Ende August konnte die über Südeuropa liegende Heißluft nach Deutschland vorstoßen. Das führte zu anhaltendem Sonnenschein und extrem hohen Temperaturen, jedoch auch zu ausbleibenden Niederschlägen, was in vielen Gebieten, vor allem in der Mitte, im Norden und im Osten Deutschlands eine katastrophale Dürre und viele regionale Rekorden zur Folge hatte. Das meldet der Deutsche Wetterdienst (DWD) nach ersten Auswertungen der Ergebnisse seiner rund 2000 Messstationen. 

Anzumerken ist, dass alle in diesem Bericht aufgeführten Monatswerte vorläufige Werte sind. Die Daten, die für die letzten beiden August-Tage verwendet wurden basieren auf Prognosen des DWD.

Löst der Sommer 2018 den Rekordsommer 2003 ab?

Mit 19,3 Grad Celsius (Grad) lag der bundesweite Temperaturdurchschnitt für Deutschland um rund 3,0 Grad über dem Wert der international gültigen Referenzperiode 1961 bis 1990. Gegenüber der Vergleichsperiode 1981 bis 2010 betrug die Abweichung nach oben immerhin 2,2 Grad. Damit war der Sommer 2018 der zweitheißeste seit Beginn regelmäßiger Messungen im Jahre 1881. Spitzenreiter bleibt 2003 mit 19,7 Grad.

Im Juni und größtenteils auch im Juli herrschten noch relativ angenehme Temperaturen, die nicht über 34 Grad stiegen. Ende Juli und Anfang August trumpfte der Sommer 2018 mit großer, anhaltender Hitze auf. Frankfurt am Main registrierte sogar 18 Tage hintereinander über 30 Grad. Bernburg an der Saale meldete insgesamt zwölf Tage mit mehr als 35 Grad. Auch der bundesweit höchste Einzelwert wurde dort am 31. Juli mit 39,5 Grad gemessen. Am 26. August zeigte sich ein Hauch des kommenden Winters: Meßstetten, auf der Schwäbischen Alb, meldete mit -0,1 Grad bereits den ersten Frost.

So trocken war der Sommer 2018

Der Sommer 2018 brachte mit rund 130 Litern pro Quadratmeter (l/m²) nur 54 Prozent seines Solls von 239 l/m². Trockener war nur der Sommer 1911 mit 124 l/m². Vor allem Anfang Juni traten örtlich noch einige starke Regenfälle auf. Mauth-Finsterau meldete dabei am 12. mit 166,5 l/m² die bundesweit größte Tagesmenge. Sonst herrschte verbreitet große Trockenheit. Gebietsweise fiel weniger Regen als sonst in einem halben Monat. Im August zeigten sich Wiesen völlig verdorrt, Bäume warfen ihre Blätter ab und kleinere Flüsse versiegten. Der Astronaut Alexander Gerst war schockiert, als er Deutschland aus der Raumstation ISS sah: "Alles vertrocknet und braun, was eigentlich grün sein sollte!" In der Landwirtschaft entstanden Schäden in Milliardenhöhe.

Niederschlag: Sommer 2018/DWD

Quelle: DWD 

Sonne satt - 770 Stunden 

Der Sommer 2018 gehört mit etwa 770 Stunden zu den drei sonnenscheinreichsten seit Beginn von Messungen 1951. Im Supersommer 2003 waren es 793 Stunden. Am meisten zeigte sich die Sonne mit teilweise über 900 Stunden auf Rügen und Umgebung. Im Westen Deutschlands und in Teilen Oberbayerns waren es dagegen örtlich weniger als 650 Stunden.

Geht es im Herbst sonnig, trocken und warm weiter? Das zeigt die NOAA-Langfristprognose:

NOAA-Langfristprognose: Trübe Aussichten für Dürre-Geplagte
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Das Wetter in den Bundesländern im Sommer 2018

(In Klammern stehen jeweils die vieljährigen Mittelwerte der intern. Referenzperiode)

  • Schleswig-Holstein und Hamburg: Obwohl Schleswig-Holstein im Sommer 2018 mit rund 18,4 Grad  (15,8 Grad ) das insgesamt kühlste Bundesland war, übertraf es damit den Rekord von 2003 um etwa 0,1 Grad. Die Niederschlagsmenge kam mit rund 115 l/m² nur auf etwas mehr als die Hälfte des Solls (222 l/m²) und die Sonnenscheindauer auf gut 750 Stunden (645 Stunden). In Hamburg registrierten die DWD-Experten eine Durchschnittstemperatur von rund 19,2 Grad (16,5 Grad). Außerdem war die Hansestadt mit fast 135 l/m² (218 l/m²) ein eher feuchtes und trotz etwa 720 Stunden (618 Stunden) das vergleichsweise sonnenscheinärmste Bundesland.
  • Niedersachsen und Bremen: Niedersachsen gehörte mit 19,0 Grad (16,2 Grad) zu den vergleichsweise kühleren Bundesländern. Der Niederschlag erreichte mit etwa 100 l/m² nur 46 Prozent des Klimawertes (219 l/m²), der Sonnenschein mit über 745 Stunden (583 Stunden) dagegen 128 Prozent. Bremen verzeichnete mit 19,2 Grad (16,4 Grad) einen neuen Temperaturrekord, außerdem gut 120 l/m² (219 l/m²) und trotz rund 740 Stunden (589 Stunden) verhältnismäßig wenig Sonnenschein. 
  • Mecklenburg-Vorpommern: Der Sommer 2018 war mit 19,2 Grad (16,3 Grad) der heißeste seit Messbeginn 1881. Er übertraf den alten Spitzenreiter von 2003 gleich um 0,5 Grad. Ansonsten kam Mecklenburg-Vorpommern auf etwa 105 l/m² (187 l/m²) und eine Sonnenscheindauer von über 805 Stunden (676 Stunden). Die Greifswalder Oie, eine kleine Ostseeinsel bei Rügen war diesmal die bundesweit sonnenscheinreichste Station des Sommers. Mit über 900 Stunden konnte sie sich durchaus mit Orten am Mittelmeer messen, wie z.B. Rom, das im Schnitt auf etwa 925 Sonnenstunden kommt.
  • Brandenburg und Berlin: Brandenburg erreichte sowohl bei der Temperatur mit 20,3 Grad (17,3 Grad) als auch bei der Sonnenscheindauer mit mehr als 830 Stunden (662 Stunden) neue Rekorde. Die Niederschlagsmenge betrug gut 105 l/m² (177 l/m²). Auch für Berlin konnte der DWD bei einem Monatsdurchschnitt von 20,8 Grad (17,7 Grad) und dem Sonnenschein mit über 825 Stunden (664 Stunden) neue Rekorde registrieren. Die Niederschlagsmenge lag bei weniger als 110 l/m² (182 l/m²).
  • Sachsen-Anhalt: In Sachsen-Anhalt zeigten sich Hitze, Dürre und Sonnenscheinreichtum des Sommers 2018 bundesweit am deutlichsten. So gab es mit 20,2 Grad (16,9 Grad) bei der Temperatur, beim Niederschlag mit rund 65 l/m² (174 l/m²) und dem Sonnenschein mit über 830 Stunden (610 Stunden) neue Rekorde. Bernburg an der Saale war im Sommer der heißeste Ort Deutschlands: Am 31. Juli kletterte die Temperatur dort auf 39,5 Grad. An insgesamt zwölf Tagen zeigte das Thermometer sogar über 35 Grad. Von Juni bis August konnte man dort 74 und seit April bisher sogar 98 „Sommertage“ mit mehr als 25 Grad zählen. In Köthen, nördlich von Halle, stieg die Temperatur 33 Tage hintereinander, vom 12. Juli bis zum 13. August, über 25 Grad. Von Mai bis August fiel in Wittenberg eine Niederschlagssumme von lediglich 42,5 l/m². 
  • Sachsen: In Sachsen wurde der Temperaturrekord von 2003 mit 19,7 Grad (16,5 Grad) um 0,2 Grad übertroffen. Die Niederschlagsmenge summierte sich auf lediglich etwa 105 l/m² (222 l/m²) und die Sonnenscheindauer auf nahezu 795 Stunden (609 Stunden).
  • Thüringen: Im Sommer 2018 meldete Thüringen durchschnittlich 19,3 Grad (15,8 Grad) und rund 760 Sonnenstunden (592 Stunden). Mit etwa 95 l/m² (210 l/m²) gehörte es zu den besonders trockenen Bundesländern. In Artern, östlich vom Kyffhäuser, fielen im ganzen Sommer nur etwa 25 l/m², das sind gerade mal 16 Prozent des Regensolls.
  • Nordrhein-Westfalen: Hier notierten die DWD-Experten 19,3 Grad (16,3 Grad) und rund 115 l/m² (240 l/m²). Obwohl Nordrhein-Westfalen mit über 740 Stunden 134 Prozent des Solls (554 Stunden) erreichte, war es das zweitsonnenscheinärmste Bundesland. 
  • Hessen: Die Temperatur lag in Hessen mit 19,6 Grad um 3,4 Grad über dem Soll (16,2 Grad). Vom 23. Juli bis zum 9. August traten in Frankfurt hintereinander 18 Tage mit mehr als 30 Grad auf. Damit wurde der Rekord aus dem Jahr 1976 mit 16 heißen Tagen am Stück übertroffen. Der durchschnittliche Niederschlag kam in Hessen nur auf etwa 90 l/m² (222 l/m²) und brach sogar den alten Rekord vom Sommer 1911. Ende August hatte der Edersee im Norden des Bundeslandes nur noch 20 Prozent seiner durchschnittlichen Wassermenge, so dass dort eine versunkene Brücke und alte Dorfruinen wieder auftauchten. Hessen verzeichnete eine Sonnenscheindauer von etwa 790 Stunden (586 Stunden).
  • Rheinland-Pfalz: Der Sommer 2018 brachte in Rheinland-Pfalz durchschnittlich 19,6 Grad (16,3 Grad), gut 125 l/m² (218 l/m²) und etwa 800 Sonnenstunden (595 Stunden). 
  • Saarland: Das Saarland kam auf 19,5 Grad (16,7 Grad) und war mit etwa 160 l/m² (226 l/m²) ein vergleichsweise regenreiches Bundesland. Die Sonnenscheindauer betrug über 810 Stunden (631 Stunden).
  • Baden-Württemberg: Für Baden-Württemberg ergab sich eine Durchschnittstemperatur von 19,2 Grad (16,2 Grad). Die Niederschlagssumme lag bei gut 160 l/m² (292 l/m²). Die Sonne zeigte sich etwa 795 Stunden (636 Stunden). In Meßstetten auf der Schwäbischen Alb trat am 26. August mit -0,1 Grad bereits der erste geringe Frost auf.
  • Bayern: Bayern war mit 18,9 Grad (15,9 Grad) das insgesamt zweitkühlste und mit etwa 210 l/m² (314 l/m²) das niederschlagsreichste Bundesland. Die Sonne schien etwa 790 Stunden (623 Stunden). In Kitzingen am Main konnte man im Sommer 2018 insgesamt 44 Heiße Tage mit über 30 Grad zählen. Mauth-Finsterau meldete am 12. Juni mit 166,5 l/m² die bundesweit größte Tages-Niederschlagsmenge des Sommers.

Sommer 2018/DWD

Quelle: DWD

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