Nach Sturm: Unwetterschäden sorgen für Zugausfälle

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Nach Sturm: Unwetterschäden sorgen für Zugausfälle
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Stürmischer Wind hat am Dienstag für starke Störungen im Bahnverkehr in Norddeutschland gesorgt.

Streckensperrungen, Umleitungen und lange Wartezeiten - Zugreisende müssen wegen Sturmschäden weiterhin auf mehreren Strecken viel Geduld mitbringen. Diese Schäden entstanden durch den Sturm.

Nach den von einem Sturm verursachten Schäden auf mehreren Strecken in Norddeutschland müssen sich Fahrgäste auch am Mittwochmorgen noch auf Zugausfälle und Verspätungen gefasst machen.

Bahn bietet Betroffenen kostenlose Erstattung an

Die Deutsche Bahn bietet vom Sturm in Norddeutschland betroffenen Fahrgästen eine kostenlose Erstattung von Tickets an. Diese gibt es, wenn Kunden eine gebuchte Fahrt im Fernverkehr aufgrund des Unwetters nicht antreten konnten oder wollten, teilt das Unternehmen mit.

Wer die Erstattung in Anspruch nehmen möchte, kann dies bei Online- und Handytickets entsprechend auch online tun. Fahrkarten, die in einem Reisezentrum, am Automaten oder von einer Agentur der Deutschen Bahn gekauft wurden, können nur vor Ort bearbeitet werden.

Alternativ können die Fahrkarten auf anderen Verbindungen zum Ziel genutzt werden, solange die Störungen andauern. Zugleich ist es möglich, Fahrten mit Tickets für Dienstag und Mittwoch (17. und 18. September) auf den betroffenen Strecken auch erst später anzutreten - und zwar bis eine Woche, nachdem die Schäden behoben wurden.

Das sei zeitlich flexibel möglich und gelte auch für bislang zuggebundene Tickets, heißt es auf bahn.de. Sitzplatzreservierungen lassen sich umtauschen. Die Fahrkarten selbst müssen nicht erneut an den Schaltern der Deutschen Bahn freigegeben werden. 

Lage nach dem Unwetter entspannt sich allmählich

Nach Sturmschäden auf mehreren Bahnstrecken in Norddeutschland entspannt sich die Lage bei der Deutschen Bahn. Zwar komme es noch zu Verspätungen und Teilausfällen, sagte eine Sprecherin des Unternehmens am Morgen. Zwischen Hannover und Bremen laufe der Regionalverkehr aber wieder, wenn auch auf eingleisiger Strecke.

Die Strecke Hannover - Hamburg ist laut Bahn ebenfalls wieder eingleisig befahrbar. "Hier verkehren sowohl die Züge des Fernverkehrs als auch des Regionalverkehrs", sagte die Sprecherin.

Sturmschäden: Diese Züge werden ausfallen

"Die Fernverkehrszüge zwischen Hannover und Bremen werden weitgehend ausfallen", sagte ein Sprecher der Deutschen Bahn. Auch auf der Strecke zwischen Hamburg und Hannover könne es zu Einschränkungen kommen. "Wir empfehlen, dass sich Fahrgäste vor Reiseantritt über ihre Verbindung informieren." Für Mittwoch ist laut Deutschem Wetterdienst nicht mit einem weiteren Sturm zu rechnen.

Grund für die Ausfälle und Verspätungen seien unter anderem Reparaturarbeiten, sagte der Bahn-Sprecher. Zudem seien viele Züge und Bahnmitarbeiter durch die Probleme am Vorabend nicht dort angekommen, wo sie ihren Dienst am Morgen hätten antreten sollen. Das könne sich zum Betriebsstart auch auf Regionalverbindungen auswirken.

Gekaufte Tickets verlieren laut Informationen der Bahn nicht ihre Gültigkeit. Fahrscheine für die betroffenen Strecken, also zwischen Hannover und Bremen sowie Hannover und Hamburg, können entweder kostenfrei storniert werden oder für die Fahrt in einem beliebigen Zug auf der Strecke innerhalb einer Woche nach Störungsende genutzt werden.

Mehr Informationen erhältst du im Video:


200 Menschen mussten Nacht im Zug verbringen

Der Sturm hatte dem Bahnverkehr am Dienstagabend besonders im Norden und Nordosten Deutschlands große Probleme beschert: Passagiere mussten auf andere Züge ausweichen, Bäume, Unrat und Teile abgedeckter Dächer lagen in den Gleisen und Oberleitungen wurden beschädigt. In Hannover mussten 200 Menschen in zwei Zügen übernachten.

Aus einem anderen ICE, der von Chur in der Schweiz nach Hamburg unterwegs war, wurden 150 Fahrgäste bei Nienburg in Busse verfrachtet und nach Hannover gefahren. 300 weitere Menschen aus dem gleichen Zug warteten über zwei Stunden auf dessen Weiterfahrt. Um 1.35 Uhr am Mittwochmorgen setzte der Zug sich dann wieder in Bewegung.

Auch in Kassel-Wilhelmshöhe und Hamburg hatten Züge für Passagiere zur Übernachtung bereitgestanden, sie wurden aber nicht von ihnen in Anspruch genommen. Die Strecke Hannover-Bremen war zeitweise gesperrt. Der Zugverkehr zwischen Hamburg und Bremen wurde über eine Güterzugstrecke umgeleitet. Auch auf der Strecke Hamburg-Hannover hatte es über mehrere Stunden große Probleme wegen eines Oberleitungsschadens gegeben. 

Urlauber mussten mit Hubschrauber in Sicherheit gebracht werden

Auf der Insel Norderney mussten vier vom Wasser eingeschlossene Urlauber und ein Kleinkind von einem Hubschrauber in Sicherheit gebracht werden. Die Gruppe war nach Angaben der Feuerwehr am Dienstag im Osten der Insel auf eine Düne geklettert und hatte einen Notruf abgesetzt. Wegen eines Sturms war das Hochwasser in der Nordsee deutlich höher als normal ausgefallen.

Laut Deutschem Wetterdienst wurde der Höhepunkt des Sturms zwischen Dienstagnachmittag und Dienstagabend erreicht. In der Nacht habe sich der Wind deutlich abgeschwächt. Tagsüber werde der Wind im Binnenland zwar noch einmal etwas stärker, aber nicht mehr so stark wie am Dienstag.

Dach eines Mehrfamilienhauses abgedeckt

Die Feuerwehr in Rostock hat durch den starken Sturm eine einsatzreiche Nacht gehabt. Rund 20 Mal seien die Rettungskräfte ausgerückt, sagte ein Feuerwehrsprecher am Mittwochmorgen. Unzählige abgebrochene Äste mussten von den Straßen und Gehwegen entfernt werden. Einige Autos wurden von herumfliegenden Gegenständen beschädigt.

Das Dach eines Mehrfamilienhauses wurde durch die Wucht des Sturms teilweise abgedeckt. Die Feuerwehr musste den Rest des Daches sichern. Zwei Häuser wurden von einem Blitz getroffen. Dadurch schmorten mehrere Kabel und Telefonleitungen durch. Verletzt wurde niemand. Erst spät in der Nacht beruhigte sich die Lage wieder.

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