Lockerungen in der Weihnachtszeit: Modellberechnungen zeigen möglichen Pandemieverlauf

- Quelle: dpa
Es wurden neue Corona-Regeln für Weihnachten und Silvester beschlossen.
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Die gelockerten Kontaktbeschränkungen über die Weihnachtstage könnten die Infektionszahlen massiv verändern. Modellberechnungen zeigen, wie sich die Veränderungen auswirken können.

Das Verhalten der Menschen an den Weihnachtstagen hat bei den angekündigten Lockerungen erheblichen Einfluss auf den Verlauf der Corona-Pandemie. Mitarbeiter des Forschungszentrums Jülich und des Frankfurt Institutes for Advanced Studies haben in Modellen Szenarien errechnet.

Welche Regelungen für die Weihnachts- und Silvestertage gelten, haben wir oben im Video zusammengefasst.

Mehr Kontakte könnten zu mehr Infizierten führen

Sie kommen zu dem Schluss: "Mögliche vermehrte Kontakte zu Weihnachten und Silvester könnten als neue Quellen zusätzlich zur Ausbreitung des Virus beitragen." Die Ausweitung der Kontakte durch Besuche von Familien und Bekannten - womöglich über das ganze Land hinweg - könnten die Infektionen weiter verteilen. Damit wären auch Regionen mit niedrigen Fallzahlen wieder verstärkt betroffen, der Anstieg der Neuinfektionen nähme Fahrt auf.

Weihnachtseffekt vergleichbar mit Ferieneffekt

Diesen "Weihnachtseffekt" vergleichen die Wissenschaftler mit einer schon zweimal in diesem Jahr beobachteten Entwicklung: den Zuwächsen bei Neuinfektionen zur Zeit der Winter- und Sommerferien vor allem durch Reiserückkehrer. "Über Weihnachten und Silvester könnte Ähnliches passieren, wenn Besuche innerhalb Deutschlands die Infektion bundesweit verteilen, selbst wenn Reisen in stärker betroffene Gebiete im Ausland gar nicht stattfinden", schreiben sie.

Übrigens: Wie die Maßnahmen über die Feiertage in anderen europäischen Ländern sind, erfährst du hier:

Weihnachtszeit in Europa: Diese Corona-Regeln gelten in den verschiedenen Ländern

Zwei verschiedene Szenarien

Wie stark die Kontaktrate, also wieviele Menschen jemand in einem bestimmten Zeitraum trifft - durch Weihnachten zunimmt, sei schwer einzuschätzen, da Erfahrungsdaten etwa aus dem vergangenen Jahr fehlten. Daher haben die Forscher zwei Szenarien durchgerechnet:

Das passiert im besten Fall

Im besten Fall bliebe die Kontaktrate über Weihnachten konstant, weil zum Beispiel wegfallende Kontakte im Arbeitsleben oder in Schulen einen geringen Anstieg durch Familienbesuche ausgleichen. Die Forscher nehmen an, dass die Fallzahlen durch die geltenden Beschränkungen zunächst sinken. Für den Fall, dass fast alle Maßnahmen nach dem 20. Dezember aufgehoben werden, würden die Zahlen im Januar ein Niveau wie Ende Oktober erreichen - das heißt im Schnitt etwa 20.000 Neuinfektionen täglich.

Das passiert im schlechtesten Fall

Für den schlechtesten Fall sind die Wissenschaftler hingegen davon ausgegangen, dass es infolge der Besuche zu Weihnachten und Silvester zu einer deutlich - um 50 Prozent - erhöhten Kontaktrate kommt. Dann würden die Fallzahlen der Berechnung zufolge im Januar die Marke von
25.000 Neuinfektionen pro Tag reißen. Für den Fall, dass einige Maßnahmen wie Kontaktbeschränkungen noch länger aufrechterhalten werden, verliefe die Kurve deutlich unter dem Wert von 20.000 Neuinfektionen - wenn auch mit einem kurzen Anstieg nach Weihnachten.

Faktor in Simulation nicht berücksichtigt

Die Forscher wiesen darauf hin, dass zur Reduzierung der Fallzahlen aus epidemiologischer Sicht eigentlich nur die Kontakte zwischen ansteckenden und nicht infizierten, nicht immunen Personen entscheidend seien. Das ist in der Simulation nicht berücksichtigt. Allgemeine Kontaktbeschränkungen seien aber vermutlich der einfachste Weg, um auch die "relevanten Kontakte" zu reduzieren, hieß es.

Weitere News rund um die Pandemie erfährst du in unserem Corona-Ticker.

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