Irreversible Lungenschäden? Das ist über Corona-Langzeitfolgen bekannt

- Bettina Marx
Die Infektion mit dem Coronavirus verläuft in drei Phasen.
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Das Coronavirus verursacht nicht nur in der Wirtschaft langfristige Folgen. Auch gesundheitliche Langzeitschäden sind nicht ausgeschlossen. Demnach könnte vor allem die Lunge betroffen sein.

Im Dezember letzten Jahres traten in der chinesischen Millionenmetropole Wuhan zum ersten Mal offiziell Fälle der bis dahin unbekannten Lungenerkrankung auf. Seitdem breitet sich das neuartige Coronavirus auf der ganzen Welt aus. 

Obwohl wir im Kampf gegen die Corona-Pandemie noch ziemlich am Anfang stehen, wird bereits über mögliche Langzeitfolgen spekuliert.

Langzeitschäden möglich: Die Lunge ist betroffen 

Eine Covid-19-Erkrankung könnte vor allem in der Lunge bleibende Schäden hinterlassen. Das geht aus einem Bericht der South China Morning Post hervor. 

Demnach wurde bei Patienten, die eine Covid-19-Infektion überstanden haben, eine Einschränkung der Lungenfunktion festgestellt. Bei Kontrolluntersuchungen, die ein Ärzteteam aus Hongkong durchführte, klagten manche Patienten auch nach der Infektion über Kurzatmigkeit.

Laut Dr. Owen Tsang Tak-yin, der medizinische Direktor des Zentrums für Infektionskrankheiten im Princess Margaret Hospital in Hongkong, hätten einzelne Patienten einen Verlust der Lungenfunktion um 20 bis 30 Prozent. Sie litten auch nach der Covid-19-Erkrankung unter massiven Schwierigkeiten beim Atmen. Bereits beim schnellen Gehen kämen sie aus der Puste.

Außerdem zeigten Lungenscans von neun Patienten nach der Covid-19-Infektion auffällige Veränderungen. Die Lunge dieser Patienten war nach der vermeintlichen Genesung milchig getrübt.

Noch keine belastbaren Informationen über Corona-Langzeitfolgen

Diese Ergebnisse könnten erste Hinweise auf mögliche Spätfolgen infolge einer Covid-19-Erkrankung sein. Dr. Owen Tsang Tak-yin gab aber auch zu bedenken, dass diese Untersuchungen noch keine belastbare Aussage über mögliche Corona-Langzeitfolgen liefern. Bisher handelt es sich bei den gewonnenen Erkenntnissen um Einzelfälle. Ohnehin wurden nur ein Dutzend Patienten untersucht. Für eine aussagekräftige Studie bedarf es weiterer Kontrolluntersuchungen genesener Patienten.

Ein Zeitraum von drei bis vier Monaten ist zudem zu kurz, um Langzeitschäden einer Covid-19-Infektion bestätigen zu können. Zumal die Infektion der Probanden aus Hongkong zum Zeitpunkt der Untersuchung nicht sehr weit zurücklag. 

Ebenfalls ist unklar, ob die Lungenfunktion der betroffenen Patienten auch in den kommenden Monaten oder Jahren eingeschränkt bleibt und ob die jetzige Veränderung der Lunge irreversibel ist. Derzeit ist nicht ausgeschlossen, dass sich die Lunge der Covid-19-Patienten wieder vollständig regenerieren kann. Aber auch für eine Entwarnung ist es noch zu früh.

Weitere Daten für Einschätzung der Corona-Langzeitfolgen nötig

Das neuartige Coronavirus kann aber nicht nur die Lunge massiv schädigen, sondern auch Herzschäden auslösen. Patienten mit einer schweren Lungenentzündung haben grundsätzlich ein erhöhtes Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen.  

Auch das Robert Koch-Institut warnt vor voreiligen Schlüssen und Panikmache: Noch liegen keine belastbaren Informationen zu Langzeitfolgen von Covid-19 vor. Für eine repräsentative und gesicherte Aussage über die Spätfolgen einer Coronavirus-Infektion ist es noch nicht an der Zeit. Da sind sich die meisten Experten einig.  

Wie lange ist man gegen das neue Coronavirus immun?

Im Gegensatz zu den Untersuchungen der Corona-Langzeitfolgen sind die bisherigen Ergebnisse der Feldstudie im Kreis Heinsberg durchaus wissenschaftlich repräsentativ. Aus dieser Studie geht hervor, dass in der besonders vom Coronavirus betroffenen Gemeinde Gangelt in Nordrhein-Westfalen bei 15 Prozent der untersuchten Bürger eine Infektion nachgewiesen wurde - teilweise mit milden Verläufen oder ganz ohne Symptome.

Wie der Leiter der Feldstudie, Hendrik Streeck, berichtete, hätten demnach nun 15 Prozent der Bürger in der Gemeinde nun auch eine Immunität gegen das Virus ausgebildet. In der Pressemitteilung von Donnerstag erklären die Virologen weiter: Personen, die das Virus überstanden haben, entwickeln automatisch eine Immunität. Diese Immunität ist allerdings zeitlich limitiert. Den neuesten Einschätzungen der Virologen zufolge besteht die Immunität zwischen 6 und 18 Monate.

Um das Coronavirus langfristig einzudämmen ist eine Herdenimmunität zwar von Vorteil. Den Kampf gegen das Coronavirus können wir aber nur mit einem Impfstoff "gewinnen". Forscher haben jetzt sogar die Hoffnung, den Impfstoff schneller als üblich in Massen herstellen zu können. Wie weit der Forschungsstand ist, siehst du in diesem Video.

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