Hitze, Gewittercluster, Tornadogefahr: So verläuft der Wetterumschwung

- Bettina Marx
Hitze, Gewittercluster, Tornadogefahr: So verläuft der Wetterumschwung
© dpa
Ende der Hitzewelle! Heftige Unwetter mit der Gefahr von Tornados und Überflutungen drohen.

Der nächste Hitzerekord könnte Deutschland bevorstehen, denn die Hitzewelle steuert auf ihren Höhepunkt zu. Unwetter inklusive Tornadogefahr bringen anschließend einen krassen Temperatursturz.

Die Hitze erreicht diese Woche ihren Höhepunkt. Am Mittwoch (08.08.2018) könnte es sogar einen neuen Hitzerekord geben. Nach dem letzten Aufbäumen der Hitzewelle 2018 müssen wir uns in Deutschland allerdings auf einen Temperatursturz von über 10 Grad einstellen. Das Ende der extremen Hitzewelle verläuft äußerst turbulent und geht nicht ohne Unwetter vonstatten. Selbst mit Tornados muss gerechnet werden!

Rekordverdächtig! Hitzewelle verschärft sich

Hoch JOHANNES lässt uns weiter schwitzen. Spanische Heißluft schwappt nach Deutschland und bis Wochenmitte wird das Wetter immer heißer und schwüler. Am Mittwoch prognostizieren die Wettermodelle sogar Höchstwerte von rund 39 Grad. 

Ein neuer Jahrestemperaturrekord ist nicht ausgeschlossen. Dieser liegt aktuell bei 39,5 Grad und wurde am 31. Juli 2018 in Bernburg an der Saale aufgestellt. 

Der Schwerpunkt der Hitze befindet sich am Mittwoch im Osten von Deutschland. Einen neuen Jahresrekord könnte es damit am wahrscheinlichsten erneut in Sachsen-Anhalt oder in Sachsen bzw. im südlichen Brandenburg geben. Der deutsche Allzeit-Jahresrekord (40,3 Grad) aus dem Jahr 2015 ist den aktuellen Modellberechnungen zufolge nicht in Gefahr.

Am möglicherweise heißesten Tag des Jahres sollte man direkte Sonneneinstrahlung unbedingt vermeiden und genügend Flüssigkeit zu sich nehmen. Anderenfalls drohen Kreislaufprobleme oder sogar ein Hitzschlag.

Gefahr von Tornados und Überflutungen

Bei dieser unerträglichen Hitze hoffen die meisten endlich auf kühlere Temperaturen. Und die kommen auch! Das Hitzefinale geht aber nicht ohne kräftige Gewittercluster einher. Schon am Mittwoch entladen sich in der heißen Luft heftige Gewitter, die lokal auch im Unwetterbereich liegen. Betroffen ist am Mittwochnachmittag und -abend zunächst der Westen und Südwesten - insbesondere aber die Bundesländer Saarland, Hessen und Baden-Württemberg.

Die Unwetter-Gefahrenzone liegt am Donnerstag (09.08.2018) diagonal über Deutschland. Im weiteren Verlauf des Donnerstags zieht die Kaltfront samt lokalen Unwettern weiter Richtung Osten. Dabei drohen lokale Überflutungen. Aber auch mit Hagel und Sturmböen sowie mit Tornados muss gerechnet werden.

Superzellen und Tornados könnten Unheil anrichten

In der Nacht auf Mittwoch, vor allem in der zweiten Nachthälfte, besteht die Gefahr von Superzellen und Tornados im Nordwesten Deutschlands - etwa von Ostfriesland bis zur Eifel. Am Mittwoch tagsüber verschiebt sich das langsam über Niedersachsen und Schleswig-Holstein nordostwärts. So ist zum Beispiel auch eine Großstadt wie Hamburg gefährdet.

Abends, wenn es in der gewittrigen Luft so richtig zündet, könnten auch in Vorpommern und in Brandenburg rotierende Gewitterzellen entstehen.

Am Donnerstag besteht nochmal Superzellen-/Tornadogefahr. Und das sogar in mehreren Landesteilen, allmählich auch weiter südöstlich. Mit dabei sind vereinzelt Großhagel in Hühnereigröße mit mehr als 5 cm Durchmesser, mindestens aber Walnussgröße. Es könnten also auch Fenster- und Autoscheiben etc. zu Bruch gehen.

Regenmengen werden Dürre nicht beenden

Noch kurz zum Regen. Die Regenmengen werden aber nicht ausreichen, um die große Dürre zu beenden. Dazu bräuchten wir mehrere Tage gleichmäßig und nicht zu stark anhaltenden Regen - und das flächendeckend in Deutschland.

Ganz einig sind sich die Wettermodelle über den genauen Verlauf der Unwetterlage bisher noch nicht. Es ist wie so oft möglich, dass in einem Ort schwere Schäden durch das Wetter angerichtet werden und im Nachbarort gar nichts passiert. Wir halten Dich in diesem Video auf dem Laufenden.

3-Tage-Vorhersage: Dicke-Pulli-Wetter rückt näher
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Krasser Temperatursturz! 10 bis 15 Grad kühler 

Was klar ist, ist, dass die heftigen Sommergewitter die Temperaturen rapide sinken lassen. In ganz Deutschland darf man spätestens ab Freitag (10.08.2018) auf erträglichere Temperaturen hoffen. Dann wird die Luft um mindestens 10 Grad kühler sein, gebietsweise vor allem im Osten und Süden liegen die Temperaturen am Freitag auch 15 Grad unter den Werten vom Donnerstag. 

Nachts ist wieder an einen erholsamen Schlaf zu denken. Tropische Nächte gehören dann nämlich dem aktuellen Wettertrend zufolge erstmal der Vergangenheit an. 

Das ist der Grund der Wetterumstellung

Unser Meteorologe Ronald Porschke kennt die Ursache für diesen starken Temperaturrückgang: "Die Wetterlage stellt sich jetzt um: Bisher war - mit ein paar Unterbrechungen - mehr oder weniger hoher Luftdruck nördlich und östlich von Deutschland beheimatet. Dadurch mussten die Tiefdruckgebiete einen großen Bogen um Deutschland machen. Der hohe Luftdruck brachte bei uns diese extreme Trockenheit schon seit dem Frühling und auch jetzt 'verdanken' wir die extremen Höchsttemperaturen einem Hoch namens JOHANNES.

Dieser hohe Luftdruck wird nun aber erstmal abgebaut und damit können sich Tiefs mit deutlich kühlerer Luft vom Nordatlantik bei uns durchsetzen. Für ein paar Tage sind die Werte dann wieder normal mitteleuropäisch."

Wohlfühlsommer! Ab Freitag normales Sommerwetter  

Nach den Unwettern kehrt in der Wetterküche also erstmal Ruhe ein. Ganz Deutschland erwartet ab Freitag endlich angenehmes Sommerwetter auf Normalniveau. Am Wochenende scheint oft die Sonne und bei Temperaturen meist zwischen 23 und 29 Grad kann man das dann auch mal genießen. Im Süden, Osten und Westen sind örtlich aber auch am Wochenende wieder 30 Grad und noch ein, zwei Grad mehr drin.

Wie lange die Abkühlung anhält und ob die nächste Hitzewelle bereits in Aussicht ist, weiß unser Kolumnist Kai Zorn im 16-Tage-Trend:

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