Finanzhilfe für Tornado-Opfer beschlossen

- Alexander Marx
Finanzhilfe für Tornado-Opfer beschlossen
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Privathaushalte sollen bei "persönlicher individueller Notlage" 1500 Euro Sofortgeld bekommen, Unternehmen sogar bis zu 5000 Euro. In Härtefällen sollen auch höhere Beträge möglich sein. Das beschloss das Kabinett am Dienstag in München.

Darüber hinaus werden Privatleuten und Unternehmern in einer solchen Notlage Soforthilfen etwa für den Ersatz von Hausrat gewährt: Privaten bis zu 5000 Euro, Firmen bis zu 100.000 Euro. Wer allerdings nicht gegen derartige Schäden versichert war, bekommt nur die Hälfte erstattet.

"Hilfe unbürokratisch, aber gerecht" sei das Motto, sagte Staatskanzleichef Marcel Huber (CSU). Wenn ganze Existenzen bedroht sind, sind der staatlichen Hilfe aber keine Grenzen gesetzt: Dann soll ein sogenannter Härtefonds eingreifen und die Kosten übernehmen. Versicherungsleistungen werden auf die Finanzhilfen angerechnet.

Versicherungskammer muss 10 bis 12 Millionen zahlen

Der Tornado in Schwaben schlägt bei der Versicherungskammer Bayern mit Schäden von etwa 10 bis 12 Millionen Euro zu Buche. Rund 300 Schadensmeldungen seien bei dem Unternehmen eingegangen, sagte ein Sprecher. Allerdings hatte sich nur gut ein Drittel der betroffenen Versicherten auch gegen das Risiko Sturm versichert.

Zwölf Familien nach Tornado obdachlos

In den Landkreisen Aichach-Friedberg und Augsburg hatte vergangene Woche ein Tornado gewütet. Nach Angaben von Innenminister Joachim Herrmann (CSU) entstand an mehr als 200 Gebäuden erheblicher Sachschaden, 30 sind ganz oder teilweise unbewohnbar.

600 Menschen seien von dem Unwetter betroffen gewesen. Und einige stehen vor dem Nichts: "Es sind zwölf Familien da, die wirklich obdachlos sind", sagte Huber.

Der Gesamtschaden sei noch nicht zu beziffern, werde aber nach heutiger Schätzung bei mehr als 40 Millionen Euro liegen.

dpa

 

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