Durch Urinprobe: Vorhersage schwerer Covid-19-Symptome?

- Marvin Klecker
Die Infektion mit dem Coronavirus verläuft in drei Phasen.
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Schwere Krankheitssymptome können eine Corona-Infektion zu einem lebensgefährlichen Unterfangen machen. Wissenschaftler haben nun eine Möglichkeit entwickelt, Krankheitsverläufe vorherzusagen.

Bei einer Infizierung mit dem Coronavirus kann die betroffene Person an den unterschiedlichsten Symptomen leiden. Während die Symptome im Anfangsstadium meist eher mild sind, können sich diese im Krankheitsverlauf mehr und mehr verschlimmern. So war es auch bei zwei Coronapatienten der Fall, die wir zu ihrer Covid-19-Erkrankung befragt haben:

Infiziert mit dem Coronavirus: 3 Fälle - 3 unterschiedliche Verläufe

Urinprobe kann Symptome früher feststellen

Bisher wurden schwere Symptome wie eine gefährliche Atemwegserkrankung meist erst dann festgestellt, als diese schon ausgebrochen waren. Nun haben Untersuchungen von Medizinern des Universitätsklinikums Göttingen ergeben, dass man mittels einer Urinprobe solch schwere Erkrankungen schon früher feststellen kann.

Oliver Gross, Mediziner an der Uni Göttingen, sagte dazu gegenüber des Wissenschaftsmagazins scinexx.de: "Wir haben Abnormitäten in Urinproben von Patienten mit Covid-19 identifiziert, die dann innerhalb weniger Tage sehr krank wurden."

Entzündungen schon vor eigentlichen Symptomen

In den untersuchten Urinproben wurden erhöhte Werte von Blut, weißen Blutkörperchen sowie dem Protein Albumin festgestellt. Dies lässt nach Aussage der Wissenschaftler darauf schließen, dass sich die Coronaviren an den Nieren der Patienten zu schaffen gemacht haben und diese bereits entzündet sein könnten. Zudem sind Blut und Blutgefäße von SARS-CoV-2 befallen.

All diese Verläufe treten bereits vor den für Covid-19 typischen Symptomen wie Atemnot oder Lungenentzündung auf.

Gehalt zweier Proteine wird untersucht

Wie genau wird aber ein schwerer Folgeverlauf mittels einer Urinprobe festgestellt? Neben einer Urin- muss auch eine Blutprobe des betroffenen Patienten abgegeben werden.

In beiden Flüssigkeiten wird nun der Proteingehalt von Albumin sowie die Konzentration des Blutproteins Antithrombin III festgestellt.
Wenn bei einem der beiden Eiweiße ein gravierender Mangel diagnostiziert wird, ist das Risiko für schwere Covid-19-Erkrankungen erhöht.

Proteinmangel hat schwerwiegende Folgen

Der Mangel an Albumin sowie Antithrombin III hat schwerwiegende Folgen für den menschlichen Körper. Ein Albumin-Mangel kann zu dem "Capillay-Leak-Syndrom" führen, bei dem das Lungengewebe anschwillt und ein Sauerstoffaustausch verhindert wird. Um dem entgegenzuwirken, wird die Einnahme von Entwässerungs- sowie kreislaufstabilisierenden Mitteln empfohlen.

Ein Antithrombin III-Mangel spiegelt sich in einer erhöhten Blutgerinnung wider, die Thrombose oder eine Lungenembolie zur Folge haben.

Vorschlag der Wissenschaftler wird untersucht

Laut Aussage der Wissenschaftler kann ein Urintest also dazu beitragen, schwere Erkrankungen frühzeitig zu erkennen.

Zur einfachen Durchführung haben sie einen Handlungspfad entwickelt, der die Diagnose- und Therapieschritte beschreibt. Dieser wird derzeit von mehreren deutschen Universitätskliniken untersucht.

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